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Die Andamanen-Inseln, das Paradies in Indien?

Das Paradies in Indien?

Trauminseln sollen sie sein, die Andamanen! Das muß ich genauer untersuchen! Der Flug von Chennai geht lange über blaues Wasser, bis die erste Insel auftaucht, „das Paradies“ geht mir spontan durch den Kopf. Schön wär´s! Die Andamanen haben eine brutale, eher un-paradiesische Vergangenheit. Ursprünglich wurden sie von ca. sieben unterschiedlichen Stämmem, zum Teil mit Negroidem oder Mongoloiden Einschlag bevölkert. Immer wieder landeten Seefahrer hier, brachten zum Teil unbekannte Geräte, aber auch tödliche Krankheiten mit. Tamilen, Burmesen, Karen, und Malaysier siedelten sich an.

Die Dänen hatten die Inseln annektiert, bis sie bis 1783 Österreichische Kolonie wurden. Die Briten besetzten sie 1845, trieben Handel mit den einen und bekriegten sich mit den anderen. 1858 errichteten sie auf Ross Island gegenüber dem Hafen von Port Blair, der jetzigen Hauptstadt, ihren Regierungssitz inklusive Swimmingpool, drei Clubs zum Amüsieren, Kinderspielplatz und sogar einen Friedhof, natürlich nur für Briten. Der Dschungel wurde von Gefangenen gerodet, die Gebäude unter schwersten Bedingungen hochgezogen.

Heutzutage überwuchert der Dschungel unheimlich die verfallenen, ehemals prachtvollen Gebäude, belebt von Rehen und Hirschen, besucht von staunenden Touristen. Abfall wie sonst in ganz Indien fallen zu lassen, ist unter Strafe verboten. Wenn das doch überall der Fall wäre!

In der Hauptstadt Port Blair errichteten die Engländer ein Gefängnis, das heute ein Indisches Museum ist. In den Gefangenen-Lagern der Andamanen wurden sowohl englische Verbrecher wie auch Indische Widerstandkämpfer zur Strafe eingeliefert. Viele starben unter den horrenden Bedingungen. Während des 2. Weltkriegs landeten die Japaner hier und brachten alle noch Anwesenden um.

Der verschwindend kleine Teil der Ureinwohner sind in winzige Reservate gedrängt worden. Dort und auf einigen Inseln im Norden sowie auf den Nicobaren südlich der Andamanen haben Touristen daher keinen Zutritt.

Sind alle Inseln unter Indischer Verwaltung? Nein, die Bewohner einer einzigen Insel schaffen es bis heute, fast jeglichen Kontakt mit der Außenwelt zu verhindern. Es handelt sich um Sentinel, von mir beim Anflug als „Paradies“ getauft. Ein Foto von ihnen fand ich im Anthroposofischen Museum. Als die Indische Regierung versuchte, nach dem Tsunami 2004 mit Hubschraubern Lebensmittel abzuwerfen, quittierten die Einwohner dies mit Pfeil und Bogen-Beschuß.

Havelock, die am meisten frequentierte Insel, entpuppt sich als nett, aber für Indische Verhältnisse lächerlich teuer. Also kann ich nicht schnell genug das nächste Boot nach Neal Island bekommen. Dort angekommen geht es mir wie vielen, ich fühle mich gleich zu Hause. Alle Verspannungen lösen sich in Wohlgefallen auf. Ich miete mir eine Bambushütte und erkunde die Insel wie alle anderen mit dem Rad. Nur ein paar Motorräder und Minibusse mit Indischen Touristen sind hier unterwegs, sogar gehupt wird weniger.

Die Suche nach Stränden zum Schwimmen und Schnorcheln gestaltet sich tagelang als ein Spießrutenlauf, da Ebbe herrscht. Erst nach 6 Tagen kommt die Flut tagsüber, endlich! Laut Lonely Planet soll Schnorcheln und Tauchen Weltklasse haben, was sich ohne Überraschung als Witz herausstellt. Es gibt kein Internet und Mobiltelephone funktionieren nicht, so gibt es “nur” gechillte, ausgesprochen symphatische neue Bekanntschaften. Holy naht, bei dem wir uns mit den einheimischen Kindern eine Farbschlacht liefern, die sich gewaschen hat. Abwaschen danach dauert 3 Tage!

Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
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Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?

Alles Heilig? Elefanten, Kühe & Farbige Feste

Von Rajastan habe ich einige unangenehme Dinge gehört, die allein reisenden Frauen passiert sind. Vom Kaufen eines Pfeffersprays, immer am Handy telefonieren, sich einer Gruppe anschliessen bis zum Stock mit sich führen oder gleich aufgeben gingen die Ratschläge…

Udaipur
Udaipur

Gottseidank ist Udaipur sehr schön entspannt und die Menschen symphatisch. Ich bekam ein wunderschönes, bemaltes Zimmer, nachts leuchtete die Decke wie ein Sternenhimmel! Glücksbringende Elefanten sind überall präsent, genauso wie die zahlreichen Paläste, die zum Teil als Hotels umgebaut sind.

Pushkar´s ghat
Pushkar´s ghat

Mein nächstes Ziel, Pushkar ist ein kleiner Pilgerort, an einem heiligen See von Bergen umgeben.

Waschungen am heiligen Ghat
Waschungen am heiligen Ghat
die Kunst des Turbanbindens
die Kunst des Turbanbindens

Die Rinder sind hier heilig wie jeder weiss, die Kufladen auch? Es ist eine Kunst, in engen Gassen hupenden Motorradfahrern, die einem fast den Fuß plattmachen, Fußgängern und ekelhaft ungesunden Kühen, die sich hauptsächlich von Müll bzw. Plastik ernähren, auszuweichen und nicht in ihre Hinterlassenschaften zu treten.

IMG_2177In Pushkar sind die Gassen nur zirka 3 Meter breit und ich bin prompt in einen frischen Kufladen getreten. Die Gasse wird von Fruitshakern, Internetspots und Souvenirläden gesäumt und besteht aus Stein, so blieb mir nichts anderes übrig, an der Seite neben einem Internetspot meine Sandalen abzuwischen. Im Hotel bekamen diese eine heiße Dusche und als ich wieder an dem Internetspot vorbeikam, begrüßte mich der Junge davor freundlich, der Kuhdreck war gesäubert!

Holy
alles rosa beim Holy

Um´s Feuer tanzende Inder kündigten das morgige “Holy” Fest an. Also zog ich am nächsten Tag mein ältestes T-Shirt an und los gings! In den Gassen waren bereits alle rosa, und es dauerte nicht lange, da begann ein eingefärbter Inder vor mir zu tanzen. Plötzlich rauschte eine Farbdusche von hinten über mich herab, während gleichzeitig jemand mit den Händen Farbe über mein Gesicht rieb. Die Augen brannten, einige Ausländer halfen mir mit Tüchern, diese abzutupfen.

holy2Der Marktplatz war voll von Menschen, die zu House tanzten, sich die T-Shirts vom Leib rissen und mit rosa Farbe bespritzten. Ähnliches soll letztes Jahr auch mit Ausländerinnen passiert sein, deshalb war Polizei im Einsatz. In anderen Orten wird dazu noch ordentlich gebechert, hier ist nur der Bhanglassi [heiliges Cannabis-Yoghurt] erlaubt. Ein Riesenspass! Die Farbe rauszuwaschen gestaltet sich als schwierig, meine Kamera ist jetzt rosa und heilig, ihr ist aber nichts ernsthaftes passiert.

am Tag danach gibt´s sogar rosa Kühe
am Tag danach gibt´s sogar rosa Kühe