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Süd-Indien mal anders: Luftkur in den Nilgiri Hills, Riesenfelsen in Hampi & Karneval in Goa

Von Tamil Nadu über Karnataka nach Goa

Bei der berühmten Blue Mountain Railway in die Nilgiri Hills waren alle Tickets ausverkauft, daher nahm ich schweren Herzens den Bus nach Kodaikanal, um dem Lärm und Schmutz der Städte Tamil Nadus zu enkommen. Entlang der unvermeidlichen Souvenirstaßen gelangte ich zum „Aussichtspunkt“, der komplett im Nebel verschwand.

Das trübe Wetter motivierte mich zum Weiterziehen nach Ooty, ein knuffiger Ort auf 2000 Metern, von den Engländern zur Erholung von der Hitze genutzt.

Kolonialhaus in Ooty
Kolonialhaus in Ooty

Im Refection Guesthouse mit wunderschönen Zimmern kam ich  im familiären Esszimmer gleich mit anderen Reisenden in´s Gespräch.

Das tollste am Reisen sind die Menschen, die man kennenlernt, zum Beispiel einen Stuttgarter, der quer durch Indien mit dem Rad fährt und meint, das es weniger stressig wäre, als den lokalen Bus zu nehmen. Da hat er gar nicht so unrecht, die Inder fahren wie die Verrückten und wer beim Hupen nicht beiseite springt, hat Pech gehabt. Als Radfahrer dürfte es nicht ganz ungefährlich sein.

Mit Mongolia können sie allerdings nicht mithalten, die scheinen einen Sport daraus zu machen, jemanden umzufahren, erzählte mir ein ehemaliger Pilot, der jahrelang mit seiner Freundin um die Welt reist. Er hat bereits die Welt umsegelt, Indien, Afrika und Südamerika mit dem Motorrad zu durchqueren steht diesmal auf dem Plan.

Eine Deutsche aus Chiemsee, die noch nie in Asien war, sich erst mit digitalen Fotoapparaten und Internet anfreunden muss, hat den Mut, ausgerechnet mit Indien ihre mehrmonatige Reise zu beginnen. Bin gespannt, wie ihr es ergeht.

 

Indien 2011 185 Zusammen machten wir eine  Wander-Tour  durch die Teeplantagen und genossen auf einem Berg einen herrlichen Rundblick.

Indien 2011 210So genossen wir die Stille. Indien 2011 207auf dem Rückweg stillten wir unseren Hunger traditionell Indisch

Thali auf Bananblatt
mit den Fingern schmeckt´s am Besten!
mit den Fingern schmeckt´s am Besten!

Die Pilgerstadt Hampi in Karnataka, war meine nächste Destination. Kleine Gassen, in denen Farhzeuge nicht zugelassen sind, wurden hauptsaechlich von Kuehen beherrscht, so dass die Einwohner beim Beseitigen ihrer Hinterlassenschaften gar nicht nachkamen. Eines Nachts, nach einer „verbotenen Party“, da Bier im heiligen Hampi nicht erlaubt ist, mit besonders huebschen Indern (das muss erwaehnt werden, da der Durchschnittsinder ab 25 kontinuirlich zunimmt und sein Gesicht von einem ueberdimensionierten Schnurrbart beherrscht wird) auf pechschwarzem Weg trat ich prompt in eine Kuflade. Nirgends konnte ich meine Sandale saeubern. Erst in meinem Zimmer war es moeglich. Den Rest besorgten dann netterweise die Guesthousemitarbeiter.

Wunderbar, die umliegenden Tempel in der Steinlandschaft zu erkunden, die aussieht, als haette ein Riese Mikado gespielt.

Es soll sogar Kletterverrueckte geben, die sich in die abenteuerlich geschichteten Steingebilde wagen. Ein Erdbeben moechte ich hier nicht erleben!

Einmal durfte ich sogar einer Hochzeitszeremonie beiwohnen, leider nicht der Feier. Es ist nicht ungewöhnlich, daß Reisende von Indern dazu eingeladen werden.

Von Hampi nach Goa soll es einen Direktzug geben, also nahm ich um 5 Uhr früh ein Taxi, um zum Bahnhof zu kommen. Der Zug fiel aus und so begann eine zähe, um fünf Stunden verlängerte Odyssee mit Taxi, Bus und Zug statt gemütlich im Zug durchzufahren.

Also musste ich zur Erholung an den naechstmoeglichen Strand. Die Wahl in Bernaulim  ist gar nicht schlecht, da es in „Partyorten“  wie Baga und Vagator nur von Busladungen glotzender, betrunkener Inder sowie westlichen Pauschaltouristen-Gruppen wimmelt. Hier in den Strandbars lockt fast taeglich Live-Musik, bei der ordentlich abgtanzt wird, kulturuebergreifend sozusagen. Wenn der Inder mal losgelassen wird, kann er sich richtig gut bewegen und ich hatte Riesenspass.

Taeglich werden hier in Goa Carneval Partys angekuendigt mit Bands, Akrobaten und Ministern als Special Guests, ha ha, diese sind wegen extremer Korruption nicht gerade beliebt in Indien. Warscheinlich kann sich der Normal-Inder das auch nicht leisten. Frauen ohne maennliche Begleitung zahlen keinen Eintritt, das sind natuerlich nur Auslaenderinnen, die nicht wissen, dass die Gefahr gross ist, von Angetrunkenen belaestigt zu werden. Das soll auch bei den Umzuegen passieren.

Salsa Tanzen sogar im Minirock, eine Seltenheit in Indien

Ich wurde nicht belästigt, sondern amüsierte mich beim Zuschauen der farbenfrohen Umzüge. Lustig und kreativ verkleidete Inder begleiten die Umzüge oder tanzen auf den Wägen.

Wie in der ganzen Welt üblich, gibt es auch hier kritische Aktionen wie die Weltkugel als Müllhalde. Ironischweise ist es in Indien normal, daß Müll einfach fallengelassen wird.

In Arambol im Norden Goas sollen sich im Winter Musiker aus aller Welt treffen, also nichts wie hin! Zum Sonnenuntergang wird am Strand getrommelt und getanzt.

Abends spielten ein paar Bands Rockcoversongs, die internationale Musikszene konnte ich leider nirgendwo entdecken.

der nette Stand ist duch die Souvenirmeile zu erreichen

Macht nichts, der Strand ist angenehm entspannend, kein Vergleich zum Touristenstrand Anjunas, der ersten Hippieenklave Goas.. Wer mag, kann sich hier Taschen und T-Shirts mit individuellen Motiven besticken lassen .

 

Wenn frau sich unsicher ist, ob sie eine Reise nach Indien wagen soll, wird sie bei www.zwei-welten-reisen.de von frau zu frau gut beraten und kann sich individuell die Reise zusammenstellen lassen.

 

Indische Heilung in Kerala, Edith´s Abenteuer & Tempel in Tamil Nadu

Von Kovalam, Kerala nach Madurai und Trichy in Tamil Nadu.

Schnee, Eis und Regen verjagen mich regelmäßig im Winter in wärmere Gefilde. Nachdem ich ein dreiviertel Jahr an meinem Tennisarm laboriert hatte und mein Arzt mit Operation drohte, da sämtliche teuren Therapien nichts halfen, beschloß ich stattdessen, Edith aus Aachen in ihrem Haus in Kerala, Indien  zu besuchen.

mein Gästehäuschen
mein Gästehäuschen

Im Paralleluniversum Indien bei angenehmen 28 Grad empfahl sie mir einen Ayurveda Arzt, der mich eine Woche mit ayurvedischer Medizin versorgte und durchmassierte. War es die Wärme oder Ayurveda, wundersamerweise waren die Schmerzen fast wie weggeblasen! Mein Arzt empfahl mir, hierzubleiben. Das macht Edith immer mehrere Monate im Jahr und sie ist nicht die einzige.

der Weg von Edith´s zum Strand
der Weg von Edith´s zum Strand

Der Strand, gesäumt von Restaurants und Souvenir-Shops, wird leider auch von respektlos-anzogenen Touristen bevölkert, für jeden Ästheten ein Horror. Aus zu kurzen Hosen oder Röcken quillt das Fett heraus. Dagegen sind die Inder immer tiptop und meistens ihrer Tradition entsprechend gekleidet.

Da hilft nur, sich in die Wellen zu stürzen oder zu surfen!

Strand von Kovalam
Strand von Kovalam

Meine Gastgeberin ist hier bekannt wie ein bunter Hund und es vergeht kaum ein Tag ohne Besuch von Dorfbewohnern. Wunderbar, Indien mal von der anderen Seite kennenzulernen! Inderinnen sind selbstverständlich nicht dabei, sie haben das Haus zu hüten.

Edith´s Gäste
Edith´s Gäste

Am tollsten sind aber Edith‘ s nicht endenwollende Stories aus ihrem bewegten Leben, kaum etwas, das sie noch nicht ausprobiert hat.

1968 wurde sie, damals noch Edith Baumann, von einem Segelyachtkonstuckteur für die Einhand-Atlantikregatta von Plymouth nach Newport engagiert. Er erhoffte sich davon Publicity, da sie die einzige und erste Frau wäre.  In der Bretagne lernte sie ein Jahr lang Segeln und Navigieren.

Beim Singlehanded Tranatlantic-Race geriet sie wie viele andere Segler vor den Azoren  in einen Hurrican. 11 von 37 Booten kamen in Newport an,  sie musste das Boot im Atlantik lassen und wurde von 400 Franzosen eines Flugzeugträgers gerettet. Nur mit ihrer Handtasche bewaffnet wurde sie von französischen Zoll aufgehalten. Diese wunderten sich über die Kondome, ihre Antwort: „sailors have a girl in every port, i have a boy in every port“.

Als erste Frau bei dieser Regatta machte sie weltweit Aufsehen. Das Buch über dieses Abenteuer „Seule 25 jours contre l ‚ Antlantique“ bei Flammarion gibt‘ s  auf Italienisch und Französisch. Sie engagierte eine PR-Agenur und verdiente genug, um die ganze Welt zu bereisen.

Edith 1968
Edith 1968

Trotz ihrer aufregenden Abenteuer-Geschichten wollte ich Madurai, einen Pilgerort in der Nachbarprovinz Tamil Nadu erkunden, obwohl angeblich jetzt die Partysaison in Kovalam beginnen soll. Da das letzte Restaurant hier bereits auch mit Bestechung um 24 Uhr schloß, geht‘ s dann manchmal bei Edith´ s weiter.

Blick von der Hoteldachterasse
Blick von der Hoteldachterasse

In meinem Hotel in Madurai, Tamil Nadu, stellte sich die Dachterrasse als Geheimtip in Travellerkreisen heraus, es war schattig, den Stuhl nahm man sich aus dem Zimmer mit, und so war man dem Verkehr mit Radlern, Kühen, hupenden Autos, Bussen und Motorrädern in den engen Strassen entkommen.

Verkehr in Madurai
Verkehr in Madurai

Stattdessen hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Tempel.

Einen ruhigen Platz in Indien zu finden ist Gold wert. Vielleicht haben die Inder deshalb eine so geringe Toleranzgrenze und werden schnell agressiv, weil sie den Lärm gar nicht wahrnehmen, die Auswirkungen aber sehr wohl da sind?

kulinarische Spezialitäten am Wegesrand
kulinarische Spezialitäten am Wegesrand

In Trichy, berühmt für den grössten Tempel in Südindien, fand ich zwar ein guenstiges, sauberes Zimmer, der Busbahnhof in der Nähe sorgte für genügend Geräuschpegel, um nicht zu sehr zu entspannen.

Trichy Tempelanlage
Trichy Tempelanlage

Im Einheimischen Restaurant nebenan wurde man mit Trillerpfeife berüsst, ich aß hervorragend, aber die Busse und Gäste sorgten dafür, dass ich mich dort nicht lange aufhalten wollte.

Mit dem Bus ließ sich die weitläufige Tempelanlage von Trichy gut erreichen. Den Eingang säumten unzählige Souvernirshops. Hier gibt es wie in fast allen Tempeln Trinkwasser und ab jetzt fülle ich meine Flasche immer auf, Plastik liegt hier bereits genügend herum. Ausländische Touristen waren rar, so wurde ich immer wieder freundlich angesprochen und gebeten, Fotos zu machen.

Indien 2011 133Auf der Strasse locken mir unbekannte Köstlichkeiten, die es zuprobieren gilt, hier die heiße süß-gewürzte Bombay-Milch.

Bombay Milk
Bombay Milk

Das Rock Fort soll auf einem der ältesten Felsen der Welt stehen, von dem ich die herrliche Aussicht genoß, als ich von netten jungen Tamilen umringt wurde, die unbedingt mit mir fotografiert werden wollten. Einer schaffte es tatsächlich, ein Foto zu schiessen.

Am Abend wurde ich von einem Inder auf Französisch angesprochen, er lud mich ein, ihn und seine Studenten doch am nächsten Morgen zu besuchen.

Die Hotelangestellten mussten sich nachts nebenan so laut unterhalten, dass ich am nächsten Morgen verschlief. Diese verstanden gar nicht, was ich wollte, als ich sie bat, etwas leiser zu sein, sondern fragten: “ do you need a new sheet or do you have insects?“

 

Wenn frau sich unsicher ist, ob sie eine Reise nach Indien wagen soll, wird sie bei www.zwei-welten-reisen.de von frau zu frau gut beraten und kann sich individuell die Reise zusammenstellen lassen.

 

Die Plastik-Bewußtlosigkeit

In Indien ist es üblich, seinen Müll, wo man geht und steht, einfach fallen zu lassen.

beim Strand von Kovalam, Kerala, Indien
beim Strand von Kovalam, Kerala, Indien

Früher aß man seinen Straßensnack aus dem Bananenblatt und ließ es fallen, die Kuh fraß es. Jetzt besteht es aus Plastik, die „heilige“ Kuh frißt es und sieht dementsprechend aus. Mit lustigen Mülleimern versucht die Regierung, seine Bürger zum Hinein-werfen zu ermuntern.

Indien 2011 161Es gibt sogar einige Indische Städte, in denen das Tragen von Plastiktüten bei Strafe verboten ist, in Dehli das Handeln damit.

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Im Ort Mamalapuram in Ostindien zahlt man in Lebensmittelmärkten für Plastiktüten, bei den kleinen Obst- und Gemüsehändler sind sie nur noch aus Stoff.

In Süd-Bali schwimmt man zwischen Plastiktüten, Fische essen die Kleinteile, ganze Inseln bilden sich im Ozean, aber immerhin lösen sie sich schon in ca 500 Jahren auf.

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Strand von Kuta, Bali

In seinem Film Plastik Planet thematisierte Regisseur Werner Boote den Plastik Wahn und fand bei seiner weltweiten Recherche heraus, wie belasted das Meer und der menschliche Körper bereits sind. Im Ozean schwimmen mehr Plastikteilchen als Plankton!

Auf der EIBTM in Barcelona, eine Messe für Event- und Incentive Planer, stellen sich die Länder und Hotels, die es sich leisten können, vor. Da wird selbstverständlich nicht gespart, um seine Destination adäquat vorzustellen.

Der beste Champagner, Billcart-Salmon wird in Plastikbechern kredenzt! In der Hosted Buyer Lounge für eingeladene Messegäste „speist“ man aus Plastikgeschirr. Green Meetings werden groß beworben und Nachhaltigkeitspreise vergeben. Die Realität sieht anders aus.

Ein Trost: der Skandinavische Stand lud zum Eiscocktail in gefrorenem  Eis, das sich auf Glastischen selbständig machte und so die Standparty richtig in Gang brachte.

Eisige Cocktails
Eisige Cocktails

In Ruanda und Tanzania ist Plastik völlig verboten, China setzt auf erhebliche Reduzierung. Warum sind der Recyclingmeister Deutschland samt Europa unfähig, mitzuziehen?

Müllplanet auf dem Carnval in Goa
Müllplanet auf dem Carnval in Goa

Wer keine Lust auf Plastik im Körper hat, kann sich jetzt an den Bundes- oder Landtagsabgeordneten seines Vertrauens oder gleich an das EU-Parlament wenden. In 500 Jahren ist es zu spät.

DIE Gelegenheit, statt guter Vorsätze aus der Bewußt-losigkeit zu erwachen, um mal selber aktiv zu werden!

www.bayern.landtag.de

www.bundestag.de     

auch hier kann man sich engagieren : www.surfriderfoundation.de

 

Geier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in Rishikesh, Indien

Geier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in Rishikesh

Orcha, im 16. bis 17. Jahrhundert von den Bundela beherrscht, ist nur ein paar Stunden von Khajuraho entfernt. Der Palast Jehangir Mahal, von Raja Bir Singh am Fluß Betwa erbaut, bietet von seinen Türmen eine phantastische Rundumsicht über die Landschaft, Schreine und Tempel.

Beim Pflichtprogramms Palast, Ruinen und umliegende Tempel faszinieren mich die elegant kreisenden Geier am meisten. Hier handelt es sich um Vögel, nicht wie in Khajuraho um Shopverkäufer und Rikschafahrer. Die Hitze zieht mich zum Fluß mit seinen Pools und Felsenbuchten, ob er zum Baden einläd?. Das Wasser sieht nicht ganz klar aus, Müll kann ich nicht sehen. Da winken mir Kinder zu, ich soll zu ihnen in den Fluß springen. Es ist heiß, das laß ich mir nicht zweimal sagen und bin Sekunden später samt Kleid im kühlen Naß. Wir plantschen herum, die Inder schwimmen nicht, sondern paddeln eher wie Hunde. Sie laden mich ein, mit ihnen zu kommen. Ihr „Haus“ besteht aus allem, was man so am Ufer finden kann, hauptsächlich aus Schilf, das Dach mit Plastik als Regenschutz. Angenehm kühl ist es. Die Mädchen stylen meine Haare, ein Bindi wird auf die Stirn geklebt und ein Sari fachfraulich umgewickelt. Fertig zum Fotoshooting!

Am nächsten Tag findet eine Beerdigung statt, das bedeuted, die Tote wird unter Gesänge zum Fluß getragen; verbrannt und darin zur letzten Ruhe im Fluß „gebettet“.

Wegen der Hitze beschließe ich, meine restlichen Indien-Tage im Norden, in Rishikesh zu verbringen. In den 60ern wurde es berühmt wegen der Beatles, die ein Transcendental Meditation (TM) Training im Ashram von Maharishi Mahesh Yogi absolvierten. Jetzt hat es sich zu DEM spirituellen Yoga-Kommerzzentrum Indiens gewandelt mit allem, was dazu gehört. Ashrams jeglicher Couleur haben sich angesiedelt, Guesthäuser, die unvermeidlichen Souvenirshops und ein paar Tempel, aus denen allabendlich Trommeln und Gesänge ertönen. Der Ganges ist hier tiefgrün und sichtbar schwimmen hier statt Müll und Leichen wie in Varanasi nur Einheimische beim heiligen Bade, Raftingboote und herausgefallene Touristen herum.

Vor einem Ashram erlebe ich eine „Puja“ Zeremonie, die in hinduistischen Religionen zur täglichen Praxis gehört. Die Rituale dienen der Konzentration des Geistes, der Öffnung des Herzens und der Einheit mit der göttlichen Kraft.

Hauptsächlich junge Männer haben sich in Orange versammelt, um zu singen, von Trommeln begleitet. Der bärtige Guru wird unter Applaus begrüßt und fängt ebenfalls an zu singen. Viele Zuschauer, Ausländer wie Inder, stimmen ein. Feuer in einem Halter in Kobra-Form wird herumgereicht.

Mit geweihtem Wasser, Feuer und Schmuckgegenständen wird die göttliche Kraft in Demut gewaschen, geehrt und geschmückt. Opfergaben wie Blumen, Reis, Milch (bzw. Reismilch) und geheiligte Speisen (Prasad) gehören als Zeichen der Dankbarkeit und Ehrerbietung zu jeder Puja. Sie werden der Gottheit während des Rituals dargebracht.

Nachdem ich in Orcha die Rache der Indischen Götter überlebt habe, bin ich heilfroh im wahrsten Sinne des Wortes, daß die „German Bakery“ mit echtem Kaffee, hervorragendem Kuchen und leckerem, sauberen Essen ohne altem Öl und dem allgegenwärtigen Zucker aufwarten, endlich! Auf meine Frage an die Inder, warum sie überall Zucker hineintun müssen, antwortet einer, Zucker bringe Energie. Der Witz des Jahres! Im Relaxen und Chillen sind die Inder große Klasse, Energie ist nur in Ausnahmefällen zu beobachten.

Ausgerechnet an meinem Abreisetag unterrrichtet der 105!jährige Swami Yogananda Maharaj Ji Yoga, was ich leider verpassen werde! Der einzige Trost ist das Buch von Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, das einfach glücklich macht!

Geier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der Hundertfünfjährige Swami Yogananda in Rishikesh

Dehli Stress & Khajuraho Traufe

Von den Andamanen in Chennai gelandet, gibt es keine Möglickeit, nach Khajuraho, berühmt für seine erotischen Tempelskulpturen, zu fliegen. Also bin ich gezwungen, den Umweg über Dehli zu machen. Die hochmodere Metro dort bringt mich vom Flughafen perfekt zum Hauptbahnhof. Draußen empfängt mich der Dehli-Horror. Menschenmassen bevölkern die Züge und Gleise wie im Krieg, deren Energie und die dazugehörige Geräuschkulisse legen sich schwer über den Körper, während Schlepper und Rickshaw-Fahrer mir den Weg versperren und sich von allen Seiten auf mich stürzen. Natürlich existiert das Touristenbüro nicht mehr, beziehungsweise wird gerade umgebaut, daher muß der Ausländer den TukTuk Fahrer nehmen, um zu einem Reisebüro zu fahren, das ihm Komission zahlt. Kein Wunder, daß die Inder ständig beten müssen bei soviel Lügengeschichten! Nach einer gefühlten Ewigkeit finde ich auf verschlungenen Wegen den Fahrkartenschalter für Touristen, der in seiner Ruhe ohne Gedrängel samt verschlissenen Sofas wie eine VIP-Lounge auf mich wirkt. Und natürlich gibt’s einen Nachtzug morgen, gottseidank!

Ein Deutscher läuft mir über den Weg und nimmt mich zu seinem Guesthaus mit, das nur über rudimentäre Ausstattung verfügt, aber ich kann nicht einen Schritt weiter. Dafür ist das Dachterrassen-Restaurant passabel und WiFi funktioniert. Die Israelis sind natürlich auch schon da, um den ganzen Tag in ihren Zimmern Party zu feiern. Dafür kann ich mir eine schönere Location vorstellen.

Am nächsten Tag, ein Sonntag, hab ich gefühlt fast alle 20 Millionen Einwohner getroffen. Am Roten Fort herrscht mir zu viel Gedrängel, die größte Moschee Indiens Jama Masjid kann ebenfalls nicht unter Besuchermangel klagen. Angestarrt, angesprochen- und verfolgt werden geshört zur Tagesordnung des Ausländers. Was tun? Den MP3-Player auf volle Lautstärke drehen! In der Metro gibt es gottseidank angenehme Frauenabteile. Einmal werde ich im Megagedrängel in ein reines Männerabteil gequetscht. Die Männer grinsen dreckig, mir ist mulmig, da entdecke ich Platz neben der Tür und drängel mich durch. Triumphierend drehe ich mich um, schon hat sich das Grinsen in ein Respektvolles verwandelt.

In Khajuraho angekommen, werden Nana, eine Koreanerin und ich fast von Rikshaw-Fahrern vor Angeboten erwürgt. Die Saison scheint vorbei, daher müssen die Rest-Touristen dran glauben, wenn es um Zimmer-Angebote oder Shop-Verkauf geht. Es vergeht keine Sekunde ohne angesprochen zu werden. Phantasie fehlt leider völlig, mit immer den gleichen Sprüchen und Fragen werden wir ununterbrochen belästigt. Ich sollte pro Frage 10 Rupies verlangen, damit könnte ich gut meine Reisekasse aufbessern!

85 außergewöhnliche Tempel bauten die Chandela Rajputen von 950 bis 1050 innerhalb von 100 Jahren bei Khajuraho. Nur 22 blieben als Weltkulturerbe übrig. Die Tempel mit ihren erotischen Skulpturen des Kamasutra unter anderem Shiva und Ganesh gewidmet, sind phantastisch inspirierend. Interessant, daß die Inder ausgerechnet die Erfinder waren und jetzt nicht mal Pärchen in der Öffentlichkeit Händchen halten, außer Männer untereinander. Während auf dem Lande Saris, Salvars (Tunika) und Longis (der Männer Sarong) und immer mehr Jeans vorherrschen, bildet sich in wenigen großen Städten ein Paralleluniversum, in dem Inderinnen in knappen Kleidern und Hot Pants ihre Kurven zeigen, besonders in Mumbais Clubs.

Immer top gestylt mit Blumenkränzen im Haar, farblich abgestimmten Saris und Salwars sehen die jungen Inderinnen wie wunderschöne, graziöse Prinzessinnen aus. Die Männer laufen in frischgestärkten Hemden oder T-Shirts herum, die Obst- und Gemüsehändler dekorieren ihre Ware farblich abgestimmt als Pyramide. Bei so viel Sinn für Schönheit kann ich schwer verstehen, warum sie offensichtlich der Abfall und Dreck überall nicht stört. Weil sie ihn selber fallenlassen? Die Regierung lanciert Kampagnen für weniger Plastik, Tüten gibt es fast nur noch aus Stoff, die im Supermarkt bezahlt werden müssen. Trotzdem bleibt genug Müll übrig, um von den unterernährten, ungesunden Kühen verzehrt zu werden. Jeden Tag kann ich beobachten, wie die Kühe hauptsächlich Plastik aus den Mülleimern ziehen. Kein schöner Anblick!

Straßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, Antiplastikkampagnen

Straßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, Antiplastikkampagnen

Die Andamanen-Inseln, das Paradies in Indien?

Das Paradies in Indien?

Trauminseln sollen sie sein, die Andamanen! Das muß ich genauer untersuchen! Der Flug von Chennai geht lange über blaues Wasser, bis die erste Insel auftaucht, „das Paradies“ geht mir spontan durch den Kopf. Schön wär´s! Die Andamanen haben eine brutale, eher un-paradiesische Vergangenheit. Ursprünglich wurden sie von ca. sieben unterschiedlichen Stämmem, zum Teil mit Negroidem oder Mongoloiden Einschlag bevölkert. Immer wieder landeten Seefahrer hier, brachten zum Teil unbekannte Geräte, aber auch tödliche Krankheiten mit. Tamilen, Burmesen, Karen, und Malaysier siedelten sich an.

Die Dänen hatten die Inseln annektiert, bis sie bis 1783 Österreichische Kolonie wurden. Die Briten besetzten sie 1845, trieben Handel mit den einen und bekriegten sich mit den anderen. 1858 errichteten sie auf Ross Island gegenüber dem Hafen von Port Blair, der jetzigen Hauptstadt, ihren Regierungssitz inklusive Swimmingpool, drei Clubs zum Amüsieren, Kinderspielplatz und sogar einen Friedhof, natürlich nur für Briten. Der Dschungel wurde von Gefangenen gerodet, die Gebäude unter schwersten Bedingungen hochgezogen.

Heutzutage überwuchert der Dschungel unheimlich die verfallenen, ehemals prachtvollen Gebäude, belebt von Rehen und Hirschen, besucht von staunenden Touristen. Abfall wie sonst in ganz Indien fallen zu lassen, ist unter Strafe verboten. Wenn das doch überall der Fall wäre!

In der Hauptstadt Port Blair errichteten die Engländer ein Gefängnis, das heute ein Indisches Museum ist. In den Gefangenen-Lagern der Andamanen wurden sowohl englische Verbrecher wie auch Indische Widerstandkämpfer zur Strafe eingeliefert. Viele starben unter den horrenden Bedingungen. Während des 2. Weltkriegs landeten die Japaner hier und brachten alle noch Anwesenden um.

Der verschwindend kleine Teil der Ureinwohner sind in winzige Reservate gedrängt worden. Dort und auf einigen Inseln im Norden sowie auf den Nicobaren südlich der Andamanen haben Touristen daher keinen Zutritt.

Sind alle Inseln unter Indischer Verwaltung? Nein, die Bewohner einer einzigen Insel schaffen es bis heute, fast jeglichen Kontakt mit der Außenwelt zu verhindern. Es handelt sich um Sentinel, von mir beim Anflug als „Paradies“ getauft. Ein Foto von ihnen fand ich im Anthroposofischen Museum. Als die Indische Regierung versuchte, nach dem Tsunami 2004 mit Hubschraubern Lebensmittel abzuwerfen, quittierten die Einwohner dies mit Pfeil und Bogen-Beschuß.

Havelock, die am meisten frequentierte Insel, entpuppt sich als nett, aber für Indische Verhältnisse lächerlich teuer. Also kann ich nicht schnell genug das nächste Boot nach Neal Island bekommen. Dort angekommen geht es mir wie vielen, ich fühle mich gleich zu Hause. Alle Verspannungen lösen sich in Wohlgefallen auf. Ich miete mir eine Bambushütte und erkunde die Insel wie alle anderen mit dem Rad. Nur ein paar Motorräder und Minibusse mit Indischen Touristen sind hier unterwegs, sogar gehupt wird weniger.

Die Suche nach Stränden zum Schwimmen und Schnorcheln gestaltet sich tagelang als ein Spießrutenlauf, da Ebbe herrscht. Erst nach 6 Tagen kommt die Flut tagsüber, endlich! Laut Lonely Planet soll Schnorcheln und Tauchen Weltklasse haben, was sich ohne Überraschung als Witz herausstellt. Es gibt kein Internet und Mobiltelephone funktionieren nicht, so gibt es „nur“ gechillte, ausgesprochen symphatische neue Bekanntschaften. Holy naht, bei dem wir uns mit den einheimischen Kindern eine Farbschlacht liefern, die sich gewaschen hat. Abwaschen danach dauert 3 Tage!

Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?

Felsentempel & französiches Flair in Mamallapuram & Pondycherry, Indien

Mamallapuram, in zwei Stunden von Chennai, ehemals Madras, mit dem Bus zu erreichen, ist meine nächste Destination. Im Dorf hört man die Steinmetze ihre Skulpturen bearbeiten. Jeden Tag schlendere ich durch das trotz Tourismus relativ normale Dorfleben. Das Highlight sind die in Stein gehauenenTempel in einem riesigen Steinpark. Von oben wirken sie wie Wale, die sich ins Grüne verirrt haben.

Staunend bewundere ich die Steinmetzkunst in den Felsentempeln, als eine Gruppe Inder mich kichernd umschwärmt, sie wollen unbedingt ein Foto mit mir. Ein Inder bringt leider nur unscharfe Bilder zustande. Da schaltet sich die Fruchtverkäuferin ein, setzt ihren Korb ab und übernimmt meine Kamera. Sie erzählt mir, ihr Mann sei Fotograf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen..

Beim Eintauchen des Pain au Chocolat in Capuccino weiter südlich in der französischen Enklave Pondycherry erhole ich mich vom anstrengenden, lauten Indien. Renovierte, liebevoll dekorierte Traumvillen gilt es zu besichtigen, nur unterbrochen von Cafébesuchen in Blumen umrankten, bemalten Innenhöfen. Durchatmen pur!

Abends bummelt ganz Pondycherry an der von einer Brise umwehten Promenade entlang. Eine Bühne wird aufgebaut, auf der etwas später ein Integrations-Tanzfestival der Indischen Provinzen beginnt. Von den Stühlen aus wird einem fast das Trommelfell weggeblasen, während die Scheinwerferstrahlen in den Zuschauerraum mich blind für die Perfomence machen. So stell ich mich vorne an die Seite. In den Kostümen der verschiedenen indischen Provinzen werden traditionelle und moderneTänze aufgeführt.

Plötzlich sind eine Gruppe Zuschauer nicht mehr zu halten, spingen auf und tanzen mit. Ich komme näher, um sie zu fotografieren, da winken mir die schönsten Tänzerinnen zu, ich soll dazukommen, mittanzen. Das laß ich mir natürlich nicht zweimal sagen! Kaum sind die Perfomances beendet, wird die Bühne von Zuschauern und Tänzern gestürmt und abgetanzt, daß kein Auge trocken bleibt!

Mamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, Pondycherry

Mamallapuram, Pondycherry

wer nach Mamallapuram kommt und einem Waisenhaus helfen möchte, kann sich an   Rev.C.Bila.    Mobile; 9443 295 278  oder
elkanahorphanage@gmail.com wenden.

Von Rajastan zum Taj Mahal, dem friedlichsten Ort Indiens

Von Jodpur,  Jaisalmer, Bikaner, Jaipur zum Taj Mahal

das Fort von Jodhpur
das Fort von Jodhpur

Jodhpur in Rajastan, die blaue Stadt genannt wegen ihrer blau-bemalten Häuser lohnt nur wegen seines imposanten Meherangarh Forts, von Kipling als das Werk von Engeln und Riesen beschrieben.

sogar die Zimmer sind blau
sogar die Zimmer sind blau

Jaisalmer am Rand der Wüste Thar lockt mit seinem sandgelben Fort, in dem man in einer Haveli genannten traditionellen Herberge in bemalten Zimmern bildschön nächtigen kann.

Jaisalmer ZimmerIm Fort mit seinen Giebeln, Skulpturen und traumhaften Jain-Tempeln, verziert mit Apsara-Tänzerinnen, kann man sich herrlich in den engen Gassen verirren.WüsteBeim Guide Babu buche ich eine 2tägige Wüsten-Kamelsafari. Rachel und Martina kommen als Tagesausflüglerinnen mit, Babu versichert mir, das noch andere Touristen später hinzukommen werden, die auch unter freiem Wüstenhimmel übernachten wollen.

Auf Kamelen schaukeln wir durch die bildschöne, menschenleere Landschaft. Sie erinnert mit ihren weiblichen Rundungen an den Film „ Der Englische Patient“. Eigentlich müsste ich das Schwanken vom Segeln ja gewöhnt sein, trotzdem traue ich mich nicht, loszulassen, um Fotos zu machen.wüstenbierDie Sonne geht langsam unter, während wir Bier trinken und das leckere Abendmahl geniessen, frage ich Babu, wo denn die anderen bleiben, ich möchte nicht allein mit Kameltreibern in der Wüste übernachten. Er behauptet steif und fest, die kommen noch, was sich natürlich als dicke Lüge herausstellt.

Schade, dieses Erlebnis, die Schlepper, das ständige Angesprochen-werden und andere anstrengende indische Besonderheiten wie der Lärm, Hupende Züge und Busse Tag und Nacht ermüden mich.

IMG_2219JaisalmerBeim Fotografieren von freundlichen Turban-Trägern lerne ich Nikita, ein zwölfjähriges Mädchen und ihren Bruder kennen, die mich gleich in ihr Haus einladen. Von Mutter, Cousine und Oma werde ich zu Tee und Snacks eingeladen und reich beschenkt mit einem Salwar (einer Tunika) sowie einer blauen (meine Lieblingsfarbe!) Kette mit passenden Ohrringen und einem Ring von Oma.

Nikita mit ihrer Familie
Nikita mit ihrer Familie

Wunderbar, daß sie mir nichts verkaufen wollen, sondern einfach nur herzlich und gastfreundlich sind! Ich habe gar nichts zum Verschenken dabei und mache daher ein paar Fotos, die ich natürlich am nächsten Tag vorbeibringe und Nikita die gewünschten Sneakers kaufe. Für die Fahrt nach Bikaner bekomme ich einem Karton voller Süßigkeiten.

Die Frage, wohin damit erübrigt sich, als mich im Zug eine Gruppe indischer Geschäftsleute anspricht, denen ich die Süßigkeiten anbiete und aus Höflichkeit können sie nicht ablehnen.

Bikaner
Bikaner

Bikaner ist für seinen Tempel der heiligen Ratten berühmt, der Ort ist so unangenehm wie seine heiligen Tiere.

die heiligen Ratten von Bikaner
die heiligen Ratten von Bikaner

Jaipur stellt sich als verkehrsreiche größere Stadt heraus, die ich nach der hervorragenden Sightseeing Tour des Touristenoffices, möglichst bald wieder verlassen möchte, natürlich nicht ohne den Palast der Winde angeschaut zu haben.

Palast der Winde
Palast der Winde
auch bei Jaipur gibt es eine große Mauer
auch bei Jaipur gibt es eine große Mauer
Straßenszene in Jaipur
Straßenszene in Jaipur

Der Taj Mahal, das Denkmal der unendlichen Liebe von Shah Jahan für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal (Erwählte des Palastes) steht noch auf meiner Wunschliste. Um 6 Uhr morgens am Eingangstor, nur mit Wasser und Kamera bewaffnet, mehr ist nicht erlaubt, betreten einige Gäste und ich den weitläufigen Garten.

IMG_2392Der Ausdruck höchster Mogul-Baukunst strahlt einen ruhigen Zauber aus, dem man sich kaum entziehen kann. Das können selbst die Touristenmassen nicht verhindern. Viele Gruppen laufen schnurstracks zum Taj, fotografieren ihn ab und verschwinden.

der umweltfreundliche Rasenmäher
der umweltfreundliche Rasenmäher

Ich ziehe mich rechts und links in die Gärten zurück und genieße es, wie das sich verändernde Sonnenlicht den Marmor in rosa, gelb, grau, beige und weiß erstrahlen lässt. Das Farbenspiel soll die Gegenwart Allahs symbolisieren. Für mich der friedlichste Ort in ganz Indien!

Alles Heilig? Elefanten, Kühe & Farbige Feste

Von Rajastan habe ich einige unangenehme Dinge gehört, die allein reisenden Frauen passiert sind. Vom Kaufen eines Pfeffersprays, immer am Handy telefonieren, sich einer Gruppe anschliessen bis zum Stock mit sich führen oder gleich aufgeben gingen die Ratschläge…

Udaipur
Udaipur

Gottseidank ist Udaipur sehr schön entspannt und die Menschen symphatisch. Ich bekam ein wunderschönes, bemaltes Zimmer, nachts leuchtete die Decke wie ein Sternenhimmel! Glücksbringende Elefanten sind überall präsent, genauso wie die zahlreichen Paläste, die zum Teil als Hotels umgebaut sind.

Pushkar´s ghat
Pushkar´s ghat

Mein nächstes Ziel, Pushkar ist ein kleiner Pilgerort, an einem heiligen See von Bergen umgeben.

Waschungen am heiligen Ghat
Waschungen am heiligen Ghat
die Kunst des Turbanbindens
die Kunst des Turbanbindens

Die Rinder sind hier heilig wie jeder weiss, die Kufladen auch? Es ist eine Kunst, in engen Gassen hupenden Motorradfahrern, die einem fast den Fuß plattmachen, Fußgängern und ekelhaft ungesunden Kühen, die sich hauptsächlich von Müll bzw. Plastik ernähren, auszuweichen und nicht in ihre Hinterlassenschaften zu treten.

IMG_2177In Pushkar sind die Gassen nur zirka 3 Meter breit und ich bin prompt in einen frischen Kufladen getreten. Die Gasse wird von Fruitshakern, Internetspots und Souvenirläden gesäumt und besteht aus Stein, so blieb mir nichts anderes übrig, an der Seite neben einem Internetspot meine Sandalen abzuwischen. Im Hotel bekamen diese eine heiße Dusche und als ich wieder an dem Internetspot vorbeikam, begrüßte mich der Junge davor freundlich, der Kuhdreck war gesäubert!

Holy
alles rosa beim Holy

Um´s Feuer tanzende Inder kündigten das morgige „Holy“ Fest an. Also zog ich am nächsten Tag mein ältestes T-Shirt an und los gings! In den Gassen waren bereits alle rosa, und es dauerte nicht lange, da begann ein eingefärbter Inder vor mir zu tanzen. Plötzlich rauschte eine Farbdusche von hinten über mich herab, während gleichzeitig jemand mit den Händen Farbe über mein Gesicht rieb. Die Augen brannten, einige Ausländer halfen mir mit Tüchern, diese abzutupfen.

holy2Der Marktplatz war voll von Menschen, die zu House tanzten, sich die T-Shirts vom Leib rissen und mit rosa Farbe bespritzten. Ähnliches soll letztes Jahr auch mit Ausländerinnen passiert sein, deshalb war Polizei im Einsatz. In anderen Orten wird dazu noch ordentlich gebechert, hier ist nur der Bhanglassi [heiliges Cannabis-Yoghurt] erlaubt. Ein Riesenspass! Die Farbe rauszuwaschen gestaltet sich als schwierig, meine Kamera ist jetzt rosa und heilig, ihr ist aber nichts ernsthaftes passiert.

am Tag danach gibt´s sogar rosa Kühe
am Tag danach gibt´s sogar rosa Kühe

 

Indische Besonderheiten und Festivitäten

Vom Ayurveda-Kurs in Kannur, Kerala über Udipi, Gokarna nach Goa

Eine Frau ohne männliche Begleitung ist den Indern suspekt, aber Frauen, die Alkohol trinken…Egal, zur Happy Hour am Meer in Kannur hatten Anja aus Berlin und ich uns Bier eingebildet. Ein Motor-Rikscha-Fahrer [die Radl-Rikschas sind alle nach Deutschland ausgewandert?] zeigte auf’s Hotel Savoy, das auch schon bessere Tage gesehen haben muss, milde ausgedrückt!

savoyKurz gesagt, alleine würde ich nie so eine Spelunke aufsuchen. An glotzenden Männern vorbei begaben wir uns schnurstraks zur Bar, ließen uns das Bier einpacken und waren ebenso schnell die Umgebung total ignorierend wieder draußen. Am liebsten hätte ich das Alkoholangebot eingehend inspiziert und die Blicke der Männer fotografiert, aber dann wären wir wohl gelyncht worden!

kannur strandZur Erholung haben wir heute einen einsamen Strandabschnittt aufgesucht und es tatsaechlich geschafft, unbelästigt zu baden, herrlich! Es ist etwa 33 Grad, da tut eine Erfrischung gut. Gerne würde ich auch mal den Sternenhimmel am Meer geniessen, aber die besten Plätze sind schon von händchenhaltenden Männern besetzt, natürlich nur Freunde! Wenn wir Frauen es wagen würden, die Sterne zu betrachten, gäbe es garantiert genug Männer, die mit uns Händchen halten wollten.

TheyyamMein Ayurveda-Diplom habe ich natürlich trotz Examen bekommen, obwohl ich am Abend zuvor noch auf einem Theyyam war, dem Tempel/Geister-Ritual.

Rajesh, unser Ayurveda Arzt lud drei unserer Schüler zum Rotary-Club Meeting ein, damit wir etwas über unsere Länder erzählen. Brennent interessierten sich die Inder für das Münchner Oktoberfest, beim Buffet wurde ich von Männern und Frauen, die mehr über Deutschland und das Leben dort wissen wollten, umringt. Einer sprach fließend deutsch, obwohl er vor 40 Jahren mal in Deutschland war. Alkohol wird offiziell selten in Indien getrunken, die Flasche Whisky leerte sich trotzdem.

udipi1Ich bin gespannt auf neue Abenteuer! Auf dem Weg Richtung Goa erlebe ich eine Elefantenparade und in Udipi das farbenprächige Carfestival.

udipi festUralte, verzierte Eisenwägen mit riesigem Ballonaufbau, der aus Unmengen von Fahnen besteht, werden von Menschenmengen durch die Straße des Krishna-Tempels gezogen. Voraus laufen als Geister verkleidete Jungs, die von Saxophonspielern und Trommlern angefeuert werden. Dann wird echtes Feuer gelegt, über das die „Geister“ tanzen, Stoff verbrennen und ein Raketenfeuerwerk abgeht, bis der böse Geist besiegt ist.

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Gokarna

Der nette Pilgerort Gokarna an der Grenze nach Goa hat sich trotz vor 15 Jahren erstmals anreisenden Hippies bis zu den jetzt zahlreichen konventionellen Lonely-Planetarians seine Entspanntheit bewahrt.

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Spezialitäten in Gokarna

Anjuna, die früheren Hippie- und spätere Raver-Enklave in Goa, entpuppt sich heute als unerträglich kommerzieller Strandort, an dem man/frau nicht in Ruhe liegen kann. Ingo`s Night-Bazaar in der Nähe erinnert verdächtig an‘ s Tollwood Festival in München.

Ingo´s Night Bazar
Ingo´s Night Bazar

Es handelt sich um einen Open Air-Markt mit etlichen Ständen, die Sachen aus aller Welt anbieten, Klamotten, Musikinstrumente, Lampen, Dreamcatcher, alte Filmplakate, Krimskrams samt internationalem Essen. Musik von Lifebands gibt’s hier auch und es wurde getanzt! Urkomisch, wie unterschiedlich die Menschen aus aller Welt sich zur Musik bewegen!
Gottseidank bin ich nicht noch im Club Paradiso mit freiem Eintritt und Freidrinks fur Frauen (in Indien muß frau bei solchen Angeboten damit rechnen, von Busladungen von Indern angestarrt zu werden) gelandet, denn 30 m vor meiner Unterkunft war es so stockdunkel, dass ich es ohne Hilfe von einem Kellner, dessen Lokal gerade schloss, nicht gefunden hätte. Überall wurde ich von Indern gewarnt, hier nicht im Dunkeln ohne Begleitung herumzuwandern. In meinem „Guesthouse“ hatte ich den Eindruck, dass der Besitzer mit Drogen handelte, die braucht man wohl auch, wenn man in Anjuna bleiben will!

an Anjuna´s Strand
an Anjuna´s Strand