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Traditionelle Kulinarik auf Burmesisch

Vor 10 jahren noch hatte fast jeder Myanmar-Besucher regelmäßig Magenprobleme. Das hat sich erheblich verbessert. So traute ich mich, das traditionelle Buffet aus dem nordöstlichen Shanstaat zu probieren. Gemüse- und Fleischvariationen werden mit frischen grünen Salat-Zutaten serviert.  Dazu schmecken selbstgemachte Chutneys und Pickles unterschiedlicher Schärfe.

Am besten und günstigsten ist es im lokalen Einheimischen-Restaurant. Der Lärmempfindliche muß allerdings mit TV-Beschallung und wenig schmeichelhaftem Neon-Licht rechnen, in dem der Weißhäutige leichenblaß aussieht, an der Straßenbeleuchtung wird dagegen gerne gespart, sprich man tappt im Dunkeln.

typisches Shanbuffet mit verschiedenen hausgemachten Chutneys
typisches Shanbuffet mit verschiedenen hausgemachten Chutneys

IMG_0060Um die Schärfe und den Knoblauch etwas zu mildern, passen Kokosnußbonbons, süß-saure Tamarindbälle und Coffecandys  hervorragend.

Pot Pot mit Nudeln und Gemüse
scharfer Hot Pot mit Nudeln, Gemüse und frischem Koreander

Chinesische Restaurants sind sehr populär und es lohnt sich, ein gutes für den scharfen Hot Pot, ürsprünglich aus der Chinesischen Provinz Szechuan zu geniessen.

Enteneisalat mit Gratissuppe
Enteneisalat mit Gratissuppe

Die authentische Küche probierte ich auf einem Night-Market, hier Enteneisalat mit Erdnüssen, Zwiebeln, Knoblauch, Rettich, Karotten und Linsen, mmmhhh!

so wird er zubereitet
so wird der Enteneisalat zubereitet

Traditionell ist auch der Avocado-Salat aus der schwarzen Avocado mit viel Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten zubereitet, manchmal auch als Guakamole.

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IMG_0200Wem nach vitaminreicher Erfrischung ist, kann die frischen Fruchtsalate direkt von den mobilen Damen kaufen!

 

 

Schaukelzüge & Tempel satt beim Touristenauftrieb in Bagan

Eins meiner schönsten Erlebnisse ist die Zugfahrt über das Gokteik-Viadukt. In Hsipaw eingestiegen, wähle ich die economy class statt der ausschließlich von Touristen bevölkerten Upper class.

Mit einer Jacke als Polster mache ich mir´s gemütlich, der „Geschwindigkeit“ des Zuges angepaßt. Felder ziehen vorbei, von denen uns die Arbeiter zuwinken, entspannter geht’s kaum. Gelegentlich fängt der Zug an zu schaukeln wie ein Boot bei kappeliger See, ein Wagen entgegengesetzt zum anderen. Das Geheimnis, warum er nicht entgleist?

IMG_0509Dann nähern wir uns dem Highlight, dem Gokteik-Viadukt. Nach einem Felsentunnel rattern wir über die Brücke, nur eine Handbreit neben dem Abgrund. Da wird sogar mir ein wenig schwindelig. Gottseidank schaukelt er hier nicht!

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IMG_051613 Stunden Zugfahrt sind mir doch zuviel, daher nehme ich von Pjin OO Lwin lieber den Bus nach Mandalay. Weiter in der Touristenhochburg Bagan kostet es 20 Dollar Eintritt für jeden Ausländer, auch in vielen Museen, Pagoden und sogar Parks darf er im Gegensatz zu den Burmesen zahlen. Ich nehme einen sehr bequemen Kleinbus, der mich netterweise auf mein Winken direkt am Guesthouse absetzt und mir den Eintritt erspart.

IMG_0563Nach 10 Jahren erkenne ich Bagan kaum wieder, der Verkehr hat wie die Preise erheblich zugenommen, die Ochsenkarren und Kutschen gibt es kaum mehr, letztere nur noch für Touristen. Neue PKW´s und Lastwägen dominieren jetzt die Straßen.

IMG_0531Ganz begeistert bin ich vom E-Bike, einer Art umgebauten und lautlosen! Mofa. Wenigstens etwas ruhiger wäre es, wenn alle statt ständig hupendem Motorrad darauf umsteigen würden, viel schneller sind sie damit wegen kreuz- und querfahrenden Lastwägen, PKW´s, Trishaw´s, Bussen, Fahrrädern, Fußgängern und bepackten Handwägen auch nicht.

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die Kehrseite der Pagode

Überraschend, daß die Burmesen nie agressiv werden, sondern neben meinem Rad oder E-Bike herfahren, um mir zuzuwinken, etwas zu verkaufen, mich zu begrüßen oder Kußhände zuzuwerfen.

Der Sonnenuntergangs-Tourismus ist ab 17:30 in vollem Gange. Am ersten Abend verschwindet die Sonne vorzeitig im grauen Dunst. Tagsüber wird es jetzt plötzlich ernorm heiß. Daher vertreibe ich mir die Zeit im geschmackvoll dekorierten „A little bit of Bagan“, das Garden-Restaurant in einer ruhigen Seitenstrasse.

IMG_0576Das schönste Wunder: Internet funktioniert! Liebevoll wird das Essen zu zivilen Preisen serviert, merkwürdig, daß die meisten Touristen die lauten Lokale an der staubigen Strasse bevorzugen.

Avocado-Tomatensalat und Fruitshake à la Little bit of Bagan
Avocado-Tomatensalat und Fruitshake à la Little bit of Bagan

Am nächsten Abend wird der nächste besteigbare Tempel besucht, von unten sieht man bereits die herunterhängenden Füße der Wartenden. Oben ist die Sicht auf die Tempel und umliegenden Berge herrlich!

IMG_0580Darauf achtet kaum jemand, 1000 Fotos schießen ist wichtiger als die wunderbare Aussicht zu genießen. Riesenobjektive werden auf Stativen platziert, alles, was eine Knipsfunktion vorweist, ununterbrochen gezückt. Diesmal tut die Sonne uns den Gefallen, im roten Ball hinter den Bergen zu versinken.

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Schafherde mit Tempel

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IMG_0583Auf dem Rückweg durch menschnleere sandige Wege wird mein E-Bike verdächtig langsam und der Weg kommt mir plötzlich so weit vor. Wo sind die Menschenmassen bloß hin? Haben die eine andere Straße genommen? Mit dem letzten Rucken erreiche ich mein Guesthouse.

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erst die Speisung…
nicht ohne mein Handy gilt auch für Mönche!
dann das Handy checken gilt auch für Mönche!

Um meine Lunge zu entstauben, schwebt mir ein Strandbesuch für die letzten Tage vor. Das würde 1 ½ Tage und auf der Rückfahrt noch einmal 7 Stunden Busfahrt für einen Tag am Strand bedeuten.

IMG_0618Alternativ erkunde ich Bago mit seinen liegenden Buddhas und Tempeln, in denen es entspannend ruhig ist, bis per Lautsprecher Gesänge die Ohren schmerzen läßt.

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Das staunt die Naga-Schlange über die vielen Souveniers!
keine große Pagode ohne Souveniermeile, da staunt die Naga-Schlange

Der Verkehr ist hier besonders unerträglich und die Suche nach einem passablen Restaurant schwierig, so daß ich vorzeitig nach Yangoon abreise. So schlendere ich dort durch die Gassen und entdecke den Gewürzmarkt und einige schöne Art-Déco Gebäude.

IMG_0662 Als krönender Abschluß darf ein Besuch im legendären wunderschönen „The Strand“ Hotel nicht fehlen.

IMG_0671Das schönste an Myanmar ist die Freundlichkeit und das Lächeln der Einwohner. Getrübt werden kann es  durch das Kauen der Betelnuß, die mit unappetitlichem Geräusch ausgerotzt wird. Das läßt die Zähne wie verfault oder blutunterlaufen aussehen, eher bei Männern und Älteren zu beobachten.

die Betenußbar
die Betenußbar
ohne Betelnußkauen
ohne Betelnußkauen
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mit Betelnuß

Frauen und Kinder tragen traditionell die aus Baumrinde hergestellte Thanaka Creme auf, die eine schöne Haut macht und vor Sonnenbrand schützt.

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Von Mingun zur Abkühlung nach Pjin OO Lwin und Hsipaw im Shanstate

Als schreibende Reisende in Myanmar fühle ich mich wie von der Schlange Kaa aus Rudyard Kipling´s Dschungelbuch hypnotisiert, so starre ich auf das unendlich-kreisende Ladezeichen im Internet. Ich fühle mich wie in einem Hamsterrad. Wann werde ich befreit? Damit hatten Kipling, George Orwell und Co. damals keine Schwierigkeiten.

Um dem Staub und hupendem Verkehr in Mandalay zu entkommen, empfiehlt sich ein Bootstrip nach Mingun. Einheimische räkeln sich nicht in den harten Deckchairs, kein Wunder, wie ich erfahre, kostet das lokale Boot, angeblich für Ausländer verboten, wie so oft nur ein Zehntel.

IMG_0347In Mingun hatte der König Bodawpaya versucht, die größte Pagode der Welt mit Hilfe von Zwangsarbeitern zu bauen.  Wie so viele Größenwahnsinnige vor und nach ihm scheiterte er, als sie zu einem Drittel fertig war, starb er und die Bauarbeiten wurden eingestellt.   Jetzt erklomm ich wie viele Touristen barfuß den Bau und genoß den Rundumblick, nur vom ewigen Februar-Dunst Myanmars eingeschränkt.

IMG_0340Die passende Riesenglocke, die Größte der Welt, ließ Bodawpaya 1808 giessen und anschließend den Glockengießer ermorden, damit er nicht noch einmal  so ein Meisterwerk erschaffen konnte.

Hinutempel in Pyin OO Lwin
Hinutempel in Pyin OO Lwin

Pyin OO Lwin, 3 Pick-Up Stunden vom hektischen Mandalay und von den Engländern als kühle Hillstation genutzt, lockte mich mit seinem Botanischen Garten. Beim Frühstück im netten Grace-Hotel lernte ich Elizabeth aus Hamburg kennen, die jedes Jahr mehrere Monate durch Asien reist.

IMG_0361Wir machten uns gemeinsam zum weitläufigen Botanischen Garten auf. Herrlich entspannend verirrten wir uns in Blumengärten, bis wir die Orchideen fanden.  Die Stiefmütterchen hatten es mir angetan, sie erinnerten an Käptn Haddock von Tim und Struppi.

IMG_0373Am faszinierensten fand ich das versteinerte Holz, das nach Millionen von Jahren ganz steinhart und glatt wird.

IMG_0365Nicht weit von Pyin OO Lwin auf dem Weg zu einem Wasserfall trafen wir auf eine lustige Truppe Einheimischer Mädels.

IMG_0385Unterhalb des Wasserfalls hatten sich schöne Pools gebildet, in denen wir uns herrlich abkühlen konnten.

IMG_0394Die Burmesinnen beschäftigten sich fast ausschließlich damit, ihre Handys leerzuknipsen.

Von anderen höre ich, daß man etwas weiter in Hsipaw individuell trekken kann. Es ist fast unmöglich, in Myanmar die Touristenpfade zu verlassen. Gerade soll es Kämpfe im östlichen Shanstaat geben. Viele andere Gebiete sind Ausländern verboten oder utopisch teuer, wie zum Beispiel die noch jungfräuliche Inselwelt im Myeik-Archipel.
Elizabeth und ich finden nach langem Palaver den Pick-Up Bus und quetschen uns zwischen die Passagiere und ihr Gepäck. Er rast davon. Als es dunkel wird, stimmt etwas mit dem Motor nicht, wird aber bald repariert. Es kommt mir ewig vor, bis wir gegen 22 Uhr abgesetzt werden. Gegenüber im Teehaus frage ich nach Lily´s Guesthaus und erfahre, daß wir einfach das Taxi nehmen sollen, Lily the Home zahlt es. Das Wohlfühl-Doppelzimmer ist die beste Budget-Option bisher, das Frühstück im 4. Stock wie im 4 Sterne Hotel!

Hsipaw war Sitz eines Shan-Fürsten, der in den 1950er-Jahren in Amerika seine aus Österreich stammende Frau kennenlernte und sie nach Birma brachte. Das Militär verschleppte ihren Mann und tötete ihn vermutlich. Sie schrieb in „My life as a Shanprincess“ über die Zeit, in der sie als verehrte Mahadevi im Palast lebte. Leider ist ihre Nachfahrin, die gerne über das abenteuerliche Leben ihrer Familie erzählt, bei einem Besuch unsererseits nicht da. Stattdessen ergattere ich das Buch in Mr. Book´s Shop.

IMG_0411Auf dem Weg zu einigen Dörfern, winken uns sehr schüchterne Kinder zu.

IMG_0418Dann tauen sie auf und haben beim Fotos machen einen Riesenspaß! Sie führen uns zu ihrer Familie, die Mutter zeigt uns ihre laminierten Hochzeits- und Familienfotos.

IMG_0413Elizabeth fährt zu neuen Abenteuern, ich bleibe, abwohl sich niemand zum trekken findet und spaziere durch grünbepflanzte Melonen-, Tomaten und andere Beete, raffiniert bewässert.

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Bewässerung mit Schlauch und Kondenswasser
Bewässerung mit Schlauch und Kondenswasser

Auf dem Weg treffe ich Andrea aus Südtirol, die auf Weltreise ist. Wir kommen an einem Müllabladeplatz vorbei und werden herzlich vom „Müllrecycling“ Fachmann begrüßt.

das Müllbegrüßungskommitee
das Müllbegrüßungskommitee

IMG_0470Er zeigt uns den Weg zum „Non“-Waterfall, der total ausgetrocknet ist.

IMG_0472auf dem Rückweg fächelt er uns Luft zu und bietet Platz zum Ausruhen an.

IMG_0474Wer keine Lust hat, aufwendig zum Goldenen  Felsen in Kyaikhtiyo zu fahren, kann diesen bewundern.

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hier wächst der Baum aus dem Tempel

IMG_0481Auch Bagan gibt es im Kleinformat. Hier ist der Sonnenuntergang viel schöner und ohne Touristengetümmel wie auf dem gepriesenen „Sunset Point“ in Hsipaw!

IMG_0427Danach erstmal einen Mint-Lime-Drink bei Mrs. Popcorn Garden um die Ecke.

alles aus eigenem Garten
alles aus eigenem Garten

Im Dorf an der Ecke Namtu/Aung Tha Pyay schlecken wir von dem bisher besten Eis in Myanmar, 2 oder 3 Kugeln für 500 Kyat!

Den Abend lassen wir in der wunderbaren The Club Terrasse Food Lounge direkt am Fluß statt mit Staub und Abgasen, mit wunderbarem Dinner zu zivilen Preisen ausklingen.

Klassezimmer schon ab 15 $ bis zur Suite bei www.lilythehome.com

 

 

 

Mit Burma-Bus, Flugzeug und Boot nach Inle Lake und Mandalay

Laut den einschlägigen Reiseführern soll der reperaturbedürftige Burma-Bus bis zu 15! Stunden Verspätung haben.

IMG_0332Dieser umgebaute, mit jedem Zentimeter vollgepackte Pick-Up kann kaum gemeint sein. Ausprobieren gehört zum Burma-Abenteur dazu! Eingezwängt sollte man sich besser eine Sitzunterlage besorgen, er nimmt sich viel Zeit, damit Leute ein-, aussteigen, auf-, abladen, ein Schwätzchen halten oder essen können.

Seit meinem letzten Besuch vor 10 Jahren sind die Straßen verbessert worden, die Busse sehen neuer aus. Beim Betreten des Busses von Hpa An nach Yangoon schlägt mir eine durchdringende Desinfektionswolke entgegen. Ich frage mich, ob die Busfahrer öfters unter den giftigen Dämpfen leiden? Wegen der moderaten Klimaanlage läßt sich kein Fenster zum Lüften öffnen. Gottseidank erreichen wir sieben Stunden später pünktlich Yangoon.

Hier wird jede Nacht die Bevölkerung mit Reden und Gesängen per Luatsprecher beschallt, religiös oder Gehirnwäsche? Tagsüber fahren Autos und sogar Fahrräder mit ohrenbetäubenden Durchsagen durch die Straßen. Der sanftmütige Burmese hat sich anscheinend eine alles abperlendeTeflonhaut zugelegt und bleibt herzlich und hilfsbereit.

Nach Inle Lake nehme ich den Flug mit Myanmar National Airlines und habe versäumt, herauszufinden, ob es sich um die Regierungsfluggesellschaft handelt, die unsichere und heruntergekommene Flugzeuge haben soll. Erleichtert stelle ich fest, daß unsere brandneu aussieht und uns sicher an´s Ziel bringt  .

IMG_0239Inle Lake hat sich sehr verändert, überall wird gebaut, die meisten Gasthäuser am Kanal in Nyaungshwe in der Nähe liegen an einer verkehrsreichen, staubigen Straße, auf dem Kanal gegenüber knattern die Touristenboote.

IMG_0276Ich bin im freundlichen, sauberen Sin Yaw Guest House in einer ruhigen Seitenstrasse gelandet. Auf der Dachterrasse wird das liebevoll zubereitete Frühstück serviert.

Beim Radeln um den See treffe ich zwei weitgereiste, junggebliebene Französinnen, mit denen ich ein Boot zum Überqueren des Sees teile. Im netten Dorf auf Stelzen werden Soja, Linsen und selbst hergestellte Zuckerrohrbonbons getrocknet.

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Der Linsenverteiler
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zur Herstellung von Zuckerrohrbonbons wird die Masse immer wieder über den Haken geworfen
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geschnitten und gedreht, fertig ist der schneckenähnliche Bonbon
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nach dem Trocknen kommt der süße Genuß!

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IMG_0246Der See ist berühmt für seine Fischer, die mit einem Beim rudern, um die Hände frei für das Netz zu haben.

IMG_0250leider zu berühmt, dieser hatte nur einen Fisch im Boot, dafür wollte er Trinkgeld.  Statt dem bereits jetzt schon raren Fisch wird es bald nur noch posende Pseudo-Fischer geben.

Ob wohl deswegen dieses Schild aufgestellt wurde?

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noch gibt es Ochsenkarren

IMG_0254Oberhalb des Sees wird Wein angebaut, das mußten wir uns unbedingt anschauen! Die Touristen, die uns vor dem Eingang begegneten, sahen nicht besonders fröhlich aus. Ein Dänisches Pärchen, die Französinnen und ich hatten dagegen viel Spaß bei der Weinprobe, es gab Sauvignon (sehr gut!), Shiraz, süßen Rosédessertwein und merkwürdigen Muscat. IMG_0258Weiter ging die Reise mit dem neuen, geruchsarmen Bus in das von berühmten Schriftstellern wie Somerset Maughen, Glaspalast-Autor Amitav Gosh und George Orwell besuchte Mandalay. Leider hielt er alle zwei Stunden, was mit lauten Getöse angekündigt wurde.  Kaum war ich endlich eingedöst, wurden wir von Geschrei geweckt. Von wegen Verspätung, 2 1/2 Stunden früher als angekündigt, waren wir mitten in der Nacht um 3 Uhr am Ziel. Gottseidank hatte ich reserviert und konnte gleich im AD1 Hotel einchecken.  Für Budgetreisende ist es eine gute Wahl, das Frühstück auf der netten Dachterasse lecker. Hier kann man auch tagsüber vom Lärm, Verkehr und Staub Mandalays entspannen.IMG_0279Da der Palast zerstört wurde und der Nachbau von jeglichem Geschmack befreit sein soll, erspähte ich beim ziellosen Radeln eine wunderschöne Pagode samt Kloster. Dort kam ich mit Mönchen in´s Gespräch, die sogar ein wenig Deutsch konnten.

IMG_0285Herrlich, einfach entspannt die Stadt und ihre Bewohner zu beobachten statt dem Touristenstrom zu folgen!

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Ob zwei Fahrgäste, Eiswürfel oder andere Waren, dieses ökonomische Verkehrsmittel Trishaw ist immer noch im Einsatz

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Vom Yangoon-Stau zu Höhlen-Pagoden und Felsenlandschaften in Hpa An

Yangoon, von Smog umnebelt, besteht offensichtlich aus Baustellen und Staus. Fußgänger sind zwar bewegsamer, angenehm fühlt sich der Lärm von auf sich aufmerksam machenden Straßenhändlern rechts und links vom Fußweg nicht an. Wer auf die Straße ausweicht, darf sich zwischen im Stau stehenden Autos und Bussen durchdrängeln.

IMG_0035aIch glaubte, bersonders schlau auf Seitenstraßen auszuweichen, das war ein Fehltritt. Dort kam nicht mal ein Fußgänger vorbei, Lastwägen und Autos standen kreuz und quer, dazwischen Waren, die verladen wurden.

IMG_0034aDie berühmte Swedagon Pagode hatte ich vor 11 Jahren besichtigt, daher floh ich nach Hpa An, nur 6 Stunden Busfahrt Richtung Süden. Am Fluß gelegen und Umgeben von Felsen lebt es sich geruhsamer.

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Marktmädchen aus Hpa An

Da mein reserviertes Hostel voll war, landete ich mit Hilfe von Tiffany aus dem ausgebuchten Galaxy im blitzsauberen Sky Garden, das Zimmer mit Balkan und Fenster anbot, eher selten in Myanmar. Auf dem Dachgarten startet man sein eher bescheidenes Frühstück mit toller Aussicht auf die herrliche Landschaft.

Klar, daß ich gleich ein Fahrrad mietete, um die Gegend zu erkunden. Nach gefühlter Ewigkeit auf staubigen, starkbefahrenen Straßen kehrte ich lieber um und buchte für den nächsten Tag die Höhlen- Tempel-Tour.

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mein „Radweg“

Die Entscheidung war genau richtig!

IMG_0131Heinz, der für die UN Mikrokredite organisiert, Laura aus Spanien, Ian, der seine Philippinische gleichaltrige Freundin erst vor 2 Monaten kennenlernte, ein Deutsches Pärchen, eine Französin, die auf Mallorca lebt und ich teilten uns die Sitze auf dem offenen Tuk Tuk Kleinbus. Ian präsentiert uns seine Wasserflasche von Seychelle, die einen Filter enthält und sich und seiner Umwelt die wahnsinnige Vermehrung von Plastikflaschen erspart.

IMG_0067a Eine wundervolle Idee, die unbedingt jeder Reisende probieren sollte. Über Surfer Jon Rose, der  auf waves4water eine Initiative gegründet hat, wie einfache, preiswerte Wasserfilter von Reisenden an Bedürftige verteilt werden können, habe ich bereits auf http://horizonteentdecken.de/mit-leidenschaft-innovation-zum-bewussten-genuss-der-eckart-2014/berichtet.

Interessant, daß nicht alle Regierungen der Welt längst auf diese Idee gekommen sind und damit viel Geld sparen könnten!

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IMG_0138IMG_01269 verschiedene Pagoden oder Heiligenfiguren in Höhlen besichtigten wir. Der dem James Bond Felsen in Thailand ähnelnde Kyauk Ka Lat Temple hat sogar eine Stupa auf seinem schmalen Gipfel. Da dürften nur Akrobaten die halsbrecherischen Leitern hinaufklettern!

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der „James Bond“ Felsen in Hpa An

Nach dem Durchqueren einer Höhle, natürlich barfuß wegen des Heiligtums, begann das Highlight: eine Bootsfahrt mit dem Ruderboot durch wunderschöne Landschaft!

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IMG_0112Pünktlich um 7 Uhr verlassen jeden Tag Tausende oder Hundertausende von Fledermäusen die Bat-Cave. Es dauert mehrere Minuten.

Kinder vor der Fledermaushöhle
Kinder vor der Fledermaushöhle

IMG_0166Man fühlt sich an „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock erinnert, so unheimlich ist der Riesenschwarm!

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