Archiv der Kategorie: Dokfest

Zuschaueransturm auf die DOKfest-Kinos!

Die besten Filme auf dem DOKfest MĂŒnchen 2019!

159 anspruchsvolle Filme ĂŒber das reale Leben lockten 52400 Zuschauer in die Kinos. Das lag nicht nur am Regenwetter, sondern auch an den ernsten, witzigen, berĂŒhrenden und musikalischen Filmen sowie der Möglichkeit, mit den Protagonisten nach dem Film zu sprechen. DOKfest-Chef Daniel Sponsel, ich und einige andere Cineasten  ließen sich selbstverstĂ€ndlich nicht vom Regen davon abhalten, von Kino zu Kino effektiv zu radeln.

Anastasia mitte, mit ihrer Frau rechts und links die erste Kampfpilotin (frĂŒher ein Mann)

Wie immer fiel die Qual der Filmauswahl schwer, hier einige Filmtips: In „ich bin Anastasia“ erzĂ€hlt die Protagonistin, wie er sich mit 40 Jahren entschied, endlich das zu werden, was er fĂŒhlte, nĂ€mlich eine Frau. Nicht nur das, sie setzte sich mit natĂŒrlicher AutoritĂ€t als erste Kommandantin eines 800 Mann/Frau starken Bataillons der Deutschen Bundewehr durch. Ein starker Film ĂŒber diese mutige Frau mit Charisma! Sie und ihre Frau kamen nach dem Film auf die BĂŒhne zum GesprĂ€ch.

am 23.5.19 kommt der wichtige und spannende Film „Die Rote Linie“ ĂŒber den jahrelangen Widerstand gegen die komplette Abholzung des Hambacher Forsts in die Kinos. 90 % sind bereits wegen nicht zukunftstrĂ€chtigem Tagebau  vernichtet, die Bevölkerung möchte die restlichen 10 % erhalten.

Vor dem Film „Push“ ĂŒber Gentrifizierung und Immobilienspekulanten bildete sich eine Menschenschlange von der Kasse zum Kinoeingang im City-Kino, so dass nicht erkennbar war, wo man sich anstellen sollte. Der Film beschreibt, wie in den StĂ€dten „normale“ Mieter in lebendigen Vierteln hinausgeworfen werden. Die Wohnungen stehen jahrelang leer, weil mit Spekulieren mehr Geld gemacht werden kann. So veröden ganze Stadtviertel wie in London. Er kommt am 6. Juni 2019 in die Deutschen Kinos.

Kahtera aus „A 1000 girls like me“

In „a thousend girls like me“ setzt sich Kathera in Afghanistan nach jahrelangem Kampf endlich vor Gericht durch, so dass ihr Vergewaltiger und Vater verurteilt wird. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihren zwei Kindern, die auch ihre Geschwister sind, in stĂ€ndiger Angst vor der Familie ihres Vaters und dass er möglicherweise aus dem GefĂ€ngnis entlassen wird. Sie schafft es, aus ihrem Land Afghanistan, in dem Frauen systematisch unterdrĂŒckt werden, nach Frankreich zu gehen, um dort mit ihren Kindern in ein neues Leben aufzubauen. Ein erschĂŒtterder und wichtiger Film!

die tolle Soulstimme aus „Underground Orchestra“

Wunderbar auch „Underground Orchestra“ aus der Retrospetive von Heddy Honigmann ĂŒber Straßenmusiker, die zum Teil ursprĂŒnglich in hervorragenden Orchestern spielten, aus ihren LĂ€ndern fliehen mußten und jetzt ihr Dasein in den Straßen von Paris oder in der Metro fristen mĂŒssen. Tragisch schön!

„Wenn wir erst tanzen!“

Wunderbar ehrlich erzĂ€hlen die TĂ€nzer aus „Wenn wir erst tanzen“ ĂŒber ihre TrĂ€ume. Hoyerswerda verlor die HĂ€lfte seiner Einwohner, was blieb? Ein TĂ€nzer und ehemaliger Einwohner kam zurĂŒck und grĂŒndete ein Tanz-Ensemble. Jeder kann mitmachen, wer wollte, fĂŒr StravinskiÂŽs „Sacre de Printemps“ trainieren und auftreten. Auch am letzten Festivaltag ließen es sich die Protagonisten nicht nehmen, auf die KinobĂŒhne zu kommen, um Zuschauerfragen zu beantworten. Empfehlenswert!

Richard Siegel Draw a line

Richard Siegal ist gerade in MĂŒnchen wegen des „Dance“ Festivals, so paßte es hervorragend, den Film “Richard Siegal Draw a Line and the ballet of difference“ ĂŒber seine Tanzkompanie anzuschauen und ihn auf der KinobĂŒhne zu erleben. Nicht nur fĂŒr Tanzfans!

„Another Reality“

Mit geschliffenen, nachdenklichen Dialogen brachte uns „Another Reality“ von Noel Dernesch und Olli Waldbauer zum Lachen. Kein Wunder, dass sie den Kino Kino-Publikumspreis abrĂ€umten und der Film demnĂ€chst in die Kinos kommen wird. In Another Reality fĂŒhlen sich die Interviewten als Deutsche mit großem Familienclan aus Migratonshintergrund und doch anders, so bleiben sie eher unter sich in ihrem Berliner Viertel. Ehrlich erzĂ€hlen sie von ihrer kriminellen Vergangenheit, mit der sie nicht nur ihre Familie gefĂ€hrdeten und wie sie sich davon befreit haben. Zwei sind erfolgreiche Musiker geworden, der „Mörder“ Soundtrack zeugt davon.

„Stress“

Jana Irmerts Komposition in „Stress“ von Florian Baron lĂ€ĂŸt dem Zuschauer Raum und schafft es, den permanenten, psychischen Alarmzustand der von Afghanistan-Krieg traumatisierten Veteranen musikalisch fĂŒhlen zu lassen. Er bekam den Musikpreis.

„Die bauliche Massnahme“ ĂŒber den Plan der Österreichischen Koalition, einen 4-Meter hohen Maschendrahtzaun zur Grenze Italiens zu errichten, um FlĂŒchtlinge abzuhalten, erhielt den Viktor DOK Deutsch. Regisseur Nikolaus Geyrhalter gelingt es, die Distanz der Wiener Politiker und der vor Ort lebenden Menschen filmisch eindrucksvoll und gewitzt zu veranschaulichen. Ob im Angesicht der aktuell peinlichen Regierungskrise der Bau noch gelingt, dĂŒrfte fraglich sein. Abhalten lassen sich FlĂŒchtlinge davon sowieso nicht.

Über den Viktor DOK Horizonte, gespendet von der Petra-Kelly-Stiftung, freute sich Tuki Jencquel mit seinem Film „Está todo bien“, der die horrende medizinische Situation in Venezuela an verzweifelten Ärzten und Apothekern beschreibt, die geblieben sind, um zu helfen.

Im richtigen Film fĂŒr Entwicklungshelfer und Politiker „Congo Calling“, erzĂ€hlt Stephan Hilperts vom Dilemma und dem Scheitern europĂ€ischer Entwicklungshilfe, was eigentlich nicht wirklich neu ist. Dass dieser filmische Spagat gelingt, ist nicht zuletzt der unaufdringlichen und gleichzeitig prĂ€zisen Kamera zu verdanken, die den Zuschauer mitnimmt auf eine Reise in das politisch unruhige Herz Afrikas. Er verdiente den Förderpreis fĂŒr Nachwuchsregisseure, vom FFF mit 5000 € gesponsert.

Andreas Hoesslli kehrt 40 Jahre nach der Iranischen Revolution 1979 im Iran und den Streiks der Gewerkschaft Solidarnoƛć 1980 nach Polen zurĂŒck, wo er als Forschungstipendiat von Geheimdienstlern belauscht wurde und diese nun interviewt. Damals lernt er Reporterlegende Ryszard Kapuscinski kennen und erfuhr von den UmbrĂŒchen im Iran. Auch dort befragt er Zeitzeugen. Bruno Ganz fĂŒhrt als ErzĂ€hler durch die Parallelgeschichte von DER NACKTE KÖNIG – 18 FRAGMENTE ÜBER REVOLUTION, der den DOK-INTERNATIONAL, dotiert mit 10000 €, gewann.

Lust auf mehr? dokaroundtheclock.de aufrufen und das ganze Jahr ĂŒber informiert sein, wann und wo ein Dokfilm gezeigt wird. Ab dem 28.5.19 werden Filme von Peter Heller zum Beispiel im Atelier-Kino gezeigt.

Zum Dokfan geworden? Bei dokfans erzÀhlen Regisseure von ihren Projekten, so besteht die Möglichkeit, an dem Entstehungsprozess eines Dokfilmes teilzunehmen und rechtzeitig zu erfahren, wann er in den Kinos zu sehen ist.

Fotocredit: alle Fotos, außer dem Titelfoto, DOKfest

Auf der Jagd nach den besten Filmen beim Dok.Fest MĂŒnchen

So viele Filme und nur 12 Tage Zeit!

Beim Radeln von Kino zu Kino war es nötig, genau zu planen, um einen Bruchteil der Veranstaltungen besuchen zu können, bei 22 Veranstaltungsorten nicht so einfach!

Eröffnet wurde das DOKfest mit „Over the Limit„; hier ertrĂ€gt die russiche Turnerin Rita unzĂ€hlige Beschimpfungen ihrer berĂŒhmten Trainerin stoisch, Familien- und persönliche Anglegenheiten mĂŒssen zurĂŒckstehen. Sie schafft den Olympia-Sieg und befreit sich von dem unnachgiebigen System, tritt zurĂŒck und unterrrichtet jetzt. Bei der Eröffnung wirkte sie selbstbewußt und befreit, wĂ€hrend die Regisseurin und ehemalige Turnerin Marta Prus einen eingeschĂŒchterten Eindruck machte.

Rita in „Over the Limit“
Fotocredit: DOKfest

Mein Filmfavorit war eindeutig „Genesis 2.0“ von Christian Frei und Maxim Arbugaev.   WĂ€hrend auf einer Sibirischen Insel Reste von Mammut-Skeletten- und zĂ€hnen ausgegraben und verkauft werden,  möchte ein Wissenschaftler, falls sich noch eine lebende Zelle finden sollte, diese in eine Elefantenkuh implantieren, um ein Mammutbaby zu erzeugen. Ob er wohl King Kong gesehen hat? In der grĂ¶ĂŸten Gendatenbank der Welt in China wollen die Wissenschaftler Gott spielen, indem sie irgendwann den Designmenschen erschaffen wollen, wĂ€hrend in den USA Haustierklonen ein gutes GeschĂ€ft ist. Auch Barbara Streisand hat sich ihr Haustier kopieren lassen! In der Bostoner UniversitĂ€t der Bioenergetik experimentieren die Studenten mit genetisch verĂ€nderten Produkten, um Krankheiten zu heilen und die Honigbiene zu retten. Vom Zauberlerling haben sie anscheinend noch nichts gehört! Ein brisant-aktueller Film! Kinostart: Herbst 2018.

In „Die Schatten der WĂŒste“ von „Amma und Appa“ Regisseurin Franziska Schönenberger und ihrem Mann Jay Subramanian erfĂ€hrt dieser, daß der Mann seiner Kusine in Dubai Selbstmord begannen haben soll, was sie nicht glaubt. Sie bittet ihn, das zu untersuchen. WĂ€hrend er Freunde und Kollegen befragt, lernt die Witwe, auf eigenen Beinen zu stehen, fĂŒr sich und ihre Kinder zu sorgen, was sonst ihr Mann erledigt hat.


In “The Goddesses of Food“ werden Gourmetköchinnen portraitiert, die in den „normalen“ Medien fast gĂ€nzlich untergehen. Über 90 % der Sterneköche sind mĂ€nnlich. In den Gourmet-Magazinen kommen fast nur berĂŒhmte Sterneköche vor, weil damit mehr Anzeigen verkauft werden. Dabei gab es Anfang des 20sten Jahrhunderts sehr berĂŒhmte Sterneköchinnen. Ein unterhaltsamer, inspirierender Film nicht nur fĂŒr Gourmets! Mehr ĂŒber kulinarische „Göttinnen“ gibt es bei den Culinary Ladies, da darf einem das Wasser im Munde zusammenlaufen!

DOKfest: The Goddesses of Food

In „System Error“  befragt „Speed“ Regisseur Florian Opitz weltweit Ökonomen, die sagen, die Grenzen des Wachstums sind bald erreicht, die Erde und ihre Resourcen sind endlich. IndustrievorstĂ€nde und Finanzjongleure behaupten felsenfest, ohne Wachstum bricht die Wirtschaft zusammen.  Toll wĂ€re es gewesen, wenn diese zusammen diskutiert hĂ€tten, trotzdem ein wichtger Film, der 10.5.18 in die Kinos kommt.

System Error…

Beim Afrika-Tag interessierte mich  „Silas“ , der sich fĂŒr die Umwelt seines Landes Liberia einsetzt und dafĂŒr de App TIMBY nutzt, in der Menschenrechtsverletzungen angezeigt werden können.

„For in my way it lies“ zeigt die Entstehung des neuen Albums von Ausnahme-Musiker Jasper Junk und seine Entwicklung, wie es dazu kam. Er ist sein grĂ¶ĂŸter Kritiker und zweifelt immer wieder an sich, fĂŒr ihn muß alles 100%ig stimmen. Seine Blues-Stimme ist bereits außergewöhnlich, sein Aussehen erinnert an David Bowie!

Jasper Junk
Fotovcredit: DOKfest

Fasziniert hat mich  auch M.I.A.  ĂŒber die Musikerin Matangi Maya, die eigentlich Filmemacherin werden wollte, aber durch Elastica SĂ€ngerin Justine Frischmann zur Musik kommt. Als Teenager mußte sie mit ihrer Familie nach London fliehen, ihr Vater blieb als MitbegrĂŒnder der Tamil Tigers, der Tamilischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung, in Sri Lanka. Schwanger, war sie fĂŒr den Grammy und den Oskar nominiert und wĂ€hrend sie ĂŒber den roten Teppich schritt, brach der BĂŒrgerkrieg in ihrer Heimat aus. Immer wieder kritisiert sie den brutalen Krieg, auch im US-TV, was herausgeschnitten wird, unangenehme Wahrheiten sind hier unerwĂŒnscht.  Ihre außergewöhnlichen Videos thematisieren ebenfalls radikal den Krieg.  Ein toller Film von Steve Loveridge!

M.I.A. Matanga

Das reichhaltige Filmprogramm des 33. DOK.fest offerierte  nicht nur zahlreiche interessante Filme, sondern auch DOK Education mit der Dokumentarfilm-Schule, im DOK-Forum Diskussionen, Open Training- und Kamera-Workshops for Profis und Interessierte.

Amira-Award Gewinner wurde der Horrorfilm Caniba ĂŒber zwei gestörte BrĂŒder; der eine verletzt sich selber, der andere brachte seine Geliebte um und aß sie teilweise. Er bekam nur 2 Jahre in Frankreich und wurde nach Japan abgeschoben. Die Kamera, stĂ€ndig wechselnd zwischen SchĂ€rfe und UnschĂ€rfe, kam den Protagonisten fĂŒr den Zuschauer unertrĂ€glich nahe. Daß die Regisseure das konnten, ist schauerlich genug.

Der VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis, der die Arbeit der Produzent.innen wĂŒrdigt, ging an „Grenzenlos-Geschichten von Freiheit & Freundschaft„, wo junge Syrer, Deutsche, Kolumbianer und Iraner Kurzfilme ĂŒber ein Leben ohne Heimat, Familie oder Freunde in FlĂŒchtlingslagern drehten.

The distant barking of dogs“ von Simon Lereng Wilmont rĂ€umte gleich 2 Preise ab, den SOS-Dokumentarfilmpreis und den Viktor fĂŒr den besten Film. Der Film, im nicht ganz ungefĂ€hrlichen Ukraine-Krieg aufgenommen, wĂ€hrend immer wieder Bomben zu hören sind, handelt von der Liebe von Enkel und Großmutter in diesen gefĂ€hrlichen, traumatisierenden Zeiten.

The distant barking of dogs

Der BR Kino Kino Publikumspreis ging an das Feel-Good Movie  „Tackling Life“ ĂŒber eine schwul-hetero gemischte Rugby Mannschaft, bei der sich alle wie in einer Familie fĂŒhlen.

Über den „Viktor“ DOK Deutsch freute sich Regisseurin Susanne Freund fĂŒr „I am a bad guy“ ĂŒber einen ehemaligen BankrĂ€uber. Sri LankaÂŽs Geschichte in „Demons in Paradise“ ĂŒberzeugte die Jury von DOK horizonte. Der FFF Förderpreis ging an „FrĂŒher oder SpĂ€ter “ ĂŒber Bayerisches Dorfleben mit einer BĂ€uern, die gleichzeitig als Bestatterin tĂ€tig ist und einer „Veganen Kommune“ von Pauline Roenneberg.

frĂŒher oder spĂ€ter

Musik spielt eine wichtige Rolle im Film, so erhielten Damien Scholl und Ulrich Reuter den Dokumentarfilm-Musikpreis fĂŒr „Beuys“ von Andres Veiels.

Das nÀchste DOKfest kommt bestimmt, am 8. Mai 2019 gehtŽs los!

 

Alle Fotocredits: DOKfest

 

 

 

 

 

Bewegende RealitĂ€t beim 30. DOK.fest MĂŒnchen

Warum sind fiktionale Mainstream-Filme so erfolgreich? Der Zuschauer konsumiert und muß nicht ĂŒber sich oder seine Umwelt nachdenken. Der Dokumentarfilm bringt ihn dazu und kann  sehr nahe gehen, weil  er mit der RealitĂ€t zu  tun hat.

Zur Feier des 30jÀhrigen DOK.fest-JubilÀums wurde es um drei Tage verlÀngert. Bei 140 Filmen, aufgeteilt in 14! Reihen, fiel die Auswahl schwer.

DOKFEST_DSC_5503Zur Eröffnung im Deutschen Theater wurde „The Circus Dynasty“ von Anders Riis-Hansen gezeigt, ein schöner Film ĂŒber zwei Zirkus-Dynastien und wie Stolz der Liebe vorgezogen wird. Bei 1500 GĂ€sten  wĂ€re es DIE Gelegenheit gewesen, einen kritischen Film  ĂŒber die Globalisierung und ihre Auswirkungen zu zeigen.

La Buena Vida hĂ€tte sich perfekt dafĂŒr geeignet. Das Dorf Tamaquito, eine bisher zufriedene Dorfgemeinschaft, die alles Nötige aus dem Kolumbianischen Regenwald bezieht, soll wegen eines neuen Kohlebergwerks umgesiedelt werden.

DOKFEST_LA_BUENA_VIDA_4Der Dorfvorsteher schafft es nach Protesten schließlich, mit dem Bergbaukonzern eine Umsiedlung in ein neues Dorf zu verhandeln, Stromanschluß und fließendes Wasser inklusive. Das Wasser stellt sich  zum Trinken sowie fĂŒr den Ackerbau als zu mineralhaltig heraus. Von dem Profit aus den Resourcen unter ihrem Dorf haben sie natĂŒrlich nichts.

Deutschland bezieht ein Drittel der Kohle Kolumbiens. 1,5 Millionen Menschen werden weltweit jedes Jahr wegen des Abbaus von Kohle und anderen Resourcen umgesiedelt.

2016 wurde der Film mit dem Bayerischen Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm prÀmiert und erhÀlt damit hoffentlich die  Aufmerksamkeit, die er verdient.

DOKFEST_FALCIANI_UND_DER_BANKENSKANDAL_3
FALCIANI

In der Reihe „Money“ wurde unter anderen Falciani und der Bankenskandal gezeigt. Der attraktive Franzose ist fĂŒr den grĂ¶ĂŸten Diebstahl von Kundendaten bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, der HSBC-Bank verantwortlich. Damit brachte er die G20 Staaten dazu, den Steueroasen wie der Schweiz das Leben schwerer zu machen.

Sud au nord dĂ©placer „South to North“ von Antoine Boutet zeigt Bilder und Betroffene eines Mega-Wasserprojektes der Chinesischen Regierung. Beijing wird in nicht allzu ferner Zukunft im Sand versinken. Um das zu verhindern, soll aus vier großen FlĂŒssen Wasser in den trockenen Norden umgeleitet und die Bewohner mal wieder umgesiedelt werden, was  fĂŒr SĂŒdostasien verheerende Folgen haben kann.

ein toller Musiker aus A Global Joy
ein toller Musiker aus A Global Joy

In A Global Joy lernt Regisseur Bruno Fritzsche Straßenmusiker aus ganz Europa kennen. Manche stellen sich als hevorragende Musiker heraus, die ihre Freiheit dem Musikbusiness vorziehen. WĂ€hrend die Behörden in Paris streng sind, wird ein Musiker mit seinem wunderbaren Perkussion-Instrument in einem Bretonischen Ort fĂŒr sein Spiel offiziell bezahlt. Ein Film, der gute Laune macht!

Andermatt
Andermatt

In Andermatt Global Village, ein ursprĂŒnglich idyllisches Dorf in den Schweizer Alpen, entsteht ein neues Luxusdorf mit Hotel, Golfplatz und Privatvillen, selbstverstĂ€ndlich nicht fĂŒr jedermann erschwinglich. Mit gemischten GefĂŒhlen haben die Einwohner zugestimmt, es soll ja Umsatz und ArbeitsplĂ€tze bringen, nachdem sich der bisherige Arbeitgeber, die Schweizer Armee, aus dem Gebiet zurĂŒckgezogen hat.

Das FĂŒnf-Sterne Chedi-Hotel steht, ob der Rest gebaut wird, steht noch in den Sternen. Wie es sich anfĂŒhlt, im Hotel zu nĂ€chtigen, kann man in gourmino-express.com/2611/sawiris-chedi-welt-im-kanton-uri/ nachlesen.

Something better to Come  von Hanna Polak ĂŒber ein MĂ€dchen, das auf einer MĂŒllhalde vor den Toren Moskaus lebt, ein MĂ€rchen ĂŒber Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt, bekamm den mit 10000 € dotierten Viktor-Preis im Wettbewerb DOK International.  Den Viktor DOKDeutsch mit 5000 € bekam Aus dem Abseits,  Simon BrĂŒckners Film ĂŒber seinen Vater Peter BrĂŒckner,  enen linksintellektuellen, politischen Psychologen.  Eine intelligente Investigation zu Wahnsinn und Methode in einem Krankenhaus in Dakar zeigt Joris Lachaise in Ce quÂŽil reste de la Folie und gewann damit den DOK Horizonte Preis, dotiert mit 3000 €.

Der Zuschauerandrang und das Interesse auf dem 30. DOK.fest MĂŒnchen 2015 war groß, die 35000 Zuschauer haben die vom Vorjahr ĂŒbertroffen. Einige Filme sind auch da zu sehen, wo sie hingehören, im Kino!

alle Infos unter: www.dokfest.de

 

 

Die spannende RealitĂ€t beim Dok-Fest MĂŒnchen entdecken

Wer bei endlosen Remakes, Vampiren und Pyrotechnik in Tiefschlaf verfĂ€llt, konnte auf dem diesjĂ€hrigen 28. Dok-Fest in MĂŒnchen so manche Entdeckung machen. Über 20000 begeisterte Zuschauer ließen sich von 131 Filmen aus 38 LĂ€ndern ĂŒberraschen.

In „Guerilla-Köche“ zieht es zwei junge Köche aus der Sterne-KĂŒche nach Asien, um Neues auszuprobieren und sich inspririeren zu lassen. In einer ThailĂ€ndischen GarkĂŒche, durch den Autoverkehr mit Abgasen aromatisiert, lernen sie die Feinheiten der ThailĂ€ndischen KĂŒche. Nach Kambodscha und Vietnam landen sie in einem Gourmetrestaurant Hongkongs, dessen Chef meint, Essen sei wie Sex, egal wie und mit wem manÂŽs macht, es soll Spaß machen!

Wal (hervorragend!), gebackene Kakerlaken, Vogelspinnen und Kobra, der zuerst der Kopf abgeschlagen wird, damit das Blut zum Trinken in ein Glas laufen kann, bevor ein DreigĂ€ngemenue entsteht, werden mutig probierrt. Wundert es da, daß unsere Sterneköche wie die Schlote rauchen und warme Whisky Cola herunterspĂŒlen?

In “ Fuck for Forest“ verkauft eine Gruppe Neu-Hippies ihren Spaß am Sex im Internet, um Geld fĂŒr ein StĂŒck Regenwald zu sammeln. Das verspricht mediale Aufmerksamkeit, obwohl es beim westlichen Menschen eher ein GĂ€hnen hervorruft. Die Indios lehnen das Geld ab, als sie erfahren, wie das Geld verdient wurde. Schade, daß unsere Hippies sich nicht vorher ĂŒber andere Kulturen informiert haben.