Archiv der Kategorie: Filmfest

Herz-zerreiĂźende Filme, Sternstunden mit Antonio & die Kinokarten-Odyssee

Über 30 Grad war die perfekte Temperatur, um sich bei tollen Filmen auf dem 37. Filmfest München in den Kinos abzukühlen. Anschließend oder zwischendurch tauchte die Frage auf, welcher Empfang oder welche Party eignet sich am besten zum kommunikativen Austausch? Bei 150 Rahmenveranstaltungen fiel die Wahl schwer. Mein Vorschlag, im nächsten Jahr statt in Schweiß, in der Isar zu baden und die Empfänge dorthin zu verlegen, kam bei den Gästen gut an.

Foto: DK

Zu den schönsten gehörte die 100 Jahr-Feier der Bavaria Film. Nach dramaturgisch gesehen eher langwierigen Ansprachen in der neu-getauften Wolfgang Peterson-Halle enspannten sich die Gäste in den Garten-Lounges und genossen leckere GourmetgenĂĽsse. Am meisten faszinierten mich die Bilder der weltberĂĽhmten Schauspieler und Regisseure wie Billie Wilder, Kirk Douglas, , Gregory Peck und Robert Redford, die hier gedreht hatten.  Steve McQueen sauste mit dem Motorrad durch´s Gelände, Liza Minelli stand fĂĽr „Cabaret“ vor der Kamera. Die beste Party zum Abtanzen war natĂĽrlich die Something Stupid Party in den Eisbachstudios.

Corinna Harfouch als Lara und Tom Schilling als ihr Sohn

Fast jeden Tag wurde ein Preis verliehen, der höchstdotierte war der Förderpreis Neues Deutsches Kino fĂĽr die beste Regie. Ăśber 30000 €  fĂĽr „Lara“   freute sich Jan-Ole Gerster. Die wunderbare Corinna Harfouch spielt die schwierige Lara, Tom Schilling ihren Sohn, der als Pianist den Erfolg hat, den sie selbst gerne gehabt hätte. Lara kommt am 7.11.19 in die Kinos. Er bekam auch den Fipresci-Preis.

Olgulcan Arman Uslu und Anne Ratte-Polle aus „Es gilt das gesprochene Wort“

Olgulcan Arman Uslu ĂĽberzeugte die Jury mit seinem sensiblen Spiel in „Es gilt das gesprochene Wort„, wofĂĽr er den Schauspielpreis erhielt. Nils Mohl und Ilka Catak erhielten den Drehbuchpreis fĂĽr denselben Film mit einem XY-ungelöstem Ende.  Am 1.08.19 ist er im Kino zu sehen.

Produzent Martin Lischke verriet bei der Preiseverleihung fĂĽr seinen Film „Leif in Concert“ ĂĽber den Mikrokosmos in einer multikulturellen Kneipe, das er mit den 20000 € erstmal seine Produktions-Schulden abzahlen wird.

Bacurau

A Vida invisivel de Euridice Gusmao“, ein wundervoller, Herz-zerreiĂźender Film aus Brasilien ĂĽber zwei unterschiedliche, sich sehr nahestehenden Schwestern, die sich nicht wiedersehen können, da ihr Vater und der Ehemann einer Schwester dies verhindert, verdiente sich den neu-erfundenen Co-Produzenten-Preis. Er ging an Michael Weber und Fiona FĂĽge. Der Arri-Osram-Award ging an den erschreckenden Film „Bacurau“ von Kleber Mendonza Filho und Juliano Dornelles, der von einem Dorf in der Zukunft spielt, das von einer rassistischen Bande ĂĽberfallen wird; eine Allegorie auf das aktuelle Geschehen in der Welt.

Dokumentarfilmerin Waad Al Kateab

Cannes-Sieger „For Sama“ von Waad al-Kateab and Edward Watts, eine absolut sehenswerte Dokumentation ĂĽber die furchtbare Realität in Syriens Krieg, wählten die Zuschauer trotz Szenen, bei denen einem das Herz stehen zu bleiben droht, zu ihrem Bayern 2 und SZ-Publikumspreis. Das hat Klasse und ist sehr empfehlenswert!

Antonio Banderas bezauberte alle in der Black Box mit seinem selbstironischen Humor und Charme. Er erzählte, wie ihn Pedro Almodovar im Theater ansprach, weil er ein romantisches Gesicht habe. Er mag alle seine Filme, sie sind wie seine Kinder, manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, wie Pain & Glory, sein neuester Film von Pedro Almodovar. Selfie-Schießen gehört für ihn in eine Welt narzisstischer Zombies.

70000 Zuschauer fanden dieses Jahr in die Filmfestkinos, 10000 weniger als im letzten Jahr. Ob das wohl an der umständlichen, nur gelegentlich funktionierenden Kartenbeschaffung per Internet lag? Wenig Laune brachte es akkreditierten Fachbesuchern, erst im City-Kino die PressevorfĂĽhrungen anzuschauen, anschlieĂźend in den Gasteig tigern zu mĂĽssen, um weitere Karten zu bekommen und gegebenenfalls weiter in´s nächste Kino zu radeln.  So war nicht nur ich mehr auf dem Fahrrad unterwegs als im Kino; wenn ich 5 Minuten zu spät dran war, auch vergeblich. Ob es 2020 besser wird? Warten wir´s ab…

 

Alle Fotos auĂźer Bavaria Film: Filmfest MĂĽnchen

Welche Film-Highlights bietet das Filmfest MĂĽnchen?

Kaum ist das wundervolle DOKfest vorbei, schon naht in 2 Wochen das Filmfest MĂĽnchen.

Nicht nur der Sommer muß dann spätestens den Regen vertrieben haben, sonst fallen die Open-Air Kinovorstellungen über München in´s Wasser und die Empfänge und Partys sind dann nur halb so schön. Bewegende Filme und ihre Protagonisten werden nicht nur mich in die Kinos locken. Da ist es weder zu heiß noch zu nass!

Stars aus Film und Musik

Der Englische Patient“ Hauptdarsteller Ralph Fiennes kommt nach MĂĽnchen, um seinen CineMerit Award persönlich entgegen zu nehmen. Premiere hat seine dritte  Regiearbeit „Nurejew – The White Crow“ am 1. Juli auf dem Filmfest MĂĽnchen. Neben dem „Englischen Patienten“ können wir uns auf „A bigger Splash“, „Coriolanus“ und „The Invisible Woman“ mit ihm freuen.

Ralph Fiennes bei den Dreharbeiten zu „Nurejew, the white Crow“

Mit dem zweiten Cine-Merit-Award wird der mit dem Darstellerpreis in Cannes ausgezeichnete Antonio Banderas am 29.6.19 geehrt. Neben dem „Goldene Palme“ Gewinner „Leid und Herrlichkeit“ von Regisseur Pedro Almodovar bringt er vier weitere seiner Filme, wie Evita, wo er mit Madonna singt, mit.

Antonio Banderas und Madonna singen zusammen in Evita

Auch der französische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Louis Garrel stand für seinen neuen Film selbst vor und hinter der Kamera. „L’homme fidèle“ erzählt gekonnt lakonisch von Dreiecksbeziehungen, Liebesverwirrungen und gestörter Kommunikation. Garrel wird auf dem FILMFEST MÜNCHEN ebenfalls ausgezeichnet. Er ist der erste Preisträger des neu gestifteten Margot Hielscher Preises.

Prélude

Musik bildet auch 2019 einen Schwerpunkt im Filmfest-Programm. „Prélude“ von Sabrina Sarabi skizziert den Kampf eines jungen Konzertpianisten, der mithilfe einer Freundin darum ringt, nicht am Konkurrenzdruck des Musikkonservatoriums zu zerbrechen. In den Hauptrollen spielen mit Louis Hofmann und Liv Lisa Fries international bekannte Jungstars des deutschen Films.

Der emotionale Spielfilm „Crescendo #makemusicnotwar“ mit Peter Simonischek begleitet junge israelische und palästinensische Musiker bei einem Konzertprojekt in Israel. Eindrucksvoll erzählt Regisseur Dror Zahavi von der grenzüberschreitenden, verbindenden Kraft der Musik.

Yesterday von Danny Boyle

Die Musik ist auch der Mittelpunkt des neuen Films von Starregisseur Danny Boyle, auf den ich besonders gespannt bin: In „Yesterday“ löscht ein Stromausfall von einem Moment auf den anderen alle Songs der Beatles aus dem gesamten Menschheitsgedächnis. Nur der erfolglose Sänger Jack erinnert sich an die Band aus Liverpool – und wird mit ihren Hits in einem der meisterwarteten Filme des Jahres zum Star.

Im Dokumentarfilm „Spider Murphy Gang – Glory Days of Rock ’n‘ Roll“ blicken die ehemaligen und aktuellen Mitglieder der bayerischen Kult-Band auf ihre bewegte Karriere zurĂĽck. Zur Weltpremiere werden sie wieder vereint auf dem Roten Teppich stehen.

Ein deutsches Staraufgebot gibt es auch beim Serien-Event „Die Neue Zeit“ von Lars Kraume. Darin wehrt sich August Diehl als Walter Gropius gegen den Vorwurf, die Frauen am Bauhaus unterdrückt zu haben, wie etwa die Künstlerin Dörte Helm (Anna Maria Mühe). Zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ zeigt das Filmfest die sechsteilige Serie als „Binge-Event“ komplett an einem Abend und in Anwesenheit des Teams.

Entdeckungen abseits des Mainstream

An den Anfang des 20. Jahrhunderts blickt auch das historische Drama „Vita & Virginia“. Chanya Buttons Film erzählt von der Liebesbeziehung zwischen der Autorin der Moderne, Virginia Woolf, und der Schriftstellerin Vita Sackville-West. Elizabeth Debicki und Gemma Arterton glänzen als die beiden Frauen, die ihrer Zeit literarisch und gesellschaftlich weit voraus waren.

Vita & Virginia Woolf

Gesellschaftliche Grenzerfahrungen werden in „The Day I Lost My Shadow“ aus Syrien verhandelt. Darin verarbeitet die syrische Regisseurin Soudade Kaadan ihre Erfahrungen im kriegsgebeutelten Land. Der von magischem Realismus geprägte Film zeigt, dass Krieg den Opfern immer einen Teil ihrer selbst nimmt. Wie sollen die Überlebenden damit umgehen?

the Day I lost my Shadow aus Syrien

Weit ab von Stars und großen Produktionen arbeiten Mariano Llinás und das argentinische Künstlerkollektiv „El Pampero Cine“. Gemeinsam schufen sie das 14-stündige Mammut-Filmprojekt „La Flor“, das die konventionelle Art des Filmemachens komplett auf den Kopf stellt und in drei Teilen auf dem FILMFEST MÜNCHEN gezeigt wird. Zusammengesetzt aus sechs völlig unterschiedlichen Genrefilmen ist „La Flor“ Horror-B-Movie, Spionagethriller und Musicalkomödie zugleich – und noch vieles mehr. Seit 2009 arbeitet das Kollektiv an diesem Meilenstein, ganz ohne Förderung oder Hilfe von außen.

100 Jahre Bavaria Film

Anlässlich des 100. Geburtstags der Bavaria Film zeigt das FILMFEST MÜNCHEN außerdem drei restaurierte Klassiker aus dem umfangreichen Katalog des Studios, darunter der erste in Geiselgasteig produzierte Film „Der Ochsenkrieg“ von 1920. Der Stummfilm wurde nun von Hans-Jürgen Buchner alias Haindling, der bei der Uraufführung der neuen Fassung anwesend sein wird, neu vertont. Gezeigt werden zudem die restaurierte Version des Abenteuerfilms „Wasser für Canitoga“ (1939) mit Hans Albers sowie der neue Director’s Cut von Dominik Grafs „Die Sieger“ (1994) in Anwesenheit des Regisseurs und der Schauspieler.

Vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 trifft sich die Deutsche und internationale Filmbranche auf dem 37. FILMFEST MÜNCHEN. Aktuelle Informationen unter filmfest-muenchen.de. Das komplette Programm gibt es ab dem 13. Juni. Tickets sind erhältlich im Filmfest WebShop und bei München Ticket.

 

Preisregen, Sonne satt und Filmtips beim Filmfest MĂĽnchen

So viele Filme, nur 10 Tage Zeit; FlĂĽgel mĂĽsste man haben, dachte ich mir, mit dem Rad von einem zum anderen Kino rasend.  Die CSU hat die Lösung, wie schon Stoiber mit seinem „Transrapid“: sie will ein Flugtaxi bauen, um die Staus zu umgehen. Ob die Staus in der Luft nicht viel gefährlicher sind?

die wunderbaren Franz Dinda und Sahin Eryilmaz in Ronny & Klaid
Foto: Filmfest

Da ging ich lieber in den  Film „Ronny & Klaid“ aus der Reihe Spotlight. Ronny und Klaid betreiben einen wenig erfolgreichen Laden. Klaid versucht sich beim GlĂĽcksspiel, gewinnt und verliert wieder alles. Jetzt muss er seine Schulden beim Gangsterboss zurĂĽckzahlen. Jeder zehnte Deutsche ist ein Millionär? Dann mĂĽssen sie nur 10 Kunden aus ihrem Laden entfĂĽhren! Irrwitzige Dialoge und ĂĽberrraschende Wendungen lassen einen schlapplachen. Leider steht ein Kinostart noch nicht fest.

Welcome to Sodom
Foto: Filmfest

Ein sehr wichtiger Film ist „Welcome to Sodom“ ĂĽber die größte MĂĽllhalde der Welt in Accra, Ghana, wo 6000 Menschen unter gesundheitsschädlichen Bedingungen unseren ElektromĂĽll sortieren und entsorgen. Leider halten die Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes nur die Kamera auf das Geschehen, anstatt es zu kommentieren.  Er bekam eine lobende Erwähnung auf dem Filmfest. Beim Camino-Vereih startet der Film am 2.8.18 in die Kinos, anschauen!

Jede Menge Preise wurden verliehen, das Highlight war Schauspielerin und Drehbuchschreiberin Emma Thompson, die auf der Bühne ein Ständchen sang, als sie mit dem CineMerit Award geehrt wurde.

Auch Filmfest-Wiederholungsgast Terry Gilliam wurde mit dem CineMerit Award ausgezeichnet, der gutgelaunt seinen neuen Film „The man who killed Don Quijote“ vorstellte, dessen Fertigstellung ĂĽber 20 Jahre dauerte. Witzig und ungewöhnlich mit vielen Ăśberraschungen ist er nur ein klein wenig zu lang. Am 27.9.18 kommt er in die Kinos.

SHOPLIFTERS
Foto: filmfest

Das humanistische Meisterwerk Shoplifters von Hirokazu Kore-eda begeisterte nicht nur die Jury aus Schauspielerin und Sängerin Meret Becker, Schauspielerin Amanda Plummer und Musiker Blixa Bargeld, die ihm den ARRI/Osram Award für den besten internationalen Film in der Reihe CineMasters vermachten. Die Goldene Palme von Cannes hat erschon. Hier wird die Familie aufgebrochen, Identitäten geändert, neue Moralvorstellungen entwickelt, die laut Jury Hoffnung geben.

Border
Foto: Filmfest

Der verstörende, ungeheuerliche Film „Border“ aus Dänemark von Ali Abbasi ĂĽber die „anders-aussehende“ Protagonistin, die einen herausragenden Geruchssinn hat, mit dem sie sogar AngstschweiĂź riechen kann, erhielt den CineVision Award.

Alles ist gut“ von Eva Trobisch ĂĽber sexuelle Gewalt und Nötigung, die die Betroffene einfach ignorieren möchte, gewann nicht nur den Firesci Preis des internationalen Kritikerverbandes, sondern auch den Fördepreis Neues Deutsches Kino fĂĽr Beste Regie und Schauspielproduktion. Im Herbst 2018 ist er im Kino zu sehen, sehenswert!

Wackersdorf

Das Filmfest Publikum wählte „Wackersdorf“ von Oliver Haffner, die kritische Geschichte ĂĽber die damaligen Vorkommnisse um die Proteste gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, fĂĽr den Publikumspreis aus. Hoffentlich bekommt er auch im Kino ab dem 20.9.18 genug Zuschauer!

Die BrĂĽcke“, den Friedenspreis des Deutschen Films, erhielten Ziad Doueiri fĂĽr „The Insult“ (Regiepreis international),  Lars Kraume fĂĽr „Das Schweigende Klassenzimmer“ (Regiepreis national) und Feras Fayyad fĂĽr „Die letzten Männer von Aleppo“ (Spezialpreis), Katja Benrath (Nachwuchspreis) in „Watu Wote – All of us“ und Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds bekam Oliver Bodmer bei einer festlichen Gala im CuvillĂ©e Theater.

Anna de Paoli freute sich ĂĽber den Produzentenpreis fĂĽr „A Young Man with High Potential“ und Damian John Harper ĂĽber den Preis fĂĽr das beste Drehbuch fĂĽr „In the Middle of the River„.

Und ich freue mich auf das nächste Filmfest München in 2019!

Save the Date!

 

Was gibt es Neues auf dem Sommer-Filmfest MĂĽnchens?

Cineasten und Filmliebhaber dürfen aufatmen: nur noch 10 Tage, dann können sie sich auf Münchens entspanntem Filmfest bei aufregenden Filmen in Originalfassung abkühlen, die Regisseure mit Fragen löchern und anschließend auf Partys und Empfängen Gleichgesinnte treffen.

Start ist am 27.6. 18 mit F.W. Murnaus Stummfilmklassiker „Faust – eine Deutsche Volkssage“ in der Philharmonie mit Live-Musik des Komponisten Bernd Schultheiss, gespielt von den MĂĽnchner Symphonikern.

Mackie Messer Brechts Dreigroschenfilm mit Tobias Moretti

Offiziell eröffnet wird das Fimfest MĂĽnchen am 28.6. mit „Mackie Messer –  Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim A. Lang mit Tobias Moretti, Hannah Herzsprung und Joachim Krol aus der Reihe Neues Deutsches Kino. Hier werden Klassiker ĂĽber Brechts Rechtsstreit und einem fiktiven Filmprojekt neu interpretiert mit echten Brecht-Zitaten, klingt spannend!

Emma Thomson im neuen Film Kindeswohl

Stargäste sind diesmal die zur „Dame“ gekĂĽrte Oskar-Preisträgerin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Emma Thomson, die ihren neuen Film „Kindeswohl“ und drei ihrer frĂĽheren Filme vorstellt. Sie spielt in „Kindeswohl“ eine Familienrichterin, die mit dem Fall eines leukämiekranken Jungen der Zeugen Jehovas konfrontiert ist, dessen Eltern aus religiösen GrĂĽnden einer lebensnotwendigen Bluttransfusion nicht zustimmen wollen.

der urkomische Film „Die Ritter der Kokosnuss“

Sie bekommt wie Regisseur Terry Gilliam den Cine Merit Award, dessen Filme „Brazil“, „Die Ritter der Kokosnuss„,  „Der König der Fischer“, „Lost in La Mancha“ und „The man who killed Don Quichote“ gezeigt werden. Die Verfilmung des letztgenannten Films dauerte 20! Jahre. Ich bin gespannt, was er darĂĽber beim Filmgespräch am 2.7. um 17 Uhr in der Blackbox zu erzählen weiĂź. Alle Filme unbedingt anschauen!

„Zama“

10 Filme von Meisterregisseuren wie Lucretia  Martel mit „Zama“ ĂĽber den königstreuen Zama, der 1790 auf seinem verlassenen AuĂźenposten Paraguays auf seine Versetzung nach Argentinien wartet,  locken in der Reihe Cinemasters, allesamt von den Programmern des Filmfests wärmstens empfohlen.

„Border“

In der Reihe Cinevision habe ich mir den „un certain regard“ Gewinner „Border“ aus Dänemark angekreuzt; die beim Zoll arbeitende Tina hat einen ausgezeichneten Geruchssinn und bei einer Begegnung mit einem auĂźergewöhnlich riechendem Mann öffnet sich eine TĂĽr zu einer mythologischen Welt. In „Chuva Ă© cantoria na aldeia dos mortos“ erlebt ein Eingeborener aus dem Brasilianischen Regenwald die GroĂźstadt. Auch er gewann den Jurypreis „un certain regard“. „Diamantino“ erzählt eine Geschichte ĂĽber einen Portugiesischen FuĂźball-Weltstar, der seine Talente verliert und auf der Sinnsuche mit der FlĂĽchtlingskrise, dem Neofaschismus und der Gentechnik konfrontiert wird.

Anon

Im Spotlight zeigt unter vielen anderen wieder Klaus Lemke sein neuestes Werk „Bad girl avenue“ ĂĽber Frauen, die ihre Männer in Mimosen verwandeln, um sie später auszuwidern, man darf gespannt sein! Brandaktuell der AbschluĂźfilm „Anon“ von Andrew Niccol ĂĽber die totale Datentransparenz ĂĽber eine Augenimplantation, auf der alles gespeichert wird, ein Horrofilm der nicht mehr so fernen Zukunft! Nicht entgehen lassen.

Nicht nur in diesem Film geht es um die weltweite, permanente Ăśberwachung, der EntfĂĽhrungethriller „Searching“ spielt sich ausschlieĂźlich auf Computerbildschirmen ab, „Dragonfly Eyes“ von Bing Xu besteht nur aus Material mit Ăśberwachungskameras.

Filme von Philipp Gröning und Lucretia Martel sind in der Retrospektive zu sehen, die International Independents warten mit 64! spannenden Filmen auf. Das Seriencamp, Kinderfilmfest, die neuen Deutschen Serien und Filme runden das umfangreiche Programm ab. Natürlich sind alle Filmemacher in der Blackbox live zu erleben. Neben vielen Fachveransstaltungen und Workshops laden öffentliche Partys zum Feiern ein, darunter im Bahnwärter Thiel am 30. Juni.

Alles Infos unter filmfest-muenchen

Fotocredit: Filmfest MĂĽnchen

Titelbildcredit: aus „Lost in La Mancha“ Diego Lopez Calvin

Lachmuskeltraining, Familiengeschichten und politische Brisanz auf dem MĂĽnchner Filmfest

Meine Favoriten vom Filmfest

Deutsche Komödien waren ein Angriff auf die Lachmuskeln mit integriertem Bauchmuskeltraining wie bei Fühlen Sie sich auch manchmal ausgebrannt und leer? Paartherapeutin Luisa, gespielt von der fantastischen Lena Beckmann, hat ein leidenschaftliches Wochenende mit ihrem Liebhaber, mit viel Körpereinsatz gespielt von Benno Führmann, geplant, als ihr Ehemann (Charly Hübner) einen Hexenschuß erleidet und nicht zum geplanten Klassentreffen fahren kann. Die chaotische Luisa ist verzweifelt, als sie plötzlich einen Klon von sich vor sich sieht. Ideal denkt sie, dann kann ihre Doppelgängerin sich um ihren Mann kümmern, während sie ihren Liebhaber treffen kann. Den Männern gefällt ihr naives, ständig mampfendes, zweites Ich. Mit viel schrägem Humor inszeniert Regisseurin Lola Randl diesen rasanten Film, inklusive überaschendem Ende, empfehlenswert! Ab 18.10.2017 kommt er in´s Kino.

Lena Beckmann und Benno FĂĽhmann im herrlich komischen Liebesrausch

Beim Förderpreis Neues Deutsches Kino räumte Sommerhäuser von Sonja Maria Körner den Regie- und Produzenten-Preis ab. Die schwangere Regisseurinn bedankte sich bei ihrer Mutter über die Betreuung ihrer Tochter, während sie sechs Wochen am Ammersee drehte.  Der Film spielt im heissen Sommer 1976 im Gemeinschaftsgarten einer Familie, die sich über den Verkauf des Grundstücks nicht einigen können. Die Kinder erkunden den Garten und den des Nachbars, als die Nachricht von einem verschwundenen Mädchen die Runde macht.

nicht nur Entspannung in der Sommerhaus-Idylle

Die Produzenten Tobias Walker und Phillip Worm bekamen dafĂĽr den Nachwuchsproduzentenpreis. Der Film kommt am 28.10.2017 in die Kinos.

Annika Meier wurde für ihre Darstellung einer Djane in Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt  ausgezeichnet, ein schräger Film über Karl Schmidt, gespielt von Charly Hübner, der in einer Drogen-WG lebt, weil er nach dem Mauerfall einen Nervenzusammenbruch erlitt. Seine alten Kumpels, darunter Detlef Buck mit blondgefärbten Haaren, sind Techno Stars geworden und heuern ihn als Fahrer an. Eine duchgeknallte Verfilmung vom Sven Regener-Roman, die man warscheinlich am besten unter Drogeneinfluß erträgt.

Julie Langhold und Thomas Gerhold erhielten den Drehbuchpreis fĂĽr Lomo-The Language of many others, bei dem die Follower des Blogs von Karl immer mehr die Macht ĂĽber sein Leben ĂĽbernehmen…

Urkomisch deftig aus der Reihe Neues Deutsches Fernsehen sind Falsche Siebziger von Mathias Kiefersauer mit Sebastian Bezzel. In einem Dorf, irgendwo in Bayern, sterben fast gleichzeitig drei reiche Senioren. Ihre eher mittellosen Kinder möchten sie in Form von Doppelgängern aufleben lassen, um die Rente zu kassieren und das Testament  ändern zu lassen. So werden die Toten in den nahen Salzstollen verfrachtet.  Die Doppelgänger sind schnell gefunden. Urkomisch, daß der Priester eine Affäire mit einer der Verstobenen hatte und nun die verwirrte Doppelgängerin anbaggert. Haarsträubende Verwicklungen ohne Ende und Tote am Fließband lassen die Tränen vor pechschwarzem Humor fließen.

die Falschen Siebziger und ihre „Kinder“

Tragikomisch ist der Bernd Burgemeister Preisträgerfilm Zuckersand von Dirk Kummer. Als die zwei besten Freunde Jonas und Fred in der ehemaligen DDR einen Bumerang geschenkt bekommen, entsteht die Idee, einfach einen Tunnel bis nach Australien zu graben. Das hat tragische Folgen. Beide Jungen fürchten, für immer getrennt zu werden, als Fred´s Mutter einen Ausreiseantrag stellt. Tilman Döbler als Jonas trägt den Film mit viel Humor, seine Mutter traut sich, gegen die DDR-Repressalien verbotenerweise menschlich zu sein.

die zwei besten Freunde aus Zuckersand

Sofia Coppola beehrte das Filmfest mit einer Retrospektive ihrer Filme. Ihr neuer Film die Verführten lief auch im Cine Masters Wettbewerb. Im Film spürt man die Hitze des Amerikanischen Südens umso mehr, als ein verletzter Soldat aus dem Norden von den Frauen des Mädchenpensionats gepflegt wird. Subtil erzählt Sofia Coppola, wie die Begierde sich langsam aufstaut, der Soldat, viril gespielt von Colin Farrel, alle manipuliert, aber die Frauen sich durchaus zu wehren wissen.

Der Film läuft seit dem 29. Juni in den Kinos.

Den Arri/Osram Award, der die Cine Masters Reihe prämiert, bekam Loveless von Andrej Zvyagintsev für sein Drama um einen Sohn, der spurlos verschwindet, während die Eltern sich grausam um ihre Scheidung streiten.

Mein absolutes Highlight war die Pressekonferenz mit Brian Cranston. Er verzauberte alle mit seinem Charme, seiner Lust an der Schauspielerei und inspirierte die Anwesenden, ihr Talent nicht zu verschwenden, sondern ihrer Leidenschaft zu folgen. Die neuen Episoden von Breaking Bad und alle seine Filme wurden gezeigt, darunter der hervorragende Trumbo, in dem er einen in der Mc Carthy Ă„ra verfolgten und von Kollegen denunzierten Drehbuchschreiber spielt. Daher heuert er bei einem Trashproduzenten an. Der sagt, daĂź er keine Credits am SchluĂź bekommen kann, Trumbo antwortet, das wollen Sie auch nicht. Nachträglich wird er den Oscar fĂĽr „Ein Herz und eine Krone“  bekommen, nachdem ihn Kirk Douglas engagiert hat. Humorvoll inszeniert erzählt der Film eine wahre Geschichte vom Hollywood der FĂĽnfziger Jahre in der Mc Carthy Ă„ra. Das gab eine Oscar-Nominierung fĂĽr Brian Cranston. Alle seine Filme sind sehenswert!

Brian Cranston in seinem Element auf der BĂĽhne

Politisch brisant waren viele Filme aus dem Iran, China und Lateinamerika. 1983 wird der homosexuelle Schriftsteller Andrès in die Berge der Östlichen Provinzen Kubas verbannt. Die Landarbeiterin Santa wird zu seiner Überwachung entsandt, als in der Nähe ein internationaler Kongreß stattfindet.  Auf einem Stuhl sitzend beobachtet sie ihn und die ruhigen Bilder erzählen, wie sie sich langsam annähern. Obwohl sie nichts Verdächtiges berichten kann, wird er Opfer von tätlichen Angriffen des Staatskomitees . Erstaunlicherweise wird der kritische Film Santa y Andrès auch in Kuba im Kino zu sehen sein.

Ebensfalls aus der Reihe Spotlight kommt die göttliche Ordnung über die Einführung des Wahlrechts für Frauen in der Schweiz, über das die Männer lächerlicher- und unglaublicherweise abstimmen mußten.  Für die heutige Zeit fast undenkbar und sehr empfehlenswert! Er läuft bereits im Kino.

Die „göttliche Ordnung“ löst sich auf

In der Reihe International Independents erzählt Regisseur Robert Calzadilla in El Amparo die wahre Geschichte von 14 Fischern im Grenzgebiet von Kolumbien und Venezuela, die von Militärs für Guerillas gehalten und daher erschossen wurden.  Natürlich versuchen diese, das zu vertuschen, aber die Betroffenen wehren sich bis heute.

In Fits and Starts wird die Literaturszene mit ihrer Arroganz und ihrem Snobismus auf die Schippe genommen. David Warwick wird seit Jahren mit seinem Roman nicht fertig, während seine Frau als Star gefeiert wird.  Auf einem Empfang schafft er es endlich, der aufgetakelten, gelangweiten Szene seine Meinung zu geigen, urkomisch! Der Kinostart steht noch nicht fest.

David und seine Frau und Starschriftstellerin jennifer

In A fábrica de nada erfahren die Fabrikarbeiter, dass ihr Chef seine eigenen Gerätschaften stielt, um die Produktion zu verlagern. Obwohl die Mitarbeiter mit Geld gefügig gemacht werden sollen, wehren sie sich auf schrägste Weise. Dafür erhielt der Produzent Thiago Hespanha den Cine Vision Award.

Widerstand in Form eines Musicals

Musikalisch auch der Gewinner des Publikumspreises Immer noch jung ĂĽber die Killerpilze.

nicht nur die Killerpilze feierten!

die ganze Filmbranche feierte tag und nacht, so dass viele keine Zeit zum Filme schauen hatten. Wie hartnäckig auf dem MĂĽnchner Filmfest gefeiert wird hier:http://horizonteentdecken.de/kino-und-partysucht-auf-dem-filmfest-muenchen/ . Trotzdem gab es einen Zuschauerzuwachs auch in 2017. Am 28. Juni – 7. juli 2018 geht´s weiter. Alle Infos auf www.filmfest-muenchen.de

 

 

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Finale beim Filmfest MĂĽnchen

und bald fĂĽr Deutschland, (bei der EM)?

Spannung erzeugte das Filmfest allemal, die Filme waren es und fĂĽr die Filmemacher, die auf den Preisregen hofften.

Ellen Burstyn verzauberte bei den Filmmakers live
Ellen Burstyn verzauberte bei den Filmmakers live

Die wunderbare Ellen Burstyn blieb einige Tage, schwärmte von Maren Ades Eröffnungsfilm „Toni Erdmann“ und „Schildkröten können fliegen“ aus der Retrospektive vom Regisseur Bahman Ghobadi, der eine ganze Fangemeinde zum Filmfest zog. Sie lieĂź es sich nicht nehmen, spät abends nach dem Screening von „House of Cards“, wo sie Robin Wrights Mutter spielt, fĂĽr Fragen auf die BĂĽhne zu kommen. Mit ihren 83 Jahren begeisterte sie uns mit ihrem Witz und intelligentem Charme. Ihre Arbeit wurde vom Filmfest mit dem Cine Merit Award gewĂĽrdigt.

In „The Salesman“ von Asghar Farhadi findet ein Mann in Teheran Blutspuren im Bad und seine Frau im Krankenhaus wieder, als er nach Hause kommt. Es wird nie ausgesprochen, was passiert ist. Der Ehemann versucht verzweifelt herauszufinden, wer das getan hat, um sich zu rächen, seine Frau möchte das nicht. Das bewegende Drama wurde mit dem ARRI/Osram Award als bester internationaler Film ausgezeichnet.

Die streng bewachte Liga des 8 Ordens lud in´s gruselig beleuchtete Lenbach, wo von Moderator Götz Otto die Shocking Shorts Awards aus 10 nominierten Kurzfilmen zum Thema Thrill & Crime verliehen wurden. Oskarpreisträger Florian Henckel von Donnersmark war der erste Gewinner vor 17 Jahren, in diesem Jahr freute sich Korbinian Dufter mit seinen Film „Pistenzauber“ ĂĽber eine Reise nach Hollywood zum Universal Filmmaster Programm. Bei den 13 SĂĽnden Hauptgang, der dunklen Macht der Nachspeise, der Wahrheit Wein oder dem Hoffnungsträger Bier wurde abgefeiert, was das Tanzbein hergab.

 in die Hände meiner Mutter
Jessica Schwarz und Andreas Döhler in die Hände meiner Mutter

Den Förderpreis Neues Deutsches Kino erhielt der ĂĽberraschte Regisseur Florian Eichinger fĂĽr sein Drama „Die Hände meiner Mutter„, der vom MiĂźbrauch einer Mutter an ihrem Sohn handelt, der jahrzehntelang totgeschwiegen wird. Der Hauptdarsteller Andreas Döhler wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet und an seinem derzeitigen Aufenthaltort Shanghai per Handy angerufen. Er freute sich und erzählte, daĂź er gerade nichts als Unterwäsche anhatte. Der Drehbuchpreis ging an Mareille Klein fĂĽr „Dinky Sinky„, an die Produzenten Jana Raschke und Igor Dovgal der Preis fĂĽr „Haus ohne Dach„.

Interessant, daĂź „UnterwäschelĂĽgen“ von Klaus Lemke ebenfalls fĂĽr den Nachwuchspreis nominiert war. Erfrischend witzig und lässig inszeniert, mit Klischee-Anmache wie „Ich liebe dich“ und Retourkutschen „na, hoffentlich nicht zu lange“ konnten wir Cineasten uns mal von den ernsten Filmthemen entspannen und herzlich lachen.

Klaus Lemke inmitten seiner Hauptdarstellinnen
Klaus Lemke inmitten seiner Hauptdarstellinnen

Der One Future Preis ging an Regisseur Hans Steinbichler´s „Eine unerhörte Frau„, der wegen der Verfilmung in Bayerischer Mundart erstmal nur in Bayerischen Kinos gezeigt wird. Eine wahre Geschichte um eine Mutter, von Rosalie Thomas grandios gespielt, die letztlich erfolgreich fĂĽr ihre kranke Tochter kämpft, der auĂźer ihr keiner glauben will.

Die lobende Erwähnung erhielten Anca M. Lazarescu fĂĽr „Die Reise mit Vater“ und Werner Herzog fĂĽr „Lo and Behold, reveries of the connected world“. Selber ohne Smartphone, und seinen Computer ausschlieĂźlich fĂĽr emails oder googlemaps mutzend, interviewt er Wissenschaftler, Technologieinvestoren und Roboterbauer ĂĽber die Vernetzung und wie diese uns zukĂĽnftig  beeinflussen oder beherrschen wird. Der Roboterhersteller meinte, 2050 wĂĽrden seine Roboter besser FuĂźball spielen als die Menschen, nur wer will das sehen?

Hiba und ihre Band in "ein Lied fĂĽr Nour"
Hiba (links) und ihre Band in „ein Lied fĂĽr Nour“

Mir gefiel  besonders „Ein Lied fĂĽr Nour“ wegen der charismatischen Hiba Attalah als „Nour“, die auf der BĂĽhne meinte, sie möchte lieber Ă„rztin werden als Schauspielerin. Sie bildet mit ihren Freunden als Teenager in Palästina eine Band und sie schaffen es, bei Hochzeiten zu spielen. Auf die Frage, ihr seid ja viel zu jung, antwortet die Band, wir kosten dafĂĽr weniger. Weil Mädchen nicht Musik machen dĂĽrfen, zieht sie ihre Baseballkappe in´s Gesicht, um als Junge durchzugehen. Nach einer wahren, tragischen Geschichte kommt ihr Bruder unter widrigen Umständen ganz groĂź raus, beheistert Palästina und die ganze Welt.

Der Schah, persifliert in "Nur wir drei gemeinsam"
Der Schah, persifliert in „Nur wir drei gemeinsam“

Einer meiner Favouriten war auch „Nur wir drei gemeinsam“ vom Französisch-Iranischen Komiker und Regisseur Kheiron, der auch die Hauptrolle spielt. Mit viel Humor erzählt er die wahre Geschichte seiner Eltern. Wegen Proteste gegen den Schah und danach Khomeni waren sie jahrelang im Gefängnis. Der Vater verweigerte im Gefängnis zur Geburtstagsfeier des Schahs zur Feier des Tages ein KuchenstĂĽck zu essen, wurde  in Einzelhaft genommen und gefoltert. Später konnten sie aus dem Iran fliehen und landeten in der Banlieue von Paris. Hier schafften sie es, ein friedliches Refugium aufzubauen.

Dieser Film und  „Auf Augenhöhe“ freuten sich ĂĽber den Publikumspreis. Dieses honorierte das Filmfestprogramm mit einem Zuwachs, ĂĽber 79000 Zuschauer wollten die Filme sehen, Filmemacher treffen und bei den Partys feiern.

Mehr auf https://www.filmfest-muenchen.de

 

 

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Das Filmfest naht, da ist das Wetter fast egal!

Ob es wohl wie im letzten Jahr tropisch wird, wenn das Filmfest seine Kinos öffnet? Mit grellbuntem Eis am Stiel wirbt es auf den Plakaten, zum Abkühlen oder um sich bei spannenden Thrillern zu beruhigen?

Egal wie das Wetter wird, der Vorverkauf hat begonnen. Nur wie wählt man die interessantesten Filme aus dem überbordenden Programm aus? Die verschiedenen Reihen sind da nicht wirklich hilfreich.  Das Tolle: alle Filme werden in Originalfassung gezeigt und die Möglichkeit, mit Regisseuren und Schauspielern zu diskutieren ist groß.

Mit dem Cannes-Liebling „Toni Erdmann“ von Regisseurin Maren Aden wird das Filmfest am 23.6.16, einen Tag frĂĽher als bisher eröffnet. In der Reihe „Deutsches Kino“ sind 19 Weltpremieren im Programm, bei allen Filmen stehen vermeintlich un-deutsche Themen wie grenzenlose Leidenschaft, Liebe und Hass im Fokus.

Die Reihe der Deutschen Fernsehfilme zeigt unter anderen „Dead man working“ ĂĽber einen Investestmentbanker, der bei der „Siegesfeier“ seines Megadeals vom Dach fällt und der Börsenkurs daraufhin in´s Chaos versinkt.

Beim Jugendevent gibt es endlich „SmaragdgrĂĽn“, die heiss erwartete Fortsetzung von „Rubinrot“ und „Saphirblau“.

Der „CineVision“ Wettbewerb möchte junge, internationale Regie-Talente fördern und ihnen ein Forum bieten.

Ellen Burstyn in House of Cards
Ellen Burstyn in House of Cards

Oskarpreisträgerin Ellen Burstyn wird mit dem Cinemerit-Award fĂĽr ihr exzellentes Schaffen geehrt. Ihre Filme wie „Alice don´t live here any more“, fĂĽr den sie den Oskar bekam, sowie  zwei Folgen von „House of Cards“ werden gezeigt, in dem sie die Schwiegermutter vom Präsidenten Kevin Spacey spielt. Das kann nur spannend werden!

"Alaska" aus der Reihe Spotlight
„Alaska“ aus der Reihe Spotlight

Spotlight“ zeigt spannende Filme nahmhafter Regisseure wie Pedro Almaodovar mit „Julieta“, in dem es um Tod und Empfängnis geht oder Christopher Walken, der in „One more time“ einen Schnuzensänger darstellt. In „Alaska“ wird die Beziehung von Fausto und Nadine zwischen Paris, Mailand, Unfällen und Gefängnisaufenthalten auf die Probe gestellt.

In der Retrospektive kann man die außergewöhnlichenFilme vom Iranischen Regisseur Bahman Ghobadi entdecken, in der Christian Petzold-Reihe jene bewegenden Filme sehen, die man bisher verpaßt hat.

Unabhängig von groĂźen Studios produzierte Filme finden bei den „Internationalen Independents“ ein Forum. Ob Etalbierte Meisterregisseure bei den „Cinemasters“, Filmleute bei der Arbeit in „Lights! Camera! Action!„, beim Kinderfilmfest oder den Open-Air Skaterfilmen, die Auswahl fällt schwer.

Entspannen kann der Cineast dann bei den zahlreichen Partys.

Alle Informationen gibt es auf der Filmfest-Webseite.

 

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Mit dem Filmfest kam der Sommer inklusive Filmwelt nach MĂĽnchen

Trotz oder wegen der langersehnten Sommerhitze brach das diesjährige Internationale Filmfest München den Rekord vom letzten Jahr mit über 81000 Besuchern. Obwohl es einen Tag länger dauerte, fiel die Filmauswahl schwer.

Die Jurys der 15 Preise haben sich entschieden: Den mit 50000 € dotierten ARRI/OSRAM Award  erhielt Pedro Costa fĂĽr „Cavalo Dinheiro“, der die Wurzeln der portugiesischen Kolonialgeschichte in meisterhaften, ergreifenden Bildern beschreibt.

Der CINEVISION AWARD 2015 ging an die beste internationale Regie-Entdeckung Andrew Cividino fĂĽr „Sleeping Giant“, der vom Coming of Age bei einem tragischen Familienurlaub am Lake Ontario erzählt.

Nicht nur den One Future Preis der evangelischen Interfilmakademie, auch beim Förderpreis Neues Deutsches Kino räumte Visar Morina mit Babai die Preise für Regie und Drehbuch,  Astrit Kabashi und Val Maloku für ihr Schauspiel ab. Babai ist ein 10jähriger Albanischer Junge, der seinen nach Deutschland verschwundenen Vater sucht.

die "Babai" Crew freut sich ĂĽber ihre Preise
die „Babai“ Crew freut sich ĂĽber ihre Preise

Der charmante Rupert Everett stellte seinen mit herrlich spritzigen Dialogen gespickten „A Royal Night Out“ vor. Die Britischen Prinzessinnen Elizabeth (die spätere und jetzige Queen) und Margret möchten sich zur Feier des Kriegsendes im London 1945 unter´s Volk mischen, ein königliches VergnĂĽgen!

Jean-Jacques Annaud feierte seinen Cine Merit Award
Jean-Jacques Annaud feierte seinen Cine Merit Award

Zusammen mit Jean-Jacques Annaud wurde Everett mit dem Cine Merit Award ausgezeichnet. Dieser brachte seinen Film „Der letzte Wolf“ mit und erzählte, daĂź ihm die Chinesen beim Drehen freie Hand lieĂźen, im Gegensatz zu Produzent Bernd Eichinger beim Dreh zu „Der Name der Rose„.

Heiner Lauterbach, Udo Wachseitl und Hanno Koffler in Meister des Todes
Heiner Lauterbach, Udo Wachseitl und Hanno Koffler in Meister des Todes

Beeindruckend erzählt „Contergan“ Regisseur Daniel Harrich im fiktionalen Thriller „Meister des Todes“ von illegalem Waffenhandel Deutschlands nach Mexiko, das sich auch in der Realität im Drogenkrieg befindet. Der Mitarbeiter einer Waffenhersteller-Firma möchte nach schrecklichen Erlebnissen beim Waffenhandel in Mexiko aussteigen und sieht sich Bedrohungen von allen Seiten ausgesetzt.  Schon nach Harrichs Film „Der Blinde Fleck“ ĂĽber das Oktoberfest-Attentat wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen.  Derzeit werden illegale Waffenexporte nach Mexiko gerichtlich untersucht. Eigentlich gehört dieser brisanter Film in´s Kino, wird aber am 23.09.15 im Rahmen eines Themenabends ĂĽber Waffenhandel in der ARD laufen. AnschlieĂźend läuft die Doku „Netzwerk des Todes“ , ebenfalls von Daniel Harrich, der die Verwicklungen der Waffenfirma Heckler & Koch beim Waffenhandel mit Mexiko untersucht.

Amy Winehouse
Amy Winehouse

In „Amy“ erfuhr der Zuschauer, wie zerbrechlich und hilfsbedürftig Amy Winehouse war, doch weder ihr Vater und erst recht nicht ihr Ehemann Blake konnten ihr Halt geben, beziehungsweise hatten Interesse daran. Ihr Vater zog es vor, ein Buch und einen Film über sie machen zu lassen. Sie schaffte es zwar, von harten Drogen loszukommen, aber wandte sich stattdessen dem Alkohol zu. So zerbrach sie am Ruhm und starb an einer Alkoholvergiftung. Der Film gewann verdient den Oskar als bester Dokumentarfilm.

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Castor Party aus „ProjektA“

Ăśber den Bayern 3 und SZ Publikumspreis freuten sich die Regisseure Moritz Springer und Marcel Seehuber von „ProjektA“  ĂĽber alternative Lebensweisen, „Rettet Raffi“ erhielt den Kinderfilmfest-Publikumspreis.

 Raffi
Raffi

Swingfilme wurden im Open-Air Kino für Hartgesottene, die den Umgebungslärm ignorieren können, gezeigt, auf dem Abschlußfest bei Live-Musik die ganze Nacht durchgeswingt.

sogar barfuĂź und im Dirndl wurde geschwoft
sogar barfuĂź und im Dirndl wurde geschwoft

Während die Berlinale vom GroĂźkonzern L´OrĂ©al gesponsert wird, lieĂź sich das MĂĽnchner Filmfest vom hochwertigen Naturkosmetikkonzern Dr. Hauschka sponsern. Die Akkreditierten konnten sich nicht nur ĂĽber die ĂĽberdimensionale Segeltuchtasche mit dem Warhol-Aufdruck: „Sorry I can´t come, Andy“ freuen, sondern auch ĂĽber Dr. Hauschka´s Lemongras-Körpermilch, das angekĂĽndigte Verwöhnset Frische und Energie, bei den Temperaturen dringend gebraucht, fehlte leider. DafĂĽr konnten die Gäste des Director´s Cut das auf Naturbasis bestehende Anti-Aging-Gel Renu28 von Asea ausprobieren, ob es die Nachwirkungen der langen Partynächte ausgleichen kann.

Weitere Infos unter: www.filmfest-muenchen.de

www.asea.net

Entdeckungen auf dem 33. Internationalen Filmfest MĂĽnchen

Nur noch zwei Tage, dann kann der Film-Affine aufatmen: Das Internationale Filmfest München öffnet seine Kinos, wo es gilt, neue Film-Entdeckungen zu machen oder in den Retrospektiven alte wieder aufleben zu lassen. Das Programmer-Team reiste auf Festivals rund um die Welt und sah sich über 2000 Filme an. Grenzüberschreitungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm.

GODLOVESTHEFIGHTER_MULTICOPY_kl_700So wird in „ God loves the fighter“ in der Reihe (Spotlight) aus dem bisher eher für Strände berühmten Trinidad und Tobago das harte Leben in der Hafenmetropole Port of Spain gezeigt. In „ Theeb“ (Cinevision) muß sich der Junge Hussein um seinen kleinen Bruder Theeb kümmern und gerät in ein gefährliches Abenteuer in der Wüste Jordaniens. Drei Filme aus Kolumbien werden gezeigt, darunter „La Tierra y la Sombra“ (Cinevision), der in Cannes die Camera D ´Or für den besten Erstlingsfilm erhielt.

La sombra y
„La Tierra y la Sombra“

Dort kehrt Alfonso, dessen Sohn durch den Qualm der Feuerrodungen krank wurde, nach 17 Jahren in seine Heimat zurĂĽck, um das Ăśberleben seiner Familie zu sichern.

Sehr aktuell „Mediterraneo“ (International Independends) über Afrikanische Flüchtlinge, die ihr Leben riskieren, nur mit der zweifelhaften Hoffnung im Gepäck, in Europa ein besseres Leben zu finden. „La Obra del siglio“ (International Independents) erzählt die semidokumentarische Geschichte über eine halbfertige, stehengelassene Kernkraftwerkstatt, einst Vorzeigeobjekt der Kubanischen Revolution, in der jetzt drei Generationen miteinander zurecht kommen müssen. Geraldine Chaplin spielt in „Dolares de arena“ (Spotlight) aus der Dominikanischen Republik eine alternde Europäerin, die eine Liebesgeschichte mit einer jungen Dominikanerin hat.

ESCOBARPLMikaCotellon_AlamodeFilm1_700Benicio del Toro lehrt uns als schillernde Persönlichkeit Pablo Escobar das FĂĽrchten in „Escobar: Paradise Lost„(Spotlight), das sich  von einer anfänglichen  Liebesgesschichte bis zum Thriller ausweitet.

"Much Loved"
„Much Loved“

Kein Wunder, daĂź „Much Loved“ (International Independents) in Marokko auf den Index kam. FĂĽr die Marokkanische Gesellschaft darf es nicht sein, daĂź Frauen, die ihren Körper verkaufen, daran Freude finden und obendrein ihre Freiheit und WĂĽrde fĂĽr sich bewahren, die ihnen diese verweigert.

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Ben Stiller und Naomi Watts in „GefĂĽhlt Mitte Zwanzig“

Komödienliebhaber kommen nicht zu kurz mit der Beziehungskomödie „GefĂĽhlt Mitte Zwanzig“ von Noah Baumbach mit Ben Stiller und Naomi Watts, Broadway Therapy“ von Peter Bogdanovich und dem komplett durchgeknallten „Men & Chicken“ mit Mads Mikkelsen.

179 Deutschlandpremieren aus 54 Ländern präsentiert das Filmfest München. Alexander Payne, Rupert Everett und Jean Jacques Annaud zeigen als Ehrengäste ihre Filme.  In Kooperation mit dem Museum Brandhorst wird Andy Warhol mit der Ausstellung Yes!Yes!Yes! Warholmania und zahlreichen Filmen geehrt.

15! Preise werden verliehen, die Open Air Reihe hat dieses Jahr das Thema Swing, bei dem auf den öffentlichen Partys auch das Tanzbein geschwungen werden kann.

Alle Infos unter www.filmfest-muenchen.de

Film- oder FuĂźballfieber, keine Frage auf dem Filmfest MĂĽnchen 2014

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Eine talentierte Entdeckung aus „Die Karte meiner Träume“: Hauptdarsteller Kyle Catlett Foto Filmfest

Der fußballaffine Cinéast mußte tapfer sein auf dem diesjährigen Filmfest München.  Parallelen zwischen Film und Fußball gibt es genug, die Dramaturgie muß stimmen, sonst langweilt sich der Zuschauer!   Bisher zeigte die WM in Brasilien Herzattacken-verdächtiges Dramapotential, da müssen die Filme erstmal mithalten.

Regisseur Jean-Pierre Jeunet eröffnete das Filmfest mit seinem Film Die Karte meiner Träume“.  Mit dem Vater, einem Spät-Cowboy,  der Insekten- verrrĂĽckten Mutter, herrlich skurril gespielt von Helena Bonham-Carter und seiner Schwester, die von Schönheits-Wettbewerben träumt, lebt der hochbegabte, zehnjährige T.S. Spivet auf einer abgelegenen Farm in Montana. Wissenschaftliche Experimente gehören zu seiner Leidenschaft.  Als er plötzlich nach Washington zum Smithsonian Institut eingeladen wird, um einen Preis fĂĽr seine Erfindung zu erhalten, begibt er sich heimlich per Zug auf eine abenteuerliche Reise.  G.H. Gibson vom Smithsonian, gierig gespielt von Judy Davis, wittert sogleich enorme Publicity, als sie erfährt, daĂź der Preisträger noch so jung ist.   Da hat sie aber nicht mit seiner Familie gerechnet! Ein wunderbarer Film zum Träumen.

Beim anschließenden Eröffnungs-Empfang

Der Eröffnungsempfang im Bayerischen Hof open air
Open Air- Eröffnungsempfang im Bayerischen Hof Foto by DK

fehlten weder Jean-Pierre Jeunet noch seine Entdeckung Kyle Catlett, um mit der fast vollständig versammelten Filmbranche open air zu feiern, als die Decke des Festsaals im Bayerischen Hof  sich wie durch ein Wunder öffnete.

Am nächsten Tag ging der Party-Marathon weiter mit dem Sommerfest der Agenturen zum Brunch im H´ugos.  Abends lud die Ufa Fiction  in die Reitschule zum Networking, während auf der Praterinsel schon beim Director´s Cut das Tanzbein geschwungen wurde.  Zwei Tage später beiMovie meets Mediaim P1 war WM- vorgesorgt, die gutgelaunten  Gäste  fieberten und zitterten bei Deutschland gegen Algerien mit und stürmten anschließend die Tanzfläche. So versäumten sie das jetzt schon legendäre Interview mit Mertesacker.

Auch bei dem auf 158 Filme erschlankten Programm fiel die Auswahl schwer. “Gergiev: a certain madness” dokumentiert die Konzert-Reise vom wegen seiner Nähe zu Putin umstrittenen, zukünftigen Dirigenten der Münchner Philharmoniker Gergiev, durch die Russische Provinz mit der Transsibirischen Eisenbahn. Schweiß strömt von seinem Gesicht, wenn er ganz mit der Musik versunken, dirigiert. Einer seiner Freunde erzählt, bei ihm ginge es in der Musik um Leben und Tod.  Ein Faszinierendes Portrait des Musik-Beserkers.

Udo Kier freute sich so sehr als ĂĽber seinen Cine Merit Award, daĂź er bis morgens um vier im Bayerischen Hof feierte.

Udo, Diana Iljine und Gäste feierten im Bayerischen Hof
Udo, Diana Iljine und Gäste feierten im Bayerischen Hof Foto Filmfest

Unter anderen stellte er auch seinen Film „Tod eines Weltstars“ von Christoph Schlingensief vor, eine komplett-durchgeknallte Satire auf den Starruhm, der umso größer wird, wenn der Protagonist tot ist oder so tut.  Die schwindelerregende Kamera gleicht einer Achterbahnfahrt, nur unschärfer.

Unterhaltsamer waren Udo Kier `s Anekdoten. Während der Berlinale besuchte er die übervolle Paris Bar, in der sich tous le monde der Filmbranche trifft und entdeckte Schlingensief mit der damals  jungen Tilda Swinton. Er wollte sich zu ihnen gesellen, da der Lärmpegel alles übertönte, unterhielten sie sich zu dritt unter dem Tisch weiter.

Im Special Sreening wurde das Spätwerk von Meisterregisseur Billy Wilder „Fedora“

Marthe Keller und Henry Fonda
Marthe Keller und Henry Fonda

gezeigt, eine dĂĽstere Parabel auf den Preis des Ruhms und was mancher dafĂĽr opfern wĂĽrde. Marthe Keller spielt die Fedora und William Holden einen Filmproduzenten, der sie fĂĽr seinen Film engagieren möchte. UnwillkĂĽrlich erinnert er an Wilder´s Meisterwerk „Sunset Boulevard“ ĂĽber verblaĂźten Starruhm mit Goria Swanson als Leinwand-Legende und William Holden als armen Schriftsteller, der bei ihr einzieht.

In „Swan Song:the Story of Billy Wilder´s Fedora“ zeigt Regisseur Robert Fischer, wieviel Schwierigkeiten Wilder hatte, den Film, der in den Bavaria Film Studios gedreht wurde, zu produzieren.

Sehr amüsant erzählt Regisseur Jan Martin Scharf in “Dessau

Performance vor der „Dessau Dancers “ VorfĂĽhrung Foto DK

Dancers” von Jugentlichen1985 in Dessau, die den Breakdance für sich entdecken.  In der Öffentlichkeit! Das paßt den Apparatschicks gar nicht und sie versuchen mit allen Mitteln, sie zum organisierten “Schautanz” mit allen Vorteilen zu bewegen. Dann können sie nicht mehr verhaftet werden.  Da müssen grundlegende Enscheidungen getroffen werden.  Eine interessante Studie über Freiheit und ihren Preis!

Apropos Preise, diese wurden zahlreich vergeben auf dem Filmfest München. Den Förderpreis Deutsches Kino Regie gewann “Shoppen” Regisseur Ralf Westhoff für “Wir sind die Neuen”,

Regisseur Ralf Westhoff mit seinen „Wir sind die Neuen“ Darstellern Foto Filmfest

eine schräge Komödie über die  Ex- und wieder WG-Bewohner  Heiner Lauterbach, Gisela Schneeberger und Michael Wittenborn und ihre spießigen, jungen Nachbarn, die ob des WG Lärms nebenan verzweifeln, da der Prüfungsstress sie fertigmacht. Amüsant und überrraschend entwickelt sich die Geschichte anders als man denkt.

Den Publikumspreis gewann die gesellschaftskritisch-politische Komödie “Ein Geschenk der Götter” vom Münchner Oliver Haffner. Eine arbeitslose Schauspielerin muß zur Selbsterfahrung einen Theaterworkshop für 10 ebenfalls Arbeitslose geben und studiert, begleitet von viel Chaos, “Antigone” mit ihnen ein. Der Produzent Ingo Fliess wurde mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet.

FĂĽr seinen bewegenden Film „Das Salz der Erde“ erhielt Wim Wenders den One Future Preis. Er porträtiert sensibel den Brasilianischen Fotojournalisten Sebastiao Salgado, der fĂĽr seine Projekte die Brennpunkte der Welt bereiste, das unvorstellbare Elend in der Sahelzone oder den Genozid in Ruanda dokumentierte, bis er davon krank wurde, sich auf die noch verbliebene Schönheit der Erde konzentrierte und sein „Tribute-to-the-Earth-Project “ Genesis grĂĽndete. Auf der Brasilianischen Ranch der Familie wird der zerstörte Regenwald nach un nach wieder aufgeforstet. Film- oder FuĂźballfieber, keine Frage auf dem Filmfest MĂĽnchen 2014 weiterlesen