Alles wegen Corona: Vom Traumstrand in Sumatra nach Bangkok zwangs-geflüchtet

Nach all den Schwierigkeiten vor meiner Einreise landete ich glücklich in Sumatra, Indonesiens größter Insel. Lange hatte ich gezögert, dorthin zu fahren, schließlich gab es immer wieder Naturkatastropfen wie den Tsunani 2003, Vulkanausbrüche mit wochenlangem, dunklem Himmel und 2009 ein Erdbeben bei Padang, das über 1000 Todesopfer forderte.

Ich fand die Eco-Lodge „La Rimba“, unweit von Padang im Westen Sumatras, nur mit deren privatem Boot zu erreichen und hatte Glück, gerade wollte eine Gruppe Franzosen auch dorthin.  Angekommen, meinte ich, im Paradies zu sein. Meeresrauschen, Vogegezwitscher und Grillenzirpen waren die einzigen Geräusche, davon hatte ich nicht mal geträumt! Klimaanlagen sind hier unütz, es weht immer eine frische Brise, nachts wurde es sogar angenehm kühl.

jeden Nachmittag kühlte ein Regenguss die Luft ab

Mit Schnorchel und Flossen bewaffnet, konnte ich es kaum erwarten, die Unterwasserwelt zu erkunden. Bunte Muscheln bewegten ihre Lippen, die üblichen Rifffische ließen sich von mir nicht stören, sogar zwei mittelgroße Wasserschildkröten schwammen elegant vorbei. Unter mir schlängelte sich eine dunkelblau-weiß-gestreifte Schlange über den Grund. Korallen gab es noch, nicht so viele wie noch vor 15 Jahren in Thailand, aber immerhin waren sie nicht alle vom El Nino, beziehungsweise dem durch den Klimawandel aufgheiztem Wasser, ausgeblichen.

Ein Dschungelpfad sollte zu einem Aussichtspunkt führen. Ich lief los, kletterte über umgefallene Bäume und versuchte mich von den zackigen Farnen fern zu halten, die nach mir griffen.  Mehrmals verpasste ich den wenig sichtbaren „Pfad“, stolperte über Wurzeln und fragte mich, wie ich den Rückweg finden sollte. Meine Trekkungsandalen, T-Shirt und Shorts waren alles andere als eine gute Ausrüstung. Eine Machete, feste Schuhe, lange Hosen und Taschenlampe wären angemessen. Nach einer halben Stunde gab ich verschwitzt auf.

mein Dschungelpfad

Dreimal am Tag wurden wir liebevoll bekocht. Ich beschloss, mich digital zu detoxen, während die Franzosen oft mit ihrem Mobilgerät beschäftigt waren. Kein Wunder, jede Stunde gab es neue, unangenehme Virus-Nachrichten, bis sie mir mitteilten, dass übermorgen die Indonesische Grenze geschlossen wird. An meinem fünftem Tag nahmen wir das Boot zurück nach Padang. Auf der Webseite des Auswärtigen Amtes las ich, dass man oder frau jederzeit, auch ohne Symtome, zur Quarantäne in ein Krankenhaus eingeliefert werden kann.  Das wollte ich mir in Indonesien nicht ausmalen und während die Franzosen noch diskutierten, buchte ich schweren Herzens einen Flug über Jakarta nach Bangkok. Angekommen, erfuhr ich, dass auch Thailand gerade seine Grenzen geschlossen hatte. Glück gehabt? Hinterher weiss frau oder man es immer besser!

Tips für La Rimba:

es gibt nur dieses eine Resort am Strand, schön, um ein paar Tage zu entspannen, besonders für verliebte Pärchen und Gruppen, für Einzelreisende nicht so ideal, da das Boot allein sehr teuer ist und man darauf  angewiesen ist, mit anderen mitzufahren, vorher unbedingt reservieren.

 

 

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