Schlagwort-Archive: Myanmar

Die Fantasie im Völkerkundemuseum auf Reisen schicken

Reisen in ferne Länder sind kompliziert oder unmöglich in der Corona-Zeit und zu Hause herum hängen ist frustierend? Endlich ist das Museum fünf Kontinente in München geöffnet und bot mir die Möglichkeit, in meiner Fantasie nach Myanmar zu reisen, um es von einer anderen Perspektive kennen zu lernen. Mein erster Myanmar-Besuch vor 16 Jahren war noch unter der Militärherrschaft. Die Straßen waren so schlecht wie die Busse, die regelmäßig zusammen brachen, die Zimmer ohne Fenster und die Reisemöglichkeiten eingeschränkt.  Mehr über meine späteren Besuche in Myanmar hier:

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Als Vegetarierin durch Argentinien, Diät inklusive

Ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Argentinien. Mit dem Bus eingetroffen, hatte ich eingecheckt und begab mich auf einen Spaziergang durch den Ort. Mein Magen fing an zu knurren, es war etwa 15 Uhr. Alle Läden waren geschlossen, sogar die Supermärkte!

Nur ein paar Kioske mit Chips und Süßigkeiten hatten auf. Es mußte doch irgendwo eine Bäckerei geben? Leider beschränkte sich das Angebot auch hier nur auf Pappsüßes und Kaffees mit süßen „Croissants“, Medialunas genannt. Was wohl „Mr. Dog“ ist? Essen die Hunde? Nein, damit sind Hotdogs und anderes Fast Food gemeint.

Bei dem exzessiven Fleischkonsum hier samt dem größten Anbaugebiet von Soja wird bald nichts mehr von der grünen Lunge der Welt übrig bleiben und das Weltklima nicht besser. Muß alles gebraten, süß und/oder fett sein? Vegetarische Angebote in Restaurants beschränkten sich auf seltsame “Pizza”, “Pasta” mit Tomatensauce oder gemüsegefüllte Teigwaren. Es war zum Verzweifeln! Die ersten Tage in Argeninien hatte ich zwangsläufig abgenommen. Yoghurt, Milch und das gute Artesanal-Bier waren teurer als Wein oder in Europa.

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Radeln im Tempel-Park von Sukhothai, Thai-Massage lernen in Chiang Mai

Nach Überquerung der Burmesisch-Thailandischen Grenze bei Mae Sot war es nicht so einfach, den passenden Bus nach Sukhotai zu finden, erst mussten ein Kanadier, der in Chengdu, China, Jazz! unterrrichtet und ich uns ein Taxi teilen, um zum Busbahnhof zu kommen. In Thailand war es eine halbe Stunden früher, so hätten wir fast noch unseren Bus verpasst. Ich quartierte mich gleich in der Nähe des Busbahnhofs von Neu-Sukhotai im Siri-Guesthaus ein.

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25 Stunden im Burma-Bus von Mrauk U nach Yangoon

Von Bagan nach Mrauk U, zurück nach Yangoon und über Hpa An zur Thailändischen Grenze

Erst seit kurzem dürfen Ausländer mit dem Bus nach Mrauk U fahren. Es liegt im Rakhine State, dessen Landschaft Rudyard Kipling zum Dschungelbuch inspiriert haben soll. 1430 von König Mong Saw Mon gegründet, war die Hauptdstadt 350 Jahre ein Zentrum für Kunst, Kultur und Handel mit Portugiesen, Holländern und Arabien. Erst 1785 wurde Mrauk U von einem Birmanischen König durch Verrat erobert und nachdem die Briten 1826 ihren Verwaltungssitz nach Sittwe verlegten, damit bedeutungslos.

Ich durfte mich also in Bagan mit anderen Burmesen vier Stunden lang in einen Minibus quetschen. In Magwe mußte ich dann drei Stunden Zeit im Restaurant totschlagen, bis ein großer Bus mich nach Mrauk U mitnahm. Es gab immerhin Decken und als mein Vordermann die Rückenlehne zurückklappte, mußte ich dies auch tun, um nicht meine Knie zu zerdrücken. Diese konnte ich sogar etwas ausstrecken, rutschte nach einiger Zeit nach unten, um mich anschließend wieder aufzurichten. So wurde es mir in der Nacht nicht langweilig. Vor lauter Müdigkeit nickte ich trotz ununterbrochenem Geruckel und Serpentinen ohne Ende sogar gelegentlich ein.

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Wegen ihrer Schönheit tätowiert, die Chin-Frauen im Norden Myanmars

Von Yangoon über Pyay und Bagan in den Chin-Staat

Vom Süden Myanmar´s landete ich mal wieder in Yangoon, um weiter in den Chin-State zu reisen. Die üblichen Sehenswürdigkeiten hatte ich ja bereits vor 13 und 3 Jahren angeschaut, so fielen mir die extrem baufällig aussehenden 8 bis 9stöckigen Häuser besonders auf.

Sicher sind sie seit hundert Jahren noch nie renoviert worden und fallen wohl nur deswegen nicht zusammen, weil sie sich aneinandergereiht gegenseitig stabil halten. Im krassen Gegensatz dazu werden klimatisierte, elegante Shoppingmalls , die man nur durch eine Sicherheitsschleuse passieren darf, gebaut. Hier wird für Rolex-Uhren, Armani und Co. geworben, das ist es, was die Burmesen am dringensten brauchen.

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Einmal Paradies und zurück nach Dawei und Mawlamyine, Süd-Myanmar

Über die Thailändische Grenze nach Dawei, seinen Stränden und weiter nach Mawlamyine

Von Kanchanaburi brauchte mein hyperbequemer Bus nur 1 ½ Stunden zur Grenze nach Myanmar. Schnell wurde mein Pass abgestempelt und ich versuchte den Shuttle-Bus zur Bimanesischen Grenze zu erwischen. Fehlanzeige, alle winkten ab und die Fahrzeuge waren blitzschnell voll. So stand ich vor einer Art Travel Agency, die mir den Bus-Transport nach Dawei, der nächstgrößeren Stadt Myanmars, für 800 Baht anbot. Die Summe stand auch in allen Reiseführern, also buchten ich und ein Thailändisch-Schwedischen Pärchen die Fahrt. An der Burmesischen Grenze durften wir dann in den „Bus“ steigen, der sich als ein etwas betagter Kombi herausstellte. Alles nicht so wild, wir saßen zu dritt hinten, als noch ein Burmese sich neben uns drängeln wollte, was ich ablehnte. Nach endlosem Palaver legte sich derjenige bequem hinten auf´s Gepäck und nickte gleich ein.

Wir landeten im Shwe Moung Than Hotel in Dawei, das uns empfohlen wurde. Nachts ließ sich zwar die Klimaanlage abschalten und das Fenster öffnen, das sofort etliche Moskitos zum Anlass nahmen, sich auf mich zu stürzen. Da war es erstmal vorbei mit Schlafen, zumal sich die eisernen Sprungfedern bemerkbar machten. Am nächsten Morgen quartierte ich mich daher ins Sein Shwe Moe Guesthouse um´s Eck für einen erheblich günstigeren Preis ein, samt umweltfreundlichem Moskitoscreen am Fenster und Ventilator. Nachts war es so kühl, dass ich den Ventilator ausmachte.

Tempelaufgang in Dawei

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Traditionelle Kulinarik auf Burmesisch

Vor 10 jahren noch hatte fast jeder Myanmar-Besucher regelmäßig Magenprobleme. Das hat sich erheblich verbessert. So traute ich mich, das traditionelle Buffet aus dem nordöstlichen Shanstaat zu probieren. Gemüse- und Fleischvariationen, die letzteren kommen nicht in Frage,  werden mit frischen grünen Salat-Zutaten serviert.  Dazu schmecken selbstgemachte Chutneys und Pickles unterschiedlicher Schärfe.

Am besten und günstigsten ist es im lokalen Einheimischen-Restaurant. Der Lärmempfindliche muß allerdings mit TV-Beschallung und wenig schmeichelhaftem Neon-Licht rechnen, in dem der Weißhäutige leichenblaß aussieht, an der Straßenbeleuchtung wird dagegen gerne gespart, sprich man tappt im Dunkeln.

IMG_0060Um die Schärfe und den Knoblauch etwas zu mildern, passen Kokosnußbonbons, süß-saure Tamarindbälle und Coffecandys  hervorragend.

Pot Pot mit Nudeln und Gemüse
scharfer Hot Pot mit Nudeln, Gemüse und frischem Koreander

Chinesische Restaurants sind sehr populär und es lohnt sich, ein gutes für den scharfen Hot Pot, ürsprünglich aus der Chinesischen Provinz Szechuan, zu geniessen.

Enteneisalat mit Gratissuppe
Enteneisalat mit Gratissuppe

Die authentische Küche probierte ich auf einem Night-Market, hier Enteneisalat mit Erdnüssen, Zwiebeln, Knoblauch, Rettich, Karotten und Linsen, mmmhhh!

so wird er zubereitet
so wird der Enteneisalat zubereitet

Traditionell ist auch der Avocado-Salat aus der schwarzen Avocado mit viel Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten zubereitet, manchmal auch als Guakamole.

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IMG_0200Wem nach vitaminreicher Erfrischung ist, kann die frischen Fruchtsalate direkt von den mobilen Damen kaufen!

4. Schaukelzüge & Tempel satt beim Touristenauftrieb in Bagan

Von Hsipaw über Bagan nach Yangoon

Eins meiner schönsten Erlebnisse war die Zugfahrt über das Gokteik-Viadukt. In Hsipaw eingestiegen, wählte ich die economy class statt der ausschließlich von Touristen bevölkerten Upper class.

Mit einer Jacke als Polster machte ich mir´s gemütlich, der „Geschwindigkeit“ des Zuges angepaßt. Felder zogen vorbei, von denen uns die Arbeiter zuwinkten, entspannter geht’s kaum. Gelegentlich fing der Zug an zu schaukeln wie ein Boot bei kappeliger See, ein Wagen entgegengesetzt zum anderen. Das Geheimnis, warum er nicht entgleist?

IMG_0509Dann näherten wir uns dem Highlight, dem Gokteik-Viadukt. Nach einem Felsentunnel ratterten wir über die Brücke, nur eine Handbreit neben dem Abgrund. Da wird sogar mir ein wenig schwindelig. Gottseidank schaukelt er hier nicht!

IMG_051613 Stunden Zugfahrt waren mir doch zuviel, daher nahm ich von Pjin OO Lwin lieber den Bus nach Mandalay. Weiter in der Touristenhochburg Bagan kostete es 20 Dollar Eintritt für jeden Ausländer, auch in vielen Museen, Pagoden und sogar Parks darf er im Gegensatz zu den Burmesen zahlen. Ich nahm einen sehr bequemen Kleinbus, der mich netterweise auf mein Winken direkt am Guesthouse absetzte und mir den Eintritt ersparte.

Nach 10 Jahren erkannte ich Bagan kaum wieder, der Verkehr hatte wie die Preise erheblich zugenommen, die Ochsenkarren und Kutschen gibt es kaum mehr, letztere nur noch für Touristen. Neue PKW´s und Lastwägen dominierten jetzt die Straßen.

IMG_0531Ganz begeistert war ich vom E-Bike, einer Art umgebauten und lautlosen! Mofa. Wenigstens etwas ruhiger wäre es, wenn alle statt der ständig hupenden Motorräder darauf umsteigen würden, viel schneller waren sie wegen kreuz- und querfahrender Lastwägen, PKW´s, Trishaw´s, Bussen, Fahrrädern, Fußgängern und bepackten Handwägen auch nicht.

Überraschend, daß die Burmesen nie agressiv werden, sondern neben meinem Rad oder E-Bike herfahren, um mir zuzuwinken, etwas zu verkaufen, mich zu begrüßen oder Kußhände zuzuwerfen.

Der Sonnenuntergangs-Tourismus war ab 17:30 in vollem Gange. Am ersten Abend verschwand die Sonne vorzeitig im grauen Dunst. Tagsüber wurde es plötzlich ernorm heiß. Daher vertrieb ich mir die Zeit im geschmackvoll dekorierten „A little bit of Bagan“, das Garden-Restaurant in einer ruhigen Seitenstrasse.

IMG_0576Das schönste Wunder: Internet funktioniert! Liebevoll wurde das Essen zu zivilen Preisen serviert, merkwürdig, daß die meisten Touristen die lauten Lokale an der staubigen Strasse bevorzugten.

Avocado-Tomatensalat und Fruitshake à la Little bit of Bagan
Avocado-Tomatensalat und Fruitshake à la Little bit of Bagan

Am nächsten Abend wurde der nächste besteigbare Tempel besucht, von unten sah ich bereits die herunterhängenden Füße der Wartenden. Oben war die Sicht auf die Tempel und umliegenden Berge herrlich!

IMG_0580Darauf achtete kaum jemand, 1000 Fotos zu schießen ist wichtiger als die wunderbare Aussicht zu genießen. Riesenobjektive wurden auf Stativen platziert, alles, was eine Knipsfunktion vorwies, ununterbrochen gezückt. Diesmal tat die Sonne uns den Gefallen, im roten Ball hinter den Bergen zu versinken.

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IMG_0583Auf dem Rückweg durch menschenleere sandige Wege wurde mein E-Bike verdächtig langsam und der Weg kam mir plötzlich so weit vor. Wohin waren die Menschenmassen verschwunden? Hatten die eine andere Straße genommen? Mit dem letzten Rucken erreichte ich mein Guesthouse.

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erst die Speisung…
nicht ohne mein Handy gilt auch für Mönche!
dann das Handy checken, gilt auch für Mönche!

Um meine Lunge zu entstauben, schwebte mir ein Strandbesuch für die letzten Tage vor. Das würde 1 ½ Tage und auf der Rückfahrt noch einmal 7 Stunden Busfahrt für einen Tag am Strand bedeuten.

IMG_0618Alternativ erkundete ich Bago mit seinen liegenden Buddhas und Tempeln, in denen es entspannend ruhig ist, bis per Lautsprecher Gesänge die Ohren schmerzen ließ.

Das staunt die Naga-Schlange über die vielen Souveniers!
keine Pagode ohne Souveniermeile, da staunt die Naga-Schlange

Der Verkehr war hier besonders unerträglich und die Suche nach einem passablen Restaurant schwierig, so daß ich vorzeitig nach Yangoon abreiste. So schlenderte ich dort durch die Gassen und entdecke den Gewürzmarkt und einige schöne Art-Déco Gebäude.

IMG_0662 Als krönender Abschluß darf ein Besuch im legendären wunderschönen “The Strand” Hotel nicht fehlen.

IMG_0671Das schönste an Myanmar ist die Freundlichkeit und das Lächeln der Einwohner. Getrübt werden kann es  durch das Kauen der Betelnuß, die mit unappetitlichem Geräusch ausgerotzt wird. Das läßt die Zähne wie verfault oder blutunterlaufen aussehen, eher bei Männern und Älteren zu beobachten.

die Betenußbar
die Betenußbar
ohne Betelnußkauen
ohne Betelnußkauen
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mit Betelnuß

Frauen und Kinder trugen traditionell die aus Baumrinde hergestellte Thanaka Creme auf, die eine schöne Haut macht und vor Sonnenbrand schützt.

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Hsipaw, Myanmar

3. Von Mingun zur Abkühlung nach Pjin OO Lwin und Hsipaw im Shanstate

Als schreibende Reisende in Myanmar fühlte ich mich wie von der Schlange Kaa aus Rudyard Kipling´s Dschungelbuch hypnotisiert, so starrte ich auf das unendlich-kreisende Ladezeichen im Internet. Ich fühlte mich wie in einem Hamsterrad. Wann würde ich befreit? Damit hatten Kipling, George Orwell und Co. damals keine Schwierigkeiten.

Um dem Staub und hupendem Verkehr in Mandalay zu entkommen, empfiehlt sich ein Bootstrip nach Mingun. Einheimische räkeltn sich nicht in den harten Deckchairs, kein Wunder, wie ich erfahre, kostete das lokale Boot, angeblich für Ausländer verboten, wie so oft nur ein Zehntel.

IMG_0347In Mingun hatte der König Bodawpaya versucht, die größte Pagode der Welt mit Hilfe von Zwangsarbeitern zu bauen.  Wie so viele Größenwahnsinnige vor und nach ihm scheiterte er, als sie zu einem Drittel fertig war, starb er und die Bauarbeiten wurden eingestellt.   Jetzt erklomm ich wie viele Touristen barfuß den Bau und genoß den Rundumblick, nur vom ewigen Februar-Dunst Myanmars eingeschränkt.

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Mandalay, Myanmar

2. Mit Burma-Bus, Flugzeug und Boot nach Inle Lake und Mandalay

Laut den einschlägigen Reiseführern soll der reperaturbedürftige Burma-Bus bis zu 15! Stunden Verspätung haben.

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Ob dieser umgebaute, mit jedem Zentimeter vollgepackte Pick-Up gemeint ist? Ausprobieren gehört zum Burma-Abenteur dazu! Eingezwängt sollte man sich besser eine Sitzunterlage besorgen, er nimmt sich viel Zeit, damit Leute ein-, aussteigen, auf-, abladen, ein Schwätzchen halten oder essen können.

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