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Welche Insel ist die Schönste in der Thailändischen Andamanen-See?

Koh Mook, Koh Kradan, Koh Rok, Koh Lipe, Koh Adang, Koh Lanta oder Koh Jum?

Gibt es überhaupt das Paradies? Schon bei Adam und Eva war es nicht ganz perfekt. Für mich findet das Paradies im Kopf statt, wenn ich fühle, es passt, ich bin angekommen, fühle mich unendlich wohl an einem Ort. Absolut paradiesisch waren für mich der Aufenthalt im Viceroy auf Bali, allein die Massagen mit Blütenbad waren traumhaft, ebenso das Tongsai Bay Resort mit eigenem Biogarten und Kino am Strand, weit, aber nicht zu weit weg vom Touristentrubel auf Koh Samui. Bei einer Insel möchte ich einen schönen Strand zum Schwimmern, möglichst auch zum Schnorcheln. Um nicht in der Sonne zu Braten, brauche ich Schatten und einen schönen Bungalow mit Moskitonetz, Hängematte und Fenstern, die ich nachts offen lassen kann, ein für Einheimische unverständlicher Wunsch.

Auf der Suche nach den verlorenen Paradies-Inseln landete ich mit dem Zug in Trang im Süden Thailands. Da der Sleeper ausgebucht war, probierte ich einen Sitzplatz mit Ventilator, eine nicht empfehlenswerte Entscheidung! Von Trang´s Bahnhof konnte ich einfach einen Transfer nach Koh Mook buchen. Angekommen, traf ich diesmal die richtige Entscheidung, das Mook-Garden-Beach-Resort war genau richtig. Es gibt Bungalows für jeden Geldbeutel, überall im Garten laden Hängematten zum Relaxen ein, der kleine Pool hat kühles! Wasser, es ist ruhig, nicht mal Motorradlärm nervt, von überall hat man freie Sicht auf die Bucht und das Restaurant lockt mit leckerem Essen.

Koh Mook´s Steilküste

Von hier läßt sich auch der Dschungel auf verschlungenen Pfaden erkunden, Chefin Dada gibt jede Menge Tips. Baden geht nur bei Flut bei nicht besonders klarem Wasser, weit draußen kann man manchmal schnorcheln.

Koh Kradan

So buchte ich einen Schnorchel-Ausflug nach Koh Kradan und Umgebung. Die schlechte Sicht unter Wasser erinnerte mich an Zeiten vor meiner Laser-Op, alles, was weiter als einen Meter weg war,  war verschwommen. Koh Kradan hat einen wunderschönen Sandstrand mit viel Schatten, wenig Bootsverkehr und außer einigen Resorts mit Restaurants ist die Insel fast unbewohnt, zum Erholen und Schwimmen ideal. Am nächsten Tag auf Koh Rok, nur von Rangern bewohnt und gelegentlich zum Zelten freigeben, war das Wasser klar und wir konnten endlch nach Herzenslust Schnorcheln.

endlich Schnorchelsicht bei Koh Rok

Von Koh Lipe hatte ich bereits viel Gutes gelesen, warum nicht ausprobieren, dachte ich mir. Menschenmassen schälten sich aus den zahlreichen Booten, beziehungsweise enterten diese. Am Pattayastrand wurde ein- und entladen, am Sunrise-Strand auf der anderen Seite säumten wartende Longtailboote den Strand, so daß man sich kaum traute, zu Baden. Die Strände waren mit betonierten Wegen, gesäumt mit den üblichen verdächtigen Restaurants, Massagesalons, Travelagencys ect., zu Fuß erreichbar, trotzdem voller Motorradfahrer.

da fliehen sogar die Möwen am Sunrise Beach, Koh Lipe

Obwohl man theoretisch sogar hier Schnorcheln könnte, buchen die Touristen lieber die angebotenen Schnorcheltouren auf anderen Inseln. Nichts wie weg war mein erster Gedanke und ich nahm am nächsten Tag ein Longtailboot auf die gegenüberliegende Insel Koh Adang.

Koh Lipe von Koh Adang aus gesehen

Koh Adang ist das Gegenteil von Koh Lipe. Man kann in den angebotenen Zelten, im eigenem Zelt oder schönen Bungalows übernachten. Keinerlei Bebauung stört die Natur, zum Essen gibt es ein Restaurant. Endlich konnte ich in den schönen Buchten Schwimmen und Schnorcheln, herrlich enspannend! Am Ende der Bucht am Kliff ging ich den Pfad zum Viewpoint hinauf. Ich war froh, meine Trekkingsandalen dabei zu haben, denn er ist ganz schöne steil und steinig. Von oben sah Koh Lipe wieder ganz unschuldig traumhaft aus! Leider waren die Bungalows nach zwei Tagen ausgebucht, daher konnte ich den Dschungelweg zum Wasserfall oder die anderen Buchten nicht erkunden, vielleicht ein anderes Mal.

ein Strand auf Koh Adang

Die Bootsfahrt nach Koh Lanta mit dem Schnellboot dauerte circa fünf Stunden und ich war froh, ein Buch dabei zu haben, schlafen konnte ich wie einige andere wegen der ruppigen Wellen nicht. Am Pier von Ban Saladan scharten sich sofort Schlepper und Taxi-Fahrer um die ankommenden Touristen, ich setzte mich erstmal in ein kreativ-dekoriertes Café

das „Not a Toy“ Café in Ban Saladan

und fand bald ein schönes Zimmer in der Nähe. Am nächsten Morgen ließ ich mich mit dem Tuk-Tuk, das günstigste Verkehrsmittel, wenn man kein eigenes hat, zum Long Beach fahren und siehe da, ich fand meinen Fast-Traumbungalow! Es gibt keine Bungalows mit Meerblick, die sind für die Restaurants reserviert. Dafür sind es nur ein paar Schritte zum Meer, in dem ich wunderbar  Schwimmen konnte!

auch abends beleuchtet, der Long Beach auf Koh Lanta

Ich lieh mir ein Rad, um die Insel zu erkunden. So entdeckte ich den Relax-Beach, wanderte ein Stückchen weiter südlich, wo eine Bucht ganz für mich allein wartete.  Weiter Richtung Süden hinter dem Klong Nin Beach, der direkt an der lauten Straße liegt, wurde es hügellig, mit meinem Citybike kam ich ganz schön in´s Schwitzen. Dafür wurde ich mit einer schönen, unbebauten Bucht mit wenigen Besuchern hinter dem Diamond Cliff belohnt.

Diamond Cliff, Koh Lanta

Durch Zufall erfuhr ich von der nahen Insel Koh Jum und buchte die Fähre nach Krabi, die dort stoppte, damit ich mit dem Longtailboot zu meinem Resort gelangen konnte. Absolut traumhaft ist es hier! Schöne Strände, ein paar Resorts und das Schönste, hier existiert lokales Leben, es gibt 3 Dörfer mit freundlichen muslimischen Einwohnern. Es geht total entspannt und herzlich zu. Mein geliehenes Rad abschließen? Braucht es nicht, hier kennt jeder jeden. Eine Insel zum wiederkommen!

noch unverdorben, ein Strand von Koh Jum

Umwelt-Tipps:

Schönheit allein reicht natürlich nicht, jeder muss etwas dafür tun! Zum Beispiel seinen Plastik-Konsum reduzieren, indem er oder sie immer seine Wasserflasche auffüllt, statt neu kauft, geht auf Koh Lanta und Koh Jum mit der Trashhero-Flasche gratis oder mit einer anderen Flasche für 5!Baht; auf dem Festland stehen überall die großen weißen Osmosefilter herum, wo jeder seine Wasserflaschen für 1! Baht pro Liter füllen kann! Sich weigern, Smoothies aus Plastikbechern zu trinken, eine unsägliche Mode nicht nur in Thailand,  sondern seinen eigenen Becher mitbringen, in Restaurants essen, die kein Plastikgeschirr verwenden

 

Tipps für die Inseln:

Ko Mook: Im Mook Garden Resort weht immer eine Brise und es ist nicht so heiß wie im Dorf, das nur 10 Minuten zu Fuß entfernt ist, die „Smaragd“ Höhle, ein von Felsen eingeschlossener „Hong“, ein Ministrand, vor 9 Uhr morgens oder nach 4 Uhr nachmittags besuchen, sonst darf man an Riesenschlangen von paddelnden Asiaten im Gänsemarsch vorbeischwimmen.

Ko Kradan: toll zum Erholen und Schwimmen ohne Abgase

Ko Rok: ideal zum Schnorcheln, vorher im Nationalpark erkundigen, ob man in Zelten übernachten kann

Ko Lipe: wer auf viel Trubel, eine betonierte Insel und Ausflüge mit Longtailbooten, ohne am Strand Schwimmen zu können, steht, ist hier an der richtige Adresse

Ko Lanta: hat Strände für jeden Geschmack, mit vielen Restaurants oder fast einsam, mit Partyszene oder ruhig, aber immer entspannt.  Der Klong Nin Beach ist nur etwas für Abgasjunkies. Der Long Beach, wo ich mich in den ruhigen, schönen Blue Sky Bungalows mit Moskitoscreen und -netz inklusive Hängematte auf der Veranda und nur ein paar Metern zum Strand einquartierte, liegt zentral mit Restaurants und Minimarts in der Nähe, mit dem Rad kommt man vom Norden bis vor dem Diamond Cliff im Süden gut voran, weiter südlich wird es hügellig, allerdings sollte man sich vor rasenden Motorradfahrern in Acht nehmen! Toll, unabhängig einkaufen zu können, es gibt lokale Märkte mit Früchten und Gemüse, fast alles, was das Gourmet-Herz begehrt!

Ban Saladan, Koh Lanta

wer zu müde ist, sich seinen Bungalow samt Strand zu suchen, sollte erstmal zur Entspannung im Lanta Chaolay, ein paar Schritte vom Pier, absteigen, schöne Zimmer, perfekt zum Entspannen, nebenan lockt das „Not a Toy“ Café mit Frühstück

Koh Jum

die schönen Loma Sea View Bungalows liegen am Strand, wo man auch gut Schwimmen kann, um zum Dorf mit Shops, lokalen Restaurants und kleinen Frucht- und Gemüsemärkten zu kommen, muß man einige steile Treppen überwinden, dort kann man sich auch ein Rad leihen, für große Europäer leider etwas niedrig gebaut um die Insel schweißtreibend erkunden…

 

 

Vom Feuer-Dunst in Chiang Dao´s Bergen zum Temple & Radl-Paradies Chiang Rai im Norden Thailands

In Nordthailand gibt es jede Menge Berge und Nationalparks, da hatte ich mir Bergwandern eingebildet. Angekommen, erfuhr ich, daß im März und April nicht nur die Temperaturen besonders nach oben steigen, sondern die Bergsicht fast auf Null sinkt. Ob das auch der Fall wäre, wenn die Felder nicht immer noch verbotenerweise abgebrannt würden?

Ich nahm trotz allem hoffnungsfroh den Bus von Chiang Mai nach Chiang Dao,  inmitten von Bergen. Ich quartierte mich nicht im Ort, sondern in den netten Chiang Dao Huts ein, die zwischen dem Höhlen- und dem auf dem Berg liegenden Wat Tham Pla Plong liegt. Natürlich lieh ich mir ein Fahrrad, um die Gegend zu erkunden.

Die ringsumliegenden Berge lagen im Dunst und der Mount Chiang Dao, den man in zwei Tagen besteigen kann, mußte ausfallen, so schaute ich mir den tollen Höhlentempel an.

Rechts vom Tempel geht eine Treppe zu einem Pfad zu einer anderen Höhle laut Maps me. Es war entspannend, endlich mal im schattigen Wald spazieren zu gehen. Nach einer Weile war der Weg derartig von Bäumen versperrt, dass ich umkehren musste.

Macht nichts, ich radelte zu den etwa fünf schweißtreibende Kilometer entfernten heißen Quellen. Schweigebadet, ließ ich mich erst in voller Montur in den kalten Fluss fallen, dann in den runden Pool der heißen Quellen, herrlich!

Ich traf einen Deutschen, der in dem Bergtempel mit den Mönchen zusammen meditiert, fegt und lebt. So verbrachten wir den Rest des Nachmittags abwechselnd mit abkühlen, aufwärmen und erzählen. Neben den Chiang Dao Huts liegt die Cave Woman Bar, die einzige weit und breit, mit guter Musik und ich traf jeden Abend nette Leute. Am letzten Tag radelte ich zum Eingang vom Tempel Tham Pla Plong und erklomm die 500 Stufen. Alle paar Stufen sind wundervolle, buddhistische Weisheiten zu lesen, so merkte ich die viele Stufen kaum.

Chiang Rai ganz im Norden war mein nächstes Ziel. In der Staatlichen Touisteninformation nahm ich Stadtpläne und eine Karte mit Radtouren mit. Zum White Temple Wat rong khun waren es 20 Kilometer, eigentlich nicht weit, aber bei der Hitze mußte ich schattige Nebenstraßen finden und so immer wieder absteigen, um in maps me nachzuschauen, wo ich weiterfahren musste. Der Temple, gebaut von Chalermchai Kositpipat seit 1996, im Jahre 2070 ist die Fertigstellung geplant;  lohnt jede Anstrengung! Er ist ausschließlich von Spenden finanziert, die nicht höher als 250 € sein dürfen, um unabhängig zu bleiben. Da könnten sich Parteien mal eine Scheibe abschneiden!

Um hinein zu kommen, muss man erst an der „Hölle“ mit seinen verzweifelt ausgestreckten Armen und Totenköpfen vorbei, bevor man den beeindruckenden weißen Tempel betreten kann. Ich musste bei dem Anblick an die vielen Füchtlinge und die Armen dieser Welt denken.

Im Tempel tummeln sich Engel, Teufel und jede Menge Berühmtheiten wie Batmann, Spiderman, Keanu Reeves im Matrix-Kostüm, Michael Jackson und Elvis. Hier ließ ich mir Zeit zum Reflektieren und Nachdenken!

Die 53 Kilometer lange Radtour am Fluss entlang auf Straßen mit wenig Verkehr und viel Schatten kann ich nur wärmstens empfehlen. Rechts und links sind sie von Reisfeldern und  Ananasplantagen gesäumt. Natürlich war ich die einzige Radfahrerin. Da es etwas hügelig war, freute ich mich, ein gutes Mountainbike geliehen zu haben. Bei Ban Ruammit wird immer noch Elefantenreiten angeboten, obwohl bekannt ist, daß es schädlich für ihren Rücken ist. Die armen Dickhäuter standen angekettet in einem Gehege, schade, daß sie sich das gefallen lassen! Das hielt einen Elefanten nicht davon ab, zumindest mit den Rüssel seine Angebete zu knutschen.

Beim Radeln Richtung Norden kam ich auch an einem „Hilltribe-Dorf“ vorbei.

auf dem Weg zum Hilltribe-Dorf…ein sehr selten anzutreffender Radweg nicht nur in Thailand

Eine Tour würde ich nicht buchen, aber da ich schon mal da war, zahlte ich Eintritt, um mir das ganze anzuschauen. Das „Dorf“ der Akha, Yao, Lahu, Kyor und Karen war sehr klein, eigentlich zu klein, um dort 5 Hilltribe-Dörfer unterzubringen.  Als die Chinesische Gruppe zu Ende fotografiert hatte, sprach ich ein Mädchen an, die Thanaka-Paste in ihrem Gesicht hatte. Das ist sehr populär in Myanmar, die Karen kommen auch von dort.

Mit meiner Übersetzer-App konnte ich mich glücklicherweise ein bißchen unterhalten und erfuhr, daß alle Frauen aus diesem Dorf die Halsringe von klein auf tragen, mit dem Alter werden immer mehr Ringe hinzugefügt.  Dadurch werden die Schulter hinuntergedrückt, was den Hals länger erscheinen läßt.  Während sie im Dorf zum Teil selbst-gewebte Schals, Taschen und andere Souvenirs verkaufen und für die Touristen posieren, arbeiten die Männer außerhalb. Viel mehr konnte ich leider nicht erfahren.

Da Blau meine Lieblingsfarbe ist, durfte ein Besuch des Blauen Tempels nicht fehlen. Und er lohnte sich absolut!

Tips für Chiang Dao:

nicht im Ort wohnen, er ist staubig und der Verkehr nicht angenehm, besser in den Chiang Daos Huts mit liebevoll dekoriertem Garten einquartieren, die Zimmer sind sogar noch schöner als die Bungalows,; die Wanderwege und Tempel sind in der Nähe

 

Tips für Chiang Rai:

Ben´s Guesthouse kann ich sehr empfehlen, ruhige Lage, gute Zimmer und Pool, leider wie meistens ohne Schatten

Chat´s Guesthouse liegt sehr zentral, aber das Restaurant fand ich überteuert, an einem Abend wanderte eine Schnecke im Bad, am anderen eine junge Ratte, warscheinlich durch den Abfluss…

Grace Café und Bakery beimOverbrook- Hospital hat den besten und günstigsten Kaffee und fantastische Schokodesserts…, bis 15 Uhr bietet das Vegetarische Restaurant an der Rattanakeat Rd. leckere, nicht überteuerte Thai-Gerichte an, abends ist der Nightmarket empfehlenswert mit Live-Performances und riesiger Auswahl an Thai-Gerichten, die beste Massage gibt´s gegenüber bei Mueng Lanna Massage, nicht teurer, aber besser als die anderen; praktisch wäre die Möglichkeit, das Handy am Lenker zu befestigen, um nicht absteigen zu müssen, um maps me anzuschauen

 

 

Nachhaltigkeit Thai-Style mit Leidenschaft & Gourmet-Genüssen im Khum Lanna Eco-Resort, Thailand

Phrao liegt nur knapp ein bis zwei Stunden nördlich vom abgasschwangeren Chiang Mai, die ideale Oase ist das Khum Lanna EcoResort. Vor fast zwanzig Jahren fingen die Besitzer Rachet Wapeetha und seine Frau Yaowanith Boonchoosilp an, ein Holzhäuschen mit vierZimmern zu vermieten, jetzt befindet sich unter dem Gebäude die Rice for Life Ausstellung, die Rachet gerne erklärt. Nicht nur 12 gemütliche Zimmer sind es mehr geworden, sie haben auch einen beneidenswerten, wild aussehenden Bio-Gemüse- und Obstgarten angelegt, in dem zu jeder Saison frische Früchte, Kräuter und Gemüse die Küche erfreuen.

Das Tollste sind die für die Thailändische Küche notwendigen Kräuter wie zum Beispiel Zitronengras und Bergamottblätter, die bei Europäischen Temperaturen gar nicht sprießen.

Frau Yaowanith erklärt uns die Zutaten für die Thailändischen Gerichte

Da passte es natürlich hervorragend, daß Frau Yaowanith Thailändische Kochkurse anbietet. Wie es sich als exzellente Köchin gehört, sprach sie sehr zur Freude des Französischen Pärchens im Kochkurs, fließend Französisch. Die Küche ist professionell mit allem ausgerüstet, was das Kochherz begehrt und erklärt in Bildern, aber auch auf Englisch, Französisch und sogar Deutsch die Kräuter und Gemüsearten.

bei der Zubereitung des Currys…

So lernten wir die Zubereitung von Frühingsrollen, Tom Kha Gai  und Curry mit Reis, selbstverständlich mit Zutaten aus eigenem Garten. Anders als in vielen Thai-Garküchen und Restaurants werden alle Kräuter kleingeschnitten, so daß man alles mitessen kann. Da lief uns das Wasser im Munde zusammen. Zum Dinner durften wir dann unsere Köstlichkeiten vernaschen!

vegetarisch lecker: Frühlingsrollen, Tom Kha Gai und Curry à la Kum Lanna

Am Tag vorher radelte mit mir Rachet Wapeetha, ihr Ehemann, zu den umliegenden Tempeln, einer Bio– und einer Pilzfarm,  wo ich sah, wie die Engels- , „Woodear“- und Shitakepilze natürlich gezüchtet werden.

Weiter auf der Zuckerrohrfarm wurde erst das Zuckerrohr geschält, die Schalen gleich zum Befeuern genutzt. Dann wurde das Zuckerrohr zerstoßen und gepresst, die Füssigkeit in den großen Töpfen aufgekocht und der Schaum abgeschöpft. Nach mehrmaligem Aufkochen wird die braune Soße auf ein Brett mit zuckerstückengroßen Löchern gegossen und geschabt. Nach 10 Minuten sind die Stückchen fest und man schüttelt sie raus, fertig sind die rein natürlichen Zuckerrohrbonbons, beziehungsweise Würfel.

Von den Entwicklungsprojekten des verstorbenen Königs Bhumibol inspiriert, engagiert sich das Khum Lanna Resort sehr für Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit den Dörfern der Umgebung haben sie Bäume gepflanzt, die Bienenstöcke geschützt und eine Aufstellung von benötigtem Saatgut auf ihre Facebookseite gestellt, die sie noch benötigen, um weiter Wald und Wiesen aufzuforsten.

Aktiv-Urlaub wird im Khum Lanna großgeschrieben, so wurden wir um 5 Uhr 30 geweckt, um zum lokalen Markt in der Umgebung zu radeln, der bereits um 7 Uhr morgens schließt. Die Einheimischen kaufen jetzt schon ein, bevor sie zur Arbeit gehen. Darunter sind auch gewöhnungsbedürftige Ameiseneier inklusive einige noch herumwandernde Ameisen, frischer geht´s nicht!

Anschließend bereiteten wir das Mittagsessen, bestehend aus Papaya-Salat, ohne Ameisen, vor. Da lief mir beim Anblick der Zutaten; geraspelte grüne Papaya und Karotten, man kann auch Gurken und oder Melonen verwenden, geschälter Knoblauch, grüne Chillies, grüne Bohnen, Limonen, Anchovissauce, Tomaten, Tamarindensauce, gerösteter Erdnüsse und Palmzucher schon das Wasser im Munde zusammen! Nicht-Vegetarier wie dieThais fügen noch die fast überall präsente Fischsauce und getrocknete Shrimps hinzu.

Klar, dass ich mir zum Abschluß die Thai-Massage mit heißen Kräutern zur Entspannung gönnte!

Tips für´s Khum Lanna Resort:

per Songthaew kommt man für 60 Baht oder mit dem Minibus für 80 von Chiang Mai´s kleinem Busbahnhof Chang Phuak, nördlich vom historischen Zentrum, in weiniger als 1 1/2 Stunden nach Phrao, von dort wird man auf Wunsch abgeholt, dem Busfahrer unbedingt sagen, daß er einen bei Phrao´s Busbahnhof absetzen soll, sonst landet man wie ich irgendwo auf der Straße.

Gottseidank traf ich auf Pim, die Rached Wapaatha kannte! Der holte mich dann bei ihrem Proud-Coffee(Poomjai-Coffee) Stand ab, wo ich ihren superleckeren Capuccino probierte, absolut empfehlenswert! Leider gab es ihn in Plastikbechern (ich hatte meinen eigenen -Becher dabei!). Der Stand ist gegenüber der Kaisokorn-Bank, gleich um die Ecke vom Busbahnhof

Pim bei der Chai-Latte Zubereitung

Es lohnt sich, ein paar Tage zu bleiben, es gibt genügend Interessantes zu sehen und zu tun im Khum Lanna Resort und Umgebung! Für´s Bergwandern und die dazugehörige Aussicht war es Mitte März leider zu neblig und diesig, erst ab Juni wird die Sicht besser.

 

Radeln im Tempel-Park von Sukhothai, Thai-Massage lernen in Chiang Mai

Nach Überquerung der Burmesisch-Thailandischen Grenze bei Mae Sot war es nicht so einfach, den passenden Bus nach Sukhotai zu finden, erst mussten ein Kanadier, der in Chengdu, China, Jazz! unterrrichtet und ich uns ein Taxi teilen, um zum Busbahnhof zu kommen. In Thailand war es eine halbe Stunden früher, so hätten wir fast noch unseren Bus verpasst. Ich quartierte mich gleich in der Nähe des Busbahnhofs von Neu-Sukhotai im Siri-Guesthaus ein.

Von hier nahm ich am nächsten Morgen einen Songtheow nach Old-Sukhotai und von dort lieh ich mir ein Rad für 30 Baht. Im Park gab es erfeulicherweise viele Bäume und kein Auto- oder Motorradverkehr, so brachte es viel Spaß, die Tempel per Rad zu erkunden.

Überflüssigerweise gab es gelegentlich einen vorbeifahrenden Minibus, der die zahlenden Mitfahrer aufgabelte, die unpraktischerweise auf ihn warten mussten.

auch die Schulklasse hatte viel Spaß auf den Tempeln

Am Nachmittag hörte ich bei einem nahen Tempel Musik und sah eine Menschenmenge sich dazu elegant bewegen. Beim Näherkommen wurde ich ebenfalls aufgefordert, mitzutanzen. Die Thais waren begeistert und ein Mann brachte mir eine kalte, sehr süße Flüssigkeit, die ich unauffällig verschwinden lassen mußte. Nach mehreren Tempel-Umrundungen wurde es mir zu heiß und ich begab mich wieder nach Neu-Sukothai per Bus.

Weiter nach Chiang Mai brauchte der bequeme Bus nur ca. zwei Stunden, die ich sehr genoß nach den furchtbaren Straßen und Bussen in Mynamar! Der Verkehr ist unangenehm stauanfallig, aber  die kleinen Seitengassen im Historischen Zentrum sind schattig und fast Auto- und Motorradfrei, ideal zum Radfahren.

Zufällig war Vollmond und ein Tempel veranstaltete ein Fest, bei dem die Mönche unzählige, schwimmende Kerzen anzündeten.  Ich kaufte wie viele Thais ein Blumenbouquet, mit dem ich dreimal den Tempel umrundete und mir etwas wünschte. Ob der Wunsch wohl in Erfüllung geht?

Die Altstadt scheint neben einigen schönen Tempeln ausschließlich aus Massagesalons und Travelagencys zu bestehen, die alle das übliche wie Elephant-Riding oder -Camp; das letztere ist eher zu empfehlen, da die hin- und herwackelnden Gestelle, auf denen die Touristen sitzen, den Rücken des Elefanten schädigen; Besuchen von Wasserfällen, Höhlen und der Hilltribe-Dörfer, wo die Einwohner wie im Zoo begafft und fotograiert werden und „Flight like a gibbon“, wo man sich im „Dschungel“ an einem elastischen Seil zum Affen schwingen kann.

Ich wollte die Thai-Massage erlernen, so entschied ich  mich für die Old Medical Hospital Massageschool, die sich an dem Physiotherapisten Buddhas, dem „Father Doctor“ Jivaka Komarabhacca orientiert.  Die Thai-Massage ist von der Indischen Ayurvedischen Lehre inspiriert und eine Kombination aus Akupressur der Energie-Meridian-Punkte sowie eine dem Yoga-angelehnte Dehnung. Sie ist eher Energie- statt Körper-Arbeit, um den natürlichen Heilungsprozess zu stimulieren. Das ist sowohl für den Kunden als auch für den Masseur anstrengend.

Zuerst zeigte uns unser Lehrer 15 Positionen, die wir dann an den anderen Teilnehmern ausprobieren durften. Es war alles andere als einfach, sich das alles zu merken! Jeden Tag kamen neue Massagegriffe hinzu, insgesamt 56 in drei Tagen.

die Prüfung ist geschafft!

Am vierten Tag übten wir noch einmal die Praxis, bis wir am fünften Tag geprüft wurden und statt diesem opulenten Blumenstrauß wie die Thai-Kinder, unser Zertifikat bekamen.

Thai-Kinder bekommen bei bestandenem Examens dieses besondere Geschenk, genau auf die Blüten und die Scheinchen schauen!

Mein absolutes Highlight in Chiang Mai war die exzellente Ausstellung in der Seescape Gallery von „Lucktospestive“ von Luck Maisalee, die leider nur noch bis zum 18.März 2018 läuft.

 

„the last supper“ von Leonardo da Vinci, neu interpretiert als the last drunker von Luck Maisalee in der Seescape Gallery, Chang Mai

Tips für Sukhothai und Chiang Mai:

gleich am Busbahnhof von Neu-Sukhothai kann ich das Siri Siri Guesthouse mit sauberen, günstigen Zimmern empfehlen, leicht mit Mapsme zu finden, das Poo-Restaurant nicht weit entfernt an der Hauptstraße hat leckere Küche, mit dem Songtheow kommt man  für 30 Baht nach Alt-Sukhothai  und kann dort ein Rad leihen

In Chiang Mai hatte ich ein sehr schönes, sauberes Zimmer mit schnellem Wifi und Kühlschrank in Grit´s Guesthaus, wer andere Reisende kennenlernen möchte, ist in Julie´s Guesthaus an der richtigen Adresse, die Zimmer sind allerdings weniger schön, gemütlich sitzt man ohne zuviel Abgase in Kat´s Kitchen und kann die tolle Küche unter bunten Lampions genießen, statt die Abgase am Nightmarket an der starkbefahrenen Ringstraße einzuatmen und dort die gleichen Preise zu zahlen…

Abgase inklusive im Nightmarket an der Ringstraße um das Historische Zentrum, Chang Mai

Keine Lust auf zu viele Touristen? Der Kad Manee Market, 5 Minuten mit dem Rad südlich vom historischen Zentrum ist ein netter Food-Nightmarket mit Matten auf dem Boden und kleinen Tischen, wo man sich seinen Hotpot im geborgten Tontopf selber brutzelt.

Im „Art of Paradise“ kann groß und klein surrealistische Fotos ausprobieren, eine schöne Abkühlung und ein Riesenspaß, besonders, wenn man zu mehreren ist! Unbedingt vorher den Handy-Akku aufladen, da die App einen hohen Verbrauch hat.

 

25 Stunden im Burma-Bus nach Mrauk U, Rakhine State

Von Bagan nach Mrauk U, zurück nach Yangoon und über Hpa An zur Thailändischen Grenze

Erst seit kurzem dürfen Ausländer mit dem Bus nach Mrauk U fahren. Es liegt im Rakhine State, dessen Landschaft Rudyard Kipling zum Dschungelbuch inspiriert haben soll. 1430 von König Mong Saw Mon gegründet, war die Hauptdstadt 350 Jahre ein Zentrum für Kunst, Kultur und Handel mit Portugiesen, Holländern und Arabien. Erst 1785 wurde Mrauk U von einem Birmanischen König durch Verrat erobert und nachdem die Briten 1826 ihren Verwaltungssitz nach Sittwe verlegten, damit bedeutungslos.

Ich durfte mich also in Bagan mit anderen Burmesen vier Stunden lang in einen Minibus quetschen. In Magwe mußte ich dann drei Stunden Zeit im Restaurant totschlagen, bis ein großer Bus mich nach Mrauk U mitnahm. Es gab immerhin Decken und als mein Vordermann die Rückenlehne zurückklappte, mußte ich dies auch tun, um nicht meine Knie zu zerdrücken. Diese konnte ich sogar etwas ausstrecken, rutschte nach einiger Zeit nach unten, um mich anschließend wieder aufzurichten. So wurde es mir in der Nacht nicht langweilig. Vor lauter Müdigkeit nickte ich trotz ununterbrochenem Geruckel und Serpentinen ohne Ende sogar gelegentlich ein.

Am nächsten Vormittag schälte ich mich gerädert aus dem Sitz, reckte müde meine verspannten Glieder und nahm ein Taxi zum Guesthouse. Nach einer kalten Dusche fühlte ich mich erstaunlich fit genug, mir ein Rad zu leihen, um die Umgebung zu erkunden.

Mrauk U ist ein netter Ort, ideal zum Radfahren. Auf wenigen Straßen wird der Radler von hupenden Autos und Motorrädern belästigt. Herrlich, sich auf den zum Teil schattigen Wegen zu verirren!

So entdeckte ich diverse Tempel und einen wunderschönen, friedlichen See.

Nur zum Guesthouse zurück zu finden war schrierig, da die Einheimischen mir keine genauen Angaben machen konnten und ich mich völlig verfahren hatte. Der Sonnenuntergang war etwas vernebelt und diesig, die Zeit für schöne Schnappschüsse war gerade ungünstig, egal, ich traf einen Franzosen und zwei Burmesische Fofografen, die mir vom Yangoon Photo Festival erzählten.

Zurück nach Yangoon braucht der Bus 25 Stunden! Lieber hätte ich im 25hours Hotel genächtigt und mich hinbeamen lassen, leider ist das immer noch Zukunftsmusik. So landete ich im bisher schlechtesten Bus in Myanmar. Eng, ohne Platz für meine Beine, ohne Decke, stattdessen Staubwirbel, die durchs Fenster eine Staublunge förderten, daher kamen wohl die Husten- und ekligen Spuckanfälle der Einheimischen; war die Fahrt eine harte Prüfung . Die steinharte Lehne bereitete mir noch tagelang Schmerzen.

Mrauk U, photo by Edgar Mc Tressin, im Mahabandoola Park

Angekommen, weckte mich die tolle Ausstellung im Mahabandoola Park des Yangoon Photo Festivals über Cultural Heritage, Burmese Photographers and World Press Photos wieder auf.

Yangoon Photo Festival Ausstellung

Am Abend wurden die besten Myanmar Photo Stories im Institut Francais de Birmanie ausgezeichnet. Ein absolutes Highlight für mich waren die bewegenden Geschichten Myanmars und die Ausstellung von Profifotografen über Afghanistan, die Früchtlingswelle nach Europa und die Drogenmorde in den Philippinen.

Idylle an Hpa Ans Fluss

Zeit, weiter nach Hpa An über die Thailändische Grenze zu kommen. Hier bekam ich einen wunderbaren, bequemen Bus, der nur 6 Stunden brauchte! Ich blieb nur einen Tag, da ich ja schon mal dort war, und radelte in der glühenden Hitze, leider ohne viel Schatten, bis zu einer mit unzähligen Buddhas gefüllten Höhle, um mich dann im kühlen Naturpool mit planschenden Einheimischen abzukühlen, herrlich!

Höhle bei Hpa An
Sonnenuntergang in Hpa An

Tips für Mrauk U:

das Happy Garden hat schöne Bungalows für 15000 Kyat und ein nettes Restaurant

das Nice Meal Restaurant ist total überteuert und der „Service“ interessiert sich hauptsächlich für Indische Schmalzfilme

die Tempel lassen sich leicht mit dem Rad erkunden, beim Busticketkauf darauf bestehen, einen neuen, guten Bus zu bekommen! Ich kaufte an dem „Bus Station“ Stand gegenüber dem Mrauk U Luxus Hotel mein Ticket, kann ich nicht empfehlen, versuchen, ein Online-Ticket zu kaufen

Tips für Hpa an:

einen Ausflug zu den Höhlen und dem „James Bond Felsen“ machen

das Golden Sky Guesthouse hat den schönsten Flussblick von der Terrasse und passable, günstige Zimmer mehr über Hpa An hier

 

Einmal Paradies und zurück nach Dawei und Mawlamyine, Süd-Myanmar

Über die Thailändische Grenze nach Dawei, seinen Stränden und weiter nach Mawlamyine

Von Kanchanaburi brauchte mein hyperbequemer Bus nur 1 ½ Stunden zur Grenze nach Myanmar. Schnell wurde mein Pass abgestempelt und ich versuchte den Shuttle-Bus zur Bimanesischen Grenze zu erwischen. Fehlanzeige, alle winkten ab und die Fahrzeuge waren blitzschnell voll. So stand ich vor einer Art Travel Agency, die mir den Bus-Transport nach Dawei, der nächstgrößeren Stadt Myanmars, für 800 Baht anbot. Die Summe stand auch in allen Reiseführern, also buchten ich und ein Thailändisch-Schwedischen Pärchen die Fahrt. An der Burmesischen Grenze durften wir dann in den „Bus“ steigen, der sich als ein etwas betagter Kombi herausstellte. Alles nicht so wild, wir saßen zu dritt hinten, als noch ein Burmese sich neben uns drängeln wollte, was ich ablehnte. Nach endlosem Palaver legte sich derjenige bequem hinten auf´s Gepäck und nickte gleich ein.

Wir landeten im Shwe Moung Than Hotel in Dawei, das uns empfohlen wurde. Nachts ließ sich zwar die Klimaanlage abschalten und das Fenster öffnen, das sofort etliche Moskitos zum Anlass nahmen, sich auf mich zu stürzen. Da war es erstmal vorbei mit Schlafen, zumal sich die eisernen Sprungfedern bemerkbar machten. Am nächsten Morgen quartierte ich mich daher ins Sein Shwe Moe Guesthouse um´s Eck für einen erheblich günstigeren Preis ein, samt umweltfreundlichem Moskitoscreen am Fenster und Ventilator. Nachts war es so kühl, dass ich den Ventilator ausmachte.

Tempelaufgang in Dawei

Dawei ist ein angenehmer Ort mit Kolonialhäusern, Tempeln, netten Cafés und sogar einem echten Biergarten mit Bäumen, in dem ich einen schönen Abend mit meinem Netbook verbrachte, da das Internet gut funktionierte. Erst später bemerkte ich die zahlreichen, dicken Mückenstiche.

mein tägliches Frühstück in Dawei

Nach einem hervorragenden Kaffee im Journey-Café und Früchten mit Joghurt am nächsten Morgen machte ich einen langen Spaziergang und entdeckte sogar ein gemütliches Café im Europäischen Stil in der Myotwin Street. Der Besitzer Thanzawhat vom Yathasone Café zauberte gerade mit viel Gefühl die Verzierung einer Geburtstagstorte. Ich gönnte mir einen leckeren Schokoladenkuchen samt Kaffee.

der Meister am Werk

Aber ich war ja hier, um die jungfräulichen Strände zu sehen. Mit zwei französischen Schweizerinnen teilte ich ein Taxi zum Fischerdorf San Hilan und dem Tizit Strand. Von der Alphaltstrasse ging ein hügelliger Sandweg ab, der über Stock und Stein zum Dorf führte.

Es liegt idyllisch zwischen zwei Buchten, jeder lächelte uns zu, ancheinend waren sie Besucher gewöhnt. Ich wanderte auf den Aussichtspunkt, um eine bessere Rundumsicht zu haben. Absolut lohnend!

Tizit Strand

Weiter fuhren wir zum Tizit-Strand, um uns von der Hitze abkühlen zu können. Wir waren fast allein, nur ein paar Einheimische liefen uns über den Weg. Herrlich, im warmen Wasser zu schwimmen! Leider spendete keine Palme Schatten, so verließen wir dieses Idyll nach ausgiebigem Geplansche.

per Shuttle-Boot über den Mangrovensumpf

Im Internet fand ich die Sin Htauk Beach Bungalows im Süden der Dawei-Halbinsel, da mußte ich hin! So nahm ich den Bus und am Weg zum Dorf, das den Bungalows am nächsten liegt, ein Motorrad-Taxi. Der Fahrer bretterte den sandigen, holprigen, mit Schlaglöchern übersäten Weg entlang, dass mir ganz mulmig wurde. Er wollte wohl den vor ihm sehr flott fahrenden Mädels imponieren. Wir erreichten sicher den überfluteten Mangrovensumpf und wurden per Boot in die Nähe der Bungalows gebracht. Bei Niedrigwasser läuft man etwa 20 Minuten über den Sumpf.

Sin Htauk Beach bei Ebbe
die Flut kommt…

Am Strand angekommen, atmeten ich und die zwei Griechinnen, die auch im Bus waren, auf. Was für ein paradiesischer Ort! Wunderschön und unberührt! Genau das, was ich brauchte!

Die Bungallows haben alles, was der Gast benötigt, inklusive Terrasse und Liegestuhl. Hier ließe es sich aushalten, wenn man das entsprechende Kleingeld dabei hat.

Irgendwann ist auch der schönste Aufenthalt zu Ende und so wanderte ich bei Niedigwasser durch die Mangroven und wurde sogar auf dem Rückweg, da der Bus an mir vorbeiraste, von einem Burmesen, der Kokosnüsse geladen hatte, bis nach Dawei mitgenommen.

Da man nicht auf den Südlichen Inseln im Myeick Archipel übernachten kann und vieles überteuert ist, entschloß ich mich, weiter in den Norden zu fahren.

So machte ich nur kurz Station im Starlight Hotel in Ye und da ich kein Fahrrad leihen konnte, ging´s weiter nach Mawlamyine.

Auf dem Weg dahin sah ich mehrere Tempel auf steilen Felsen und fragte mich, wie diese wohl hinauf transportiert wurden? Endlich konnte ich mir ein Rad leihen, ideal für Mawlanyine. Vom Fluß wehte eine Brise, die mich auf die Hügel mit den zahlreichen Tempeln lockte.

Buddha streng bewacht

Natürlich gibt es einen Sunset-Tempel, den zu spät Gekommende per Aufzug erreichen können um sich die Treppen zu ersparen.

Sunset Tempel

Anschließend aß ich wieder auf dem Nachtmarkt am Fluß, eine Art Promenade mitsamt einem riesigen TV-Screen, auf dem Werbefilme und kurze Fußballszenen gezeigt werden. Die WM kann kommen!

Myanmar ist vorbereitet…

Tips für Dawei:

Das Shwe Moung Than Hotel ist vollklimatisiert, die Zimmer kosten 25000 Kyat mit Frühstück auf der Dachterrasse, von der man eine schöne Rundumsicht hat und das Internet gut funktioniert, ist auch nutzbar während des Tages, wenn man nur einen Snack nimmt

Das Sein Shwe Moe hat kleine, kühle Zimmer mit Fenstern und Ventilatoren, ab 8000 Kyat das kleine Einzelzimmer, von den nahen Schulen hört man die „Gesänge“ morgens und abends, die Besitzerin spricht besser Englisch als die Angestellten im Shwe Moung Than

Neben dem Shwe Moung Than schlürfte ich im von vielen Einheimischen frequentierten Journey Café guten Capuccino für 800 Kyat und Fruchtsalat mit Joghurt für 1200, draußen im Schatten war es nochmal so schön!

Wer andere Traveller kennenlernen möchte, ist im Tavoy Kitchen richtig, die Nudeln in Kokosnusssoße waren besonders lecker!

Die Strände sind nur für sehr erfahrene Motorradfahrer geeignet, da die sandigen Wege zum Strand sehr schwierig sind.

Tips für Mawlamyine:

Das Sandalwood hat preiswerte, schöne Zimmer ab 15000! Kyat mit Ventilator, unbedingt vorher reservieren! Internet funktioniert sehr gut!

Das Pann Su Wai hat auch saubere Zimmer mit Bad ab 16000 Kyat, mit Ventilator, Fenster mit Fliegengitter und Aircon, nachts war es kühl genug, um den Ventilator auszulassen, die Aircon sowieso

Schön ist es, im Grandfather-Restaurant auf dem Balkon oder auf dem Nachtmarkt dem Sonnenuntergang zuzusehen.

das einheimische „Sweet“ Restaurant macht gutes Indisches Poori-Frühstück, Shan-Nudeln und Kaffee zum unschlagbaren Preis, auffindbar mit Mapsme

 

 

Glücklich planschende Elefanten, die Brücke am Kwai und ihre furchtbare Historie in Thailand

Kanchanaburi gehört zu den heißesten Provinzen Thailands. Die Hauptstadt gleichen Namens ist nicht nur bei Bangkoker Thais ein beliebter Wochenend Hot Spot. Kein Wunder, bei Angeboten wie „Get drunk for 10 Baht, (ca 30 cent) und Restaurants, die sich “Schluck“ nennen.

das muss nicht sein, dieses schöne Café im Sitthisang Haus aus der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts gibt´s auch…

Dabei gibt es erheblich mehr zu sehen als das, wie Nationalparks und die durch Regisseur David Leans Film berühmte Brücke am Kwai, sowie Zeugnisse deren unrühmlicher Vergangenheit während der Japanischen Besatzung im 2. Weltkrieg.
Nach ein paar Stunden mit dem Bus von Bangkok quartierte ich mich im von Travelfish empfohlenen „Blue Star“ in eine gemütliche Hütte auf dem Fluss ein.

mein Bungalow im Blue Star

Hier ist es herrlich ruhig vom ewigen Verkehr, aber nachts wurde ich von sanftem Geschaukel geweckt, das sich gelegentlich wiederholte. Was war das? Vielleicht waren die Pfähle, auf denen meine Hütte gebaut war, morsch? Ein Bootsgeräusch war auch nicht zu hören, nur gelegentlich planschte ein Waran vorbei. Ein Erdbeben? Das fühlt sich nach meiner Erfahrung auf Bali ähnlich an, eigentlich ein ganz angenehmes Schaukeln, wenn es sich um ein leichtes handelt…Am nächsten Morgen bemerkte ich, dass mein Bungalow mit dem daneben liegendem verbunden war, anscheinend war der Nachbar nachts aufgestanden und in seiner Hütte auf und ab gelaufen, viel Platz hatte er da nicht.

Beim Radverleih ein paar Meter weiter musste ich mich durch den Fundus wühlen, um ein funktionierendes Zweirad für die kurze Radtour zur Brücke am Kwai zu ergattern.

An den unvermeidlichen Souvenirständen vorbei schloss ich mich den anderen Touristen an, die über die Brücke wanderten.

die berühmte Brücke am Kwai

Lautes Bimmeln kündigte einen Zug an und alle verließen die Brücke, beziehungsweise stellten sich in die dafür vorgesehenen Einbuchtungen. Die ursprüngliche Brücke sollte die von Kriegsgefangenen unter horrenden Bedingungen gebaute Bahnlinie nach Myanmar vervollständigen. Der empfehlenswerte War Cemetary und das gegenüberliegende Museum im Zentrum Kanchanaburis zeugen von den 6982 Kriegsgefangenen, die beim Bau der Bahnlinie wegen der schrecklichen Bedingungen umkamen.

die Schneise des Hellfire-Passes

Am Hellfirepass mussten sich die gefangenen Australier, Holländer und Briten sowie die angeheuerten Asiaten mit primitivsten Werkzeugen durch die Felsen schlagen.

Bei der Besichtigung wanderte ich ein Stück den wegen der Hitze  endlos scheinenden Weg mit Blick auf Myanmar entlang, bis ich aufgab. Viele Kriegsgefangene hatten weder genug zu Trinken noch zu Essen und starben elendig. Das kleine Museum und der Hellfirepass sind leicht mit dem Bus von Kanchanaburi zu erreichen.

Zurück nahm ich den Bus zum Sai Yok Noi Wasserfall in Nam Tok, in der Trockenzeit im April war dieser leider nur ein bescheidenes Rinnsaal. Die Zugfahrt von dort zurück nach Kanchanaburi inklusive der Überquerung der Brücke am Kwai war wunderbar entspannend entlang der Felder und des Flusses.

Es war heiß, so beschloß ich, den Erawan Nationalpark mit seinen 7 Wasserfällen zu besuchen. Der Bus brauchte 1 1/2 Stunden und ich dachte mir, da ist es sicher schöner, dort zu übernachten. Tja, alle Unterkünfte waren voll, da blieb nur ein kleines Minizelt übrig. Ab 18:30 schloß das einzige Restaurant am Parkeingang, also blieb mir nichts anderes übrig, als mit der Taschenlampe etwas zu lesen und früh auf dem harten Boden zu versuchen, einzuschlafen.  So wachte ich bei Sonnenaufgang auf und machte mich auf den Weg zum ersten Wasserfall.

ein Pool schöner als der

Keine Menschenseele war unterwegs und so konnte ich in aller Ruhe in den Pools plantschen, die nachmittags voller Touristen sein sollen.

Andere

In der Herrgottsfrühe war es nicht so heiß zum Wandern, aber warm genug, um sich gelegentlich abzukühlen.

Unterwegs war diese Kleidung auf Bäumen aufgehängt, vermutlich, um damit bunte Fotos machen zu können.

Fishspa war hier inklusive, das heißt, kleine Tierchen knapperten an meinen winzigen Hautfetzen und reinigten sie so. Am späten Vormittag war ich wieder zurück, um den Bus nach Kanchanaburi nehmen zu konnen.

beim Elefanten-Füttern im Elephantsworld

Elefanten-Reiten wird leider immer noch in Thailand angeboten, obwohl es den Rücken dieser Tiere schädigt,. Nicht weit von Kanchanaburi  konnte ich einen nicht ganz billigen Ausflug in´s Elephants World Camp buchen, das sich um kranke, schlecht behandelte und unterernährte Elefanten kümmert.

Kein Elefant kommt von derselben Familie, manche freunden sich miteinander an. Nur ihr Mahout darf alles mit ihnen machen, wir sollten lieber von einigen, die schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hatten,  Abstand halten.

Es brachte Spaß, diese wunderbaren Tiere etwas kennenlernen zu dürfen, im Wasser zu schrubben  und zu füttern. Für die älteren mit wenigen Zähnen kochten wir Reis und Gemüse, stampften es und formten es zu Bällchen, anschließend wurden diese vernascht!

der Elefantendame läuft schon das Wasser im Munde zusammen…

Tips für Kanchanaburi:

Alle Sehenswürdigkeiten sind innerhalb Kanchanaburis mit dem Rad zu erreichen, die außerhalb liegenden mit dem Bus. Räder werden überall für 50 Baht am Tag angeboten. Unbedingt den Zug von Nam Tok zurück nehmen, ist viel schöner als auf der Straße und er fährt über die Brücke am Kwai!

Wer im Erawan-Nationalpark übernachten möchte, sollte rechtzeitig reservieren, sonst muß er oder sie mit einem kleinen Zelt vorlieb nehmen. Wertsachen können nirgendwo eingeschlossen werden! Es empfielt sich, so früh wie möglich loszugehen, um den Massen zu entgehen.

dieses leckere Gericht entdeckte ich auf dem Nachtmarkt, hauchdünn gebackenes mit Creme, Eiern und geraspelter Kokosnuß gefüllt, hmmm

Jeden Abend von 18-22 Uhr gibt es einen Nachtmarkt westlich vom Bahnhof in Kanchanaburi mit Thai-Essen, Schuhen, Kleidung, Handyzubehör und was man sonst noch braucht oder nicht. Das Nachtleben beschränkt sich hauptsächlich auf glatzköpfige Ausländer mit Bauchansatz beim Biertrinken an den Straßenbars, für alleinreisende Frauen nicht gerade empfehlenswert.

Besser ist es, sich in ein nettes Restaurant zu setzen wie On´s Issan Thai Vegetarian mit leckerem vegetarischen und veganen Essen an der Mae Nam Khwae Rd, leider gibt es an der Straße nur 2 Tische, im Restaurant kühlt einen die Klimaanlage unangehem ab. In den Guesthäusern am Fluß ein Stückchen weiter rechts die Straße herunter kann man gemütlich essen ohne Straßenlärm- und Abgase inklusive free WiFi.

Das Blue Star Guesthouse hat blitzsaubere Zimmer und Bungalows, im Restaurant, auch ruhig, funktioniert das WiFi sehr gut.

Das wunderschöne Café im Siitisang House ist leider klimatisiert statt mit Holzventilatoren zu kühlen, drinnen sitzen ein paar Thais, vor sich Getränke zum Teil in Plastikbechern! Draußen gibt 2 Tische an der Straße.

das Siri Osot and Boonpong & Brothers House

Interessant ist es, die verbliebenen Kolonialhäuser anzuschauen, daneben kann man auf Schildern ihre Geschichte erfahren. Der Besitzer des obigen Hauses vermittelte mit geheimen Codes zwischen den Gefangenen und ihren Heimatländern, so konnten die Alliierten die Brücke am Kwai erfolgreich bombadieren.

 

Viel interessante Reiseberichte gib´s auch  bei 1001 Reiseberichte…

 

 

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Der Traum von Gärten statt Autostau

Vor einigen Monaten titelte die Abendzeitung „Bäume statt Autos“ in München. Ich träumte beim Vorbeiradeln von Gärten statt parkender und im Stau stehender Autos, deren Abgase ich einatmen durfte. Ständig wird man von stockendem Verkehr behindert, bedrängt und von ignoranten Rechtsabbiegern gefährdet. Leider kam ich beim Lesen der Untertitel wieder in die Realität zurück. Es handelt sich um die Sendlinger Straße, die jetzt Fußgängerzone bleibt.

Wo bleiben wir Radler bei der Diskussion um „Mobilität“? Wir brauchen keinen Strom, verpesten die Luft nicht und werden von den Politikern bei der Diskussion um „Mobilität“ gerne ignoriert. Die Innenstadt Münchens ist so gut wie nicht mit dem Rad zu durchqueren. Auf dem Marienplatz ist der übergroße, aufgemalte Radler verschwunden und stattdessen für Zweiräder gesperrt. Wer über den Viktualienmarkt ausweichen will, landet in einer „Fußgängerzone“ mit Taxifahrern und Bussen. Radelt man weiter über die Sparkassenstraße, zynisch Fahrradstraße genannt, ärgert und wundert man sich über rechts und links parkende und auf der Straße fahrende Autos, für einen Radweg ist kein Platz.

die Sparkassenstraße, hämisch „Fahrradstraße“ genannt

Der Hauptbahnhof  und das Sendlinger Tor sind mal wieder wegen Bauspellen gesperrt.

Rad-Allee de Luxe in Lima

Nicht nur in Paris kann man einfach ein Rad für eine halbe Stunde kostenlos leihen, in Bordeaux, Lima, und Bogota gibt es autofreie Sonntage.  Andere Städte und Länder sind erheblich fortschrittlicher, bieten preisgünstige Radverleihe und zweispurige, vor Autos und Fußgängern sichere Rad-Alleen wie in Barcelona oder Lima an.

ein Radlertraum-Weg in Barcelona

Diese befinden sich in der Mitte der Straße, die weder von Fußgängern noch von Autos benutzt werden können. Und München mit seinen aufgemalten „Radwegen“ nennt sich peinlicherweise Radlhauptstadt! Vom Europäischen Gerichtshof wurde München verpflichtet, den Feinstaub und die Abgasbelastung zu reduzieren, aber eine wirksame Reaktion blieb aus. Laut Umweltbundesamt sterben jährlich 45000 Menschen durch die Folgen des Feinstaubs. In keiner Deutschen Großstadt stehen die Autofahrerso lange im Stau wie in München. China führt ab 2020 eine E-Auto Quote ein, Volvo baut ab 2019 nur noch E-Autos, nur Deutschland besteht auf rückständige Auto-Nostalgie statt Fortschritt.

die Münchner Maximilianstraße mit aufgemaltem „Radweg“

Was ist so schön, im Stau zu stehen, Abgase einzuatmen und verzweifelt einen Parkplatz zu suchen ? Nur in Sturttgart ist die Belastung höher als in München.  Der MVV muß Anreize schaffen, damit mehr Leute auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Da ist noch sehr viel Luft nach oben und erheblicher Verbesserungsbedarf vonnöten. Wer am Stadtrand parkt, sollte zum Beispiel günstiger mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen. Wenn die Autos nur noch ausnahmsweise, wie E-Taxis und Lieferfahrzeuge, in die innere Stadt dürften wie in der Innenstadt von Bordeaux, gäbe es weder Staus noch Schadstoffbelastung.  Nicht nur Radler könnten aufatmen, es gäbe Platz und wäre ungefährlich, so dass mehr Menschen auf´s Rad umsteigen würden.

Statt Autos und zugeparkten Straßen werden Parks und Gartenrestaurants angelegt, Menschen flanieren und entspannen, während Radfahrer auf vierspurigen, geschützten Radwegen viel schneller als früher Autos an´s Ziel kommen. Was für eine Lebensqualität wäre möglich!

 

Die Kelimutu-Kraterseen, Schnorcheln im Meer und ein unfreiwilliges Rad-Salto

Flores entdecken: von Moni zu den Kelimutu-Kraterseen bis an´s Meer bei Maumere  zum Schnorcheln

Die fasziniernden Kraterseen des Kelimutu verändern ihre Farben, wenn sie beim Vordringen in tiefere Gesteinsschichten unterschiedliche Mineralien lösen. In den Tagen vor meiner Ankunft war der Nationalpark wegen Sturms geschlossen. Vom netten Dorf Moni aus brechen die meisten Besucher frühmorgens zum Sonnenaufgang zu den Kratersseen auf. Ich frühstückte erst und nahm um 8 Uhr ein Motortaxi. Das Wetter hatte gute Laune und am Eingang angekommen, ging ich den befestigten Weg entlang zu den ersten zwei Seen.

Traumhaftes Wetter ließ die Seen in kräftigem Grün schimmern. Der dritte kleinere See war weniger spektakulär dunkelgrün.

Kelimutu See No. 3

Zum Beweisfoto scharten sich die Touristen vor den zwei anderen Seen.

Toll, am steil abfallenden Fels des Kraterrands entlang zu klettern und die klare Aussicht genießen zu dürfen! Statt mit dem Motorbike wanderte ich den Weg zurück und bog in den Mini-Pfad zum Wasserfall ab. Es ging steil nach unten und ich fragte mich nach einer Weile, ob ich auf dem richtigen Weg war. Maps me führte mich sicher zu den unterhalb des Wasserfalls im Pool planschenden jungen Indonesiern.

Diese kicherten, als sie mich sahen und ich traute mich nicht, bei so vielen neugierigen Zuschauern selbst in voller Montur unterzutauchen. Die „Brücke“ über den Fluß bestand aus 6 wackeligen Bambusstangen. Als ich zögerlich anfing, diese zu überqueren, sprang ein junger Mann zu mir, nahm meine Hand und führte mich sicher hinüber. Alle lachten. Ein paar Minuten später war ich kaum im Dorf angekommen, als ein kräftiger Platzregen losging, Glück gehabt!

Am Nachmittag in Moni spazierte ich mal links und rechts ins Dorf und sofort kamen Kinder auf mich zu.

Länger als „Hello“, „What is your name“ und „my name is…“ geht die Konversation meistens nicht, dafür wird immer freundllich gelächelt und gewunken. Ein junges Mädchen kam wie viele andere vom Gottesdienst aus der Kirche und zeigte mir das traditionelle Versammlungshaus des Dorfes und wollte natürlich ein Selfie.

Das Meer und Schnorchelgründe lockten mich nach Maumere und von dort weiter Richtung Osten in das Ankermi Bungalow Resort.

Hier gibt es statt Verkehr und lauter Moschee nur das Meeresrauschen, gutes Essen und Schorchelgründe. Mit drei Finnen brachen wir zum Tauch- und Schnorcheltrip auf. Da immer noch Regenzeit herrschte, war die Sicht und der Fischreichtum nicht spektakulär. Macht nichts, es brachte Spaß, entspannt und ich sah sogar ein paar Babyrochen. Trotz Sonnencreme, T-Shirt und Shorts holte ich mir einen üblen Sonnenbrand. Eigentlich wollte ich auch den Egon besteigen, einen nahen Vulkan, leider versteckte er sich immer unter Wolken.

mein Arkemi-Bungalow direkt am Meer

Zurück in Labuan Bajo an der Westküste gönnte ich mir beim Flores-Spa eine spezielle Sonnenbrand-Behandlung, bei der eine eisige Creme aus Minze, Gurke und Lavendel aufgetragen wird. Sehr empfehlenswert, sogar Einheimische interessierten sich dafür, die sich trotz brauner Haut verbrannt hatten.

Strand bei Labuan Bajo

Ich lieh mir in der Touristeninformation ein Mountainbike und radelte Richtung Norden zu einem netten Strand. Die geliehene Taucherbrille war nicht dicht, die Korallen bescheiden, aber das Meer angenehm kühlend. Es war eigentlich viel zu heiß, um die Hügel auf und ab zu radeln. Die Straße war frei, also sauste ich bergab, als sich plötzlich der Sattel löste, hin- und her drehte und herunterrutschte. Ich flog über das Rad und schlug mir Knie, Ellenbogen, Hände und Füße blutig.

Gleich stand ich wieder auf und fuhr vorsichtig weiter, gab Rad und Schnorchelausrüstung ab und begab mich zum Siloam-Hospital. Hier wurde ich gleich mit allem versorgt, durfte mich erstmal schonen und nicht in´s Meerwasser. Zur Erholung beschloß ich, weiter nach Sumbawa in das Surfer-Paradies Pantai Lakey zu ziehen.

Tips für Moni:

die Antoneri Lodge hat Zimmer inklusive Veranda mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis, die nicht direkt an der Straße liegen, Mopi´s Place hat gutes Essen und fünf verschiedene Kaffeesorten wie den traditionellen Ingwer-Kaffee mit leichter Schärfe, gelegentlich gibt es Live-Musik

Tips für´s Schnorcheln bei Maumere:

die empfehlenswerten Sunset-und Arkemi Bungalows liegen nebeneinander, organisieren Schnorchel- und Tauchtrips und punkten mit sehr leckerem Essen, Arkemi hat gefiltertes Wasser, daß man sich in seine Wasserflasche füllen kann. Abgelegen, wie es ist, kommt man entweder per Taxi oder mit dem langsamen Bemo-Bus von Maumere dorthin, einfach das Resort dem Fahrer nennen. Ein großer Bus fährt morgens direkt nach Ende.

Mehr Geschichten über Indonesien gibt´s hier:

www.horizonteentdecken.de/category/reisen/indonesien

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Fast-Absturz in den Kratersee bei Bajawa, Flores

Umwelt- und andere Tips für Bajawa

Im Jahr 1644 entdeckte ein Portugiesiches Handelsschiff das Östliche Kap der Musa Nipa (Schlangeninsel) und taufte es Cabo des Flores. Seit dem 17ten Jahrhundert war der Name Flores offiziell, auch als die Insel 1851 an die Holländer verkauft wurde. Der größte Teil der Bevölkerung ist seit 1914 katholisch und viele Einheimische haben Italienische, Spanische und Deutsche Namen wie Wilhelmina und Johann.

Als auch in Ruteng in den Bergen der Wettergott Dauerregen bestellte, machten sich Natalia, eine Kolumbianische Spanierin, und ich gleich weiter nach Bajawa Richtung Osten auf.

die schöne Flores-Kuh vor dem Vulkan Inerie

Hier kann man bei trockenem Wetter den 2245 Meter hohen Vulkan Inerie besteigen.

Noch durchgefroren von der Nässe engagierten wir die Motortaxifahrer Roberto und Ignacio, die uns nach Bena fuhren, ein für Touristen schöngemachtes, traditionelles Ngada-Dorf.

Die Dächer sind mit Bambus und Stroh gedeckt und zum Teil mit Figuren geschmückt wie ich es bereits in Peru gesehen habe. Ngadhu sind kleine Pfähle mit Schnitzerreien und einer Kriegerfigur, die das männliche symbolisieren. Bhaga, die kleinen Hütten mit Strohdach stellen die Mutterschaft dar, in Ihnen werden Rituale der Ahnenverehrung abgehalten.

Dorf hin und her, die heissen Quellen bei Malabhaga waren das absolute Highlight! Hier fließt das heiße Wasser vom Vulkan auf der einen Seite, das kalte auf der anderen. Außer Natalia, Ignacio, Roberto und mir war keine Menschenseele zu sehen, herrlich!

Am nächsten Tag lieh ich mir in der offiziellenTouristeninformation ein neues Luxus-Mountainbike aus, um die Kraterseen des 1753 Meter hohen Wawomudha zu erkunden. Im symphatischen Ort Bajawa winkten mir alle freundlich zu und zeigten mir den Weg. Selbstverständlich bin ich die einzige Radlerin weit und breit. Die Indonesier müssen unbedingt Motorrad und Auto fahren, ist ja auch schön laut inklusive Abgase und man muß sich nicht bewegen. Für die Einheimischen ist Spazierengehen völlig unverständlich.

Es geht ein wenig bergauf bis zu einem steilen Schotterweg. Hier stell ich das Rad ab und mir begegnet Johannis, barfuß mit Sarong und Machete, der fragt, ob ich einen Guide brauche. Ich habe eine Karte mit Beschreibung und verneine.

Johan

Ein Stück geht er mit, dann bin ich alleine in wunderschöner Natur. Nach einer ganzen Weile kommt mir ein Mann mit umgehängten Gewehr entgegen, den ich nach dem Weg frage. Ich muß umkehren und glaube bald, die Mini-Abzweigung gefunden zu haben.

wo geht´s zum Kratersee?

Ich erklimme den hohen, ehemaligen Kraterrand. Ganz oben auf dem schmalen Pfad angekommen, kommt plötzlich Sturm auf und Regentropfen fallen. Ist das der angekündigte Zyklon? Rechts und links geht es steil bergab, ich versuche, mein wie ein schotenloses Segel flatterndes Regencape anzulegen, eine extrem schwierige Angelegenheit. Ich gehe ein Stück den Weg weiter nach unten, vielleicht ist es dort geschützter? Von wegen, es weht wie verrückt, aber ich sehe endlich die Kraterseen.

Schnell das Handy raus, um ein paar Fotos zu machen, ohne den Abhang hinunter zu rutschen! Vorsichtig gehe ich den rutschigen Weg zurück, eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit bei den Windstärken. Unten verpasse ich noch eine Abzweigung, so dauert es gefühlt ewig, bis ich mein ersehntes Rad erreiche. Damit kann ich dann fast wie von alleine abwärts bis Bajawa hinunterrollen, wundervoll! Angekommen bemerke ich erst meine dreckigen Füße, aufgescheuert und blutig von Steinen, die in den Trekkingsandalen gelandet sind.

Reise- und Umwelt-Tips für Bajawa, die in keinem Reiseführer stehen:

Statt mit dem lauten Motorrad stehen mehrere Rad-Touren zur Auswahl, je nach Kondition und Wetter, sie sind in der Brochure der Touristeninformation beschrieben.

der Watu Nariwato Viewpoint auf den Gunung Inerie

Viewpoints wie Watu Nariwoto auf den Inerie  Vulkan gilt es zu entdecken.

Ewal von der Touristeninfo

Der freundliche und kompetente Mitarbeiter Ewal kennt sich gut aus. Bei Ausflügen maps me aktivieren, damit man sich nicht verläuft. Einen Wasserschutz, auch für´s Handy mitnehmen, Trinkwasser und zur Sicherheit eine Taschenlampe.

Im Restaurant Milonari spielt öfters eine gute Band in netter Atmosphäre. Das Lukas Restaurant gegenüber hat leckere Indonesische Küche. Hier gibt es auch mehrere günstige Homestays.

Mehr über Indonesien hier

 

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