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Paradiesisch bemalt: Valparaiso und die Radl- & Hauptstadt Santiago de Chile

Durch trockene Felslandschaften, entlang einer ĂŒberwucherten Bahnlinie, fuhr unser Bus von Uspallata in Argentinien nach Santiago de Chile.

Nicht von ĂŒbertriebener Schöhnheit  verwöhnt, bietet Santiago neben der Straßenkunst tolle Museen, Ausstellungen und zu meiner Freude zweispurige Radwege, die die gesamte Stadt durchziehen. Da kann sich das peinlich „Radlhauptstadt“ nennende MĂŒnchen einige Scheiben abschneiden!

Ich quartierte mich im sympathischen „La Chimba“ in Bellavista ein und bekam ein ruhiges Zeibettzimmer ganz hinten, wegen der labyrint-Ă€hnlichen GĂ€nge durch Patios und diverse AufenthaltsrĂ€ume nicht leicht auffindbar.

Santiago soll nicht ganz diebesfrei sein, daher fragte ich die Angestellten, wie „gefĂ€hrlich“ die Gegend wĂ€re. Nicht ungefĂ€hrlich ist es wegen der vielen Bars und Clubs meinten diese, DiebstĂ€hle kommen oft vor.  Fast jeden Abend gab es im La Chimba nette Partys, also umging ich mögliche Gefahren und feierte mit den internationalen GĂ€sten.

Die Umgebung von Bellavista ist gespickt mit wundervollen, interessanten und kritischen Wandmalereien, daran konnte ich mich nicht sattsehen!

mehr Corazon geht nicht…

Nach Erkunden der Kunstszene mußte ich unbedingt nach Valparaiso, von dem ich schon so viel gehört hatte!

Kunst aus Deutschland in Santiago

Vorbei an Weinfeldern ging die Zugfahrt nach Valparaiso, nach dem Tal des Paradieses benannt. Das erschloß sich freilich auch nach dem zweiten Blick nicht, die bunten HĂ€user am Hang hatten jedoch viel Charme. Vor dem Bau des Panama-Kanals war Valparaiso ein wichtiger Handelhafen, jetzt ein Touristenmagnet.

 

Das finden auch viele Diebe, wer gerade ein Foto von einer besonders populĂ€ren Wandmalerei mache möchte, lĂ€uft Gefahr, daß ihm das Handy aus der Hand gerissen wird.

 

bemalt bringt MĂŒlltrennen mehr Spaß!

Also flanierte ich ohne Wertsachen durch die Gassen, nahm den 100 Jahre alten Aufzug bei besonders steilen Anstiegen und genoss die Malereien mit Aussicht.

Eine Reisende aus dem Chimba, empfohl mir zum Bergwandern den Parque Nacional de Campagna, den man mit Zug und Bus leicht erreichen sollte.

fĂŒr den Gipfel war ich leider zu spĂ€t!

Ich startete frĂŒh, aber Fahrt und Umsteigen dauerten, bis mir am Parkeingang mitgeteilt wurde, dass es zu spĂ€t war, um den Gipfel zu erklimmen.

Weder ein Puma noch andere dieser wilde Tiere begeneten mir, nur ein paar Chilenische und Argentinische Wanderer kreutzten meinen Weg. Jetzt Anfang Herbst wÀre keine Saison, im Sommer bei exzellenter Aussicht bis zum Meer drÀngelten sich die Wanderer.

Umwelttips:

natĂŒrlich gilt auch hier: Trinkwasser konnte ich im Hostel in meine Wasserflasche abfĂŒllen

Tips fĂŒr Santiago de Chile:

Im sehr sympathischen La Chimba-Hostel absteigen und wer Ruhe sucht , nach den hinteren Zweibett-Zimmern fragen, GÀste können kostenlos bei einem nahen Radverleih gut erhaltene und endlich! bequeme City- RÀder nutzen

Art-Szene Santiago de Chile im Internet eingeben, hier gibtÂŽs alle Infos ĂŒber die tolle Kunstszene und Museen, vieles kostenlos

In Bellavista stauen sich Bars, Restaurants und Clubs, das La Chimba hat gute Tips, auch fĂŒr vegetarische Restaurants, die Preise sind wie in Deutschland

Tips fĂŒr Valparaiso:

an einer free Walking tour teilnehmen

am schönsten in einem Hostel am bunten Hang wohnen, der Blick ist traumhaft!

das Drehkreuz nach oben

Einmal mit dem 100 Jahre alten Aufzug die extrem steilen HÀnge hinaufrattern und dort in einem der liebevoll eingerichteten Cafés oder Restaurants sein restliches Geld verprassen!

 

Von der Wein-Metropole Mendoza nach Uspallata im Gebirgstal

Nachdem ich Malbec auf Deutschen Weinfestivals probieren durfte, stellte ich mir Mendoza in Argentinien romantisch inmitten von Weinbergen vor.  So stand fĂŒr mich fest, das wollte ich vor Ort kennenlernen!

UrsprĂŒnglich eine WĂŒstenstadt, wird die Umgebung mit Schmelzwasser aus den Bergen gewĂ€ssert, um hervorragenden Wein anbauen zu können. Pulsierend, mit entsprechendem Autoverkehr und weit entfernten Bergen, entsprach es natĂŒrlich nicht meiner romantischen Vorstellung. Immerhin sind die Straßen von schattenspendenden BĂ€umen gesĂ€umt.

die Qual der Wahl bei der Weinprobe in Mendoza

An der sehr gut informierten Touristeninformation wurde ich sogleich auf einen Weinrundgang geschickt. Zwei Bodegas luden uns zum Verkosten ein. Die sĂŒffigen Rotweine, mit kreativen Etiketten versehen, waren ausschließlich leckere Malbecs, der Probier-Sekt befand sich in einer verdĂ€chtig bunten Flasche. Ich ahnte nichts Trockenes und ja, es handelte sich um sĂŒĂŸen Sekt, sehr beliebt bei den SĂŒĂŸigkeiten-verliebten Argentiniern.

ein Tanz fĂŒr die Touristen

Die Weinanbaugebiete liegen weit außerhalb, so nahm ich den Zug nach Maipu. Es war schon 16 Uhr, daher verzichtete ich aufÂŽs Rad-Ausleihen und ging zu Fuß zum ĂŒber 100 Jahre alten Lopez-Weingut. Nach eingehender Betrachtung der historischen WeinherstellungsgerĂ€tschaften war die FĂŒhrung durch die industriellen Anlagen natĂŒrlich auf Spanisch. Ein Franzose und ich verstanden nur die HĂ€lfte, umso mehr bei der anschließenden Verkostung. Der Malbec war hervorragend. Als die pink-grĂŒne Sektflasche auf uns zu kam, fragte ich den Ausschenkenden, ob wir nicht stattdessen einen Brut-Sekt probieren dĂŒrfen. Der war nicht offen, aber statt nur zwei Weine probieren zu dĂŒrfen, wurden uns 5 hervorragende Weißweine kredenzt.

Weinselig wurde es auch in meinem Lao-Hostel, wo sĂŒffiger Rotwein abends gratis ausgeschenkt wurde. Den jungen EnglĂ€ndern im Hostel genĂŒgte das anscheinend nicht, da sie in einem GeschĂ€ft billigen Vodka entdeckten und ausmachten, wo weißes Pulver zu bekommen war. So waren die Abende Ă€ußerst lustig und wenn ich in die Falle hĂŒpfte, gingen die jungen Leute Clubbing. Am nĂ€chsten Nachmittag erzĂ€hlten sie mir dann, wie schlecht der nĂ€chtliche Ausflug gewesen war. In Argentinischen Clubs geht der BĂ€r nicht vor 3 Uhr morgens ab und in diesem Falle wohl eher nach hinten los.

schade, daß wir Zuschauer beim Konzert in der enoteca unangenehm geblendet wurden

Den Camino de Vino mit StĂ€nden aller nahen WeingĂŒter zum Verkosten gab es leider nur im Internet vom letzten Jahr, dafĂŒr klassische Konzerte mit teilweiser Weinbegleitung. Die Konzerte im schon etwas schĂ€bigenTheater und im Centro Thematico del Vino, einem Weinmuseum, waren schön, nur wurde versĂ€umt, das grelle Licht zu dimmen, so war die AtmosphĂ€re gleich null. Da half auch der gute Wein vorher nichts!

die Bovedas in Uspallata

Mich lockten die Berge auf dem Weg nach Chile, so buchte ich ein Busticket nach Uspallata, ein kleines Dorf mit vielen Wandermöglichkeiten. Es war heiß, trotzdem wanderte ich die 2-3 Kilometer zu  den im 16. Jahrhundert errichteten Kuppeln der Bovedas, wo bis inÂŽs 19.Jahrhundert Gold, Eisen und Silber verarbeitet wurde. Jetzt bewunderte ich eine Ausstellung lokaler KĂŒnstler.

Am nĂ€chsten Tag wanderte ich die ca. 9 Kilometer lange Straße zu den 7farbigen Felsen entlang.  Auf dem Sand entdeckte ich verdĂ€chtig frische Spuren, die mich daran erinnerten, daß ich vorhin ein Schild mit einem Puma sah und versĂ€umt hatte, zu lesen, wie man sich bei einer Begegnung verhalten sollte…Leider hatte ich ihn wohl verpasst oder er hatte sich versteckt?

Irgendwann auf dem wunderschönen Weg, erreichte ich die mehrfarbigen  Felsen.

Es sah nach einem Weg zum Hochklettern aus, leider war dieser zu rutschig fĂŒr meine Trekkingsandalen. Beim Heruntergehen traf ich auf nette Argentinier, die mich mit ihrem Auto mitnahmen, so sparte ich mir den langen Weg zurĂŒck. Es hĂ€tten mich noch mehr SehenswĂŒrdigkeiten interessiert, aber in meinem Hostel, dem Puri, waren die WĂ€nde so papierdĂŒnn wie die GĂ€ste entsetzlich laut, so hatte ich nach 2 NĂ€chten genug und machte mich auf Weg nach Santiago de Chile.

Tipps fĂŒr Mendoza:

Geldwechseln: statt beim Geldautomaten horrende Summen zu zahlen, inÂŽs Casino beim Sheraton gehen und Geld wechseln oder mit Kreditkarte kostenlos! abheben

Unterkunft: fĂŒr Allenreisende eignet sich das Lao-Hostel perfekt, nicht das dorm an der Straße nehmen! hinten im Garten haben sie schöne Privatzimmer mit Bad, gute AtmosphĂ€re, ideal, um andere Reisende kennenzulernen,  mit hilfsbereitem, Englisch-sprachigem Staff

Essen: Im CafĂ© Beirut sitzt es sich schön draußen zwischen bemalten WĂ€nden, freundliches Personal bringt leckeres Essen, auch vegetarisches, das beste vegetarische Buffet gibt es im El Vegetariano in der Alem 74, leider wird alles in Plastik verpackt und in der Mikrowelle angewĂ€rmt!, daher eigenen BehĂ€lter mitbringen! Das CafĂ© und BĂ€ckerei Bröd ist ideal, um im schönen Garten entspannt ein wundervolles Brunch-FrĂŒhstĂŒck zu genießen

Brunch im Café Bröd

Radfahren:

auch hier gibt es kostenlose FahrrĂ€der ecobici genannt, bei der sehr gut informierten Touristeninfo nachfragen, normalerweise mĂŒĂŸte man es in der Municipalidad mit dem  Paß beantragen können, die RĂ€der vorher genau durchchecken, manche sind in schlechtem Zustand!

Weinverkostungen:

nur wenige wie in der Bodega Lopez sind gratis, die Touristeninfo weiß Bescheid, fĂŒr eine kleine Probe mit FĂŒhrung zahlt man etwa so viel wie fĂŒr eine Flasche Wein, lohnen tut es sich fĂŒr PĂ€rchen oder Gruppen, ein exklusives Menu mit Weinbegleitung zu buchen

Tipps fĂŒr Uspallata:

Geldautomaten gibt es nur wenige, eventuell kann man hier auch im Casino Geld abheben

Unterkunft:

nicht inÂŽs Puri Hostel am Busbahnhof gehen, da die WĂ€nde alle GerĂ€usche durchlassen und die TĂŒren halboffen abgesschlossen werden, das empfehlenswerte Samadi hat sogar einen Garten

Essen:

viel vegetarische Möglichkeiten gibt es nicht, Das Tibet-Restaurant war geschlossen, im Zentrum gegenĂŒber dem Casino gibt es ein nettes CafĂ© mit gutem Internet und leckeren Veggiesandwiches

die Touristeninfo ist sehr gut, man kann sogar FahrrÀder leihen in Uspallata

 

 

 

 

 

 

 

Die gebirgige Schönheit von Tafi del Valle und Fiambala erleben

von Tafi del Valle nach Fiambala im Nordwesten  Argentiniens

Von Tafi del Valle, von Weinreben und Bergen umgeben, hatte ich viel Gutes gelesen, warum nicht einen kleinen Schlenker dorthin machen, dachte ich. Es liegt in einem Tal, so wollte ich mir natĂŒrlich ein Rad leihen. In meinem Guesthaus standen MountainrĂ€der im Innenhof, aber die wĂŒrden ausschließlich fĂŒr gefĂŒhrte Exkusionen benutzt, hieß es. GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit ist nicht die StĂ€rke der Argentinier, besonders nicht, wenn die Siesta naht. Weder vor, noch nach der Siesta war der einzige, andere Fahrradverleih offen. So lief ich einfach zu Fuß los, um zum 10 Kilometer weitem Angostura-See zu gelangen. Es war heiß und staubig, so trampte ich bis zu den berĂŒhmten Hinkelsteinen, dem Park der Menhire, mit Gesichtern und Symbolen versehen. Leider sind sie im Freien vor Korosion ungeschĂŒtzt.

Der Parque de Menhire zeigt mit 2000! Jahren die jĂŒngsten Hinkelsteine, die jemals gefunden wurden. ZurĂŒck nahm mich nach mehreren Tramp-Versuchen und drohendem Donnergrollen ein PĂ€rchen aus Buenos Aires mit.

Fiambala liegt nicht weit von den schneebedeckten Anden, das wollte ich sehen! Schon im Dorf konnte ich die umliegenden Berge sehen und radelte ein StĂŒck mit dem Mountainbike des Besitzers vom Don Pedro Hostel los. Schon nach ein paar Minuten tat der Sitz weh, also gab ich auf. Unbequeme Leih-RĂ€der gehören zu den Argentinischen SpezialitĂ€ten.

Weintrauben satt im Garten mit Aussicht!

Im Hostel-Garten wuchsen die Weinreben, herrlich! Mit Eliza aus Italien, Jimena aus Cordoba, Argentinien und Gustavo aus Brasilien fand ich Mitfahrer fĂŒr einen Ausflug in die Berge.

Die Landschaft war mal wieder atemberaubend schön!

Pissis, der Àlteste Vulkankrater der Welt

Bis zur Chilenischen Grenze ging unsere Jeep-Tour durch die WĂŒste zu den Sechstausendern.

 

Von weitem konnten wir an der Chilenischen Grenze die Sechstausender Incuahasi, San Francisco und den el Muerto erkennen.

Los Seismiles, die Fast-Siebentausender

Tipps fĂŒr Tafi del Valle:

andere Orte sind schöner und interessanter, fĂŒr Vegetarier uninteressant!

UnterkĂŒnfte kann ich nicht empfehlen, nur nicht inÂŽs kĂŒhle und unsaubere Nomade Hostel gehen!

ansonsten kann man einige kleine Wanderungen auf eigene Faust unternehmen und Radfahren, wenn man die Verleiher ĂŒberreden könnte…

Tipps fĂŒr Fiambala:

UnterkĂŒnfte:

Das Don Perdo Hostel ist nicht besonders sauber, hat einen schönen Garten zum Chillen und ist eigentlich die einzige Möglichkeit, als Alleinreisende Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man die sehr empfehlenswerte Vulkankrater und Berg-Tour bei der neben dem Hostel liegenden Agentur buchen sollte,

in Chile gibt es Àhnliche Touren, nur zu horrenden Preisen!

sonst ist in dem Ort NICHTS los, wir haben selber gekocht

in der Umgebung gibt es durchaus mehr zu entdecken, die Magischen oder die DĂŒnen von Tatin sowie 3 verschiedene Thermen, fĂŒr die man Eintritt bezahlen muß, teilweise mit dem Bus oder per Tour erreichbar, da ziehe ich doch die natĂŒrlichen in Thailand vor…

Wein, MĂ€nner-Gesang und atemberaubende Fels-Formationen in Bolivien und Argentinien

Was ist schöner, die Weinregionen Tarifa in Bolivien oder Cafayate in Argentinien? Eins zu null fĂŒr Argentinien!

Tarija, auf 2000 Metern Höhe gelegen, empfang mich mit dunklen Wolken. Da die Weinverkostungen per Rad nur im dicken Straßenverkehr zu erreichen waren, entschloß ich mich, an einer gefĂŒhrten Tour teilzunehmen. Die Gruppe war auch vor jeglicher Verkostung ganz lustig, kaum am ersten Weingut angekommen, begann es zu regnen. Zuerst probierten wir von einer Art mildem Brand, genannt Singani, gottseidank ich zuerst pur, die anderen durften sich den Geschmack mit sĂŒĂŸer, warmer Limo komplett verderben lassen.

der Malbec macht Laune!

Beim Weingut Los Parrales sahen wir bei der Weinpressung zu und probierten vom leckeren Weißwein, Cabernet Sauvignon und sĂŒffigem Malbec. Beim Biowein eines anderen Weinguts wurden uns leider nur seltsam anmutende Tropfen angeboten.

Der kĂŒhle Dauerregen vertrieb mich dann aus dem leider verkehrsreichenTarija, Spazierengehen bringt mir weder bei Regen, noch beim Abgas-Einatmen Spaß! Da half auch nicht die Skulptur eines verspeigelten Weinglases mit Blick auf die Stadt.

Der direkte Nacht-Bus brachte mich nach Salta in Argentinien, damit es nicht zu langweilig wurde, durften wir bei Nieselregen zwei Stunden an der Grenze warten. Vielleicht hĂ€tten wir unsere mitgebrachte Weine auspacken sollen? Noch unangenehmer, als ich vor MĂŒdigkeit vergaß, daß es in Argentinien eine Stunde spĂ€ter ist. So verpaßte ich den Anschlußbus nach Cafayate und mußte totmĂŒde 3! Stunden warten. Die Busfahrt durch die fantastische Landschaft entschĂ€digte mich fast fĂŒr alles.

In Cafayate angekommen, kannte meine Begeisterung fĂŒr den sonnenverwöhnten Ort mit Rundumaussicht auf die Berge in allen Farben keine Grenzen.

Dazu kamen die Weinverkostungen an jeder Ecke, wenig Autoverkehr, stattdessen fuhren sogar die Einheimischen Fahrrad! Ausleihen war nicht ganz billig, zwischen 10 und 15 Euro. Leider gab es nur ein Cityrad, dessen Bremsen nicht funktionierten oder gute, aber zumindest fĂŒr Frauen extrem unbequeme Mountainbikes.

Quaca-Weine, Cafayate, Argentinien

Das Weingut Quaca bot kostenlose Verkostungen und FĂŒhrungen an, das engagierte Personal fĂŒhrte mich mit halbwegs verstĂ€ndlichem Spanisch herum, der Wein war köstlich, die Preise unglaublich preiswert! Danach lockte mich das empfehlenswerte Weinmuseum, am Eingang wird visuell geschwĂ€rmt, wie ideal die Lage in Cafayate mit seinen warmen Tagen und kĂŒhlen NĂ€chten ist, anschließend wird die Geschichte des Weinanbaus in Cafayate erzĂ€hlt, die im 16. Jahrhundert begann.

Die Fahrradverleiherin an der Plaza bot mir an, an ihrer Tagestour in die Quebrada de Conches in Richtung Salta teilzunehmen, dann bekomme das Rad am nÀchsten Tag zum Superpreis. Die Sonne brannte, so fand ich es eine gute Idee und wir konnten die fanatastischen Felsformationen von Nahem anschauen beziehungsweise erklettern.

Am nĂ€chsten Tag bestieg ich dann das Mountainbike, um die staubige Straße in Richtung der WasserfĂ€lle der Rios Colorados zu erklimmen. Mit dem Rad ganz machbar. Am Eingang mußte ich mich registrieren und bekam ein Guide-Angebot, daß ich ablehnte. Der „Weg“ zu den WasserfĂ€llen war nicht immer leicht zu finden, es gab deren mehrere und anscheinend mußte ich immer wieder den kleinen, aber reißenden Fluß ĂŒberqueren. Irgenwann wußte ich nicht weiter und wurde von einem weiblichen Guide, gefragt, ob ich mich den anderen beiden Argentinierinnen anschließen möchte. Ok, meinte ich, wenn es nicht mehr als 3 Stunden dauert.

So sprangen wir xmal ĂŒber glitschige Steine zur FluĂŸĂŒberquerung, kletterten senkrechte Felsen hoch und hangelten uns an schwindelerregenden AbhĂ€ngen entlang. Da gab es kein zurĂŒck. Ich klettere gern, aber das war halsbrecherisch.

Nachdem wir noch den Aussichtspunkt erklommen hatten, ging es gottseidank nach 5! Stunden einen einfachen Feldweg zurĂŒck. Die Guide-Frau wollte pro Stunde bezahlt werden! Ganz schön unverschĂ€mt, ich gab ihr etwas weniger und Ă€rgerte mich trotzdem, da es fĂŒr eine Weinprobe im nahen Weingut Las Nubes zu spĂ€t war.

Vor der Pena-Folklore ist man in ganz Cafayate nicht sicher. Am besten gefiel es mir in meinem Lieblingsrestaurant Casa de Las Empanadas, welches weniger touristisch ist. Hier genoß ich bei frischen, vegetarischen Empanadas mit einer Karaffe Wein dann den Gesang einers Folklore-SĂ€ngers mit Gitarre. Angenehm unaufdringlich von der LautstĂ€rke fragte er erst die GĂ€ste, woher sie kommen, dann wurden traditionelle Pena-Lieder vorgetragen.

Tipps fĂŒr Tarija:

Geld abheben:

die Mercantil Bank verlagt keine GebĂŒhr beim ATM

Unterkunft:

Das Kultur-Berlin Hostel fĂŒhrt eine freundliche Frau, die liebevoll das leckere FrĂŒhstĂŒcksbuffet mit Fruchtsalaten, gutem Brot und Eiern zubereitet, die Zimmer sind sauber und gut ausgestattet, das Wifi gut, im Innenhof lĂ€ĂŸt es sich gemĂŒtlich entspannen

auch schön zum Anschauen, das gĂŒnstige, gute Veggie-Restauant in Tarija

Es gibt ein tolles, von Einheimischen gut besuchtes Veggierestaurant in derselben Straße, das natĂŒrlich nur zum Mittagessen auf hat

Radfahren dĂŒrfte hier keinen Spaß bringen, auf den viel befahrenen Straßen ist kein Platz dafĂŒr

Tipps fĂŒr Cafayate:

gĂŒnstig Geld umtauschen oder abheben:

in der Pharmacy an der Plaza kann man ohne Wartezeit wie bei der Bank gĂŒnstig Geld umtauschen, die Banco Nacional verlangt beim ATM die HĂ€lfte von der Macrobank

AusflĂŒge:

Das Weinmuseum anschauen!

unbedingt ein Rad ausleihen, vorher die Bremsen und alles andere prĂŒfen, den Sitz einstellen und gut befestigen, ich lieh meins bei IPUNA am Plaza aus, die auch Touren veranstalten

die Touristeninformation an der Plaza gibt Karten aus und gute Infos, im Gegensatz zum unsĂ€glichen Lonely Planet, zu den Weinverkostungen und wie man wo hinkommt, zum Beispiel kann man zur Quebrada de Conches im Bus das Rad mitnehmen und auf der alphaltierten Straße zurĂŒck radeln, zu den WasserfĂ€llen kann man gut radeln, mit Guides vorher alles ausmachen,  ohne Guide Maps Me benutzen und den gewanderten Weg markieren, dann sollte man auch zurĂŒck finden oder einfach am Fluß entlang spazieren, Wanderschuhe sind fĂŒr beide unabdingbar!

UnterkĂŒnfte:

das Backpackers unweit vom Busbahnhof bot ein Zimmer an, bei dem man die TĂŒr nicht schließen konnte, sie blieb einen halben Meter auf, einladend fĂŒr streunende Hunde, Katzen und was sonst noch herumfleucht, passend dazu sahen die Bettlaken gebraucht aus,

einen Block weiter an der Ecke stieg ich im San Jorge mit neuen, kleinen, sauberen Zimmern gĂŒnstig ab, das Wifi wurde anscheinend nicht bezahlt und folglich funktionierte es nicht, der Besitzer meinte wie so oft, das ginge in der ganzen Gegend nicht,

Da ich etwas schreiben wollte, zog ich 200 Meter weiter inÂŽs Terra Andina um, mit schönenm Innenhof zum Hinsetzen mit schnellem Wifi. Ein Zimmer ließ sich nicht abschließen, da der vorherige Mieter weg war; so wurde ich inÂŽs andere Zimmer mit SchlĂŒssel verlegt, der auch unnĂŒtz war, da das Abschließen nicht funktionierte, im „modernen“ Argentinien nicht ungewöhnlich; die nette Familie paßte gottseidank auf meine Sachen auf

Vegetarisch Essen:

an der Plaza lauern die ĂŒberteuerten Touristenfallen, daher lieber

leckere Empanadas und einige andere Veggie-Variationen im Casa de las Empanandas verputzen, das grĂ¶ĂŸere ist schöner!

Schön sitzt es sich im Innenhof des Restaurants vom biologischen Nanni Weingut, die Kulinarik ist bescheiden, die Weindegustation jedosch zu empfehlen

am Mercado lĂ€ĂŸt es sich unter Einheimischen draußen sitzen und gĂŒnstig vegetarische Tamales (Im blatt eingelegtes GemĂŒse mit Quinoa) oder Pasta probieren

 

 

 

 

 

 

 

 

Bolivianisch-feuchter Karneval und Dinosaurier bei Sucre

Karneval in Uyuni und Sucre, Dinosaurierspuren in Sucre

Nach der anstrengenden WĂŒstentour gönnte ich mir 2 Tage Ruhe beim Karneval in Ayuni. In Orosi soll zwar der tollste Karneval stattfinden, aber so kurzfristig konnte ich keine Unterkunft erkunden. In einer Straße versammelten sich die Einheimischen mit StĂŒhlen bewaffnet, von denen immer welche ewig frei blieben. Aber wehe, wir, ein Ungarischer RumĂ€nisch-Deutscher, der in Frankreich lebt und ich wagten es, uns mal auf die leeren Sitzgelegenheiten zu setzen! Da wurde gleich gepetzt und gemeckert, nur die HandtĂŒcher haben noch gefehlt.

Dann bewegte sich etwas, Vereine, Clubs, merkwĂŒrdig-, aber auch traditionell gekleidete „Compadres“ liefen oder tanzten ĂŒber die Straße. In den vielen Pausen stĂ€rkten wir uns mit Bier. Die kleinsten Kinder waren mit Schaumpistolen bewaffnet und machten davon quietschend Gebrauch.

Puma- und Condor-TraditionskostĂŒm

Abends, wir hatten schon einige Biere intus, ging es endlich weiter in diversen Clubs mit Eintrittspreisen wie in MĂŒnchen, zum Teil auch nur privat. Wir schafften es, in die „Compadres“ Party zu gelangen,  wurden ausgiebig betrachtet, anschließend zum  Bier eingeladen und zum Tanzen aufgefordert. Eine passable Live-Band heizte mit Cumbia ein. Die Compadres bestellten gleich kistenweise Bier und irgendwann war der Alkohol-Pegel zu hoch und einige MĂ€nner wurden agressiv, das Zeichen, aufzubrechen.

Im weißgetĂŒnchten Sucre landete ich am Wochenende, wo fast alles wegen des Karnevals geschlossen war. Wehe, ich begab mich auf die Suche nach etwas Essbarem oder schönen KolonialhĂ€usern, das wurde sogleich mit einer Dusche bestraft.

Unsere Hostel-Chefin vom Condor lud uns zum mega-leckeren Lunch ein, dann wurden Luftballons mit Wasser gefĂŒllt…

Aus jeder Ecke rauschten ohrenbetĂ€ubende Blaßmusikbands an, begleitet von wasserwerfenden und Schaumpistolen-bewaffneten Begleitern. Je spĂ€ter der Abend, je alkoholisierter wurden alle, leere Bier- und Whiskyflaschen sĂ€umten die Wege und desto schlechter wurde die „Musik“. Wirklich getanzt wurde nicht, der Fokus lag aufÂŽs Bespritzen.

Nachdem mir jemand Seifenschaum in die Augen gespritzt hatte, verzog ich mich lieber.

Am nĂ€chsten Tag freute ich mich ĂŒber die „Ruhe“ und die geöffneten GeschĂ€fte und Restaurants, leider schwĂ€ngerten die Abgase der schicken, neuen Autos in den engen Straßen die Luft. Dabei wĂ€re Sucre eine wunderschöne Stadt!

 

Dinosaurierspuren sehen? Nichts wie hin mit dem Dinobus zum Dinosaurierpark!

der grĂ¶ĂŸte Dino ist 15 Meter lang und Vegetarier!

Der Guide erzÀhlte uns in gutem Englisch, das die Spuren der Dinos vor Millionen von Jahren entstanden sind und durch die Minenarbeiten gefunden und freigelegt wurden.

so sehen sie jetzt aus, vor 10 Jahren waren sie noch erheblich deutlicher zu sehen

Daher sind sie nicht mehr konserviert, verblassen jetzt und sollen besser geschĂŒtzt werden. Die Dinosaurier sind als Repliken wieder auferstanden, schön gemacht und sehr interessant!

Beim Schwarzmarkt von Sucre hat sogar der Dino ein Telefon, ob das wohl funktioniert?

Tipps fĂŒr Uyuni:

Kulinarik:

Streetfood ist gĂŒnstig und lecker, vegetarisch muss man mit der Lupe suchen, alternativ hielt ich nach Comida Boliviano Ausschau, es handelte sich um das in SĂŒdamerika sehr beliebte Fast Food! Da blieben fĂŒr abends nur noch die ĂŒberteuerten Touristenrestaurants ĂŒbrig

Unterkunft:

Das Bunkerhostel hat saubere, gute Zimmer, nette und hilfsbereite Mitarbeiter und eines der besten FrĂŒhstĂŒcksbuffets mit Fruchtsalaten, Smoothies, gutem Brot, auch Vollkornbrot und Ei-Variantionen

Tipps fĂŒr Sucre:

beim Schwarzmarkt gibt es alles mögliche, das Beste aber: ReißverschlĂŒsse und RucksĂ€cke reparieren sie toll und gĂŒnstig!

Kulinarik:

Im Mercado Central werden frisch vom Erzeuger Brot, KĂ€se, FrĂŒchte und GemĂŒse zu guten Preisen angeboten, eigene Plastik- und EinkaufstĂŒten mitbringen, oben gibt es gĂŒnstiges Mittagessen

ganz lecker wird im Condor-Café vegetarisch gekocht, es hat einen schönen Innenhof!

Unterkunft:

zum Kennenlernen von anderen Reisenden empfehle ich das Condor-Hostel, saubere Zimmer mit gutem FrĂŒhstĂŒck im Innenhof, der abends etwas frisch werden kann, seine Wasserflasche kann man natĂŒrlich gegen ein MinigebĂŒhr auffĂŒllen

wer lieber seine Ruhe hat, ist im wunderschönen Casa Solariega Hostal B&B sehr gut aufgehoben, schön wie in einem 4 Sterne Haus mit sehr schnellem Wifi

Radfahren ist wegen der engen Straßen und dem Verkehr nicht ratsam

 

Was gibt es zu tun außer Radeln & Tango-Tanzen in Buenos Aires?

Beim Anflug im Dunkeln sieht Buenos Aires von oben fast wie Los Angeles aus mit seinen geografisch anmutenden StraßenzĂŒgen. Unten angekommen kann davon keine Rede mehr sein. Gewaltige, bildschön-verzierte Kolonialbauten, von Art-Deco, Gotik oder den Griechen inspiriert, lassen mich begeistert staunen, ebenso die Seitenstraßen im Zentrum, die zweispurige! Radwege statt AutoparkplĂ€tze beeinhalten.

so sieht es am Wochenende aus…

Und schon sind wir beim lustigen Raten, wie kann ich mir eines der kostenlosen RÀder Ecobici der Stadt Buenos Aires ausleihen? Die Touristeninformation meint, das gibt es im Moment nicht, Einheimische sind sich unsicher. Zwei Tage spÀter erfahre ich von einer anderen Touristeninfo-Mitarbeiterin, das man sich direkt am Plaza de Mayo bei Ecobici registrieren lassen kann. Sicher bin ich 50 mal da vorbeigelaufen!  Es klappt und um die Ecke wartet schon ein Rad auf mich. Ein junger Argentinier hift mir und checkt die Bremsen, es kann los gehen, juchhuh!

mit ecobici Buenos Aires erkunden und den Horizont-ausfĂŒllenden Rio de la Plata in der nahen Reserva Ecologica bewundern

Am Wochenende war die Stadt fast leer, jetzt am Montag trauen sich doch Autos, auf den Radwegen zu fahren. So einfach ist es nicht, wegen der vielen Einbahnstraßen den Weg zum Recoleta Friedhof zu finden. Hier liegen die berĂŒhmtesten, wichtigsten Menschen Argentiniens, angefangen von Evita Peron, die eine eher kleine RuhestĂ€tte bekommen hat, Tango-Musiker Carlos Gardel und unendlich viele mehr. Manchen wurden sogar kleine MausolĂ€umspalĂ€ste gebaut. Herrlich, sich hier zu verlaufen!

hier ist die Frau grĂ¶ĂŸer als der Mann…im Recoleta Cemetary Buenos Aires

SpĂ€ter treffe ich mich mit Internations-Mitgliedern, die eine gefĂŒhrte Tour durch den Reserva Ecologica anbieten. Leider reicht mein Spanisch nicht aus, um alles zu verstehen, aber es ist angenehm, mit netten Menschen durch die grĂŒne Lunge zu schlendern. Interessant, daß eher die Nicht-Argentinier dem Tango verfallen sind!

schön, sich auch in Buenos Aires bei Internations zu treffen!

Am nĂ€chsten Tag mache ich mich auf nach Tigre, das hat mit Tigerbeobachtungen leider gar nichts zu tun, sondern ist das drittgrĂ¶ĂŸte Fluß-Delta der Welt, wo der Rio de la Plata und der Parana zusammenfließen. Ich nehme ein lokales Bootesortund lasse mich bis nach tres Bocas mitnehmen. Jede Villa hat einen Anlegesteg inklusive Boot, manche Resorts wollen schick sein, haben die Palmen gefĂ€llt, Rasen angepflanzt und als Schattenspender MinibasthĂŒtten gebaut. Toll, so wird es schön heiß!

Tigre-Resort

Ich lasse mich durch die unendlich scheinenden, schattigen Pfade treiben und treffe ein paar Argentinier und Spanier, die in Berlin leben. Bei Inez leihen wir uns Kanus. Leider bin ich aufÂŽs nasse Kanu-Paddeln mit meinem Kleid nicht perfekt vorbereitet. Gerne wĂ€re ich hier ĂŒber Nacht geblieben, es wirkt so entspannt und viele KanĂ€le warten auf Entdeckung.

mit dem Kanu durch das Tigre Delta, bloß nicht verfahren!

Gerade freue ich mich, in Buenos Aires wieder mit dem Rad zu fahren, aber wie sollte es anders sein, die Ecobici werden gerade ausgetauscht und sind leider nicht immer verfĂŒgbar oder defekt. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren sehr gut, in mancher U-Bahn erspart man sich die Sauna, nur das KĂŒhlbecken fehlt!

sogar ein Cello-Spieler gab sein Talent zum Besten!

FĂŒr Unterhaltung ist immer gesorgt. Sind die lauten Bettler und schreienden VerkĂ€ufer von SĂŒĂŸigkeiten, Kaugummis oder Socken gegangen, stellen sich Musiker und einmal auch ein ziemlich guter Breakdancer auf. Heute tat es mir fast leid, als die U-Bahn kam, gegenĂŒber interpretierten ein Geiger und ein Gitarrist „Child of Mine“. Klasse!

En Verano en La Cuidad bietet jeden Tag gratis Konzerte, gestern ganz entspannt und mit angenehmer Brise vor dem Palacio de Belgrano, vorgestern im Usina del Arte im verufenen Viertel La Boca, der Heimat der Boca Juniors Fußballmannschaft, mit wundervoller Lightshow und Musik. Bevor diese spielen, sind die Busse voll und es ist schwierig, mitgenommen zu werden. Nach dem Spiel sollte man sich lieber fernhalten.

WofĂŒr wohl diese Masken auf dem San Temo Markt verwendet werden? FĂŒr den BankĂŒberfall zwischendurch? Oder ist das jetzt die neue Horror-Hip-Mode?

Sonntags kann ich nur wĂ€rmstens den San Telmo Markt empfehlen. Selbstgemachter Schmuck, Schallplatten als Uhren, gestrickte Kakteen, kĂŒnstlerische und originelle Dinge, die in Europa kaum auf StraßenmĂ€rkten zu finden sind, werden feilgeboten.

Wozu der Flaschenhalter gebraucht wird`? Um die mitgebrachte Flasche unter der Bar zu verstecken?

Ein Straßenzug will die Stadt anders nutzen und die KĂŒnstler, die sonst dort verkaufen, protestieren dagegen. Demonstrationen gehören zum Alltag in Buenos Aires.

hier in Puerto Madero lĂ€ĂŸt es sich herrlich flanieren

Fast wie die Flaniermeile Bund in Shanghai mit Bick aufÂŽs Hochhausviertel sieht es am Hafen Puerto Madero aus, nur ohne Segelschiff, welches hier erklommen werden darf, um die ruhige AtmosphĂ€re zu genießen.

Nachhaltigkeits-Tipps:

Statt Plastikflaschen zu kaufen, das sicher trinkbare Leitungswasser abfĂŒllen, den leichten Chlorgeschmack mit frisch gepresster Zitrone eleminieren, in Touristeninfos, in SupermĂ€rkten und Parks lĂ€ĂŸt sich Trinkwasser abfĂŒllen

immer eine kleine Tasche dabeihaben, um auf unvorhergesehene EinkĂ€ufe vorbereitet zu sein, am besten eine kleine PlastiktĂŒte fĂŒr Obst und GemĂŒsekauf dabeihaben

es wird zwar versucht, verschiedene MĂŒlltonnen aufzustellen, mit recyclebar und nicht recyclebar, nur woher weiß irgendjemand, was recycelt wird?

Ecobici Karte beantragen: gleich am Plaza de Mayo, Ecke Rivadaria, Eingang zwischen den Gittern, von 9-15 Uhr, Paß mitbringen und die App runterladen, um zu wissen, wo es RĂ€der gibt und wieviele zur VerfĂŒgung stehen! In Rosario, der Geburtsstadt von Che Guevara und Lionel Messi, klappt es sehr gut mit den Ecobicis

Im Restaurant essen, statt etwas zum Mitnehmen zu bestellen, es schmeckt viel besser!

Tipps fĂŒr Buenos Aires:

Leider habe ich es nicht zu einem Tangokurs mit Milonga geschafft, wegen Hitze sind anscheinend einige ausgefallen, aber Oy Milonga aufrufen, oft gibt es Kurse, bevor die Milonga beginnt!

 

el verano en La Ciudad im Internet aufrufen, da gibt es alle sommerlichen Gratis-Veranstaltungen von BA

Von Internationalen Flughafen den Tienda Leon-Bus inÂŽs Zentrum nehmen und am besten gleich die Sammeltaxifahrt mitbuchen, der kleine MilitĂ€rflughafen vom gĂŒnstigen flybondi ist mit Bussen und dem Zug zu erreichen, am besten bei googlemaps nachfragen

Sicherheit: gibt es keine; wer seine Wertsachen, teure Kameras und Handys nicht zu offensichtlich herumtrĂ€gt, dem werden sie eher nicht gestolen. Abends möglichst keine großenTaschen mitnehmen, lieber kleine, die am Körper getragen werden können und Einheimische fragen, welche Gegend gerade nicht empfehlenswert ist, ich bin trotzdem mit wenig Geld nach la Boca und spĂ€te abends zurĂŒck per Bus gefahren…

Café-Restaurant in Palermo

Palermo gilt als DAS Ausgehviertel von Buenos Aires, es gibt schöne Cafés, Restaurants und Clubs. Auf der Suche mittags nach einem Café musste ich einen Champagner-Àhnlichen Cava probieren, da ein schickes Restaurant seine Eröffnung feierte.

Vegetarisch essen:

Durch Mapsme fand ich dann doch noch das wunderschöne bBlue CafĂ© und genoss einen leckeren MilchcafĂ© in einer Hollywoodschaukel im Patio. Hier in der Calle Armenia 1691 gibtÂŽs sehr schmackhafte, auch vegetarische KĂŒche in kreativ-dekoriertem Ambiente, in der NĂ€he der Plaza de Mayo, Calle Alfonso Alsina, im El Toro gibt es leckere, saftige Veggiesandwiches mit Vollkornbrot und Veggieburger, eher eine Ausnahme!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Insel ist die Schönste in der ThailÀndischen Andamanen-See?

Koh Mook, Koh Kradan, Koh Rok, Koh Lipe, Koh Adang, Koh Lanta oder Koh Jum?

Gibt es ĂŒberhaupt das Paradies? Schon bei Adam und Eva war es nicht ganz perfekt. FĂŒr mich findet das Paradies im Kopf statt, wenn ich fĂŒhle, es passt, ich bin angekommen, fĂŒhle mich unendlich wohl an einem Ort. Absolut paradiesisch waren fĂŒr mich der Aufenthalt im Viceroy auf Bali, allein die Massagen mit BlĂŒtenbad waren traumhaft, ebenso das Tongsai Bay Resort mit eigenem Biogarten und Kino am Strand, weit, aber nicht zu weit weg vom Touristentrubel auf Koh Samui. Bei einer Insel möchte ich einen schönen Strand zum Schwimmern, möglichst auch zum Schnorcheln. Um nicht in der Sonne zu Braten, brauche ich Schatten und einen schönen Bungalow mit Moskitonetz, HĂ€ngematte und Fenstern, die ich nachts offen lassen kann, ein fĂŒr Einheimische unverstĂ€ndlicher Wunsch.

Auf der Suche nach den verlorenen Paradies-Inseln landete ich mit dem Zug in Trang im SĂŒden Thailands. Da der Sleeper ausgebucht war, probierte ich einen Sitzplatz mit Ventilator, eine nicht empfehlenswerte Entscheidung! Von TrangÂŽs Bahnhof konnte ich einfach einen Transfer nach Koh Mook buchen. Angekommen, traf ich diesmal die richtige Entscheidung, das Mook-Garden-Beach-Resort war genau richtig. Es gibt Bungalows fĂŒr jeden Geldbeutel, ĂŒberall im Garten laden HĂ€ngematten zum Relaxen ein, der kleine Pool hat kĂŒhles! Wasser, es ist ruhig, nicht mal MotorradlĂ€rm nervt, von ĂŒberall hat man freie Sicht auf die Bucht und das Restaurant lockt mit leckerem Essen.

Koh MookÂŽs SteilkĂŒste

Von hier lĂ€ĂŸt sich auch der Dschungel auf verschlungenen Pfaden erkunden, Chefin Dada gibt jede Menge Tips. Baden geht nur bei Flut bei nicht besonders klarem Wasser, weit draußen kann man manchmal schnorcheln.

Koh Kradan

So buchte ich einen Schnorchel-Ausflug nach Koh Kradan und Umgebung. Die schlechte Sicht unter Wasser erinnerte mich an Zeiten vor meiner Laser-Op, alles, was weiter als einen Meter weg war,  war verschwommen. Koh Kradan hat einen wunderschönen Sandstrand mit viel Schatten, wenig Bootsverkehr und außer einigen Resorts mit Restaurants ist die Insel fast unbewohnt, zum Erholen und Schwimmen ideal. Am nĂ€chsten Tag auf Koh Rok, nur von Rangern bewohnt und gelegentlich zum Zelten freigeben, war das Wasser klar und wir konnten endlch nach Herzenslust Schnorcheln.

endlich Schnorchelsicht bei Koh Rok

Von Koh Lipe hatte ich bereits viel Gutes gelesen, warum nicht ausprobieren, dachte ich mir. Menschenmassen schĂ€lten sich aus den zahlreichen Booten, beziehungsweise enterten diese. Am Pattayastrand wurde ein- und entladen, am Sunrise-Strand auf der anderen Seite sĂ€umten wartende Longtailboote den Strand, so daß man sich kaum traute, zu Baden. Die StrĂ€nde waren mit betonierten Wegen, gesĂ€umt mit den ĂŒblichen verdĂ€chtigen Restaurants, Massagesalons, Travelagencys ect., zu Fuß erreichbar, trotzdem voller Motorradfahrer.

da fliehen sogar die Möwen am Sunrise Beach, Koh Lipe

Obwohl man theoretisch sogar hier Schnorcheln könnte, buchen die Touristen lieber die angebotenen Schnorcheltouren auf anderen Inseln. Nichts wie weg war mein erster Gedanke und ich nahm am nĂ€chsten Tag ein Longtailboot auf die gegenĂŒberliegende Insel Koh Adang.

Koh Lipe von Koh Adang aus gesehen

Koh Adang ist das Gegenteil von Koh Lipe. Man kann in den angebotenen Zelten, im eigenem Zelt oder schönen Bungalows ĂŒbernachten. Keinerlei Bebauung stört die Natur, zum Essen gibt es ein Restaurant. Endlich konnte ich in den schönen Buchten Schwimmen und Schnorcheln, herrlich enspannend! Am Ende der Bucht am Kliff ging ich den Pfad zum Viewpoint hinauf. Ich war froh, meine Trekkingsandalen dabei zu haben, denn er ist ganz schöne steil und steinig. Von oben sah Koh Lipe wieder ganz unschuldig traumhaft aus! Leider waren die Bungalows nach zwei Tagen ausgebucht, daher konnte ich den Dschungelweg zum Wasserfall oder die anderen Buchten nicht erkunden, vielleicht ein anderes Mal.

ein Strand auf Koh Adang

Die Bootsfahrt nach Koh Lanta mit dem Schnellboot dauerte circa fĂŒnf Stunden und ich war froh, ein Buch dabei zu haben, schlafen konnte ich wie einige andere wegen der ruppigen Wellen nicht. Am Pier von Ban Saladan scharten sich sofort Schlepper und Taxi-Fahrer um die ankommenden Touristen, ich setzte mich erstmal in ein kreativ-dekoriertes CafĂ©

das „Not a Toy“ CafĂ© in Ban Saladan

und fand bald ein schönes Zimmer in der NĂ€he. Am nĂ€chsten Morgen ließ ich mich mit dem Tuk-Tuk, das gĂŒnstigste Verkehrsmittel, wenn man kein eigenes hat, zum Long Beach fahren und siehe da, ich fand meinen Fast-Traumbungalow! Es gibt keine Bungalows mit Meerblick, die sind fĂŒr die Restaurants reserviert. DafĂŒr sind es nur ein paar Schritte zum Meer, in dem ich wunderbar  Schwimmen konnte!

auch abends beleuchtet, der Long Beach auf Koh Lanta

Ich lieh mir ein Rad, um die Insel zu erkunden. So entdeckte ich den Relax-Beach, wanderte ein StĂŒckchen weiter sĂŒdlich, wo eine Bucht ganz fĂŒr mich allein wartete.  Weiter Richtung SĂŒden hinter dem Klong Nin Beach, der direkt an der lauten Straße liegt, wurde es hĂŒgellig, mit meinem Citybike kam ich ganz schön inÂŽs Schwitzen. DafĂŒr wurde ich mit einer schönen, unbebauten Bucht mit wenigen Besuchern hinter dem Diamond Cliff belohnt.

Diamond Cliff, Koh Lanta

Durch Zufall erfuhr ich von der nahen Insel Koh Jum und buchte die FĂ€hre nach Krabi, die dort stoppte, damit ich mit dem Longtailboot zu meinem Resort gelangen konnte. Absolut traumhaft ist es hier! Schöne StrĂ€nde, ein paar Resorts und das Schönste, hier existiert lokales Leben, es gibt 3 Dörfer mit freundlichen muslimischen Einwohnern. Es geht total entspannt und herzlich zu. Mein geliehenes Rad abschließen? Braucht es nicht, hier kennt jeder jeden. Eine Insel zum wiederkommen!

noch unverdorben, ein Strand von Koh Jum

Umwelt-Tipps:

Schönheit allein reicht natĂŒrlich nicht, jeder muss etwas dafĂŒr tun! Zum Beispiel seinen Plastik-Konsum reduzieren, indem er oder sie immer seine Wasserflasche auffĂŒllt, statt neu kauft, geht auf Koh Lanta und Koh Jum mit der Trashhero-Flasche gratis oder mit einer anderen Flasche fĂŒr 5!Baht; auf dem Festland stehen ĂŒberall die großen weißen Osmosefilter herum, wo jeder seine Wasserflaschen fĂŒr 1! Baht pro Liter fĂŒllen kann! Sich weigern, Smoothies aus Plastikbechern zu trinken, eine unsĂ€gliche Mode nicht nur in Thailand,  sondern seinen eigenen Becher mitbringen, in Restaurants essen, die kein Plastikgeschirr verwenden

 

Tipps fĂŒr die Inseln:

Ko Mook: Im Mook Garden Resort weht immer eine Brise und es ist nicht so heiß wie im Dorf, das nur 10 Minuten zu Fuß entfernt ist, die „Smaragd“ Höhle, ein von Felsen eingeschlossener „Hong“, ein Ministrand, vor 9 Uhr morgens oder nach 4 Uhr nachmittags besuchen, sonst darf man an Riesenschlangen von paddelnden Asiaten im GĂ€nsemarsch vorbeischwimmen.

Ko Kradan: toll zum Erholen und Schwimmen ohne Abgase

Ko Rok: ideal zum Schnorcheln, vorher im Nationalpark erkundigen, ob man in Zelten ĂŒbernachten kann

Ko Lipe: wer auf viel Trubel, eine betonierte Insel und AusflĂŒge mit Longtailbooten, ohne am Strand Schwimmen zu können, steht, ist hier an der richtige Adresse

Ko Lanta: hat StrĂ€nde fĂŒr jeden Geschmack, mit vielen Restaurants oder fast einsam, mit Partyszene oder ruhig, aber immer entspannt.  Der Klong Nin Beach ist nur etwas fĂŒr Abgasjunkies. Der Long Beach, wo ich mich in den ruhigen, schönen Blue Sky Bungalows mit Moskitoscreen und -netz inklusive HĂ€ngematte auf der Veranda und nur ein paar Metern zum Strand einquartierte, liegt zentral mit Restaurants und Minimarts in der NĂ€he, mit dem Rad kommt man vom Norden bis vor dem Diamond Cliff im SĂŒden gut voran, weiter sĂŒdlich wird es hĂŒgellig, allerdings sollte man sich vor rasenden Motorradfahrern in Acht nehmen! Toll, unabhĂ€ngig einkaufen zu können, es gibt lokale MĂ€rkte mit FrĂŒchten und GemĂŒse, fast alles, was das Gourmet-Herz begehrt!

Ban Saladan, Koh Lanta

wer zu mĂŒde ist, sich seinen Bungalow samt Strand zu suchen, sollte erstmal zur Entspannung im Lanta Chaolay, ein paar Schritte vom Pier, absteigen, schöne Zimmer, perfekt zum Entspannen, nebenan lockt das „Not a Toy“ CafĂ© mit FrĂŒhstĂŒck

Koh Jum

die schönen Loma Sea View Bungalows liegen am Strand, wo man auch gut Schwimmen kann, um zum Dorf mit Shops, lokalen Restaurants und kleinen Frucht- und GemĂŒsemĂ€rkten zu kommen, muß man einige steile Treppen ĂŒberwinden, dort kann man sich auch ein Rad leihen, fĂŒr große EuropĂ€er leider etwas niedrig gebaut um die Insel schweißtreibend erkunden…

 

 

Vom Feuer-Dunst in Chiang DaoÂŽs Bergen zum Temple & Radl-Paradies Chiang Rai im Norden Thailands

In Nordthailand gibt es jede Menge Berge und Nationalparks, da hatte ich mir Bergwandern eingebildet. Angekommen, erfuhr ich, daß im MĂ€rz und April nicht nur die Temperaturen besonders nach oben steigen, sondern die Bergsicht fast auf Null sinkt. Ob das auch der Fall wĂ€re, wenn die Felder nicht immer noch verbotenerweise abgebrannt wĂŒrden?

Ich nahm trotz allem hoffnungsfroh den Bus von Chiang Mai nach Chiang Dao,  inmitten von Bergen. Ich quartierte mich nicht im Ort, sondern in den netten Chiang Dao Huts ein, die zwischen dem Höhlen- und dem auf dem Berg liegenden Wat Tham Pla Plong liegt. NatĂŒrlich lieh ich mir ein Fahrrad, um die Gegend zu erkunden.

Die ringsumliegenden Berge lagen im Dunst und der Mount Chiang Dao, den man in zwei Tagen besteigen kann, mußte ausfallen, so schaute ich mir den tollen Höhlentempel an.

Rechts vom Tempel geht eine Treppe zu einem Pfad zu einer anderen Höhle laut Maps me. Es war entspannend, endlich mal im schattigen Wald spazieren zu gehen. Nach einer Weile war der Weg derartig von BÀumen versperrt, dass ich umkehren musste.

Macht nichts, ich radelte zu den etwa fĂŒnf schweißtreibende Kilometer entfernten heißen Quellen. Schweigebadet, ließ ich mich erst in voller Montur in den kalten Fluss fallen, dann in den runden Pool der heißen Quellen, herrlich!

Ich traf einen Deutschen, der in dem Bergtempel mit den Mönchen zusammen meditiert, fegt und lebt. So verbrachten wir den Rest des Nachmittags abwechselnd mit abkĂŒhlen, aufwĂ€rmen und erzĂ€hlen. Neben den Chiang Dao Huts liegt die Cave Woman Bar, die einzige weit und breit, mit guter Musik und ich traf jeden Abend nette Leute. Am letzten Tag radelte ich zum Eingang vom Tempel Tham Pla Plong und erklomm die 500 Stufen. Alle paar Stufen sind wundervolle, buddhistische Weisheiten zu lesen, so merkte ich die viele Stufen kaum.

Chiang Rai ganz im Norden war mein nĂ€chstes Ziel. In der Staatlichen Touisteninformation nahm ich StadtplĂ€ne und eine Karte mit Radtouren mit. Zum White Temple Wat rong khun waren es 20 Kilometer, eigentlich nicht weit, aber bei der Hitze mußte ich schattige Nebenstraßen finden und so immer wieder absteigen, um in maps me nachzuschauen, wo ich weiterfahren musste. Der Temple, gebaut von Chalermchai Kositpipat seit 1996, im Jahre 2070 ist die Fertigstellung geplant;  lohnt jede Anstrengung! Er ist ausschließlich von Spenden finanziert, die nicht höher als 250 € sein dĂŒrfen, um unabhĂ€ngig zu bleiben. Da könnten sich Parteien mal eine Scheibe abschneiden!

Um hinein zu kommen, muss man erst an der „Hölle“ mit seinen verzweifelt ausgestreckten Armen und Totenköpfen vorbei, bevor man den beeindruckenden weißen Tempel betreten kann. Ich musste bei dem Anblick an die vielen FĂŒchtlinge und die Armen dieser Welt denken.

Im Tempel tummeln sich Engel, Teufel und jede Menge BerĂŒhmtheiten wie Batmann, Spiderman, Keanu Reeves im Matrix-KostĂŒm, Michael Jackson und Elvis. Hier ließ ich mir Zeit zum Reflektieren und Nachdenken!

Die 53 Kilometer lange Radtour am Fluss entlang auf Straßen mit wenig Verkehr und viel Schatten kann ich nur wĂ€rmstens empfehlen. Rechts und links sind sie von Reisfeldern und  Ananasplantagen gesĂ€umt. NatĂŒrlich war ich die einzige Radfahrerin. Da es etwas hĂŒgelig war, freute ich mich, ein gutes Mountainbike geliehen zu haben. Bei Ban Ruammit wird immer noch Elefantenreiten angeboten, obwohl bekannt ist, daß es schĂ€dlich fĂŒr ihren RĂŒcken ist. Die armen DickhĂ€uter standen angekettet in einem Gehege, schade, daß sie sich das gefallen lassen! Das hielt einen Elefanten nicht davon ab, zumindest mit den RĂŒssel seine Angebete zu knutschen.

Beim Radeln Richtung Norden kam ich auch an einem „Hilltribe-Dorf“ vorbei.

auf dem Weg zum Hilltribe-Dorf…ein sehr selten anzutreffender Radweg nicht nur in Thailand

Eine Tour wĂŒrde ich nicht buchen, aber da ich schon mal da war, zahlte ich Eintritt, um mir das ganze anzuschauen. Das „Dorf“ der Akha, Yao, Lahu, Kyor und Karen war sehr klein, eigentlich zu klein, um dort 5 Hilltribe-Dörfer unterzubringen.  Als die Chinesische Gruppe zu Ende fotografiert hatte, sprach ich ein MĂ€dchen an, die Thanaka-Paste in ihrem Gesicht hatte. Das ist sehr populĂ€r in Myanmar, die Karen kommen auch von dort.

Mit meiner Übersetzer-App konnte ich mich glĂŒcklicherweise ein bißchen unterhalten und erfuhr, daß alle Frauen aus diesem Dorf die Halsringe von klein auf tragen, mit dem Alter werden immer mehr Ringe hinzugefĂŒgt.  Dadurch werden die Schulter hinuntergedrĂŒckt, was den Hals lĂ€nger erscheinen lĂ€ĂŸt.  WĂ€hrend sie im Dorf zum Teil selbst-gewebte Schals, Taschen und andere Souvenirs verkaufen und fĂŒr die Touristen posieren, arbeiten die MĂ€nner außerhalb. Viel mehr konnte ich leider nicht erfahren.

Da Blau meine Lieblingsfarbe ist, durfte ein Besuch des Blauen Tempels nicht fehlen. Und er lohnte sich absolut!

Tips fĂŒr Chiang Dao:

nicht im Ort wohnen, er ist staubig und der Verkehr nicht angenehm, besser in den Chiang Daos Huts mit liebevoll dekoriertem Garten einquartieren, die Zimmer sind sogar noch schöner als die Bungalows,; die Wanderwege und Tempel sind in der NÀhe

 

Tips fĂŒr Chiang Rai:

BenÂŽs Guesthouse kann ich sehr empfehlen, ruhige Lage, gute Zimmer und Pool, leider wie meistens ohne Schatten

ChatÂŽs Guesthouse liegt sehr zentral, aber das Restaurant fand ich ĂŒberteuert, an einem Abend wanderte eine Schnecke im Bad, am anderen eine junge Ratte, warscheinlich durch den Abfluss…

Grace CafĂ© und Bakery beimOverbrook- Hospital hat den besten und gĂŒnstigsten Kaffee und fantastische Schokodesserts…, bis 15 Uhr bietet das Vegetarische Restaurant an der Rattanakeat Rd. leckere, nicht ĂŒberteuerte Thai-Gerichte an, abends ist der Nightmarket empfehlenswert mit Live-Performances und riesiger Auswahl an Thai-Gerichten, die beste Massage gibtÂŽs gegenĂŒber bei Mueng Lanna Massage, nicht teurer, aber besser als die anderen; praktisch wĂ€re die Möglichkeit, das Handy am Lenker zu befestigen, um nicht absteigen zu mĂŒssen, um maps me anzuschauen

 

 

Nachhaltigkeit Thai-Style mit Leidenschaft & Gourmet-GenĂŒssen im Khum Lanna Eco-Resort, Thailand

Phrao liegt nur knapp ein bis zwei Stunden nördlich vom abgasschwangeren Chiang Mai, die ideale Oase ist das Khum Lanna EcoResort. Vor fast zwanzig Jahren fingen die Besitzer Rachet Wapeetha und seine Frau Yaowanith Boonchoosilp an, ein HolzhĂ€uschen mit vierZimmern zu vermieten, jetzt befindet sich unter dem GebĂ€ude die Rice for Life Ausstellung, die Rachet gerne erklĂ€rt. Nicht nur 12 gemĂŒtliche Zimmer sind es mehr geworden, sie haben auch einen beneidenswerten, wild aussehenden Bio-GemĂŒse- und Obstgarten angelegt, in dem zu jeder Saison frische FrĂŒchte, KrĂ€uter und GemĂŒse die KĂŒche erfreuen.

Das Tollste sind die fĂŒr die ThailĂ€ndische KĂŒche notwendigen KrĂ€uter wie zum Beispiel Zitronengras und BergamottblĂ€tter, die bei EuropĂ€ischen Temperaturen gar nicht sprießen.

Frau Yaowanith erklĂ€rt uns die Zutaten fĂŒr die ThailĂ€ndischen Gerichte

Da passte es natĂŒrlich hervorragend, daß Frau Yaowanith ThailĂ€ndische Kochkurse anbietet. Wie es sich als exzellente Köchin gehört, sprach sie sehr zur Freude des Französischen PĂ€rchens im Kochkurs, fließend Französisch. Die KĂŒche ist professionell mit allem ausgerĂŒstet, was das Kochherz begehrt und erklĂ€rt in Bildern, aber auch auf Englisch, Französisch und sogar Deutsch die KrĂ€uter und GemĂŒsearten.

bei der Zubereitung des Currys…

So lernten wir die Zubereitung von FrĂŒhingsrollen, Tom Kha Gai  und Curry mit Reis, selbstverstĂ€ndlich mit Zutaten aus eigenem Garten. Anders als in vielen Thai-GarkĂŒchen und Restaurants werden alle KrĂ€uter kleingeschnitten, so daß man alles mitessen kann. Da lief uns das Wasser im Munde zusammen. Zum Dinner durften wir dann unsere Köstlichkeiten vernaschen!

vegetarisch lecker: FrĂŒhlingsrollen, Tom Kha Gai und Curry Ă  la Kum Lanna

Am Tag vorher radelte mit mir Rachet Wapeetha, ihr Ehemann, zu den umliegenden Tempeln, einer Bio– und einer Pilzfarm,  wo ich sah, wie die Engels- , „Woodear“- und Shitakepilze natĂŒrlich gezĂŒchtet werden.

Weiter auf der Zuckerrohrfarm wurde erst das Zuckerrohr geschĂ€lt, die Schalen gleich zum Befeuern genutzt. Dann wurde das Zuckerrohr zerstoßen und gepresst, die FĂŒssigkeit in den großen Töpfen aufgekocht und der Schaum abgeschöpft. Nach mehrmaligem Aufkochen wird die braune Soße auf ein Brett mit zuckerstĂŒckengroßen Löchern gegossen und geschabt. Nach 10 Minuten sind die StĂŒckchen fest und man schĂŒttelt sie raus, fertig sind die rein natĂŒrlichen Zuckerrohrbonbons, beziehungsweise WĂŒrfel.

Von den Entwicklungsprojekten des verstorbenen Königs Bhumibol inspiriert, engagiert sich das Khum Lanna Resort sehr fĂŒr Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit den Dörfern der Umgebung haben sie BĂ€ume gepflanzt, die Bienenstöcke geschĂŒtzt und eine Aufstellung von benötigtem Saatgut auf ihre Facebookseite gestellt, die sie noch benötigen, um weiter Wald und Wiesen aufzuforsten.

Aktiv-Urlaub wird im Khum Lanna großgeschrieben, so wurden wir um 5 Uhr 30 geweckt, um zum lokalen Markt in der Umgebung zu radeln, der bereits um 7 Uhr morgens schließt. Die Einheimischen kaufen jetzt schon ein, bevor sie zur Arbeit gehen. Darunter sind auch gewöhnungsbedĂŒrftige Ameiseneier inklusive einige noch herumwandernde Ameisen, frischer gehtÂŽs nicht!

Anschließend bereiteten wir das Mittagsessen, bestehend aus Papaya-Salat, ohne Ameisen, vor. Da lief mir beim Anblick der Zutaten; geraspelte grĂŒne Papaya und Karotten, man kann auch Gurken und oder Melonen verwenden, geschĂ€lter Knoblauch, grĂŒne Chillies, grĂŒne Bohnen, Limonen, Anchovissauce, Tomaten, Tamarindensauce, gerösteter ErdnĂŒsse und Palmzucher schon das Wasser im Munde zusammen! Nicht-Vegetarier wie dieThais fĂŒgen noch die fast ĂŒberall prĂ€sente Fischsauce und getrocknete Shrimps hinzu.

Klar, dass ich mir zum Abschluß die Thai-Massage mit heißen KrĂ€utern zur Entspannung gönnte!

Tips fĂŒrÂŽs Khum Lanna Resort:

per Songthaew kommt man fĂŒr 60 Baht oder mit dem Minibus fĂŒr 80 von Chiang MaiÂŽs kleinem Busbahnhof Chang Phuak, nördlich vom historischen Zentrum, in weiniger als 1 1/2 Stunden nach Phrao, von dort wird man auf Wunsch abgeholt, dem Busfahrer unbedingt sagen, daß er einen bei PhraoÂŽs Busbahnhof absetzen soll, sonst landet man wie ich irgendwo auf der Straße.

Gottseidank traf ich auf Pim, die Rached Wapaatha kannte! Der holte mich dann bei ihrem Proud-Coffee(Poomjai-Coffee) Stand ab, wo ich ihren superleckeren Capuccino probierte, absolut empfehlenswert! Leider gab es ihn in Plastikbechern (ich hatte meinen eigenen -Becher dabei!). Der Stand ist gegenĂŒber der Kaisokorn-Bank, gleich um die Ecke vom Busbahnhof

Pim bei der Chai-Latte Zubereitung

Es lohnt sich, ein paar Tage zu bleiben, es gibt genĂŒgend Interessantes zu sehen und zu tun im Khum Lanna Resort und Umgebung! FĂŒrÂŽs Bergwandern und die dazugehörige Aussicht war es Mitte MĂ€rz leider zu neblig und diesig, erst ab Juni wird die Sicht besser.

 

Radeln im Tempel-Park von Sukhothai, Thai-Massage lernen in Chiang Mai

Nach Überquerung der Burmesisch-Thailandischen Grenze bei Mae Sot war es nicht so einfach, den passenden Bus nach Sukhotai zu finden, erst mussten ein Kanadier, der in Chengdu, China, Jazz! unterrrichtet und ich uns ein Taxi teilen, um zum Busbahnhof zu kommen. In Thailand war es eine halbe Stunden frĂŒher, so hĂ€tten wir fast noch unseren Bus verpasst. Ich quartierte mich gleich in der NĂ€he des Busbahnhofs von Neu-Sukhotai im Siri-Guesthaus ein.

Von hier nahm ich am nĂ€chsten Morgen einen Songtheow nach Old-Sukhotai und von dort lieh ich mir ein Rad fĂŒr 30 Baht. Im Park gab es erfeulicherweise viele BĂ€ume und kein Auto- oder Motorradverkehr, so brachte es viel Spaß, die Tempel per Rad zu erkunden.

ÜberflĂŒssigerweise gab es gelegentlich einen vorbeifahrenden Minibus, der die zahlenden Mitfahrer aufgabelte, die unpraktischerweise auf ihn warten mussten.

auch die Schulklasse hatte viel Spaß auf den Tempeln

Am Nachmittag hörte ich bei einem nahen Tempel Musik und sah eine Menschenmenge sich dazu elegant bewegen. Beim NĂ€herkommen wurde ich ebenfalls aufgefordert, mitzutanzen. Die Thais waren begeistert und ein Mann brachte mir eine kalte, sehr sĂŒĂŸe FlĂŒssigkeit, die ich unauffĂ€llig verschwinden lassen mußte. Nach mehreren Tempel-Umrundungen wurde es mir zu heiß und ich begab mich wieder nach Neu-Sukothai per Bus.

Weiter nach Chiang Mai brauchte der bequeme Bus nur ca. zwei Stunden, die ich sehr genoß nach den furchtbaren Straßen und Bussen in Mynamar! Der Verkehr ist unangenehm stauanfallig, aber  die kleinen Seitengassen im Historischen Zentrum sind schattig und fast Auto- und Motorradfrei, ideal zum Radfahren.

ZufĂ€llig war Vollmond und ein Tempel veranstaltete ein Fest, bei dem die Mönche unzĂ€hlige, schwimmende Kerzen anzĂŒndeten.  Ich kaufte wie viele Thais ein Blumenbouquet, mit dem ich dreimal den Tempel umrundete und mir etwas wĂŒnschte. Ob der Wunsch wohl in ErfĂŒllung geht?

Die Altstadt scheint neben einigen schönen Tempeln ausschließlich aus Massagesalons und Travelagencys zu bestehen, die alle das ĂŒbliche wie Elephant-Riding oder -Camp; das letztere ist eher zu empfehlen, da die hin- und herwackelnden Gestelle, auf denen die Touristen sitzen, den RĂŒcken des Elefanten schĂ€digen; Besuchen von WasserfĂ€llen, Höhlen und der Hilltribe-Dörfer, wo die Einwohner wie im Zoo begafft und fotograiert werden und „Flight like a gibbon“, wo man sich im „Dschungel“ an einem elastischen Seil zum Affen schwingen kann.

Ich wollte die Thai-Massage erlernen, so entschied ich  mich fĂŒr die Old Medical Hospital Massageschool, die sich an dem Physiotherapisten Buddhas, dem „Father Doctor“ Jivaka Komarabhacca orientiert.  Die Thai-Massage ist von der Indischen Ayurvedischen Lehre inspiriert und eine Kombination aus Akupressur der Energie-Meridian-Punkte sowie eine dem Yoga-angelehnte Dehnung. Sie ist eher Energie- statt Körper-Arbeit, um den natĂŒrlichen Heilungsprozess zu stimulieren. Das ist sowohl fĂŒr den Kunden als auch fĂŒr den Masseur anstrengend.

Zuerst zeigte uns unser Lehrer 15 Positionen, die wir dann an den anderen Teilnehmern ausprobieren durften. Es war alles andere als einfach, sich das alles zu merken! Jeden Tag kamen neue Massagegriffe hinzu, insgesamt 56 in drei Tagen.

die PrĂŒfung ist geschafft!

Am vierten Tag ĂŒbten wir noch einmal die Praxis, bis wir am fĂŒnften Tag geprĂŒft wurden und statt diesem opulenten Blumenstrauß wie die Thai-Kinder, unser Zertifikat bekamen.

Thai-Kinder bekommen bei bestandenem Examens dieses besondere Geschenk, genau auf die BlĂŒten und die Scheinchen schauen!

Mein absolutes Highlight in Chiang Mai war die exzellente Ausstellung in der Seescape Gallery von „Lucktospestive“ von Luck Maisalee, die leider nur noch bis zum 18.MĂ€rz 2018 lĂ€uft.

 

„the last supper“ von Leonardo da Vinci, neu interpretiert als the last drunker von Luck Maisalee in der Seescape Gallery, Chang Mai

Tips fĂŒr Sukhothai und Chiang Mai:

gleich am Busbahnhof von Neu-Sukhothai kann ich das Siri Siri Guesthouse mit sauberen, gĂŒnstigen Zimmern empfehlen, leicht mit Mapsme zu finden, das Poo-Restaurant nicht weit entfernt an der Hauptstraße hat leckere KĂŒche, mit dem Songtheow kommt man  fĂŒr 30 Baht nach Alt-Sukhothai  und kann dort ein Rad leihen

In Chiang Mai hatte ich ein sehr schönes, sauberes Zimmer mit schnellem Wifi und KĂŒhlschrank in GritÂŽs Guesthaus, wer andere Reisende kennenlernen möchte, ist in JulieÂŽs Guesthaus an der richtigen Adresse, die Zimmer sind allerdings weniger schön, gemĂŒtlich sitzt man ohne zuviel Abgase in KatÂŽs Kitchen und kann die tolle KĂŒche unter bunten Lampions genießen, statt die Abgase am Nightmarket an der starkbefahrenen Ringstraße einzuatmen und dort die gleichen Preise zu zahlen…

Abgase inklusive im Nightmarket an der Ringstraße um das Historische Zentrum, Chang Mai

Keine Lust auf zu viele Touristen? Der Kad Manee Market, 5 Minuten mit dem Rad sĂŒdlich vom historischen Zentrum ist ein netter Food-Nightmarket mit Matten auf dem Boden und kleinen Tischen, wo man sich seinen Hotpot im geborgten Tontopf selber brutzelt.

Im „Art of Paradise“ kann groß und klein surrealistische Fotos ausprobieren, eine schöne AbkĂŒhlung und ein Riesenspaß, besonders, wenn man zu mehreren ist! Unbedingt vorher den Handy-Akku aufladen, da die App einen hohen Verbrauch hat.