Archiv für den Monat: Februar 2019

Überwältigende Iguazu-Wasserfälle, Mural-Streetart & fantastische Steinlandschaften

Von Iguazu über St. Ignacio und Corrientes in die Quebrada de Humahuaca

Atemberaubend? Mega? Riesig? Klitschnass? Um diese Iguazu-Wasserfälle zu beschreiben, fehlen mir einfach die Worte! Am besten selber erleben! Zuerst nahm ich den Bus von Puerto Iguazu auf die Brasilianische Seite, dazu musste ich zwei Grenzen überqueren, um dann am Haupteingang zu landen. Ich hatte Glück, am späten Vormittag waren gerade keine großen Gruppen unterwegs. So konnte ich entspannt den Weg zu den Wasserfällen ohne Menschenmassen gnießen. Der Panorama Blick war einfach grandios!

Iguazu Wasserfälle, Brasilien

Am nächsten Morgen gegen ca. 9 Uhr machte ich mich zur Argentinischen Seite auf und folgte ausnahmsweise der Empfehlung vom Lonely Planet, erst die Rundgänge Circuito Inferior und Superior Circuit  zu bewandern, um den Massen zu entfliehen.

Iguazu Wasserfälle, Argentinien

Er bringt mich schön nahe an die Fälle, ich bin natürlich auf eventuelle Güsse vorbereitet und schieße schöne Fotos, ohne meinen Apparat zu gefährden. Angenehme Kühlung bringt es auch, die angebotenen Regencapes sind bei der Hitze vollkommen überflüssig.

Gegen Mittag wandere ich dann an den Gleisen entlang über den noch unschuldig dahinfließenden Fluss zur Teufelskehle, dem Garganta del Diabolo, um das brausend herabstürzende Wasser zu bestaunen! Auf dem Rückweg drängelten sich die Menschenmassen auf dem schmalen Weg zum Wasserfall hin, während mein Rückweg frei war. Wieder Glück gehabt!

Der Bus nach St. Ignacio brauchte nur wenige Stunden. so konnte ich gleich die Missionsruinen besichtigen. Auf dem Weg dorthin fielen mir verdächtige Absperrungen auf und siehe da, abends sollte eine Karnevalsparade stattfinden.

Karneval à la St. Ignacio

Ich fand die schön wie in Rio Geschmückten etwas zurückhaltend tanzend auf der Parade, angeblich wird es erst am letzten Karnevals-Wochenende richtig wild!

Mujer Tierra, Mutter Erde in Gefahr

Nichts wie weiter nach Corrientes, ein netter Ort mit wunderschönen Murals, Wandmalereien, beziehungsweise Streetart, von kritisch bis einfach wunderschön. Am verkehrsberuhigten Sonntag  war es ein Genuss, durch die Stadt zu schlendern, um ein Bild nach dem anderen zu entdecken.

Sensationsionell, einfach gemütlich vom beqemen Bus aus die Landschaft von Salta nach Tilcara genießen zu können! Die Gesteinsformationen und Farben könnte kaum ein Künstler traumhafter treffen!

Auf die Touristenpflichtprogramme konnte ich nur fast verzichten, auf die mit 14 farbenprächtigen Felszähnen bewaffneten Serrania de Hornocal nicht.

Serrania de Hornocal

Kaum hatte ich alles eingehend bewundert und den Bus bestiegen, fing es an, zu hageln!

Meine neuen Bekannten von dem Hostel in Tilcara hatten sich gerade gemütlich zum Felsen-Gucken begeben und bekamen eine Abkühlung.

Die Wanderung zur Garganta del Diablo-Schlucht war am späten Nachmittag noch sehr schweißtreibend und für Fotos nicht mehr geeignet.

Pucara, Tilcara

Die präkolumbianische, rekonstruierte Festung Pucará, war interessant, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen, ich bin einfach von Angkor Wat und die ihn umgebenden Tempeln zu verwöhnt. Witzig fand ich die riesigen Kakteen, die teilweise wie ausgestreckte Finger aussehen…

Tipps:

auch wenn der angeblich auf Umweltfreundlichkeit achtende Lonely Planet statt echte Tipps zu geben, immer wieder zum Mieten von Autos und Taxifahrten rät, was in einem Reisehandbuch nichts zu suchen hat; fährt fast überall ein bequemer, auch für Langbeinige geeignete Bus hin, auch von Tilcara nach Humahuaca und von dort nach Serrania de Hornocal

Unterkunft: wegen lächerlich hoher Hotel- und Hostelpreise quartierte ich mich oft bei Airbnb ein, so in einem schönen Zimmer mit Bad, Wasserkocher und Kühlschrank bei Carlos in Puerto Iguazu

Tilcara: La Albahaca Hostel hat Dorms und schöne Einzel- Doppelzimmer, ein gelegentlich schwächelndes Internet, sehr gute Infos, wie man die Umgebung ohne überteuerte Touren zu buchen, besichtigen kann,  von Toni liebevoll zubereitetes  Frühstück, bei dem Einzelreisende leicht andere Traveller kennenlernen können

Vegetarisch Essen: in Iguazu kochte ich selber bei Carlos, in Corrientes ertrug ich eine „Pizza“ mit dickem Teig und überlaufendem „Käse“? Tilcara bot im Mercado nicht nur vegetarisch leckere Empanadas mit Quinoa, Käse und Spinat, es gab auch mehr vegetarische Küche und Pastel, gebackenes mit Käse auf der Straße

Die Angst der Fleischesser vor dem Veganer

Es war 2006 in Chengdu in der Chinesischen Provinz Szechuan, als mir mein erster Veganer bewusst über den Weg lief. Es war ein junger Isaeli. Ich bin Vegetarierin und litt unter der Schwierigkeit in China, etwas Schmackhaftes ohne Fleisch genießen zu können. Überall mussten die Chinesen Fleischstückchen unbekannter Herkunft hineinmischen. Dabei handelt es sich garantiert nicht um hochwertiges Fleisch.  Ich fragte ihn seufzend, wie er es schaffte, nicht zu verhungern. Er meinte, das geht schon, er kocht sich manchmal etwas. Ich hatte so einige unangenehme „Genußerlebnisse“ auf der Suche nach Vegetarischem in China!

War das lecker! Gefüllte Auberginen mit Sesamsauce, Veganes von Restaurant Chirimoya, Salta, Argentinien

Heutzutage gibt es einen regelrechten Veganen Boom, sogar in Argentinien!  Ein eigentlich gebildeter Bekannter meinte, Veganer essen nur etwas, dass „freiwillig“ vom Baum fällt. Ich musste schallend lachen! Veganer essen keine tierischen Produkte.  Manchen tun die Tiere leid und sie möchten die industrielle Fleisch- und Milchproduktion nicht unterstützen, andere tun es aus gesundheitlichen Gründen und  müssen dann zusätzliche Vitamin B12 einnehmen. Es kann auch heilende Wirkungen haben. Eine Freundin, die eigentlich Fleischesserin war, heilte mit veganer Küche ihren Hautausschlag und hat am Kochen soviel Genuss und Spaß, dass sie erstmal vegan bleibt.

Kürzlich sah ich in der Br-Sendung Quer einen Bericht über die unter schrecklichsten Bedingungen stattfindenden Tiertransporte von Europa nach Osteuropa oder weiter bis nach Usbekistan. Weil durch die Milchproduktion zuviele Kälber geboren werden, die der Bauer nicht benötigt, werden diese anderweitig weiterverkauft. Das Deutsche „Gesundheitsamt“ fühlt sich da nicht mehr zuständig.

In Würzburg herrscht gerade wegen achtlos weggeworfener Nahrung und Fütterungen von „Tierschützern?“ eine Rattenplage, deren Beseitigung offensichtlich von denselbigen sabotiert werden. Ob diese wohl alle Veganer aus Tierliebe sind?

Sobald ich sage, dass ich Vegetarierin bin, werde ich gefragt, ob ich Veganern bin. Und schon geht das Schimpfen und Lästern auf Veganer los! Seltsam, was haben diese den Fleischessern getan, dass so über diese Menschen, die damit auch unsere Umwelt schützen, gelästert wird. Ist es das schlechte Gewissen? Ist es unmännlich?

In Plastik verpacktes Fleisch kann Weichmacher enthalten, dass in der Tat „weich“ macht, Östrogene in den Körper leitet und bei Männern Brustwachstum fördert und die Potenz beeinträchtigen kann. Guten Appetit!

super-schmackhaftes Vegie Nasi Campur aus Indonesien

Dabei kann es hervorragend schmecken! Auch vor veganem Wein muss niemand Angst haben, er wird einfach mit pflanzlichen Ingredienzen geklärt.  Ich kenne Frauen, die  ihre Männer vegan bekochen ohne es zu sagen und es schmeckt ihnen! In Indonesien vernaschte ich die leckersten und variantenreichsten veganen Gerichte. Schon mal veganen Mousse au Chocolat mit dunkler Schokolade und Seitan probiert? Göttlich!

Was gibt es zu tun außer Radeln & Tango-Tanzen in Buenos Aires?

Beim Anflug im Dunkeln sieht Buenos Aires von oben fast wie Los Angeles aus mit seinen geografisch anmutenden Straßenzügen. Unten angekommen kann davon keine Rede mehr sein. Gewaltige, bildschön-verzierte Kolonialbauten, von Art-Deco, Gotik oder den Griechen inspiriert, lassen mich begeistert staunen, ebenso die Seitenstraßen im Zentrum, die zweispurige! Radwege statt Autoparkplätze beeinhalten.

so sieht es am Wochenende aus…

Und schon sind wir beim lustigen Raten, wie kann ich mir eines der kostenlosen Räder Ecobici der Stadt Buenos Aires ausleihen? Die Touristeninformation meint, das gibt es im Moment nicht, Einheimische sind sich unsicher. Zwei Tage später erfahre ich von einer anderen Touristeninfo-Mitarbeiterin, das man sich direkt am Plaza de Mayo bei Ecobici registrieren lassen kann. Sicher bin ich 50 mal da vorbeigelaufen!  Es klappt und um die Ecke wartet schon ein Rad auf mich. Ein junger Argentinier hift mir und checkt die Bremsen, es kann los gehen, juchhuh!

mit ecobici Buenos Aires erkunden und den Horizont-ausfüllenden Rio de la Plata in der nahen Reserva Ecologica bewundern

Am Wochenende war die Stadt fast leer, jetzt am Montag trauen sich doch Autos, auf den Radwegen zu fahren. So einfach ist es nicht, wegen der vielen Einbahnstraßen den Weg zum Recoleta Friedhof zu finden. Hier liegen die berühmtesten, wichtigsten Menschen Argentiniens, angefangen von Evita Peron, die eine eher kleine Ruhestätte bekommen hat, Tango-Musiker Carlos Gardel und unendlich viele mehr. Manchen wurden sogar kleine Mausoläumspaläste gebaut. Herrlich, sich hier zu verlaufen!

hier ist die Frau größer als der Mann…im Recoleta Cemetary Buenos Aires

Später treffe ich mich mit Internations-Mitgliedern, die eine geführte Tour durch den Reserva Ecologica anbieten. Leider reicht mein Spanisch nicht aus, um alles zu verstehen, aber es ist angenehm, mit netten Menschen durch die grüne Lunge zu schlendern. Interessant, daß eher die Nicht-Argentinier dem Tango verfallen sind!

schön, sich auch in Buenos Aires bei Internations zu treffen!

Am nächsten Tag mache ich mich auf nach Tigre, das hat mit Tigerbeobachtungen leider gar nichts zu tun, sondern ist das drittgrößte Fluß-Delta der Welt, wo der Rio de la Plata und der Parana zusammenfließen. Ich nehme ein lokales Bootesortund lasse mich bis nach tres Bocas mitnehmen. Jede Villa hat einen Anlegesteg inklusive Boot, manche Resorts wollen schick sein, haben die Palmen gefällt, Rasen angepflanzt und als Schattenspender Minibasthütten gebaut. Toll, so wird es schön heiß!

Tigre-Resort

Ich lasse mich durch die unendlich scheinenden, schattigen Pfade treiben und treffe ein paar Argentinier und Spanier, die in Berlin leben. Bei Inez leihen wir uns Kanus. Leider bin ich auf´s nasse Kanu-Paddeln mit meinem Kleid nicht perfekt vorbereitet. Gerne wäre ich hier über Nacht geblieben, es wirkt so entspannt und viele Kanäle warten auf Entdeckung.

mit dem Kanu durch das Tigre Delta, bloß nicht verfahren!

Gerade freue ich mich, in Buenos Aires wieder mit dem Rad zu fahren, aber wie sollte es anders sein, die Ecobici werden gerade ausgetauscht und sind leider nicht immer verfügbar oder defekt. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren sehr gut, in mancher U-Bahn erspart man sich die Sauna, nur das Kühlbecken fehlt!

sogar ein Cello-Spieler gab sein Talent zum Besten!

Für Unterhaltung ist immer gesorgt. Sind die lauten Bettler und schreienden Verkäufer von Süßigkeiten, Kaugummis oder Socken gegangen, stellen sich Musiker und einmal auch ein ziemlich guter Breakdancer auf. Heute tat es mir fast leid, als die U-Bahn kam, gegenüber interpretierten ein Geiger und ein Gitarrist „Child of Mine“. Klasse!

En Verano en La Cuidad bietet jeden Tag gratis Konzerte, gestern ganz entspannt und mit angenehmer Brise vor dem Palacio de Belgrano, vorgestern im Usina del Arte im verufenen Viertel La Boca, der Heimat der Boca Juniors Fußballmannschaft, mit wundervoller Lightshow und Musik. Bevor diese spielen, sind die Busse voll und es ist schwierig, mitgenommen zu werden. Nach dem Spiel sollte man sich lieber fernhalten.

Wofür wohl diese Masken auf dem San Temo Markt verwendet werden? Für den Banküberfall zwischendurch? Oder ist das jetzt die neue Horror-Hip-Mode?

Sonntags kann ich nur wärmstens den San Telmo Markt empfehlen. Selbstgemachter Schmuck, Schallplatten als Uhren, gestrickte Kakteen, künstlerische und originelle Dinge, die in Europa kaum auf Straßenmärkten zu finden sind, werden feilgeboten.

Wozu der Flaschenhalter gebraucht wird`? Um die mitgebrachte Flasche unter der Bar zu verstecken?

Ein Straßenzug will die Stadt anders nutzen und die Künstler, die sonst dort verkaufen, protestieren dagegen. Demonstrationen gehören zum Alltag in Buenos Aires.

hier in Puerto Madero läßt es sich herrlich flanieren

Fast wie die Flaniermeile Bund in Shanghai mit Bick auf´s Hochhausviertel sieht es am Hafen Puerto Madero aus, nur ohne Segelschiff, welches hier erklommen werden darf, um die ruhige Atmosphäre zu genießen.

Nachhaltigkeits-Tipps:

Statt Plastikflaschen zu kaufen, das sicher trinkbare Leitungswasser abfüllen, den leichten Chlorgeschmack mit frisch gepresster Zitrone eleminieren, in Touristeninfos, in Supermärkten und Parks läßt sich Trinkwasser abfüllen

immer eine kleine Tasche dabeihaben, um auf unvorhergesehene Einkäufe vorbereitet zu sein, am besten eine kleine Plastiktüte für Obst und Gemüsekauf dabeihaben

es wird zwar versucht, verschiedene Mülltonnen aufzustellen, mit recyclebar und nicht recyclebar, nur woher weiß irgendjemand, was recycelt wird?

Ecobici Karte beantragen: gleich am Plaza de Mayo, Ecke Rivadaria, Eingang zwischen den Gittern, von 9-15 Uhr, Paß mitbringen und die App runterladen, um zu wissen, wo es Räder gibt und wieviele zur Verfügung stehen! In Rosario, der Geburtsstadt von Che Guevara und Lionel Messi, klappt es sehr gut mit den Ecobicis

Im Restaurant essen, statt etwas zum Mitnehmen zu bestellen, es schmeckt viel besser!

Tipps für Buenos Aires:

Leider habe ich es nicht zu einem Tangokurs mit Milonga geschafft, wegen Hitze sind anscheinend einige ausgefallen, aber Oy Milonga aufrufen, oft gibt es Kurse, bevor die Milonga beginnt!

 

el verano en La Ciudad im Internet aufrufen, da gibt es alle sommerlichen Gratis-Veranstaltungen von BA

Von Internationalen Flughafen den Tienda Leon-Bus in´s Zentrum nehmen und am besten gleich die Sammeltaxifahrt mitbuchen, der kleine Militärflughafen vom günstigen flybondi ist mit Bussen und dem Zug zu erreichen, am besten bei googlemaps nachfragen

Sicherheit: gibt es keine; wer seine Wertsachen, teure Kameras und Handys nicht zu offensichtlich herumträgt, dem werden sie eher nicht gestolen. Abends möglichst keine großenTaschen mitnehmen, lieber kleine, die am Körper getragen werden können und Einheimische fragen, welche Gegend gerade nicht empfehlenswert ist, ich bin trotzdem mit wenig Geld nach la Boca und späte abends zurück per Bus gefahren…

Café-Restaurant in Palermo

Palermo gilt als DAS Ausgehviertel von Buenos Aires, es gibt schöne Cafés, Restaurants und Clubs. Auf der Suche mittags nach einem Café musste ich einen Champagner-ähnlichen Cava probieren, da ein schickes Restaurant seine Eröffnung feierte.

Vegetarisch essen:

Durch Mapsme fand ich dann doch noch das wunderschöne bBlue Café und genoss einen leckeren Milchcafé in einer Hollywoodschaukel im Patio. Hier in der Calle Armenia 1691 gibt´s sehr schmackhafte, auch vegetarische Küche in kreativ-dekoriertem Ambiente, in der Nähe der Plaza de Mayo, Calle Alfonso Alsina, im El Toro gibt es leckere, saftige Veggiesandwiches mit Vollkornbrot und Veggieburger, eher eine Ausnahme!