Schlagwort-Archive: vegetarisch

Mein Zwangsaufenthalt in Singapur: Sauna oder Eisschrank

An der Malayischen Grenze zu Singapur, 23 Uhr: der junge Beamte schüttelte den Kopf, als er meinen Pass sah, der sei nur noch 5 Monate und 27 Tage gültig, da könne ich nicht einreisen, er muss noch mindestens 6 Monate gültig sein. Ein Riesenschreck durchfuhr mich! Ist Fortuna auf psycholgischem Kriegspfad mit mir? Ende Januar wollte ich schon nach Malaysia fliegen, was mir wegen fehlendem Rückflugticket verweigert wurde. So verspätete sich meine Weiterreise und vor lauter Ärger vergaß ich mein Pass-Ablaufdatum. Der Vorgesetzte hatte Verständnis, verpasste mir einen Einreisestempel und organisierte mir eine Mitfahrgelegenheit mit dem nächsten Bus.

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Von der Wein-Metropole Mendoza nach Uspallata im Gebirgstal

Nachdem ich Malbec auf Deutschen Weinfestivals probieren durfte, stellte ich mir Mendoza in Argentinien romantisch inmitten von Weinbergen vor.  So stand für mich fest, das wollte ich vor Ort kennenlernen!

Ursprünglich eine Wüstenstadt, wird die Umgebung mit Schmelzwasser aus den Bergen gewässert, um hervorragenden Wein anbauen zu können. Pulsierend, mit entsprechendem Autoverkehr und weit entfernten Bergen, entsprach es natürlich nicht meiner romantischen Vorstellung. Immerhin sind die Straßen von schattenspendenden Bäumen gesäumt.

die Qual der Wahl bei der Weinprobe in Mendoza

An der sehr gut informierten Touristeninformation wurde ich sogleich auf einen Weinrundgang geschickt. Zwei Bodegas luden uns zum Verkosten ein. Die süffigen Rotweine, mit kreativen Etiketten versehen, waren ausschließlich leckere Malbecs, der Probier-Sekt befand sich in einer verdächtig bunten Flasche. Ich ahnte nichts Trockenes und ja, es handelte sich um süßen Sekt, sehr beliebt bei den Süßigkeiten-verliebten Argentiniern.

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Als Vegetarierin durch Argentinien, Diät inklusive

Ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Argentinien. Mit dem Bus eingetroffen, hatte ich eingecheckt und begab mich auf einen Spaziergang durch den Ort. Mein Magen fing an zu knurren, es war etwa 15 Uhr. Alle Läden waren geschlossen, sogar die Supermärkte!

Nur ein paar Kioske mit Chips und Süßigkeiten hatten auf. Es mußte doch irgendwo eine Bäckerei geben? Leider beschränkte sich das Angebot auch hier nur auf Pappsüßes und Kaffees mit süßen „Croissants“, Medialunas genannt. Was wohl „Mr. Dog“ ist? Essen die Hunde? Nein, damit sind Hotdogs und anderes Fast Food gemeint.

Bei dem exzessiven Fleischkonsum hier samt dem größten Anbaugebiet von Soja wird bald nichts mehr von der grünen Lunge der Welt übrig bleiben und das Weltklima nicht besser. Muß alles gebraten, süß und/oder fett sein? Vegetarische Angebote in Restaurants beschränkten sich auf seltsame “Pizza”, “Pasta” mit Tomatensauce oder gemüsegefüllte Teigwaren. Es war zum Verzweifeln! Die ersten Tage in Argeninien hatte ich zwangsläufig abgenommen. Yoghurt, Milch und das gute Artesanal-Bier waren teurer als Wein oder in Europa.

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Wein, Männer-Gesang und atemberaubende Fels-Formationen in Bolivien und Argentinien

Was ist schöner, die Weinregionen Tarifa in Bolivien oder Cafayate in Argentinien? Eins zu null für Argentinien!

Tarija, auf 2000 Metern Höhe gelegen, empfang mich mit dunklen Wolken. Da die Weinverkostungen per Rad nur im dicken Straßenverkehr zu erreichen waren, entschloß ich mich, an einer geführten Tour teilzunehmen. Die Gruppe war auch vor jeglicher Verkostung ganz lustig, kaum am ersten Weingut angekommen, begann es zu regnen. Zuerst probierten wir von einer Art mildem Brand, genannt Singani, gottseidank ich zuerst pur, die anderen durften sich den Geschmack mit süßer, warmer Limo komplett verderben lassen.

der Malbec macht Laune!

Beim Weingut Los Parrales sahen wir bei der Weinpressung zu und probierten vom leckeren Weißwein, Cabernet Sauvignon und süffigem Malbec. Beim Biowein eines anderen Weinguts wurden uns leider nur seltsam anmutende Tropfen angeboten.

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Die Angst der Fleischesser vor dem Veganer

Es war 2006 in Chengdu in der Chinesischen Provinz Szechuan, als mir mein erster Veganer bewusst über den Weg lief. Es war ein junger Isaeli. Ich bin Vegetarierin und litt unter der Schwierigkeit in China, etwas Schmackhaftes ohne Fleisch genießen zu können. Überall mussten die Chinesen Fleischstückchen unbekannter Herkunft hineinmischen. Dabei handelt es sich garantiert nicht um hochwertiges Fleisch.  Ich fragte ihn seufzend, wie er es schaffte, nicht zu verhungern. Er meinte, das geht schon, er kocht sich manchmal etwas. Ich hatte so einige unangenehme “Genußerlebnisse” auf der Suche nach Vegetarischem in China!

War das lecker! Gefüllte Auberginen mit Sesamsauce, Veganes von Restaurant Chirimoya, Salta, Argentinien

Heutzutage gibt es einen regelrechten Veganen Boom, sogar in Argentinien!  Ein eigentlich gebildeter Bekannter meinte, Veganer essen nur etwas, dass “freiwillig” vom Baum fällt. Ich musste schallend lachen! Veganer essen keine tierischen Produkte.  Manchen tun die Tiere leid und sie möchten die industrielle Fleisch- und Milchproduktion nicht unterstützen, andere tun es aus gesundheitlichen Gründen und  müssen dann zusätzliche Vitamin B12 einnehmen. Es kann auch heilende Wirkungen haben. Eine Freundin, die eigentlich Fleischesserin war, heilte mit veganer Küche ihren Hautausschlag und hat am Kochen soviel Genuss und Spaß, dass sie erstmal vegan bleibt.

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Heldenschmieden, Teecocktails & fairer Genuss auf dem Tollwood

Irritierend fasziniernde Birdman-Aliens leuchten auf dem Tollwood-Gelände und necken Passanten mit ihren Riesenschnäbeln. Nach ausgiebiger Geschenke-Recherche knurrt mein Magen und frieren tu ich auch. 

Da lockt der White Rabbit Stand mit Cocktails auf Teebasis. Alice im Rausch, der Irische Hutmacher oder der wilde Mexikaner? Ich probier von allen und finde sie nicht zu süß mit leichtem Teegeschmack im Abgang, grandios! 

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Nachhaltigkeit Thai-Style mit Leidenschaft & Gourmet-Genüssen im Khum Lanna Eco-Resort, Thailand

Phrao liegt nur knapp ein bis zwei Stunden nördlich vom abgasschwangeren Chiang Mai, die ideale Oase ist das Khum Lanna EcoResort. Vor fast zwanzig Jahren fingen die Besitzer Rachet Wapeetha und seine Frau Yaowanith Boonchoosilp an, ein Holzhäuschen mit vierZimmern zu vermieten, jetzt befindet sich unter dem Gebäude die Rice for Life Ausstellung, die Rachet gerne erklärt. Nicht nur 12 gemütliche Zimmer sind es mehr geworden, sie haben auch einen beneidenswerten, wild aussehenden Bio-Gemüse- und Obstgarten angelegt, in dem zu jeder Saison frische Früchte, Kräuter und Gemüse die Küche erfreuen.

Das Tollste sind die für die Thailändische Küche notwendigen Kräuter wie zum Beispiel Zitronengras und Bergamottblätter, die bei Europäischen Temperaturen gar nicht sprießen. Nachhaltigkeit Thai-Style mit Leidenschaft & Gourmet-Genüssen im Khum Lanna Eco-Resort, Thailand weiterlesen

Das glückliche Schicksal des Vegetariers im Kismet

Szene-Gastronomin Sandra Forster,  Betreiberin des Ausbildungslokals Roeckl, des Kiss in der Landwerstrasse und des Vietnamesischen  Restaurants Charlie, eröffnete 2014 mit vier Partnern das Restaurant Kismet in der Löwengrube. Kismet bedeutet Schicksal, soll damit das Schicksal von vegetarischen Gourmets beendet werden, anderswo ignoriert, wie in Südamerika, oder langweilig abgespeist zu werden?

KISMET-4-ⒸJan-Schuenke
KISMET-4-ⒸJan-Schuenke

Unter dem schwach beleuchteten, hohen Glasdach werden die Smaragdgrünen Kacheln im hinteren Raum dezent von Kerzen  erhellt. Das wirkt gemütlich und für Dates ideal, zum Kartenlesen empfiehlt sich allerdings eine Taschenlampen-App. Freitag abend brummt der Laden und ist mit einem fast ausgeglichenem Frauen-Mann Anteil von Mitdreißigern gefüllt.

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Kulinarik à la Colombiana

Die gute Nachricht zuerst: es gibt hervorragende Küche in Kolumbien, wie die berühmten Rausch-Brüder mit ihren im Land verstreuten Restaurants beweisen. Leider bin ich nicht dazu gekommen, diese auszuprobieren und rechtzeitig zu reservieren.
Als Reisende ist es in kleinen Orten und abgelegenen Gebieten selten möglich, gut oder gar vegetarisch zu essen. Bei Nachfrage zu Letzterem wird man oft kopfschüttelnd abgewiesen. Wer als Feinschmecker abnehmen will, ist hier an der richtigen Adresse. Er wird kaum das übliche Gericht wie weißer, geschälter Reis, frittierte Platanos oder anderes Fettgebackenes mit Schuhsohlen-zähem Fleisch verzehren.

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typische Snacks

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Auf der Suche nach vegetarischem Genuß in China

Hühnergrippe ohne Ende, verendete kranke Schweine im groessten Fluß Chinas, diverse Lebensmittelskandale in aller Welt, da kann einem der Appetit auf Fleisch gruendlich vergehen. Auch der bestialische Gestank von uraltem Fett im Umkreis von 10 Metern vieler Strassenstaende Chinas trägt nicht zur Fleischeslust bei.

Leider ist in fast jeden Gericht irgendeine kleingeschnittene Fleischeinlage unbekannter Herkunft beigemischt, es sei denn, es handelt sich um genau Bezeichnungen wie Krokodil- oder Hühnerfüße.

Beim naechsten, nett aussehenden, gutbesetzten Restaurant in Shanghai fragte ich auf Chinesisch, kein Fleisch? Auf der bebilderten Karte suchte ich mir auf gut Glueck zwei Gerichte aus. Auf den Tisch kam schwabbeliges Tofu in Oel-Tomatensoße und ein ebenfalls aus Tofu bestehendes rundes Etwas, daß wie Tortellini aussah, zaeh und schleimig schmeckte, mit einer Art Kohl.

Ekeltofu, Mehrkornbrot, Nudelsuppe, Kaffee mit Fruchsalat, Teezubereitung, Sesamkräcker, Gemüsecurry, Ginsengwein Fotos by D. M. Krumm all rights reserved

Nachdem ich ein paar Bissen heruntergewuergt hatte, floh ich aus dem Lokal zu einer der zahlreichen lokalen Baeckereien. Das hervorragende Mehrkornbrot rettete mich vorm Übergeben. Butter oder Käse waren leider weit und breit nicht aufzutreiben.

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Jeden Morgen stärkte ich mich erstmal mit gutem Kaffee und frischem Pain au Chocolat, dass wie in Frankreich schmeckte, um etwaiige Verkostungen zu überstehen.

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Nudelsuppe mit Gemüse in einem vornehm aussehenden Gartenrestaurant in Hangzhou war mein nächster Versuch. Ein Riesenteller voll Suppe mit seltsam aussehenden Reisnudeln inklusive dem unvermeidlichen Wasserspinat samt winzigen Streifen Karotten können den Hunger stillen, beim Geschmack erinnerte es eher an Abwaschwasser. Darauf gönnte ich mir einen leckeren Fruchtsalat mit Kaffee.

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Handgeschuettelter Tee oder frisch plattgehauene und geschnittene Sesamkräcker für den Hunger zwischendurch halten mich auf den Beinen.

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Da Mönche gerüchteweise Vegetarier sind, gibt es in der Nähe einiger Tempel vegetarische Restaurants. Der letzte Versuch, etwas Einheimisches zu probieren. Die bebilderte Speisekarte ist auf Englisch übersetzt und verspricht, nur gute Zutaten zu verwenden. Fleisch ist bei allen Gerichten durch Tofu oder Seitan ersetzt.

Mein würziges Gemüsecurry, verschiede Gemüsesorten mit festem Tofu, dass ein bisschen wie Hähnchenbrust schmeckt, macht glücklich, endlich! Der Laden ist gut frequentiert, alle Mahlzeiten sehen reichhaltig und lecker aus. Jetzt hätte ich gern den Ginsengwein dazu probiert, den es hier leider nicht gibt.

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