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Vom Amazonas-Dschungel umschlungen

Mit dem Boot von Leticia, Kolumbien nach Iquitos, Peru

Ganz im SĂŒdwesten Kolumbiens liegt Leticia, umgeben vom Amazonas Dschungel. Nur per Flugzeug oder Boot erreichbar, gibt es erstaunlich viel Motorrad- und Autoverkehr, denn sehr weit kommen sie hier nicht, nur ein paar Kilometer nach Brasilien.

So herrscht ausgerechnet im grĂ¶ĂŸten Urwaldgebiet der Welt schlechte Luft. Ich quartierte mich erstmal im Leticia-Hostel ein. Der Swimmingpool lud  bei 95 % Luftfeuchtigkeit und 35 Grad Celsius zum AbkĂŒhlen ein, der Outdoor-Bereich zum Relaxen in HĂ€ngematten, wĂ€hrend man dem lauten Verkehr lauschen durfte.

Im Vorfeld hatte ich gehört, wie die Insekten im Dschungel einen bei lebendigem Leib fressen, und bei einer Belgierin riesige, ein paar Wochen alte Insektenstiche gesehen. Über den neuen Chikungunya-Virus hörte ich, daß er einen fĂŒr Monate außer Gefecht setzt und Malaria ist auch noch nicht ausgerottet. Offene WasserbehĂ€lter sollen fĂŒr diese MĂŒcken besonders attraktiv sein. Seltsam, daß die meisten hier offen stehen.

Die ĂŒblich-verdĂ€chtigen Dschungel-Touren werden ĂŒberall angeboten. Zum Beispiel eine Bootfahrt zur Affeninsel, wo man sich mit halbzahmen Affen auf Fotos zum Affen machen lassen kann, von Indigenen Eingeborenen etwas vortanzen lĂ€ĂŸt und ein Dorf besucht, im dem die Einwohner mit Jungtieren wie Kaimanen, Affen und kleinen Jaguaren zusammenleben. Was mit den Tieren passiert, wenn sie ausgewachsen sind, konnte ich leider nicht herausfinden.

IMG_1311Ich buchte eine Bootsfahrt auf den Amazonas-Nebenarmen, um möglicherweise Tiere zu sehen.  Aufregend, sich mit dem Boot durch den ĂŒberfluteten Dschungel zu zwĂ€ngen, Köpfe und Arme mĂŒssen im Boot bleiben, damit man nicht von zackigen Pflanzenarmen verletzt wird. Manchmal war der Weg versperrt und wir mußten uns einen anderen Ausweg suchen. Einmal streikte der Motor und es dauerte eine Weile, bis er sich erbarmte und wieder ansprang.

Suchbild mit Delfin
Suchbild mit Delfin

Auf der WasseroberflÀche des Amazonas blinzelten immerhin einige Delphinschnauzen hervor. Einem Faultier im Baum folgte Antonio vom Boot aus kletternd, bis das normalerweise sich in Zeitlupe bewegende Tier plötzlich verschwand.

Aus Filmen lernen wir, daß gefĂ€hrliche Raubtiere wie Jaguare, Anakondas und Krokodile die Expeditionen im Amazonas-Dschungel bedrohten. Das ist natĂŒrlich eine Illusion. Insekten gibt es in nicht unbetrĂ€chtlicher Anzahl, dafĂŒr zeigten die Guides Antonio und Mario uns beim Dschungelspaziergang BĂ€ume, die als natĂŒrliche Medikamente gegen Arthritis, Verletzungen oder gar als VerhĂŒtungsmittel helfen sollen.

das angebliche "VerhĂŒtungsmittel"
Extrakte aus diesem GewĂ€chs sollen als „VerhĂŒtungsmittel“ dienen

Sie ließen uns das innere der Kakaobohne kosten, das wie dunkle Schokolade schmeckt.

Kakaobohnen in freier Wildbahn
Kakaobohnen in freier Wildbahn

Um eine Tarantel zu sehen, mußte Antonio in ihrem Baumnest herumstochern, bis endlich eine herauskam.

Antonio in BVB-shorts beim Tarantel-Ärgern
Antonio in BVB-shorts beim Tarantel-Ärgern

Ein gefĂ€hrlich schönes Tier, daß elegant einen winzigen Ast herauflief.

TarantelNachts gingen wir auf Kaimanjagd.

zum FĂŒrchten, ein kleiner Kaiman!
zum FĂŒrchten, ein kleiner Kaiman!

Die unfaßbaren Adleraugen von Mario entdeckten nach langem Suchen einen Kaiman, den er mit der Hand aus dem Wasser zog. NatĂŒrlich mußten die Franzosen aus der Gruppe mit dem Kaiman in der Hand fotografiert werden, um ihre vermeintliche TollkĂŒhnheit zu zeigen, befor er wieder ins Wasser durfte.

Antonio hatte eine kleine Anakonda unter seiner HĂŒtte, mit der sich die stĂ€ndig fotografierende Katalina aus Chile nicht auf ein Foto traute. Ich zeigte ihr, wie harmlos das Tier ist, solange man den Kopf festhĂ€lt.

20160226_143236Abends spielten die Franzosen mit der Dorfjugend neben unserer Lodge Fußball, wĂ€hrend mich die MĂ€dchen zum Volleyball einluden.  Als ich ihnen meine Spiegelreflexkamera zeigte, wollten alle mal fotografieren. Einige waren erfolgreich. In der Lodge mit doppeltem Moskitonetz hielt sich das MĂŒcken-aufkommen in Grenzen, nur zum Abendessen draußen versammelten sie sich. Ich war vorbereitet mit langen Hosen und langem Hemd aus speziellem Stoff, den ich zusĂ€tzlich bespĂŒht hatte und durch den sie nicht durchstechen konnten.  So blieb ich die Einzige, die nicht gestochen wurde.

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Abends vor unserer Lodge
Um dem lauten Straßenverkehr in Leticia zu entfliehen, nahm ich ein Boot nach Puerto Narino, in dem es keine Straßen gibt. In der Paraiso Ayahuasca Lodge fand ich Unterkunft, ein mit wunderschönen, vom Besitzer Armando gemalten Bildern geschmĂŒcktes Zimmer samt HĂ€ngematte auf dem Balkon. IMG_1418Das hĂ€tte mein Lieblingsplatz werden können, wenn nicht der vom Langzeitgast Harry geliebte Fernseher darunter gewesen wĂ€re.

Armando erzĂ€hlte, wie er zum Schamanen wurde. Nach exzessivem Leben in BogotĂ  bekam er mit 32 Jahren Krebs. Er entdeckte das pflanzliche Rauschmittel Ayahuasca und nahm jeden Samstag etwas davon. Er Ă€nderte seine Lebensweise und ErnĂ€hrung; da Fleisch toxisch ist, ißt er nur Fisch und frisches GemĂŒse ohne chemische ZusĂ€tze. Der Krebs verschwand. Jetzt bietet er Ayahuasca Zeremonien an. Die Visionen, die er dabei hat, verarbeitet er in seinen surrealen Bildern. Er unterrichtet Kunst und wirkt absolut mit sich im Reinen. FĂŒr eine Zeremonie konnte ich mich allerdings nicht so schnell erwĂ€rmen.

auf dem Boot nach Iquitos
auf dem Boot nach Iquitos

Ich wollte weiter mit dem „Rapido“ Boot nach Iquitos, Peru, das nur einen statt drei Tage braucht wie das Langsame, unangenehme SanitĂ€re Anlagen inklusive.

Iquitos
bei dem horrenden Straßebverkehr in Iquitos nĂŒtzen auch keine schönen Wandmalereien

Hier wurden die Filme „Fitzcarraldo“ und „Aguirre, der Zorn Gottes“ von Werner Herzog mit Klaus Kinski gedreht. Wie es wohl damals zuging? Jetzt kommt man von der 700000-Einwohner-Stadt auf der Straße nicht weiter als 100 Kilometer, dann beginnt der undurchdringliche Dschungel. Trotzdem ist der Motorrad- und Motorcar-Verkehr horrend. Wie die Fahrzeuge wohl hierher befördert wurden? Boot oder Flugzeug sind die einzigen Alternativen.

Der einzig ertrĂ€gliche Ort ist der FußgĂ€nger- Boulevard am Fluß, wo der Langzeit-Radler Matthias, von Manaus mit dem Boot hergeschippert, und ich unser Stammlokal Fitzcarraldo entdeckten.

Es gibt sogar Cusquena, ein Weißbier aus Cusco mit Machu Pichu-Aufdruck. AusflĂŒge zu anderen Restaurants endeten mit Flucht vor den Autoabgasen, beziehungsweise dem unertrĂ€glichen LĂ€rm. 20160305_223737[1]Am Wochenende fĂŒllt sich das Amphitheater mit Zuschauern am Boulevard, die  sich bei seltsamen Performances amĂŒsieren. Wir gönnten uns noch einen Besuch bei der Pilpintuhuasi Schmetterlingsfarm, bei der wir lernen konnten, wie Schmetterlinge gezĂŒchtet werden.

von der Puppe...
von der Puppe…
entpuupt sich die Raupe

Auch vom Zoll beschlagnahmte Tiere wie ein Jaguar und ein Ozelot, sowie von der Polizei gefangene Affen, die zu Dieben abgerichtet wurden, finden hier eine neue Heimat. So kamen wir doch noch dazu, einen Jaguar, leider hinter Gittern, zu sehen.

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und wird zum Schmetterling

Ich konnte es kaum erwarten, Iquitos zu verlassen und nahm das nĂ€chstmögliche Flugzeug nach Lima. Beim Einchecken merkte ich, daß mein Handy weg ist. Wollte mich Iquitos nicht loslassen? Schließlich hatte ich eine Salsa-Bigband dieses Wochendende verpaßt, das Plakat erst jetzt gesehen. Mein Mobiltelefon wird warscheinlich noch in meinem Zimmer aufgeladen.

Also raste ich raus und nahm einen Motorcar zurĂŒck zum Hotel, wĂ€hrend ich mir ausmalte, was ich mache, wenn es nicht auffindbar ist. Der Manager sah mich, machte die Schublade auf und hurra, nahm es heraus! GlĂŒck gehabt, jetzt hieß es, das Flugzeug rechtzeitig zu erreichen, auch das klappte, gottseidank!

Tips fĂŒr Leticia und Iquitos:

Oropax und Mund- beziehungsweise Atemschutz, MĂŒckenabwehr und langĂ€rmelige Kleidung mitnehmen!

Ava-Tours gegenĂŒber dem Waira-Hotel in Leticia kann ich fĂŒr AusflĂŒge empfehlen, vermieten auch Zimmer und sprechen Englisch und Französisch. Im Waira gibtÂŽs ein tolles FrĂŒhstĂŒcksbuffet.

CafĂ© Mona in Iquitos ist gut und nicht direkt an einer lauten Straße, so das man gemĂŒtlich sein FrĂŒhstĂŒck oder einen Snack einnehmen kann.

Kulinarik Ă  la Colombiana

Die gute Nachricht zuerst: es gibt hervorragende KĂŒche in Kolumbien, wie die berĂŒhmten Rausch-BrĂŒder mit ihren im Land verstreuten Restaurants beweisen. Leider bin ich nicht dazu gekommen, diese auszuprobieren und rechtzeitig zu reservieren.
Als Reisende ist es in kleinen Orten und abgelegenen Gebieten selten möglich, gut oder gar vegetarisch zu essen. Bei Nachfrage zu Letzterem wird man oft kopfschĂŒttelnd abgewiesen. Wer als Feinschmecker abnehmen will, ist hier an der richtigen Adresse. Er wird kaum das ĂŒbliche Gericht wie weißer, geschĂ€lter Reis, frittierte Platanos oder anderes Fettgebackenes mit Schuhsohlen-zĂ€hem Fleisch verzehren.

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typische Snacks

In der Tatacoa-WĂŒste wurden mir dazu noch geschmacksneutrale Arepas und „Spaghetti“, Nudeln mit etwas Ketchup vermischt, angeboten. Trockener kann nur die WĂŒste sein!
Kein Wunder, daß mir Italiener erzĂ€hlten, vor ihrer RĂŒckkehr nach Italien bei ihren MĂŒttern ihre Lieblingsmenues fĂŒr mehrere Wochen bestellt zu haben und sich unbĂ€ndig darauf freuten!
Auf dem Markt in Sylvia ließ mich der nette Kolumbianer vom Essensstand in die Töpfe gucken und siehe da, man kann durchaus lecker vegetarisch und heiß zu einem Spottpreis essen! Endlich!

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Bohnen gemischt mit Salat und Spaghetti, zum NachwĂŒrzen gabÂŽs hausgemachte scharfe Sauce statt Fertigsoße aus der Tube

In Cali entdeckte ich gleich drei naheliegende Vegetarische Restaurants, eines bot ein exzellentes Mittagsbuffet, bei denen die Kolumbianer Schlange standen!

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Lunch im Punto Verde, Cali

Abends probierte ich ein anderes, Italienisch inspiriertes mit HollÀndischen Bekannten. Meine Pasta war ok, nur leider wie fast immer in Kolumbien, zu trocken. Das selbstgebackene Brot machte es nicht saftiger.

Das kĂŒnstlerisch dekorierte Nativo in BogotĂ s Candelaria bietet CrĂšpes wie in Frankreich sowie andere vegetarische SpezialitĂ€ten wie gute Pasta und Jugos mit frischen FrĂŒchten.

Nativos lokale SpezialitÀt
„Nativo“s lokale SpezialitĂ€t kleine Kartoffeln, gebratene Platanos, Tofu, Avocado, Mais mit hausgemachter Salsa

Diese sind das absolute Highlight in Kolumbien. Ob Mangos, Papaya, Bananen, Ananas, rote, runde Lolos und viele völlig unbekannte FrĂŒchte, die ich selbst in Asien noch nie gesehen habe. Die frisch gepressten oder gequirlten SĂ€fte sind wie die Fruchtsalate einfach göttlich!

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meine Favouriten

Das Leitungswasser in lĂ€ĂŸt sich in allen StĂ€dten gefahrlos trinken, in kleineren Orten bei Einheimischen nachfragen. Um die unsĂ€gliche Plastikflut zu vermeiden, kann man das Wasser bei Unsicherheit auch abkochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MĂ€rkte in Sylvia, geheimnisvolle Statuen in St. Agostin und die Tatacoa-WĂŒste in Kolumbien

Popayan begrĂŒĂŸt mich mit entsetzlich stinkendem Verkehr, die perfekt weißgetĂŒnchten HĂ€user können das nicht ausblenden. Jede Minute hat man das GefĂŒhl, umgefahren zu werden. Also nichts wie weg auf den Aussichtspunkt zum Sonnenuntergang.

IMG_1139Er ist bereits gut besucht, natĂŒrlich dĂŒrfen EssensstĂ€nde mit ungesunden Snacks und buntem Kinderspielzeug nicht fehlen. Ein ĂŒbersteuerter Lautsprecher krĂ€chzt zu den „VorfĂŒhrungen“, die manche zum Lachen bringen,  wĂ€hrend die Sonne im Dunst untergeht.

Popayan am Sonntag
Popayan am Sonntag

Nur Sonntags kann man den Ort erradeln, die einzige Möglichkeit, vom Verkehr befreit zu sein.

IMG_1150Mich interessiert eher der Dienstags-Markt im nahen Sylvia, auf dem die freundlichen Guambianos ihre selbstgehĂ€kelten und gewobenen Taschen, Obst und GemĂŒse verkaufen.

fast hÀtte ich etwas von dieser freundlichen Dame gekauft
fast hÀtte ich etwas von dieser freundlichen Dame gekauft

Nicht nur Lebensmittel, auch Fernseher, Marihuana und Tinkturen gegen alle erdenklichen Zipperlein werden feilgeboten.

20160216_112847St. Agostin lockt Touristen durch die immer noch nicht entrĂ€tselten, ĂŒber 6300 Jahre alten Statuen an. FrĂŒher ein nettes Dorf, werden immer mehr Hotels gebaut, Souvenirshops sĂ€umen die Hauptstraße und statt Pferden werden MotorrĂ€der und Autos zur Fortbewegung  genutzt. Pferde existieren noch fĂŒr AusflĂŒge zu manchen Steinfiguren. Unser war sehr interessant, aber nach 5 1/2 Stunden ohne Reithose doch nicht ganz schmerzfrei.

IMG_1265Beim entspannten Dschungelspaziergang im absolut empfehlenswerten Parque Archeologico genoß ich die Ruhe und  stellte mir vor, was die vor tropischen Baumformationen platzierten Statuen wohl darstellen sollen. Sie sollen Menschen, Götter und Tiere darstellen und haben Asiatische, Indigene und EinflĂŒsse aus der Amazons-Region. Manche wirken harmlos, andere haben Dracula-ZĂ€hne, halten Affen oder Kinder in den HĂ€nden, die anscheinend geopfert wurden. Mich erinnern manche an die Statuen in Rapa Nui auf den Osterinseln.

IMG_1204Der Deutsche Ehnologe Korad T. Preuss entdeckte die erste große Statue 1913. Zahlreiche sind noch gar nicht gefunden worden, andere von GrabrĂ€ubern gestohlen.

IMG_1172Weit außerhalb von St. Agostin vertreut, sind noch mehr Statuen zu entdecken. Wir machten daher einen neunstĂŒndigen Ausflug durch die bildschöne, serpentinenreiche Berglandschaft mit Kaffeeplantagen, soweit das Auge reicht. An manchen SteilhĂ€ngen frage ich mich, wie jemand dort ernten oder gar leben kann.

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nicht mein „kleiner grĂŒner Kaktus“

Die WĂŒste Tatacoa liegt auf dem Weg nach BogotĂ , also nehm ich den Bus nach Neiva und von dort den Colectivo in die WĂŒste. Es soll sehr heiss werden, daher sind die Noches de Saturnia mein Ziel, um in deren Pool zu planschen. Ist auch nett, man kann in HĂ€ngematten, Dorms oder Zimmern mit eigenem Bad nĂ€chtigen. Essen und Trinken mitbringen ist verboten. Ich ahnte nichts Böses bis ich fragte, was es denn zum Abendessen gibt.  „Spaghetti“ mit etwas Ketchup, die eine Beleidigung fĂŒr Italien sind, natĂŒrlich weißer, geschĂ€lter Reis, knochentrockene Arepas und Fleisch. Mit hungrigem Magen fĂ€llt es schwer, darĂŒber einen trockenen Witz zu machen. So trocken kann nicht mal die WĂŒste hier sein, es gibt immerhin Kakteen und StrĂ€ucher.

IMG_1294So wanderte ich am nĂ€chsten Morgen fast allein durch die nahe rote WĂŒste, ein Guide ist ĂŒberflĂŒssig. Die graue WĂŒste sah ich dann auf dem RĂŒckweg nach Neiva im Collectivo statt einen Ausflug zu buchen.

Tips:

Wer in Popayan ĂŒbernachten möchte, sollte versuchen, etwas weg von den stark befahrenen Straßen zu finden. Das Hostel Trail hat ganz gute Informationen zu AusflĂŒgen, ist aber sehr laut. Die „heissen Quellen“ sind nicht natĂŒrlich und nichts Besonderes. Wer nicht den Vulkan PuracĂ© in acht Stunden erklimmen oder in den Natonalpark möchte, kann Dienstags in Sylvia den sehenswerten Markt besuchen.

In St. Agostin unbedingt den Parque Archeologico besuchen. Die AusflĂŒge zu den weitlĂ€ufigen Statuen können anstrengend werden. Ruhige und saubere UnterkĂŒnfte zu humanen Preisen sind in der Finca El Maco zu finden, fast ruhig ist es im Los Moyos bei einer Familie. Beide liegen nur einen Kilometer vom Park.

 

 

Eine Ruhe-Oase in der Natur: die Eco Finca El Maco in St. Agostin, Kolumbien

Welcher Reisende braucht nicht gelegentlich mal seine Ruhe? In St. Agostin, Kolumbien, berĂŒhmt fĂŒr seine 3300 vor Christus alten Statuen, die auch heute noch RĂ€tsel aufgeben, kann er sie in der Eco-Finca El Maco finden.

IMG_1169Auf einem HĂŒgel mit Sicht auf die umliegenden Berge liegen die Cabanas, Tipis und Chalets in einem Garten. KĂŒnstler dĂŒrfen hier ihre KreativitĂ€t ausleben, so ist jede einmalig.

20160217_142957[1]Meine Cabana betritt man ĂŒber eine Treppe zum kleinen Balkon mit HĂ€ngematte, dann aufgepaßt, den Kopf einziehen, wenn man durch die niedrige TĂŒr geht. Rustikale Ausstattung bestmmt das Bild, die FalltĂŒr fĂŒhrt zum Badezimmer. Statt von Autoverkehr, lĂ€rmenden Angestellten und GĂ€sten wird man höchstens von Vögeln und HĂŒhnern geweckt.

IMG_1161Die vom Schweizer RenĂ© Suter gefĂŒhrte Finca legt viel Wert auf Nachhaltigkeit. Das Restaurant bietet eine ausgezeichnete KĂŒche mit selbstgebackenem Brot und dem von hauseigenen KĂŒhen stammenden Yoghurt.

FrĂŒhstĂŒck im El Maco
lecker frĂŒhstĂŒcken im El Maco

Abends treffen sich die GĂ€ste zum Abendessen, ich probierte das gut gewĂŒrzte und saftige rote Curry aus. Das muß man in Kolumbien mit der Lupe suchen!

Mehr Infos unter: www.elmaco.ch

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AusflĂŒge kann man ĂŒber die dazugehörige Agentur Chaska Tours buchen. Wir machten einen herrlichen Ausflug zu den Statuen mit den Pferden von Pacho, der nur Spanisch spricht und sich gut auskennt,  duch die wunderschöne, hĂŒgellige Landschaft, .

Danke fĂŒr die Kooperation an die  Finca El Maco

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Cali Salsa Caliente in Kolumbien

Cali gilt nicht ohne Grund als heißeste Salsa Stadt Kolumbiens. Und brĂŒtend heiß ist es! Im Stadtteil San Antonio angekommen, machte ich erstmal einen Spaziergang. Die schmalen Gassen waren fast menschenleer, alle Fenster und TĂŒren vergittert, sogar geöffnete LĂ€den und die wenigen CafĂ©s haben vergitterte TĂŒren. Einladend sieht das nicht aus. Es geschieht wohl aus SicherheitsgrĂŒnden, denn jeder hat mich vor ÜberfĂ€llen gewarnt.

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ganz normal in Kolumbien: ein Laden hinter Gittern

Das Schöne sind die tollen Graffittis und Wandmalereien.

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20160208_164215Eigentlich wollte ich nur zwei Tage bleiben, aber am zweiten Tag lernte ich Shannon aus Kalifornien, Alfredo aus Mexiko und die taube Gwen aus Frankreich kennen, mit denen ich in einer Bar am Parque Perros tanzen ging. So viel nette, junge MĂ€nner sieht frau eher selten in Kolumbien. Und Tanzen können sie! Zu Salsa, Bachata, Reggaeton und Choco ging die Post ab, daß der Schweiß ĂŒber die Stirn lief.

Von neuen Bekanntschaften ließen wir uns noch ĂŒberreden,  inÂŽs Menga mit zu fahren. Es dauerte und ich fragte mich, ob wir nicht etwas unvorsichtig waren, da Cali doch so gefĂ€hrlich sein soll. Unsere Begleiter waren gottseidank sehr nett und wir tanzten noch die halbe Nacht. Dienstags gegen 3 Uhr morgens war der große Club noch halbvoll.

Es half nichts, ich mußte meinen Aufenthalt um ein paar Tage verlĂ€ngern! Steven aus den USA macht hier Salsa-Ferien und kann sich nicht entscheiden, ob er noch einen Monat verlĂ€ngert oder nur zwei Wochen. Er empfahl mir einen Salsa-Kurs.

Frauen und MĂ€nner aller Altersklassen, Einheimische und AuslĂ€nder, wĂ€rmten sich erstmal auf, bevor wir die Schritte lernen. SpĂ€ter wurden wir dann in AnfĂ€nger, Fortgeschrittene und Fast-Profis aufgeteilt, ein Riesenspaß! Ein lustigeres Kreislauftraining kann ich mir nicht vorstellen!

20160210_230202Abends gingŽs dann in die Praxis, erstmal Live-Musik im Punto Baré, dann nebenan inŽs Topa Tolanda.

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Don Herbert

Klar, daß wir auch Don Herbert ausprobieren mußten, eine kleine Salsa-Bar mit einer Art Parkplatz davor inklusive Bier- und ChipsverkaufswĂ€gelchen, drinnen konnte ich meine gelernten Drehungen in der Praxis anwenden, klasse!

Cali by night
Cali by night

 

 Tips fĂŒr Cali:

Wer Salsa liebt oder es lieben lernen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Bei der Manisero Salsa School neben dem Exito San Fernando kann man einfach zum Gruppenkurs antanzen, Privatkurse bieten sie auch an wie viele andere. Im Tostaky Hostel werden gelegentlich Gratis- oder Privatkurse angeboten, beides wie das Manisero sehr empfehlenswert! Es ist ideal, um Leute und MittĂ€nzer kennen zulernen. Das einzige Hostel, in dem man draußen ohne Gitter sitzen kann.

ÜberfĂ€lle sind an der Tagesordnung, also nur das nötige Kleingeld mitnehmen, sich nicht verrrĂŒckt machen lassen und Einheimische fragen, wo es nicht sicher ist. Im Tostaky bekommt man einen Stadtplan, in dem die gefĂ€hrlichen Gegenden markiert sind.

Das historische Viertel mit Kirchen und Museen lĂ€ĂŸt sich vom wunderschönen Viertel San Antonio leicht zu Fuß erreichen. Das Gold-Museum befindet sich in einer Bank, ist gratis und ideal, um sich etwas abzukĂŒhlen mit seiner Klimaanlage.

Chillen, Wandern, Reiten und Kaffee trinken in der Zona Cafetera

WĂ€hrend in Barranquilla die HĂŒften beim Carneval schwingen, in Deutschland „entwaffnend“ (von fĂŒhrenden Politikern empfohlen) Karneval gefeiert wird, wird in der Zona Cafetera Kolumbiens gechillt, was das Zeug hĂ€lt.

Filandia

Im ĂŒbersichtlichen Filandia ist selbst in der Disko nichts los, Musik spielen muß sie trotzdem neben meinem sehr schönen Bremen Hostel.

IMG_1069Bei der Kaffeefarm-Tour lernen wir, wie man die roten Bohnen pflĂŒckt, drehen! und die 2fache SchĂ€lung vonstatten  geht.

hiermit wird traditionell die rote Schale geschÀlt
hiermit wird traditionell die rote Schale geschÀlt

Zuerst werden sie in einem traditionellen Trichter von der roten Schale befreit, dann mit einem ĂŒberdimenionalen Holzstab zerstoßen, damit die 2. Schale abfĂ€llt.

IMG_1085Im Topf werden die weißen Bohnen geröstet, danach gemahlen. AufbrĂŒhen, fertig ist der handgemachte Kaffeegenuß!

Laura aus Spanien beim Rösten
Laura aus Spanien beim Rösten

Laura empfieht mir die Hacienda La Serrana in Salento.

Salento
Salento

Kaum im GrĂŒnen mit wunderbarem Bergblick angekommen, sind alle etwaigen Anspannungen wie weggeblasen!

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Aussicht vom La Serrana

Chillen ist die HauptbeschÀftigung.

20160204_193350Abends trifft man sich zum Barbeque, das wegen Regen ausfĂ€llt. Stattdessen lassen wir uns Mexikanisch bekochen, wĂ€hrend ĂŒber uns die (nicht von uns!) ausgetrunkenen Weinflaschen hĂ€ngen.

Das mit Abstand schönste Erlebnis war der vierstĂŒndige Ausritt in sehr unwegsamen GelĂ€nde auf abenteuerlichen, steingen, rutschigen Pfaden.

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so sahen die meisten Wege nicht aus!

Die Pferde meisterten alles mit Bravour, wir genossen die traumhafte Landschaft!

20160206_130404Fast unmöglich, dieses Erlebnis zu ĂŒbertreffen, die Wanderung inÂŽs Cocora-Tal, berĂŒhmt fĂŒr seine atemberaubend riesigen Wachspalmen kann in Sachen Schönheit durchaus mithalten.

IMG_1123Das Nachtleben in Salento beschrÀnkt sich auf den Hauptplatz, wo mancher sich als Musiker probiert. Eine Bar spielt Salsa, ein Mann alleine tanzt, meine mÀnnlichen Begleiter aus dem La Serrana nehmen sich ein Bier zur Brust. Rachel aus Frankreich bringt Stimmung in die Runde und schenkt aus ihrer Rotweinflasche aus. Ihre junge Französische Truppe, die frei in WohnwÀgen lebt,  gesellt sich dazu und wir begeben uns zur TanzflÀche. Nur zwei, drei Paare tanzen, wÀhrend die anderen Kolumbianer zusehen. Diese habe ich ganz anders als Partytiger in Erinnerung!

 

Tips fĂŒr die Zona CafĂ©tera:

Filandia eignet sich nicht fĂŒr unbedingt Alleinreisende, Salento ist lebendiger und die Hacienda La Serrana klasse zum Kennenlernen anderer Reisender! Reservieren empfehlenswert. Salento gilt als sicher, nur wegen der vielen PolizeiprĂ€senz oder sowieso? Omar Hernandes (ĂŒber La Serrana buchbar) kann ich fĂŒr die Ausritte empfehlen. Bei der Wanderung inÂŽs Cocora-Tal eine Karte organisieren, weiter nach Acaime zum Vögel beobachten lohnt den Eintritt nur fĂŒr Aficionades. Eine Kaffeetour bei einer aktiven Farm buchen, ca. 18000 Pesos.

Von BogotĂ  inÂŽs entspannte Villa de Leyva

Im „Eldorado“, dem Flughafen BogotĂ s angekommen, erfuhr ich vom netten Kolumbianer in der Touristeninformation, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfach nach Candelaria, dem touristischen Zentrum BogotĂ s, kommt. Der Alimentador-Shuttle Bus fuhr mir vor der Nase davon, der Transmilenio-Bus mit eigener Busspur, ebenfalls. So war es doch nicht so bequem, wie ich es mir vorgestellt hatte. In Candelaria angekommen, konsultierte ich zum Finden meines Guesthouses die Polizei und kam samt Blinklicht in den Genuß, hinter Gittern mal mitzufahren. Dabei wĂ€ren es nur ein paar Schritte gewesen!

IMG_1303Um sich vom Jetlag zu erholen oder gar zu schlafen, eignen sich die GasthĂ€user keineswegs, ich geriet sogar vom Regen in die Traufe, als ich zum Fatima wechselte. Nette Zimmer und kommunale RĂ€ume zum Relaxen, Essen, Draußen-Rauchen und Fernsehen wirkten gemĂŒtlich. Ab Nachmittags durfte ich dann den LĂ€rm in Quadrophonie aus allen Richtungen und RĂ€umlichkeiten ertragen.

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Graffitti vom Eldorado

FrĂŒher verboten, sind jetzt farbenfrohe Grafittis ĂŒberall in BogotĂ  zu bewundern. Gut gegen Jetlag und wenig Schlaf empfehle ich unbedingt das Botero Museum.

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Es bietet nicht nur Boteros farbenfrohe, barocke Malereien und Skulpturen, sondern Picasso, Miro, Max Ernst und die französischen Impresssionisten, sondern experimentelle Kunst im Nebentrakt, alles fĂŒr lau!

Das Genie von Max Ernst
Das Genie von Max Ernst

Um die Nacht zum Tag zu machen, mag BogotĂĄ gerade richtig sein, ich brauchte Erholung und nahm den bequemen Direktbus nach Villa de Leyva. Die weißgetĂŒnchten, mit Blumengirlanden verzierten HĂ€user in den mit ĂŒbergroßen Steinen gepflasterten Gassen sind fast zu schön, um wahr zu sein.

20160131_162557_resizedDie umliegenden Berge lassen sich gut erwandern. Nur bei 35 Grad machten eine Bordelaiserin und ich nach zwei Stunden kehrt, um ein Eis zu essen. Jede Menge SehenswĂŒrdigkeiten werden  hier angepriesen. Die tiefen „Blauen“ Seen nehmen nur diese Farbe an, wenn der Himmel blau ist und lohnen nicht den Eintrittspreis. Das Terracotta-Haus ist etwas fĂŒr GaudĂ­-Aficionades.

Terracotta-Haus
Terracotta-Haus

Nach drei Tagen Balancieren auf den ĂŒberdimensionalen Plastern taten mir die FĂŒĂŸe weh! Neue Abenteuer warteten im Kaffee-Anbaugebiet.

Tips fĂŒr BogotĂ :

Budgetreisende mit nicht zu schwerem GepĂ€ck können vor dem Flughafen den kostenlosen Alimantador-Bus zum Portal del Dorado nehmen, von da fĂ€hrt der Transmilenio J6 Richtung Universitario nach Las Aguas. Von dort sind es nur ein paar Schritte zu den Hotels und Hostels Candelarias. Ohropax nicht vergessen, wer schlafen möchte! ZurĂŒck nimmt man die Numero K86, die direkt von Las Aguas, beziehungsweise Universitario zum Flughafen fĂ€hrt.

Das TourismusbĂŒro bot kostenlose Walking-Tours fĂŒr Historien-Interessierte an, bei denen auch Geschichten zu den Menschen auf den Geldscheinen Kolumbiens  nicht fehlen. Dann erfĂ€hrt man auch, warum dieser Mann sein Herz verlor.

20160128_144124Dort liegen die BogotĂ  Post, die ĂŒber aktuelle Themen wie den Zika-Virus und Veranstaltungen top informiert.

Um die Ecke der Touristen-Info kann man hervorragenden Kaffee in schönem Ambiente zu humanen Preisen bei der Escuela de Baristas erleben, statt sich bei Juan Valdez abzocken zu lassen.

Radtouren fĂŒr Aficionades bietet unter anderen Carlos vom Fatima an, obwohl BogotĂ  mit seinen HĂŒgeln und zweispurigen Radwegen von Nord nach SĂŒd nicht gerade ideal dafĂŒr ist. Wegen der permanent ĂŒberfĂŒllten Busse wird Radeln immer beliebter, es gibt neuerdings das Bici Picnic BogotĂĄ als Treffpunkt.

 

Umweltfreundlich nÀchtigen am Kolumbianischen Karibikstrand

Umweltfreundlich nÀchtigen am Kolumbianischen Karibikstrand

Es gibt Menschen, denen bricht beim Wort „tropische Hitze“ bereits der Schweiß aus, sie sind ĂŒberzeugt, in warmen Gefilden nicht ohne Klimaanlage auskommen zu können. Nun, als umweltfreundliche Maßnahme wollte ich mal das HĂ€ngemattenfeeling am kolumbianischen Karibikstrand testen.

Nur ein Karzensprung von Cartagena entfernt erreicht der strandhungrige Reisende mit dem Schnellboot die Landzunge Playa Blanca. Direkt am Strand werden wir abgesetzt und waten an Land. Die Argentinierinnen, die mir in Medellin begegnet sind, kommen mir entgegen, haben aber leider keine Zeit, mir Tips zu geben, so schnell rast das Boot wieder zurĂŒck.

Vereinsamte „Cocktail-Bars“ und „Restaurants“ mit HĂ€ngematten sĂ€umen den sehr ĂŒbersichtlich belebten Strand. Endlich entdecke ich eine Gruppe junger SĂŒdamerikaner und frage, ob eine Unterkunft verfĂŒgbar ist? Ja, eine HĂ€ngematte ist noch frei, die gleich getestet werden muß mit meinem Buch ĂŒber die Entstehung der Kolumbianischen Drogenkriege und dessen Ende.

Nach und nach werden die fast durch die Bank gutaussehenden Mitbewohnern zutraulich und sprechen mich an. Sie sind Studenten aus Chile und zwei von ihnen unterhalten sich in hervorragendem Deutsch mit mir. Beim sehr einfachen Abendessen ist es stockdunkel, nur wenige Kerzen lassen gerade so die Teller erkennen.

Plötzlich ein gellender Schrei! Ein junger Chilene ist von einem Mini-Scorpion gebissen worden! Er krĂŒmmt sich vor Schmerz. Der Koch erscheint mit einem glĂŒhenden StĂŒck Holz, mit dem er anscheinend einen Zauber veranstalten will. Da ziehen wir es vor, ein Motorrad vom Hospital zu organisieren. Wir ziehen vorsichtshalber unsere Sandalen an…

Nachts in der HĂ€ngematte ist es nicht wirklich gemĂŒtlich und trotz Decke und tropischem Klima reichlich windig und kĂŒhl. Sogar die MĂ€nner frieren! Am Morgen ist der Patient wieder gesund zurĂŒck, aber niemanden hĂ€lt es hier. Zum Schnorcheln ist es zu stĂŒrmisch, die Cocktailbars verlassen, das Essen zum davonlaufen, ebenso die sanitĂ€ren Primitivst-Anlagen, da packen wir lieber unsere Sachen und nehmen den Bus zurĂŒck nach Cartagena.

Umweltfreundlich nÀchtigen am Kolumbianischen Karibikstrand
Umweltfreundlich nÀchtigen am Kolumbianischen Karibikstrand
Umweltfreundlich nÀchtigen am Kolumbianischen Karibikstrand

Feiern auf Kolumbianisch

Feiern auf Kolumbianisch

Als ein Freund mir von BogotĂ ÂŽs Salsa- und Rumbapartys vorschwĂ€rmte und mich nach Kolumbien einlud, konnte ich nicht widerstehen. Beim ErwĂ€hnen von Kolumbien fallen den meisten Menschen die lĂ€ngst vergangenen Drogenkriege, EntfĂŒhrungen durch Rebellen und Shakira ein. Die Drogenkriege fĂŒhrten einmal sogar zum Sturm des Kartells auf den Justizpalast mit vielen Toten, weil die Regierung es wagte, einen Drogenboss anzuklagen. Bei meinem Besuch war der Palast von kĂŒnstlichen Riesen-Ameisen ĂŒbersĂ€ht, es handelte sich ganz harmlos um eine Kunstinstallation.

Der echte George Young, im Film „Blow“ gespielt von Johnny Depp, sorgte damals eine Zeitlang fĂŒr reißenden Absatz von Pablo EscobarÂŽs gelieferten Rauschmitteln, weil die Kunden seines Kontaktmanns, ein Prominentenfriseur in LA, Unmengen davon konsumierten. Daran hat sich anscheinend nicht viel verĂ€ndert, die Drogenkriege dagegen haben sich nach Mexiko verlagert, die Rebellen fangen sogar an, mit der Regierung zu verhandeln und halten sich normalerweise in Malaria verseuchten Dschungelgebieten auf.

BogotĂ  liegt auf 2600 m und eigentlich wĂ€re Ausruhen empfehlenswert nach dem langen Flug, aber es half nichts, wir mußten die umliegenden Bars und Clubs der Wohnung meines Freundes unsicher machen. Hier im Norden BogotĂ s konnten wir gefahrlos nachts zu Fuß herumlaufen!

Trotzdem wird man in manchen Lokalen nach Waffen? abgetastet. Nicht nur, denn die Kolumbianer schmuggeln gerne Rumflaschen hinein. Wer das Lokal verlĂ€ĂŸt, muss seine Rechnung vorzeigen, ob auch bezahlt wurde.

Die Einheimischen verstehen zu feiern und zu trinken und das nicht zu knapp. Am nĂ€chsten Tag rief seine beruechtigte Kollegen-Clique an, daß der Chef gerade gegangen sei und die Flasche Aguardiente geöffnet wurde. 15 Minuten spĂ€ter kam ein Anruf, daß sie bereits inÂŽs Lokal um die Ecke weitergezogen waren. Kaum betraten wir das Lokal, es war ca. 20:30 Uhr, wurde abgetanzt, dass die WĂ€nde wackelten. Dazu wird literweise Bier und Rum getrunken. Leider hat an diesem Tag meine neue Digitalkamera schlappgemacht als ich den Hausberg besichtigen wollte, super! So konnte ich die Salsa-TĂ€nze bisher nicht filmen. WĂ€hrend ich nach den nĂ€chtlichen Gelagen ausschlafen und mir die Stadt mit dem wundervollen Botero- und Goldmuseum anschauen konnte, mussten mein Freund und seine Kollegen zur Arbeit und abends natĂŒrlich wieder auf die Piste.

2600 m von Bogota in’s Tal und wieder hinauf auf 2200 m gingÂŽs kurvenreich per Bus nach Manizales mit seinen herrlichen Kaffeeplantagen. Weiter in Medellin, berĂŒchtigt wegen des ehemaligen Drogenkartells, entpuppt es sich als eine relativ sichere Großtadt. In der Gegend, in der ich unterkam, reiht sich ein Lokal an das andere, und wir hĂ€tten abends sicher die Gegend unsicher machen können. Stattdessen kochten und mixten die jungen Argentinier im Guesthaus ihre Cocktails selber, Salsa- oder Tango-Tanzen fiel daher flach.

Der Carneval in Barranquilla nahte, daher wurde es Zeit, den Nachtbus ins tropische Cartagena zu nehmen. Es erinnert mich an Fotos von Havana mit seinen Kolonialbauten und den engen Gassen mit seinem lebendigen Treiben.

Um zum Carneval zu kommen, muss man um 5 Uhr los, um rechtzeitig vor 10 Uhr da zu sein, bevor die Stadt gesperrt wird. Jede Menge Warnungen habe ich ĂŒber den Carneval gehört, hoffentlich kommt mir meine neu erstandene Kamera nicht abhanden! Sie befindet sich gut versteckt unterm T-Shirt. Mit dem Bus angekommen, trafen wir die Kolumbianer, bei denen einige als couchsurfer untergekommen sind (sie schlafen auf dem Boden in ihren SchlafsĂ€cken). FĂŒr den Österreicher Matthias und mich war weder eine Couch noch sonst ein Flecken frei, daher mĂŒssen wir wohl mit dem Bus abends nach Cartagena zurĂŒck.

Die Einheimischen raten uns, jetzt bereits Rum und Bier einzukaufen. Bei der Affenhitze mittags verzichte ich. WĂ€hrend die anderen in der prallen Sonne beim lauen GetrĂ€nke-schlĂŒrfen der Parade zusehen, genehmige ich mir kaltes Bier an den Bars im Schatten. Irgendwann verabschieden sich die Kolumbianer, um sich fĂŒr die abendlichen Feiern auszuruhen. Am spĂ€ten Nachmittag mĂŒssen dann Matthias und ich schweren Herzens den Bus zurĂŒck nehmen. Er fĂ€hrt quer duch die Stadt, wo ĂŒberall bereits getanzt wird! Die KostĂŒmierten von der Parade sind ebenfalls dabei. ZurĂŒck in Cartagena ist mein Begleiter mĂŒde, ich auch, aber die Argentinierinnen Mara und Guadeloupe schleppen mich noch in die Havana Bar mit toller Salsa-Live Band, immerhin ein kleiner Trost!

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