Schwerelose Artistik bei „Limbo“ auf dem Wintertollwood

Limbo, ein theologisches Konzept  oder ein Tanz aus Trinidad,so nennt sich die neue Winter-Tollwood Show, wahlweise mit oder ohne 4-Gänge Bio-Menue.

Vor der Show tun die G√§ste der vorderen Reihen gut daran, ihr Glas auszutrinken.¬† sonst k√∂nnte es passieren wie bei meiner Tischnachbarin, da√ü die auf langen, biegsamen Stangen nach allen Seiten schwingenden Akrobaten pl√∂tzlich ganz nah am Tisch entlang ein Glas stibitzen, es austrinken und mit dem R√ľckschwung unfallfrei wieder zur√ľckstellen.

Foto_CheChore
Foto_CheChore

Federleicht wie ein Eichh√∂rnchen lief ein anderer Akrobat eine vertikale Stange hinauf, umschlang diese mit seinem K√∂rper und rutschte sanft kopf√ľber wieder auf den Boden, um gleich wieder wie schwerelos hinaufzulaufen.

Foto_DavidSolm
Artistik der Schwerkraft enthoben Foto_DavidSolm

Ob ein-und zweih√§ndiges Handstand-Balancieren auf Pf√§hlen oder die sexy Feuer- speiende Schwertschluckerin, alles wirkt leichtf√ľ√üig-t√§nzerisch mit einer ansteckenden Portion Humor, ummalt von wunderbar passender Live-Musik. Bis zu 50 Instrumente sollen im Einsatz gewesen sein.

Foto_DavidSolm
Foto_DavidSolm

Die choreografisch und dramaturgisch ausgefeilte Show aus Australien ließ auch dem Varieté-erfahrenen Zuschauer 75 Minuten lang den Atem stocken.

Foto_CheChorey
Foto_CheChorey

Gut, da√ü der Magen vorher von dem Selleries√ľppchen, „Venus“ genannt, im Joghurt-Glas gekostet hatte, mit einem gro√üen Suppenl√∂ffel etwas unkommod zu essen. Der Zwischengang „Mata Hari“,¬†im Reismantel leicht verh√ľlltes Grillgem√ľse¬† in Mandarinen-Oliven√∂l mit Tomatensalsa war ganz in Ordung. Die Hauptg√§nge „Lolita“ Perlhuhn mit Couscous, Tomaten und Schwarzk√ľmmel sowie die vegetarische Variante „Salom√©“, als Feuerwerk aus Auberginen, Topinambur, Raukesalat und S√ľ√ükartoffelgratin angek√ľndigt, konnten der Limbo-Show an Feuer und Kreativit√§t nicht das Wasser reichen.

Das große Plus: Im Gegensatz zu anderen Dinnershows gab es keine  Wartezeiten zwischen den Gängen.

Pavlowa Foto:DanielSchvarcz
Pavlowa Foto:DanielSchvarcz

Das Dessert „Pavlowa“ , Australische Baisertorte mit Passionsfruchtcreme, umgarnt von frischen Waldbeeren und Lamington-Schokokuchen √ľberzeugte und war genau das Richtige nach der Show!

Alle informationen unter www.tollwood.de

Tollwood engagiert sich jetzt, daß Bio-Qualität nicht Regionaler gleichgestellt wird, wie von der CSU-Fraktion des Landtags beantragt. Alle Infos dazu auf der Webseite.

 

 

 

Es hat sich ausgeswingt im Dinner-Cotton Club

Die Goldenen Zwanziger Jahre, als die Frauen ihre Korsetts wegwarfen und mit Pagenschnitt, Stirnband und Flatterkleidern Swing tanzten, d√ľrften wilde Zeiten gewesen sein!

Foto:best
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Die K√ľnstler-Ikonen des Zwanzigsten Jahrhunderts lie√üen die Champagner Korken knallen, Jazz-Legenden wie Louis Amstrong, Ella Fitzgerald und Duke Ellington brachten den Cotton Club in Harlem zum Kochen. Obwohl die K√ľnster fast ausschlie√ülich farbig waren, durften „Nicht-Wei√üe“ den Club nicht betreten. Sp√§ter wurden auf Ellington¬īs Initiative die Zutrittsbedingungen gelockert. Die Zeiten inklusive Prohibition sind gottseidank entg√ľltig vorbei!

Stefan Marquard & Holger Stromberg
Bei der Premiere ließen Stefan Marquard und Holger Stromberg noch die Laurent Perrier-Korken knallen Foto:best

Deutschlands j√ľngster Sternekoch Holger Stromberg, der die Deutsche Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft kochte und Kochrebell Stefan Marquard wollten den Cotton Club mit einem Vier-G√§nge Gourmet-Menue¬† wieder aufleben lassen. Am 6.11.14¬† feierten sie Premiere in M√ľnchen, bei der immerhin einige G√§ste im 20iger Jahre Look erschienen.

Das Cotton Club Orchestra eröffnet mit Entertainer Ron Williams,  von Cotton-Club Tänzerinnen umrahmt, die Show mit seiner exzellenten Soulstimme.

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Schade, da√ü die Show erst weitergeht, w√§hrend man das leckere Menu auf der Zunge zergehen l√§√üt. Um die Wartezeit zwischen den G√§ngen zu √ľberbr√ľcken, k√∂nnte man doch das¬†Publikum auf der Tanzfl√§che zum¬† Swingtanz bitten.

Crispy Sea Brass Foto:best
Crispy Sea Brass
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Bei illustren Kreationen wie Vitello Forello mit Kalbsrolle, Eismeer-Lachforelle und Forellen Panna Cotta, Crispy Sea Brass oder variantenreichem Veggie-Menu bringt die stimmgewaltige Angela Brown den Saal in Laune.

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Akrobaten zeigen atemberaubene Artistik, die Schlangenfrau, da√ü sie keine Knochen zu haben scheint und die „Fliegenden Basketballspieler“ aus der Bronx, wie man leichtf√ľ√üig kopf√ľber durch die Luft wirbelt.

IMG_5850Eigentlich sollten Schie√üereien zwischen rivalisierenden Mafia-Clans, die damals¬† an der Tagesordnung waren, in die Revue eingebaut werden. Zum Beispiel sollten w√§hrend der Show Ganoven das Zelt st√ľrmen und schie√üen. Das fiel wegen Anwohner-Beschwerden v√∂llig flach, die Nacht mit Swing durchtanzen leider auch.

Zumindest ein Ganove war an der Dinner-Show beteiligt. Betreiber Matthias Hoffmann, der bereits mit mehreren Shows wie „Afrika Afrika!“ baden ging und wegen Steuerhinterziehung 15 Monate im Gef√§ngnis sa√ü, bezahlte weder Zulieferer, K√ľnstler noch die K√∂che Stefan Marquart und Holger Stromberg.

Weil die Rechnungen f√ľr das geliehene Besteck nicht bezahlt war, holte die Leih-Firma die L√∂ffel ab und das Menue mu√üte einmal ohne auskommen.¬† Nur weil kurzfristig eine B√ľrgschaft geleistet wurde, lie√üen sie Gl√§ser und Teller da.

Die bereits im Vorverkauf erworbenen Karten k√∂nnen laut der Cotton Club Homepage zur√ľckgegeben werden. Die Vorverkaufsstelle¬† Eventim verweist auf den Veranstalter.

Am 23. Dezember wurde die Show geschlossen. Seitdem ist Matthias Hoffmann abgetaucht. Merkw√ľrdig, da√ü niemand Verdacht sch√∂pfte, war der urspr√ľngliche Cotton Club doch zeitweilig im Besitz von Gangstern.

 

 

Kulinarische Entdeckungen auf der eat&STYLE

Zwischen Kochshows und Weinh√§ndlern konnte der Besucher interessante St√§nde mit nachhaltigen Konzepten kennenlernen.¬† Wer hat sich noch nicht √ľber den M√ľllberg von Kaffekapseln ge√§rgert? beanarella stellte die erste kompostierbare Kaffekapsel der Welt vor. Selbstverst√§ndlich enth√§lt sie keine gesundheitssch√§dlichen Weichmacher oder Schwermetalle. Die Kaffebohnen, ausschlie√ülich aus fairem Handel, werden in der √§ltesten Kaffer√∂sterei der Schweiz verarbeitet.

Wahre Geschmacksexplosionen wie beim Wein verspricht der Kampot-Pfeffer aus Kambodscha. Die Pfefferboutiquen von Hennest Finest in K√∂ln stellten wei√üen, roten und schwarzen Pfeffer vor, die wie bei Wein oder Parfum Kopf- und Herznoten besitzen. Direkt nach dem Mahlen beim schwarzen Pfeffer entstehen √Ątherische Kopf-Noten wie Minze, Thymian, Meerluft, nach einigen Minuten dominieren fruchtige Herz-Noten wie Pfirsich und Zitrone. Dazu empfielt der Experte rotes Fleisch, dunkle So√üen und Tomaten. Der Wei√üe zeichnet sich durch deutliche Sch√§rfe und brotig-w√ľrziger Komponente aus, er pa√üt zu Fisch, Meeresfr√ľchtten und Gefl√ľgel. Der Rote verleiht Gefl√ľgel und Fisch eine fruchtig-scharfe Note¬† und eigent sich als Dessert-Pfeffer f√ľr Erdebeeren oder reife Mangos.

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schwarzer, weißer und roter Pfeffer Foto:DK

Opaque stellte seine handgemachten Pralinen mit einem Hauch von Sylter Meersalz vor, die auf der Zunge zerschmolzen.

Bei chocqlate¬† kann man seine Schokolade selber aus nat√ľrlichen Zutaten wie Kakaobutter,¬† Agavensirup,¬†Kakao-Bohnen- und Pulver herstellen, ebenfalls ein himmlischer Genu√ü! Sie unterst√ľtzen mit oneplanetcrowd.de kleine Bio-Kakaoplantagen in Panama.

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geröstete und ungeröstete gemahlene Kakaobohnen, Kakaobutter, Vanillepulver, Agavensirup, eine leckere Mischung! Foto:DK

Zahlreiche hochwertige, umweltfreundlich hergestellte¬† Genu√ümittel konnten verkostet und gekauft werden, nur die Plastikm√ľllentsorgung¬† braucht dringend ein upgrade. Pfandflaschen von „Almdudler“ wurden gratis verteilt, die Flaschen √ľberf√ľllten anschlie√üend zusammen mit Plastikbechern die M√ľlleimer, nicht sehr umweltfreundlich!

www.beanarella.ch

www.hennesfinest.com