Bayerisch genie√üen auf dem M√ľnchner Odeonsplatz

Seit gestern darf sich der M√ľnchner Gourmet wieder freuen: Das Bayerische Genussfestival am Odeonsplatz wurde durch Stadtr√§tin Renate K√ľrzd√∂rfer, Frankenweinverbands-Pr√§sident Artur Steinmann und der Weink√∂nigin Carolin Meyer¬† er√∂ffnet. Artur Steinmann freute sich, jedes Jahr von einer anderen Weink√∂nigin mit Pers√∂nlichkeit begleitet zu werden, diese, selber Winzerin, erz√§hlte von ihrer Einladung zur Er√∂ffnung der Bayreuther Festspiele und wie hei√ü es im Abendkleid wurde…Sie besucht 400¬† Verantaltungen in einem Jahr und entspannt sich davon auf ihrem Weinberg. Harald Scholl vom Vinum-Magazin stellte die 100 Genussorte in Bayern in Buchform vor, ein kalorienarmes Schlemmer-Vergn√ľgen mit Reisef√ľhrer!

Zahlreiche hochwertige Gen√ľsse stehen auch am Odeonplatz zur Verkostung bereit wie Allg√§uer K√§se der Dorfsennerei Untrasried oder Pralin√©-Frucht-K√§se-Spie√ü zum Niederknien vom Hotel Natur-Landhaus Krone.

Weinschmecker mit Sennkäs, Ziegenfrischkäse und Praliné vom Genussort Maierhöfen im Allgäu

Junge, experimentelle oder erfahrene Winzer aus Franken stellen ihre edlen Tropfen noch bis Sonntag selber vor,¬† nat√ľrlich auch √Ėkowein, der nicht teurer als konventionell hergestellter sein muss. Zum Beipiel der Silvaner von der alten Rebe vom Winzerhof Edgar Wallrapp in nat√ľrlicher G√§rung belassen, schmeckt hervorragend und ist schon f√ľr 9,50 ‚ā¨ pro Flasche zu haben. Der Edelbrandsommelier Josef Sch√§tzl vom Sch√§tzlhof,¬† der dort auch Zimmer vermietet, kredenzt seinen hauseigenen Brand wie den unwiderstehlich-leckeren Ingwer-Apfel-Lik√∂r, der sicher nur gesund sein kann. Die Edelmanufaktur Guggenbichler aus Frasdorf kann nicht nur seit 1829 mit hervorragender Auswahl und Qualit√§t punkten, sondern besticht durch die wundersch√∂nen, handbemalten Etiketten.

direkt von Prinzessinnen eingeschenkt, so schmeckt der Fränkische Crement am Besten!

Bei den Wine-Walks schenken der Winzer oder die Winzerin persönlich ein und erzählen von der Herstellung. Dazu gibt es Live Musik, am Sonntag von 17 bis 21 Uhr spielt Buck Rogers & the Sidetrackers, die schon beim Bayerischen Filmpreis auftraten.

Alle weiteren Infos sowie Anmeldungen f√ľr die Wine-Walks sind auf https://www.bayerisches-genussfestival.de/ zu erfahren, zum Wohl!

Winzer und Weinfeste erfährt der Frankenwein-Affine auf https://www.frankenwein-aktuell.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wetter-Thriller und leidenschaftliche Klassik am Odeonsplatz

Von soviel Dramatik kann so mancher Filmregisseur nur tr√§umen! Letzten Samstag am Odeonsplatz hatte sich Wettergott Petrus gegen 18:30 etwas beruhigt und lie√ü den blauen Himmel durchblicken. Pl√∂tzlich, wie von Geisterhand, tauchten schwarze Wolken auf, entluden sich prasselnd und lie√üen den Platz innerhalb k√ľrzester Zeit unter Wasser stehen.


Foto: Marcus Schlaf

Die mit Extra-Zelten √ľberdachten Musiker in der Feldherrenhalle waren nicht mehr so gut zu sehen, aber um 20:30 hatte Petrus etwas versp√§tet ein Einsehen und Alan Gilbert dirigierte auch das letzte Nieseln davon mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis wundervollen Lyrischen Szenen aus Onegin. Entspannt und fast trocken lauschten dann 8000 Zuschauer dem herrlich cremigen Sopran Rene√© Flemings mt George Gershwins „Summertime“ und Leonard Bernstens „Lonely Town“.

Dirigent Alan Gilbert und Sopranistin Reneé Fleming Foto: Marcus Schlaf

Klasse hatte auch nach der Pause die von Alan Gilbert perfekt-dramatisierte Symphonie Nr. 5 von Tschaikowski inklusive dem Solo-Hornisten Eric Therwilliger mit einem sehr √ľberzeugenden Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Auch am Sonntag erinnerten ein paar Schauer an den vorherigen Abend, aber diesmal f√ľhrte Dirigent Valery Gergiev p√ľnklich um 8 Uhr die M√ľnchner Philharmoniker mit „Corolian“ in den Beethoven-Abend ein. Star-Pianist Daniil Trifonov, spielte leidenschaftlich,¬† das Gesicht von Vollbart und wehenden Haaren fast verborgen, v√∂llig in der Musik versunken, Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 und wurde frenetisch daf√ľr gefeiert. Er bedankte sich mit dem virtuosen „Die Jagd“ aus der Klaviertsonate C-Dur, Opus 31.

Daniil Trifonov und Dirigent Valery Gergiev Foto: Marcus Schlaf

Nach der Pause vollendete Gergiev mit den M√ľnchner Philharmonikern den Abend¬† mit der schwierigsten von Beethoven¬īs Symphonien, der F√ľnften, mit Schwung und Tempo, bravo!

 

Herz-zerreißende Filme, Sternstunden mit Antonio & die Kinokarten-Odyssee

√úber 30 Grad war die perfekte Temperatur, um sich bei tollen Filmen auf dem 37. Filmfest M√ľnchen in den Kinos abzuk√ľhlen. Anschlie√üend oder zwischendurch tauchte die Frage auf, welcher Empfang oder welche Party eignet sich am besten zum kommunikativen Austausch? Bei 150 Rahmenveranstaltungen fiel die Wahl schwer. Mein Vorschlag, im n√§chsten Jahr statt in Schwei√ü, in der Isar zu baden und die Empf√§nge dorthin zu verlegen, kam bei den G√§sten gut an.

Foto: DK

Zu den sch√∂nsten geh√∂rte die 100 Jahr-Feier der Bavaria Film. Nach dramaturgisch gesehen eher langwierigen Ansprachen in der neu-getauften Wolfgang Peterson-Halle enspannten sich die G√§ste in den Garten-Lounges und genossen leckere Gourmetgen√ľsse. Am meisten faszinierten mich die Bilder der weltber√ľhmten Schauspieler und Regisseure wie Billie Wilder, Kirk Douglas, , Gregory Peck und Robert Redford, die hier gedreht hatten.¬† Steve McQueen sauste mit dem Motorrad durch¬īs Gel√§nde, Liza Minelli stand f√ľr „Cabaret“ vor der Kamera. Die beste Party zum Abtanzen war nat√ľrlich die Something Stupid Party in den Eisbachstudios.

Corinna Harfouch als Lara und Tom Schilling als ihr Sohn

Fast jeden Tag wurde ein Preis verliehen, der h√∂chstdotierte war der F√∂rderpreis Neues Deutsches Kino f√ľr die beste Regie. √úber 30000 ‚ā¨¬† f√ľr „Lara“ ¬† freute sich Jan-Ole Gerster. Die wunderbare Corinna Harfouch spielt die schwierige Lara, Tom Schilling ihren Sohn, der als Pianist den Erfolg hat, den sie selbst gerne gehabt h√§tte. Lara kommt am 7.11.19 in die Kinos. Er bekam auch den Fipresci-Preis.

Olgulcan Arman Uslu und Anne Ratte-Polle aus „Es gilt das gesprochene Wort“

Olgulcan Arman Uslu √ľberzeugte die Jury mit seinem sensiblen Spiel in „Es gilt das gesprochene Wort„, wof√ľr er den Schauspielpreis erhielt. Nils Mohl und Ilka Catak erhielten den Drehbuchpreis f√ľr denselben Film mit einem XY-ungel√∂stem Ende.¬† Am 1.08.19 ist er im Kino zu sehen.

Produzent Martin Lischke verriet bei der Preiseverleihung f√ľr seinen Film „Leif in Concert“ √ľber den Mikrokosmos in einer multikulturellen Kneipe, das er mit den 20000 ‚ā¨ erstmal seine Produktions-Schulden abzahlen wird.

Bacurau

A Vida invisivel de Euridice Gusmao“, ein wundervoller, Herz-zerrei√üender Film aus Brasilien √ľber zwei unterschiedliche, sich sehr nahestehenden Schwestern, die sich nicht wiedersehen k√∂nnen, da ihr Vater und der Ehemann einer Schwester dies verhindert, verdiente sich den neu-erfundenen Co-Produzenten-Preis. Er ging an Michael Weber und Fiona F√ľge. Der Arri-Osram-Award ging an den erschreckenden Film „Bacurau“ von Kleber Mendonza Filho und Juliano Dornelles, der von einem Dorf in der Zukunft spielt, das von einer rassistischen Bande √ľberfallen wird; eine Allegorie auf das aktuelle Geschehen in der Welt.

Dokumentarfilmerin Waad Al Kateab

Cannes-Sieger „For Sama“ von Waad al-Kateab and Edward Watts, eine absolut sehenswerte Dokumentation √ľber die furchtbare Realit√§t in Syriens Krieg, w√§hlten die Zuschauer trotz Szenen, bei denen einem das Herz stehen zu bleiben droht, zu ihrem Bayern 2 und SZ-Publikumspreis. Das hat Klasse und ist sehr empfehlenswert!

Antonio Banderas bezauberte alle in der Black Box mit seinem selbstironischen Humor und Charme. Er erz√§hlte, wie ihn Pedro Almodovar im Theater ansprach, weil er ein romantisches Gesicht habe. Er mag alle seine Filme, sie sind wie seine Kinder, manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, wie Pain & Glory, sein neuester Film von Pedro Almodovar. Selfie-Schie√üen geh√∂rt f√ľr ihn in eine Welt narzisstischer Zombies.

70000 Zuschauer fanden dieses Jahr in die Filmfestkinos, 10000 weniger als im letzten Jahr. Ob das wohl an der umst√§ndlichen, nur gelegentlich funktionierenden Kartenbeschaffung per Internet lag? Wenig Laune brachte es akkreditierten Fachbesuchern, erst im City-Kino die Pressevorf√ľhrungen anzuschauen, anschlie√üend in den Gasteig tigern zu m√ľssen, um weitere Karten zu bekommen und gegebenenfalls weiter in¬īs n√§chste Kino zu radeln.¬† So war nicht nur ich mehr auf dem Fahrrad unterwegs als im Kino; wenn ich 5 Minuten zu sp√§t dran war, auch vergeblich. Ob es 2020 besser wird? Warten wir¬īs ab…

 

Alle Fotos au√üer Bavaria Film: Filmfest M√ľnchen