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Von der Wein-Metropole Mendoza nach Uspallata im Gebirgstal

Nachdem ich Malbec auf Deutschen Weinfestivals probieren durfte, stellte ich mir Mendoza als inmitten von Weinbergen vor.  So stand fĂŒr mich fest, das wollte ich vor Ort kennenlernen!

UrsprĂŒnglich eine WĂŒstenstadt, wird die Umgebung mit Schmelzwasser aus den Bergen gewĂ€ssert, um hervorragenden Wein anbauen zu können. Pulsierend, mit entsprechendem Autoverkehr und weit entfernten Bergen, entsprach es natĂŒrlich nicht meiner romantischen Vorstellung. Immerhin sind die Straßen von schattenspendenden BĂ€umen gesĂ€umt.

die Qual der Wahl bei der Weinprobe in Mendoza

An der sehr gut informierten Touristeninformation wurde ich sogleich auf einen Weinrundgang geschickt. Zwei Bodegas luden uns zum Verkosten ein. Die sĂŒffigen Rotweine mit kreativen Etiketten versehen, waren ausschließlich leckere Malbecs, der Probier-Sekt befand sich in einer verdĂ€chtig bunten Flasche. Ich ahnte nichts Trockenes und ja, es handelte sich um sĂŒĂŸen Sekt, sehr beliebt bei den SĂŒĂŸigkeiten-verliebten Argentiniern.

ein Tanz fĂŒr die Touristen

Die Weinanbaugebiete liegen weit außerhalb, so nahm ich den Zug nach Maipu. Es war schon 16 Uhr, daher verzichtete ich aufÂŽs Rad-Ausleihen und ging zu Fuß zum ĂŒber 100 Jahre alten Lopez-Weingut. Nach eingehender Betrachtung der historischen WeinherstellungsgerĂ€tschaften war die FĂŒhrung durch die industriellen Anlagen natĂŒrlich auf Spanisch. Ein Franzose und ich verstanden nur die HĂ€lfte, umso mehr bei der anschließenden Verkostung. Der Malbec war hervorragend. Als die pink-grĂŒne Sektflasche auf uns zu kam, fragte ich den Ausschenkenden, ob wir nicht einen Brut-Sekt stattdessen probieren dĂŒrfen. Der war nicht offen, aber statt nur zwei Weine probieren zu dĂŒrfen, wurden uns 5 verschiedene Weißweine kredenzt.

Weinselig wurde es auch in meinem Lao-Hostel, wo sĂŒffiger Rotwein abends gratis ausgeschenkt wurde. Den jungen EnglĂ€ndern im Hostel genĂŒgte das anscheinend nicht, da sie in einem GeschĂ€ft billigen Vodka entdeckten und ausmachten, wo weißes Pulver zu bekommen war. So waren die Abende Ă€ußerst lustig und wenn ich in die Falle hĂŒpfte, gingen die jungen Leute Clubbing. Am nĂ€chsten Nachmittag erzĂ€hlten sie mir dann, wie schlecht der nĂ€chtliche Ausflug gewesen war. In Argentinischen Clubs geht der BĂ€r nicht vor 3 Uhr morgens ab und in diesem Falle wohl eher nach hinten los.

schade, daß wir Zuschauer beim Konzert in der enoteca unangenehm geblendet wurden

Den Camino de Vino mit StĂ€nden aller nahen WeingĂŒter zum Verkosten gab es leider nur im Internet vom letzten Jahr, dafĂŒr klassische Konzerte mit teilweiser Weinbegleitung. Die Konzerte im Theater und im Centro Thematico del Vino waren schön, nur wurde versĂ€umt, das grelle Licht zu dimmen, so war die AtmosphĂ€re gleich null. Da half auch der gute Wein vorher nichts!

die Bovedas in Uspallata

Mich lockten die Berge auf dem Weg nach Chile, so buchte ich ein Busticket nach Uspallata, ein kleines Dorf mit vielen Wandermöglichkeiten. Es war heiß, trotzdem wanderte ich die 2-3 Kilometer zu  den im 16. Jahrhundert errichteten Kuppeln der Bovedas, wo bis inÂŽs 19.Jahrhundert Gold, Eisen und Silber verarbeitet wurde. Jetzt bewunderte ich eine Ausstellung lokaler KĂŒnstler.

Am nĂ€chsten Tag wanderte ich die ca. 9 Kilometer lange Straße zu den 7farbigen Felsen entlang.  Auf dem Sand entdeckte ich verdĂ€chtig frische Spuren, die mich daran erinnerten, daß ich vorhin ein Schild mit einem Puma sah und versĂ€umt hatte, zu lesen, wie man sich bei einer Begegnung verhalten sollte…Leider hatte ich ihn wohl verpasst oder er hatte sich versteckt?

Irgendwann auf dem wunderschönen Weg, erreichte ich die mehrfarbigen  Felsen.

Es sah nach einem Weg zum Hochklettern aus, leider war dieser zu rutschig fĂŒr meine Trekkingsandalen. Beim Heruntergehen traf ich auf nette Argentinier, die mich mit ihrem Auto mitnahmen, so sparte ich mir den langen Weg zurĂŒck. Es hĂ€tten mich noch mehr SehenswĂŒrdigkeiten interessiert, aber in meinem Hostel, dem Puri, waren die WĂ€nde so papierdĂŒnn wie die GĂ€ste laut, so hatte ich nach 2 NĂ€chten genug und machte mich auf Weg nach Santiago de Chile.

Tipps fĂŒr Mendoza:

Geldwechseln: statt beim Geldautomaten horrende Summen zu zahlen, inÂŽs Casino beim Sheraton gehen und Geld wechseln oder mit Kreditkarte kostenlos! abheben

Unterkunft: fĂŒr Allenreisende eignet sich das Lao-Hostel perfekt, nicht das dorm an der Straße nehmen! hinten im Garten haben sie schöne Privatzimmer mit Bad, gute AtmosphĂ€re, ideal, um andere Reisende kennenzulernen,  mit hilfsbereitem, Englisch-sprachigem Staff

Essen: Im CafĂ© Beirut sitzt es sich schön draußen zwischen bemalten WĂ€nden, freundliches Personal bringt leckeres Essen, auch vegetarisches, das beste vegetarische Buffet gibt es im El Vegetariano in der Alem 74, leider wird alles in Plastik verpackt, daher eigenen BehĂ€lter mitbringen! Das CafĂ© und BĂ€ckerei Bröd ist ideal, um im schönen Garten ein wundervolles Brunch-FrĂŒhstĂŒck zu genießen

Brunch im Café Bröd

Radfahren:

auch hier gibt es kostenlose FahrrĂ€der ecobici genannt, bei der sehr gut informierten Touristeninfo nachfragen, normalerweise mĂŒĂŸte man es in der Municipalidad mit dem  Paß beantragen können, die RĂ€der vorher genau durchchecken, manche sind in schlechtem Zustand!

Weinverkostungen:

nur wenige wie in der Bodega Lopez sind gratis, die Touristeninfo weiß Bescheid, fĂŒr eine kleine Probe mit FĂŒhrung zahlt man etwa so viel wie fĂŒr eine Flasche Wein, lohnen tut es sich fĂŒr PĂ€rchen oder Gruppen, ein exklusives Menu mit Weinbegleitung zu buchen

Tipps fĂŒr Uspallata:

Geldautomaten gibt es nur wenige, eventuell kann man hier auch im Casino Geld abheben

Unterkunft:

nicht inÂŽs Puri Hostel am Busbahnhof gehen, da die WĂ€nde alle GerĂ€usche durchlassen und die TĂŒren halboffen abgesschlossen werden, das empfehlenswerte Samadi hat sogar einen Garten

Essen:

viel vegetarische Möglichkeiten gibt es nicht, Das Tibet-Restaurant war geschlossen, im Zentrum gegenĂŒber dem Casino gibt es ein nettes CafĂ© mit gutem Internet und leckeren Veggiesandwiches

die Touristeninfo ist sehr gut, man kann sogar FahrrÀder leihen in Uspallata

 

 

 

 

 

 

 

Die gebirgige Schönheit von Tafi del Valle und Fiambala erleben

von Tafi del Valle nach Fiambala im Nordwesten  Argentiniens

Von Tafi del Valle, von Weinreben und Bergen umgeben, hatte ich viel Gutes gelesen, warum nicht einen kleinen Schlenker dorthin machen, dachte ich. Es liegt in einem Tal, so wollte ich mir natĂŒrlich ein Rad leihen. In meinem Guesthaus standen MountainrĂ€der im Innenhof, aber die wĂŒrden ausschließlich fĂŒr gefĂŒhrte Exkusionen benutzt, hieß es. GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit ist nicht die StĂ€rke der Argentinier, besonders nicht, wenn die Siesta naht. Weder vor, noch nach der Siesta war der einzige, andere Fahrradverleih offen. So lief ich einfach zu Fuß los, um zum 10 Kilometer weitem Angostura-See zu gelangen. Es war heiß und staubig, so trampte ich bis zu den berĂŒhmten Hinkelsteinen, dem Park der Menhire, mit Gesichtern und Symbolen versehen. Leider sind sie im Freien vor Korosion ungeschĂŒtzt.

Der Parque de Menhire zeigt mit 2000! Jahren die jĂŒngsten Hinkelsteine, die jemals gefunden wurden. ZurĂŒck nahm mich nach mehreren Tramp-Versuchen und drohendem Donnergrollen ein PĂ€rchen aus Buenos Aires mit.

Fiambala liegt nicht weit von den schneebedeckten Anden, das wollte ich sehen! Schon im Dorf konnte ich die umliegenden Berge sehen und radelte ein StĂŒck mit dem Mountainbike des Besitzers vom Don Pedro Hostel los. Schon nach ein paar Minuten tat der Sitz weh, also gab ich auf. Unbequeme Leih-RĂ€der gehören zu den Argentinischen SpezialitĂ€ten.

Weintrauben satt im Garten mit Aussicht!

Im Hostel-Garten wuchsen die Weinreben, herrlich! Mit Eliza aus Italien, Jimena aus Cordoba, Argentinien und Gustavo aus Brasilien fand ich Mitfahrer fĂŒr einen Ausflug in die Berge.

Die Landschaft war mal wieder atemberaubend schön!

Pissis, der Àlteste Vulkankrater der Welt

Bis zur Chilenischen Grenze ging unsere Jeep-Tour durch die WĂŒste zu den Sechstausendern.

Von weitem konnten wir an der Chilenischen Grenze die Sechstausender Incuahasi, San Francisco und den el Muerto erkennen.

Los Seismiles, die Fast-Siebentausender

Tipps fĂŒr Tafi del Valle:

andere Orte sind schöner und interessanter, fĂŒr Vegetarier uninteressant!

UnterkĂŒnfte kann ich nicht empfehlen, nur nicht inÂŽs kĂŒhle und unsaubere Nomade Hostel gehen!

ansonsten kann man einige kleine Wanderungen auf eigene Faust unternehmen und Radfahren, wenn man die Verleiher ĂŒberreden könnte…

Tipps fĂŒr Fiambala:

UnterkĂŒnfte:

Das Don Perdo Hostel ist nicht besonders sauber, hat einen schönen Garten zum Chillen und ist eigentlich die einzige Möglichkeit, als Alleinreisende Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man die sehr empfehlenswerte Vulkankrater und Berg-Tour bei der neben dem Hostel liegenden Agentur buchen sollte,

in Chile gibt es Àhnliche Touren, nur zu horrenden Preisen!

sonst ist in dem Ort NICHTS los, wir haben selber gekocht

in der Umgebung gibt es durchaus mehr zu entdecken, die Magischen oder die DĂŒnen von Tatin sowie 3 verschiedene Thermen, fĂŒr die man Eintritt bezahlen muß, teilweise mit dem Bus oder per Tour erreichbar, da ziehe ich doch die natĂŒrlichen in Thailand vor…

Als Vegetarierin durch Argentinien, DiÀt inklusive

Ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Argentinien. Mit dem Bus eingetroffen, hatte ich eingecheckt und begab mich auf einen Spaziergang durch den Ort. Mein Magen fing an zu knurren, es war etwa 15 Uhr. Alle LÀden waren geschlossen, sogar die SupermÀrkte!

Nur ein paar Kioske mit Chips und SĂŒĂŸigkeiten hatten auf. Es mußte doch irgendwo eine BĂ€ckerei geben? Leider beschrĂ€nkte sich das Angebot auch hier nur auf PappsĂŒĂŸes und Kaffees mit sĂŒĂŸen „Croissants“, Medialunas genannt. Was wohl „Mr. Dog“ ist? Essen die Hunde? Nein, damit sind Hotdogs und anderes Fast Food gemeint.

Bei dem exzessiven Fleischkonsum hier samt dem grĂ¶ĂŸten Anbaugebiet von Soja wird bald nichts mehr von der grĂŒnen Lunge der Welt ĂŒbrig bleiben und das Weltklima nicht besser. Muß alles gebraten, sĂŒĂŸ und/oder fett sein? Vegetarische Angebote in Restaurants beschrĂ€nkten sich auf seltsame „Pizza“, „Pasta“ mit Tomatensauce oder gemĂŒsegefĂŒllte Teigwaren. Es war zum Verzweifeln! Die ersten Tage in Argeninien hatte ich zwangslĂ€ufig abgenommen. Yoghurt, Milch und Artesanal-Bier waren teurer als Wein und in Europa.

Abends spazierte ich hungrig in Buenos Aires die Calle Alfonso Alsina nahe der Plaza de Mayo entlang und sah gutgelaunte junge Leute in einer Bar draußen sitzen. Drinnen probierte ich vegetarische Vollkornsandwiches, saftig und megalecker samt Weißbier aus Patagonien zum stolzen Preis! Endlich gab es etwas AnstĂ€ndiges zu Essen!

die Rettung naht im El Toro, Alfonso Alsina, Buenos Aires

Nach einem wundervollen Jazzclub-Besuch mit einem einheimischen Bekannten, meinte er, wir gehen noch Pizza essen und Wein trinken. Das klang gut, dachte ich. Neonlicht blendete mich, als wir die „Pizzeria“ betraten. Am liebsten wĂ€re ich gleich hinausgelaufen, was unhöflich gewesen wĂ€re. Also sah ich zu, wie er, Vegetarier, eine mit kiloweise KĂ€se ĂŒberbackene Pizza auf dickem Teig verspeiste und dazu sĂŒĂŸen Moscato-Wein trank.

In Tilcara, im Norden Argentiniens wurde mein Magen mit frischen Empanandas, gefĂŒllt mit Spinat, KĂ€se und Quinoa im lokalen Markt belohnt.

mit Hummus gefĂŒllte Auberginen und Salat im Vaikuntha, Salta

In Jujui und Salta im Norden Argentiniens gab es immerhin exzellente vegetarische Restaurants, von Einheimischen und Touristen gut besucht.

endlich vegetarisch genießen im Madre Tierra, Jujui

Buntbemalte WĂ€nde in Mendoza machten mich neugierig. El Vegetariano, endlich die Rettung! Zweimal war es geschlossen, dann konnte ich das variantenreiche Buffet inspizieren. Leider sollte ich die Speisen, die heiß besser munden, mit der Mikrowelle aufwĂ€rmen und alle Speisen zum Mitnehmen wurden, wie alles, in Plastik verpackt.

das wundervolle Salatbuffett im Vegetariano

Schade! Sogar im CafĂ© „Green Eat“ wird alles in Plastik verpackt, auch wenn man im CafĂ© essen will. Oft waren mir die Menu del Dia, die Tagesmenues, zu reichhaltig, so ließ ich mir Übriggebliebenes in meinen wiederverwendbaren Kaffeebecher einpacken.

Tipps fĂŒr verzweifelte Vegetarier:

am besten selber kochen! und auf Maps Me probieren, ob es die dort angegebenen Veggie-Restaurants noch gibt

El Toro in Buenos Aires hat gute, saftige Veggieburger, eine Seltenheit!

Casa de las Empanandas in Cafayate bietet frischgemachte, variantenreiche, vegetarische Empanandas

El Vegetariano in der Alem 74, Mendoza hat Öffnungszeiten nach Laune wie in vielen GeschĂ€ften, bei meinen Besuchen hatte es ca. von 12-15 Uhr auf

Madre Tierra mit nettem Innenhof in Jujui gehört zu den besten vegetarischen und veganen Restaurants, die ich in Argentinien besucht habe

Vaikuntha in Salta, Leguizamon 450, hat ebenfalls leckere Veggievariantionen

Umwelttipps:

Ich nehme immer meinen wieder verwendbaren Kaffebecher und abgewaschene PlastiktĂŒten mit, um mir zuviel Essen einpacken lassen zu können, um die Plastikverpackung zu vermeiden, von Plastikvermeidung hat hier noch nie jemand gehört, genauso wie im 3. Welt-Land Myanmar...

Wein, MĂ€nner-Gesang und atemberaubende Fels-Formationen in Bolivien und Argentinien

Was ist schöner, die Weinregionen Tarifa in Bolivien oder Cafayate in Argentinien? Eins zu null fĂŒr Argentinien!

Tarija, auf 2000 Metern Höhe gelegen, empfang mich mit dunklen Wolken. Da die Weinverkostungen per Rad nur im dicken Straßenverkehr zu erreichen waren, entschloß ich mich, an einer gefĂŒhrten Tour teilzunehmen. Die Gruppe war auch vor jeglicher Verkostung ganz lustig, kaum am ersten Weingut angekommen, begann es zu regnen. Zuerst probierten wir von einer Art mildem Brand, genannt Singani, gottseidank ich zuerst pur, die anderen durften sich den Geschmack mit sĂŒĂŸer, warmer Limo komplett verderben lassen.

der Malbec macht Laune!

Beim Weingut Los Parrales sahen wir bei der Weinpressung zu und probierten vom leckeren Weißwein, Cabernet Sauvignon und sĂŒffigem Malbec. Beim Biowein eines anderen Weinguts wurden uns leider nur seltsam anmutende Tropfen angeboten.

Der kĂŒhle Dauerregen vertrieb mich dann aus dem leider verkehrsreichenTarija, Spazierengehen bringt mir weder bei Regen, noch beim Abgas-Einatmen Spaß! Da half auch nicht die Skulptur eines verspeigelten Weinglases mit Blick auf die Stadt.

Der direkte Nacht-Bus brachte mich nach Salta in Argentinien, damit es nicht zu langweilig wurde, durften wir bei Nieselregen zwei Stunden an der Grenze warten. Vielleicht hĂ€tten wir unsere mitgebrachte Weine auspacken sollen? Noch unangenehmer, als ich vor MĂŒdigkeit vergaß, daß es in Argentinien eine Stunde spĂ€ter ist. So verpaßte ich den Anschlußbus nach Cafayate und mußte totmĂŒde 3! Stunden warten. Die Busfahrt durch die fantastische Landschaft entschĂ€digte mich fast fĂŒr alles.

In Cafayate angekommen, kannte meine Begeisterung fĂŒr den sonnenverwöhnten Ort mit Rundumaussicht auf die Berge in allen Farben keine Grenzen.

Dazu kamen die Weinverkostungen an jeder Ecke, wenig Autoverkehr, stattdessen fuhren sogar die Einheimischen Fahrrad! Ausleihen war nicht ganz billig, zwischen 10 und 15 Euro. Leider gab es nur ein Cityrad, dessen Bremsen nicht funktionierten oder gute, aber zumindest fĂŒr Frauen extrem unbequeme Mountainbikes.

Quaca-Weine, Cafayate, Argentinien

Das Weingut Quaca bot kostenlose Verkostungen und FĂŒhrungen an, das engagierte Personal fĂŒhrte mich mit halbwegs verstĂ€ndlichem Spanisch herum, der Wein war köstlich, die Preise unglaublich preiswert! Danach lockte mich das empfehlenswerte Weinmuseum, am Eingang wird visuell geschwĂ€rmt, wie ideal die Lage in Cafayate mit seinen warmen Tagen und kĂŒhlen NĂ€chten ist, anschließend wird die Geschichte des Weinanbaus in Cafayate erzĂ€hlt, die im 16. Jahrhundert begann.

Die Fahrradverleiherin an der Plaza bot mir an, an ihrer Tagestour in die Quebrada de Conches in Richtung Salta teilzunehmen, dann bekomme das Rad am nÀchsten Tag zum Superpreis. Die Sonne brannte, so fand ich es eine gute Idee und wir konnten die fanatastischen Felsformationen von Nahem anschauen beziehungsweise erklettern.

Am nĂ€chsten Tag bestieg ich dann das Mountainbike, um die staubige Straße in Richtung der WasserfĂ€lle der Rios Colorados zu erklimmen. Mit dem Rad ganz machbar. Am Eingang mußte ich mich registrieren und bekam ein Guide-Angebot, daß ich ablehnte. Der „Weg“ zu den WasserfĂ€llen war nicht immer leicht zu finden, es gab deren mehrere und anscheinend mußte ich immer wieder den kleinen, aber reißenden Fluß ĂŒberqueren. Irgenwann wußte ich nicht weiter und wurde von einem weiblichen Guide, gefragt, ob ich mich den anderen beiden Argentinierinnen anschließen möchte. Ok, meinte ich, wenn es nicht mehr als 3 Stunden dauert.

So sprangen wir xmal ĂŒber glitschige Steine zur FluĂŸĂŒberquerung, kletterten senkrechte Felsen hoch und hangelten uns an schwindelerregenden AbhĂ€ngen entlang. Da gab es kein zurĂŒck. Ich klettere gern, aber das war halsbrecherisch.

Nachdem wir noch den Aussichtspunkt erklommen hatten, ging es gottseidank nach 5! Stunden einen einfachen Feldweg zurĂŒck. Die Guide-Frau wollte pro Stunde bezahlt werden! Ganz schön unverschĂ€mt, ich gab ihr etwas weniger und Ă€rgerte mich trotzdem, da es fĂŒr eine Weinprobe im nahen Weingut Las Nubes zu spĂ€t war.

Vor der Pena-Folklore ist man in ganz Cafayate nicht sicher. Am besten gefiel es mir in meinem Lieblingsrestaurant Casa de Las Empanadas, welches weniger touristisch ist. Hier genoß ich bei frischen, vegetarischen Empanadas mit einer Karaffe Wein dann den Gesang einers Folklore-SĂ€ngers mit Gitarre. Angenehm unaufdringlich von der LautstĂ€rke fragte er erst die GĂ€ste, woher sie kommen, dann wurden traditionelle Pena-Lieder vorgetragen.

Tipps fĂŒr Tarija:

Geld abheben:

die Mercantil Bank verlagt keine GebĂŒhr beim ATM

Unterkunft:

Das Kultur-Berlin Hostel fĂŒhrt eine freundliche Frau, die liebevoll das leckere FrĂŒhstĂŒcksbuffet mit Fruchtsalaten, gutem Brot und Eiern zubereitet, die Zimmer sind sauber und gut ausgestattet, das Wifi gut, im Innenhof lĂ€ĂŸt es sich gemĂŒtlich entspannen

auch schön zum Anschauen, das gĂŒnstige, gute Veggie-Restauant in Tarija

Es gibt ein tolles, von Einheimischen gut besuchtes Veggierestaurant in derselben Straße, das natĂŒrlich nur zum Mittagessen auf hat

Radfahren dĂŒrfte hier keinen Spaß bringen, auf den viel befahrenen Straßen ist kein Platz dafĂŒr

Tipps fĂŒr Cafayate:

gĂŒnstig Geld umtauschen oder abheben:

in der Pharmacy an der Plaza kann man ohne Wartezeit wie bei der Bank gĂŒnstig Geld umtauschen, die Banco Nacional verlangt beim ATM die HĂ€lfte von der Macrobank

AusflĂŒge:

Das Weinmuseum anschauen!

unbedingt ein Rad ausleihen, vorher die Bremsen und alles andere prĂŒfen, den Sitz einstellen und gut befestigen, ich lieh meins bei IPUNA am Plaza aus, die auch Touren veranstalten

die Touristeninformation an der Plaza gibt Karten aus und gute Infos, im Gegensatz zum unsĂ€glichen Lonely Planet, zu den Weinverkostungen und wie man wo hinkommt, zum Beispiel kann man zur Quebrada de Conches im Bus das Rad mitnehmen und auf der alphaltierten Straße zurĂŒck radeln, zu den WasserfĂ€llen kann man gut radeln, mit Guides vorher alles ausmachen,  ohne Guide Maps Me benutzen und den gewanderten Weg markieren, dann sollte man auch zurĂŒck finden oder einfach am Fluß entlang spazieren, Wanderschuhe sind fĂŒr beide unabdingbar!

UnterkĂŒnfte:

das Backpackers unweit vom Busbahnhof bot ein Zimmer an, bei dem man die TĂŒr nicht schließen konnte, sie blieb einen halben Meter auf, einladend fĂŒr streunende Hunde, Katzen und was sonst noch herumfleucht, passend dazu sahen die Bettlaken gebraucht aus,

einen Block weiter an der Ecke stieg ich im San Jorge mit neuen, kleinen, sauberen Zimmern gĂŒnstig ab, das Wifi wurde anscheinend nicht bezahlt und folglich funktionierte es nicht, der Besitzer meinte wie so oft, das ginge in der ganzen Gegend nicht,

Da ich etwas schreiben wollte, zog ich 200 Meter weiter inÂŽs Terra Andina um, mit schönenm Innenhof zum Hinsetzen mit schnellem Wifi. Ein Zimmer ließ sich nicht abschließen, da der vorherige Mieter weg war; so wurde ich inÂŽs andere Zimmer mit SchlĂŒssel verlegt, der auch unnĂŒtz war, da das Abschließen nicht funktionierte, im „modernen“ Argentinien nicht ungewöhnlich; die nette Familie paßte gottseidank auf meine Sachen auf

Vegetarisch Essen:

an der Plaza lauern die ĂŒberteuerten Touristenfallen, daher lieber

leckere Empanadas und einige andere Veggie-Variationen im Casa de las Empanandas verputzen, das grĂ¶ĂŸere ist schöner!

Schön sitzt es sich im Innenhof des Restaurants vom biologischen Nanni Weingut, die Kulinarik ist bescheiden, die Weindegustation jedosch zu empfehlen

am Mercado lĂ€ĂŸt es sich unter Einheimischen draußen sitzen und gĂŒnstig vegetarische Tamales (Im blatt eingelegtes GemĂŒse mit Quinoa) oder Pasta probieren

 

 

 

 

 

 

 

 

Samaipata, das entspannte Wanderparadies in Bolivien

Vagabundo hieß das Hostel, in dem ich mich im 3000 Seelen-Ort Samaipata einquartierte und am nĂ€chsten Tag gleich ein Upgrade in ein Appartment mit Balkon und Salon inklusive KĂŒche bekam, da das Hostel mit Gruppen voll wurde. AusgerĂŒstet mit AktivitĂ€ten-Infos von Besitzer Thomas, machte ich mich auf den Weg zum nahen „Hausberg“. Nur ein PĂ€rchen und drei Pferde kreuzten meinen Weg mit tollem Ausblick auf die unliegenden Berge. Herrlich, mal abgasfreie Luft zu schnuppern!

Am nĂ€chsten Tag traf ich auf Elena und wir machten uns auf eine 15 Kilometer-Wanderung. Es war heiß, einmal liefen wir zu weit und unsere Wasserflaschen leerten sich, als wir ein GebĂ€ude entdeckten mit einer offenen TĂŒr. Es war ein Laden und die VerkĂ€uferin fĂŒllte gratis unsere Flaschen auf. Gerettet, dachten wir auf dem RĂŒckweg, der nicht enden wollte. An jeder Kurve hoffte wir auf einen Blick auf Samaipata, Pustekuchen!

KĂŒhe statt Wasser

Da hörten wir ein Auto hinter uns, eine Ambulanz. Noch brauchten wir keine und wurden hochtot im Gesicht und verschwitzt mitgenommen. Gehörig durchgeschĂŒttelt stellte ich mir vor,  wie ein Kranker bei dem Geschaukel leiden mĂŒĂŸte.

auf dem Weg nach el Fuente

Lockere 9 Kilometer per pedes die wenig befahrene Straße entlang, inklusive wunderschönen Aussichten, trafen wir auf El Fuente, ein PrĂ€kolumbianisches UNESCO Welt Kultur-Erbe, wo Spanier, Incas und ChanĂ©s sich wegen der strategisch gĂŒnstigen Höhenlage bekĂ€mpften. Es war nett, den Weg entlang zu laufen und gegenĂŒber die Berge des Amboro Nationalparks zu entdecken, wo sich dunkle Wolken zusammenbrauten. Da ging ich lieber etwas schneller zum Eingang zurĂŒck. Gute Idee! Der Regen ließ nicht auf sich warten und wir hatten GlĂŒck, ein Jeep brachte uns fĂŒr einen sehr gĂŒnstigen Preis zurĂŒck nach Samaipata, wĂ€hrend der Regen auf das Autodach prasselte.

el Fuente, sieht aus wie ein riesiges, auf-dem-Bauch-liegendes Wesen aus Stein

Seitdem ließen sich die dunklen Wolken in Samaipata nicht mehr vertreiben und ich ĂŒberlegte am nĂ€chsten Tag, ob ich mich einem Ausflug zum Amboro Nationalpark anschließen sollte. Die Straßen waren grottenschlecht, da nĂŒtzte unserem Fahrer sein 4-Radantrieb-Aufkleber nichts mehr. Der Wagen schlitterte und rutschte gefĂ€hrlich ĂŒber die schlammige Straße, bis wir festsaßen und 3mal aussteigen durften, um zu schieben, bis es nicht mehr weiterging.

Das andere Auto mit echtem 4-Radantrieb kam zurĂŒck, wer weiter wollte, mußte trotzdem 2 Stunden lĂ€nger hin- und zurĂŒck durch den Schlamm wandern plus 4 Stunden durch den Park. Ich hatte die Nase voll, da ich den Transport zum Park bezahlt hatte und das andere Auto brachte mich und eine Brasilianerin zurĂŒck. Erst nach langen Diskussionen mit der Agentur Michael Blindinger bekam ich die HĂ€lfte meiner Zahlung zurĂŒck, die Besitzerin behauptete immer wieder, unser Wagen hĂ€tte einen Vierradantrieb. Seltsam, daß sich nur die die HinterrĂ€der bewegen konnten…

Samaipata Tours bot eine Wander-Tour von der anderen Seite des Amboro-Parks am nÀchsten Tag an und diese war fantastisch. Verschwitzt vom Auf- und Abwandern samt atemberaubender Aussicht konnten wir uns dann in den WasserfÀllen erfrischen.

am Tag danach…

An meinem letzten Tag feierten wir im La BohĂšme meinen letzten Abend mit Wein, Bier, Live-Musik und Tanz, so mancher ging gar nicht erst in Bett…

Tipps fĂŒr Samaipata:

AusflĂŒge:

Viele Wanderungen kann man auf eigene Faust machen, so zum Beispiel nach el Fuente,  hin und zurĂŒck sind es etwa 18 Kilometer, das Museum im Ort kann man sich sparen

In den Nationalpark Amboro darf man nur mit einem Guide, wer die Wege nicht kennt, dĂŒrfte sich dort verirren, unbedingt Wanderschuhe anziehen!

Zoo el refugio

per kurzem Fußweg von Samaipata zu erreichen ist der el Refugio, dort werden verletzte Tiere aufgepĂ€ppelt.

so anschmiegsam kann ein Stachelschwein sein!

Es bringt unheimlich Spaß, heumzulaufen und in den Gehegen die frei herumlaufenden, scheuen, Lianen-schwingenden KapuzinerĂ€ffchen, freche Tukans, die Rafael an der Nase pickten, Hasen und Lamas zu beobachen, mit anschmiegsamen Stachelschweinen und NasenbĂ€ren zu kuscheln sowie an der schwingenden Strickleiter herunterzuklettern.

blitzschnell ist die Banane weg…

Unterkunft:

Vagabundo ist ideal fĂŒr Alleinreisende, um Gleichgesinnte kennenzulernen, hat gĂŒnstige, aber hellhörige Zimmer, mit zum Teil renovierungsbedĂŒrftigen Gemeinschafts-BĂ€dern, wer in einer Gruppe reist, sollte versuchen, in dem Appartment mit 3 Zimmern unter zu kommen,  gutes Wifi dort im Salon und im Hostel im FrĂŒhstĂŒcksraum an der Straße

Das Landhaus ist auch schön, allerdings schwierig zu reservieren, da auf emails nicht geantwortet wurde, eher fĂŒr Familien, Gruppen oder PĂ€rchen geeignet

in Restaurants & Cafés vegetarisch essen:

Café Arte ist wunderschön bemalt, hat leckere KaffeespezialitÀten und auch vegetarische Snacks und Kuchen, das Wifi funktioniert schnell!

La Chacana hat eine gute vegetarische Auswahl, auch fĂŒr das gĂŒnstige Menu del Dia, schmeckt besonders gut mit dem sĂŒffigen, Bolivianischem Teruno Aranjuez Rotwein

La cocina hat saftigen Falafel und andere schmackhafte, orientalische SpezialitĂ€ten, wem es dort wegen des Neonlichts und der LautstĂ€rke zu ungemĂŒtlich ist, kann sich sein Essen auch inÂŽs La BohĂšme bringen lassen, das sich abends in eine nette Bar verwandelt

Hin- und Weiterfahrt:

geht mit einem langsamen, großen oder einem schnelleren Kleinbus, der erst fĂ€hrt, wenn er voll ist, mit Wartezeit ist zu rechnen, Sonntags fĂ€hrt er nur vormittags, der große Bus um 14 Uhr

Cochabamba, Dinosaurier-Spuren & Grand Canyon in Tototoro

Saurier haben sich offensichtlich in Bolivien sehr wohl gefĂŒhlt, so viele Spuren hinterließen sie hier.

Der Saurierpark in Sucre hatte mich neugierig gemacht, ich wollte mehr sehen und begab mich nach Cochabamba. Von hier geht ein Minibus, wenn sich genug Mitfahrer einfinden, nach Torotoro, wo es mehr Dinosaurerfußspuren geben soll. Als ich gegen 9 Uhr eintraf, dauerte es nur eine halbe Stunde und der Bus war voll. Kaum hatten wir Cochabamba hinter uns gelassen, durften wir uns ĂŒber die mit Steinen gepflasterte Landstraße schaukeln und rattern lassen. Die Aussicht war schön, nur irgendwie schien die Fahrt keine Ende zu nehmen. Nach gefĂŒhlt 5 Stunden waren wir da, ich quartierte mich im Eden Hostel ein und erfuhr, welche Wanderungen auch ohne Guide möglich waren.

Also tigerte ich los und suchte vergeblich nach den Dino-Spuren. So lief ich weiter bis zum Eingang des Nationalparks, bis es anfing, krĂ€ftig zu hageln. Ich musste unter einem Baum ausharren, bis der Regen weniger wurde und lief zur Unterkunft zurĂŒck.

Das Unwetter verzog sich so schnell, wie es angefangen hatte. Ich zog mich um und brach wieder auf. Maps Me leitete mich wieder an dieselbe Stelle hinter der BrĂŒcke kurz nach dem Ortsausgang, die eingezĂ€unt war. Links davon war ein winziger Pfad zu sehen, ich kletterte herunter und siehe da, von unterhalb konnte ich die Dinosaurier-FußabdrĂŒcke im Stein sehen, faszinierend!

Torotoro ist ein nettes, kleines Dorf aus Stein, abends sitzt man auf SteinbrĂŒstungen und schaut, was nicht passiert.

das anscheinend immer geschlossene Dinosaurier-Museum in Torotoro

Vegetarisch essen ist nicht in Mode, als musste ich zwangslĂ€ufig auf die einzige „Pizzeria“ ausweichen, in der andere Touristen aßen. Die Pasta war eßbar, hatte mit Italienischer KĂŒche nicht viel zu tun wie so oft in Bolivien.

diese traumhafte Landschaft sÀumte meinen Weg

Am nĂ€chsten Morgen beschloß ich, nicht auf eine Gruppe zu warten, sondern allein los zu marschieren, schließlich hatte ich am Vortag fast die halbe Strecke zur Aussicht auf den Canyon hinter mich gebracht. Da hielt mich eine Frau in tradtioneller Kleidung auf, ich dĂŒrfe hier nur mit einem Guide herumlaufen. Warum, konnte sie mir nicht beantworten. Hier wird sogar in der Natur streng kontrolliert!

die Spuren des grĂ¶ĂŸten Dinosauriers und Vegetariers der Welt!

Kurze Kletterpartien spĂ€ter wurde ich dann von einem Guide mit 3 Franzosen aufgehalten, der mich ĂŒberredete, mich ihnen anzuschließen. Der Guide zeigte uns Spuren von dem grĂ¶ĂŸten, fast 18 meter langem Dinosaurier.

Die Aussicht auf den schwindelerregenden14 Kilometer langen Canyon erinnerte mich an Bilder vom Grand Canyon in den USA.

nichts fĂŒr Höhenkranke, hier geht es schwindelig in die Tiefe!

Dann kletterten wir hinunter weiter nach unten, sprangen mehrmals glitschend und springend ĂŒber den Fluß, das hĂ€tte ich alleine nicht geschafft! Gottseidank hatte ich meine Wanderschuhe angezogen. Oben war es heiß, hier unten wurde mir zu kĂŒhl, um wie die anderen im Fluss zu plantschen. Die wollten gar nicht aufhören, mich beschlich das GefĂŒhl, es wĂŒrde  bald von oben duschen…

Wir brachen irgendwann auf, erklommen den Canyon und sahen die fotogenen Regenwolken hinter uns. Wir legten einen Zahn zu, trotz meines Regencapes wurde ich wieder nass. Im Eden Hostel reservierten sie mir einen Platz im Bus, wo es hieß, es wĂ€re nur noch einer frei. Tja, warten mußte ich dann noch mindestens 2 Stunden, da einige Passagiere absagten. Nach schier unendlichen dreieinhalb Stunden errreichten wir Cochabamba.

Im Ort herrschte ein horrender Verkehrsinfarkt, so fand ich das Spazierengehen stressig und sehr unangenehm fĂŒr meine Atemwege. Rad fahren nur sehr wenige. Ich lieh mir eins, um die außerhalb liegenden zweispurigen Radewege zu erkunden.

so muß ein Radweg aussehen!

Ich genoss es, die praktisch leeren Wege mit Aussicht auf die Stadt am Berg der San Christobal-Statue entlang um den See zu gondeln. Hier sollen schon Radler ĂŒberfallen worden sein, ich sah nur 3 FußgĂ€nger und 2 Sicherheitsleute. Wer die stark befahrenen Straßen meidet, kommt auch so ganz gut durch Cochabamba per pedes oder Rad.

Am nĂ€chsten Tag machte ich eine Radtour etwas außerhalb zu einer Biofarm in Apote. NatĂŒrlich verfranzte ich mich, mußte einen furchtbaren Schotterweg entlanggondeln und wurde noch von einem Hund gebissen, bis ich sie fand. Alle Hunde in Bolivien klĂ€ffen jeden Vorbeigehenden an, anscheinend, damit es nicht zu ruhig wird. Gottseidank war der Hundebiss nicht weiter schlimm und der Besitzer gab mir Alkohol zum Abtupfen.

Auf der Farm Granja Polen erstand ich BiokĂ€se. Brot, gĂŒnstiges Natur-Yoghurt, von dem ich nicht genug kriegen kann und eine ZahnbĂŒrste aus Bambus statt Plastik. Junge Bolivianer kaufen hier ein. Zufrieden radelte ich zurĂŒck, diesmal auf einem einfachen Weg, der gleich auf eine Teerstraße mĂŒndete, gottseidank!

Tipps:

Unterkunft: Das Jaguar House hat sehr schöne, saubere Zimmer und Dorms, nettes, hilfsbereites Personal, liegt zentral beim Prado-Boulevard, Wasser lĂ€ĂŸt sich umweltfreundlich gegen eine geringe GebĂŒhr auffĂŒllen und Alleinreisende können andere kennenlernen!

Vegetarisch Essen: der Markt 25 de Mayo hat eine tolle, preiswerte Auswahl, hier drĂ€ngeln sich die Einheimischen bis zum frĂŒhen Nachmittag,

Vida Sana an der Paza de la Mujer, Ecke Avenida Aniceto Arce gegenĂŒber dem bemalten Barbershop in einer Halle wird leckere, Veggie-KĂŒche serviert zum unschlagbar gĂŒnstigem Preis!

wer gemĂŒtlich entspannen will, ist im wunderschön dekorierten Typica CafĂ© in der Calle Espana nahe dem Prado an der richtigen Adresse, guter Kaffee, Weiß-, Winter- und Quinoa-Bier mit kleinen Snacks versĂŒĂŸen die Zeit mit Musik von Elvis, Janis Joplin und mehr…

Café Typica

SehenswĂŒrdigkeiten: Die 34,2 Meter große Christobal de la Concordia-Statue mit 32,8 Meter Armspannweite inklusive Aussicht auf die Stadt lĂ€ĂŸt sich mit 1399 Stufen erklimmen oder fĂŒr Faule mit der Seilbahn erreichen, es gibt viele Kirchen und Museen zu besichtigen, leider sind diese oft von 12-15 Uhr und Montags geschlossen wie so viele GeschĂ€fte auch

Eher fĂŒr Kinder: der eingezĂ€unte Family Park am Fluss, wie es sich gehört, mit wenig BĂ€umen, dafĂŒr mit mehr Attraktionen: Wasserfontainen mit Lichtspielen und Musik zum Nassmachen und Spaß haben

 

Bolivianisch-feuchter Karneval und Dinosaurier bei Sucre

Karneval in Uyuni und Sucre, Dinosaurierspuren in Sucre

Nach der anstrengenden WĂŒstentour gönnte ich mir 2 Tage Ruhe beim Karneval in Ayuni. In Orosi soll zwar der tollste Karneval stattfinden, aber so kurzfristig konnte ich keine Unterkunft erkunden. In einer Straße versammelten sich die Einheimischen mit StĂŒhlen bewaffnet, von denen immer welche ewig frei blieben. Aber wehe, wir, ein Ungarischer RumĂ€nisch-Deutscher, der in Frankreich lebt und ich wagten es, uns mal auf die leeren Sitzgelegenheiten zu setzen! Da wurde gleich gepetzt und gemeckert, nur die HandtĂŒcher haben noch gefehlt.

Dann bewegte sich etwas, Vereine, Clubs, merkwĂŒrdig-, aber auch traditionell gekleidete „Compadres“ liefen oder tanzten ĂŒber die Straße. In den vielen Pausen stĂ€rkten wir uns mit Bier. Die kleinsten Kinder waren mit Schaumpistolen bewaffnet und machten davon quietschend Gebrauch.

Puma- und Condor-TraditionskostĂŒm

Abends, wir hatten schon einige Biere intus, ging es endlich weiter in diversen Clubs mit Eintrittspreisen wie in MĂŒnchen, zum Teil auch nur privat. Wir schafften es, in die „Compadres“ Party zu gelangen,  wurden ausgiebig betrachtet, anschließend zum  Bier eingeladen und zum Tanzen aufgefordert. Eine passable Live-Band heizte mit Cumbia ein. Die Compadres bestellten gleich kistenweise Bier und irgendwann war der Alkohol-Pegel zu hoch und einige MĂ€nner wurden agressiv, das Zeichen, aufzubrechen.

Im weißgetĂŒnchten Sucre landete ich am Wochenende, wo fast alles wegen des Karnevals geschlossen war. Wehe, ich begab mich auf die Suche nach etwas Essbarem oder schönen KolonialhĂ€usern, das wurde sogleich mit einer Dusche bestraft.

Unsere Hostel-Chefin vom Condor lud uns zum mega-leckeren Lunch ein, dann wurden Luftballons mit Wasser gefĂŒllt…

Aus jeder Ecke rauschten ohrenbetĂ€ubende Blaßmusikbands an, begleitet von wasserwerfenden und Schaumpistolen-bewaffneten Begleitern. Je spĂ€ter der Abend, je alkoholisierter wurden alle, leere Bier- und Whiskyflaschen sĂ€umten die Wege und desto schlechter wurde die „Musik“. Wirklich getanzt wurde nicht, der Fokus lag aufÂŽs Bespritzen.

Nachdem mir jemand Seifenschaum in die Augen gespritzt hatte, verzog ich mich lieber.

Am nĂ€chsten Tag freute ich mich ĂŒber die „Ruhe“ und die geöffneten GeschĂ€fte und Restaurants, leider schwĂ€ngerten die Abgase der schicken, neuen Autos in den engen Straßen die Luft. Dabei wĂ€re Sucre eine wunderschöne Stadt!

 

Dinosaurierspuren sehen? Nichts wie hin mit dem Dinobus zum Dinosaurierpark!

der grĂ¶ĂŸte Dino ist 15 Meter lang und Vegetarier!

Der Guide erzÀhlte uns in gutem Englisch, das die Spuren der Dinos vor Millionen von Jahren entstanden sind und durch die Minenarbeiten gefunden und freigelegt wurden.

so sehen sie jetzt aus, vor 10 Jahren waren sie noch erheblich deutlicher zu sehen

Daher sind sie nicht mehr konserviert, verblassen jetzt und sollen besser geschĂŒtzt werden. Die Dinosaurier sind als Repliken wieder auferstanden, schön gemacht und sehr interessant!

Beim Schwarzmarkt von Sucre hat sogar der Dino ein Telefon, ob das wohl funktioniert?

Tipps fĂŒr Uyuni:

Kulinarik:

Streetfood ist gĂŒnstig und lecker, vegetarisch muss man mit der Lupe suchen, alternativ hielt ich nach Comida Boliviano Ausschau, es handelte sich um das in SĂŒdamerika sehr beliebte Fast Food! Da blieben fĂŒr abends nur noch die ĂŒberteuerten Touristenrestaurants ĂŒbrig

Unterkunft:

Das Bunkerhostel hat saubere, gute Zimmer, nette und hilfsbereite Mitarbeiter und eines der besten FrĂŒhstĂŒcksbuffets mit Fruchtsalaten, Smoothies, gutem Brot, auch Vollkornbrot und Ei-Variantionen

Tipps fĂŒr Sucre:

beim Schwarzmarkt gibt es alles mögliche, das Beste aber: ReißverschlĂŒsse und RucksĂ€cke reparieren sie toll und gĂŒnstig!

Kulinarik:

Im Mercado Central werden frisch vom Erzeuger Brot, KĂ€se, FrĂŒchte und GemĂŒse zu guten Preisen angeboten, eigene Plastik- und EinkaufstĂŒten mitbringen, oben gibt es gĂŒnstiges Mittagessen

ganz lecker wird im Condor-Café vegetarisch gekocht, es hat einen schönen Innenhof!

Unterkunft:

zum Kennenlernen von anderen Reisenden empfehle ich das Condor-Hostel, saubere Zimmer mit gutem FrĂŒhstĂŒck im Innenhof, der abends etwas frisch werden kann, seine Wasserflasche kann man natĂŒrlich gegen ein MinigebĂŒhr auffĂŒllen

wer lieber seine Ruhe hat, ist im wunderschönen Casa Solariega Hostal B&B sehr gut aufgehoben, schön wie in einem 4 Sterne Haus mit sehr schnellem Wifi

Radfahren ist wegen der engen Straßen und dem Verkehr nicht ratsam

 

In 4 Tagen mit dem Jeep durch die WĂŒste Boliviens

Von Tupiza nach Ayuna

An der Grenze Argentiniens in La Quiaca wanderte ich auf die andere Seite nach Villazon, das mit Rolando nichts zu tun hat, sondern meine Durchgangsstation nach Tupiza in Bolivien war. Im Sammeltaxi saß eine Bolivianerin wie aus dem Bilderbuch mit buntem Rock, weißer HĂ€keljacke und schwarzem Hut samt goldenem Band neben mir.

In Tupiza traf ich meine Mitfahrer Francesca und Michele aus Italien, Cynthia und Martin aus Argentinien und unseren Fahrer, Guide und Koch Felipe. Der „Jeep“ war etwas eng, die „Klimaanlage“ bescheiden, so schwitzten wir im Auto, wĂ€hrend draußen oft ein kĂŒhler Wind wehte. Die unterschiedliche WĂŒstenlandschaft entschĂ€digte fĂŒr alles!

Felsformationen, die die Fantasie anregen, kilometerweit nur SandwĂŒste, mit oder ohne Vegetation, die meistens aus grĂŒnem GebĂŒsch bestand. Lamas liefen frei herum, gelegentlich sahen wir auch wilde Vicunas, die ein bisschen wie Reh- und Lamamischlinge aussehen. Wie kann der Mensch weit weg von jeglicher Zivilisation, nur mit ein paar grĂŒnen StrĂ€uchern, ĂŒberleben, fragte ich mich?

 

Am ersten Abend fĂŒhlte ich mich gar nicht gut, warscheinlich, weil ich vorher schlecht geschlafen hatte und wir uns auf 4200 Metern befanden. Die Aussicht auf weitere 3 Tage im Jeep, bis auf 5000 Metern durchgeschĂŒttelt zu werden, förderten nicht gerade meine Zuversicht. So kaute ich samt meinen Leidensgenossen KokablĂ€tter, helfen taten sie mir nicht. Ich ging frĂŒh schlafen und siehe da, am nĂ€chsten Morgen konnte ich schon wieder das FrĂŒhstĂŒck genießen!

Schwarze, grĂŒne und die rote Lagune Colorada mit rosa Flamingos durften wir besichtigen und in den „ThermalbĂ€dern“, den heißen Quellen abhĂ€ngen, allerdings nicht gratis wie in Thailand oder Nepal. Da die UnterkĂŒnfte eher nicht mit heißen Duschen aufwarteten, sehr angenehm!

Am dritten Tag gab es Felsen satt, mit oder ohne See, einer sah wie der Worldcup aus, ein Steinwald, durch den wir kletterten,  erinnerte mich an den in Kunming, SĂŒdwest-China.

 

AufwÀrmen konnten wir uns auf 4990 Metern bei konstanter, vulkanischer AktivitÀt, wo die Geysire von Sol de Manana kochten und uns beinahe davonwehten!

Am Abend ratterten alle verfĂŒgbaren Jeeps zur Salzlagune nahe Ayuna, um den jeden Tag stattfindenden Sonnenuntergang tot zu fotografieren wie Marlene Dietrich.

Die Nacht verbrachten wir im Hotel del Sal, ganz aus Salzbrocken gebaut. Sogar die Matrazen waren mit Salz gefĂŒllt, was gar nicht so unbequem war, beim Abendessen saßen wir auf Salzbrocken mit Kissen.

Das absolute Highlight war der Sonnenaufgang weg von allen anderen Jeeps und die verrĂŒckten Trompe-l`oeil Fotos, die „Regisseur“ Felipe mit uns machte.

 

Wein-Akrobatik

Tipps:

In Tupiza hatte ich die Tour bei La Torre gebucht, die auch passable UnterkĂŒnfte anbieten, außer der Enge und Hitze im Jeep, war die Organisation samt ErnĂ€hrung sehr gut! Felipe schaffte es sogar, leckere, vegetarische KĂŒche zu zaubern!

Wasserdichtes Schuhwerk, gegebenenfalls Medikamente gegen die Höhenkrankheit, T-Shirt und warme Kleidung mitbringen!

 

 

 

ÜberwĂ€ltigende Iguazu-WasserfĂ€lle, Mural-Streetart & fantastische Steinlandschaften

Von Iguazu ĂŒber St. Ignacio und Corrientes in die Quebrada de Humahuaca

Atemberaubend? Mega? Riesig? Klitschnass? Um diese Iguazu-WasserfĂ€lle zu beschreiben, fehlen mir einfach die Worte! Am besten selber erleben! Zuerst nahm ich den Bus von Puerto Iguazu auf die Brasilianische Seite, dazu musste ich zwei Grenzen ĂŒberqueren, um dann am Haupteingang zu landen. Ich hatte GlĂŒck, am spĂ€ten Vormittag waren gerade keine großen Gruppen unterwegs. So konnte ich entspannt den Weg zu den WasserfĂ€llen ohne Menschenmassen gnießen. Der Panorama Blick war einfach grandios!

Iguazu WasserfÀlle, Brasilien

Am nÀchsten Morgen gegen ca. 9 Uhr machte ich mich zur Argentinischen Seite auf und folgte ausnahmsweise der Empfehlung vom Lonely Planet, erst die RundgÀnge Circuito Inferior und Superior Circuit  zu bewandern, um den Massen zu entfliehen.

Iguazu WasserfÀlle, Argentinien

Er bringt mich schön nahe an die FĂ€lle, ich bin natĂŒrlich auf eventuelle GĂŒsse vorbereitet und schieße schöne Fotos, ohne meinen Apparat zu gefĂ€hrden. Angenehme KĂŒhlung bringt es auch, die angebotenen Regencapes sind bei der Hitze vollkommen ĂŒberflĂŒssig.

Gegen Mittag wandere ich dann an den Gleisen entlang ĂŒber den noch unschuldig dahinfließenden Fluss zur Teufelskehle, dem Garganta del Diabolo, um das brausend herabstĂŒrzende Wasser zu bestaunen! Auf dem RĂŒckweg drĂ€ngelten sich die Menschenmassen auf dem schmalen Weg zum Wasserfall hin, wĂ€hrend mein RĂŒckweg frei war. Wieder GlĂŒck gehabt!

Der Bus nach St. Ignacio brauchte nur wenige Stunden. so konnte ich gleich die Missionsruinen besichtigen. Auf dem Weg dorthin fielen mir verdÀchtige Absperrungen auf und siehe da, abends sollte eine Karnevalsparade stattfinden.

Karneval Ă  la St. Ignacio

Ich fand die schön wie in Rio GeschmĂŒckten etwas zurĂŒckhaltend tanzend auf der Parade, angeblich wird es erst am letzten Karnevals-Wochenende richtig wild!

Mujer Tierra, Mutter Erde in Gefahr

Nichts wie weiter nach Corrientes, ein netter Ort mit wunderschönen Murals, Wandmalereien, beziehungsweise Streetart, von kritisch bis einfach wunderschön. Am verkehrsberuhigten Sonntag  war es ein Genuss, durch die Stadt zu schlendern, um ein Bild nach dem anderen zu entdecken.

Sensationsionell, einfach gemĂŒtlich vom beqemen Bus aus die Landschaft von Salta nach Tilcara genießen zu können! Die Gesteinsformationen und Farben könnte kaum ein KĂŒnstler traumhafter treffen!

Auf die Touristenpflichtprogramme konnte ich nur fast verzichten, auf die mit 14 farbenprÀchtigen FelszÀhnen bewaffneten Serrania de Hornocal nicht.

Serrania de Hornocal

Kaum hatte ich alles eingehend bewundert und den Bus bestiegen, fing es an, zu hageln!

Meine neuen Bekannten von dem Hostel in Tilcara hatten sich gerade gemĂŒtlich zum Felsen-Gucken begeben und bekamen eine AbkĂŒhlung.

Die Wanderung zur Garganta del Diablo-Schlucht war am spĂ€ten Nachmittag noch sehr schweißtreibend und fĂŒr Fotos nicht mehr geeignet.

Pucara, Tilcara

Die prĂ€kolumbianische, rekonstruierte Festung PucarĂĄ, war interessant, konnte mich aber nicht wirklich ĂŒberzeugen, ich bin einfach von Angkor Wat und die ihn umgebenden Tempeln zu verwöhnt. Witzig fand ich die riesigen Kakteen, die teilweise wie ausgestreckte Finger aussehen…

Tipps:

auch wenn der angeblich auf Umweltfreundlichkeit achtende Lonely Planet statt echte Tipps zu geben, immer wieder zum Mieten von Autos und Taxifahrten rĂ€t, was in einem Reisehandbuch nichts zu suchen hat; fĂ€hrt fast ĂŒberall ein bequemer, auch fĂŒr Langbeinige geeignete Bus hin, auch von Tilcara nach Humahuaca und von dort nach Serrania de Hornocal

Unterkunft: wegen lĂ€cherlich hoher Hotel- und Hostelpreise quartierte ich mich oft bei Airbnb ein, so in einem schönen Zimmer mit Bad, Wasserkocher und KĂŒhlschrank bei Carlos in Puerto Iguazu

Tilcara: La Albahaca Hostel hat Dorms und schöne Einzel- Doppelzimmer, ein gelegentlich schwĂ€chelndes Internet, sehr gute Infos, wie man die Umgebung ohne ĂŒberteuerte Touren zu buchen, besichtigen kann,  von Toni liebevoll zubereitetes  FrĂŒhstĂŒck, bei dem Einzelreisende leicht andere Traveller kennenlernen können

Vegetarisch Essen: in Iguazu kochte ich selber bei Carlos, in Corrientes ertrug ich eine „Pizza“ mit dickem Teig und ĂŒberlaufendem „KĂ€se“? Tilcara bot im Mercado nicht nur vegetarisch leckere Empanadas mit Quinoa, KĂ€se und Spinat, es gab auch mehr vegetarische KĂŒche und Pastel, gebackenes mit KĂ€se auf der Straße

Was gibt es zu tun außer Radeln & Tango-Tanzen in Buenos Aires?

Beim Anflug im Dunkeln sieht Buenos Aires von oben fast wie Los Angeles aus mit seinen geografisch anmutenden StraßenzĂŒgen. Unten angekommen kann davon keine Rede mehr sein. Gewaltige, bildschön-verzierte Kolonialbauten, von Art-Deco, Gotik oder den Griechen inspiriert, lassen mich begeistert staunen, ebenso die Seitenstraßen im Zentrum, die zweispurige! Radwege statt AutoparkplĂ€tze beeinhalten.

so sieht es am Wochenende aus…

Und schon sind wir beim lustigen Raten, wie kann ich mir eines der kostenlosen RÀder Ecobici der Stadt Buenos Aires ausleihen? Die Touristeninformation meint, das gibt es im Moment nicht, Einheimische sind sich unsicher. Zwei Tage spÀter erfahre ich von einer anderen Touristeninfo-Mitarbeiterin, das man sich direkt am Plaza de Mayo bei Ecobici registrieren lassen kann. Sicher bin ich 50 mal da vorbeigelaufen!  Es klappt und um die Ecke wartet schon ein Rad auf mich. Ein junger Argentinier hift mir und checkt die Bremsen, es kann los gehen, juchhuh!

mit ecobici Buenos Aires erkunden und den Horizont-ausfĂŒllenden Rio de la Plata in der nahen Reserva Ecologica bewundern

Am Wochenende war die Stadt fast leer, jetzt am Montag trauen sich doch Autos, auf den Radwegen zu fahren. So einfach ist es nicht, wegen der vielen Einbahnstraßen den Weg zum Recoleta Friedhof zu finden. Hier liegen die berĂŒhmtesten, wichtigsten Menschen Argentiniens, angefangen von Evita Peron, die eine eher kleine RuhestĂ€tte bekommen hat, Tango-Musiker Carlos Gardel und unendlich viele mehr. Manchen wurden sogar kleine MausolĂ€umspalĂ€ste gebaut. Herrlich, sich hier zu verlaufen!

hier ist die Frau grĂ¶ĂŸer als der Mann…im Recoleta Cemetary Buenos Aires

SpĂ€ter treffe ich mich mit Internations-Mitgliedern, die eine gefĂŒhrte Tour durch den Reserva Ecologica anbieten. Leider reicht mein Spanisch nicht aus, um alles zu verstehen, aber es ist angenehm, mit netten Menschen durch die grĂŒne Lunge zu schlendern. Interessant, daß eher die Nicht-Argentinier dem Tango verfallen sind!

schön, sich auch in Buenos Aires bei Internations zu treffen!

Am nĂ€chsten Tag mache ich mich auf nach Tigre, das hat mit Tigerbeobachtungen leider gar nichts zu tun, sondern ist das drittgrĂ¶ĂŸte Fluß-Delta der Welt, wo der Rio de la Plata und der Parana zusammenfließen. Ich nehme ein lokales Bootesortund lasse mich bis nach tres Bocas mitnehmen. Jede Villa hat einen Anlegesteg inklusive Boot, manche Resorts wollen schick sein, haben die Palmen gefĂ€llt, Rasen angepflanzt und als Schattenspender MinibasthĂŒtten gebaut. Toll, so wird es schön heiß!

Tigre-Resort

Ich lasse mich durch die unendlich scheinenden, schattigen Pfade treiben und treffe ein paar Argentinier und Spanier, die in Berlin leben. Bei Inez leihen wir uns Kanus. Leider bin ich aufÂŽs nasse Kanu-Paddeln mit meinem Kleid nicht perfekt vorbereitet. Gerne wĂ€re ich hier ĂŒber Nacht geblieben, es wirkt so entspannt und viele KanĂ€le warten auf Entdeckung.

mit dem Kanu durch das Tigre Delta, bloß nicht verfahren!

Gerade freue ich mich, in Buenos Aires wieder mit dem Rad zu fahren, aber wie sollte es anders sein, die Ecobici werden gerade ausgetauscht und sind leider nicht immer verfĂŒgbar oder defekt. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren sehr gut, in mancher U-Bahn erspart man sich die Sauna, nur das KĂŒhlbecken fehlt!

sogar ein Cello-Spieler gab sein Talent zum Besten!

FĂŒr Unterhaltung ist immer gesorgt. Sind die lauten Bettler und schreienden VerkĂ€ufer von SĂŒĂŸigkeiten, Kaugummis oder Socken gegangen, stellen sich Musiker und einmal auch ein ziemlich guter Breakdancer auf. Heute tat es mir fast leid, als die U-Bahn kam, gegenĂŒber interpretierten ein Geiger und ein Gitarrist „Child of Mine“. Klasse!

En Verano en La Cuidad bietet jeden Tag gratis Konzerte, gestern ganz entspannt und mit angenehmer Brise vor dem Palacio de Belgrano, vorgestern im Usina del Arte im verufenen Viertel La Boca, der Heimat der Boca Juniors Fußballmannschaft, mit wundervoller Lightshow und Musik. Bevor diese spielen, sind die Busse voll und es ist schwierig, mitgenommen zu werden. Nach dem Spiel sollte man sich lieber fernhalten.

WofĂŒr wohl diese Masken auf dem San Temo Markt verwendet werden? FĂŒr den BankĂŒberfall zwischendurch? Oder ist das jetzt die neue Horror-Hip-Mode?

Sonntags kann ich nur wĂ€rmstens den San Telmo Markt empfehlen. Selbstgemachter Schmuck, Schallplatten als Uhren, gestrickte Kakteen, kĂŒnstlerische und originelle Dinge, die in Europa kaum auf StraßenmĂ€rkten zu finden sind, werden feilgeboten.

Wozu der Flaschenhalter gebraucht wird`? Um die mitgebrachte Flasche unter der Bar zu verstecken?

Ein Straßenzug will die Stadt anders nutzen und die KĂŒnstler, die sonst dort verkaufen, protestieren dagegen. Demonstrationen gehören zum Alltag in Buenos Aires.

hier in Puerto Madero lĂ€ĂŸt es sich herrlich flanieren

Fast wie die Flaniermeile Bund in Shanghai mit Bick aufÂŽs Hochhausviertel sieht es am Hafen Puerto Madero aus, nur ohne Segelschiff, welches hier erklommen werden darf, um die ruhige AtmosphĂ€re zu genießen.

Nachhaltigkeits-Tipps:

Statt Plastikflaschen zu kaufen, das sicher trinkbare Leitungswasser abfĂŒllen, den leichten Chlorgeschmack mit frisch gepresster Zitrone eleminieren, in Touristeninfos, in SupermĂ€rkten und Parks lĂ€ĂŸt sich Trinkwasser abfĂŒllen

immer eine kleine Tasche dabeihaben, um auf unvorhergesehene EinkĂ€ufe vorbereitet zu sein, am besten eine kleine PlastiktĂŒte fĂŒr Obst und GemĂŒsekauf dabeihaben

es wird zwar versucht, verschiedene MĂŒlltonnen aufzustellen, mit recyclebar und nicht recyclebar, nur woher weiß irgendjemand, was recycelt wird?

Ecobici Karte beantragen: gleich am Plaza de Mayo, Ecke Rivadaria, Eingang zwischen den Gittern, von 9-15 Uhr, Paß mitbringen und die App runterladen, um zu wissen, wo es RĂ€der gibt und wieviele zur VerfĂŒgung stehen! In Rosario, der Geburtsstadt von Che Guevara und Lionel Messi, klappt es sehr gut mit den Ecobicis

Im Restaurant essen, statt etwas zum Mitnehmen zu bestellen, es schmeckt viel besser!

Tipps fĂŒr Buenos Aires:

Leider habe ich es nicht zu einem Tangokurs mit Milonga geschafft, wegen Hitze sind anscheinend einige ausgefallen, aber Oy Milonga aufrufen, oft gibt es Kurse, bevor die Milonga beginnt!

 

el verano en La Ciudad im Internet aufrufen, da gibt es alle sommerlichen Gratis-Veranstaltungen von BA

Von Internationalen Flughafen den Tienda Leon-Bus inÂŽs Zentrum nehmen und am besten gleich die Sammeltaxifahrt mitbuchen, der kleine MilitĂ€rflughafen vom gĂŒnstigen flybondi ist mit Bussen und dem Zug zu erreichen, am besten bei googlemaps nachfragen

Sicherheit: gibt es keine; wer seine Wertsachen, teure Kameras und Handys nicht zu offensichtlich herumtrĂ€gt, dem werden sie eher nicht gestolen. Abends möglichst keine großenTaschen mitnehmen, lieber kleine, die am Körper getragen werden können und Einheimische fragen, welche Gegend gerade nicht empfehlenswert ist, ich bin trotzdem mit wenig Geld nach la Boca und spĂ€te abends zurĂŒck per Bus gefahren…

Café-Restaurant in Palermo

Palermo gilt als DAS Ausgehviertel von Buenos Aires, es gibt schöne Cafés, Restaurants und Clubs. Auf der Suche mittags nach einem Café musste ich einen Champagner-Àhnlichen Cava probieren, da ein schickes Restaurant seine Eröffnung feierte.

Vegetarisch essen:

Durch Mapsme fand ich dann doch noch das wunderschöne bBlue CafĂ© und genoss einen leckeren MilchcafĂ© in einer Hollywoodschaukel im Patio. Hier in der Calle Armenia 1691 gibtÂŽs sehr schmackhafte, auch vegetarische KĂŒche in kreativ-dekoriertem Ambiente, in der NĂ€he der Plaza de Mayo, Calle Alfonso Alsina, im El Toro gibt es leckere, saftige Veggiesandwiches mit Vollkornbrot und Veggieburger, eher eine Ausnahme!