Traumhafter Himalaya-Vorgeschmack

Massen von Trekkingtouristen, unter anderem durch Reinhold Messners PopularitĂ€t und Jon Krakauers Buch Into Thin Air angezogen, haben Nepals Einwohner nicht verderben können, ein LĂ€cheln mit Willkommensgruß bekommt jeder. Als mein Netbook beim Aufladen durch stĂ€ndige Strom-Unterbrechungen zwei Tage lang streikte, meinte der nette junge Mann vom InternetcafĂ©, nur keine Panik und machte es wie durch ein Wunder wieder lebendig.

Gerade habe ich es mir im Zimmer gemĂŒtlich gemacht und mein Buch vorgeholt, fĂ€llt der Strom und damit das Licht aus. Ein Wunder bei den Kabelverbindungen, daß es bei den AnschlĂŒssen ĂŒberhaupt Strom gibt! KĂŒrzlich mußte der Kathmandu-Flughafen wegen Stromausfalls einen Tag geschlossen werden.

Stromkabel in Kathmandu
Stromkabel in Kathmandu

Heisses Duschwasser und Licht wird durch Sonnenkollektoren gespeist und ist trotzdem GlĂŒcksache, das free-of-trouble WiFi ebenso.

Bei der Aussicht auf den Himalaya sind alle UnwĂ€gbarkeiten vergessen! Der Französiche Israeli Mark, Ann aus Irland und ich ließen es langsam angehen und wanderten im Kathmandu-Tal von Sundarijal nach Chisopani. SpektakulĂ€r war der Weg nicht, Schulkinder und schwer mit Körben beladene Frauen begegneten uns, wĂ€hrend Mark sich stĂ€ndig beschwerte, daß ich zu schnell wanderte.

Proviant fĂŒr unterwegs
Proviant fĂŒr unterwegs

Er hielt bei jeder Ziege an, ich genoß die gute Luft frei von hupendem Verkehr. Als er darĂŒber meckerte, daß sein Rucksack viel schwerer wĂ€re als meiner, legt ich einen Zahn zu, um vom endlosen Geplapper befreit zu sein. Ann hatte auch bald die Nase voll und schloß sich mir an.

Auf dem Berg in Chisopani wurden wir mit einer fantasischen Aussicht auf die Bergketten belohnt.

IMG_0761Darauf genehmigten wir uns erstmal ein Everest-Bier.

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den Everest erklimmen dĂŒrfen andere!

Abends konnten wir Mark entkommen und wurden stattdessen von einem echten Gurkha zum Cognac eingeladen. Die berĂŒhmten Elite-Soldaten wurden um 1815 gegrĂŒndet und kĂ€mpften fĂŒr die Briten in Burma, Afghanistan, Bosnien oder gehören zur Singapore Police Force und der Britischen Royal Guard.

 Die Abzeichen der verschiedenen Gurkha-Regimente, immer mit den traditionellen Gurkha-Messern
Die Abzeichen der verschiedenen Regimente, immer mit den traditionellen Gurkha-Messern

„Unser“ Gurkha ist tĂ€tsĂ€chlich Security der Britischen Royals. Leider wollte er uns so gar keine Indiskretionen verraten. Falls Mark nochmal auftauchen sollte, werde ich „meinen“ Gurkha rufen!

Fast sieben Stunden brauchten wir den Weg hinunter nach Nargakot, fĂŒr seine Aussicht bekannt, die uns diesmal wegen Dunst verwehrt blieb.

IMG_6313ZurĂŒck im abends frostigen Kathmandu wĂ€rmten wir uns erstmal mit diesem heißen, mit Senfkörnern gewĂŒrzten Millet-Bier auf.

freundliche Begegnungen im Dorf
freundliche Begegnungen im Dorf

Bandipur, ein Dorf mit FußgĂ€ngerzone, in der die CafĂ©-GĂ€ste entspannt draußen sitzen können, lohnt sich fĂŒr einen Zwischenstopp von Kathmandu nach Pokhara auf dem Weg zu den Trekks inÂŽs Annapurna-Massif.

Das Sensationelle am nĂ€chsten Tag war die atemberaubende Aussicht vom naheliegenden HĂŒgel auf die schneebedeckten Sechs- bis Siebentausender.

von links nach rechts Machhapuchhare 6993 m, Annapurna4 7525 m, Annapurna2 7937 m, Lamjung Himal 6966 m
von links nach rechts: Machhapuchhare 6993 m, Annapurna4, 7525 m, Annapurna2, 7937 m, Lamjung Himal 6966 m

 

 

 

 

 

 

Traditionelle Kulinarik auf Burmesisch

Vor 10 jahren noch hatte fast jeder Myanmar-Besucher regelmĂ€ĂŸig Magenprobleme. Das hat sich erheblich verbessert. So traute ich mich, das traditionelle Buffet aus dem nordöstlichen Shanstaat zu probieren. GemĂŒse- und Fleischvariationen werden mit frischen grĂŒnen Salat-Zutaten serviert.  Dazu schmecken selbstgemachte Chutneys und Pickles unterschiedlicher SchĂ€rfe.

Am besten und gĂŒnstigsten ist es im lokalen Einheimischen-Restaurant. Der LĂ€rmempfindliche muß allerdings mit TV-Beschallung und wenig schmeichelhaftem Neon-Licht rechnen, in dem der WeißhĂ€utige leichenblaß aussieht, an der Straßenbeleuchtung wird dagegen gerne gespart, sprich man tappt im Dunkeln.

typisches Shanbuffet mit verschiedenen hausgemachten Chutneys
typisches Shanbuffet mit verschiedenen hausgemachten Chutneys

IMG_0060Um die SchĂ€rfe und den Knoblauch etwas zu mildern, passen Kokosnußbonbons, sĂŒĂŸ-saure TamarindbĂ€lle und Coffecandys  hervorragend.

Pot Pot mit Nudeln und GemĂŒse
scharfer Hot Pot mit Nudeln, GemĂŒse und frischem Koreander

Chinesische Restaurants sind sehr populĂ€r und es lohnt sich, ein gutes fĂŒr den scharfen Hot Pot, ĂŒrsprĂŒnglich aus der Chinesischen Provinz Szechuan zu geniessen.

Enteneisalat mit Gratissuppe
Enteneisalat mit Gratissuppe

Die authentische KĂŒche probierte ich auf einem Night-Market, hier Enteneisalat mit ErdnĂŒssen, Zwiebeln, Knoblauch, Rettich, Karotten und Linsen, mmmhhh!

so wird er zubereitet
so wird der Enteneisalat zubereitet

Traditionell ist auch der Avocado-Salat aus der schwarzen Avocado mit viel Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten zubereitet, manchmal auch als Guakamole.

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IMG_0200Wem nach vitaminreicher Erfrischung ist, kann die frischen Fruchtsalate direkt von den mobilen Damen kaufen!

 

 

Welcome to Nepal

Nepal hat nicht nur sensationelle Bergwelten zu bieten.

IMG_0699Die Anreise kann bereits zum Abenteuer mutieren. Der Online Check-In bei Malaysia Airlines kannte meine E-Ticket Nummer nicht, dafĂŒr teilte mir die von www.lastminute.com fĂŒr Fluginfos empfohlene tripcase Webseite mit, daß mein Weiterflug von Kuala Lumpur nach Kathmandu statt um 20:15 Uhr erst um 2 Uhr nachts starten wĂŒrde. Am Bangkoker Flughafen erfuhr ich, daß dieser rechtzeitig losfliegen, dafĂŒr der Bangkok-Kuala Lumpur Flug 1 Âœ Stunden spĂ€ter abheben wird. In Kuala Lumpur verpaßte ich meinen Anschlußflug. Am Ticketschalter wurde mir nur ein Flug am nĂ€chsten Tag angeboten, der nĂ€chste um 23 Uhr wĂ€re ausgebucht. Nach Konsultierung des Managers bekam ich spfort ein Ticket und begab mich zum Gate.

Im Flugzeug war mein Sitz bereits besetzt, so blieb nur die Businessklasse. Der Koreaner neben mir, der dem Bösewicht aus einem der Bondfilme Ă€hnlich sah, erzĂ€hlte, daß er drei Tage in Kuala Lumpur auf Kosten der Airline auf seinem Flug warten mußte, da in Kathmandu eine Maschine der Turkish Airlines bei extrem schlechter Sicht nicht ganz die Landebahn getroffen hat, im Gras landete und fĂŒr vier Tage den Flughafen blockierte. 80000 FluggĂ€ste waren betroffen. Um die Maschine zu entfernen, mußte Equipment von Indien ausgeliehen werden. Gottseidank wurde niemand verletzt.

Nach all der Aufregung ließ ich erstmal den Canard-DuchĂšne Champagner öffnen und die Stewardessen wurden nicht mĂŒde, uns nachzuschenken. Die Landung war sanft und entspannt, der Immigrationofficer hieß mich willkommen und ich begab mich zum Baggage Claim. In der Halle stapelten sich Berge von GepĂ€ck und Menschenmassen in Viererreihen an der Ausgabe. Zwei Stunden spĂ€ter, gegen vier Uhr morgens, gab ich es auf und nahm ein Taxi zum Hotel. Der Taxifahrer erzĂ€hlte, daß es fĂŒr Katmandu normal sei, sein GepĂ€ck ein paar Tage spĂ€ter zu bekommen.

IMG_0688Nach ein paar Stunden Schlaf durfte ich die umliegende Bergwelt  bewundern und vom Himalaya trÀumen! Ich nutzte die Gunst der Stunde, im MÀrz versinken die Berge oft im Dunst und bestieg den heiligen Affentempel, das Wahrzeichen von Kathmandu.

die Affen warten schon...
die Affen warten schon…

Prompt ließ ich mir den gerade gekauften Fruchtsalat klauen! Verscheuchen ließen sich die Affen nicht.

GebetsmĂŒhlen
GebetsmĂŒhlen

IMG_0695Am nĂ€chsten Morgen versuchte ich mein GlĂŒck erneut am Flughafen. Im „Lost and Found“ BĂŒro schickte man mich in die immer noch mit GepĂ€ck vollgestopfte Ankunfthalle, gerade wĂ€re ein Flugzeug von Malaysia Airlines gelandet. Am GepĂ€ckband traf ich Gleichgesinnte und hörte ihre Stories, wie sie an FlughĂ€fen festsaßen, mein GepĂ€ck tauchte nicht auf. Am Counter hatte tatsĂ€chlich ein Mitarbeiter eine Liste mit Nummern und meinte, meine wĂ€re darunter. In einer Ecke fanden wir dann tatsĂ€chlich meinen Rucksack!

die "Stromversorgung" Kathmandus
Der Strom ist in Nepal auf bestimmte Zeiten limitiert, wenn er nicht von allein ausfÀllt

 

 

 

 

 

SchaukelzĂŒge & Tempel satt beim Touristenauftrieb in Bagan

Eins meiner schönsten Erlebnisse ist die Zugfahrt ĂŒber das Gokteik-Viadukt. In Hsipaw eingestiegen, wĂ€hle ich die economy class statt der ausschließlich von Touristen bevölkerten Upper class.

Mit einer Jacke als Polster mache ich mirÂŽs gemĂŒtlich, der „Geschwindigkeit“ des Zuges angepaßt. Felder ziehen vorbei, von denen uns die Arbeiter zuwinken, entspannter geht’s kaum. Gelegentlich fĂ€ngt der Zug an zu schaukeln wie ein Boot bei kappeliger See, ein Wagen entgegengesetzt zum anderen. Das Geheimnis, warum er nicht entgleist?

IMG_0509Dann nĂ€hern wir uns dem Highlight, dem Gokteik-Viadukt. Nach einem Felsentunnel rattern wir ĂŒber die BrĂŒcke, nur eine Handbreit neben dem Abgrund. Da wird sogar mir ein wenig schwindelig. Gottseidank schaukelt er hier nicht!

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IMG_051613 Stunden Zugfahrt sind mir doch zuviel, daher nehme ich von Pjin OO Lwin lieber den Bus nach Mandalay. Weiter in der Touristenhochburg Bagan kostet es 20 Dollar Eintritt fĂŒr jeden AuslĂ€nder, auch in vielen Museen, Pagoden und sogar Parks darf er im Gegensatz zu den Burmesen zahlen. Ich nehme einen sehr bequemen Kleinbus, der mich netterweise auf mein Winken direkt am Guesthouse absetzt und mir den Eintritt erspart.

IMG_0563Nach 10 Jahren erkenne ich Bagan kaum wieder, der Verkehr hat wie die Preise erheblich zugenommen, die Ochsenkarren und Kutschen gibt es kaum mehr, letztere nur noch fĂŒr Touristen. Neue PKWÂŽs und LastwĂ€gen dominieren jetzt die Straßen.

IMG_0531Ganz begeistert bin ich vom E-Bike, einer Art umgebauten und lautlosen! Mofa. Wenigstens etwas ruhiger wĂ€re es, wenn alle statt stĂ€ndig hupendem Motorrad darauf umsteigen wĂŒrden, viel schneller sind sie damit wegen kreuz- und querfahrenden LastwĂ€gen, PKWÂŽs, TrishawÂŽs, Bussen, FahrrĂ€dern, FußgĂ€ngern und bepackten HandwĂ€gen auch nicht.

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die Kehrseite der Pagode

Überraschend, daß die Burmesen nie agressiv werden, sondern neben meinem Rad oder E-Bike herfahren, um mir zuzuwinken, etwas zu verkaufen, mich zu begrĂŒĂŸen oder KußhĂ€nde zuzuwerfen.

Der Sonnenuntergangs-Tourismus ist ab 17:30 in vollem Gange. Am ersten Abend verschwindet die Sonne vorzeitig im grauen Dunst. TagsĂŒber wird es jetzt plötzlich ernorm heiß. Daher vertreibe ich mir die Zeit im geschmackvoll dekorierten „A little bit of Bagan“, das Garden-Restaurant in einer ruhigen Seitenstrasse.

IMG_0576Das schönste Wunder: Internet funktioniert! Liebevoll wird das Essen zu zivilen Preisen serviert, merkwĂŒrdig, daß die meisten Touristen die lauten Lokale an der staubigen Strasse bevorzugen.

Avocado-Tomatensalat und Fruitshake Ă  la Little bit of Bagan
Avocado-Tomatensalat und Fruitshake Ă  la Little bit of Bagan

Am nĂ€chsten Abend wird der nĂ€chste besteigbare Tempel besucht, von unten sieht man bereits die herunterhĂ€ngenden FĂŒĂŸe der Wartenden. Oben ist die Sicht auf die Tempel und umliegenden Berge herrlich!

IMG_0580Darauf achtet kaum jemand, 1000 Fotos schießen ist wichtiger als die wunderbare Aussicht zu genießen. Riesenobjektive werden auf Stativen platziert, alles, was eine Knipsfunktion vorweist, ununterbrochen gezĂŒckt. Diesmal tut die Sonne uns den Gefallen, im roten Ball hinter den Bergen zu versinken.

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Schafherde mit Tempel

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IMG_0583Auf dem RĂŒckweg durch menschnleere sandige Wege wird mein E-Bike verdĂ€chtig langsam und der Weg kommt mir plötzlich so weit vor. Wo sind die Menschenmassen bloß hin? Haben die eine andere Straße genommen? Mit dem letzten Rucken erreiche ich mein Guesthouse.

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erst die Speisung…
nicht ohne mein Handy gilt auch fĂŒr Mönche!
dann das Handy checken gilt auch fĂŒr Mönche!

Um meine Lunge zu entstauben, schwebt mir ein Strandbesuch fĂŒr die letzten Tage vor. Das wĂŒrde 1 Âœ Tage und auf der RĂŒckfahrt noch einmal 7 Stunden Busfahrt fĂŒr einen Tag am Strand bedeuten.

IMG_0618Alternativ erkunde ich Bago mit seinen liegenden Buddhas und Tempeln, in denen es entspannend ruhig ist, bis per Lautsprecher GesĂ€nge die Ohren schmerzen lĂ€ĂŸt.

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Das staunt die Naga-Schlange ĂŒber die vielen Souveniers!
keine große Pagode ohne Souveniermeile, da staunt die Naga-Schlange

Der Verkehr ist hier besonders unertrĂ€glich und die Suche nach einem passablen Restaurant schwierig, so daß ich vorzeitig nach Yangoon abreise. So schlendere ich dort durch die Gassen und entdecke den GewĂŒrzmarkt und einige schöne Art-DĂ©co GebĂ€ude.

IMG_0662 Als krönender Abschluß darf ein Besuch im legendĂ€ren wunderschönen „The Strand“ Hotel nicht fehlen.

IMG_0671Das schönste an Myanmar ist die Freundlichkeit und das LĂ€cheln der Einwohner. GetrĂŒbt werden kann es  durch das Kauen der Betelnuß, die mit unappetitlichem GerĂ€usch ausgerotzt wird. Das lĂ€ĂŸt die ZĂ€hne wie verfault oder blutunterlaufen aussehen, eher bei MĂ€nnern und Älteren zu beobachten.

die Betenußbar
die Betenußbar
ohne Betelnußkauen
ohne Betelnußkauen
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mit Betelnuß

Frauen und Kinder tragen traditionell die aus Baumrinde hergestellte Thanaka Creme auf, die eine schöne Haut macht und vor Sonnenbrand schĂŒtzt.

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Von Mingun zur AbkĂŒhlung nach Pjin OO Lwin und Hsipaw im Shanstate

Als schreibende Reisende in Myanmar fĂŒhle ich mich wie von der Schlange Kaa aus Rudyard KiplingÂŽs Dschungelbuch hypnotisiert, so starre ich auf das unendlich-kreisende Ladezeichen im Internet. Ich fĂŒhle mich wie in einem Hamsterrad. Wann werde ich befreit? Damit hatten Kipling, George Orwell und Co. damals keine Schwierigkeiten.

Um dem Staub und hupendem Verkehr in Mandalay zu entkommen, empfiehlt sich ein Bootstrip nach Mingun. Einheimische rĂ€keln sich nicht in den harten Deckchairs, kein Wunder, wie ich erfahre, kostet das lokale Boot, angeblich fĂŒr AuslĂ€nder verboten, wie so oft nur ein Zehntel.

IMG_0347In Mingun hatte der König Bodawpaya versucht, die grĂ¶ĂŸte Pagode der Welt mit Hilfe von Zwangsarbeitern zu bauen.  Wie so viele GrĂ¶ĂŸenwahnsinnige vor und nach ihm scheiterte er, als sie zu einem Drittel fertig war, starb er und die Bauarbeiten wurden eingestellt.   Jetzt erklomm ich wie viele Touristen barfuß den Bau und genoß den Rundumblick, nur vom ewigen Februar-Dunst Myanmars eingeschrĂ€nkt.

IMG_0340Die passende Riesenglocke, die GrĂ¶ĂŸte der Welt, ließ Bodawpaya 1808 giessen und anschließend den Glockengießer ermorden, damit er nicht noch einmal  so ein Meisterwerk erschaffen konnte.

Hinutempel in Pyin OO Lwin
Hinutempel in Pyin OO Lwin

Pyin OO Lwin, 3 Pick-Up Stunden vom hektischen Mandalay und von den EnglĂ€ndern als kĂŒhle Hillstation genutzt, lockte mich mit seinem Botanischen Garten. Beim FrĂŒhstĂŒck im netten Grace-Hotel lernte ich Elizabeth aus Hamburg kennen, die jedes Jahr mehrere Monate durch Asien reist.

IMG_0361Wir machten uns gemeinsam zum weitlĂ€ufigen Botanischen Garten auf. Herrlich entspannend verirrten wir uns in BlumengĂ€rten, bis wir die Orchideen fanden.  Die StiefmĂŒtterchen hatten es mir angetan, sie erinnerten an KĂ€ptn Haddock von Tim und Struppi.

IMG_0373Am faszinierensten fand ich das versteinerte Holz, das nach Millionen von Jahren ganz steinhart und glatt wird.

IMG_0365Nicht weit von Pyin OO Lwin auf dem Weg zu einem Wasserfall trafen wir auf eine lustige Truppe Einheimischer MĂ€dels.

IMG_0385Unterhalb des Wasserfalls hatten sich schöne Pools gebildet, in denen wir uns herrlich abkĂŒhlen konnten.

IMG_0394Die Burmesinnen beschĂ€ftigten sich fast ausschließlich damit, ihre Handys leerzuknipsen.

Von anderen höre ich, daß man etwas weiter in Hsipaw individuell trekken kann. Es ist fast unmöglich, in Myanmar die Touristenpfade zu verlassen. Gerade soll es KĂ€mpfe im östlichen Shanstaat geben. Viele andere Gebiete sind AuslĂ€ndern verboten oder utopisch teuer, wie zum Beispiel die noch jungfrĂ€uliche Inselwelt im Myeik-Archipel.
Elizabeth und ich finden nach langem Palaver den Pick-Up Bus und quetschen uns zwischen die Passagiere und ihr GepĂ€ck. Er rast davon. Als es dunkel wird, stimmt etwas mit dem Motor nicht, wird aber bald repariert. Es kommt mir ewig vor, bis wir gegen 22 Uhr abgesetzt werden. GegenĂŒber im Teehaus frage ich nach LilyÂŽs Guesthaus und erfahre, daß wir einfach das Taxi nehmen sollen, Lily the Home zahlt es. Das WohlfĂŒhl-Doppelzimmer ist die beste Budget-Option bisher, das FrĂŒhstĂŒck im 4. Stock wie im 4 Sterne Hotel!

Hsipaw war Sitz eines Shan-FĂŒrsten, der in den 1950er-Jahren in Amerika seine aus Österreich stammende Frau kennenlernte und sie nach Birma brachte. Das MilitĂ€r verschleppte ihren Mann und tötete ihn vermutlich. Sie schrieb in „My life as a Shanprincess“ ĂŒber die Zeit, in der sie als verehrte Mahadevi im Palast lebte. Leider ist ihre Nachfahrin, die gerne ĂŒber das abenteuerliche Leben ihrer Familie erzĂ€hlt, bei einem Besuch unsererseits nicht da. Stattdessen ergattere ich das Buch in Mr. BookÂŽs Shop.

IMG_0411Auf dem Weg zu einigen Dörfern, winken uns sehr schĂŒchterne Kinder zu.

IMG_0418Dann tauen sie auf und haben beim Fotos machen einen Riesenspaß! Sie fĂŒhren uns zu ihrer Familie, die Mutter zeigt uns ihre laminierten Hochzeits- und Familienfotos.

IMG_0413Elizabeth fĂ€hrt zu neuen Abenteuern, ich bleibe, abwohl sich niemand zum trekken findet und spaziere durch grĂŒnbepflanzte Melonen-, Tomaten und andere Beete, raffiniert bewĂ€ssert.

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BewÀsserung mit Schlauch und Kondenswasser
BewÀsserung mit Schlauch und Kondenswasser

Auf dem Weg treffe ich Andrea aus SĂŒdtirol, die auf Weltreise ist. Wir kommen an einem MĂŒllabladeplatz vorbei und werden herzlich vom „MĂŒllrecycling“ Fachmann begrĂŒĂŸt.

das MĂŒllbegrĂŒĂŸungskommitee
das MĂŒllbegrĂŒĂŸungskommitee

IMG_0470Er zeigt uns den Weg zum „Non“-Waterfall, der total ausgetrocknet ist.

IMG_0472auf dem RĂŒckweg fĂ€chelt er uns Luft zu und bietet Platz zum Ausruhen an.

IMG_0474Wer keine Lust hat, aufwendig zum Goldenen  Felsen in Kyaikhtiyo zu fahren, kann diesen bewundern.

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hier wÀchst der Baum aus dem Tempel

IMG_0481Auch Bagan gibt es im Kleinformat. Hier ist der Sonnenuntergang viel schöner und ohne TouristengetĂŒmmel wie auf dem gepriesenen „Sunset Point“ in Bagan!

IMG_0427Danach erstmal einen Mint-Lime-Drink bei Mrs. Popcorn Garden um die Ecke.

alles aus eigenem Garten
alles aus eigenem Garten

Im Dorf an der Ecke Namtu/Aung Tha Pyay schlecken wir von dem bisher besten Eis in Myanmar, 2 oder 3 Kugeln fĂŒr 500 Kyat!

Den Abend lassen wir in der wunderbaren The Club Terrasse Food Lounge direkt am Fluß statt mit Staub und Abgasen, mit wunderbarem Dinner zu zivilen Preisen ausklingen.

Tips:

fĂŒr Pyin OO Lwin: das Grace Hotel, sehr zentral gelegen zu Markt, Restaurants und dem absolut empfehlenswerten Botanischen Garten. Es ist angehnehm kĂŒhl abends, eine Jacke mithnehmen!

mein Liebelingsort Hsipaw hat fast alles:

klein Bagan, den goldenen Felsen, eine schöne Umgebung mit Dörfern zum Besuchen, tolle Restaurants zum vernĂŒnftigen Preis, das beste Eis und Klasse-Zimmer schon ab 15 $ bis zur Suite bei www.lilythehome.com