Alle Beiträge von DKrumm

Was 200 Frauen bewegt, eine inspirierende Ausstellung in der Bayerischen Staatsbank

Was ist Ihnen wirklich wichtig? Was macht Sie glücklich? Was empfinden Sie als tiefstes Leid? Was würden Sie in der Welt verändern, wenn Sie könnten? Diese Fragen haben wir uns möglicherweise mal selbst gestellt. 200 Frauen aus aller Welt, berühmte oder weniger bekannte, wurden diese Fragen im Rahmen des Buchprojektes „200 Frauen – Was uns bewegt“ gestellt. Um die ganze Welt reiste Fotograf Kieran E. Scott, um  diese Frauen vor weißem Leinen zu porträtieren.

Ashley Judd, links, wurde durch sexuellen Mißbrauch zur Kreuzritterin

Faszinierend und inspirierend sind die Antworten der Frauen auf die fünf Fragen.

Sängerin Kimbra aus Neuseeland

Kimbra zum Beispiel sagte, sie würde sich selbst verändern, die Welt zu retten ist eine Illusion, sie möchte ein besserer, gütigerer und liebevollerer Mensch werden. Nobelpreisträgerin Jody Williams meinte, Leute, die sich selbst verwirklichen wollen, sollten ihren Hintern in Bewegung setzen, um Menschen zu helfen, die wirklich Hilfe brauchen.

Model und Sängerin Imany

Model und Sängerin Imany ließ sich von einem Buch von Simone de Beauvoir beeinflussen, daß sie Herrin ihres Schicksal ist.

Zur Vernissage am letzten Samstag kamen zahlreiche Porträtierte und die Initiatoren Blackwell & Ruth sowie Verlegerin Dr. Elizabeth Sandmann, um diese tolle Ausstellung mit dem exklusiven Förderer,  der BMW-Group, zu eröffnen.

Bis zum 26. November 2018 sind die 200 Frauen in der Alten Bayerischen Staatsbank in der Kardinal-Faulhaber-Str. 1 zu sehen, anschließend wandert sie bis zum 14. Dezember in die Technische Universität in der Arcisstrasse 21.

Anschauen, sie ist auch für Männer geeignet!

Die schönsten Herbst-Termine für Kunst-, Kulinarik- und Wein-Genießer!

Der Goldene Herbst läd mich  gerne zum Bergwandern und Spazierengehen ein. Da es früh dunkel wird, genieße ich es, diverse Kunst-, Wein- und Kulinarik-Festivals aufzusuchen.

Wolf Hamm Perlweiß bei den Highlights in der Residenz

Heute beginnt das Kunst Hightlight in der Residenz Münchens, die Internationale Kunstmesse  Highlights .   Bis zum 21. Oktober gibt es Antiquarisches, Fotografisches, neue und immer interessante Kunst zu sehen, hingehen!

Brisant: John F. und Bobby Kennedy mit Marolyn Monroe…1962 Foto: Cecil William Stoughton

Jetzt jagd eine Weinprobe die andere. Am 18. Oktober 2018 präsentiert das Österreichische Burgenland in der Münchner Tonhalle seine besten Weine mit 70 Winzern. Von 14-16 Uhr dürfen die Fachleute probieren, anschließend ist bis 20 Uhr für alle geöffnet.

ein Genuss-Trio von Küchenchef Andreas Roland von Lump, Stein und Küchenmeister

Am 26. Oktober eröffnet die Frankenweinbar im Alten Hof, genannt Lump, Stein und Küchenmeister, ab 18 Uhr dürfen alle Gäste  die kulinarischen Genüsse mit dem passenden Frankenwein verkosten. Wie wäre es mit Rotem Rübensalat mit Schafskäse und frischem Koriander, gegrilltem Chicoree mit Kapern und Blauschimmelkäse und Ceviche vom Saibling mit Kokosminzsauce? Die ungewöhnlichen Namen Lump, Stein und Küchenmeister stammen von drei Weinregionen Frankens.

Der Lions Club in Pullach veranstaltet am 26.10. die Wein und Genuß im Bürgerhaus mit Weinen und Köstlichkeiten aus aller Welt. Dabei  unterstützt er Kids to Life, ein Zentrum für benachteiigte Kinder und Jugendliche.

Der Weinherbst München vom 26. – 28. Oktober auf der Praterinsel bietet Weine von Mosel, Saar, Ruhr, Ahr und Nahe, aus dem Rheingau, Franken, Rheinhessen, der Pfalz, Baden, Württemberg sowie aus Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Österreich, Südafrika, Chile, Australien, Neuseeland etc. Insgesamt 900 Weine des Jahrgangs 2017 stehen zum Probieren bereit. Bei dem Angebot ist es wichtig, viel Wasser zu trinken und sich vorher eine Grundlage zu verschaffen!

Am 3. November startet für zwei Tage wieder mein Lieblings- Foodfestival, die eat&STYLE im Zenith. 150 Aussteller präsentieren  ihre außergewöhnliche Köstlichkeiten aus regionalen Manufakturen und Ideen zum Thema Essen und Trinken.  Bei den Workshops wine&STYLE lernen die Besucher,  welche Weine zu Schokolade oder Käse passen. Dafür und zum Backen mit Veronique Witzigmann oder Kochen mit Spitzenköchen wie Lucky Maurer oder Sebastian Copien gilt es, sich rechtzeitig anzumelden, am besten online. Küchentricks lernen und selber verkosten bringt unheimlich viel Spaß!

selber kochen, probieren, genießen, die auf der eat&STYLE

Zum Schnäppchen-Preis von 5 € darf der Genießer unter dem Motto „so schmeckt deine Stadt“ eine Spezialität der 8 Münchner Restaurants verkosten und damit den indviduellen Style der Küche, das Team und die Philosophie kennenlernen. Dabei sind unter anderem Bernd Arold aus dem Gesellschaftsraum, Lilian Schumann und Michael Urban von La Bohème, die Sushi-Meister aus dem Kim Sang,  Daniela und Daniel Roch aus dem Essence, und Anh-Thu von Chi Thu. Ein Gericht nach Wahl ist im Eintrittspreis enthalten. Mit läuft schon jetzt das Wasser im Munde zusammen!

Die größte Weinmesse, die Forum Vini, findet vom 9. -11. November im MOC statt. 300 Aussteller aus 40 Ländern laden zum Probieren ihrer Weine, Schaumweine und Delikatessen ein. Wer bei den anderen Weinmessen nicht fündig wurde, hier wird er oder sie es!  Erstmalig können Fans und solche, die es werden wollen, an der Prominenten-Weinbar an drei Messetagen ausgewählte Weine u. a. von Gérard Depardieu, Sting, Francis Ford Coppola oder Matthias Schweighöfer und Joko Winterscheidt kostenlos probieren. Bei den Seminaren kann, wer sich rechtzeitig angemeldet hat, alles über Klasse-Weine lernen, mitmachen!

Die 8 besten Tipps für eine Schöne Wiesn 2018

Wo unterkommen? Eine Unterkunft muss man selbstverständlich rechtzeitig, am besten ein Jahr im voraus buchen. Wer noch keine hat, kann im „Zelt“ des Kapuzinerhölzls versuchen, eine Matraze im Massenlager zu ergattern.

Wie Hinkommen? Natürlich nicht mit dem Auto und nicht im total überfüllten U-Bahnhof Theresienwiese aussteigen, sondern eine Station weiter in der Schwanthaler Höhe und mit herrlichem Blick auf die Wiesn hinab wandern.

Was anziehen? Natürlich geht nichts mehr ohne Tracht. Aber bitte keine Billig-Dirndl oder Lederhosn, die schon beim ersten Wiesnbesuch einreißen. Trachendesigner gibt es viele und beim Kaufhof oder Hallhuber wird der Suchende zu humanen Preisen fündig.

Dieses schöne Dirndl erstand ich beim Hallhuber

Was mitnehmen? Taschen dürfen nicht zu groß sein, praktisch sind die zusammenklappbaren Handtaschenhalter, die am Tisch befestigt werden. Da hänge ich auch meine Jacke auf, so landet sie nicht unter dem Tisch in einer Bierlache.

Vorbereiten auf den Bierkonsum? Mit entsprechenden Grundlagen den Nachwehen vorbeugen, viel Wasser trinken und zwischendurch eine oder mehr Brezn verspeisen, wenn man nicht reserviert hat und ein opulentes Mahl  vernaschen darf. Die Cafés wie der Gugelhupf laden zu Kaffee, Tee und Kuchen ein, Cocktails- und Schnaps-Affine kommen auch im neuen Almgarten nicht zu kurz.

In welches Zelt gehen? Das ist Geschmacksssache, daher empfehle ich, mal mittags in alle Zelte zu schauen, um seine Lieblinge zu erkunden. Wochentags ist es einfacher und entspannter, abends in die Zelte zu kommen.

Express Brass Band

Ich mag am liebsten das Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn. Tolle Bands wie die Express Brass Band bringen die Tanzfläche zum Brodeln, taumelnde Betrunkene gibt es weniger. Im Museumszelt gibt es nicht nur eine Sonderausstellung über die Wiesn-Legende Carl Gabriel, der 1903 das „Chinesische Hippodrom“ eröffnete, sondern süße Leckerieien wie gebrannte Mandeln werden auf historischen Geräten hergestellt. Radlfans  dürfen auf dem Humoristischen Velodrom, eines der ältesten Vergnügungsbetriebe der Wiesn,  auf „Scherzrädern“  eine Runde drehen und die sonst weniger lustige Radlsituation in München vegessen.

ein Muss im Käfer: Ruinart-Rosé mit Brezn…

Klasse Stimmung herrscht immer im Käfer, in das ich nachmittags schon auf dem Tisch getanzt habe und natürlich das Hackerzelt, in dem hauptsächlich junge Leute feiern! Später gehe ich gerne weiter in Bodo´s kleinem, aber feinen Zelt mit toller Band und Stimmung.

Was gibt es Neues auf der Wiesn? Das „Chaos Pendel“ des Schweizers Hanspeter Maier klingt harmloser, als es ist. Die Fahrt ist nichts für schwache Nerven und hat uns ganz schön durcheinander gewirbelt, Schreckschreie inklusive!

Irrsinnige Höhen-Schwünge! auf dem Chaos Pendel

Mit 80! Stundenkilometern drehen sich die 8-Personen Kabinen in unerwartete Richtungen im Kreis. In 42 Metern Höhe hatten wir einen herrlichen Blick über das Oktoberfest bis zu den Bergen, bis wir plötzlich kopfüber mit Kräften von 4,5 G nach untern rauschten. Das Richtige für Adrenalin-Junkies! Vorheriges Biertrinken nicht empfehlenswert!

Im „Insekten“-Dschungel-Camp

Im Dschungelcamp mussten wir gottseidank doch keine Insekten vertilgen, rutschig und schwankend war es trotzdem im Hindernisparcours.

Für moderate Biertrinker geignet ist das wellenartig sanft schwingende, nagelneue Wellenflieger-Karrussel mit Sicht auf die umliegenden Schaugeschäfte. In „Pitt´s Original Todeswand“ von 1928 wird erstmals ein spezielles Hochleistungs-E-Bike die Steilwand umrunden. Eine schöne, umweltfreundliche Idee!

Wie schaffen die Wiesn-Wirte es bloß, auch 2018 wieder für gutes Wetter zu sorgen trotz schlechter Vorhersage? Haben Sie Petrus lebenslanges Freibier versprochen? Wir wissen es nicht. Sie sorgten für schönes Wetter bei den Trachten und Schützenumzügen zur Eröffnung , daher lohnt es sich immer, dabei zu sein!

Ein Klassisch schönes Sommer-Wochenende am Odeonsplatz

Einige Gäste beim Klassik am Odeonsplatz fragten sich doch tatsächlich, warum Klassik am Odeonsplatz statt Samstag, Sonntag in diesem Jahr am Freitag und Samstag stattfand? Nur auf einer medienlosen, einsamen Insel würde man und frau vom Fußball verschont werden.  Wenn am Sonntag WM-Endspiel ist, kann kein Klassik am Odoensplatz stattfinden!

Diana Damrau und Dirigent Cristian Macelaru

Freitags, in einer herrlich warmen Sommernacht, startete das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Leonard Bernsteins „Candide“ ein bißchen zu schmissig. Sopran-Artistin Diana Damrau bezauberte als Manon von Jules Massenet mit leider nur zwei Arien. Anschießend schläferte das Orchester unter der Leitung von Cristian Maceraru uns mit Eric Sarie´s Gymnopédie ein wenig ein, bevor es mit Chares Gounot und Antonin Dvorák eher schwermütig weiterging.

Klassik am Odeonsplatz, Foto: Marcus Schlaf, 14.07.2018

Der Samstag bescherte einen kurzen Platzregen, um pünktlich zum Konzertbeginn alles Staubige vom Odeonplatz zu wischen. Der Abend blieb trocken und der Peruanische Tenor Juan Diego Flores eroberte feurig die Zuschauer-Herzen, hervorragend begleitet von Valery Gergievs Münchner Philharmonikern, mit seinen Weltschmerz-Arien aus „Werther“, als Chevalier Des Grieux in „Manon“ und als Edgardo aus „Lucia de Lammermoor“ und erwärmte mit Verdis „I Lombardi“. Den Höhepunkt der Begeisterung entfachte er als Zugabe mit Luciano Pavarottis WM-Hymne von 1990 „Nessun dorma“.

Latino-Leidenschaft mit Juan Diego Flores Foto: Marcus Schlaf, 14.07.2018

Nach der Pause versetzten uns die Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Valery Gergiev in  Scheherazade´s  Träume von Nikolaj Rimskij-Korsakw, wunderbar! Noch am Abend flog der Dirigent nach Moskau zum WM-Finale und konnte so die Gäste im VIP-Zelt nicht mit seiner Anwesenheit erfreuen, genauso wenig wie Juan Diego Flores, schade!

Aber im nächsten Jahr können wir uns auf René Fleming und Pianist Daniil Trifinow freuen!

Alle Fotos: Marcus Schlaf

 

 

Preisregen, Sonne satt und Filmtips beim Filmfest München

So viele Filme, nur 10 Tage Zeit; Flügel müsste man haben, dachte ich mir, mit dem Rad von einem zum anderen Kino rasend.  Die CSU hat die Lösung, wie schon Stoiber mit seinem „Transrapid“: sie will ein Flugtaxi bauen, um die Staus zu umgehen. Ob die Staus in der Luft nicht viel gefährlicher sind?

die wunderbaren Franz Dinda und Sahin Eryilmaz in Ronny & Klaid
Foto: Filmfest

Da ging ich lieber in den  Film „Ronny & Klaid“ aus der Reihe Spotlight. Ronny und Klaid betreiben einen wenig erfolgreichen Laden. Klaid versucht sich beim Glücksspiel, gewinnt und verliert wieder alles. Jetzt muss er seine Schulden beim Gangsterboss zurückzahlen. Jeder zehnte Deutsche ist ein Millionär? Dann müssen sie nur 10 Kunden aus ihrem Laden entführen! Irrwitzige Dialoge und überrraschende Wendungen lassen einen schlapplachen. Leider steht ein Kinostart noch nicht fest.

Welcome to Sodom
Foto: Filmfest

Ein sehr wichtiger Film ist „Welcome to Sodom“ über die größte Müllhalde der Welt in Accra, Ghana, wo 6000 Menschen unter gesundheitsschädlichen Bedingungen unseren Elektromüll sortieren und entsorgen. Leider halten die Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes nur die Kamera auf das Geschehen, anstatt es zu kommentieren.  Er bekam eine lobende Erwähnung auf dem Filmfest. Beim Camino-Vereih startet der Film am 2.8.18 in die Kinos, anschauen!

Jede Menge Preise wurden verliehen, das Highlight war Schauspielerin und Drehbuchschreiberin Emma Thompson, die auf der Bühne ein Ständchen sang, als sie mit dem CineMerit Award geehrt wurde.

Auch Filmfest-Wiederholungsgast Terry Gilliam wurde mit dem CineMerit Award ausgezeichnet, der gutgelaunt seinen neuen Film „The man who killed Don Quijote“ vorstellte, dessen Fertigstellung über 20 Jahre dauerte. Witzig und ungewöhnlich mit vielen Überraschungen ist er nur ein klein wenig zu lang. Am 27.9.18 kommt er in die Kinos.

SHOPLIFTERS
Foto: filmfest

Das humanistische Meisterwerk Shoplifters von Hirokazu Kore-eda begeisterte nicht nur die Jury aus Schauspielerin und Sängerin Meret Becker, Schauspielerin Amanda Plummer und Musiker Blixa Bargeld, die ihm den ARRI/Osram Award für den besten internationalen Film in der Reihe CineMasters vermachten. Die Goldene Palme von Cannes hat erschon. Hier wird die Familie aufgebrochen, Identitäten geändert, neue Moralvorstellungen entwickelt, die laut Jury Hoffnung geben.

Border
Foto: Filmfest

Der verstörende, ungeheuerliche Film „Border“ aus Dänemark von Ali Abbasi über die „anders-aussehende“ Protagonistin, die einen herausragenden Geruchssinn hat, mit dem sie sogar Angstschweiß riechen kann, erhielt den CineVision Award.

Alles ist gut“ von Eva Trobisch über sexuelle Gewalt und Nötigung, die die Betroffene einfach ignorieren möchte, gewann nicht nur den Firesci Preis des internationalen Kritikerverbandes, sondern auch den Fördepreis Neues Deutsches Kino für Beste Regie und Schauspielproduktion. Im Herbst 2018 ist er im Kino zu sehen, sehenswert!

Wackersdorf

Das Filmfest Publikum wählte „Wackersdorf“ von Oliver Haffner, die kritische Geschichte über die damaligen Vorkommnisse um die Proteste gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, für den Publikumspreis aus. Hoffentlich bekommt er auch im Kino ab dem 20.9.18 genug Zuschauer!

Die Brücke“, den Friedenspreis des Deutschen Films, erhielten Ziad Doueiri für „The Insult“ (Regiepreis international),  Lars Kraume für „Das Schweigende Klassenzimmer“ (Regiepreis national) und Feras Fayyad für „Die letzten Männer von Aleppo“ (Spezialpreis), Katja Benrath (Nachwuchspreis) in „Watu Wote – All of us“ und Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds bekam Oliver Bodmer bei einer festlichen Gala im Cuvillée Theater.

Anna de Paoli freute sich über den Produzentenpreis für „A Young Man with High Potential“ und Damian John Harper über den Preis für das beste Drehbuch für „In the Middle of the River„.

Und ich freue mich auf das nächste Filmfest München in 2019!

Save the Date!

 

Was gibt es Neues auf dem Sommer-Filmfest Münchens?

Cineasten und Filmliebhaber dürfen aufatmen: nur noch 10 Tage, dann können sie sich auf Münchens entspanntem Filmfest bei aufregenden Filmen in Originalfassung abkühlen, die Regisseure mit Fragen löchern und anschließend auf Partys und Empfängen Gleichgesinnte treffen.

Start ist am 27.6. 18 mit F.W. Murnaus Stummfilmklassiker „Faust – eine Deutsche Volkssage“ in der Philharmonie mit Live-Musik des Komponisten Bernd Schultheiss, gespielt von den Münchner Symphonikern.

Mackie Messer Brechts Dreigroschenfilm mit Tobias Moretti

Offiziell eröffnet wird das Fimfest München am 28.6. mit „Mackie Messer –  Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim A. Lang mit Tobias Moretti, Hannah Herzsprung und Joachim Krol aus der Reihe Neues Deutsches Kino. Hier werden Klassiker über Brechts Rechtsstreit und einem fiktiven Filmprojekt neu interpretiert mit echten Brecht-Zitaten, klingt spannend!

Emma Thomson im neuen Film Kindeswohl

Stargäste sind diesmal die zur „Dame“ gekürte Oskar-Preisträgerin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Emma Thomson, die ihren neuen Film „Kindeswohl“ und drei ihrer früheren Filme vorstellt. Sie spielt in „Kindeswohl“ eine Familienrichterin, die mit dem Fall eines leukämiekranken Jungen der Zeugen Jehovas konfrontiert ist, dessen Eltern aus religiösen Gründen einer lebensnotwendigen Bluttransfusion nicht zustimmen wollen.

der urkomische Film „Die Ritter der Kokosnuss“

Sie bekommt wie Regisseur Terry Gilliam den Cine Merit Award, dessen Filme „Brazil“, „Die Ritter der Kokosnuss„,  „Der König der Fischer“, „Lost in La Mancha“ und „The man who killed Don Quichote“ gezeigt werden. Die Verfilmung des letztgenannten Films dauerte 20! Jahre. Ich bin gespannt, was er darüber beim Filmgespräch am 2.7. um 17 Uhr in der Blackbox zu erzählen weiß. Alle Filme unbedingt anschauen!

„Zama“

10 Filme von Meisterregisseuren wie Lucretia  Martel mit „Zama“ über den königstreuen Zama, der 1790 auf seinem verlassenen Außenposten Paraguays auf seine Versetzung nach Argentinien wartet,  locken in der Reihe Cinemasters, allesamt von den Programmern des Filmfests wärmstens empfohlen.

„Border“

In der Reihe Cinevision habe ich mir den „un certain regard“ Gewinner „Border“ aus Dänemark angekreuzt; die beim Zoll arbeitende Tina hat einen ausgezeichneten Geruchssinn und bei einer Begegnung mit einem außergewöhnlich riechendem Mann öffnet sich eine Tür zu einer mythologischen Welt. In „Chuva é cantoria na aldeia dos mortos“ erlebt ein Eingeborener aus dem Brasilianischen Regenwald die Großstadt. Auch er gewann den Jurypreis „un certain regard“. „Diamantino“ erzählt eine Geschichte über einen Portugiesischen Fußball-Weltstar, der seine Talente verliert und auf der Sinnsuche mit der Flüchtlingskrise, dem Neofaschismus und der Gentechnik konfrontiert wird.

Anon

Im Spotlight zeigt unter vielen anderen wieder Klaus Lemke sein neuestes Werk „Bad girl avenue“ über Frauen, die ihre Männer in Mimosen verwandeln, um sie später auszuwidern, man darf gespannt sein! Brandaktuell der Abschlußfilm „Anon“ von Andrew Niccol über die totale Datentransparenz über eine Augenimplantation, auf der alles gespeichert wird, ein Horrofilm der nicht mehr so fernen Zukunft! Nicht entgehen lassen.

Nicht nur in diesem Film geht es um die weltweite, permanente Überwachung, der Entführungethriller „Searching“ spielt sich ausschließlich auf Computerbildschirmen ab, „Dragonfly Eyes“ von Bing Xu besteht nur aus Material mit Überwachungskameras.

Filme von Philipp Gröning und Lucretia Martel sind in der Retrospektive zu sehen, die International Independents warten mit 64! spannenden Filmen auf. Das Seriencamp, Kinderfilmfest, die neuen Deutschen Serien und Filme runden das umfangreiche Programm ab. Natürlich sind alle Filmemacher in der Blackbox live zu erleben. Neben vielen Fachveransstaltungen und Workshops laden öffentliche Partys zum Feiern ein, darunter im Bahnwärter Thiel am 30. Juni.

Alles Infos unter filmfest-muenchen

Fotocredit: Filmfest München

Titelbildcredit: aus „Lost in La Mancha“ Diego Lopez Calvin

Auf der Jagd nach den besten Filmen beim Dok.Fest München

So viele Filme und nur 12 Tage Zeit!

Beim Radeln von Kino zu Kino war es nötig, genau zu planen, um einen Bruchteil der Veranstaltungen besuchen zu können, bei 22 Veranstaltungsorten nicht so einfach!

Eröffnet wurde das DOKfest mit „Over the Limit„; hier erträgt die russiche Turnerin Rita unzählige Beschimpfungen ihrer berühmten Trainerin stoisch, Familien- und persönliche Anglegenheiten müssen zurückstehen. Sie schafft den Olympia-Sieg und befreit sich von dem unnachgiebigen System, tritt zurück und unterrrichtet jetzt. Bei der Eröffnung wirkte sie selbstbewußt und befreit, während die Regisseurin und ehemalige Turnerin Marta Prus einen eingeschüchterten Eindruck machte.

Rita in „Over the Limit“
Fotocredit: DOKfest

Mein Filmfavorit war eindeutig „Genesis 2.0“ von Christian Frei und Maxim Arbugaev.   Während auf einer Sibirischen Insel Reste von Mammut-Skeletten- und zähnen ausgegraben und verkauft werden,  möchte ein Wissenschaftler, falls sich noch eine lebende Zelle finden sollte, diese in eine Elefantenkuh implantieren, um ein Mammutbaby zu erzeugen. Ob er wohl King Kong gesehen hat? In der größten Gendatenbank der Welt in China wollen die Wissenschaftler Gott spielen, indem sie irgendwann den Designmenschen erschaffen wollen, während in den USA Haustierklonen ein gutes Geschäft ist. Auch Barbara Streisand hat sich ihr Haustier kopieren lassen! In der Bostoner Universität der Bioenergetik experimentieren die Studenten mit genetisch veränderten Produkten, um Krankheiten zu heilen und die Honigbiene zu retten. Vom Zauberlerling haben sie anscheinend noch nichts gehört! Ein brisant-aktueller Film! Kinostart: Herbst 2018.

In „Die Schatten der Wüste“ von „Amma und Appa“ Regisseurin Franziska Schönenberger und ihrem Mann Jay Subramanian erfährt dieser, daß der Mann seiner Kusine in Dubai Selbstmord begannen haben soll, was sie nicht glaubt. Sie bittet ihn, das zu untersuchen. Während er Freunde und Kollegen befragt, lernt die Witwe, auf eigenen Beinen zu stehen, für sich und ihre Kinder zu sorgen, was sonst ihr Mann erledigt hat.


In “The Goddesses of Food“ werden Gourmetköchinnen portraitiert, die in den „normalen“ Medien fast gänzlich untergehen. Über 90 % der Sterneköche sind männlich. In den Gourmet-Magazinen kommen fast nur berühmte Sterneköche vor, weil damit mehr Anzeigen verkauft werden. Dabei gab es Anfang des 20sten Jahrhunderts sehr berühmte Sterneköchinnen. Ein unterhaltsamer, inspirierender Film nicht nur für Gourmets!

DOKfest: The Goddesses of Food

In „System Error“  befragt „Speed“ Regisseur Florian Opitz weltweit Ökonomen, die sagen, die Grenzen des Wachstums sind bald erreicht, die Erde und ihre Resourcen sind endlich. Industrievorstände und Finanzjongleure behaupten felsenfest, ohne Wachstum bricht die Wirtschaft zusammen.  Toll wäre es gewesen, wenn diese zusammen diskutiert hätten, trotzdem ein wichtger Film, der 10.5.18 in die Kinos kommt.

System Error…

Beim Afrika-Tag interessierte mich  „Silas“ , der sich für die Umwelt seines Landes Liberia einsetzt und dafür de App TIMBY nutzt, in der Menschenrechtsverletzungen angezeigt werden können.

„For in my way it lies“ zeigt die Entstehung des neuen Albums von Ausnahme-Musiker Jasper Junk und seine Entwicklung, wie es dazu kam. Er ist sein größter Kritiker und zweifelt immer wieder an sich, für ihn muß alles 100%ig stimmen. Seine Blues-Stimme ist bereits außergewöhnlich, sein Aussehen erinnert an David Bowie!

Jasper Junk
Fotovcredit: DOKfest

Fasziniert hat mich  auch M.I.A.  über die Musikerin Matangi Maya, die eigentlich Filmemacherin werden wollte, aber durch Elastica Sängerin Justine Frischmann zur Musik kommt. Als Teenager mußte sie mit ihrer Familie nach London fliehen, ihr Vater blieb als Mitbegründer der Tamil Tigers, der Tamilischen Unabhängigkeitsbewegung, in Sri Lanka. Schwanger, war sie für den Grammy und den Oskar nominiert und während sie über den roten Teppich schritt, brach der Bürgerkrieg in ihrer Heimat aus. Immer wieder kritisiert sie den brutalen Krieg, auch im US-TV, was herausgeschnitten wird, unangenehme Wahrheiten sind hier unerwünscht.  Ihre außergewöhnlichen Videos thematisieren ebenfalls radikal den Krieg.  Ein toller Film von Steve Loveridge!

M.I.A. Matanga

Das reichhaltige Filmprogramm des 33. DOK.fest offerierte  nicht nur zahlreiche interessante Filme, sondern auch DOK Education mit der Dokumentarfilm-Schule, im DOK-Forum Diskussionen, Open Training- und Kamera-Workshops for Profis und Interessierte.

Amira-Award Gewinner wurde der Horrorfilm Caniba über zwei gestörte Brüder; der eine verletzt sich selber, der andere brachte seine Geliebte um und aß sie teilweise. Er bekam nur 2 Jahre in Frankreich und wurde nach Japan abgeschoben. Die Kamera, ständig wechselnd zwischen Schärfe und Unschärfe, kam den Protagonisten für den Zuschauer unerträglich nahe. Daß die Regisseure das konnten, ist schauerlich genug.

Der VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis, der die Arbeit der Produzent.innen würdigt, ging an „Grenzenlos-Geschichten von Freiheit & Freundschaft„, wo junge Syrer, Deutsche, Kolumbianer und Iraner Kurzfilme über ein Leben ohne Heimat, Familie oder Freunde in Flüchtlingslagern drehten.

The distant barking of dogs“ von Simon Lereng Wilmont räumte gleich 2 Preise ab, den SOS-Dokumentarfilmpreis und den Viktor für den besten Film. Der Film, im nicht ganz ungefährlichen Ukraine-Krieg aufgenommen, während immer wieder Bomben zu hören sind, handelt von der Liebe von Enkel und Großmutter in diesen gefährlichen, traumatisierenden Zeiten.

The distant barking of dogs

Der BR Kino Kino Publikumspreis ging an das Feel-Good Movie  „Tackling Life“ über eine schwul-hetero gemischte Rugby Mannschaft, bei der sich alle wie in einer Familie fühlen.

Über den „Viktor“ DOK Deutsch freute sich Regisseurin Susanne Freund für „I am a bad guy“ über einen ehemaligen Bankräuber. Sri Lanka´s Geschichte in „Demons in Paradise“ überzeugte die Jury von DOK horizonte. Der FFF Förderpreis ging an „Früher oder Später “ über Bayerisches Dorfleben mit einer Bäuern, die gleichzeitig als Bestatterin tätig ist und einer „Veganen Kommune“ von Pauline Roenneberg.

früher oder später

Musik spielt eine wichtige Rolle im Film, so erhielten Damien Scholl und Ulrich Reuter den Dokumentarfilm-Musikpreis für „Beuys“ von Andres Veiels.

Das nächste DOKfest kommt bestimmt, am 8. Mai 2019 geht´s los!

 

Alle Fotocredits: DOKfest

 

 

 

 

 

Welche Insel ist die Schönste in der Thailändischen Andamanen-See?

Koh Mook, Koh Kradan, Koh Rok, Koh Lipe, Koh Adang, Koh Lanta oder Koh Jum?

Gibt es überhaupt das Paradies? Schon bei Adam und Eva war es nicht ganz perfekt. Für mich findet das Paradies im Kopf statt, wenn ich fühle, es passt, ich bin angekommen, fühle mich unendlich wohl an einem Ort. Absolut paradiesisch waren für mich der Aufenthalt im Viceroy auf Bali, allein die Massagen mit Blütenbad waren traumhaft, ebenso das Tongsai Bay Resort mit eigenem Biogarten und Kino am Strand, weit, aber nicht zu weit weg vom Touristentrubel auf Koh Samui. Bei einer Insel möchte ich einen schönen Strand zum Schwimmern, möglichst auch zum Schnorcheln. Um nicht in der Sonne zu Braten, brauche ich Schatten und einen schönen Bungalow mit Moskitonetz, Hängematte und Fenstern, die ich nachts offen lassen kann, ein für Einheimische unverständlicher Wunsch.

Auf der Suche nach den verlorenen Paradies-Inseln landete ich mit dem Zug in Trang im Süden Thailands. Da der Sleeper ausgebucht war, probierte ich einen Sitzplatz mit Ventilator, eine nicht empfehlenswerte Entscheidung! Von Trang´s Bahnhof konnte ich einfach einen Transfer nach Koh Mook buchen. Angekommen, traf ich diesmal die richtige Entscheidung, das Mook-Garden-Beach-Resort war genau richtig. Es gibt Bungalows für jeden Geldbeutel, überall im Garten laden Hängematten zum Relaxen ein, der kleine Pool hat kühles! Wasser, es ist ruhig, nicht mal Motorradlärm nervt, von überall hat man freie Sicht auf die Bucht und das Restaurant lockt mit leckerem Essen.

Koh Mook´s Steilküste

Von hier läßt sich auch der Dschungel auf verschlungenen Pfaden erkunden, Chefin Dada gibt jede Menge Tips. Baden geht nur bei Flut bei nicht besonders klarem Wasser, weit draußen kann man manchmal schnorcheln.

Koh Kradan

So buchte ich einen Schnorchel-Ausflug nach Koh Kradan und Umgebung. Die schlechte Sicht unter Wasser erinnerte mich an Zeiten vor meiner Laser-Op, alles, was weiter als einen Meter weg war,  war verschwommen. Koh Kradan hat einen wunderschönen Sandstrand mit viel Schatten, wenig Bootsverkehr und außer einigen Resorts mit Restaurants ist die Insel fast unbewohnt, zum Erholen und Schwimmen ideal. Am nächsten Tag auf Koh Rok, nur von Rangern bewohnt und gelegentlich zum Zelten freigeben, war das Wasser klar und wir konnten endlch nach Herzenslust Schnorcheln.

endlich Schnorchelsicht bei Koh Rok

Von Koh Lipe hatte ich bereits viel Gutes gelesen, warum nicht ausprobieren, dachte ich mir. Menschenmassen schälten sich aus den zahlreichen Booten, beziehungsweise enterten diese. Am Pattayastrand wurde ein- und entladen, am Sunrise-Strand auf der anderen Seite säumten wartende Longtailboote den Strand, so daß man sich kaum traute, zu Baden. Die Strände waren mit betonierten Wegen, gesäumt mit den üblichen verdächtigen Restaurants, Massagesalons, Travelagencys ect., zu Fuß erreichbar, trotzdem voller Motorradfahrer.

da fliehen sogar die Möwen am Sunrise Beach, Koh Lipe

Obwohl man theoretisch sogar hier Schnorcheln könnte, buchen die Touristen lieber die angebotenen Schnorcheltouren auf anderen Inseln. Nichts wie weg war mein erster Gedanke und ich nahm am nächsten Tag ein Longtailboot auf die gegenüberliegende Insel Koh Adang.

Koh Lipe von Koh Adang aus gesehen

Koh Adang ist das Gegenteil von Koh Lipe. Man kann in den angebotenen Zelten, im eigenem Zelt oder schönen Bungalows übernachten. Keinerlei Bebauung stört die Natur, zum Essen gibt es ein Restaurant. Endlich konnte ich in den schönen Buchten Schwimmen und Schnorcheln, herrlich enspannend! Am Ende der Bucht am Kliff ging ich den Pfad zum Viewpoint hinauf. Ich war froh, meine Trekkingsandalen dabei zu haben, denn er ist ganz schöne steil und steinig. Von oben sah Koh Lipe wieder ganz unschuldig traumhaft aus! Leider waren die Bungalows nach zwei Tagen ausgebucht, daher konnte ich den Dschungelweg zum Wasserfall oder die anderen Buchten nicht erkunden, vielleicht ein anderes Mal.

ein Strand auf Koh Adang

Die Bootsfahrt nach Koh Lanta mit dem Schnellboot dauerte circa fünf Stunden und ich war froh, ein Buch dabei zu haben, schlafen konnte ich wie einige andere wegen der ruppigen Wellen nicht. Am Pier von Ban Saladan scharten sich sofort Schlepper und Taxi-Fahrer um die ankommenden Touristen, ich setzte mich erstmal in ein kreativ-dekoriertes Café

das „Not a Toy“ Café in Ban Saladan

und fand bald ein schönes Zimmer in der Nähe. Am nächsten Morgen ließ ich mich mit dem Tuk-Tuk, das günstigste Verkehrsmittel, wenn man kein eigenes hat, zum Long Beach fahren und siehe da, ich fand meinen Fast-Traumbungalow! Es gibt keine Bungalows mit Meerblick, die sind für die Restaurants reserviert. Dafür sind es nur ein paar Schritte zum Meer, in dem ich wunderbar  Schwimmen konnte!

auch abends beleuchtet, der Long Beach auf Koh Lanta

Ich lieh mir ein Rad, um die Insel zu erkunden. So entdeckte ich den Relax-Beach, wanderte ein Stückchen weiter südlich, wo eine Bucht ganz für mich allein wartete.  Weiter Richtung Süden hinter dem Klong Nin Beach, der direkt an der lauten Straße liegt, wurde es hügellig, mit meinem Citybike kam ich ganz schön in´s Schwitzen. Dafür wurde ich mit einer schönen, unbebauten Bucht mit wenigen Besuchern hinter dem Diamond Cliff belohnt.

Diamond Cliff, Koh Lanta

Durch Zufall erfuhr ich von der nahen Insel Koh Jum und buchte die Fähre nach Krabi, die dort stoppte, damit ich mit dem Longtailboot zu meinem Resort gelangen konnte. Absolut traumhaft ist es hier! Schöne Strände, ein paar Resorts und das Schönste, hier existiert lokales Leben, es gibt 3 Dörfer mit freundlichen muslimischen Einwohnern. Es geht total entspannt und herzlich zu. Mein geliehenes Rad abschließen? Braucht es nicht, hier kennt jeder jeden. Eine Insel zum wiederkommen!

noch unverdorben, ein Strand von Koh Jum

Umwelt-Tipps:

Schönheit allein reicht natürlich nicht, jeder muss etwas dafür tun! Zum Beispiel seinen Plastik-Konsum reduzieren, indem er oder sie immer seine Wasserflasche auffüllt, statt neu kauft, geht auf Koh Lanta und Koh Jum mit der Trashhero-Flasche gratis oder mit einer anderen Flasche für 5!Baht; auf dem Festland stehen überall die großen weißen Osmosefilter herum, wo jeder seine Wasserflaschen für 1! Baht pro Liter füllen kann! Sich weigern, Smoothies aus Plastikbechern zu trinken, eine unsägliche Mode nicht nur in Thailand,  sondern seinen eigenen Becher mitbringen, in Restaurants essen, die kein Plastikgeschirr verwenden

 

Tipps für die Inseln:

Ko Mook: Im Mook Garden Resort weht immer eine Brise und es ist nicht so heiß wie im Dorf, das nur 10 Minuten zu Fuß entfernt ist, die „Smaragd“ Höhle, ein von Felsen eingeschlossener „Hong“, ein Ministrand, vor 9 Uhr morgens oder nach 4 Uhr nachmittags besuchen, sonst darf man an Riesenschlangen von paddelnden Asiaten im Gänsemarsch vorbeischwimmen.

Ko Kradan: toll zum Erholen und Schwimmen ohne Abgase

Ko Rok: ideal zum Schnorcheln, vorher im Nationalpark erkundigen, ob man in Zelten übernachten kann

Ko Lipe: wer auf viel Trubel, eine betonierte Insel und Ausflüge mit Longtailbooten, ohne am Strand Schwimmen zu können, steht, ist hier an der richtige Adresse

Ko Lanta: hat Strände für jeden Geschmack, mit vielen Restaurants oder fast einsam, mit Partyszene oder ruhig, aber immer entspannt.  Der Klong Nin Beach ist nur etwas für Abgasjunkies. Der Long Beach, wo ich mich in den ruhigen, schönen Blue Sky Bungalows mit Moskitoscreen und -netz inklusive Hängematte auf der Veranda und nur ein paar Metern zum Strand einquartierte, liegt zentral mit Restaurants und Minimarts in der Nähe, mit dem Rad kommt man vom Norden bis vor dem Diamond Cliff im Süden gut voran, weiter südlich wird es hügellig, allerdings sollte man sich vor rasenden Motorradfahrern in Acht nehmen! Toll, unabhängig einkaufen zu können, es gibt lokale Märkte mit Früchten und Gemüse, fast alles, was das Gourmet-Herz begehrt!

Ban Saladan, Koh Lanta

wer zu müde ist, sich seinen Bungalow samt Strand zu suchen, sollte erstmal zur Entspannung im Lanta Chaolay, ein paar Schritte vom Pier, absteigen, schöne Zimmer, perfekt zum Entspannen, nebenan lockt das „Not a Toy“ Café mit Frühstück

Koh Jum

die schönen Loma Sea View Bungalows liegen am Strand, wo man auch gut Schwimmen kann, um zum Dorf mit Shops, lokalen Restaurants und kleinen Frucht- und Gemüsemärkten zu kommen, muß man einige steile Treppen überwinden, dort kann man sich auch ein Rad leihen, für große Europäer leider etwas niedrig gebaut um die Insel schweißtreibend erkunden…

 

 

Vom Feuer-Dunst in Chiang Dao´s Bergen zum Temple & Radl-Paradies Chiang Rai im Norden Thailands

In Nordthailand gibt es jede Menge Berge und Nationalparks, da hatte ich mir Bergwandern eingebildet. Angekommen, erfuhr ich, daß im März und April nicht nur die Temperaturen besonders nach oben steigen, sondern die Bergsicht fast auf Null sinkt. Ob das auch der Fall wäre, wenn die Felder nicht immer noch verbotenerweise abgebrannt würden?

Ich nahm trotz allem hoffnungsfroh den Bus von Chiang Mai nach Chiang Dao,  inmitten von Bergen. Ich quartierte mich nicht im Ort, sondern in den netten Chiang Dao Huts ein, die zwischen dem Höhlen- und dem auf dem Berg liegenden Wat Tham Pla Plong liegt. Natürlich lieh ich mir ein Fahrrad, um die Gegend zu erkunden.

Die ringsumliegenden Berge lagen im Dunst und der Mount Chiang Dao, den man in zwei Tagen besteigen kann, mußte ausfallen, so schaute ich mir den tollen Höhlentempel an.

Rechts vom Tempel geht eine Treppe zu einem Pfad zu einer anderen Höhle laut Maps me. Es war entspannend, endlich mal im schattigen Wald spazieren zu gehen. Nach einer Weile war der Weg derartig von Bäumen versperrt, dass ich umkehren musste.

Macht nichts, ich radelte zu den etwa fünf schweißtreibende Kilometer entfernten heißen Quellen. Schweigebadet, ließ ich mich erst in voller Montur in den kalten Fluss fallen, dann in den runden Pool der heißen Quellen, herrlich!

Ich traf einen Deutschen, der in dem Bergtempel mit den Mönchen zusammen meditiert, fegt und lebt. So verbrachten wir den Rest des Nachmittags abwechselnd mit abkühlen, aufwärmen und erzählen. Neben den Chiang Dao Huts liegt die Cave Woman Bar, die einzige weit und breit, mit guter Musik und ich traf jeden Abend nette Leute. Am letzten Tag radelte ich zum Eingang vom Tempel Tham Pla Plong und erklomm die 500 Stufen. Alle paar Stufen sind wundervolle, buddhistische Weisheiten zu lesen, so merkte ich die viele Stufen kaum.

Chiang Rai ganz im Norden war mein nächstes Ziel. In der Staatlichen Touisteninformation nahm ich Stadtpläne und eine Karte mit Radtouren mit. Zum White Temple Wat rong khun waren es 20 Kilometer, eigentlich nicht weit, aber bei der Hitze mußte ich schattige Nebenstraßen finden und so immer wieder absteigen, um in maps me nachzuschauen, wo ich weiterfahren musste. Der Temple, gebaut von Chalermchai Kositpipat seit 1996, im Jahre 2070 ist die Fertigstellung geplant;  lohnt jede Anstrengung! Er ist ausschließlich von Spenden finanziert, die nicht höher als 250 € sein dürfen, um unabhängig zu bleiben. Da könnten sich Parteien mal eine Scheibe abschneiden!

Um hinein zu kommen, muss man erst an der „Hölle“ mit seinen verzweifelt ausgestreckten Armen und Totenköpfen vorbei, bevor man den beeindruckenden weißen Tempel betreten kann. Ich musste bei dem Anblick an die vielen Füchtlinge und die Armen dieser Welt denken.

Im Tempel tummeln sich Engel, Teufel und jede Menge Berühmtheiten wie Batmann, Spiderman, Keanu Reeves im Matrix-Kostüm, Michael Jackson und Elvis. Hier ließ ich mir Zeit zum Reflektieren und Nachdenken!

Die 53 Kilometer lange Radtour am Fluss entlang auf Straßen mit wenig Verkehr und viel Schatten kann ich nur wärmstens empfehlen. Rechts und links sind sie von Reisfeldern und  Ananasplantagen gesäumt. Natürlich war ich die einzige Radfahrerin. Da es etwas hügelig war, freute ich mich, ein gutes Mountainbike geliehen zu haben. Bei Ban Ruammit wird immer noch Elefantenreiten angeboten, obwohl bekannt ist, daß es schädlich für ihren Rücken ist. Die armen Dickhäuter standen angekettet in einem Gehege, schade, daß sie sich das gefallen lassen! Das hielt einen Elefanten nicht davon ab, zumindest mit den Rüssel seine Angebete zu knutschen.

Beim Radeln Richtung Norden kam ich auch an einem „Hilltribe-Dorf“ vorbei.

auf dem Weg zum Hilltribe-Dorf…ein sehr selten anzutreffender Radweg nicht nur in Thailand

Eine Tour würde ich nicht buchen, aber da ich schon mal da war, zahlte ich Eintritt, um mir das ganze anzuschauen. Das „Dorf“ der Akha, Yao, Lahu, Kyor und Karen war sehr klein, eigentlich zu klein, um dort 5 Hilltribe-Dörfer unterzubringen.  Als die Chinesische Gruppe zu Ende fotografiert hatte, sprach ich ein Mädchen an, die Thanaka-Paste in ihrem Gesicht hatte. Das ist sehr populär in Myanmar, die Karen kommen auch von dort.

Mit meiner Übersetzer-App konnte ich mich glücklicherweise ein bißchen unterhalten und erfuhr, daß alle Frauen aus diesem Dorf die Halsringe von klein auf tragen, mit dem Alter werden immer mehr Ringe hinzugefügt.  Dadurch werden die Schulter hinuntergedrückt, was den Hals länger erscheinen läßt.  Während sie im Dorf zum Teil selbst-gewebte Schals, Taschen und andere Souvenirs verkaufen und für die Touristen posieren, arbeiten die Männer außerhalb. Viel mehr konnte ich leider nicht erfahren.

Da Blau meine Lieblingsfarbe ist, durfte ein Besuch des Blauen Tempels nicht fehlen. Und er lohnte sich absolut!

Tips für Chiang Dao:

nicht im Ort wohnen, er ist staubig und der Verkehr nicht angenehm, besser in den Chiang Daos Huts mit liebevoll dekoriertem Garten einquartieren, die Zimmer sind sogar noch schöner als die Bungalows,; die Wanderwege und Tempel sind in der Nähe

 

Tips für Chiang Rai:

Ben´s Guesthouse kann ich sehr empfehlen, ruhige Lage, gute Zimmer und Pool, leider wie meistens ohne Schatten

Chat´s Guesthouse liegt sehr zentral, aber das Restaurant fand ich überteuert, an einem Abend wanderte eine Schnecke im Bad, am anderen eine junge Ratte, warscheinlich durch den Abfluss…

Grace Café und Bakery beimOverbrook- Hospital hat den besten und günstigsten Kaffee und fantastische Schokodesserts…, bis 15 Uhr bietet das Vegetarische Restaurant an der Rattanakeat Rd. leckere, nicht überteuerte Thai-Gerichte an, abends ist der Nightmarket empfehlenswert mit Live-Performances und riesiger Auswahl an Thai-Gerichten, die beste Massage gibt´s gegenüber bei Mueng Lanna Massage, nicht teurer, aber besser als die anderen; praktisch wäre die Möglichkeit, das Handy am Lenker zu befestigen, um nicht absteigen zu müssen, um maps me anzuschauen

 

 

Nachhaltigkeit Thai-Style mit Leidenschaft & Gourmet-Genüssen im Khum Lanna Eco-Resort, Thailand

Phrao liegt nur knapp ein bis zwei Stunden nördlich vom abgasschwangeren Chiang Mai, die ideale Oase ist das Khum Lanna EcoResort. Vor fast zwanzig Jahren fingen die Besitzer Rachet Wapeetha und seine Frau Yaowanith Boonchoosilp an, ein Holzhäuschen mit vierZimmern zu vermieten, jetzt befindet sich unter dem Gebäude die Rice for Life Ausstellung, die Rachet gerne erklärt. Nicht nur 12 gemütliche Zimmer sind es mehr geworden, sie haben auch einen beneidenswerten, wild aussehenden Bio-Gemüse- und Obstgarten angelegt, in dem zu jeder Saison frische Früchte, Kräuter und Gemüse die Küche erfreuen.

Das Tollste sind die für die Thailändische Küche notwendigen Kräuter wie zum Beispiel Zitronengras und Bergamottblätter, die bei Europäischen Temperaturen gar nicht sprießen.

Frau Yaowanith erklärt uns die Zutaten für die Thailändischen Gerichte

Da passte es natürlich hervorragend, daß Frau Yaowanith Thailändische Kochkurse anbietet. Wie es sich als exzellente Köchin gehört, sprach sie sehr zur Freude des Französischen Pärchens im Kochkurs, fließend Französisch. Die Küche ist professionell mit allem ausgerüstet, was das Kochherz begehrt und erklärt in Bildern, aber auch auf Englisch, Französisch und sogar Deutsch die Kräuter und Gemüsearten.

bei der Zubereitung des Currys…

So lernten wir die Zubereitung von Frühingsrollen, Tom Kha Gai  und Curry mit Reis, selbstverständlich mit Zutaten aus eigenem Garten. Anders als in vielen Thai-Garküchen und Restaurants werden alle Kräuter kleingeschnitten, so daß man alles mitessen kann. Da lief uns das Wasser im Munde zusammen. Zum Dinner durften wir dann unsere Köstlichkeiten vernaschen!

vegetarisch lecker: Frühlingsrollen, Tom Kha Gai und Curry à la Kum Lanna

Am Tag vorher radelte mit mir Rachet Wapeetha, ihr Ehemann, zu den umliegenden Tempeln, einer Bio– und einer Pilzfarm,  wo ich sah, wie die Engels- , „Woodear“- und Shitakepilze natürlich gezüchtet werden.

Weiter auf der Zuckerrohrfarm wurde erst das Zuckerrohr geschält, die Schalen gleich zum Befeuern genutzt. Dann wurde das Zuckerrohr zerstoßen und gepresst, die Füssigkeit in den großen Töpfen aufgekocht und der Schaum abgeschöpft. Nach mehrmaligem Aufkochen wird die braune Soße auf ein Brett mit zuckerstückengroßen Löchern gegossen und geschabt. Nach 10 Minuten sind die Stückchen fest und man schüttelt sie raus, fertig sind die rein natürlichen Zuckerrohrbonbons, beziehungsweise Würfel.

Von den Entwicklungsprojekten des verstorbenen Königs Bhumibol inspiriert, engagiert sich das Khum Lanna Resort sehr für Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit den Dörfern der Umgebung haben sie Bäume gepflanzt, die Bienenstöcke geschützt und eine Aufstellung von benötigtem Saatgut auf ihre Facebookseite gestellt, die sie noch benötigen, um weiter Wald und Wiesen aufzuforsten.

Aktiv-Urlaub wird im Khum Lanna großgeschrieben, so wurden wir um 5 Uhr 30 geweckt, um zum lokalen Markt in der Umgebung zu radeln, der bereits um 7 Uhr morgens schließt. Die Einheimischen kaufen jetzt schon ein, bevor sie zur Arbeit gehen. Darunter sind auch gewöhnungsbedürftige Ameiseneier inklusive einige noch herumwandernde Ameisen, frischer geht´s nicht!

Anschließend bereiteten wir das Mittagsessen, bestehend aus Papaya-Salat, ohne Ameisen, vor. Da lief mir beim Anblick der Zutaten; geraspelte grüne Papaya und Karotten, man kann auch Gurken und oder Melonen verwenden, geschälter Knoblauch, grüne Chillies, grüne Bohnen, Limonen, Anchovissauce, Tomaten, Tamarindensauce, gerösteter Erdnüsse und Palmzucher schon das Wasser im Munde zusammen! Nicht-Vegetarier wie dieThais fügen noch die fast überall präsente Fischsauce und getrocknete Shrimps hinzu.

Klar, dass ich mir zum Abschluß die Thai-Massage mit heißen Kräutern zur Entspannung gönnte!

Tips für´s Khum Lanna Resort:

per Songthaew kommt man für 60 Baht oder mit dem Minibus für 80 von Chiang Mai´s kleinem Busbahnhof Chang Phuak, nördlich vom historischen Zentrum, in weiniger als 1 1/2 Stunden nach Phrao, von dort wird man auf Wunsch abgeholt, dem Busfahrer unbedingt sagen, daß er einen bei Phrao´s Busbahnhof absetzen soll, sonst landet man wie ich irgendwo auf der Straße.

Gottseidank traf ich auf Pim, die Rached Wapaatha kannte! Der holte mich dann bei ihrem Proud-Coffee(Poomjai-Coffee) Stand ab, wo ich ihren superleckeren Capuccino probierte, absolut empfehlenswert! Leider gab es ihn in Plastikbechern (ich hatte meinen eigenen -Becher dabei!). Der Stand ist gegenüber der Kaisokorn-Bank, gleich um die Ecke vom Busbahnhof

Pim bei der Chai-Latte Zubereitung

Es lohnt sich, ein paar Tage zu bleiben, es gibt genügend Interessantes zu sehen und zu tun im Khum Lanna Resort und Umgebung! Für´s Bergwandern und die dazugehörige Aussicht war es Mitte März leider zu neblig und diesig, erst ab Juni wird die Sicht besser.