Alle Beiträge von DKrumm

Bei Wein, Genuss & Licht-Installationen den grauen November ĂĽberleben

Was tun gegen Nebel, Kälte und November-Gräulichkeit? Weinen? Nein, Wein- und Genussfeste besuchen!

Gerade erst ist meine Lieblingsmesse, die eat&STYLE zu Ende gegangen, da jagd eine Wein-Verkostung die Nächste! Welche Schokoladenpraliné passt zu welchem Wein oder Winzersekt? Genuss und Weintasting inklusive enem Schwätzchen mit den meist jungen Winzern, wie Clemens Hendricks vom gleichnamigen Weingut am Bodensee, sind auch hier selbstverständlich. Warum Schokolade zum Sekt genießen dachten sich diese  chocolate in a bottle Winzer, wir keltern Belgische Kakaobohnen mit Chardonnay, einfach göttlich!

Betreutes Trinken mit chocolate in a bottle

Am 6.11.19 präsentiert Culinaricum Bavaricum Frankens beste Winzer mit ihren Weinen in der alten Kongresshalle. Der Fokus liegt diesmal beim Sylvaner, seit 1659 in Franken beheimatet. Bayerische, handwerklich arbeitende Kulinarik-Betriebe sorgen dafür, daß der Magen trotz ausschweifendem Weingenuss nicht zu kurz kommt.

Am kommenden Wochenende lockt die größte Wein- und Genussmesse Süddeutschlands, die Forum Vini vom 8-10. November, in´s MOC. Sonder-Verkostungen, Weinseminare, bei denen man zum Fast-Experten werden kann, Live-Degorgierungen von  Schaumweinen, die in Flaschengärung hergestellt werden, sowie ausgewählte Delikatessen warten auf die Besucher.

Der November ist zu lichtarm? Jetzt nicht mehr! Vom 31.10.-8.11.19 beschert uns die Lichtwoche mit kreativen Lichtinstallationen in verschiedenen MĂĽnchner Locations, alle Infos unter der Lichtwoche MĂĽnchen. Als AbschluĂź wird am letzten Tag der „Luxi“ als Nachwuchs- Innovations- und Start-Up Preis verliehen.

Bevor die Weihnachtsmärkte München mit Glühwein überschwemmen läd die Food and Life Messe vom 27. November bis zum 1. Dezember auf das Messegelände.

 

Paradiesisch bemalt: Valparaiso und die Radl- & Hauptstadt Santiago de Chile

Durch trockene Felslandschaften, entlang einer ĂĽberwucherten Bahnlinie, fuhr unser Bus von Uspallata in Argentinien nach Santiago de Chile.

Nicht von ĂĽbertriebener Schöhnheit  verwöhnt, bietet Santiago neben der StraĂźenkunst tolle Museen, Ausstellungen und zu meiner Freude zweispurige Radwege, die die gesamte Stadt durchziehen. Da kann sich das peinlich „Radlhauptstadt“ nennende MĂĽnchen einige Scheiben abschneiden!

Ich quartierte mich im sympathischen „La Chimba“ in Bellavista ein und bekam ein ruhiges Zeibettzimmer ganz hinten, wegen der labyrint-ähnlichen Gänge durch Patios und diverse Aufenthaltsräume nicht leicht auffindbar.

Santiago soll nicht ganz diebesfrei sein, daher fragte ich die Angestellten, wie „gefährlich“ die Gegend wäre. Nicht ungefährlich ist es wegen der vielen Bars und Clubs meinten diese, Diebstähle kommen oft vor.  Fast jeden Abend gab es im La Chimba nette Partys, also umging ich mögliche Gefahren und feierte mit den internationalen Gästen.

Die Umgebung von Bellavista ist gespickt mit wundervollen, interessanten und kritischen Wandmalereien, daran konnte ich mich nicht sattsehen!

mehr Corazon geht nicht…

Nach Erkunden der Kunstszene mußte ich unbedingt nach Valparaiso, von dem ich schon so viel gehört hatte!

Kunst aus Deutschland in Santiago

Vorbei an Weinfeldern ging die Zugfahrt nach Valparaiso, nach dem Tal des Paradieses benannt. Das erschloß sich freilich auch nach dem zweiten Blick nicht, die bunten Häuser am Hang hatten jedoch viel Charme. Vor dem Bau des Panama-Kanals war Valparaiso ein wichtiger Handelhafen, jetzt ein Touristenmagnet.

 

Das finden auch viele Diebe, wer gerade ein Foto von einer besonders populären Wandmalerei mache möchte, läuft Gefahr, daß ihm das Handy aus der Hand gerissen wird.

 

bemalt bringt MĂĽlltrennen mehr SpaĂź!

Also flanierte ich ohne Wertsachen durch die Gassen, nahm den 100 Jahre alten Aufzug bei besonders steilen Anstiegen und genoss die Malereien mit Aussicht.

Eine Reisende aus dem Chimba, empfohl mir zum Bergwandern den Parque Nacional de Campagna, den man mit Zug und Bus leicht erreichen sollte.

für den Gipfel war ich leider zu spät!

Ich startete früh, aber Fahrt und Umsteigen dauerten, bis mir am Parkeingang mitgeteilt wurde, dass es zu spät war, um den Gipfel zu erklimmen.

Weder ein Puma noch andere dieser wilde Tiere begeneten mir, nur ein paar Chilenische und Argentinische Wanderer kreutzten meinen Weg. Jetzt Anfang Herbst wäre keine Saison, im Sommer bei exzellenter Aussicht bis zum Meer drängelten sich die Wanderer.

Umwelttips:

natĂĽrlich gilt auch hier: Trinkwasser konnte ich im Hostel in meine Wasserflasche abfĂĽllen

Tips fĂĽr Santiago de Chile:

Im sehr sympathischen La Chimba-Hostel absteigen und wer Ruhe sucht , nach den hinteren Zweibett-Zimmern fragen, Gäste können kostenlos bei einem nahen Radverleih gut erhaltene und endlich! bequeme City- Räder nutzen

Art-Szene Santiago de Chile im Internet eingeben, hier gibt´s alle Infos über die tolle Kunstszene und Museen, vieles kostenlos

In Bellavista stauen sich Bars, Restaurants und Clubs, das La Chimba hat gute Tips, auch fĂĽr vegetarische Restaurants, die Preise sind wie in Deutschland

Tips fĂĽr Valparaiso:

an einer free Walking tour teilnehmen

am schönsten in einem Hostel am bunten Hang wohnen, der Blick ist traumhaft!

das Drehkreuz nach oben

Einmal mit dem 100 Jahre alten Aufzug die extrem steilen Hänge hinaufrattern und dort in einem der liebevoll eingerichteten Cafés oder Restaurants sein restliches Geld verprassen!

 

Abenteuer in´s Mongolische Nirgendwo vom Sofa aus erleben

Du hast Angst, 400 Kilometer durch die Mongolische Wüste zu wandern? Du möchtest testen, ob deine junge Beziehung langfristig halten wird? Dann eventuell doch das obige Abenteuer probieren?

Das muss nicht unbedingt sein, aber sich gegenseitig darin vorlesen, wäre ein Anfang. Autorin Franziska Bär und ihr Freund Felix, gingen das Risiko ein, als ihre Beziehung noch jung war. Fesselnd erzählt sie ĂĽber die HĂĽrden, die sie gemeinsam ĂĽberwanden, die Schönheit der Einsamkeit und der Mongolischen Landschaft in ihrem Buch: „Ins Nirgendwo, bitte!

Fast ein Drittel des  Buches gehen für die aufwendigen Vorbereitungen drauf, schließlich planen sie, an Flüssen ihre Wasservorräte aufzufüllen, aber fast alle anderen Vorräte mitzuschleppen. Das bedeutet zum Beispiel Astronauten-Müsliriegel-Mittagessen und abends Reis mit Nudeln mit etwas Gewürzen. Reisen kann unbequem und daher spannend sein, aber  ich leide fast immer wegen der wenigen vegetarischen Essensmöglichkeiten und war froh, diese Reise von der Hängematte aus erleben zu dürfen.

© Conbook Medien GmbH / Franziska Bär.

Aber so ein Abenteuer ist absolut auĂźergewöhnlich. Mini-Zelt, Benzin-Kocher, der mit jedem Fusel funktioniert, Astronautennahrung, alte Russsiche Militärkarten und wenige lebensnotwenigen Dinge hatten sie dabei, weil sie nie wussten, wann und ob sie Menschen begegnen wĂĽrden. Oft waren die Wenigen, die sie trafen, extrem scheu. Die Yak-Herde, die sie unzingelte, weniger, genauso wie die drei Männer, die nachts plötzlich das Zelt betraten…

Das klingt spannend und nach mehr? Das Buch im Reisebuch- conbook-Verlag läßt sich dort oder auf Franziska Bär´s Webseite bestellen. Viel Spaß dabei!

 

Bayerisch genieĂźen auf dem MĂĽnchner Odeonsplatz

Seit gestern darf sich der MĂĽnchner Gourmet wieder freuen: Das Bayerische Genussfestival am Odeonsplatz wurde durch Stadträtin Renate KĂĽrzdörfer, Frankenweinverbands-Präsident Artur Steinmann und der Weinkönigin Carolin Meyer  eröffnet. Artur Steinmann freute sich, jedes Jahr von einer anderen Weinkönigin mit Persönlichkeit begleitet zu werden, diese, selber Winzerin, erzählte von ihrer Einladung zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele und wie heiĂź es im Abendkleid wurde…Sie besucht 400  Verantaltungen in einem Jahr und entspannt sich davon auf ihrem Weinberg. Harald Scholl vom Vinum-Magazin stellte die 100 Genussorte in Bayern in Buchform vor, ein kalorienarmes Schlemmer-VergnĂĽgen mit ReisefĂĽhrer!

Zahlreiche hochwertige Genüsse stehen auch am Odeonplatz zur Verkostung bereit wie Allgäuer Käse der Dorfsennerei Untrasried oder Praliné-Frucht-Käse-Spieß zum Niederknien vom Hotel Natur-Landhaus Krone.

Weinschmecker mit Sennkäs, Ziegenfrischkäse und Praliné vom Genussort Maierhöfen im Allgäu

Junge, experimentelle oder erfahrene Winzer aus Franken stellen ihre edlen Tropfen noch bis Sonntag selber vor,  natürlich auch Ökowein, der nicht teurer als konventionell hergestellter sein muss. Zum Beipiel der Silvaner von der alten Rebe vom Winzerhof Edgar Wallrapp in natürlicher Gärung belassen, schmeckt hervorragend und ist schon für 9,50 € pro Flasche zu haben. Der Edelbrandsommelier Josef Schätzl vom Schätzlhof,  der dort auch Zimmer vermietet, kredenzt seinen hauseigenen Brand wie den unwiderstehlich-leckeren Ingwer-Apfel-Likör, der sicher nur gesund sein kann. Die Edelmanufaktur Guggenbichler aus Frasdorf kann nicht nur seit 1829 mit hervorragender Auswahl und Qualität punkten, sondern besticht durch die wunderschönen, handbemalten Etiketten.

direkt von Prinzessinnen eingeschenkt, so schmeckt der Fränkische Crement am Besten!

Bei den Wine-Walks schenken der Winzer oder die Winzerin persönlich ein und erzählen von der Herstellung. Dazu gibt es Live Musik, am Sonntag von 17 bis 21 Uhr spielt Buck Rogers & the Sidetrackers, die schon beim Bayerischen Filmpreis auftraten.

Alle weiteren Infos sowie Anmeldungen fĂĽr die Wine-Walks sind auf https://www.bayerisches-genussfestival.de/ zu erfahren, zum Wohl!

Winzer und Weinfeste erfährt der Frankenwein-Affine auf https://www.frankenwein-aktuell.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wetter-Thriller und leidenschaftliche Klassik am Odeonsplatz

Von soviel Dramatik kann so mancher Filmregisseur nur träumen! Letzten Samstag am Odeonsplatz hatte sich Wettergott Petrus gegen 18:30 etwas beruhigt und ließ den blauen Himmel durchblicken. Plötzlich, wie von Geisterhand, tauchten schwarze Wolken auf, entluden sich prasselnd und ließen den Platz innerhalb kürzester Zeit unter Wasser stehen.


Foto: Marcus Schlaf

Die mit Extra-Zelten ĂĽberdachten Musiker in der Feldherrenhalle waren nicht mehr so gut zu sehen, aber um 20:30 hatte Petrus etwas verspätet ein Einsehen und Alan Gilbert dirigierte auch das letzte Nieseln davon mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis wundervollen Lyrischen Szenen aus Onegin. Entspannt und fast trocken lauschten dann 8000 Zuschauer dem herrlich cremigen Sopran ReneĂ© Flemings mt George Gershwins „Summertime“ und Leonard Bernstens „Lonely Town“.

Dirigent Alan Gilbert und Sopranistin Reneé Fleming Foto: Marcus Schlaf

Klasse hatte auch nach der Pause die von Alan Gilbert perfekt-dramatisierte Symphonie Nr. 5 von Tschaikowski inklusive dem Solo-Hornisten Eric Therwilliger mit einem sehr ĂĽberzeugenden Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Auch am Sonntag erinnerten ein paar Schauer an den vorherigen Abend, aber diesmal fĂĽhrte Dirigent Valery Gergiev pĂĽnklich um 8 Uhr die MĂĽnchner Philharmoniker mit „Corolian“ in den Beethoven-Abend ein. Star-Pianist Daniil Trifonov, spielte leidenschaftlich,  das Gesicht von Vollbart und wehenden Haaren fast verborgen, völlig in der Musik versunken, Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 und wurde frenetisch dafĂĽr gefeiert. Er bedankte sich mit dem virtuosen „Die Jagd“ aus der Klaviertsonate C-Dur, Opus 31.

Daniil Trifonov und Dirigent Valery Gergiev Foto: Marcus Schlaf

Nach der Pause vollendete Gergiev mit den Münchner Philharmonikern den Abend  mit der schwierigsten von Beethoven´s Symphonien, der Fünften, mit Schwung und Tempo, bravo!

 

Herz-zerreiĂźende Filme, Sternstunden mit Antonio & die Kinokarten-Odyssee

Über 30 Grad war die perfekte Temperatur, um sich bei tollen Filmen auf dem 37. Filmfest München in den Kinos abzukühlen. Anschließend oder zwischendurch tauchte die Frage auf, welcher Empfang oder welche Party eignet sich am besten zum kommunikativen Austausch? Bei 150 Rahmenveranstaltungen fiel die Wahl schwer. Mein Vorschlag, im nächsten Jahr statt in Schweiß, in der Isar zu baden und die Empfänge dorthin zu verlegen, kam bei den Gästen gut an.

Foto: DK

Zu den schönsten gehörte die 100 Jahr-Feier der Bavaria Film. Nach dramaturgisch gesehen eher langwierigen Ansprachen in der neu-getauften Wolfgang Peterson-Halle enspannten sich die Gäste in den Garten-Lounges und genossen leckere GourmetgenĂĽsse. Am meisten faszinierten mich die Bilder der weltberĂĽhmten Schauspieler und Regisseure wie Billie Wilder, Kirk Douglas, , Gregory Peck und Robert Redford, die hier gedreht hatten.  Steve McQueen sauste mit dem Motorrad durch´s Gelände, Liza Minelli stand fĂĽr „Cabaret“ vor der Kamera. Die beste Party zum Abtanzen war natĂĽrlich die Something Stupid Party in den Eisbachstudios.

Corinna Harfouch als Lara und Tom Schilling als ihr Sohn

Fast jeden Tag wurde ein Preis verliehen, der höchstdotierte war der Förderpreis Neues Deutsches Kino fĂĽr die beste Regie. Ăśber 30000 €  fĂĽr „Lara“   freute sich Jan-Ole Gerster. Die wunderbare Corinna Harfouch spielt die schwierige Lara, Tom Schilling ihren Sohn, der als Pianist den Erfolg hat, den sie selbst gerne gehabt hätte. Lara kommt am 7.11.19 in die Kinos. Er bekam auch den Fipresci-Preis.

Olgulcan Arman Uslu und Anne Ratte-Polle aus „Es gilt das gesprochene Wort“

Olgulcan Arman Uslu ĂĽberzeugte die Jury mit seinem sensiblen Spiel in „Es gilt das gesprochene Wort„, wofĂĽr er den Schauspielpreis erhielt. Nils Mohl und Ilka Catak erhielten den Drehbuchpreis fĂĽr denselben Film mit einem XY-ungelöstem Ende.  Am 1.08.19 ist er im Kino zu sehen.

Produzent Martin Lischke verriet bei der Preiseverleihung fĂĽr seinen Film „Leif in Concert“ ĂĽber den Mikrokosmos in einer multikulturellen Kneipe, das er mit den 20000 € erstmal seine Produktions-Schulden abzahlen wird.

Bacurau

A Vida invisivel de Euridice Gusmao“, ein wundervoller, Herz-zerreiĂźender Film aus Brasilien ĂĽber zwei unterschiedliche, sich sehr nahestehenden Schwestern, die sich nicht wiedersehen können, da ihr Vater und der Ehemann einer Schwester dies verhindert, verdiente sich den neu-erfundenen Co-Produzenten-Preis. Er ging an Michael Weber und Fiona FĂĽge. Der Arri-Osram-Award ging an den erschreckenden Film „Bacurau“ von Kleber Mendonza Filho und Juliano Dornelles, der von einem Dorf in der Zukunft spielt, das von einer rassistischen Bande ĂĽberfallen wird; eine Allegorie auf das aktuelle Geschehen in der Welt.

Dokumentarfilmerin Waad Al Kateab

Cannes-Sieger „For Sama“ von Waad al-Kateab and Edward Watts, eine absolut sehenswerte Dokumentation ĂĽber die furchtbare Realität in Syriens Krieg, wählten die Zuschauer trotz Szenen, bei denen einem das Herz stehen zu bleiben droht, zu ihrem Bayern 2 und SZ-Publikumspreis. Das hat Klasse und ist sehr empfehlenswert!

Antonio Banderas bezauberte alle in der Black Box mit seinem selbstironischen Humor und Charme. Er erzählte, wie ihn Pedro Almodovar im Theater ansprach, weil er ein romantisches Gesicht habe. Er mag alle seine Filme, sie sind wie seine Kinder, manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, wie Pain & Glory, sein neuester Film von Pedro Almodovar. Selfie-Schießen gehört für ihn in eine Welt narzisstischer Zombies.

70000 Zuschauer fanden dieses Jahr in die Filmfestkinos, 10000 weniger als im letzten Jahr. Ob das wohl an der umständlichen, nur gelegentlich funktionierenden Kartenbeschaffung per Internet lag? Wenig Laune brachte es akkreditierten Fachbesuchern, erst im City-Kino die PressevorfĂĽhrungen anzuschauen, anschlieĂźend in den Gasteig tigern zu mĂĽssen, um weitere Karten zu bekommen und gegebenenfalls weiter in´s nächste Kino zu radeln.  So war nicht nur ich mehr auf dem Fahrrad unterwegs als im Kino; wenn ich 5 Minuten zu spät dran war, auch vergeblich. Ob es 2020 besser wird? Warten wir´s ab…

 

Alle Fotos auĂźer Bavaria Film: Filmfest MĂĽnchen

Welche Film-Highlights bietet das Filmfest MĂĽnchen?

Kaum ist das wundervolle DOKfest vorbei, schon naht in 2 Wochen das Filmfest MĂĽnchen.

Nicht nur der Sommer muß dann spätestens den Regen vertrieben haben, sonst fallen die Open-Air Kinovorstellungen über München in´s Wasser und die Empfänge und Partys sind dann nur halb so schön. Bewegende Filme und ihre Protagonisten werden nicht nur mich in die Kinos locken. Da ist es weder zu heiß noch zu nass!

Stars aus Film und Musik

Der Englische Patient“ Hauptdarsteller Ralph Fiennes kommt nach MĂĽnchen, um seinen CineMerit Award persönlich entgegen zu nehmen. Premiere hat seine dritte  Regiearbeit „Nurejew – The White Crow“ am 1. Juli auf dem Filmfest MĂĽnchen. Neben dem „Englischen Patienten“ können wir uns auf „A bigger Splash“, „Coriolanus“ und „The Invisible Woman“ mit ihm freuen.

Ralph Fiennes bei den Dreharbeiten zu „Nurejew, the white Crow“

Mit dem zweiten Cine-Merit-Award wird der mit dem Darstellerpreis in Cannes ausgezeichnete Antonio Banderas am 29.6.19 geehrt. Neben dem „Goldene Palme“ Gewinner „Leid und Herrlichkeit“ von Regisseur Pedro Almodovar bringt er vier weitere seiner Filme, wie Evita, wo er mit Madonna singt, mit.

Antonio Banderas und Madonna singen zusammen in Evita

Auch der französische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Louis Garrel stand für seinen neuen Film selbst vor und hinter der Kamera. „L’homme fidèle“ erzählt gekonnt lakonisch von Dreiecksbeziehungen, Liebesverwirrungen und gestörter Kommunikation. Garrel wird auf dem FILMFEST MÜNCHEN ebenfalls ausgezeichnet. Er ist der erste Preisträger des neu gestifteten Margot Hielscher Preises.

Prélude

Musik bildet auch 2019 einen Schwerpunkt im Filmfest-Programm. „Prélude“ von Sabrina Sarabi skizziert den Kampf eines jungen Konzertpianisten, der mithilfe einer Freundin darum ringt, nicht am Konkurrenzdruck des Musikkonservatoriums zu zerbrechen. In den Hauptrollen spielen mit Louis Hofmann und Liv Lisa Fries international bekannte Jungstars des deutschen Films.

Der emotionale Spielfilm „Crescendo #makemusicnotwar“ mit Peter Simonischek begleitet junge israelische und palästinensische Musiker bei einem Konzertprojekt in Israel. Eindrucksvoll erzählt Regisseur Dror Zahavi von der grenzüberschreitenden, verbindenden Kraft der Musik.

Yesterday von Danny Boyle

Die Musik ist auch der Mittelpunkt des neuen Films von Starregisseur Danny Boyle, auf den ich besonders gespannt bin: In „Yesterday“ löscht ein Stromausfall von einem Moment auf den anderen alle Songs der Beatles aus dem gesamten Menschheitsgedächnis. Nur der erfolglose Sänger Jack erinnert sich an die Band aus Liverpool – und wird mit ihren Hits in einem der meisterwarteten Filme des Jahres zum Star.

Im Dokumentarfilm „Spider Murphy Gang – Glory Days of Rock ’n‘ Roll“ blicken die ehemaligen und aktuellen Mitglieder der bayerischen Kult-Band auf ihre bewegte Karriere zurĂĽck. Zur Weltpremiere werden sie wieder vereint auf dem Roten Teppich stehen.

Ein deutsches Staraufgebot gibt es auch beim Serien-Event „Die Neue Zeit“ von Lars Kraume. Darin wehrt sich August Diehl als Walter Gropius gegen den Vorwurf, die Frauen am Bauhaus unterdrückt zu haben, wie etwa die Künstlerin Dörte Helm (Anna Maria Mühe). Zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ zeigt das Filmfest die sechsteilige Serie als „Binge-Event“ komplett an einem Abend und in Anwesenheit des Teams.

Entdeckungen abseits des Mainstream

An den Anfang des 20. Jahrhunderts blickt auch das historische Drama „Vita & Virginia“. Chanya Buttons Film erzählt von der Liebesbeziehung zwischen der Autorin der Moderne, Virginia Woolf, und der Schriftstellerin Vita Sackville-West. Elizabeth Debicki und Gemma Arterton glänzen als die beiden Frauen, die ihrer Zeit literarisch und gesellschaftlich weit voraus waren.

Vita & Virginia Woolf

Gesellschaftliche Grenzerfahrungen werden in „The Day I Lost My Shadow“ aus Syrien verhandelt. Darin verarbeitet die syrische Regisseurin Soudade Kaadan ihre Erfahrungen im kriegsgebeutelten Land. Der von magischem Realismus geprägte Film zeigt, dass Krieg den Opfern immer einen Teil ihrer selbst nimmt. Wie sollen die Überlebenden damit umgehen?

the Day I lost my Shadow aus Syrien

Weit ab von Stars und großen Produktionen arbeiten Mariano Llinás und das argentinische Künstlerkollektiv „El Pampero Cine“. Gemeinsam schufen sie das 14-stündige Mammut-Filmprojekt „La Flor“, das die konventionelle Art des Filmemachens komplett auf den Kopf stellt und in drei Teilen auf dem FILMFEST MÜNCHEN gezeigt wird. Zusammengesetzt aus sechs völlig unterschiedlichen Genrefilmen ist „La Flor“ Horror-B-Movie, Spionagethriller und Musicalkomödie zugleich – und noch vieles mehr. Seit 2009 arbeitet das Kollektiv an diesem Meilenstein, ganz ohne Förderung oder Hilfe von außen.

100 Jahre Bavaria Film

Anlässlich des 100. Geburtstags der Bavaria Film zeigt das FILMFEST MÜNCHEN außerdem drei restaurierte Klassiker aus dem umfangreichen Katalog des Studios, darunter der erste in Geiselgasteig produzierte Film „Der Ochsenkrieg“ von 1920. Der Stummfilm wurde nun von Hans-Jürgen Buchner alias Haindling, der bei der Uraufführung der neuen Fassung anwesend sein wird, neu vertont. Gezeigt werden zudem die restaurierte Version des Abenteuerfilms „Wasser für Canitoga“ (1939) mit Hans Albers sowie der neue Director’s Cut von Dominik Grafs „Die Sieger“ (1994) in Anwesenheit des Regisseurs und der Schauspieler.

Vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 trifft sich die Deutsche und internationale Filmbranche auf dem 37. FILMFEST MÜNCHEN. Aktuelle Informationen unter filmfest-muenchen.de. Das komplette Programm gibt es ab dem 13. Juni. Tickets sind erhältlich im Filmfest WebShop und bei München Ticket.

 

Von der Wein-Metropole Mendoza nach Uspallata im Gebirgstal

Nachdem ich Malbec auf Deutschen Weinfestivals probieren durfte, stellte ich mir Mendoza in Argentinien romantisch inmitten von Weinbergen vor.  So stand für mich fest, das wollte ich vor Ort kennenlernen!

Ursprünglich eine Wüstenstadt, wird die Umgebung mit Schmelzwasser aus den Bergen gewässert, um hervorragenden Wein anbauen zu können. Pulsierend, mit entsprechendem Autoverkehr und weit entfernten Bergen, entsprach es natürlich nicht meiner romantischen Vorstellung. Immerhin sind die Straßen von schattenspendenden Bäumen gesäumt.

die Qual der Wahl bei der Weinprobe in Mendoza

An der sehr gut informierten Touristeninformation wurde ich sogleich auf einen Weinrundgang geschickt. Zwei Bodegas luden uns zum Verkosten ein. Die süffigen Rotweine, mit kreativen Etiketten versehen, waren ausschließlich leckere Malbecs, der Probier-Sekt befand sich in einer verdächtig bunten Flasche. Ich ahnte nichts Trockenes und ja, es handelte sich um süßen Sekt, sehr beliebt bei den Süßigkeiten-verliebten Argentiniern.

ein Tanz fĂĽr die Touristen

Die Weinanbaugebiete liegen weit außerhalb, so nahm ich den Zug nach Maipu. Es war schon 16 Uhr, daher verzichtete ich auf´s Rad-Ausleihen und ging zu Fuß zum über 100 Jahre alten Lopez-Weingut. Nach eingehender Betrachtung der historischen Weinherstellungsgerätschaften war die Führung durch die industriellen Anlagen natürlich auf Spanisch. Ein Franzose und ich verstanden nur die Hälfte, umso mehr bei der anschließenden Verkostung. Der Malbec war hervorragend. Als die pink-grüne Sektflasche auf uns zu kam, fragte ich den Ausschenkenden, ob wir nicht stattdessen einen Brut-Sekt probieren dürfen. Der war nicht offen, aber statt nur zwei Weine probieren zu dürfen, wurden uns 5 hervorragende Weißweine kredenzt.

Weinselig wurde es auch in meinem Lao-Hostel, wo süffiger Rotwein abends gratis ausgeschenkt wurde. Den jungen Engländern im Hostel genügte das anscheinend nicht, da sie in einem Geschäft billigen Vodka entdeckten und ausmachten, wo weißes Pulver zu bekommen war. So waren die Abende äußerst lustig und wenn ich in die Falle hüpfte, gingen die jungen Leute Clubbing. Am nächsten Nachmittag erzählten sie mir dann, wie schlecht der nächtliche Ausflug gewesen war. In Argentinischen Clubs geht der Bär nicht vor 3 Uhr morgens ab und in diesem Falle wohl eher nach hinten los.

schade, daĂź wir Zuschauer beim Konzert in der enoteca unangenehm geblendet wurden

Den Camino de Vino mit Ständen aller nahen Weingüter zum Verkosten gab es leider nur im Internet vom letzten Jahr, dafür klassische Konzerte mit teilweiser Weinbegleitung. Die Konzerte im schon etwas schäbigenTheater und im Centro Thematico del Vino, einem Weinmuseum, waren schön, nur wurde versäumt, das grelle Licht zu dimmen, so war die Atmosphäre gleich null. Da half auch der gute Wein vorher nichts!

die Bovedas in Uspallata

Mich lockten die Berge auf dem Weg nach Chile, so buchte ich ein Busticket nach Uspallata, ein kleines Dorf mit vielen Wandermöglichkeiten. Es war heiß, trotzdem wanderte ich die 2-3 Kilometer zu  den im 16. Jahrhundert errichteten Kuppeln der Bovedas, wo bis in´s 19.Jahrhundert Gold, Eisen und Silber verarbeitet wurde. Jetzt bewunderte ich eine Ausstellung lokaler Künstler.

Am nächsten Tag wanderte ich die ca. 9 Kilometer lange StraĂźe zu den 7farbigen Felsen entlang.  Auf dem Sand entdeckte ich verdächtig frische Spuren, die mich daran erinnerten, daĂź ich vorhin ein Schild mit einem Puma sah und versäumt hatte, zu lesen, wie man sich bei einer Begegnung verhalten sollte…Leider hatte ich ihn wohl verpasst oder er hatte sich versteckt?

Irgendwann auf dem wunderschönen Weg, erreichte ich die mehrfarbigen  Felsen.

Es sah nach einem Weg zum Hochklettern aus, leider war dieser zu rutschig für meine Trekkingsandalen. Beim Heruntergehen traf ich auf nette Argentinier, die mich mit ihrem Auto mitnahmen, so sparte ich mir den langen Weg zurück. Es hätten mich noch mehr Sehenswürdigkeiten interessiert, aber in meinem Hostel, dem Puri, waren die Wände so papierdünn wie die Gäste entsetzlich laut, so hatte ich nach 2 Nächten genug und machte mich auf Weg nach Santiago de Chile.

Tipps fĂĽr Mendoza:

Geldwechseln: statt beim Geldautomaten horrende Summen zu zahlen, in´s Casino beim Sheraton gehen und Geld wechseln oder mit Kreditkarte kostenlos! abheben

Unterkunft: für Allenreisende eignet sich das Lao-Hostel perfekt, nicht das dorm an der Straße nehmen! hinten im Garten haben sie schöne Privatzimmer mit Bad, gute Atmosphäre, ideal, um andere Reisende kennenzulernen,  mit hilfsbereitem, Englisch-sprachigem Staff

Essen: Im Café Beirut sitzt es sich schön draußen zwischen bemalten Wänden, freundliches Personal bringt leckeres Essen, auch vegetarisches, das beste vegetarische Buffet gibt es im El Vegetariano in der Alem 74, leider wird alles in Plastik verpackt und in der Mikrowelle angewärmt!, daher eigenen Behälter mitbringen! Das Café und Bäckerei Bröd ist ideal, um im schönen Garten entspannt ein wundervolles Brunch-Frühstück zu genießen

Brunch im Café Bröd

Radfahren:

auch hier gibt es kostenlose Fahrräder ecobici genannt, bei der sehr gut informierten Touristeninfo nachfragen, normalerweise müßte man es in der Municipalidad mit dem  Paß beantragen können, die Räder vorher genau durchchecken, manche sind in schlechtem Zustand!

Weinverkostungen:

nur wenige wie in der Bodega Lopez sind gratis, die Touristeninfo weiß Bescheid, für eine kleine Probe mit Führung zahlt man etwa so viel wie für eine Flasche Wein, lohnen tut es sich für Pärchen oder Gruppen, ein exklusives Menu mit Weinbegleitung zu buchen

Tipps fĂĽr Uspallata:

Geldautomaten gibt es nur wenige, eventuell kann man hier auch im Casino Geld abheben

Unterkunft:

nicht in´s Puri Hostel am Busbahnhof gehen, da die Wände alle Geräusche durchlassen und die Türen halboffen abgesschlossen werden, das empfehlenswerte Samadi hat sogar einen Garten

Essen:

viel vegetarische Möglichkeiten gibt es nicht, Das Tibet-Restaurant war geschlossen, im Zentrum gegenüber dem Casino gibt es ein nettes Café mit gutem Internet und leckeren Veggiesandwiches

die Touristeninfo ist sehr gut, man kann sogar Fahrräder leihen in Uspallata

 

 

 

 

 

 

 

Zuschaueransturm auf die DOKfest-Kinos!

Die besten Filme auf dem DOKfest MĂĽnchen 2019!

159 anspruchsvolle Filme über das reale Leben lockten 52400 Zuschauer in die Kinos. Das lag nicht nur am Regenwetter, sondern auch an den ernsten, witzigen, berührenden und musikalischen Filmen sowie der Möglichkeit, mit den Protagonisten nach dem Film zu sprechen. DOKfest-Chef Daniel Sponsel, ich und einige andere Cineasten  ließen sich selbstverständlich nicht vom Regen davon abhalten, von Kino zu Kino effektiv zu radeln.

Anastasia mitte, mit ihrer Frau rechts und links die erste Kampfpilotin (frĂĽher ein Mann)

Wie immer fiel die Qual der Filmauswahl schwer, hier einige Filmtips: In „ich bin Anastasia“ erzählt die Protagonistin, wie er sich mit 40 Jahren entschied, endlich das zu werden, was er fühlte, nämlich eine Frau. Nicht nur das, sie setzte sich mit natürlicher Autorität als erste Kommandantin eines 800 Mann/Frau starken Bataillons der Deutschen Bundewehr durch. Ein starker Film über diese mutige Frau mit Charisma! Sie und ihre Frau kamen nach dem Film auf die Bühne zum Gespräch.

am 23.5.19 kommt der wichtige und spannende Film „Die Rote Linie“ ĂĽber den jahrelangen Widerstand gegen die komplette Abholzung des Hambacher Forsts in die Kinos. 90 % sind bereits wegen nicht zukunftsträchtigem Tagebau  vernichtet, die Bevölkerung möchte die restlichen 10 % erhalten.

Vor dem Film „Push“ über Gentrifizierung und Immobilienspekulanten bildete sich eine Menschenschlange von der Kasse zum Kinoeingang im City-Kino, so dass nicht erkennbar war, wo man sich anstellen sollte. Der Film beschreibt, wie in den Städten „normale“ Mieter in lebendigen Vierteln hinausgeworfen werden. Die Wohnungen stehen jahrelang leer, weil mit Spekulieren mehr Geld gemacht werden kann. So veröden ganze Stadtviertel wie in London. Er kommt am 6. Juni 2019 in die Deutschen Kinos.

Kahtera aus „A 1000 girls like me“

In „a thousend girls like me“ setzt sich Kathera in Afghanistan nach jahrelangem Kampf endlich vor Gericht durch, so dass ihr Vergewaltiger und Vater verurteilt wird. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihren zwei Kindern, die auch ihre Geschwister sind, in ständiger Angst vor der Familie ihres Vaters und dass er möglicherweise aus dem Gefängnis entlassen wird. Sie schafft es, aus ihrem Land Afghanistan, in dem Frauen systematisch unterdrückt werden, nach Frankreich zu gehen, um dort mit ihren Kindern in ein neues Leben aufzubauen. Ein erschütterder und wichtiger Film!

die tolle Soulstimme aus „Underground Orchestra“

Wunderbar auch „Underground Orchestra“ aus der Retrospetive von Heddy Honigmann über Straßenmusiker, die zum Teil ursprünglich in hervorragenden Orchestern spielten, aus ihren Ländern fliehen mußten und jetzt ihr Dasein in den Straßen von Paris oder in der Metro fristen müssen. Tragisch schön!

„Wenn wir erst tanzen!“

Wunderbar ehrlich erzählen die Tänzer aus „Wenn wir erst tanzen“ über ihre Träume. Hoyerswerda verlor die Hälfte seiner Einwohner, was blieb? Ein Tänzer und ehemaliger Einwohner kam zurück und gründete ein Tanz-Ensemble. Jeder kann mitmachen, wer wollte, für Stravinski´s „Sacre de Printemps“ trainieren und auftreten. Auch am letzten Festivaltag ließen es sich die Protagonisten nicht nehmen, auf die Kinobühne zu kommen, um Zuschauerfragen zu beantworten. Empfehlenswert!

Richard Siegel Draw a line

Richard Siegal ist gerade in MĂĽnchen wegen des „Dance“ Festivals, so paĂźte es hervorragend, den Film “Richard Siegal Draw a Line and the ballet of difference“ ĂĽber seine Tanzkompanie anzuschauen und ihn auf der KinobĂĽhne zu erleben. Nicht nur fĂĽr Tanzfans!

„Another Reality“

Mit geschliffenen, nachdenklichen Dialogen brachte uns „Another Reality“ von Noel Dernesch und Olli Waldbauer zum Lachen. Kein Wunder, dass sie den Kino Kino-Publikumspreis abräumten und der Film demnächst in die Kinos kommen wird. In Another Reality fühlen sich die Interviewten als Deutsche mit großem Familienclan aus Migratonshintergrund und doch anders, so bleiben sie eher unter sich in ihrem Berliner Viertel. Ehrlich erzählen sie von ihrer kriminellen Vergangenheit, mit der sie nicht nur ihre Familie gefährdeten und wie sie sich davon befreit haben. Zwei sind erfolgreiche Musiker geworden, der „Mörder“ Soundtrack zeugt davon.

„Stress“

Jana Irmerts Komposition in „Stress“ von Florian Baron läßt dem Zuschauer Raum und schafft es, den permanenten, psychischen Alarmzustand der von Afghanistan-Krieg traumatisierten Veteranen musikalisch fühlen zu lassen. Er bekam den Musikpreis.

„Die bauliche Massnahme“ über den Plan der Österreichischen Koalition, einen 4-Meter hohen Maschendrahtzaun zur Grenze Italiens zu errichten, um Flüchtlinge abzuhalten, erhielt den Viktor DOK Deutsch. Regisseur Nikolaus Geyrhalter gelingt es, die Distanz der Wiener Politiker und der vor Ort lebenden Menschen filmisch eindrucksvoll und gewitzt zu veranschaulichen. Ob im Angesicht der aktuell peinlichen Regierungskrise der Bau noch gelingt, dürfte fraglich sein. Abhalten lassen sich Flüchtlinge davon sowieso nicht.

Über den Viktor DOK Horizonte, gespendet von der Petra-Kelly-Stiftung, freute sich Tuki Jencquel mit seinem Film „Está todo bien“, der die horrende medizinische Situation in Venezuela an verzweifelten Ärzten und Apothekern beschreibt, die geblieben sind, um zu helfen.

Im richtigen Film für Entwicklungshelfer und Politiker „Congo Calling“, erzählt Stephan Hilperts vom Dilemma und dem Scheitern europäischer Entwicklungshilfe, was eigentlich nicht wirklich neu ist. Dass dieser filmische Spagat gelingt, ist nicht zuletzt der unaufdringlichen und gleichzeitig präzisen Kamera zu verdanken, die den Zuschauer mitnimmt auf eine Reise in das politisch unruhige Herz Afrikas. Er verdiente den Förderpreis für Nachwuchsregisseure, vom FFF mit 5000 € gesponsert.

Andreas Hoesslli kehrt 40 Jahre nach der Iranischen Revolution 1979 im Iran und den Streiks der Gewerkschaft Solidarność 1980 nach Polen zurück, wo er als Forschungstipendiat von Geheimdienstlern belauscht wurde und diese nun interviewt. Damals lernt er Reporterlegende Ryszard Kapuscinski kennen und erfuhr von den Umbrüchen im Iran. Auch dort befragt er Zeitzeugen. Bruno Ganz führt als Erzähler durch die Parallelgeschichte von DER NACKTE KÖNIG – 18 FRAGMENTE ÜBER REVOLUTION, der den DOK-INTERNATIONAL, dotiert mit 10000 €, gewann.

Lust auf mehr? dokaroundtheclock.de aufrufen und das ganze Jahr ĂĽber informiert sein, wann und wo ein Dokfilm gezeigt wird. Ab dem 28.5.19 werden Filme von Peter Heller zum Beispiel im Atelier-Kino gezeigt.

Zum Dokfan geworden? Bei dokfans erzählen Regisseure von ihren Projekten, so besteht die Möglichkeit, an dem Entstehungsprozess eines Dokfilmes teilzunehmen und rechtzeitig zu erfahren, wann er in den Kinos zu sehen ist.

Fotocredit: alle Fotos, auĂźer dem Titelfoto, DOKfest

Die gebirgige Schönheit von Tafi del Valle und Fiambala erleben

von Tafi del Valle nach Fiambala im Nordwesten  Argentiniens

Von Tafi del Valle, von Weinreben und Bergen umgeben, hatte ich viel Gutes gelesen, warum nicht einen kleinen Schlenker dorthin machen, dachte ich. Es liegt in einem Tal, so wollte ich mir natürlich ein Rad leihen. In meinem Guesthaus standen Mountainräder im Innenhof, aber die würden ausschließlich für geführte Exkusionen benutzt, hieß es. Geschäftstüchtigkeit ist nicht die Stärke der Argentinier, besonders nicht, wenn die Siesta naht. Weder vor, noch nach der Siesta war der einzige, andere Fahrradverleih offen. So lief ich einfach zu Fuß los, um zum 10 Kilometer weitem Angostura-See zu gelangen. Es war heiß und staubig, so trampte ich bis zu den berühmten Hinkelsteinen, dem Park der Menhire, mit Gesichtern und Symbolen versehen. Leider sind sie im Freien vor Korosion ungeschützt.

Der Parque de Menhire zeigt mit 2000! Jahren die jüngsten Hinkelsteine, die jemals gefunden wurden. Zurück nahm mich nach mehreren Tramp-Versuchen und drohendem Donnergrollen ein Pärchen aus Buenos Aires mit.

Fiambala liegt nicht weit von den schneebedeckten Anden, das wollte ich sehen! Schon im Dorf konnte ich die umliegenden Berge sehen und radelte ein Stück mit dem Mountainbike des Besitzers vom Don Pedro Hostel los. Schon nach ein paar Minuten tat der Sitz weh, also gab ich auf. Unbequeme Leih-Räder gehören zu den Argentinischen Spezialitäten.

Weintrauben satt im Garten mit Aussicht!

Im Hostel-Garten wuchsen die Weinreben, herrlich! Mit Eliza aus Italien, Jimena aus Cordoba, Argentinien und Gustavo aus Brasilien fand ich Mitfahrer fĂĽr einen Ausflug in die Berge.

Die Landschaft war mal wieder atemberaubend schön!

Pissis, der älteste Vulkankrater der Welt

Bis zur Chilenischen Grenze ging unsere Jeep-Tour durch die WĂĽste zu den Sechstausendern.

 

Von weitem konnten wir an der Chilenischen Grenze die Sechstausender Incuahasi, San Francisco und den el Muerto erkennen.

Los Seismiles, die Fast-Siebentausender

Tipps fĂĽr Tafi del Valle:

andere Orte sind schöner und interessanter, für Vegetarier uninteressant!

Unterkünfte kann ich nicht empfehlen, nur nicht in´s kühle und unsaubere Nomade Hostel gehen!

ansonsten kann man einige kleine Wanderungen auf eigene Faust unternehmen und Radfahren, wenn man die Verleiher ĂĽberreden könnte…

Tipps fĂĽr Fiambala:

UnterkĂĽnfte:

Das Don Perdo Hostel ist nicht besonders sauber, hat einen schönen Garten zum Chillen und ist eigentlich die einzige Möglichkeit, als Alleinreisende Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man die sehr empfehlenswerte Vulkankrater und Berg-Tour bei der neben dem Hostel liegenden Agentur buchen sollte,

in Chile gibt es ähnliche Touren, nur zu horrenden Preisen!

sonst ist in dem Ort NICHTS los, wir haben selber gekocht

in der Umgebung gibt es durchaus mehr zu entdecken, die Magischen oder die DĂĽnen von Tatin sowie 3 verschiedene Thermen, fĂĽr die man Eintritt bezahlen muĂź, teilweise mit dem Bus oder per Tour erreichbar, da ziehe ich doch die natĂĽrlichen in Thailand vor…