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Bayerisch genießen auf dem MĂŒnchner Odeonsplatz

Seit gestern darf sich der MĂŒnchner Gourmet wieder freuen: Das Bayerische Genussfestival am Odeonsplatz wurde durch StadtrĂ€tin Renate KĂŒrzdörfer, Frankenweinverbands-PrĂ€sident Artur Steinmann und der Weinkönigin Carolin Meyer  eröffnet. Artur Steinmann freute sich, jedes Jahr von einer anderen Weinkönigin mit Persönlichkeit begleitet zu werden, diese, selber Winzerin, erzĂ€hlte von ihrer Einladung zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele und wie heiß es im Abendkleid wurde…Sie besucht 400  Verantaltungen in einem Jahr und entspannt sich davon auf ihrem Weinberg. Harald Scholl vom Vinum-Magazin stellte die 100 Genussorte in Bayern in Buchform vor, ein kalorienarmes Schlemmer-VergnĂŒgen mit ReisefĂŒhrer!

Zahlreiche hochwertige GenĂŒsse stehen auch am Odeonplatz zur Verkostung bereit wie AllgĂ€uer KĂ€se der Dorfsennerei Untrasried oder PralinĂ©-Frucht-KĂ€se-Spieß zum Niederknien vom Hotel Natur-Landhaus Krone.

Weinschmecker mit SennkÀs, ZiegenfrischkÀse und Praliné vom Genussort Maierhöfen im AllgÀu

Junge, experimentelle oder erfahrene Winzer aus Franken stellen ihre edlen Tropfen noch bis Sonntag selber vor,  natĂŒrlich auch Ökowein, der nicht teurer als konventionell hergestellter sein muss. Zum Beipiel der Silvaner von der alten Rebe vom Winzerhof Edgar Wallrapp in natĂŒrlicher GĂ€rung belassen, schmeckt hervorragend und ist schon fĂŒr 9,50 € pro Flasche zu haben. Der Edelbrandsommelier Josef SchĂ€tzl vom SchĂ€tzlhof,  der dort auch Zimmer vermietet, kredenzt seinen hauseigenen Brand wie den unwiderstehlich-leckeren Ingwer-Apfel-Likör, der sicher nur gesund sein kann. Die Edelmanufaktur Guggenbichler aus Frasdorf kann nicht nur seit 1829 mit hervorragender Auswahl und QualitĂ€t punkten, sondern besticht durch die wunderschönen, handbemalten Etiketten.

direkt von Prinzessinnen eingeschenkt, so schmeckt der FrÀnkische Crement am Besten!

Bei den Wine-Walks schenken der Winzer oder die Winzerin persönlich ein und erzÀhlen von der Herstellung. Dazu gibt es Live Musik, am Sonntag von 17 bis 21 Uhr spielt Buck Rogers & the Sidetrackers, die schon beim Bayerischen Filmpreis auftraten.

Alle weiteren Infos sowie Anmeldungen fĂŒr die Wine-Walks sind auf https://www.bayerisches-genussfestival.de/ zu erfahren, zum Wohl!

Winzer und Weinfeste erfÀhrt der Frankenwein-Affine auf https://www.frankenwein-aktuell.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wetter-Thriller und leidenschaftliche Klassik am Odeonsplatz

Von soviel Dramatik kann so mancher Filmregisseur nur trĂ€umen! Letzten Samstag am Odeonsplatz hatte sich Wettergott Petrus gegen 18:30 etwas beruhigt und ließ den blauen Himmel durchblicken. Plötzlich, wie von Geisterhand, tauchten schwarze Wolken auf, entluden sich prasselnd und ließen den Platz innerhalb kĂŒrzester Zeit unter Wasser stehen.


Foto: Marcus Schlaf

Die mit Extra-Zelten ĂŒberdachten Musiker in der Feldherrenhalle waren nicht mehr so gut zu sehen, aber um 20:30 hatte Petrus etwas verspĂ€tet ein Einsehen und Alan Gilbert dirigierte auch das letzte Nieseln davon mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis wundervollen Lyrischen Szenen aus Onegin. Entspannt und fast trocken lauschten dann 8000 Zuschauer dem herrlich cremigen Sopran ReneĂ© Flemings mt George Gershwins „Summertime“ und Leonard Bernstens „Lonely Town“.

Dirigent Alan Gilbert und Sopranistin Reneé Fleming Foto: Marcus Schlaf

Klasse hatte auch nach der Pause die von Alan Gilbert perfekt-dramatisierte Symphonie Nr. 5 von Tschaikowski inklusive dem Solo-Hornisten Eric Therwilliger mit einem sehr ĂŒberzeugenden Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Auch am Sonntag erinnerten ein paar Schauer an den vorherigen Abend, aber diesmal fĂŒhrte Dirigent Valery Gergiev pĂŒnklich um 8 Uhr die MĂŒnchner Philharmoniker mit „Corolian“ in den Beethoven-Abend ein. Star-Pianist Daniil Trifonov, spielte leidenschaftlich,  das Gesicht von Vollbart und wehenden Haaren fast verborgen, völlig in der Musik versunken, Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 und wurde frenetisch dafĂŒr gefeiert. Er bedankte sich mit dem virtuosen „Die Jagd“ aus der Klaviertsonate C-Dur, Opus 31.

Daniil Trifonov und Dirigent Valery Gergiev Foto: Marcus Schlaf

Nach der Pause vollendete Gergiev mit den MĂŒnchner Philharmonikern den Abend  mit der schwierigsten von BeethovenÂŽs Symphonien, der FĂŒnften, mit Schwung und Tempo, bravo!

 

Herz-zerreißende Filme, Sternstunden mit Antonio & die Kinokarten-Odyssee

Über 30 Grad war die perfekte Temperatur, um sich bei tollen Filmen auf dem 37. Filmfest MĂŒnchen in den Kinos abzukĂŒhlen. Anschließend oder zwischendurch tauchte die Frage auf, welcher Empfang oder welche Party eignet sich am besten zum kommunikativen Austausch? Bei 150 Rahmenveranstaltungen fiel die Wahl schwer. Mein Vorschlag, im nĂ€chsten Jahr statt in Schweiß, in der Isar zu baden und die EmpfĂ€nge dorthin zu verlegen, kam bei den GĂ€sten gut an.

Foto: DK

Zu den schönsten gehörte die 100 Jahr-Feier der Bavaria Film. Nach dramaturgisch gesehen eher langwierigen Ansprachen in der neu-getauften Wolfgang Peterson-Halle enspannten sich die GĂ€ste in den Garten-Lounges und genossen leckere GourmetgenĂŒsse. Am meisten faszinierten mich die Bilder der weltberĂŒhmten Schauspieler und Regisseure wie Billie Wilder, Kirk Douglas, , Gregory Peck und Robert Redford, die hier gedreht hatten.  Steve McQueen sauste mit dem Motorrad durchÂŽs GelĂ€nde, Liza Minelli stand fĂŒr „Cabaret“ vor der Kamera. Die beste Party zum Abtanzen war natĂŒrlich die Something Stupid Party in den Eisbachstudios.

Corinna Harfouch als Lara und Tom Schilling als ihr Sohn

Fast jeden Tag wurde ein Preis verliehen, der höchstdotierte war der Förderpreis Neues Deutsches Kino fĂŒr die beste Regie. Über 30000 €  fĂŒr „Lara“   freute sich Jan-Ole Gerster. Die wunderbare Corinna Harfouch spielt die schwierige Lara, Tom Schilling ihren Sohn, der als Pianist den Erfolg hat, den sie selbst gerne gehabt hĂ€tte. Lara kommt am 7.11.19 in die Kinos. Er bekam auch den Fipresci-Preis.

Olgulcan Arman Uslu und Anne Ratte-Polle aus „Es gilt das gesprochene Wort“

Olgulcan Arman Uslu ĂŒberzeugte die Jury mit seinem sensiblen Spiel in „Es gilt das gesprochene Wort„, wofĂŒr er den Schauspielpreis erhielt. Nils Mohl und Ilka Catak erhielten den Drehbuchpreis fĂŒr denselben Film mit einem XY-ungelöstem Ende.  Am 1.08.19 ist er im Kino zu sehen.

Produzent Martin Lischke verriet bei der Preiseverleihung fĂŒr seinen Film „Leif in Concert“ ĂŒber den Mikrokosmos in einer multikulturellen Kneipe, das er mit den 20000 € erstmal seine Produktions-Schulden abzahlen wird.

Bacurau

A Vida invisivel de Euridice Gusmao“, ein wundervoller, Herz-zerreißender Film aus Brasilien ĂŒber zwei unterschiedliche, sich sehr nahestehenden Schwestern, die sich nicht wiedersehen können, da ihr Vater und der Ehemann einer Schwester dies verhindert, verdiente sich den neu-erfundenen Co-Produzenten-Preis. Er ging an Michael Weber und Fiona FĂŒge. Der Arri-Osram-Award ging an den erschreckenden Film „Bacurau“ von Kleber Mendonza Filho und Juliano Dornelles, der von einem Dorf in der Zukunft spielt, das von einer rassistischen Bande ĂŒberfallen wird; eine Allegorie auf das aktuelle Geschehen in der Welt.

Dokumentarfilmerin Waad Al Kateab

Cannes-Sieger „For Sama“ von Waad al-Kateab and Edward Watts, eine absolut sehenswerte Dokumentation ĂŒber die furchtbare RealitĂ€t in Syriens Krieg, wĂ€hlten die Zuschauer trotz Szenen, bei denen einem das Herz stehen zu bleiben droht, zu ihrem Bayern 2 und SZ-Publikumspreis. Das hat Klasse und ist sehr empfehlenswert!

Antonio Banderas bezauberte alle in der Black Box mit seinem selbstironischen Humor und Charme. Er erzĂ€hlte, wie ihn Pedro Almodovar im Theater ansprach, weil er ein romantisches Gesicht habe. Er mag alle seine Filme, sie sind wie seine Kinder, manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, wie Pain & Glory, sein neuester Film von Pedro Almodovar. Selfie-Schießen gehört fĂŒr ihn in eine Welt narzisstischer Zombies.

70000 Zuschauer fanden dieses Jahr in die Filmfestkinos, 10000 weniger als im letzten Jahr. Ob das wohl an der umstĂ€ndlichen, nur gelegentlich funktionierenden Kartenbeschaffung per Internet lag? Wenig Laune brachte es akkreditierten Fachbesuchern, erst im City-Kino die PressevorfĂŒhrungen anzuschauen, anschließend in den Gasteig tigern zu mĂŒssen, um weitere Karten zu bekommen und gegebenenfalls weiter inÂŽs nĂ€chste Kino zu radeln.  So war nicht nur ich mehr auf dem Fahrrad unterwegs als im Kino; wenn ich 5 Minuten zu spĂ€t dran war, auch vergeblich. Ob es 2020 besser wird? Warten wirÂŽs ab…

 

Alle Fotos außer Bavaria Film: Filmfest MĂŒnchen

Welche Film-Highlights bietet das Filmfest MĂŒnchen?

Kaum ist das wundervolle DOKfest vorbei, schon naht in 2 Wochen das Filmfest MĂŒnchen.

Nicht nur der Sommer muß dann spĂ€testens den Regen vertrieben haben, sonst fallen die Open-Air Kinovorstellungen ĂŒber MĂŒnchen inÂŽs Wasser und die EmpfĂ€nge und Partys sind dann nur halb so schön. Bewegende Filme und ihre Protagonisten werden nicht nur mich in die Kinos locken. Da ist es weder zu heiß noch zu nass!

Stars aus Film und Musik

Der Englische Patient“ Hauptdarsteller Ralph Fiennes kommt nach MĂŒnchen, um seinen CineMerit Award persönlich entgegen zu nehmen. Premiere hat seine dritte  Regiearbeit „Nurejew – The White Crow“ am 1. Juli auf dem Filmfest MĂŒnchen. Neben dem „Englischen Patienten“ können wir uns auf „A bigger Splash“, „Coriolanus“ und „The Invisible Woman“ mit ihm freuen.

Ralph Fiennes bei den Dreharbeiten zu „Nurejew, the white Crow“

Mit dem zweiten Cine-Merit-Award wird der mit dem Darstellerpreis in Cannes ausgezeichnete Antonio Banderas am 29.6.19 geehrt. Neben dem „Goldene Palme“ Gewinner „Leid und Herrlichkeit“ von Regisseur Pedro Almodovar bringt er vier weitere seiner Filme, wie Evita, wo er mit Madonna singt, mit.

Antonio Banderas und Madonna singen zusammen in Evita

Auch der französische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Louis Garrel stand fĂŒr seinen neuen Film selbst vor und hinter der Kamera. „L’homme fidĂšle“ erzĂ€hlt gekonnt lakonisch von Dreiecksbeziehungen, Liebesverwirrungen und gestörter Kommunikation. Garrel wird auf dem FILMFEST MÜNCHEN ebenfalls ausgezeichnet. Er ist der erste PreistrĂ€ger des neu gestifteten Margot Hielscher Preises.

Prélude

Musik bildet auch 2019 einen Schwerpunkt im Filmfest-Programm. „PrĂ©lude“ von Sabrina Sarabi skizziert den Kampf eines jungen Konzertpianisten, der mithilfe einer Freundin darum ringt, nicht am Konkurrenzdruck des Musikkonservatoriums zu zerbrechen. In den Hauptrollen spielen mit Louis Hofmann und Liv Lisa Fries international bekannte Jungstars des deutschen Films.

Der emotionale Spielfilm „Crescendo #makemusicnotwar“ mit Peter Simonischek begleitet junge israelische und palĂ€stinensische Musiker bei einem Konzertprojekt in Israel. Eindrucksvoll erzĂ€hlt Regisseur Dror Zahavi von der grenzĂŒberschreitenden, verbindenden Kraft der Musik.

Yesterday von Danny Boyle

Die Musik ist auch der Mittelpunkt des neuen Films von Starregisseur Danny Boyle, auf den ich besonders gespannt bin: In „Yesterday“ löscht ein Stromausfall von einem Moment auf den anderen alle Songs der Beatles aus dem gesamten MenschheitsgedĂ€chnis. Nur der erfolglose SĂ€nger Jack erinnert sich an die Band aus Liverpool – und wird mit ihren Hits in einem der meisterwarteten Filme des Jahres zum Star.

Im Dokumentarfilm „Spider Murphy Gang – Glory Days of Rock ’n‘ Roll“ blicken die ehemaligen und aktuellen Mitglieder der bayerischen Kult-Band auf ihre bewegte Karriere zurĂŒck. Zur Weltpremiere werden sie wieder vereint auf dem Roten Teppich stehen.

Ein deutsches Staraufgebot gibt es auch beim Serien-Event „Die Neue Zeit“ von Lars Kraume. Darin wehrt sich August Diehl als Walter Gropius gegen den Vorwurf, die Frauen am Bauhaus unterdrĂŒckt zu haben, wie etwa die KĂŒnstlerin Dörte Helm (Anna Maria MĂŒhe). Zum JubilĂ€um „100 Jahre Bauhaus“ zeigt das Filmfest die sechsteilige Serie als „Binge-Event“ komplett an einem Abend und in Anwesenheit des Teams.

Entdeckungen abseits des Mainstream

An den Anfang des 20. Jahrhunderts blickt auch das historische Drama „Vita & Virginia“. Chanya Buttons Film erzĂ€hlt von der Liebesbeziehung zwischen der Autorin der Moderne, Virginia Woolf, und der Schriftstellerin Vita Sackville-West. Elizabeth Debicki und Gemma Arterton glĂ€nzen als die beiden Frauen, die ihrer Zeit literarisch und gesellschaftlich weit voraus waren.

Vita & Virginia Woolf

Gesellschaftliche Grenzerfahrungen werden in „The Day I Lost My Shadow“ aus Syrien verhandelt. Darin verarbeitet die syrische Regisseurin Soudade Kaadan ihre Erfahrungen im kriegsgebeutelten Land. Der von magischem Realismus geprĂ€gte Film zeigt, dass Krieg den Opfern immer einen Teil ihrer selbst nimmt. Wie sollen die Überlebenden damit umgehen?

the Day I lost my Shadow aus Syrien

Weit ab von Stars und großen Produktionen arbeiten Mariano LlinĂĄs und das argentinische KĂŒnstlerkollektiv „El Pampero Cine“. Gemeinsam schufen sie das 14-stĂŒndige Mammut-Filmprojekt „La Flor“, das die konventionelle Art des Filmemachens komplett auf den Kopf stellt und in drei Teilen auf dem FILMFEST MÜNCHEN gezeigt wird. Zusammengesetzt aus sechs völlig unterschiedlichen Genrefilmen ist „La Flor“ Horror-B-Movie, Spionagethriller und Musicalkomödie zugleich – und noch vieles mehr. Seit 2009 arbeitet das Kollektiv an diesem Meilenstein, ganz ohne Förderung oder Hilfe von außen.

100 Jahre Bavaria Film

AnlĂ€sslich des 100. Geburtstags der Bavaria Film zeigt das FILMFEST MÜNCHEN außerdem drei restaurierte Klassiker aus dem umfangreichen Katalog des Studios, darunter der erste in Geiselgasteig produzierte Film „Der Ochsenkrieg“ von 1920. Der Stummfilm wurde nun von Hans-JĂŒrgen Buchner alias Haindling, der bei der UrauffĂŒhrung der neuen Fassung anwesend sein wird, neu vertont. Gezeigt werden zudem die restaurierte Version des Abenteuerfilms „Wasser fĂŒr Canitoga“ (1939) mit Hans Albers sowie der neue Director’s Cut von Dominik Grafs „Die Sieger“ (1994) in Anwesenheit des Regisseurs und der Schauspieler.

Vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 trifft sich die Deutsche und internationale Filmbranche auf dem 37. FILMFEST MÜNCHEN. Aktuelle Informationen unter filmfest-muenchen.de. Das komplette Programm gibt es ab dem 13. Juni. Tickets sind erhĂ€ltlich im Filmfest WebShop und bei MĂŒnchen Ticket.

 

Von der Wein-Metropole Mendoza nach Uspallata im Gebirgstal

Nachdem ich Malbec auf Deutschen Weinfestivals probieren durfte, stellte ich mir Mendoza als inmitten von Weinbergen vor.  So stand fĂŒr mich fest, das wollte ich vor Ort kennenlernen!

UrsprĂŒnglich eine WĂŒstenstadt, wird die Umgebung mit Schmelzwasser aus den Bergen gewĂ€ssert, um hervorragenden Wein anbauen zu können. Pulsierend, mit entsprechendem Autoverkehr und weit entfernten Bergen, entsprach es natĂŒrlich nicht meiner romantischen Vorstellung. Immerhin sind die Straßen von schattenspendenden BĂ€umen gesĂ€umt.

die Qual der Wahl bei der Weinprobe in Mendoza

An der sehr gut informierten Touristeninformation wurde ich sogleich auf einen Weinrundgang geschickt. Zwei Bodegas luden uns zum Verkosten ein. Die sĂŒffigen Rotweine mit kreativen Etiketten versehen, waren ausschließlich leckere Malbecs, der Probier-Sekt befand sich in einer verdĂ€chtig bunten Flasche. Ich ahnte nichts Trockenes und ja, es handelte sich um sĂŒĂŸen Sekt, sehr beliebt bei den SĂŒĂŸigkeiten-verliebten Argentiniern.

ein Tanz fĂŒr die Touristen

Die Weinanbaugebiete liegen weit außerhalb, so nahm ich den Zug nach Maipu. Es war schon 16 Uhr, daher verzichtete ich aufÂŽs Rad-Ausleihen und ging zu Fuß zum ĂŒber 100 Jahre alten Lopez-Weingut. Nach eingehender Betrachtung der historischen WeinherstellungsgerĂ€tschaften war die FĂŒhrung durch die industriellen Anlagen natĂŒrlich auf Spanisch. Ein Franzose und ich verstanden nur die HĂ€lfte, umso mehr bei der anschließenden Verkostung. Der Malbec war hervorragend. Als die pink-grĂŒne Sektflasche auf uns zu kam, fragte ich den Ausschenkenden, ob wir nicht einen Brut-Sekt stattdessen probieren dĂŒrfen. Der war nicht offen, aber statt nur zwei Weine probieren zu dĂŒrfen, wurden uns 5 verschiedene Weißweine kredenzt.

Weinselig wurde es auch in meinem Lao-Hostel, wo sĂŒffiger Rotwein abends gratis ausgeschenkt wurde. Den jungen EnglĂ€ndern im Hostel genĂŒgte das anscheinend nicht, da sie in einem GeschĂ€ft billigen Vodka entdeckten und ausmachten, wo weißes Pulver zu bekommen war. So waren die Abende Ă€ußerst lustig und wenn ich in die Falle hĂŒpfte, gingen die jungen Leute Clubbing. Am nĂ€chsten Nachmittag erzĂ€hlten sie mir dann, wie schlecht der nĂ€chtliche Ausflug gewesen war. In Argentinischen Clubs geht der BĂ€r nicht vor 3 Uhr morgens ab und in diesem Falle wohl eher nach hinten los.

schade, daß wir Zuschauer beim Konzert in der enoteca unangenehm geblendet wurden

Den Camino de Vino mit StĂ€nden aller nahen WeingĂŒter zum Verkosten gab es leider nur im Internet vom letzten Jahr, dafĂŒr klassische Konzerte mit teilweiser Weinbegleitung. Die Konzerte im Theater und im Centro Thematico del Vino waren schön, nur wurde versĂ€umt, das grelle Licht zu dimmen, so war die AtmosphĂ€re gleich null. Da half auch der gute Wein vorher nichts!

die Bovedas in Uspallata

Mich lockten die Berge auf dem Weg nach Chile, so buchte ich ein Busticket nach Uspallata, ein kleines Dorf mit vielen Wandermöglichkeiten. Es war heiß, trotzdem wanderte ich die 2-3 Kilometer zu  den im 16. Jahrhundert errichteten Kuppeln der Bovedas, wo bis inÂŽs 19.Jahrhundert Gold, Eisen und Silber verarbeitet wurde. Jetzt bewunderte ich eine Ausstellung lokaler KĂŒnstler.

Am nĂ€chsten Tag wanderte ich die ca. 9 Kilometer lange Straße zu den 7farbigen Felsen entlang.  Auf dem Sand entdeckte ich verdĂ€chtig frische Spuren, die mich daran erinnerten, daß ich vorhin ein Schild mit einem Puma sah und versĂ€umt hatte, zu lesen, wie man sich bei einer Begegnung verhalten sollte…Leider hatte ich ihn wohl verpasst oder er hatte sich versteckt?

Irgendwann auf dem wunderschönen Weg, erreichte ich die mehrfarbigen  Felsen.

Es sah nach einem Weg zum Hochklettern aus, leider war dieser zu rutschig fĂŒr meine Trekkingsandalen. Beim Heruntergehen traf ich auf nette Argentinier, die mich mit ihrem Auto mitnahmen, so sparte ich mir den langen Weg zurĂŒck. Es hĂ€tten mich noch mehr SehenswĂŒrdigkeiten interessiert, aber in meinem Hostel, dem Puri, waren die WĂ€nde so papierdĂŒnn wie die GĂ€ste laut, so hatte ich nach 2 NĂ€chten genug und machte mich auf Weg nach Santiago de Chile.

Tipps fĂŒr Mendoza:

Geldwechseln: statt beim Geldautomaten horrende Summen zu zahlen, inÂŽs Casino beim Sheraton gehen und Geld wechseln oder mit Kreditkarte kostenlos! abheben

Unterkunft: fĂŒr Allenreisende eignet sich das Lao-Hostel perfekt, nicht das dorm an der Straße nehmen! hinten im Garten haben sie schöne Privatzimmer mit Bad, gute AtmosphĂ€re, ideal, um andere Reisende kennenzulernen,  mit hilfsbereitem, Englisch-sprachigem Staff

Essen: Im CafĂ© Beirut sitzt es sich schön draußen zwischen bemalten WĂ€nden, freundliches Personal bringt leckeres Essen, auch vegetarisches, das beste vegetarische Buffet gibt es im El Vegetariano in der Alem 74, leider wird alles in Plastik verpackt, daher eigenen BehĂ€lter mitbringen! Das CafĂ© und BĂ€ckerei Bröd ist ideal, um im schönen Garten ein wundervolles Brunch-FrĂŒhstĂŒck zu genießen

Brunch im Café Bröd

Radfahren:

auch hier gibt es kostenlose FahrrĂ€der ecobici genannt, bei der sehr gut informierten Touristeninfo nachfragen, normalerweise mĂŒĂŸte man es in der Municipalidad mit dem  Paß beantragen können, die RĂ€der vorher genau durchchecken, manche sind in schlechtem Zustand!

Weinverkostungen:

nur wenige wie in der Bodega Lopez sind gratis, die Touristeninfo weiß Bescheid, fĂŒr eine kleine Probe mit FĂŒhrung zahlt man etwa so viel wie fĂŒr eine Flasche Wein, lohnen tut es sich fĂŒr PĂ€rchen oder Gruppen, ein exklusives Menu mit Weinbegleitung zu buchen

Tipps fĂŒr Uspallata:

Geldautomaten gibt es nur wenige, eventuell kann man hier auch im Casino Geld abheben

Unterkunft:

nicht inÂŽs Puri Hostel am Busbahnhof gehen, da die WĂ€nde alle GerĂ€usche durchlassen und die TĂŒren halboffen abgesschlossen werden, das empfehlenswerte Samadi hat sogar einen Garten

Essen:

viel vegetarische Möglichkeiten gibt es nicht, Das Tibet-Restaurant war geschlossen, im Zentrum gegenĂŒber dem Casino gibt es ein nettes CafĂ© mit gutem Internet und leckeren Veggiesandwiches

die Touristeninfo ist sehr gut, man kann sogar FahrrÀder leihen in Uspallata

 

 

 

 

 

 

 

Zuschaueransturm auf die DOKfest-Kinos!

Die besten Filme auf dem DOKfest MĂŒnchen 2019!

159 anspruchsvolle Filme ĂŒber das reale Leben lockten 52400 Zuschauer in die Kinos. Das lag nicht nur am Regenwetter, sondern auch an den ernsten, witzigen, berĂŒhrenden und musikalischen Filmen sowie der Möglichkeit, mit den Protagonisten nach dem Film zu sprechen. DOKfest-Chef Daniel Sponsel, ich und einige andere Cineasten  ließen sich selbstverstĂ€ndlich nicht vom Regen davon abhalten, von Kino zu Kino effektiv zu radeln.

Anastasia mitte, mit ihrer Frau rechts und links die erste Kampfpilotin (frĂŒher ein Mann)

Wie immer fiel die Qual der Filmauswahl schwer, hier einige Filmtips: In „ich bin Anastasia“ erzĂ€hlt die Protagonistin, wie er sich mit 40 Jahren entschied, endlich das zu werden, was er fĂŒhlte, nĂ€mlich eine Frau. Nicht nur das, sie setzte sich mit natĂŒrlicher AutoritĂ€t als erste Kommandantin eines 800 Mann/Frau starken Bataillons der Deutschen Bundewehr durch. Ein starker Film ĂŒber diese mutige Frau mit Charisma! Sie und ihre Frau kamen nach dem Film auf die BĂŒhne zum GesprĂ€ch.

am 23.5.19 kommt der wichtige und spannende Film „Die Rote Linie“ ĂŒber den jahrelangen Widerstand gegen die komplette Abholzung des Hambacher Forsts in die Kinos. 90 % sind bereits wegen nicht zukunftstrĂ€chtigem Tagebau  vernichtet, die Bevölkerung möchte die restlichen 10 % erhalten.

Vor dem Film „Push“ ĂŒber Gentrifizierung und Immobilienspekulanten bildete sich eine Menschenschlange von der Kasse zum Kinoeingang im City-Kino, so dass nicht erkennbar war, wo man sich anstellen sollte. Der Film beschreibt, wie in den StĂ€dten „normale“ Mieter in lebendigen Vierteln hinausgeworfen werden. Die Wohnungen stehen jahrelang leer, weil mit Spekulieren mehr Geld gemacht werden kann. So veröden ganze Stadtviertel wie in London. Er kommt am 6. Juni 2019 in die Deutschen Kinos.

Kahtera aus „A 1000 girls like me“

In „a thousend girls like me“ setzt sich Kathera in Afghanistan nach jahrelangem Kampf endlich vor Gericht durch, so dass ihr Vergewaltiger und Vater verurteilt wird. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihren zwei Kindern, die auch ihre Geschwister sind, in stĂ€ndiger Angst vor der Familie ihres Vaters und dass er möglicherweise aus dem GefĂ€ngnis entlassen wird. Sie schafft es, aus ihrem Land Afghanistan, in dem Frauen systematisch unterdrĂŒckt werden, nach Frankreich zu gehen, um dort mit ihren Kindern in ein neues Leben aufzubauen. Ein erschĂŒtterder und wichtiger Film!

die tolle Soulstimme aus „Underground Orchestra“

Wunderbar auch „Underground Orchestra“ aus der Retrospetive von Heddy Honigmann ĂŒber Straßenmusiker, die zum Teil ursprĂŒnglich in hervorragenden Orchestern spielten, aus ihren LĂ€ndern fliehen mußten und jetzt ihr Dasein in den Straßen von Paris oder in der Metro fristen mĂŒssen. Tragisch schön!

„Wenn wir erst tanzen!“

Wunderbar ehrlich erzĂ€hlen die TĂ€nzer aus „Wenn wir erst tanzen“ ĂŒber ihre TrĂ€ume. Hoyerswerda verlor die HĂ€lfte seiner Einwohner, was blieb? Ein TĂ€nzer und ehemaliger Einwohner kam zurĂŒck und grĂŒndete ein Tanz-Ensemble. Jeder kann mitmachen, wer wollte, fĂŒr StravinskiÂŽs „Sacre de Printemps“ trainieren und auftreten. Auch am letzten Festivaltag ließen es sich die Protagonisten nicht nehmen, auf die KinobĂŒhne zu kommen, um Zuschauerfragen zu beantworten. Empfehlenswert!

Richard Siegel Draw a line

Richard Siegal ist gerade in MĂŒnchen wegen des „Dance“ Festivals, so paßte es hervorragend, den Film “Richard Siegal Draw a Line and the ballet of difference“ ĂŒber seine Tanzkompanie anzuschauen und ihn auf der KinobĂŒhne zu erleben. Nicht nur fĂŒr Tanzfans!

„Another Reality“

Mit geschliffenen, nachdenklichen Dialogen brachte uns „Another Reality“ von Noel Dernesch und Olli Waldbauer zum Lachen. Kein Wunder, dass sie den Kino Kino-Publikumspreis abrĂ€umten und der Film demnĂ€chst in die Kinos kommen wird. In Another Reality fĂŒhlen sich die Interviewten als Deutsche mit großem Familienclan aus Migratonshintergrund und doch anders, so bleiben sie eher unter sich in ihrem Berliner Viertel. Ehrlich erzĂ€hlen sie von ihrer kriminellen Vergangenheit, mit der sie nicht nur ihre Familie gefĂ€hrdeten und wie sie sich davon befreit haben. Zwei sind erfolgreiche Musiker geworden, der „Mörder“ Soundtrack zeugt davon.

„Stress“

Jana Irmerts Komposition in „Stress“ von Florian Baron lĂ€ĂŸt dem Zuschauer Raum und schafft es, den permanenten, psychischen Alarmzustand der von Afghanistan-Krieg traumatisierten Veteranen musikalisch fĂŒhlen zu lassen. Er bekam den Musikpreis.

„Die bauliche Massnahme“ ĂŒber den Plan der Österreichischen Koalition, einen 4-Meter hohen Maschendrahtzaun zur Grenze Italiens zu errichten, um FlĂŒchtlinge abzuhalten, erhielt den Viktor DOK Deutsch. Regisseur Nikolaus Geyrhalter gelingt es, die Distanz der Wiener Politiker und der vor Ort lebenden Menschen filmisch eindrucksvoll und gewitzt zu veranschaulichen. Ob im Angesicht der aktuell peinlichen Regierungskrise der Bau noch gelingt, dĂŒrfte fraglich sein. Abhalten lassen sich FlĂŒchtlinge davon sowieso nicht.

Über den Viktor DOK Horizonte, gespendet von der Petra-Kelly-Stiftung, freute sich Tuki Jencquel mit seinem Film „Está todo bien“, der die horrende medizinische Situation in Venezuela an verzweifelten Ärzten und Apothekern beschreibt, die geblieben sind, um zu helfen.

Im richtigen Film fĂŒr Entwicklungshelfer und Politiker „Congo Calling“, erzĂ€hlt Stephan Hilperts vom Dilemma und dem Scheitern europĂ€ischer Entwicklungshilfe, was eigentlich nicht wirklich neu ist. Dass dieser filmische Spagat gelingt, ist nicht zuletzt der unaufdringlichen und gleichzeitig prĂ€zisen Kamera zu verdanken, die den Zuschauer mitnimmt auf eine Reise in das politisch unruhige Herz Afrikas. Er verdiente den Förderpreis fĂŒr Nachwuchsregisseure, vom FFF mit 5000 € gesponsert.

Andreas Hoesslli kehrt 40 Jahre nach der Iranischen Revolution 1979 im Iran und den Streiks der Gewerkschaft Solidarnoƛć 1980 nach Polen zurĂŒck, wo er als Forschungstipendiat von Geheimdienstlern belauscht wurde und diese nun interviewt. Damals lernt er Reporterlegende Ryszard Kapuscinski kennen und erfuhr von den UmbrĂŒchen im Iran. Auch dort befragt er Zeitzeugen. Bruno Ganz fĂŒhrt als ErzĂ€hler durch die Parallelgeschichte von DER NACKTE KÖNIG – 18 FRAGMENTE ÜBER REVOLUTION, der den DOK-INTERNATIONAL, dotiert mit 10000 €, gewann.

Lust auf mehr? dokaroundtheclock.de aufrufen und das ganze Jahr ĂŒber informiert sein, wann und wo ein Dokfilm gezeigt wird. Ab dem 28.5.19 werden Filme von Peter Heller zum Beispiel im Atelier-Kino gezeigt.

Zum Dokfan geworden? Bei dokfans erzÀhlen Regisseure von ihren Projekten, so besteht die Möglichkeit, an dem Entstehungsprozess eines Dokfilmes teilzunehmen und rechtzeitig zu erfahren, wann er in den Kinos zu sehen ist.

Fotocredit: alle Fotos, außer dem Titelfoto, DOKfest

Die gebirgige Schönheit von Tafi del Valle und Fiambala erleben

von Tafi del Valle nach Fiambala im Nordwesten  Argentiniens

Von Tafi del Valle, von Weinreben und Bergen umgeben, hatte ich viel Gutes gelesen, warum nicht einen kleinen Schlenker dorthin machen, dachte ich. Es liegt in einem Tal, so wollte ich mir natĂŒrlich ein Rad leihen. In meinem Guesthaus standen MountainrĂ€der im Innenhof, aber die wĂŒrden ausschließlich fĂŒr gefĂŒhrte Exkusionen benutzt, hieß es. GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit ist nicht die StĂ€rke der Argentinier, besonders nicht, wenn die Siesta naht. Weder vor, noch nach der Siesta war der einzige, andere Fahrradverleih offen. So lief ich einfach zu Fuß los, um zum 10 Kilometer weitem Angostura-See zu gelangen. Es war heiß und staubig, so trampte ich bis zu den berĂŒhmten Hinkelsteinen, dem Park der Menhire, mit Gesichtern und Symbolen versehen. Leider sind sie im Freien vor Korosion ungeschĂŒtzt.

Der Parque de Menhire zeigt mit 2000! Jahren die jĂŒngsten Hinkelsteine, die jemals gefunden wurden. ZurĂŒck nahm mich nach mehreren Tramp-Versuchen und drohendem Donnergrollen ein PĂ€rchen aus Buenos Aires mit.

Fiambala liegt nicht weit von den schneebedeckten Anden, das wollte ich sehen! Schon im Dorf konnte ich die umliegenden Berge sehen und radelte ein StĂŒck mit dem Mountainbike des Besitzers vom Don Pedro Hostel los. Schon nach ein paar Minuten tat der Sitz weh, also gab ich auf. Unbequeme Leih-RĂ€der gehören zu den Argentinischen SpezialitĂ€ten.

Weintrauben satt im Garten mit Aussicht!

Im Hostel-Garten wuchsen die Weinreben, herrlich! Mit Eliza aus Italien, Jimena aus Cordoba, Argentinien und Gustavo aus Brasilien fand ich Mitfahrer fĂŒr einen Ausflug in die Berge.

Die Landschaft war mal wieder atemberaubend schön!

Pissis, der Àlteste Vulkankrater der Welt

Bis zur Chilenischen Grenze ging unsere Jeep-Tour durch die WĂŒste zu den Sechstausendern.

 

Von weitem konnten wir an der Chilenischen Grenze die Sechstausender Incuahasi, San Francisco und den el Muerto erkennen.

Los Seismiles, die Fast-Siebentausender

Tipps fĂŒr Tafi del Valle:

andere Orte sind schöner und interessanter, fĂŒr Vegetarier uninteressant!

UnterkĂŒnfte kann ich nicht empfehlen, nur nicht inÂŽs kĂŒhle und unsaubere Nomade Hostel gehen!

ansonsten kann man einige kleine Wanderungen auf eigene Faust unternehmen und Radfahren, wenn man die Verleiher ĂŒberreden könnte…

Tipps fĂŒr Fiambala:

UnterkĂŒnfte:

Das Don Perdo Hostel ist nicht besonders sauber, hat einen schönen Garten zum Chillen und ist eigentlich die einzige Möglichkeit, als Alleinreisende Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man die sehr empfehlenswerte Vulkankrater und Berg-Tour bei der neben dem Hostel liegenden Agentur buchen sollte,

in Chile gibt es Àhnliche Touren, nur zu horrenden Preisen!

sonst ist in dem Ort NICHTS los, wir haben selber gekocht

in der Umgebung gibt es durchaus mehr zu entdecken, die Magischen oder die DĂŒnen von Tatin sowie 3 verschiedene Thermen, fĂŒr die man Eintritt bezahlen muß, teilweise mit dem Bus oder per Tour erreichbar, da ziehe ich doch die natĂŒrlichen in Thailand vor…

Als Vegetarierin durch Argentinien, DiÀt inklusive

Ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Argentinien. Mit dem Bus eingetroffen, hatte ich eingecheckt und begab mich auf einen Spaziergang durch den Ort. Mein Magen fing an zu knurren, es war etwa 15 Uhr. Alle LÀden waren geschlossen, sogar die SupermÀrkte!

Nur ein paar Kioske mit Chips und SĂŒĂŸigkeiten hatten auf. Es mußte doch irgendwo eine BĂ€ckerei geben? Leider beschrĂ€nkte sich das Angebot auch hier nur auf PappsĂŒĂŸes und Kaffees mit sĂŒĂŸen „Croissants“, Medialunas genannt. Was wohl „Mr. Dog“ ist? Essen die Hunde? Nein, damit sind Hotdogs und anderes Fast Food gemeint.

Bei dem exzessiven Fleischkonsum hier samt dem grĂ¶ĂŸten Anbaugebiet von Soja wird bald nichts mehr von der grĂŒnen Lunge der Welt ĂŒbrig bleiben und das Weltklima nicht besser. Muß alles gebraten, sĂŒĂŸ und/oder fett sein? Vegetarische Angebote in Restaurants beschrĂ€nkten sich auf seltsame „Pizza“, „Pasta“ mit Tomatensauce oder gemĂŒsegefĂŒllte Teigwaren. Es war zum Verzweifeln! Die ersten Tage in Argeninien hatte ich zwangslĂ€ufig abgenommen. Yoghurt, Milch und Artesanal-Bier waren teurer als Wein und in Europa.

Abends spazierte ich hungrig in Buenos Aires die Calle Alfonso Alsina nahe der Plaza de Mayo entlang und sah gutgelaunte junge Leute in einer Bar draußen sitzen. Drinnen probierte ich vegetarische Vollkornsandwiches, saftig und megalecker samt Weißbier aus Patagonien zum stolzen Preis! Endlich gab es etwas AnstĂ€ndiges zu Essen!

die Rettung naht im El Toro, Alfonso Alsina, Buenos Aires

Nach einem wundervollen Jazzclub-Besuch mit einem einheimischen Bekannten, meinte er, wir gehen noch Pizza essen und Wein trinken. Das klang gut, dachte ich. Neonlicht blendete mich, als wir die „Pizzeria“ betraten. Am liebsten wĂ€re ich gleich hinausgelaufen, was unhöflich gewesen wĂ€re. Also sah ich zu, wie er, Vegetarier, eine mit kiloweise KĂ€se ĂŒberbackene Pizza auf dickem Teig verspeiste und dazu sĂŒĂŸen Moscato-Wein trank.

In Tilcara, im Norden Argentiniens wurde mein Magen mit frischen Empanandas, gefĂŒllt mit Spinat, KĂ€se und Quinoa im lokalen Markt belohnt.

mit Hummus gefĂŒllte Auberginen und Salat im Vaikuntha, Salta

In Jujui und Salta im Norden Argentiniens gab es immerhin exzellente vegetarische Restaurants, von Einheimischen und Touristen gut besucht.

endlich vegetarisch genießen im Madre Tierra, Jujui

Buntbemalte WĂ€nde in Mendoza machten mich neugierig. El Vegetariano, endlich die Rettung! Zweimal war es geschlossen, dann konnte ich das variantenreiche Buffet inspizieren. Leider sollte ich die Speisen, die heiß besser munden, mit der Mikrowelle aufwĂ€rmen und alle Speisen zum Mitnehmen wurden, wie alles, in Plastik verpackt.

das wundervolle Salatbuffett im Vegetariano

Schade! Sogar im CafĂ© „Green Eat“ wird alles in Plastik verpackt, auch wenn man im CafĂ© essen will. Oft waren mir die Menu del Dia, die Tagesmenues, zu reichhaltig, so ließ ich mir Übriggebliebenes in meinen wiederverwendbaren Kaffeebecher einpacken.

Tipps fĂŒr verzweifelte Vegetarier:

am besten selber kochen! und auf Maps Me probieren, ob es die dort angegebenen Veggie-Restaurants noch gibt

El Toro in Buenos Aires hat gute, saftige Veggieburger, eine Seltenheit!

Casa de las Empanandas in Cafayate bietet frischgemachte, variantenreiche, vegetarische Empanandas

El Vegetariano in der Alem 74, Mendoza hat Öffnungszeiten nach Laune wie in vielen GeschĂ€ften, bei meinen Besuchen hatte es ca. von 12-15 Uhr auf

Madre Tierra mit nettem Innenhof in Jujui gehört zu den besten vegetarischen und veganen Restaurants, die ich in Argentinien besucht habe

Vaikuntha in Salta, Leguizamon 450, hat ebenfalls leckere Veggievariantionen

Umwelttipps:

Ich nehme immer meinen wieder verwendbaren Kaffebecher und abgewaschene PlastiktĂŒten mit, um mir zuviel Essen einpacken lassen zu können, um die Plastikverpackung zu vermeiden, von Plastikvermeidung hat hier noch nie jemand gehört, genauso wie im 3. Welt-Land Myanmar...

Wein, MĂ€nner-Gesang und atemberaubende Fels-Formationen in Bolivien und Argentinien

Was ist schöner, die Weinregionen Tarifa in Bolivien oder Cafayate in Argentinien? Eins zu null fĂŒr Argentinien!

Tarija, auf 2000 Metern Höhe gelegen, empfang mich mit dunklen Wolken. Da die Weinverkostungen per Rad nur im dicken Straßenverkehr zu erreichen waren, entschloß ich mich, an einer gefĂŒhrten Tour teilzunehmen. Die Gruppe war auch vor jeglicher Verkostung ganz lustig, kaum am ersten Weingut angekommen, begann es zu regnen. Zuerst probierten wir von einer Art mildem Brand, genannt Singani, gottseidank ich zuerst pur, die anderen durften sich den Geschmack mit sĂŒĂŸer, warmer Limo komplett verderben lassen.

der Malbec macht Laune!

Beim Weingut Los Parrales sahen wir bei der Weinpressung zu und probierten vom leckeren Weißwein, Cabernet Sauvignon und sĂŒffigem Malbec. Beim Biowein eines anderen Weinguts wurden uns leider nur seltsam anmutende Tropfen angeboten.

Der kĂŒhle Dauerregen vertrieb mich dann aus dem leider verkehrsreichenTarija, Spazierengehen bringt mir weder bei Regen, noch beim Abgas-Einatmen Spaß! Da half auch nicht die Skulptur eines verspeigelten Weinglases mit Blick auf die Stadt.

Der direkte Nacht-Bus brachte mich nach Salta in Argentinien, damit es nicht zu langweilig wurde, durften wir bei Nieselregen zwei Stunden an der Grenze warten. Vielleicht hĂ€tten wir unsere mitgebrachte Weine auspacken sollen? Noch unangenehmer, als ich vor MĂŒdigkeit vergaß, daß es in Argentinien eine Stunde spĂ€ter ist. So verpaßte ich den Anschlußbus nach Cafayate und mußte totmĂŒde 3! Stunden warten. Die Busfahrt durch die fantastische Landschaft entschĂ€digte mich fast fĂŒr alles.

In Cafayate angekommen, kannte meine Begeisterung fĂŒr den sonnenverwöhnten Ort mit Rundumaussicht auf die Berge in allen Farben keine Grenzen.

Dazu kamen die Weinverkostungen an jeder Ecke, wenig Autoverkehr, stattdessen fuhren sogar die Einheimischen Fahrrad! Ausleihen war nicht ganz billig, zwischen 10 und 15 Euro. Leider gab es nur ein Cityrad, dessen Bremsen nicht funktionierten oder gute, aber zumindest fĂŒr Frauen extrem unbequeme Mountainbikes.

Quaca-Weine, Cafayate, Argentinien

Das Weingut Quaca bot kostenlose Verkostungen und FĂŒhrungen an, das engagierte Personal fĂŒhrte mich mit halbwegs verstĂ€ndlichem Spanisch herum, der Wein war köstlich, die Preise unglaublich preiswert! Danach lockte mich das empfehlenswerte Weinmuseum, am Eingang wird visuell geschwĂ€rmt, wie ideal die Lage in Cafayate mit seinen warmen Tagen und kĂŒhlen NĂ€chten ist, anschließend wird die Geschichte des Weinanbaus in Cafayate erzĂ€hlt, die im 16. Jahrhundert begann.

Die Fahrradverleiherin an der Plaza bot mir an, an ihrer Tagestour in die Quebrada de Conches in Richtung Salta teilzunehmen, dann bekomme das Rad am nÀchsten Tag zum Superpreis. Die Sonne brannte, so fand ich es eine gute Idee und wir konnten die fanatastischen Felsformationen von Nahem anschauen beziehungsweise erklettern.

Am nĂ€chsten Tag bestieg ich dann das Mountainbike, um die staubige Straße in Richtung der WasserfĂ€lle der Rios Colorados zu erklimmen. Mit dem Rad ganz machbar. Am Eingang mußte ich mich registrieren und bekam ein Guide-Angebot, daß ich ablehnte. Der „Weg“ zu den WasserfĂ€llen war nicht immer leicht zu finden, es gab deren mehrere und anscheinend mußte ich immer wieder den kleinen, aber reißenden Fluß ĂŒberqueren. Irgenwann wußte ich nicht weiter und wurde von einem weiblichen Guide, gefragt, ob ich mich den anderen beiden Argentinierinnen anschließen möchte. Ok, meinte ich, wenn es nicht mehr als 3 Stunden dauert.

So sprangen wir xmal ĂŒber glitschige Steine zur FluĂŸĂŒberquerung, kletterten senkrechte Felsen hoch und hangelten uns an schwindelerregenden AbhĂ€ngen entlang. Da gab es kein zurĂŒck. Ich klettere gern, aber das war halsbrecherisch.

Nachdem wir noch den Aussichtspunkt erklommen hatten, ging es gottseidank nach 5! Stunden einen einfachen Feldweg zurĂŒck. Die Guide-Frau wollte pro Stunde bezahlt werden! Ganz schön unverschĂ€mt, ich gab ihr etwas weniger und Ă€rgerte mich trotzdem, da es fĂŒr eine Weinprobe im nahen Weingut Las Nubes zu spĂ€t war.

Vor der Pena-Folklore ist man in ganz Cafayate nicht sicher. Am besten gefiel es mir in meinem Lieblingsrestaurant Casa de Las Empanadas, welches weniger touristisch ist. Hier genoß ich bei frischen, vegetarischen Empanadas mit einer Karaffe Wein dann den Gesang einers Folklore-SĂ€ngers mit Gitarre. Angenehm unaufdringlich von der LautstĂ€rke fragte er erst die GĂ€ste, woher sie kommen, dann wurden traditionelle Pena-Lieder vorgetragen.

Tipps fĂŒr Tarija:

Geld abheben:

die Mercantil Bank verlagt keine GebĂŒhr beim ATM

Unterkunft:

Das Kultur-Berlin Hostel fĂŒhrt eine freundliche Frau, die liebevoll das leckere FrĂŒhstĂŒcksbuffet mit Fruchtsalaten, gutem Brot und Eiern zubereitet, die Zimmer sind sauber und gut ausgestattet, das Wifi gut, im Innenhof lĂ€ĂŸt es sich gemĂŒtlich entspannen

auch schön zum Anschauen, das gĂŒnstige, gute Veggie-Restauant in Tarija

Es gibt ein tolles, von Einheimischen gut besuchtes Veggierestaurant in derselben Straße, das natĂŒrlich nur zum Mittagessen auf hat

Radfahren dĂŒrfte hier keinen Spaß bringen, auf den viel befahrenen Straßen ist kein Platz dafĂŒr

Tipps fĂŒr Cafayate:

gĂŒnstig Geld umtauschen oder abheben:

in der Pharmacy an der Plaza kann man ohne Wartezeit wie bei der Bank gĂŒnstig Geld umtauschen, die Banco Nacional verlangt beim ATM die HĂ€lfte von der Macrobank

AusflĂŒge:

Das Weinmuseum anschauen!

unbedingt ein Rad ausleihen, vorher die Bremsen und alles andere prĂŒfen, den Sitz einstellen und gut befestigen, ich lieh meins bei IPUNA am Plaza aus, die auch Touren veranstalten

die Touristeninformation an der Plaza gibt Karten aus und gute Infos, im Gegensatz zum unsĂ€glichen Lonely Planet, zu den Weinverkostungen und wie man wo hinkommt, zum Beispiel kann man zur Quebrada de Conches im Bus das Rad mitnehmen und auf der alphaltierten Straße zurĂŒck radeln, zu den WasserfĂ€llen kann man gut radeln, mit Guides vorher alles ausmachen,  ohne Guide Maps Me benutzen und den gewanderten Weg markieren, dann sollte man auch zurĂŒck finden oder einfach am Fluß entlang spazieren, Wanderschuhe sind fĂŒr beide unabdingbar!

UnterkĂŒnfte:

das Backpackers unweit vom Busbahnhof bot ein Zimmer an, bei dem man die TĂŒr nicht schließen konnte, sie blieb einen halben Meter auf, einladend fĂŒr streunende Hunde, Katzen und was sonst noch herumfleucht, passend dazu sahen die Bettlaken gebraucht aus,

einen Block weiter an der Ecke stieg ich im San Jorge mit neuen, kleinen, sauberen Zimmern gĂŒnstig ab, das Wifi wurde anscheinend nicht bezahlt und folglich funktionierte es nicht, der Besitzer meinte wie so oft, das ginge in der ganzen Gegend nicht,

Da ich etwas schreiben wollte, zog ich 200 Meter weiter inÂŽs Terra Andina um, mit schönenm Innenhof zum Hinsetzen mit schnellem Wifi. Ein Zimmer ließ sich nicht abschließen, da der vorherige Mieter weg war; so wurde ich inÂŽs andere Zimmer mit SchlĂŒssel verlegt, der auch unnĂŒtz war, da das Abschließen nicht funktionierte, im „modernen“ Argentinien nicht ungewöhnlich; die nette Familie paßte gottseidank auf meine Sachen auf

Vegetarisch Essen:

an der Plaza lauern die ĂŒberteuerten Touristenfallen, daher lieber

leckere Empanadas und einige andere Veggie-Variationen im Casa de las Empanandas verputzen, das grĂ¶ĂŸere ist schöner!

Schön sitzt es sich im Innenhof des Restaurants vom biologischen Nanni Weingut, die Kulinarik ist bescheiden, die Weindegustation jedosch zu empfehlen

am Mercado lĂ€ĂŸt es sich unter Einheimischen draußen sitzen und gĂŒnstig vegetarische Tamales (Im blatt eingelegtes GemĂŒse mit Quinoa) oder Pasta probieren

 

 

 

 

 

 

 

 

Samaipata, das entspannte Wanderparadies in Bolivien

Vagabundo hieß das Hostel, in dem ich mich im 3000 Seelen-Ort Samaipata einquartierte und am nĂ€chsten Tag gleich ein Upgrade in ein Appartment mit Balkon und Salon inklusive KĂŒche bekam, da das Hostel mit Gruppen voll wurde. AusgerĂŒstet mit AktivitĂ€ten-Infos von Besitzer Thomas, machte ich mich auf den Weg zum nahen „Hausberg“. Nur ein PĂ€rchen und drei Pferde kreuzten meinen Weg mit tollem Ausblick auf die unliegenden Berge. Herrlich, mal abgasfreie Luft zu schnuppern!

Am nĂ€chsten Tag traf ich auf Elena und wir machten uns auf eine 15 Kilometer-Wanderung. Es war heiß, einmal liefen wir zu weit und unsere Wasserflaschen leerten sich, als wir ein GebĂ€ude entdeckten mit einer offenen TĂŒr. Es war ein Laden und die VerkĂ€uferin fĂŒllte gratis unsere Flaschen auf. Gerettet, dachten wir auf dem RĂŒckweg, der nicht enden wollte. An jeder Kurve hoffte wir auf einen Blick auf Samaipata, Pustekuchen!

KĂŒhe statt Wasser

Da hörten wir ein Auto hinter uns, eine Ambulanz. Noch brauchten wir keine und wurden hochtot im Gesicht und verschwitzt mitgenommen. Gehörig durchgeschĂŒttelt stellte ich mir vor,  wie ein Kranker bei dem Geschaukel leiden mĂŒĂŸte.

auf dem Weg nach el Fuente

Lockere 9 Kilometer per pedes die wenig befahrene Straße entlang, inklusive wunderschönen Aussichten, trafen wir auf El Fuente, ein PrĂ€kolumbianisches UNESCO Welt Kultur-Erbe, wo Spanier, Incas und ChanĂ©s sich wegen der strategisch gĂŒnstigen Höhenlage bekĂ€mpften. Es war nett, den Weg entlang zu laufen und gegenĂŒber die Berge des Amboro Nationalparks zu entdecken, wo sich dunkle Wolken zusammenbrauten. Da ging ich lieber etwas schneller zum Eingang zurĂŒck. Gute Idee! Der Regen ließ nicht auf sich warten und wir hatten GlĂŒck, ein Jeep brachte uns fĂŒr einen sehr gĂŒnstigen Preis zurĂŒck nach Samaipata, wĂ€hrend der Regen auf das Autodach prasselte.

el Fuente, sieht aus wie ein riesiges, auf-dem-Bauch-liegendes Wesen aus Stein

Seitdem ließen sich die dunklen Wolken in Samaipata nicht mehr vertreiben und ich ĂŒberlegte am nĂ€chsten Tag, ob ich mich einem Ausflug zum Amboro Nationalpark anschließen sollte. Die Straßen waren grottenschlecht, da nĂŒtzte unserem Fahrer sein 4-Radantrieb-Aufkleber nichts mehr. Der Wagen schlitterte und rutschte gefĂ€hrlich ĂŒber die schlammige Straße, bis wir festsaßen und 3mal aussteigen durften, um zu schieben, bis es nicht mehr weiterging.

Das andere Auto mit echtem 4-Radantrieb kam zurĂŒck, wer weiter wollte, mußte trotzdem 2 Stunden lĂ€nger hin- und zurĂŒck durch den Schlamm wandern plus 4 Stunden durch den Park. Ich hatte die Nase voll, da ich den Transport zum Park bezahlt hatte und das andere Auto brachte mich und eine Brasilianerin zurĂŒck. Erst nach langen Diskussionen mit der Agentur Michael Blindinger bekam ich die HĂ€lfte meiner Zahlung zurĂŒck, die Besitzerin behauptete immer wieder, unser Wagen hĂ€tte einen Vierradantrieb. Seltsam, daß sich nur die die HinterrĂ€der bewegen konnten…

Samaipata Tours bot eine Wander-Tour von der anderen Seite des Amboro-Parks am nÀchsten Tag an und diese war fantastisch. Verschwitzt vom Auf- und Abwandern samt atemberaubender Aussicht konnten wir uns dann in den WasserfÀllen erfrischen.

am Tag danach…

An meinem letzten Tag feierten wir im La BohĂšme meinen letzten Abend mit Wein, Bier, Live-Musik und Tanz, so mancher ging gar nicht erst in Bett…

Tipps fĂŒr Samaipata:

AusflĂŒge:

Viele Wanderungen kann man auf eigene Faust machen, so zum Beispiel nach el Fuente,  hin und zurĂŒck sind es etwa 18 Kilometer, das Museum im Ort kann man sich sparen

In den Nationalpark Amboro darf man nur mit einem Guide, wer die Wege nicht kennt, dĂŒrfte sich dort verirren, unbedingt Wanderschuhe anziehen!

Zoo el refugio

per kurzem Fußweg von Samaipata zu erreichen ist der el Refugio, dort werden verletzte Tiere aufgepĂ€ppelt.

so anschmiegsam kann ein Stachelschwein sein!

Es bringt unheimlich Spaß, heumzulaufen und in den Gehegen die frei herumlaufenden, scheuen, Lianen-schwingenden KapuzinerĂ€ffchen, freche Tukans, die Rafael an der Nase pickten, Hasen und Lamas zu beobachen, mit anschmiegsamen Stachelschweinen und NasenbĂ€ren zu kuscheln sowie an der schwingenden Strickleiter herunterzuklettern.

blitzschnell ist die Banane weg…

Unterkunft:

Vagabundo ist ideal fĂŒr Alleinreisende, um Gleichgesinnte kennenzulernen, hat gĂŒnstige, aber hellhörige Zimmer, mit zum Teil renovierungsbedĂŒrftigen Gemeinschafts-BĂ€dern, wer in einer Gruppe reist, sollte versuchen, in dem Appartment mit 3 Zimmern unter zu kommen,  gutes Wifi dort im Salon und im Hostel im FrĂŒhstĂŒcksraum an der Straße

Das Landhaus ist auch schön, allerdings schwierig zu reservieren, da auf emails nicht geantwortet wurde, eher fĂŒr Familien, Gruppen oder PĂ€rchen geeignet

in Restaurants & Cafés vegetarisch essen:

Café Arte ist wunderschön bemalt, hat leckere KaffeespezialitÀten und auch vegetarische Snacks und Kuchen, das Wifi funktioniert schnell!

La Chacana hat eine gute vegetarische Auswahl, auch fĂŒr das gĂŒnstige Menu del Dia, schmeckt besonders gut mit dem sĂŒffigen, Bolivianischem Teruno Aranjuez Rotwein

La cocina hat saftigen Falafel und andere schmackhafte, orientalische SpezialitĂ€ten, wem es dort wegen des Neonlichts und der LautstĂ€rke zu ungemĂŒtlich ist, kann sich sein Essen auch inÂŽs La BohĂšme bringen lassen, das sich abends in eine nette Bar verwandelt

Hin- und Weiterfahrt:

geht mit einem langsamen, großen oder einem schnelleren Kleinbus, der erst fĂ€hrt, wenn er voll ist, mit Wartezeit ist zu rechnen, Sonntags fĂ€hrt er nur vormittags, der große Bus um 14 Uhr