Archiv der Kategorie: Indien

SĂŒd-Indien mal anders: Luftkur in den Nilgiri Hills, Riesenfelsen in Hampi & Karneval in Goa

Von Tamil Nadu ĂŒber Karnataka nach Goa

Bei der berĂŒhmten Blue Mountain Railway in die Nilgiri Hills waren alle Tickets ausverkauft, daher nahm ich schweren Herzens den Bus nach Kodaikanal, um dem LĂ€rm und Schmutz der StĂ€dte Tamil Nadus zu enkommen. Entlang der unvermeidlichen Souvenirstaßen gelangte ich zum „Aussichtspunkt“, der komplett im Nebel verschwand.

Das trĂŒbe Wetter motivierte mich zum Weiterziehen nach Ooty, ein knuffiger Ort auf 2000 Metern, von den EnglĂ€ndern zur Erholung von der Hitze genutzt.

Kolonialhaus in Ooty
Kolonialhaus in Ooty

Im Refection Guesthouse mit wunderschönen Zimmern kam ich  im familiÀren Esszimmer gleich mit anderen Reisenden inŽs GesprÀch.

Das tollste am Reisen sind die Menschen, die man kennenlernt, zum Beispiel einen Stuttgarter, der quer durch Indien mit dem Rad fĂ€hrt und meint, das es weniger stressig wĂ€re, als den lokalen Bus zu nehmen. Da hat er gar nicht so unrecht, die Inder fahren wie die VerrĂŒckten und wer beim Hupen nicht beiseite springt, hat Pech gehabt. Als Radfahrer dĂŒrfte es nicht ganz ungefĂ€hrlich sein.

Mit Mongolia können sie allerdings nicht mithalten, die scheinen einen Sport daraus zu machen, jemanden umzufahren, erzĂ€hlte mir ein ehemaliger Pilot, der jahrelang mit seiner Freundin um die Welt reist. Er hat bereits die Welt umsegelt, Indien, Afrika und SĂŒdamerika mit dem Motorrad zu durchqueren steht diesmal auf dem Plan.

Eine Deutsche aus Chiemsee, die noch nie in Asien war, sich erst mit digitalen Fotoapparaten und Internet anfreunden muss, hat den Mut, ausgerechnet mit Indien ihre mehrmonatige Reise zu beginnen. Bin gespannt, wie ihr es ergeht.

 

Indien 2011 185 Zusammen machten wir eine  Wander-Tour  durch die Teeplantagen und genossen auf einem Berg einen herrlichen Rundblick.

Indien 2011 210So genossen wir die Stille. Indien 2011 207auf dem RĂŒckweg stillten wir unseren Hunger traditionell Indisch

Thali auf Bananblatt
mit den Fingern schmecktÂŽs am Besten!
mit den Fingern schmecktÂŽs am Besten!

Die Pilgerstadt Hampi in Karnataka, war meine nĂ€chste Destination. Kleine Gassen, in denen Farhzeuge nicht zugelassen sind, wurden hauptsaechlich von Kuehen beherrscht, so dass die Einwohner beim Beseitigen ihrer Hinterlassenschaften gar nicht nachkamen. Eines Nachts, nach einer „verbotenen Party“, da Bier im heiligen Hampi nicht erlaubt ist, mit besonders huebschen Indern (das muss erwaehnt werden, da der Durchschnittsinder ab 25 kontinuirlich zunimmt und sein Gesicht von einem ueberdimensionierten Schnurrbart beherrscht wird) auf pechschwarzem Weg trat ich prompt in eine Kuflade. Nirgends konnte ich meine Sandale saeubern. Erst in meinem Zimmer war es moeglich. Den Rest besorgten dann netterweise die Guesthousemitarbeiter.

Wunderbar, die umliegenden Tempel in der Steinlandschaft zu erkunden, die aussieht, als haette ein Riese Mikado gespielt.

Es soll sogar Kletterverrueckte geben, die sich in die abenteuerlich geschichteten Steingebilde wagen. Ein Erdbeben moechte ich hier nicht erleben!

Einmal durfte ich sogar einer Hochzeitszeremonie beiwohnen, leider nicht der Feier. Es ist nicht ungewöhnlich, daß Reisende von Indern dazu eingeladen werden.

Von Hampi nach Goa soll es einen Direktzug geben, also nahm ich um 5 Uhr frĂŒh ein Taxi, um zum Bahnhof zu kommen. Der Zug fiel aus und so begann eine zĂ€he, um fĂŒnf Stunden verlĂ€ngerte Odyssee mit Taxi, Bus und Zug statt gemĂŒtlich im Zug durchzufahren.

Also musste ich zur Erholung an den naechstmoeglichen Strand. Die Wahl in Bernaulim  ist gar nicht schlecht, da es in „Partyorten“  wie Baga und Vagator nur von Busladungen glotzender, betrunkener Inder sowie westlichen Pauschaltouristen-Gruppen wimmelt. Hier in den Strandbars lockt fast taeglich Live-Musik, bei der ordentlich abgtanzt wird, kulturuebergreifend sozusagen. Wenn der Inder mal losgelassen wird, kann er sich richtig gut bewegen und ich hatte Riesenspass.

Taeglich werden hier in Goa Carneval Partys angekuendigt mit Bands, Akrobaten und Ministern als Special Guests, ha ha, diese sind wegen extremer Korruption nicht gerade beliebt in Indien. Warscheinlich kann sich der Normal-Inder das auch nicht leisten. Frauen ohne maennliche Begleitung zahlen keinen Eintritt, das sind natuerlich nur Auslaenderinnen, die nicht wissen, dass die Gefahr gross ist, von Angetrunkenen belaestigt zu werden. Das soll auch bei den Umzuegen passieren.

Salsa Tanzen sogar im Minirock, eine Seltenheit in Indien

Ich wurde nicht belĂ€stigt, sondern amĂŒsierte mich beim Zuschauen der farbenfrohen UmzĂŒge. Lustig und kreativ verkleidete Inder begleiten die UmzĂŒge oder tanzen auf den WĂ€gen.

Wie in der ganzen Welt ĂŒblich, gibt es auch hier kritische Aktionen wie die Weltkugel als MĂŒllhalde. Ironischweise ist es in Indien normal, daß MĂŒll einfach fallengelassen wird.

In Arambol im Norden Goas sollen sich im Winter Musiker aus aller Welt treffen, also nichts wie hin! Zum Sonnenuntergang wird am Strand getrommelt und getanzt.

Abends spielten ein paar Bands Rockcoversongs, die internationale Musikszene konnte ich leider nirgendwo entdecken.

der nette Stand ist duch die Souvenirmeile zu erreichen

Macht nichts, der Strand ist angenehm entspannend, kein Vergleich zum Touristenstrand Anjunas, der ersten Hippieenklave Goas.. Wer mag, kann sich hier Taschen und T-Shirts mit individuellen Motiven besticken lassen .

 

Wenn frau sich unsicher ist, ob sie eine Reise nach Indien wagen soll, wird sie bei www.zwei-welten-reisen.de von frau zu frau gut beraten und kann sich individuell die Reise zusammenstellen lassen.

 

Indische Heilung in Kerala, EdithÂŽs Abenteuer & Tempel in Tamil Nadu

Von Kovalam, Kerala nach Madurai und Trichy in Tamil Nadu.

Schnee, Eis und Regen verjagen mich regelmĂ€ĂŸig im Winter in wĂ€rmere Gefilde. Nachdem ich ein dreiviertel Jahr an meinem Tennisarm laboriert hatte und mein Arzt mit Operation drohte, da sĂ€mtliche teuren Therapien nichts halfen, beschloß ich stattdessen, Edith aus Aachen in ihrem Haus in Kerala, Indien  zu besuchen.

mein GÀstehÀuschen
mein GÀstehÀuschen

Im Paralleluniversum Indien bei angenehmen 28 Grad empfahl sie mir einen Ayurveda Arzt, der mich eine Woche mit ayurvedischer Medizin versorgte und durchmassierte. War es die WĂ€rme oder Ayurveda, wundersamerweise waren die Schmerzen fast wie weggeblasen! Mein Arzt empfahl mir, hierzubleiben. Das macht Edith immer mehrere Monate im Jahr und sie ist nicht die einzige.

der Weg von EdithÂŽs zum Strand
der Weg von EdithÂŽs zum Strand

Der Strand, gesĂ€umt von Restaurants und Souvenir-Shops, wird leider auch von respektlos-anzogenen Touristen bevölkert, fĂŒr jeden Ästheten ein Horror. Aus zu kurzen Hosen oder Röcken quillt das Fett heraus. Dagegen sind die Inder immer tiptop und meistens ihrer Tradition entsprechend gekleidet.

Da hilft nur, sich in die Wellen zu stĂŒrzen oder zu surfen!

Strand von Kovalam
Strand von Kovalam

Meine Gastgeberin ist hier bekannt wie ein bunter Hund und es vergeht kaum ein Tag ohne Besuch von Dorfbewohnern. Wunderbar, Indien mal von der anderen Seite kennenzulernen! Inderinnen sind selbstverstĂ€ndlich nicht dabei, sie haben das Haus zu hĂŒten.

EdithÂŽs GĂ€ste
EdithÂŽs GĂ€ste

Am tollsten sind aber Edith‘ s nicht endenwollende Stories aus ihrem bewegten Leben, kaum etwas, das sie noch nicht ausprobiert hat.

1968 wurde sie, damals noch Edith Baumann, von einem Segelyachtkonstuckteur fĂŒr die Einhand-Atlantikregatta von Plymouth nach Newport engagiert. Er erhoffte sich davon Publicity, da sie die einzige und erste Frau wĂ€re.  In der Bretagne lernte sie ein Jahr lang Segeln und Navigieren.

Beim Singlehanded Tranatlantic-Race geriet sie wie viele andere Segler vor den Azoren  in einen Hurrican. 11 von 37 Booten kamen in Newport an,  sie musste das Boot im Atlantik lassen und wurde von 400 Franzosen eines FlugzeugtrĂ€gers gerettet. Nur mit ihrer Handtasche bewaffnet wurde sie von französischen Zoll aufgehalten. Diese wunderten sich ĂŒber die Kondome, ihre Antwort: „sailors have a girl in every port, i have a boy in every port“.

Als erste Frau bei dieser Regatta machte sie weltweit Aufsehen. Das Buch ĂŒber dieses Abenteuer „Seule 25 jours contre l ‚ Antlantique“ bei Flammarion gibt‘ s  auf Italienisch und Französisch. Sie engagierte eine PR-Agenur und verdiente genug, um die ganze Welt zu bereisen.

Edith 1968
Edith 1968

Trotz ihrer aufregenden Abenteuer-Geschichten wollte ich Madurai, einen Pilgerort in der Nachbarprovinz Tamil Nadu erkunden, obwohl angeblich jetzt die Partysaison in Kovalam beginnen soll. Da das letzte Restaurant hier bereits auch mit Bestechung um 24 Uhr schloß, geht‘ s dann manchmal bei EdithÂŽ s weiter.

Blick von der Hoteldachterasse
Blick von der Hoteldachterasse

In meinem Hotel in Madurai, Tamil Nadu, stellte sich die Dachterrasse als Geheimtip in Travellerkreisen heraus, es war schattig, den Stuhl nahm man sich aus dem Zimmer mit, und so war man dem Verkehr mit Radlern, KĂŒhen, hupenden Autos, Bussen und MotorrĂ€dern in den engen Strassen entkommen.

Verkehr in Madurai
Verkehr in Madurai

Stattdessen hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Tempel.

Einen ruhigen Platz in Indien zu finden ist Gold wert. Vielleicht haben die Inder deshalb eine so geringe Toleranzgrenze und werden schnell agressiv, weil sie den LĂ€rm gar nicht wahrnehmen, die Auswirkungen aber sehr wohl da sind?

kulinarische SpezialitÀten am Wegesrand
kulinarische SpezialitÀten am Wegesrand

In Trichy, berĂŒhmt fĂŒr den grössten Tempel in SĂŒdindien, fand ich zwar ein guenstiges, sauberes Zimmer, der Busbahnhof in der NĂ€he sorgte fĂŒr genĂŒgend GerĂ€uschpegel, um nicht zu sehr zu entspannen.

Trichy Tempelanlage
Trichy Tempelanlage

Im Einheimischen Restaurant nebenan wurde man mit Trillerpfeife berĂŒsst, ich aß hervorragend, aber die Busse und GĂ€ste sorgten dafĂŒr, dass ich mich dort nicht lange aufhalten wollte.

Mit dem Bus ließ sich die weitlĂ€ufige Tempelanlage von Trichy gut erreichen. Den Eingang sĂ€umten unzĂ€hlige Souvernirshops. Hier gibt es wie in fast allen Tempeln Trinkwasser und ab jetzt fĂŒlle ich meine Flasche immer auf, Plastik liegt hier bereits genĂŒgend herum. AuslĂ€ndische Touristen waren rar, so wurde ich immer wieder freundlich angesprochen und gebeten, Fotos zu machen.

Indien 2011 133Auf der Strasse locken mir unbekannte Köstlichkeiten, die es zuprobieren gilt, hier die heiße sĂŒĂŸ-gewĂŒrzte Bombay-Milch.

Bombay Milk
Bombay Milk

Das Rock Fort soll auf einem der Ă€ltesten Felsen der Welt stehen, von dem ich die herrliche Aussicht genoß, als ich von netten jungen Tamilen umringt wurde, die unbedingt mit mir fotografiert werden wollten. Einer schaffte es tatsĂ€chlich, ein Foto zu schiessen.

Am Abend wurde ich von einem Inder auf Französisch angesprochen, er lud mich ein, ihn und seine Studenten doch am nÀchsten Morgen zu besuchen.

Die Hotelangestellten mussten sich nachts nebenan so laut unterhalten, dass ich am nĂ€chsten Morgen verschlief. Diese verstanden gar nicht, was ich wollte, als ich sie bat, etwas leiser zu sein, sondern fragten: “ do you need a new sheet or do you have insects?“

 

Wenn frau sich unsicher ist, ob sie eine Reise nach Indien wagen soll, wird sie bei www.zwei-welten-reisen.de von frau zu frau gut beraten und kann sich individuell die Reise zusammenstellen lassen.

 

Geier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in Rishikesh, Indien

Geier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in Rishikesh

Orcha, im 16. bis 17. Jahrhundert von den Bundela beherrscht, ist nur ein paar Stunden von Khajuraho entfernt. Der Palast Jehangir Mahal, von Raja Bir Singh am Fluß Betwa erbaut, bietet von seinen TĂŒrmen eine phantastische Rundumsicht ĂŒber die Landschaft, Schreine und Tempel.

Beim Pflichtprogramms Palast, Ruinen und umliegende Tempel faszinieren mich die elegant kreisenden Geier am meisten. Hier handelt es sich um Vögel, nicht wie in Khajuraho um ShopverkĂ€ufer und Rikschafahrer. Die Hitze zieht mich zum Fluß mit seinen Pools und Felsenbuchten, ob er zum Baden einlĂ€d?. Das Wasser sieht nicht ganz klar aus, MĂŒll kann ich nicht sehen. Da winken mir Kinder zu, ich soll zu ihnen in den Fluß springen. Es ist heiß, das laß ich mir nicht zweimal sagen und bin Sekunden spĂ€ter samt Kleid im kĂŒhlen Naß. Wir plantschen herum, die Inder schwimmen nicht, sondern paddeln eher wie Hunde. Sie laden mich ein, mit ihnen zu kommen. Ihr „Haus“ besteht aus allem, was man so am Ufer finden kann, hauptsĂ€chlich aus Schilf, das Dach mit Plastik als Regenschutz. Angenehm kĂŒhl ist es. Die MĂ€dchen stylen meine Haare, ein Bindi wird auf die Stirn geklebt und ein Sari fachfraulich umgewickelt. Fertig zum Fotoshooting!

Am nĂ€chsten Tag findet eine Beerdigung statt, das bedeuted, die Tote wird unter GesĂ€nge zum Fluß getragen; verbrannt und darin zur letzten Ruhe im Fluß „gebettet“.

Wegen der Hitze beschließe ich, meine restlichen Indien-Tage im Norden, in Rishikesh zu verbringen. In den 60ern wurde es berĂŒhmt wegen der Beatles, die ein Transcendental Meditation (TM) Training im Ashram von Maharishi Mahesh Yogi absolvierten. Jetzt hat es sich zu DEM spirituellen Yoga-Kommerzzentrum Indiens gewandelt mit allem, was dazu gehört. Ashrams jeglicher Couleur haben sich angesiedelt, GuesthĂ€user, die unvermeidlichen Souvenirshops und ein paar Tempel, aus denen allabendlich Trommeln und GesĂ€nge ertönen. Der Ganges ist hier tiefgrĂŒn und sichtbar schwimmen hier statt MĂŒll und Leichen wie in Varanasi nur Einheimische beim heiligen Bade, Raftingboote und herausgefallene Touristen herum.

Vor einem Ashram erlebe ich eine „Puja“ Zeremonie, die in hinduistischen Religionen zur tĂ€glichen Praxis gehört. Die Rituale dienen der Konzentration des Geistes, der Öffnung des Herzens und der Einheit mit der göttlichen Kraft.

HauptsĂ€chlich junge MĂ€nner haben sich in Orange versammelt, um zu singen, von Trommeln begleitet. Der bĂ€rtige Guru wird unter Applaus begrĂŒĂŸt und fĂ€ngt ebenfalls an zu singen. Viele Zuschauer, AuslĂ€nder wie Inder, stimmen ein. Feuer in einem Halter in Kobra-Form wird herumgereicht.

Mit geweihtem Wasser, Feuer und SchmuckgegenstĂ€nden wird die göttliche Kraft in Demut gewaschen, geehrt und geschmĂŒckt. Opfergaben wie Blumen, Reis, Milch (bzw. Reismilch) und geheiligte Speisen (Prasad) gehören als Zeichen der Dankbarkeit und Ehrerbietung zu jeder Puja. Sie werden der Gottheit wĂ€hrend des Rituals dargebracht.

Nachdem ich in Orcha die Rache der Indischen Götter ĂŒberlebt habe, bin ich heilfroh im wahrsten Sinne des Wortes, daß die „German Bakery“ mit echtem Kaffee, hervorragendem Kuchen und leckerem, sauberen Essen ohne altem Öl und dem allgegenwĂ€rtigen Zucker aufwarten, endlich! Auf meine Frage an die Inder, warum sie ĂŒberall Zucker hineintun mĂŒssen, antwortet einer, Zucker bringe Energie. Der Witz des Jahres! Im Relaxen und Chillen sind die Inder große Klasse, Energie ist nur in AusnahmefĂ€llen zu beobachten.

Ausgerechnet an meinem Abreisetag unterrrichtet der 105!jĂ€hrige Swami Yogananda Maharaj Ji Yoga, was ich leider verpassen werde! Der einzige Trost ist das Buch von Jonas Jonasson „Der HundertjĂ€hrige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, das einfach glĂŒcklich macht!

Geier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in RishikeshGeier in Orcha, der HundertfĂŒnfjĂ€hrige Swami Yogananda in Rishikesh

Dehli Stress & Khajuraho Traufe

Von den Andamanen in Chennai gelandet, gibt es keine Möglickeit, nach Khajuraho, berĂŒhmt fĂŒr seine erotischen Tempelskulpturen, zu fliegen. Also bin ich gezwungen, den Umweg ĂŒber Dehli zu machen. Die hochmodere Metro dort bringt mich vom Flughafen perfekt zum Hauptbahnhof. Draußen empfĂ€ngt mich der Dehli-Horror. Menschenmassen bevölkern die ZĂŒge und Gleise wie im Krieg, deren Energie und die dazugehörige GerĂ€uschkulisse legen sich schwer ĂŒber den Körper, wĂ€hrend Schlepper und Rickshaw-Fahrer mir den Weg versperren und sich von allen Seiten auf mich stĂŒrzen. NatĂŒrlich existiert das TouristenbĂŒro nicht mehr, beziehungsweise wird gerade umgebaut, daher muß der AuslĂ€nder den TukTuk Fahrer nehmen, um zu einem ReisebĂŒro zu fahren, das ihm Komission zahlt. Kein Wunder, daß die Inder stĂ€ndig beten mĂŒssen bei soviel LĂŒgengeschichten! Nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit finde ich auf verschlungenen Wegen den Fahrkartenschalter fĂŒr Touristen, der in seiner Ruhe ohne GedrĂ€ngel samt verschlissenen Sofas wie eine VIP-Lounge auf mich wirkt. Und natĂŒrlich gibt’s einen Nachtzug morgen, gottseidank!

Ein Deutscher lĂ€uft mir ĂŒber den Weg und nimmt mich zu seinem Guesthaus mit, das nur ĂŒber rudimentĂ€re Ausstattung verfĂŒgt, aber ich kann nicht einen Schritt weiter. DafĂŒr ist das Dachterrassen-Restaurant passabel und WiFi funktioniert. Die Israelis sind natĂŒrlich auch schon da, um den ganzen Tag in ihren Zimmern Party zu feiern. DafĂŒr kann ich mir eine schönere Location vorstellen.

Am nĂ€chsten Tag, ein Sonntag, hab ich gefĂŒhlt fast alle 20 Millionen Einwohner getroffen. Am Roten Fort herrscht mir zu viel GedrĂ€ngel, die grĂ¶ĂŸte Moschee Indiens Jama Masjid kann ebenfalls nicht unter Besuchermangel klagen. Angestarrt, angesprochen- und verfolgt werden geshört zur Tagesordnung des AuslĂ€nders. Was tun? Den MP3-Player auf volle LautstĂ€rke drehen! In der Metro gibt es gottseidank angenehme Frauenabteile. Einmal werde ich im MegagedrĂ€ngel in ein reines MĂ€nnerabteil gequetscht. Die MĂ€nner grinsen dreckig, mir ist mulmig, da entdecke ich Platz neben der TĂŒr und drĂ€ngel mich durch. Triumphierend drehe ich mich um, schon hat sich das Grinsen in ein Respektvolles verwandelt.

In Khajuraho angekommen, werden Nana, eine Koreanerin und ich fast von Rikshaw-Fahrern vor Angeboten erwĂŒrgt. Die Saison scheint vorbei, daher mĂŒssen die Rest-Touristen dran glauben, wenn es um Zimmer-Angebote oder Shop-Verkauf geht. Es vergeht keine Sekunde ohne angesprochen zu werden. Phantasie fehlt leider völlig, mit immer den gleichen SprĂŒchen und Fragen werden wir ununterbrochen belĂ€stigt. Ich sollte pro Frage 10 Rupies verlangen, damit könnte ich gut meine Reisekasse aufbessern!

85 außergewöhnliche Tempel bauten die Chandela Rajputen von 950 bis 1050 innerhalb von 100 Jahren bei Khajuraho. Nur 22 blieben als Weltkulturerbe ĂŒbrig. Die Tempel mit ihren erotischen Skulpturen des Kamasutra unter anderem Shiva und Ganesh gewidmet, sind phantastisch inspirierend. Interessant, daß die Inder ausgerechnet die Erfinder waren und jetzt nicht mal PĂ€rchen in der Öffentlichkeit HĂ€ndchen halten, außer MĂ€nner untereinander. WĂ€hrend auf dem Lande Saris, Salvars (Tunika) und Longis (der MĂ€nner Sarong) und immer mehr Jeans vorherrschen, bildet sich in wenigen großen StĂ€dten ein Paralleluniversum, in dem Inderinnen in knappen Kleidern und Hot Pants ihre Kurven zeigen, besonders in Mumbais Clubs.

Immer top gestylt mit BlumenkrĂ€nzen im Haar, farblich abgestimmten Saris und Salwars sehen die jungen Inderinnen wie wunderschöne, graziöse Prinzessinnen aus. Die MĂ€nner laufen in frischgestĂ€rkten Hemden oder T-Shirts herum, die Obst- und GemĂŒsehĂ€ndler dekorieren ihre Ware farblich abgestimmt als Pyramide. Bei so viel Sinn fĂŒr Schönheit kann ich schwer verstehen, warum sie offensichtlich der Abfall und Dreck ĂŒberall nicht stört. Weil sie ihn selber fallenlassen? Die Regierung lanciert Kampagnen fĂŒr weniger Plastik, TĂŒten gibt es fast nur noch aus Stoff, die im Supermarkt bezahlt werden mĂŒssen. Trotzdem bleibt genug MĂŒll ĂŒbrig, um von den unterernĂ€hrten, ungesunden KĂŒhen verzehrt zu werden. Jeden Tag kann ich beobachten, wie die KĂŒhe hauptsĂ€chlich Plastik aus den MĂŒlleimern ziehen. Kein schöner Anblick!

Straßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, AntiplastikkampagnenStraßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, Antiplastikkampagnen

Straßenszenen in Dehli, Khajuraho Tempel, Antiplastikkampagnen

Die Andamanen-Inseln, das Paradies in Indien?

Das Paradies in Indien?

Trauminseln sollen sie sein, die Andamanen! Das muß ich genauer untersuchen! Der Flug von Chennai geht lange ĂŒber blaues Wasser, bis die erste Insel auftaucht, „das Paradies“ geht mir spontan durch den Kopf. Schön wĂ€rÂŽs! Die Andamanen haben eine brutale, eher un-paradiesische Vergangenheit. UrsprĂŒnglich wurden sie von ca. sieben unterschiedlichen StĂ€mmem, zum Teil mit Negroidem oder Mongoloiden Einschlag bevölkert. Immer wieder landeten Seefahrer hier, brachten zum Teil unbekannte GerĂ€te, aber auch tödliche Krankheiten mit. Tamilen, Burmesen, Karen, und Malaysier siedelten sich an.

Die DĂ€nen hatten die Inseln annektiert, bis sie bis 1783 Österreichische Kolonie wurden. Die Briten besetzten sie 1845, trieben Handel mit den einen und bekriegten sich mit den anderen. 1858 errichteten sie auf Ross Island gegenĂŒber dem Hafen von Port Blair, der jetzigen Hauptstadt, ihren Regierungssitz inklusive Swimmingpool, drei Clubs zum AmĂŒsieren, Kinderspielplatz und sogar einen Friedhof, natĂŒrlich nur fĂŒr Briten. Der Dschungel wurde von Gefangenen gerodet, die GebĂ€ude unter schwersten Bedingungen hochgezogen.

Heutzutage ĂŒberwuchert der Dschungel unheimlich die verfallenen, ehemals prachtvollen GebĂ€ude, belebt von Rehen und Hirschen, besucht von staunenden Touristen. Abfall wie sonst in ganz Indien fallen zu lassen, ist unter Strafe verboten. Wenn das doch ĂŒberall der Fall wĂ€re!

In der Hauptstadt Port Blair errichteten die EnglÀnder ein GefÀngnis, das heute ein Indisches Museum ist. In den Gefangenen-Lagern der Andamanen wurden sowohl englische Verbrecher wie auch Indische WiderstandkÀmpfer zur Strafe eingeliefert. Viele starben unter den horrenden Bedingungen. WÀhrend des 2. Weltkriegs landeten die Japaner hier und brachten alle noch Anwesenden um.

Der verschwindend kleine Teil der Ureinwohner sind in winzige Reservate gedrĂ€ngt worden. Dort und auf einigen Inseln im Norden sowie auf den Nicobaren sĂŒdlich der Andamanen haben Touristen daher keinen Zutritt.

Sind alle Inseln unter Indischer Verwaltung? Nein, die Bewohner einer einzigen Insel schaffen es bis heute, fast jeglichen Kontakt mit der Außenwelt zu verhindern. Es handelt sich um Sentinel, von mir beim Anflug als „Paradies“ getauft. Ein Foto von ihnen fand ich im Anthroposofischen Museum. Als die Indische Regierung versuchte, nach dem Tsunami 2004 mit Hubschraubern Lebensmittel abzuwerfen, quittierten die Einwohner dies mit Pfeil und Bogen-Beschuß.

Havelock, die am meisten frequentierte Insel, entpuppt sich als nett, aber fĂŒr Indische VerhĂ€ltnisse lĂ€cherlich teuer. Also kann ich nicht schnell genug das nĂ€chste Boot nach Neal Island bekommen. Dort angekommen geht es mir wie vielen, ich fĂŒhle mich gleich zu Hause. Alle Verspannungen lösen sich in Wohlgefallen auf. Ich miete mir eine BambushĂŒtte und erkunde die Insel wie alle anderen mit dem Rad. Nur ein paar MotorrĂ€der und Minibusse mit Indischen Touristen sind hier unterwegs, sogar gehupt wird weniger.

Die Suche nach StrĂ€nden zum Schwimmen und Schnorcheln gestaltet sich tagelang als ein Spießrutenlauf, da Ebbe herrscht. Erst nach 6 Tagen kommt die Flut tagsĂŒber, endlich! Laut Lonely Planet soll Schnorcheln und Tauchen Weltklasse haben, was sich ohne Überraschung als Witz herausstellt. Es gibt kein Internet und Mobiltelephone funktionieren nicht, so gibt es „nur“ gechillte, ausgesprochen symphatische neue Bekanntschaften. Holy naht, bei dem wir uns mit den einheimischen Kindern eine Farbschlacht liefern, die sich gewaschen hat. Abwaschen danach dauert 3 Tage!

Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?
Das Paradies in Indien?

Felsentempel & französiches Flair in Mamallapuram & Pondycherry, Indien

Mamallapuram, in zwei Stunden von Chennai, ehemals Madras, mit dem Bus zu erreichen, ist meine nĂ€chste Destination. Im Dorf hört man die Steinmetze ihre Skulpturen bearbeiten. Jeden Tag schlendere ich durch das trotz Tourismus relativ normale Dorfleben. Das Highlight sind die in Stein gehauenenTempel in einem riesigen Steinpark. Von oben wirken sie wie Wale, die sich ins GrĂŒne verirrt haben.

Staunend bewundere ich die Steinmetzkunst in den Felsentempeln, als eine Gruppe Inder mich kichernd umschwĂ€rmt, sie wollen unbedingt ein Foto mit mir. Ein Inder bringt leider nur unscharfe Bilder zustande. Da schaltet sich die FruchtverkĂ€uferin ein, setzt ihren Korb ab und ĂŒbernimmt meine Kamera. Sie erzĂ€hlt mir, ihr Mann sei Fotograf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen..

Beim Eintauchen des Pain au Chocolat in Capuccino weiter sĂŒdlich in der französischen Enklave Pondycherry erhole ich mich vom anstrengenden, lauten Indien. Renovierte, liebevoll dekorierte Traumvillen gilt es zu besichtigen, nur unterbrochen von CafĂ©besuchen in Blumen umrankten, bemalten Innenhöfen. Durchatmen pur!

Abends bummelt ganz Pondycherry an der von einer Brise umwehten Promenade entlang. Eine BĂŒhne wird aufgebaut, auf der etwas spĂ€ter ein Integrations-Tanzfestival der Indischen Provinzen beginnt. Von den StĂŒhlen aus wird einem fast das Trommelfell weggeblasen, wĂ€hrend die Scheinwerferstrahlen in den Zuschauerraum mich blind fĂŒr die Perfomence machen. So stell ich mich vorne an die Seite. In den KostĂŒmen der verschiedenen indischen Provinzen werden traditionelle und moderneTĂ€nze aufgefĂŒhrt.

Plötzlich sind eine Gruppe Zuschauer nicht mehr zu halten, spingen auf und tanzen mit. Ich komme nĂ€her, um sie zu fotografieren, da winken mir die schönsten TĂ€nzerinnen zu, ich soll dazukommen, mittanzen. Das laß ich mir natĂŒrlich nicht zweimal sagen! Kaum sind die Perfomances beendet, wird die BĂŒhne von Zuschauern und TĂ€nzern gestĂŒrmt und abgetanzt, daß kein Auge trocken bleibt!

Mamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, PondycherryMamallapuram, Pondycherry

Mamallapuram, Pondycherry

wer nach Mamallapuram kommt und einem Waisenhaus helfen möchte, kann sich an   Rev.C.Bila.    Mobile; 9443 295 278  oder
elkanahorphanage@gmail.com wenden.

Von Rajastan zum Taj Mahal, dem friedlichsten Ort Indiens

Von Jodpur,  Jaisalmer, Bikaner, Jaipur zum Taj Mahal

das Fort von Jodhpur
das Fort von Jodhpur

Jodhpur in Rajastan, die blaue Stadt genannt wegen ihrer blau-bemalten HĂ€user lohnt nur wegen seines imposanten Meherangarh Forts, von Kipling als das Werk von Engeln und Riesen beschrieben.

sogar die Zimmer sind blau
sogar die Zimmer sind blau

Jaisalmer am Rand der WĂŒste Thar lockt mit seinem sandgelben Fort, in dem man in einer Haveli genannten traditionellen Herberge in bemalten Zimmern bildschön nĂ€chtigen kann.

Jaisalmer ZimmerIm Fort mit seinen Giebeln, Skulpturen und traumhaften Jain-Tempeln, verziert mit Apsara-TĂ€nzerinnen, kann man sich herrlich in den engen Gassen verirren.WĂŒsteBeim Guide Babu buche ich eine 2tĂ€gige WĂŒsten-Kamelsafari. Rachel und Martina kommen als TagesausflĂŒglerinnen mit, Babu versichert mir, das noch andere Touristen spĂ€ter hinzukommen werden, die auch unter freiem WĂŒstenhimmel ĂŒbernachten wollen.

Auf Kamelen schaukeln wir durch die bildschöne, menschenleere Landschaft. Sie erinnert mit ihren weiblichen Rundungen an den Film „ Der Englische Patient“. Eigentlich mĂŒsste ich das Schwanken vom Segeln ja gewöhnt sein, trotzdem traue ich mich nicht, loszulassen, um Fotos zu machen.wĂŒstenbierDie Sonne geht langsam unter, wĂ€hrend wir Bier trinken und das leckere Abendmahl geniessen, frage ich Babu, wo denn die anderen bleiben, ich möchte nicht allein mit Kameltreibern in der WĂŒste ĂŒbernachten. Er behauptet steif und fest, die kommen noch, was sich natĂŒrlich als dicke LĂŒge herausstellt.

Schade, dieses Erlebnis, die Schlepper, das stĂ€ndige Angesprochen-werden und andere anstrengende indische Besonderheiten wie der LĂ€rm, Hupende ZĂŒge und Busse Tag und Nacht ermĂŒden mich.

IMG_2219JaisalmerBeim Fotografieren von freundlichen Turban-TrÀgern lerne ich Nikita, ein zwölfjÀhriges MÀdchen und ihren Bruder kennen, die mich gleich in ihr Haus einladen. Von Mutter, Cousine und Oma werde ich zu Tee und Snacks eingeladen und reich beschenkt mit einem Salwar (einer Tunika) sowie einer blauen (meine Lieblingsfarbe!) Kette mit passenden Ohrringen und einem Ring von Oma.

Nikita mit ihrer Familie
Nikita mit ihrer Familie

Wunderbar, daß sie mir nichts verkaufen wollen, sondern einfach nur herzlich und gastfreundlich sind! Ich habe gar nichts zum Verschenken dabei und mache daher ein paar Fotos, die ich natĂŒrlich am nĂ€chsten Tag vorbeibringe und Nikita die gewĂŒnschten Sneakers kaufe. FĂŒr die Fahrt nach Bikaner bekomme ich einem Karton voller SĂŒĂŸigkeiten.

Die Frage, wohin damit erĂŒbrigt sich, als mich im Zug eine Gruppe indischer GeschĂ€ftsleute anspricht, denen ich die SĂŒĂŸigkeiten anbiete und aus Höflichkeit können sie nicht ablehnen.

Bikaner
Bikaner

Bikaner ist fĂŒr seinen Tempel der heiligen Ratten berĂŒhmt, der Ort ist so unangenehm wie seine heiligen Tiere.

die heiligen Ratten von Bikaner
die heiligen Ratten von Bikaner

Jaipur stellt sich als verkehrsreiche grĂ¶ĂŸere Stadt heraus, die ich nach der hervorragenden Sightseeing Tour des Touristenoffices, möglichst bald wieder verlassen möchte, natĂŒrlich nicht ohne den Palast der Winde angeschaut zu haben.

Palast der Winde
Palast der Winde
auch bei Jaipur gibt es eine große Mauer
auch bei Jaipur gibt es eine große Mauer
Straßenszene in Jaipur
Straßenszene in Jaipur

Der Taj Mahal, das Denkmal der unendlichen Liebe von Shah Jahan fĂŒr seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal (ErwĂ€hlte des Palastes) steht noch auf meiner Wunschliste. Um 6 Uhr morgens am Eingangstor, nur mit Wasser und Kamera bewaffnet, mehr ist nicht erlaubt, betreten einige GĂ€ste und ich den weitlĂ€ufigen Garten.

IMG_2392Der Ausdruck höchster Mogul-Baukunst strahlt einen ruhigen Zauber aus, dem man sich kaum entziehen kann. Das können selbst die Touristenmassen nicht verhindern. Viele Gruppen laufen schnurstracks zum Taj, fotografieren ihn ab und verschwinden.

der umweltfreundliche RasenmÀher
der umweltfreundliche RasenmÀher

Ich ziehe mich rechts und links in die GĂ€rten zurĂŒck und genieße es, wie das sich verĂ€ndernde Sonnenlicht den Marmor in rosa, gelb, grau, beige und weiß erstrahlen lĂ€sst. Das Farbenspiel soll die Gegenwart Allahs symbolisieren. FĂŒr mich der friedlichste Ort in ganz Indien!

Alles Heilig? Elefanten, KĂŒhe & Farbige Feste

Von Rajastan habe ich einige unangenehme Dinge gehört, die allein reisenden Frauen passiert sind. Vom Kaufen eines Pfeffersprays, immer am Handy telefonieren, sich einer Gruppe anschliessen bis zum Stock mit sich fĂŒhren oder gleich aufgeben gingen die RatschlĂ€ge…

Udaipur
Udaipur

Gottseidank ist Udaipur sehr schön entspannt und die Menschen symphatisch. Ich bekam ein wunderschönes, bemaltes Zimmer, nachts leuchtete die Decke wie ein Sternenhimmel! GlĂŒcksbringende Elefanten sind ĂŒberall prĂ€sent, genauso wie die zahlreichen PalĂ€ste, die zum Teil als Hotels umgebaut sind.

PushkarÂŽs ghat
PushkarÂŽs ghat

Mein nÀchstes Ziel, Pushkar ist ein kleiner Pilgerort, an einem heiligen See von Bergen umgeben.

Waschungen am heiligen Ghat
Waschungen am heiligen Ghat
die Kunst des Turbanbindens
die Kunst des Turbanbindens

Die Rinder sind hier heilig wie jeder weiss, die Kufladen auch? Es ist eine Kunst, in engen Gassen hupenden Motorradfahrern, die einem fast den Fuß plattmachen, FußgĂ€ngern und ekelhaft ungesunden KĂŒhen, die sich hauptsĂ€chlich von MĂŒll bzw. Plastik ernĂ€hren, auszuweichen und nicht in ihre Hinterlassenschaften zu treten.

IMG_2177In Pushkar sind die Gassen nur zirka 3 Meter breit und ich bin prompt in einen frischen Kufladen getreten. Die Gasse wird von Fruitshakern, Internetspots und SouvenirlĂ€den gesĂ€umt und besteht aus Stein, so blieb mir nichts anderes ĂŒbrig, an der Seite neben einem Internetspot meine Sandalen abzuwischen. Im Hotel bekamen diese eine heiße Dusche und als ich wieder an dem Internetspot vorbeikam, begrĂŒĂŸte mich der Junge davor freundlich, der Kuhdreck war gesĂ€ubert!

Holy
alles rosa beim Holy

UmÂŽs Feuer tanzende Inder kĂŒndigten das morgige „Holy“ Fest an. Also zog ich am nĂ€chsten Tag mein Ă€ltestes T-Shirt an und los gings! In den Gassen waren bereits alle rosa, und es dauerte nicht lange, da begann ein eingefĂ€rbter Inder vor mir zu tanzen. Plötzlich rauschte eine Farbdusche von hinten ĂŒber mich herab, wĂ€hrend gleichzeitig jemand mit den HĂ€nden Farbe ĂŒber mein Gesicht rieb. Die Augen brannten, einige AuslĂ€nder halfen mir mit TĂŒchern, diese abzutupfen.

holy2Der Marktplatz war voll von Menschen, die zu House tanzten, sich die T-Shirts vom Leib rissen und mit rosa Farbe bespritzten. Ähnliches soll letztes Jahr auch mit AuslĂ€nderinnen passiert sein, deshalb war Polizei im Einsatz. In anderen Orten wird dazu noch ordentlich gebechert, hier ist nur der Bhanglassi [heiliges Cannabis-Yoghurt] erlaubt. Ein Riesenspass! Die Farbe rauszuwaschen gestaltet sich als schwierig, meine Kamera ist jetzt rosa und heilig, ihr ist aber nichts ernsthaftes passiert.

am Tag danach gibtÂŽs sogar rosa KĂŒhe
am Tag danach gibtÂŽs sogar rosa KĂŒhe

 

Indische Besonderheiten und FestivitÀten

Vom Ayurveda-Kurs in Kannur, Kerala ĂŒber Udipi, Gokarna nach Goa

Eine Frau ohne mĂ€nnliche Begleitung ist den Indern suspekt, aber Frauen, die Alkohol trinken…Egal, zur Happy Hour am Meer in Kannur hatten Anja aus Berlin und ich uns Bier eingebildet. Ein Motor-Rikscha-Fahrer [die Radl-Rikschas sind alle nach Deutschland ausgewandert?] zeigte auf’s Hotel Savoy, das auch schon bessere Tage gesehen haben muss, milde ausgedrĂŒckt!

savoyKurz gesagt, alleine wĂŒrde ich nie so eine Spelunke aufsuchen. An glotzenden MĂ€nnern vorbei begaben wir uns schnurstraks zur Bar, ließen uns das Bier einpacken und waren ebenso schnell die Umgebung total ignorierend wieder draußen. Am liebsten hĂ€tte ich das Alkoholangebot eingehend inspiziert und die Blicke der MĂ€nner fotografiert, aber dann wĂ€ren wir wohl gelyncht worden!

kannur strandZur Erholung haben wir heute einen einsamen Strandabschnittt aufgesucht und es tatsaechlich geschafft, unbelĂ€stigt zu baden, herrlich! Es ist etwa 33 Grad, da tut eine Erfrischung gut. Gerne wĂŒrde ich auch mal den Sternenhimmel am Meer geniessen, aber die besten PlĂ€tze sind schon von hĂ€ndchenhaltenden MĂ€nnern besetzt, natĂŒrlich nur Freunde! Wenn wir Frauen es wagen wĂŒrden, die Sterne zu betrachten, gĂ€be es garantiert genug MĂ€nner, die mit uns HĂ€ndchen halten wollten.

TheyyamMein Ayurveda-Diplom habe ich natĂŒrlich trotz Examen bekommen, obwohl ich am Abend zuvor noch auf einem Theyyam war, dem Tempel/Geister-Ritual.

Rajesh, unser Ayurveda Arzt lud drei unserer SchĂŒler zum Rotary-Club Meeting ein, damit wir etwas ĂŒber unsere LĂ€nder erzĂ€hlen. Brennent interessierten sich die Inder fĂŒr das MĂŒnchner Oktoberfest, beim Buffet wurde ich von MĂ€nnern und Frauen, die mehr ĂŒber Deutschland und das Leben dort wissen wollten, umringt. Einer sprach fließend deutsch, obwohl er vor 40 Jahren mal in Deutschland war. Alkohol wird offiziell selten in Indien getrunken, die Flasche Whisky leerte sich trotzdem.

udipi1Ich bin gespannt auf neue Abenteuer! Auf dem Weg Richtung Goa erlebe ich eine Elefantenparade und in Udipi das farbenprÀchige Carfestival.

udipi festUralte, verzierte EisenwĂ€gen mit riesigem Ballonaufbau, der aus Unmengen von Fahnen besteht, werden von Menschenmengen durch die Straße des Krishna-Tempels gezogen. Voraus laufen als Geister verkleidete Jungs, die von Saxophonspielern und Trommlern angefeuert werden. Dann wird echtes Feuer gelegt, ĂŒber das die „Geister“ tanzen, Stoff verbrennen und ein Raketenfeuerwerk abgeht, bis der böse Geist besiegt ist.

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Gokarna

Der nette Pilgerort Gokarna an der Grenze nach Goa hat sich trotz vor 15 Jahren erstmals anreisenden Hippies bis zu den jetzt zahlreichen konventionellen Lonely-Planetarians seine Entspanntheit bewahrt.

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SpezialitÀten in Gokarna

Anjuna, die frĂŒheren Hippie- und spĂ€tere Raver-Enklave in Goa, entpuppt sich heute als unertrĂ€glich kommerzieller Strandort, an dem man/frau nicht in Ruhe liegen kann. Ingo`s Night-Bazaar in der NĂ€he erinnert verdĂ€chtig an‘ s Tollwood Festival in MĂŒnchen.

IngoÂŽs Night Bazar
IngoÂŽs Night Bazar

Es handelt sich um einen Open Air-Markt mit etlichen StĂ€nden, die Sachen aus aller Welt anbieten, Klamotten, Musikinstrumente, Lampen, Dreamcatcher, alte Filmplakate, Krimskrams samt internationalem Essen. Musik von Lifebands gibt’s hier auch und es wurde getanzt! Urkomisch, wie unterschiedlich die Menschen aus aller Welt sich zur Musik bewegen!
Gottseidank bin ich nicht noch im Club Paradiso mit freiem Eintritt und Freidrinks fur Frauen (in Indien muß frau bei solchen Angeboten damit rechnen, von Busladungen von Indern angestarrt zu werden) gelandet, denn 30 m vor meiner Unterkunft war es so stockdunkel, dass ich es ohne Hilfe von einem Kellner, dessen Lokal gerade schloss, nicht gefunden hĂ€tte. Überall wurde ich von Indern gewarnt, hier nicht im Dunkeln ohne Begleitung herumzuwandern. In meinem „Guesthouse“ hatte ich den Eindruck, dass der Besitzer mit Drogen handelte, die braucht man wohl auch, wenn man in Anjuna bleiben will!

an AnjunaÂŽs Strand
an AnjunaÂŽs Strand

Ayurveda, das Wissen vom Leben in Indien

Ayurveda Massage lernen in Indien

Beim Wort „Indien“ verdrehen die einen die Augen, weil es so anstrengend ist, wĂ€hrend die anderen wirken wie in Trance oder auf Drogen?, wenn sie davon schwĂ€rmen. Das wollte ich selber herausfinden und obendrein einen Ayurveda-Massage Kurs absolvieren.

bootsfahrtEndlich in Kerala, SĂŒdindien, angekommen, gönnte ich mir erst mal eine Backwater-Tour mit den traditionellen Bambusbooten. Die relaxte Fahrt durch das Kanalgewirr erinnerte an die 1000 Inseln des Mekong in SĂŒdlaos. Zwischen dem GrĂŒn blitzen Dörfer hervor, wir sahen, wie frau aus Kokosfasern auf einfachste, effektivste Art reißfeste Seile herstellt und kosteten vom leckeren Thali, eine Variation verschiedener GemĂŒsegerichte inklusive köstlicher Soßen.

IMG_1589Dem Loose-Guide zufolge soll es im Strandort Varkala Ayurveda-Schulen geben. Über Kursangebote stolperte ich an jeder Ecke, besonders darĂŒber, das sie nicht mal einen Lehrplan vorweisen konnten. Also setzte ich mich ins Internet-CafĂ© und nach einem Tag Recherche entdeckte ich die School of Ayurveda und Panchakarma in Kannur, am Meer Keralas. WĂ€hrend die anderen SchĂŒler monatelang im voraus gebucht hatten, hatte ich das GlĂŒck, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein!

Mit 11 Frauen und zwei MĂ€nnern aus Europa, USA und Japan lernten wir Panchakarma und Ayurveda-Massage. Die Ayurvedische Medizin ist 3000 Jahre vor Christi alt und beruht auf dem Wissen vom Leben.

Sie teilt die Menschen in die drei Konstitutionstypen Vata, dem Element Luft/Raum zugetan, Pitta, dem Feuer, und Kapha, Erde und Wasser zugehörig, auf. Sind diese im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund.

Ayurveda sieht den Menschen ganzheitlich, seinen Körper, Geist und Lebensweise. Die Behandlung macht den Kranken gesund, hÀlt den Gesunden im Geichgewicht.

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KrÀuterpackungen selbst gemacht

Theorie und Praxis wechselten sich ab, wir lernten diverse Massagetechniken und Behandungen fĂŒr die verschiedenen Doshas, unter anderem mit dem Fuß. Dazu liegt der Patient am Boden, ĂŒber ihm ein Seil, an dem sich der Masseur leicht abstĂŒtzt, um den Patienten mit seinem Fuß zu massieren. Nicht so einfach, den Druck richtig auszubalancieren, TĂ€nzer sind eindeutig im Vorteil! Eine tolle Dehn- und GleichgewichtsĂŒbung fĂŒr den Therapeuten. Andere Therapien mit selbsthergestellten KrĂ€uterpackungen gehörten auch zur Ausbildung. Das Öl macht die HĂ€nde der Masseure samtweich, als Massage-Modell konnten wir uns dann meistens schön entspannen! Nach einer Öl-Ganzörpermassage fĂŒhlt man sich wie neugeboren!

Shirodara, der Stirnguß
Shirodara, der Stirnguß

Kannur ist fĂŒr seinen Teyyam berĂŒhmt, einem geheimnisvollen Geisteritual, dem wir eines nachts beiwohnten.

Der „Geist“ hört die Betenden an und begleitet von Trommeln und seltsamen Zeremonien betet er dann fĂŒr sie. Das hĂ€tte ich auch gerne gehabt, als mein MP3 Player sich plötzlich tot stellte, erst vom 4. Computer aufladen ließ und keine Daten mehr anzeigte. Kaum hatte ich jemanden gefunden, der mir Musik aufladen wollte, war meine wieder da! Magic India!