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Schaukelzüge & Tempel satt beim Touristenauftrieb in Bagan

Eins meiner schönsten Erlebnisse ist die Zugfahrt über das Gokteik-Viadukt. In Hsipaw eingestiegen, wähle ich die economy class statt der ausschließlich von Touristen bevölkerten Upper class.

Mit einer Jacke als Polster mache ich mir´s gemütlich, der „Geschwindigkeit“ des Zuges angepaßt. Felder ziehen vorbei, von denen uns die Arbeiter zuwinken, entspannter geht’s kaum. Gelegentlich fängt der Zug an zu schaukeln wie ein Boot bei kappeliger See, ein Wagen entgegengesetzt zum anderen. Das Geheimnis, warum er nicht entgleist?

IMG_0509Dann nähern wir uns dem Highlight, dem Gokteik-Viadukt. Nach einem Felsentunnel rattern wir über die Brücke, nur eine Handbreit neben dem Abgrund. Da wird sogar mir ein wenig schwindelig. Gottseidank schaukelt er hier nicht!

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IMG_051613 Stunden Zugfahrt sind mir doch zuviel, daher nehme ich von Pjin OO Lwin lieber den Bus nach Mandalay. Weiter in der Touristenhochburg Bagan kostet es 20 Dollar Eintritt für jeden Ausländer, auch in vielen Museen, Pagoden und sogar Parks darf er im Gegensatz zu den Burmesen zahlen. Ich nehme einen sehr bequemen Kleinbus, der mich netterweise auf mein Winken direkt am Guesthouse absetzt und mir den Eintritt erspart.

IMG_0563Nach 10 Jahren erkenne ich Bagan kaum wieder, der Verkehr hat wie die Preise erheblich zugenommen, die Ochsenkarren und Kutschen gibt es kaum mehr, letztere nur noch für Touristen. Neue PKW´s und Lastwägen dominieren jetzt die Straßen.

IMG_0531Ganz begeistert bin ich vom E-Bike, einer Art umgebauten und lautlosen! Mofa. Wenigstens etwas ruhiger wäre es, wenn alle statt ständig hupendem Motorrad darauf umsteigen würden, viel schneller sind sie damit wegen kreuz- und querfahrenden Lastwägen, PKW´s, Trishaw´s, Bussen, Fahrrädern, Fußgängern und bepackten Handwägen auch nicht.

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die Kehrseite der Pagode

Überraschend, daß die Burmesen nie agressiv werden, sondern neben meinem Rad oder E-Bike herfahren, um mir zuzuwinken, etwas zu verkaufen, mich zu begrüßen oder Kußhände zuzuwerfen.

Der Sonnenuntergangs-Tourismus ist ab 17:30 in vollem Gange. Am ersten Abend verschwindet die Sonne vorzeitig im grauen Dunst. Tagsüber wird es jetzt plötzlich ernorm heiß. Daher vertreibe ich mir die Zeit im geschmackvoll dekorierten „A little bit of Bagan“, das Garden-Restaurant in einer ruhigen Seitenstrasse.

IMG_0576Das schönste Wunder: Internet funktioniert! Liebevoll wird das Essen zu zivilen Preisen serviert, merkwürdig, daß die meisten Touristen die lauten Lokale an der staubigen Strasse bevorzugen.

Avocado-Tomatensalat und Fruitshake à la Little bit of Bagan
Avocado-Tomatensalat und Fruitshake à la Little bit of Bagan

Am nächsten Abend wird der nächste besteigbare Tempel besucht, von unten sieht man bereits die herunterhängenden Füße der Wartenden. Oben ist die Sicht auf die Tempel und umliegenden Berge herrlich!

IMG_0580Darauf achtet kaum jemand, 1000 Fotos schießen ist wichtiger als die wunderbare Aussicht zu genießen. Riesenobjektive werden auf Stativen platziert, alles, was eine Knipsfunktion vorweist, ununterbrochen gezückt. Diesmal tut die Sonne uns den Gefallen, im roten Ball hinter den Bergen zu versinken.

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Schafherde mit Tempel

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IMG_0583Auf dem Rückweg durch menschnleere sandige Wege wird mein E-Bike verdächtig langsam und der Weg kommt mir plötzlich so weit vor. Wo sind die Menschenmassen bloß hin? Haben die eine andere Straße genommen? Mit dem letzten Rucken erreiche ich mein Guesthouse.

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erst die Speisung…
nicht ohne mein Handy gilt auch für Mönche!
dann das Handy checken gilt auch für Mönche!

Um meine Lunge zu entstauben, schwebt mir ein Strandbesuch für die letzten Tage vor. Das würde 1 ½ Tage und auf der Rückfahrt noch einmal 7 Stunden Busfahrt für einen Tag am Strand bedeuten.

IMG_0618Alternativ erkunde ich Bago mit seinen liegenden Buddhas und Tempeln, in denen es entspannend ruhig ist, bis per Lautsprecher Gesänge die Ohren schmerzen läßt.

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Das staunt die Naga-Schlange über die vielen Souveniers!
keine große Pagode ohne Souveniermeile, da staunt die Naga-Schlange

Der Verkehr ist hier besonders unerträglich und die Suche nach einem passablen Restaurant schwierig, so daß ich vorzeitig nach Yangoon abreise. So schlendere ich dort durch die Gassen und entdecke den Gewürzmarkt und einige schöne Art-Déco Gebäude.

IMG_0662 Als krönender Abschluß darf ein Besuch im legendären wunderschönen „The Strand“ Hotel nicht fehlen.

IMG_0671Das schönste an Myanmar ist die Freundlichkeit und das Lächeln der Einwohner. Getrübt werden kann es  durch das Kauen der Betelnuß, die mit unappetitlichem Geräusch ausgerotzt wird. Das läßt die Zähne wie verfault oder blutunterlaufen aussehen, eher bei Männern und Älteren zu beobachten.

die Betenußbar
die Betenußbar
ohne Betelnußkauen
ohne Betelnußkauen
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mit Betelnuß

Frauen und Kinder tragen traditionell die aus Baumrinde hergestellte Thanaka Creme auf, die eine schöne Haut macht und vor Sonnenbrand schützt.

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Vom Yangoon-Stau zu Höhlen-Pagoden und Felsenlandschaften in Hpa An

Yangoon, von Smog umnebelt, besteht offensichtlich aus Baustellen und Staus. Fußgänger sind zwar bewegsamer, angenehm fühlt sich der Lärm von auf sich aufmerksam machenden Straßenhändlern rechts und links vom Fußweg nicht an. Wer auf die Straße ausweicht, darf sich zwischen im Stau stehenden Autos und Bussen durchdrängeln.

IMG_0035aIch glaubte, bersonders schlau auf Seitenstraßen auszuweichen, das war ein Fehltritt. Dort kam nicht mal ein Fußgänger vorbei, Lastwägen und Autos standen kreuz und quer, dazwischen Waren, die verladen wurden.

IMG_0034aDie berühmte Swedagon Pagode hatte ich vor 11 Jahren besichtigt, daher floh ich nach Hpa An, nur 6 Stunden Busfahrt Richtung Süden. Am Fluß gelegen und Umgeben von Felsen lebt es sich geruhsamer.

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Marktmädchen aus Hpa An

Da mein reserviertes Hostel voll war, landete ich mit Hilfe von Tiffany aus dem ausgebuchten Galaxy im blitzsauberen Sky Garden, das Zimmer mit Balkan und Fenster anbot, eher selten in Myanmar. Auf dem Dachgarten startet man sein eher bescheidenes Frühstück mit toller Aussicht auf die herrliche Landschaft.

Klar, daß ich gleich ein Fahrrad mietete, um die Gegend zu erkunden. Nach gefühlter Ewigkeit auf staubigen, starkbefahrenen Straßen kehrte ich lieber um und buchte für den nächsten Tag die Höhlen- Tempel-Tour.

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mein „Radweg“

Die Entscheidung war genau richtig!

IMG_0131Heinz, der für die UN Mikrokredite organisiert, Laura aus Spanien, Ian, der seine Philippinische gleichaltrige Freundin erst vor 2 Monaten kennenlernte, ein Deutsches Pärchen, eine Französin, die auf Mallorca lebt und ich teilten uns die Sitze auf dem offenen Tuk Tuk Kleinbus. Ian präsentiert uns seine Wasserflasche von Seychelle, die einen Filter enthält und sich und seiner Umwelt die wahnsinnige Vermehrung von Plastikflaschen erspart.

IMG_0067a Eine wundervolle Idee, die unbedingt jeder Reisende probieren sollte. Über Surfer Jon Rose, der  auf waves4water eine Initiative gegründet hat, wie einfache, preiswerte Wasserfilter von Reisenden an Bedürftige verteilt werden können, habe ich bereits auf http://horizonteentdecken.de/mit-leidenschaft-innovation-zum-bewussten-genuss-der-eckart-2014/berichtet.

Interessant, daß nicht alle Regierungen der Welt längst auf diese Idee gekommen sind und damit viel Geld sparen könnten!

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IMG_0138IMG_01269 verschiedene Pagoden oder Heiligenfiguren in Höhlen besichtigten wir. Der dem James Bond Felsen in Thailand ähnelnde Kyauk Ka Lat Temple hat sogar eine Stupa auf seinem schmalen Gipfel. Da dürften nur Akrobaten die halsbrecherischen Leitern hinaufklettern!

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der „James Bond“ Felsen in Hpa An

Nach dem Durchqueren einer Höhle, natürlich barfuß wegen des Heiligtums, begann das Highlight: eine Bootsfahrt mit dem Ruderboot durch wunderschöne Landschaft!

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IMG_0112Pünktlich um 7 Uhr verlassen jeden Tag Tausende oder Hundertausende von Fledermäusen die Bat-Cave. Es dauert mehrere Minuten.

Kinder vor der Fledermaushöhle
Kinder vor der Fledermaushöhle

IMG_0166Man fühlt sich an „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock erinnert, so unheimlich ist der Riesenschwarm!

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