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Cochabamba, Dinosaurier-Spuren & Grand Canyon in Tototoro

Saurier haben sich offensichtlich in Bolivien sehr wohl gefĂŒhlt, so viele Spuren hinterließen sie hier.

Der Saurierpark in Sucre hatte mich neugierig gemacht, ich wollte mehr sehen und begab mich nach Cochabamba. Von hier geht ein Minibus, wenn sich genug Mitfahrer einfinden, nach Torotoro, wo es mehr Dinosaurerfußspuren geben soll. Als ich gegen 9 Uhr eintraf, dauerte es nur eine halbe Stunde und der Bus war voll. Kaum hatten wir Cochabamba hinter uns gelassen, durften wir uns ĂŒber die mit Steinen gepflasterte Landstraße schaukeln und rattern lassen. Die Aussicht war schön, nur irgendwie schien die Fahrt keine Ende zu nehmen. Nach gefĂŒhlt 5 Stunden waren wir da, ich quartierte mich im Eden Hostel ein und erfuhr, welche Wanderungen auch ohne Guide möglich waren.

Also tigerte ich los und suchte vergeblich nach den Dino-Spuren. So lief ich weiter bis zum Eingang des Nationalparks, bis es anfing, krĂ€ftig zu hageln. Ich musste unter einem Baum ausharren, bis der Regen weniger wurde und lief zur Unterkunft zurĂŒck.

Das Unwetter verzog sich so schnell, wie es angefangen hatte. Ich zog mich um und brach wieder auf. Maps Me leitete mich wieder an dieselbe Stelle hinter der BrĂŒcke kurz nach dem Ortsausgang, die eingezĂ€unt war. Links davon war ein winziger Pfad zu sehen, ich kletterte herunter und siehe da, von unterhalb konnte ich die Dinosaurier-FußabdrĂŒcke im Stein sehen, faszinierend!

Torotoro ist ein nettes, kleines Dorf aus Stein, abends sitzt man auf SteinbrĂŒstungen und schaut, was nicht passiert.

das anscheinend immer geschlossene Dinosaurier-Museum in Torotoro

Vegetarisch essen ist nicht in Mode, als musste ich zwangslĂ€ufig auf die einzige „Pizzeria“ ausweichen, in der andere Touristen aßen. Die Pasta war eßbar, hatte mit Italienischer KĂŒche nicht viel zu tun wie so oft in Bolivien.

diese traumhafte Landschaft sÀumte meinen Weg

Am nĂ€chsten Morgen beschloß ich, nicht auf eine Gruppe zu warten, sondern allein los zu marschieren, schließlich hatte ich am Vortag fast die halbe Strecke zur Aussicht auf den Canyon hinter mich gebracht. Da hielt mich eine Frau in tradtioneller Kleidung auf, ich dĂŒrfe hier nur mit einem Guide herumlaufen. Warum, konnte sie mir nicht beantworten. Hier wird sogar in der Natur streng kontrolliert!

die Spuren des grĂ¶ĂŸten Dinosauriers und Vegetariers der Welt!

Kurze Kletterpartien spĂ€ter wurde ich dann von einem Guide mit 3 Franzosen aufgehalten, der mich ĂŒberredete, mich ihnen anzuschließen. Der Guide zeigte uns Spuren von dem grĂ¶ĂŸten, fast 18 meter langem Dinosaurier.

Die Aussicht auf den schwindelerregenden14 Kilometer langen Canyon erinnerte mich an Bilder vom Grand Canyon in den USA.

nichts fĂŒr Höhenkranke, hier geht es schwindelig in die Tiefe!

Dann kletterten wir hinunter weiter nach unten, sprangen mehrmals glitschend und springend ĂŒber den Fluß, das hĂ€tte ich alleine nicht geschafft! Gottseidank hatte ich meine Wanderschuhe angezogen. Oben war es heiß, hier unten wurde mir zu kĂŒhl, um wie die anderen im Fluss zu plantschen. Die wollten gar nicht aufhören, mich beschlich das GefĂŒhl, es wĂŒrde  bald von oben duschen…

Wir brachen irgendwann auf, erklommen den Canyon und sahen die fotogenen Regenwolken hinter uns. Wir legten einen Zahn zu, trotz meines Regencapes wurde ich wieder nass. Im Eden Hostel reservierten sie mir einen Platz im Bus, wo es hieß, es wĂ€re nur noch einer frei. Tja, warten mußte ich dann noch mindestens 2 Stunden, da einige Passagiere absagten. Nach schier unendlichen dreieinhalb Stunden errreichten wir Cochabamba.

Im Ort herrschte ein horrender Verkehrsinfarkt, so fand ich das Spazierengehen stressig und sehr unangenehm fĂŒr meine Atemwege. Rad fahren nur sehr wenige. Ich lieh mir eins, um die außerhalb liegenden zweispurigen Radewege zu erkunden.

so muß ein Radweg aussehen!

Ich genoss es, die praktisch leeren Wege mit Aussicht auf die Stadt am Berg der San Christobal-Statue entlang um den See zu gondeln. Hier sollen schon Radler ĂŒberfallen worden sein, ich sah nur 3 FußgĂ€nger und 2 Sicherheitsleute. Wer die stark befahrenen Straßen meidet, kommt auch so ganz gut durch Cochabamba per pedes oder Rad.

Am nĂ€chsten Tag machte ich eine Radtour etwas außerhalb zu einer Biofarm in Apote. NatĂŒrlich verfranzte ich mich, mußte einen furchtbaren Schotterweg entlanggondeln und wurde noch von einem Hund gebissen, bis ich sie fand. Alle Hunde in Bolivien klĂ€ffen jeden Vorbeigehenden an, anscheinend, damit es nicht zu ruhig wird. Gottseidank war der Hundebiss nicht weiter schlimm und der Besitzer gab mir Alkohol zum Abtupfen.

Auf der Farm Granja Polen erstand ich BiokĂ€se. Brot, gĂŒnstiges Natur-Yoghurt, von dem ich nicht genug kriegen kann und eine ZahnbĂŒrste aus Bambus statt Plastik. Junge Bolivianer kaufen hier ein. Zufrieden radelte ich zurĂŒck, diesmal auf einem einfachen Weg, der gleich auf eine Teerstraße mĂŒndete, gottseidank!

Tipps:

Unterkunft: Das Jaguar House hat sehr schöne, saubere Zimmer und Dorms, nettes, hilfsbereites Personal, liegt zentral beim Prado-Boulevard, Wasser lĂ€ĂŸt sich umweltfreundlich gegen eine geringe GebĂŒhr auffĂŒllen und Alleinreisende können andere kennenlernen!

Vegetarisch Essen: der Markt 25 de Mayo hat eine tolle, preiswerte Auswahl, hier drĂ€ngeln sich die Einheimischen bis zum frĂŒhen Nachmittag,

Vida Sana an der Paza de la Mujer, Ecke Avenida Aniceto Arce gegenĂŒber dem bemalten Barbershop in einer Halle wird leckere, Veggie-KĂŒche serviert zum unschlagbar gĂŒnstigem Preis!

wer gemĂŒtlich entspannen will, ist im wunderschön dekorierten Typica CafĂ© in der Calle Espana nahe dem Prado an der richtigen Adresse, guter Kaffee, Weiß-, Winter- und Quinoa-Bier mit kleinen Snacks versĂŒĂŸen die Zeit mit Musik von Elvis, Janis Joplin und mehr…

Café Typica

SehenswĂŒrdigkeiten: Die 34,2 Meter große Christobal de la Concordia-Statue mit 32,8 Meter Armspannweite inklusive Aussicht auf die Stadt lĂ€ĂŸt sich mit 1399 Stufen erklimmen oder fĂŒr Faule mit der Seilbahn erreichen, es gibt viele Kirchen und Museen zu besichtigen, leider sind diese oft von 12-15 Uhr und Montags geschlossen wie so viele GeschĂ€fte auch

Eher fĂŒr Kinder: der eingezĂ€unte Family Park am Fluss, wie es sich gehört, mit wenig BĂ€umen, dafĂŒr mit mehr Attraktionen: Wasserfontainen mit Lichtspielen und Musik zum Nassmachen und Spaß haben