Auf der Suche nach Costa Ricas Natursensationen

 

Costa Rica, die Alternative zum Europäischen Winter,  kann nicht nur mit gutem Fußball punkten, angeblich überschlagen sich hier die Naturschönheiten.Costa Rica 112

Daher fällt die Entscheidung, wo ich zuerst hinfahren soll, schwer. Karibik oder Pazifikküste,  Vulkane ohne Ende, manche sehr schwer erreichbar, sowie Nationalparks, die sich gegenseitig Konkurrenz machen, wechseln sich ab. Das ist noch gar nichts, manche Gegenden sind für Raubüberfälle bekannt, giftige Schlangen, Zecken, Riesenameisen und andere nette Tiere lassen keine Langweile aufkommen.

Den Flug habe ich trotz des

am Münchner Flughafen im Winter
der Münchner Flughafen vor dem Abflug

entsetzlichen ¨Essens¨ bei Iberia  nur mit Cava überlebt. Trotz Schneegestoebers hatte er nur eine Stunde Verspätung.  Eine Schweizerin im Guesthouse in der Hauptstadt San Jose hatte weniger Glück, sie brauchte 20 Stunden länger und  ihr Gepäck ist unbekannt verzogen.

Mich lockte Orosi im Zentralen Hochland, ein netter ruhiger Ort mitOrosi Tal

heissen Quellen. Das schien mir genau das richtige, um meine 5 Wochen anhaltende Erkältung zu kurieren.  Bisher halfen weder Tee, Champagner, Partys noch Inhallieren und Ausschlafen. Das kühle Wetter trägt nicht gerade zur Regeneration bei, es ist abends kühle 16 Grad.

Heute bin ich von einem Kaffeplantagenbesitzer, dem wir halfen, Costa Rica 027seine zahlreichen Hunde und Katzen zu waschen und mit Antiläusemittel

this cat is not amused
this cat is not amused

einzureiben, zum Salsa Tanzen eingeladen, leider erreiche ihn telefonisch nicht auf seinem Hügel.

Die heissen Quellen stellen sich als normale Schwimmbecken, deren Wasser angeblich von den Quellen des Vulkans gespeist werden, heraus,  nicht besonders romantisch! Heute sind sie geschlossen, zum Besuchen des Vulkans oder des tierreichen Nationalparks 20 km entfernt ist das Wetter zu schlecht.

Also bin ich mit einigen jungen Amerikanern, die anscheinend genug Bares haben, wochenlang herumzuhängen, einer unentspannten Berlinerin am Beginn ihrer ¨Weltreise¨,  die das Buch „Lateinamerika für Anfänger“ und die Weltreiseausgabe von Geo dabei hat, sowie einer Amerikanerin, die erforscht, wie die Einheimischen sich das relativ teure Leben hier leisten können, auf  ein Rockkonzert im Nachbarort Paraiso gefahren.

Die Einheimischen, Ticos genannt, verliessen einer nach dem anderen den Saal, das sagt alles! So nahmen wir noch einen Drink in einer der zwei Bars in Orosi, in der einige Ticos Karaoke probierten. Nur der Gemüsehaendler stach als exzellenter Schmusesänger hervor.

Nach Puerto Viejo an der Karibikküste entfloh ich dem schlechten Wetter des Hochlands, leider ging bisher nicht die Post ab. Da haben die Schreiberlinge vom Lonely Planet mal wieder masslos übertrieben. Auch in Sachen „Hotel Tips“ wurde offensichtlich das Werbe Budget der Luxusresorts Costa Ricas ordentlich angezapft, für preiswerte Unterkuenfte Costa Rica 156war dann nicht mehr viel Platz und Zeit.

Zwei Männer und eine Frau braucht es, um vor dem Schild: „Marihuana forbidden“ eine Riesentüte zu drehen, untermalt von Gitarrengeklimper.  Immerhin wurden wir heute bei Sonnenuntergang mit dem Blick auf die Surfer und wunderbarer Gitarrenmusik verwöhnt. Bernadette aus Würzburg und ich testen eine Bar mit ohrenbetäubender Musik, in der es 2 for 1 Beer gab. Um unsere Ohren zu schonen, ziehen wir weiter und landen bei Mangos Bar, in der eine gut abgehangene Rockband spielt. Nicht gerade karibisch, aber die Cocktails enthalten ordentlich Musik und die Stimmung ist gut.

Im nahegelgenen Cahuita gibt es einen Dschungelpfad im Mini-Nationalpark, der Spinnen, Schlangen und Reiher bietet.

Mancher läuft mit Führer durch die Gegend, völlig unnötig, die Affen und anderes Getier sind leicht zu sehen, wenn sie nicht vom Gruppenlärm verscheucht werden. Drei Waschbären lassen sich davon nicht abschrecken und klauen zwei Amerikanerinnen am Strand direkt vor unseren Augen eine Ananas aus der Tasche!

Grenze Costa Rica/Panama
Grenze Costa Rica/Panama

Wirklich aufregend ist es nicht und zum Schnorcheln im Moment zu windig, daher folge ich dem Rat von Bekannten, die Islas del Toro im nahen Panama auszutesten.  Es wird spannend am Grenzübergang, am Schienenstrang entlang zu balancieren, während riesige Lastwägen vorbeirauschen.

Tja, leider wieder Pech mit dem Wetter! Während im Rest des Landes eitel Sonnenschein herrscht, ist hier ein Microklima, einfach ausgedrückt Regenzeit, dafür keine Hurricans!

Deswegen sind hier so viele Yachties! Ungluecklierweise fehlt mir nur die Yacht sowie das noetige Kleingeld. Den strömenden Regen auf der Insel Batimento vor Augen erfahre ich, daß die Straßen blockiert wurden.  Noch vor einer Woche sassen Reisende an der Grenze tagelang fest, da Indianer aus Protest gegen ein Bergbauprojekt nahe ihrem Reservat gegen die Regierung protestiert hatten. Das hat mir gerade noch gefehlt! Am nächsten Tag sind die Strassen wieder frei und ich nutze die Gelegenheit, dem Naß zu entfliehen.

Vulkan Poas beim Schmöcken
Vulkan Poas beim Schmöcken

Zurück in der Hauptstadt San José nehme ich morgens früh den Bus zum Vulkan Poas. Bei strahlendem Wetter genießen wir endlich die traumhafte Landschaft samt rauchendem Vulkan!

Abends gibt´s in San José ein Festival mit Live Musik und Kunst, ausnahmsweise gratis. Costa Rica 242Da bleibt beim Salsa- und Pogo Tanzen kein Auge trocken, das können sie, die Ticos! Ein hervorragendes Beintraining für kommende Fußballereignisse.

Costa Rica 255
Pazifikstrand bei Dominical

Der höchste Berg Costa Ricas, der Chirripo, gehört zu reizvollen Wandergebieten, auf dem Gipfel soll man bei klarem Himmel den Pazifik und die Karibik sehen können. Gerade läuft mir das Wasser im Munde zusammen, da erfahre ich, daß angeblich Drogenschmuggler dort Feuer gelegt haben.

Nach Uvita an der Pazifikküste umdisponieren fällt nicht schwer, da dort das Burning Man Festival stattfinden soll. Leider sind alle Unterkünfte ausgebucht, also muß ich mit dem Nebenort Dominical vorliebnehmen. Der Strand ist schön, sonst wird außer einem Nepp-Schnorcheltrip für 100 $ nichts geboten.  An der Bushaltestelle

einheimische Musikanten mit Mundharfe
einheimische Musikanten

zum Burning Man lauschen wir zur Einstimmung Musik mit der Mundharfe, der Bus taucht trotzdem nicht auf. Dann ist das Festival vorbei, toll!

Die wenig mir verbliebene Zeit möchte ich auf den Chirripo Wanderwegen verbringen. Von dem Feuer hört man nichts mehr, daher buche ich das Mariposa Guesthouse direkt am Wanderweg zum Gipfel. Jill und John haben mit viel Liebe zum Detail ein kleines Paradies geschaffen.

Steinbett im Mariposa
Steinbett im Mariposa

Der Schlafsaal ist in Stein gehauen, ebenso die Betten, der bildschöne Garten mit viel Herz dekoriert. Offensichtlich lockt dies nur die nettesten Gäste aus aller Welt an. Abends kochen wir mit viel Spaß zusammen.

 

Ich erzähle Bayerische Costa Rica 315Geschichten und als Wolfi, ein Bayer in Lederhosen auftaucht, können sich sich kaum halten vor Begeisterung. Mit Wolfi unternehme ich einige kletterintensive Wanderungen, herrlich!Costa Rica 281

Um auf den Gipfel zu gelangen, muß man auf halber Höhe ein Bett in der Hütte reservieren, natürlich ist alles belegt.

auf dem Weg zum Gipfel des Chirripo
auf dem Weg zum Gipfel des Chirripo

Macht nichts, ich wandere los, genieße die wundervolle Bergweltund endecke in hohen Baumwipfeln Kapuzineräffchen, die sich im Astwerfen üben.

 

Kapuzineräffchen beim Astwurf
Kapuzineräffchen beim Astwurf
Costa Rica 278
alle Fotos by DK

ich komme gut voran, überhole zwei junge Pärchen und überlege fast, ob der Auf- und Abstieg in einem Tag zu schaffen ist.  Es soll ja Leute geben, die in ein paar Stunden hinauf- und herablaufen! Für Genußmenschen ungeeignet! Am Nachmittag entschließe ich mich, umzukehren.  Eine gute Entscheidung! Mein letzter Abend im Mariposa wird dank der lustigen Gäste unvergeßlich! Das Pärchen aus Quebec nimmt mich sogar mit dem Auto nach San José mit.