Luxury Planet statt Lonely Planet

Es war einmal eine Zeit, da brach Tony Wheeler mit seiner Frau auf, durch die Welt zu reisen. Nach langen Monaten kamen sie fast Pleite zurĂŒck. Sie setzten sich an ihren KĂŒchentisch und schrieben ihr erstes Handbuch nieder. Es verkaufte sich ĂŒberraschend gut. Der Lonely Planet ReisefĂŒhrer war geboren. Einst fĂŒr Traveller gedacht, die sich Zeit nehmem möchten, um Land und Leute kennenlernen zu lernen. Das Budget war so gering wie die Dauer der Reise lang. HandbĂŒcher wie der Lonely Planet und Stefan Loose halfen mit, öffentliche Verkehrsmittel nehmen zu können statt sich von Schleppern, Taxi- und Rischkafahrern ĂŒberÂŽs Ohr hauen zu lassen. Symphatische, saubere GasthĂ€user mit GemeinschaftsrĂ€umen zum Austauschen von Geschichten wurden empfohlen.

Die Zeiten sind entgĂŒltig vorbei. Jetzt gehört der Lonely Planet der BBC. 80 % der darin enthaltenen UnterkĂŒnfte, da steht ihm der Loose-ReisefĂŒhrer in nichts nach, sind Mittelklassehotels und Luxusherbergen, die besonderen Empfehlungen gehören ausschließlich der letzteren Kategorie. Die Behauptung, Empfehlungen beruhen auf Erfahrungen, die unabhĂ€ngig gefĂ€llt werden, sind lĂ€cherlich. Keiner vergönnt es dem Schreiber, wenn er sich vom Luxusresort verwöhnen lĂ€ĂŸt. Nur wem nĂŒtzt es außer ihm? Der Luxusreisende interessiert sich garantiert nicht fĂŒr diese HandbĂŒcher. Der Budgettraveller Ă€rgert sich ĂŒber unnötigen Ballast.

Emmisionsschutz und Umweltbewußtsein werden selbstverstĂ€ndlich ebenfalls behandelt, ist ja gerade in Mode. Sollte eine Unterkunft keine Aircondition anbieten, wird die bemĂ€ngelt. Sehr umweltfreundlich!

Ist das Buch von seiner GeschwĂ€tzigkeit noch nicht schwer genug, werden die Unterschiede von Bahn, Bus, Flug, geliehendem Auto mit oder ohne Chauffeur beschrieben. Ein sinnvolles Buch fĂŒr gebildete Budgetreisende und ein mehrere Kilo schweres Luxury Planet Handbook fĂŒr Neulinge oder diejenigen, die mit Chauffeur unterwegs sind, wĂ€re eine Option, die beide zufriendenstellt.

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