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Glücklich planschende Elefanten, die Brücke am Kwai und ihre furchtbare Historie in Thailand

Kanchanaburi gehört zu den heißesten Provinzen Thailands. Die Hauptstadt gleichen Namens ist nicht nur bei Bangkoker Thais ein beliebter Wochenend Hot Spot. Kein Wunder, bei Angeboten wie „Get drunk for 10 Baht, (ca 30 cent) und Restaurants, die sich “Schluck“ nennen.

das muss nicht sein, dieses schöne Café im Sitthisang Haus aus der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts gibt´s auch…

Dabei gibt es erheblich mehr zu sehen als das, wie Nationalparks und die durch Regisseur David Leans Film berühmte Brücke am Kwai, sowie Zeugnisse deren unrühmlicher Vergangenheit während der Japanischen Besatzung im 2. Weltkrieg.
Nach ein paar Stunden mit dem Bus von Bangkok quartierte ich mich im von Travelfish empfohlenen „Blue Star“ in eine gemütliche Hütte auf dem Fluss ein.

mein Bungalow im Blue Star

Hier ist es herrlich ruhig vom ewigen Verkehr, aber nachts wurde ich von sanftem Geschaukel geweckt, das sich gelegentlich wiederholte. Was war das? Vielleicht waren die Pfähle, auf denen meine Hütte gebaut war, morsch? Ein Bootsgeräusch war auch nicht zu hören, nur gelegentlich planschte ein Waran vorbei. Ein Erdbeben? Das fühlt sich nach meiner Erfahrung auf Bali ähnlich an, eigentlich ein ganz angenehmes Schaukeln, wenn es sich um ein leichtes handelt…Am nächsten Morgen bemerkte ich, dass mein Bungalow mit dem daneben liegendem verbunden war, anscheinend war der Nachbar nachts aufgestanden und in seiner Hütte auf und ab gelaufen, viel Platz hatte er da nicht.

Beim Radverleih ein paar Meter weiter musste ich mich durch den Fundus wühlen, um ein funktionierendes Zweirad für die kurze Radtour zur Brücke am Kwai zu ergattern.

An den unvermeidlichen Souvenirständen vorbei schloss ich mich den anderen Touristen an, die über die Brücke wanderten.

die berühmte Brücke am Kwai

Lautes Bimmeln kündigte einen Zug an und alle verließen die Brücke, beziehungsweise stellten sich in die dafür vorgesehenen Einbuchtungen. Die ursprüngliche Brücke sollte die von Kriegsgefangenen unter horrenden Bedingungen gebaute Bahnlinie nach Myanmar vervollständigen. Der empfehlenswerte War Cemetary und das gegenüberliegende Museum im Zentrum Kanchanaburis zeugen von den 6982 Kriegsgefangenen, die beim Bau der Bahnlinie wegen der schrecklichen Bedingungen umkamen.

die Schneise des Hellfire-Passes

Am Hellfirepass mussten sich die gefangenen Australier, Holländer und Briten sowie die angeheuerten Asiaten mit primitivsten Werkzeugen durch die Felsen schlagen.

Bei der Besichtigung wanderte ich ein Stück den wegen der Hitze  endlos scheinenden Weg mit Blick auf Myanmar entlang, bis ich aufgab. Viele Kriegsgefangene hatten weder genug zu Trinken noch zu Essen und starben elendig. Das kleine Museum und der Hellfirepass sind leicht mit dem Bus von Kanchanaburi zu erreichen.

Zurück nahm ich den Bus zum Sai Yok Noi Wasserfall in Nam Tok, in der Trockenzeit im April war dieser leider nur ein bescheidenes Rinnsaal. Die Zugfahrt von dort zurück nach Kanchanaburi inklusive der Überquerung der Brücke am Kwai war wunderbar entspannend entlang der Felder und des Flusses.

Es war heiß, so beschloß ich, den Erawan Nationalpark mit seinen 7 Wasserfällen zu besuchen. Der Bus brauchte 1 1/2 Stunden und ich dachte mir, da ist es sicher schöner, dort zu übernachten. Tja, alle Unterkünfte waren voll, da blieb nur ein kleines Minizelt übrig. Ab 18:30 schloß das einzige Restaurant am Parkeingang, also blieb mir nichts anderes übrig, als mit der Taschenlampe etwas zu lesen und früh auf dem harten Boden zu versuchen, einzuschlafen.  So wachte ich bei Sonnenaufgang auf und machte mich auf den Weg zum ersten Wasserfall.

ein Pool schöner als der

Keine Menschenseele war unterwegs und so konnte ich in aller Ruhe in den Pools plantschen, die nachmittags voller Touristen sein sollen.

Andere

In der Herrgottsfrühe war es nicht so heiß zum Wandern, aber warm genug, um sich gelegentlich abzukühlen.

Unterwegs war diese Kleidung auf Bäumen aufgehängt, vermutlich, um damit bunte Fotos machen zu können.

Fishspa war hier inklusive, das heißt, kleine Tierchen knapperten an meinen winzigen Hautfetzen und reinigten sie so. Am späten Vormittag war ich wieder zurück, um den Bus nach Kanchanaburi nehmen zu können.

beim Elefanten-Füttern im Elephantsworld

Elefanten-Reiten wird leider immer noch in Thailand angeboten, obwohl es den Rücken dieser Tiere schädigt,. Nicht weit von Kanchanaburi  konnte ich einen nicht ganz billigen Ausflug in´s Elephants World Camp buchen, das sich um kranke, schlecht behandelte und unterernährte Elefanten kümmert.

Kein Elefant kommt von derselben Familie, manche freunden sich miteinander an. Nur ihr Mahout darf alles mit ihnen machen, wir sollten lieber von einigen, die schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hatten,  Abstand halten.

Es brachte Spaß, diese wunderbaren Tiere etwas kennenlernen zu dürfen, im Wasser zu schrubben  und zu füttern. Für die älteren mit wenigen Zähnen kochten wir Reis und Gemüse, stampften es und formten es zu Bällchen, anschließend wurden diese vernascht!

der Elefantendame läuft schon das Wasser im Munde zusammen…

Tips für Kanchanaburi:

Alle Sehenswürdigkeiten sind innerhalb Kanchanaburis mit dem Rad zu erreichen, die außerhalb liegenden mit dem Bus. Räder werden überall für 50 Baht am Tag angeboten. Unbedingt den Zug von Nam Tok zurück nehmen, ist viel schöner als auf der Straße und er fährt über die Brücke am Kwai!

Wer im Erawan-Nationalpark übernachten möchte, sollte rechtzeitig reservieren, sonst muß er oder sie mit einem kleinen Zelt vorlieb nehmen. Wertsachen können nirgendwo eingeschlossen werden! Es empfielt sich, so früh wie möglich loszugehen, um den Massen zu entgehen.

dieses leckere Gericht entdeckte ich auf dem Nachtmarkt, hauchdünn gebackenes mit Creme, Eiern und geraspelter Kokosnuß gefüllt, hmmm

Jeden Abend von 18-22 Uhr gibt es einen Nachtmarkt westlich vom Bahnhof in Kanchanaburi mit Thai-Essen, Schuhen, Kleidung, Handyzubehör und was man sonst noch braucht oder nicht. Das Nachtleben beschränkt sich hauptsächlich auf glatzköpfige Ausländer mit Bauchansatz beim Biertrinken an den Straßenbars, für alleinreisende Frauen nicht gerade empfehlenswert.

Besser ist es, sich in ein nettes Restaurant zu setzen wie On´s Issan Thai Vegetarian mit leckerem vegetarischen und veganen Essen an der Mae Nam Khwae Rd, leider gibt es an der Straße nur 2 Tische, im Restaurant kühlt einen die Klimaanlage unangehem ab. In den Guesthäusern am Fluß ein Stückchen weiter rechts die Straße herunter kann man gemütlich essen ohne Straßenlärm- und Abgase inklusive free WiFi.

Das Blue Star Guesthouse hat blitzsaubere Zimmer und Bungalows, im Restaurant, auch ruhig, funktioniert das WiFi sehr gut.

Das wunderschöne Café im Siitisang House ist leider klimatisiert statt mit Holzventilatoren zu kühlen, drinnen sitzen ein paar Thais, vor sich Getränke zum Teil in Plastikbechern! Draußen gibt 2 Tische an der Straße.

das Siri Osot and Boonpong & Brothers House

Interessant ist es, die verbliebenen Kolonialhäuser anzuschauen, daneben kann man auf Schildern ihre Geschichte erfahren. Der Besitzer des obigen Hauses vermittelte mit geheimen Codes zwischen den Gefangenen und ihren Heimatländern, so konnten die Alliierten die Brücke am Kwai erfolgreich bombadieren.

 

Viel interessante Reiseberichte gib´s auch  bei 1001 Reiseberichte…

 

 

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