die de las Muertos

Gruselig feiern beim Tag der Toten und mehr aus Mexiko City

Du kannst nicht genug von unzähligen Krimis kriegen und magst Reality-Shows? Dann lies die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts über Mexiko. Da wird sogar mir als Reiseerfahrene mulmig, wenn ich von zunehmender Gewalt, Überfällen und den gerade stattfindenden Drogenkriegen zweier Kartelle in Yucatan lese! Genau das Richtige für Krimi-Fans, die die Realität kennenlernen möchten!

Dia de las muertos
sogar die Kirche feiert mit!

Dazu passend fingen die Festivitäten des Dia de las Muertos am 30.10.21 in Mexiko-City an. Fast alle Mexikaner trugen draußen und drinnen Horror- oder normale Masken gegen das Virus, obwohl es laut Gesetz draußen nicht mehr notwendig war. Zur Feier der Toten begegneten mir bemalte Horrorgestalten, als Skelette oder seltsame Tiere verkleidet, die Gruselmasken taten ein übriges, um  auch das Virus zu erschrecken? Die ganze 20-Millionen-Stadt war gefühlt auf den Beinen. Abends gingen Valerie, Mike und ich essen in der zum Bersten vollen Calle Regina. Unsere Sitznachbarn schrien sich die Kehle aus dem Leib vor Lachen und während Musik von unserem und dem Restaurant nebenan plärrte, sang eine Frau Opernarien, ausnahmsweise ohne ohrenbetäubenden Verstärker wie sonst bei den “Musikern”, die sämtliche Open-Air Restaurants abklapperten. An eine Unterhaltung war nicht zu denken!

Dia de las Muertos, Mexiko City

Am nächsten Tag versammelten sich alle zur stundenlangen Parade durch die Innenstadt, beginnend vom Zocalo, dem zentralen Platz in jeder Mexikanischen Stadt. Überall dienen orange Blumen und Skelettpuppen traditionell als Dekoration, die weiteren zwei Tage werden an den Gräbern der Verwandten verbracht. Ich zog es vor, im Chapultepecpark das ehemalige Schloß Kaiser Maximilians zu erkunden, das er aus seinem Privatvermögen, da die Staatskasse leer war, 1864 zur Kaiserlichen Residenz umbaute, inklusive dem ersten Fahrstuhl. Schon drei Jahre später wurde er vom neuen Präsidenten Juarez durch ein Kriegsgericht zum Tode verurteilt.

Castillo de Chapultepec
Opulent: die Einrichtung des Schlosses Chapultepec

Von wem das seit dem sechsten Jahrhundert vor Christi bewohnte und ab 100 nach Christi zur bedeutenden Wirtschaftsmacht aufgestiegene Teotihuacan erbaut wurde, ist bis heute unbekannt. Bis zum jahre 650 war sie die größte, kulturell und militärisch bedeutenste Stadt Mesoamerikas. Danach wurde sie aus nicht geklärten Gründen verlassen, jetzt wird sie von Touristen besucht. Wir durften die Sonnen- und die etwas kleinere Mondpyramide leider nicht erklettern, nur umwandern, trotzdem ist sie einen Ausflug wert.

Teotihuacan

Der wahnsinnige Verkehr, auch in den übervollen Metros, veranlassten mich zur möglichst schnellen Abreise.

Diego Rivera

Davor waren Diego Rivieras Wandmalereien im  wundervoll leeren Salon des Bildungs-Sekretariats nahe des Zocalo ein Muss, genauso wie das ganz aus Eisen und Marmor bestehende Postamt samt einen Bild aus alten Briefmarken, umwerfent schön!

Postamt, Mexiko City

Tipps für Mexiko City:

vom Flughafen fahren die Metro und der teurere Metrobus in die Innenstadt, zu Stoßzeiten kann es extrem voll werden

Essen:

Vegamo ist ein kleines, veganes Restaurant an einer wenig belebten Straße nahe Metro- und Busstation Suarez, Revillagigedo 47

Toll zum draußen Relaxen ohne Abgase und gutem Wifi bei leckerem Kaffee ist das Espresso in der Calle Regina, 5 Minuten zu Fuß von der Metro: Isabel la Catolica

Unterkunft:

für Budgetreisende mit Oropax: direkt neben der Metro Isabel la Catolica liegt das Hostel Ciudad de Mexiko mit Einzel- oder Zweibettzimmern zum unschlagbaren Preis mit Küchenbenutzung, die Duschen und Toiletten bräuchten eine Renovierung,  fußläufig zur Historischen Innenstadt und zum Ausgehviertel der Calle Regina

Tolle, selten ruhige Zimmer und passables Frühstück bietet das City Express Hotel La Raza gegenüber der Metrobusstation Hospital la Raza

Ausflug nach Teotihuacan: von der Metro La Raza den Bus nehmen

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