Bacalar

Streng bewacht und von Resorts überschwemmt, die Rivera Maya Mexikos

Von Bacalar, Mahahual, Tulum nach Playa del Carmen

Bacalar, ein Dorf an einer Süßwasserlagune, wurde mir wärmstens empfohlen. Ich lief in Richtung Lagune, die vor lauter Zäunen und Mauern der Resorts unsichtbar war. Nur an ein paar schmalen Stellen wurde gnädigerweise Platz gemacht für die Öffentlichkeit.

Bacalar

Dort tauchte ich in das türkise Wasser ein, und genoss die schöne Aussicht ohne Zäune.  Zur Cenote Azul, eines der vielen Sinklöcher in der Gegend, radelte ich eine hügelige, nicht enden wollende Straße entlang. Schweißgebadet schloss ich mein Rad ab und merkte zu meinem Schrecken, dass ich den Schlüssel nicht mehr fand. Ich fragte an der Kasse, ob jemand mir das Schloss aufsägen könnte? Keine 5 Minuten später kam ein Mann mit einer Zange und Säge, der es ruckzuck öffnete. Jetzt war Abkühlung nötig und ich erfrischte mich im kühlen, wie ein See aussehenden Cenote.

Cenote Azul
Eigentlich wie ein kühler See. Cenote Azul

Abends landete ich zufällig in einem Hostel direkt an der Lagune auf einer Elektroparty. Die angemalten, glücklichen Gesichter leuchteten bunt im Schwarzlicht, während eine angenehme Brise von der Lagune wehte und der DJ uns in eine exzellente, euphorische Tanzstimmung versetzte, wunderbar!

Tipps für Bacalar:

Der schönste und größte öffentliche Strandabschnitt mit Palmen befindet sich etwa 2-3 Kilometer nördlich

An der Parallelstraße zur Lagune bieten diverse nette Lokale Live-Musik an

Mein nächstes Ziel Mahahual entsprach schon eher meiner Vorstellung von einem schönen Strand. Den Malecon, die Fußgängerstrandpromenade, musste ich überqueren, um zu schwimmen oder in einem der Schwingsessel zu lesen. Dieser und Liegen gehörten zu meinem Resort, das seine Bambushütten in einem hübschen Palmenhain aufgereiht hatte. Alle weiteren, erheblich teureren Resorts beschallten seine Gäste permanent mit lauter Musik und hatten statt Palmenhaine betonierte Unterkünfte.

Mahahual

Weit entfernt legten Kreuzfahrtschiffe an, die an Hässlichkeit mit ihren hohen Aufbauten kaum zu übertreffen sind und einen Extra-Anleger haben, um dort überteuerte Dinge zu kaufen und Ausflüge zu unternehmen. Außer Schwimmen und Entspannen vom Lärm und Autoverkehr gab es nichts zu tun in Mahahual.

Tipps für Mahahual:

Mahahual

Unterkunft:

Bluekay Ecoresorts kommen ausschließlich in Frage, sie haben unterschiedliche Bungalows, diejenigen nehmen, die am weitesten weg von den Parkplätzen sind

Essen:

die lokalen Restaurants auf der Parallelstraße haben gutes und weniger überteuertes Essen als am Malecon, außer dem kleinen Café im Zentrum mit gutem Café und Croissants mit 4 Tischen draußen, eigenen Kaffeebecher mitbringen!

Transport:

der Collectivo von Bacalar hat mich bei den Bluekay Bungalows abgesetzt

Caribe fährt einmal pro Tag um 15:30 vom Fußballplatz nach Tulum ab, vorher reservieren, Collectivos fahren um 8 Uhr früh

Die einen hassen Tulum, die anderen lieben es. Mit dem Fahrrad kommt man überall hin, leider versäumte ich es am ersten Tag, mir eins zu leihen und nahm den Collectivo zum Strand von Akumal, berühmt für seine Schildkröten. Die gesamte Straße Richtung Strand war mit schicken Resorts samt Mauern gesäumt. Endlich fand ich den Eingang und durfte erstmal Eintritt zahlen. Im Wasser hielten Gruppen mit Schnorcheln und Schwimmwesten nach den berühmten Schildkröten Ausschau. Weiter entfernt entdeckte ich beim Schnorcheln einen schönen Rochen, gesund aussehende Fächerkorallen und einen Fischschwarm, der mich umschwärmte. Ob die Schildkröten wohl vor den Nichtschwimmergruppen geflohen waren?

Den Strand von Tulum wollte ich per Rad erkunden und wie nicht anders zu erwarten, versperrten die Strandresorts die Sicht auf´s Meer. Der frei zugängliche Traumstrand war mit Abstand der Schönste und Natürlichste bisher.

Tulum Beach

Nach mehr als eineinhalb Jahren Tanzverbot in Deutschland wollte ich unbedingt die offenen Clubs ausprobieren. Mir wurde die Maya-Monkey Bar empfohlen. Also tigerte ich los und bemerkte zwei Mega-Jeeps der Nationalgarde und ein Polizei-Pick-Up an mir vorbeifahren, alle schwer bewaffnet. Es hatte in den letzten Monaten Schießereien zwischen den beiden Drogenkartells gegeben, vor denen auch das Auswärtige Amt gewarnt hatte. Mich hatten Einheimische vor den Polizisten gewarnt, die manchmal Touristen ein- und abkassieren.

Die Barhocker der schicken Maya-Monkey Bar waren Schaukeln mit Blick auf die Monitore, auf denen blutige Kriegsfilme liefen. Die sehr jungen Bar-Besucher wollten mich und alle anderen Mädels zu einer ominösen Party einladen. Die Stimmung war eher lau, so verzog ich mich nach ein paar Tanzeinlagen. Auf dem Weg zurück zu Fuß war mir nicht ganz wohl, aber ich kam sicher in mein Hostel.

Das Auswärtige Amt empfahl, sein Hotel in Playa del Carmen nicht zu verlassen. Anscheinend weiß das Amt nicht, das die immer mit MG´s im Anschlag präsente Polizei viel unangenehmer sein kann, denn für die Kartelle wäre das Ausbleiben der Touristen schlecht für ihr Geschäft.

Am meinem ersten Tag lernte ich eine Österreicherin kennen, die mir wertvolle Tipps gab, wo ich das Tanzbein schwingen könnte. La Quinta, 5th Avenue genannt, glich lärmenden Orten in aller Welt wie die Khao Sarn Road in Bangkok, um die ich normalerweise einen großen Bogen mache. Etwas weiter vom schlimmsten Kommerz lag La Bodeguita del Medio, eine Kubanische Bar. Drinnen spielte eine Band und es wurde getanzt! Sollte ich es wagen? Ich ging hinein an die Bar und es dauerte nicht lange, da wurde ich von einem guten Tänzer aufgefordert. Es wurde ein wundervoller Tanz-Abend. Der Weg zurück zum Hotel gehörte noch zur „sicheren“ Zone. Dort angekommen, lud mich der junge, hübsche Nachtportier zum Bier ein und ich konnte meine Spanischkenntnisse erweitern, da wir uns lange über Gott und die Welt unterhielten.

Am nächsten Morgen schaute ich mir den Strand von Playa del Carmen an. Die Beachclubs ließen den normalen Badegästen höchstens 2 Meter Platz, den restlichen Sand beanspruchten sie. Ich brauchte ein ruhiges Cafés mit gutem Internet zum Schreiben, eine Seltenheit in Mexiko, es muss immer ohrenbetäubend laut sein, um nicht zur Besinnung zu kommen. Oh Wunder, es gab gleich mehrere, kreativ dekorierte Cafés in Playa an ruhigen Straßen.

Cenote Christallino

Mein Highlight war  die Cenote Christallino mit ihren türkisen Pools und dem Gratis-Fisch-Spa, das heißt, kleine Fische knabbern überflüssige Hornhaut ab.

Cenote Christallino  

Unterkunft:

La Quinta Santa Anita hat saubere, schöne Zimmer mit Kühlschrank zum relativ günstigen Preis in einer ruhigen Straße, zentral gelegen in Av. 35 Norte/C14bisC14

Essen:

der Essenstand in der Calle 14 neben der HSBC-Bank hat preiswerte leckere, vegetarische Tacos  und Empanadas

entspannte Cafés:

Basic Foodie Av. 25/Calle 26/28

Café Bajo/Mercado30, Av. 30/C 30

Transport: am besten mit dem Fahrrad, eine halbe Stunde gratis mit Playabici

Busse und Collectivos fahren in alle Richtungen

Salsa-Tanzen in Bodeguito del Medio, 5th Av/C 34/36

Der Strand weiter südlich, Playacar genannt, ist schöner

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