Mit dem Smartphone auf Reisen: nützlich oder zeitraubend?

Unvorstellbar für die junge Generation, aber sooo lange ist es noch gar nicht her, da durfte ich mir während meiner Reisen ein Internet-Café suchen, nicht immer einfach, wie zum Beispiel in Makassar, Sulavesie. Video-spielende Kinder, natürlich in ohrenbetäubender Lautstärke und schwächelndes Internet waren nicht Gute-Laune fördernd. Gebucht habe ich damals nichts, sonders alles vor Ort erledigt. Beim meinem ersten Besuch in Kolumbien 2013 hatten fast alle Traveller einen Laptop dabei, obwohl Überfälle auf Gasthäuser nicht selten waren. Als ein Virus mir meine Bilder auf dem USB-Stick entwenden wollte, legte ich mir auch ein handliches Netbook zu und war begeistert!

mein geliebtes Asus-Travelnetbook…

Vorteil ohne:

Mit dem Travel-Guide in der Hand fanden wir uns trotzdem zurecht. Menschen unterhielten sich im Restaurant, Bus, Zug und Hotelfoyer, statt auf ihr Smartphone zu starren. Unterkünfte fand ich entweder durch Empfehlungen, direkt vor Ort oder in Handbüchern, um anschließend oder gleich in Bessere in der Nähe umzuziehen. Die durch den nicht mehr Traveller-freundlichen Lonely Planet und Loose-Handbücher beschriebenen Guesthäuser sind gelegentlich abgewohnt und überteuert.

In Kolumbien wurde ich von Einheimischen voe Überfällen gewarnt, als ich mit dem Handy in der Hand auf Restaurantsuche ging. Da merkte ich, daß ich meine Orientierung fast verlor, wenn ich nur das Smartphone benutzte. Einfach mal spontan drauflosgehen ist fast ausgestorben.

Vorteil mit:

Einmal ist es beruhigend, einen Schlafplatz gefunden zu haben, aber wenn ich ihn nicht vor mir sehe, weiß ich nicht, wie er real aussieht. Mittlerweile sind Booking.com Preise günstiger als wenn man vor Ort bucht. Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten sind leichter und offline zu finden dank Mapsme. Googlemaps findet fast alles, sogar Öffentliche Verkehrsmittel, aber nur online.

Nachteil der Smartphone-Zeit:

Ich muss jetzt online etwas buchen, das ich nicht vor mir sehe,  da öfter alles ausgebucht ist,  als in Smartphone-losen Zeiten. Ich darf regelmäßig mein Bankkonto und unzählige Mails überprüfen, dafür wird die Offline-Kommunikation erheblich reduziert.

Natürlich ist es praktisch, wenn das WiFi funktioniert, Reisepläne zu recherchieren, das verführt dazu, länger damit beschäftigt zu sein als nötig. So habe ich das Gefühl, daß nicht nur ich damit zuviel Zeit verschwende. Außerdem verbraucht es viel „Umwelt“-Energie, allein in der Herstellung, wie im Film: Welcome to Sodom erschreckend beschrieben, außerdem macht der Akku gerne im ungünstigsten Moment schlapp.

Einfach mal smartphonebefreit loslaufen und etwas Neues, Unvorhersehbares zu entdecken ist für mich das Schöne am Reisen! Augen auf! Warum nicht mal digital detox entspannen? Jetzt! Das geht am besten auf Inter-befreiten Inseln, bin schon auf Recherche!

 

 

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