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Auf der Jagd nach den besten Filmen beim Dok.Fest M√ľnchen

So viele Filme und nur 12 Tage Zeit!

Beim Radeln von Kino zu Kino war es nötig, genau zu planen, um einen Bruchteil der Veranstaltungen besuchen zu können, bei 22 Veranstaltungsorten nicht so einfach!

Er√∂ffnet wurde das DOKfest mit „Over the Limit„; hier ertr√§gt die russiche Turnerin Rita unz√§hlige Beschimpfungen ihrer ber√ľhmten Trainerin stoisch, Familien- und pers√∂nliche Anglegenheiten m√ľssen zur√ľckstehen. Sie schafft den Olympia-Sieg und befreit sich von dem unnachgiebigen System, tritt zur√ľck und unterrrichtet jetzt. Bei der Er√∂ffnung wirkte sie selbstbewu√üt und befreit, w√§hrend die Regisseurin und ehemalige Turnerin Marta Prus einen eingesch√ľchterten Eindruck machte.

Rita in „Over the Limit“
Fotocredit: DOKfest

Mein Filmfavorit war eindeutig „Genesis 2.0“ von Christian Frei und Maxim Arbugaev.¬†¬† W√§hrend auf einer Sibirischen Insel Reste von Mammut-Skeletten- und z√§hnen ausgegraben und verkauft werden,¬† m√∂chte ein Wissenschaftler, falls sich noch eine lebende Zelle finden sollte, diese in eine Elefantenkuh implantieren, um ein Mammutbaby zu erzeugen. Ob er wohl King Kong gesehen hat? In der gr√∂√üten Gendatenbank der Welt in China wollen die Wissenschaftler Gott spielen, indem sie irgendwann den Designmenschen erschaffen wollen, w√§hrend in den USA Haustierklonen ein gutes Gesch√§ft ist. Auch Barbara Streisand hat sich ihr Haustier kopieren lassen! In der Bostoner Universit√§t der Bioenergetik experimentieren die Studenten mit genetisch ver√§nderten Produkten, um Krankheiten zu heilen und die Honigbiene zu retten. Vom Zauberlerling haben sie anscheinend noch nichts geh√∂rt! Ein brisant-aktueller Film! Kinostart: Herbst 2018.

In ‚ÄěDie Schatten der W√ľste‚Äú von ‚ÄěAmma und Appa‚Äú Regisseurin Franziska Sch√∂nenberger und ihrem Mann Jay Subramanian erf√§hrt dieser, da√ü der Mann seiner Kusine in Dubai Selbstmord begannen haben soll, was sie nicht glaubt. Sie bittet ihn, das zu untersuchen. W√§hrend er Freunde und Kollegen befragt, lernt die Witwe, auf eigenen Beinen zu stehen, f√ľr sich und ihre Kinder zu sorgen, was sonst ihr Mann erledigt hat.


In ‚ÄúThe Goddesses of Food“ werden Gourmetk√∂chinnen portraitiert, die in den ‚Äěnormalen‚Äú Medien fast g√§nzlich untergehen. √úber 90 % der Sternek√∂che sind m√§nnlich. In den Gourmet-Magazinen kommen fast nur ber√ľhmte Sternek√∂che vor, weil damit mehr Anzeigen verkauft werden. Dabei gab es Anfang des 20sten Jahrhunderts sehr ber√ľhmte Sternek√∂chinnen. Ein unterhaltsamer, inspirierender Film nicht nur f√ľr Gourmets!

DOKfest: The Goddesses of Food

In „System Error“¬† befragt „Speed“ Regisseur Florian Opitz weltweit √Ėkonomen, die sagen, die Grenzen des Wachstums sind bald erreicht, die Erde und ihre Resourcen sind endlich. Industrievorst√§nde und Finanzjongleure behaupten felsenfest, ohne Wachstum bricht die Wirtschaft zusammen.¬† Toll w√§re es gewesen, wenn diese zusammen diskutiert h√§tten, trotzdem ein wichtger Film, der 10.5.18 in die Kinos kommt.

System Error…

Beim Afrika-Tag interessierte mich¬† „Silas“ , der sich f√ľr die Umwelt seines Landes Liberia einsetzt und daf√ľr de App TIMBY nutzt, in der Menschenrechtsverletzungen angezeigt werden k√∂nnen.

„For in my way it lies“ zeigt die Entstehung des neuen Albums von Ausnahme-Musiker Jasper Junk und seine Entwicklung, wie es dazu kam. Er ist sein gr√∂√üter Kritiker und zweifelt immer wieder an sich, f√ľr ihn mu√ü alles 100%ig stimmen. Seine Blues-Stimme ist bereits au√üergew√∂hnlich, sein Aussehen erinnert an David Bowie!

Jasper Junk
Fotovcredit: DOKfest

Fasziniert hat mich¬† auch M.I.A.¬† √ľber die Musikerin Matangi Maya, die eigentlich Filmemacherin werden wollte, aber durch Elastica S√§ngerin Justine Frischmann zur Musik kommt. Als Teenager mu√üte sie mit ihrer Familie nach London fliehen, ihr Vater blieb als Mitbegr√ľnder der Tamil Tigers, der Tamilischen Unabh√§ngigkeitsbewegung, in Sri Lanka. Schwanger, war sie f√ľr den Grammy und den Oskar nominiert und w√§hrend sie √ľber den roten Teppich schritt, brach der B√ľrgerkrieg in ihrer Heimat aus. Immer wieder kritisiert sie den brutalen Krieg, auch im US-TV, was herausgeschnitten wird, unangenehme Wahrheiten sind hier unerw√ľnscht.¬† Ihre au√üergew√∂hnlichen Videos thematisieren ebenfalls radikal den Krieg.¬† Ein toller Film von Steve Loveridge!

M.I.A. Matanga

Das reichhaltige Filmprogramm des 33. DOK.fest offerierte  nicht nur zahlreiche interessante Filme, sondern auch DOK Education mit der Dokumentarfilm-Schule, im DOK-Forum Diskussionen, Open Training- und Kamera-Workshops for Profis und Interessierte.

Amira-Award Gewinner wurde der Horrorfilm Caniba √ľber zwei gest√∂rte Br√ľder; der eine verletzt sich selber, der andere brachte seine Geliebte um und a√ü sie teilweise. Er bekam nur 2 Jahre in Frankreich und wurde nach Japan abgeschoben. Die Kamera, st√§ndig wechselnd zwischen Sch√§rfe und Unsch√§rfe, kam den Protagonisten f√ľr den Zuschauer unertr√§glich nahe. Da√ü die Regisseure das konnten, ist schauerlich genug.

Der VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis, der die Arbeit der Produzent.innen w√ľrdigt, ging an „Grenzenlos-Geschichten von Freiheit & Freundschaft„, wo junge Syrer, Deutsche, Kolumbianer und Iraner Kurzfilme √ľber ein Leben ohne Heimat, Familie oder Freunde in Fl√ľchtlingslagern drehten.

The distant barking of dogs“ von Simon Lereng Wilmont r√§umte gleich 2 Preise ab, den SOS-Dokumentarfilmpreis und den Viktor f√ľr den besten Film. Der Film, im nicht ganz ungef√§hrlichen Ukraine-Krieg aufgenommen, w√§hrend immer wieder Bomben zu h√∂ren sind, handelt von der Liebe von Enkel und Gro√ümutter in diesen gef√§hrlichen, traumatisierenden Zeiten.

The distant barking of dogs

Der BR Kino Kino Publikumspreis ging an das Feel-Good Movie¬† „Tackling Life“ √ľber eine schwul-hetero gemischte Rugby Mannschaft, bei der sich alle wie in einer Familie f√ľhlen.

√úber den „Viktor“ DOK Deutsch freute sich Regisseurin Susanne Freund f√ľr „I am a bad guy“ √ľber einen ehemaligen Bankr√§uber. Sri Lanka¬īs Geschichte in „Demons in Paradise“ √ľberzeugte die Jury von DOK horizonte. Der FFF F√∂rderpreis ging an „Fr√ľher oder Sp√§ter “ √ľber Bayerisches Dorfleben mit einer B√§uern, die gleichzeitig als Bestatterin t√§tig ist und einer „Veganen Kommune“ von Pauline Roenneberg.

fr√ľher oder sp√§ter

Musik spielt eine wichtige Rolle im Film, so¬†erhielten Damien Scholl und Ulrich Reuter den Dokumentarfilm-Musikpreis f√ľr „Beuys“ von Andres Veiels.

Das n√§chste DOKfest kommt bestimmt, am 8. Mai 2019 geht¬īs los!

 

Alle Fotocredits: DOKfest