Schlagwort-Archive: Berlinale

Der Eckart Witzigmann-Preis 2014: mit Leidenschaft & Innovation zum bewußten Genuß

Seit nunmehr 10 Jahren ehrt Jahrhundert Koch Eckart Witzigmann in Kooperation mit der BMW-Group außergewöhnliche Kochkunst, Innovation, kreative Verantwortung, gepaart mit Genuß sowie Engagement im Bereich Lebenskultur mit dem ECKART Preis.

Foto:best
Foto:best

Zu den bisherigen illustren Preisträgern gehörten HRH Charles Prince of  Wales, Berlinale Chef Dieter Kosslik, die Meisterköche Elena Arzak (San Sebastian), Harald Wohlfahrt, Molekular-Küche Erfinder Ferran Adià mit seinem weltberühmten Restaurant „El Bulli“ und Jahrhundert Koch Joel Robuchon.

In diesem Jahr freute sich der jüngste Drei-Sterne Superstar Shuzo Kishida über den Preis für Innovation.  In französichen Restarants der Spitzenklasse in Japan und Frankreich begann seine steile Karrierre. In seinem Lokal „Quintessence“ in Japan verzaubert er jetzt seine Gäste mit revolutionärer  Kombination der Reinheit der Japanischen mit der Finesse der Französichen Küche.

3 Sterne Kochwunder Shuzo Kishida
3 Sterne Kochwunder Shuzo Kishida

Den Preis für Große Kochkunst teilte sich Vater Heinz Reitbauer mit seinem Sohn Heinz ReitbauerJunior. 1970 übernahm der Senior das kleines Ecklokal Steireck in Wien, daß er zu einem Restaurant von Weltrang machte. Zusätzlich eröffnete er 1996 das Steireck am Pogusch in der Obersteirmark, das sich zu einem Zentrum des unverfälschten Genusses entwickelte. Witzigmann schwärmte hier von dem besten Service der Welt!

Reitbauer Junior
Heinz Reitbauer Junior

Sein Sohn übernahm 2005 das Steireck in Wien und zelebriert dort höchste Kochkunst mit besten regionalen Lebensmitteln. Sein Credo: Nicht die Spitzengastronomie ist der Maßstab für die gastronomische Qualität eines Landes, sondern die Produkte und Wirtshäuser, die sie verarbeiten.

Simply Red Sänger Mick Hucknall begeistert sich für die traditionellen Rebsorten am Ätna und baut seit dem Jahr 2000 den hervorragenden Wein „Il Cantate“ an. Nicht nur für die SOS Kinderdörfer engagiert er sich, auch verschiedene Projekte für Nachhaltigkeit und Qualität wie den Erhalt der Wildlachse im Norden Irlands erhalten seine Unterstützung. Grund genug, dem sympatischen Sänger den Preis für Lebenskultur zu verleihen.

Sänger & Hobby-Winzer Mick Hucknall mit Redakteurin Doris Krumm
Sänger & Hobby-Winzer Mick Hucknall mit Redakteurin Doris Krumm Foto by best

Profi-Surfer Jon Rose erkannte auf der Suche nach der perfekten Welle, die ihn an entlegene Orte führte, daß zu viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Er gründete „waves4water“, das Reisende anregt, einfach zu handhabende, günstige  Wasserfilter an Bedürftige zu verteilen. Die Idee ist nicht, 100 Filter von einer Person verteilen zu lassen, sondern von Hunderten je zehn Filter an Gebiete zu verteilen, die sauberes Wasser benötigen. Das brachte ihm den Preis für Kreative Verantwortung und Genuß. Das Eisbachsurfen hat er bisher noch nicht ausprobiert.

Surfer Jon Rose

 

 

Foto by best
Foto by best

Vom BMW-Eventcaterer  genossen die Gäste der festlichen Gala im BMW-Museum Kulinarik und Service der Spitzenklasse. Als Zwischengang steuerte Vorjahressieger Alex Atala aus Brasilen ein Gericht aus getrocknetem Amazonas-Ameisen-Mehl bei, das nun, Geschmackssache ist.

die Amazonas-Ameisen Spezialität Foto by best

Zu allen Genüssen paßte der Etna Rosso Il Cantante Wein von Mick Hucknall wie die Faust auf´s Auge!

Dreierlei von der Renke mit gelber und roter Rübe
Dreierlei von der Renke mit gelber und roter Rübe Foto by best
IMG_5543
Delice vom Kürbis und Birne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

www.eckart-witzigmann-preis.de

www.bmwgroup.com

www.wavesforwater.org/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Film- oder Fußballfieber, keine Frage auf dem Filmfest München 2014

BS_1635_700
Eine talentierte Entdeckung aus „Die Karte meiner Träume“: Hauptdarsteller Kyle Catlett Foto Filmfest

Der fußballaffine Cinéast mußte tapfer sein auf dem diesjährigen Filmfest München.  Parallelen zwischen Film und Fußball gibt es genug, die Dramaturgie muß stimmen, sonst langweilt sich der Zuschauer!   Bisher zeigte die WM in Brasilien Herzattacken-verdächtiges Dramapotential, da müssen die Filme erstmal mithalten.

Regisseur Jean-Pierre Jeunet eröffnete das Filmfest mit seinem Film Die Karte meiner Träume“.  Mit dem Vater, einem Spät-Cowboy,  der Insekten- verrrückten Mutter, herrlich skurril gespielt von Helena Bonham-Carter und seiner Schwester, die von Schönheits-Wettbewerben träumt, lebt der hochbegabte, zehnjährige T.S. Spivet auf einer abgelegenen Farm in Montana. Wissenschaftliche Experimente gehören zu seiner Leidenschaft.  Als er plötzlich nach Washington zum Smithsonian Institut eingeladen wird, um einen Preis für seine Erfindung zu erhalten, begibt er sich heimlich per Zug auf eine abenteuerliche Reise.  G.H. Gibson vom Smithsonian, gierig gespielt von Judy Davis, wittert sogleich enorme Publicity, als sie erfährt, daß der Preisträger noch so jung ist.   Da hat sie aber nicht mit seiner Familie gerechnet! Ein wunderbarer Film zum Träumen.

Beim anschließenden Eröffnungs-Empfang

Der Eröffnungsempfang im Bayerischen Hof open air
Open Air- Eröffnungsempfang im Bayerischen Hof Foto by DK

fehlten weder Jean-Pierre Jeunet noch seine Entdeckung Kyle Catlett, um mit der fast vollständig versammelten Filmbranche open air zu feiern, als die Decke des Festsaals im Bayerischen Hof  sich wie durch ein Wunder öffnete.

Am nächsten Tag ging der Party-Marathon weiter mit dem Sommerfest der Agenturen zum Brunch im H´ugos.  Abends lud die Ufa Fiction  in die Reitschule zum Networking, während auf der Praterinsel schon beim Director´s Cut das Tanzbein geschwungen wurde.  Zwei Tage später beiMovie meets Mediaim P1 war WM- vorgesorgt, die gutgelaunten  Gäste  fieberten und zitterten bei Deutschland gegen Algerien mit und stürmten anschließend die Tanzfläche. So versäumten sie das jetzt schon legendäre Interview mit Mertesacker.

Auch bei dem auf 158 Filme erschlankten Programm fiel die Auswahl schwer. “Gergiev: a certain madness” dokumentiert die Konzert-Reise vom wegen seiner Nähe zu Putin umstrittenen, zukünftigen Dirigenten der Münchner Philharmoniker Gergiev, durch die Russische Provinz mit der Transsibirischen Eisenbahn. Schweiß strömt von seinem Gesicht, wenn er ganz mit der Musik versunken, dirigiert. Einer seiner Freunde erzählt, bei ihm ginge es in der Musik um Leben und Tod.  Ein Faszinierendes Portrait des Musik-Beserkers.

Udo Kier freute sich so sehr als über seinen Cine Merit Award, daß er bis morgens um vier im Bayerischen Hof feierte.

Udo, Diana Iljine und Gäste feierten im Bayerischen Hof
Udo, Diana Iljine und Gäste feierten im Bayerischen Hof Foto Filmfest

Unter anderen stellte er auch seinen Film „Tod eines Weltstars“ von Christoph Schlingensief vor, eine komplett-durchgeknallte Satire auf den Starruhm, der umso größer wird, wenn der Protagonist tot ist oder so tut.  Die schwindelerregende Kamera gleicht einer Achterbahnfahrt, nur unschärfer.

Unterhaltsamer waren Udo Kier `s Anekdoten. Während der Berlinale besuchte er die übervolle Paris Bar, in der sich tous le monde der Filmbranche trifft und entdeckte Schlingensief mit der damals  jungen Tilda Swinton. Er wollte sich zu ihnen gesellen, da der Lärmpegel alles übertönte, unterhielten sie sich zu dritt unter dem Tisch weiter.

Im Special Sreening wurde das Spätwerk von Meisterregisseur Billy Wilder „Fedora“

Marthe Keller und Henry Fonda
Marthe Keller und Henry Fonda

gezeigt, eine düstere Parabel auf den Preis des Ruhms und was mancher dafür opfern würde. Marthe Keller spielt die Fedora und William Holden einen Filmproduzenten, der sie für seinen Film engagieren möchte. Unwillkürlich erinnert er an Wilder´s Meisterwerk „Sunset Boulevard“ über verblaßten Starruhm mit Goria Swanson als Leinwand-Legende und William Holden als armen Schriftsteller, der bei ihr einzieht.

In „Swan Song:the Story of Billy Wilder´s Fedora“ zeigt Regisseur Robert Fischer, wieviel Schwierigkeiten Wilder hatte, den Film, der in den Bavaria Film Studios gedreht wurde, zu produzieren.

Sehr amüsant erzählt Regisseur Jan Martin Scharf in “Dessau

Performance vor der „Dessau Dancers “ Vorführung Foto DK

Dancers” von Jugentlichen1985 in Dessau, die den Breakdance für sich entdecken.  In der Öffentlichkeit! Das paßt den Apparatschicks gar nicht und sie versuchen mit allen Mitteln, sie zum organisierten “Schautanz” mit allen Vorteilen zu bewegen. Dann können sie nicht mehr verhaftet werden.  Da müssen grundlegende Enscheidungen getroffen werden.  Eine interessante Studie über Freiheit und ihren Preis!

Apropos Preise, diese wurden zahlreich vergeben auf dem Filmfest München. Den Förderpreis Deutsches Kino Regie gewann “Shoppen” Regisseur Ralf Westhoff für “Wir sind die Neuen”,

Regisseur Ralf Westhoff mit seinen „Wir sind die Neuen“ Darstellern Foto Filmfest

eine schräge Komödie über die  Ex- und wieder WG-Bewohner  Heiner Lauterbach, Gisela Schneeberger und Michael Wittenborn und ihre spießigen, jungen Nachbarn, die ob des WG Lärms nebenan verzweifeln, da der Prüfungsstress sie fertigmacht. Amüsant und überrraschend entwickelt sich die Geschichte anders als man denkt.

Den Publikumspreis gewann die gesellschaftskritisch-politische Komödie “Ein Geschenk der Götter” vom Münchner Oliver Haffner. Eine arbeitslose Schauspielerin muß zur Selbsterfahrung einen Theaterworkshop für 10 ebenfalls Arbeitslose geben und studiert, begleitet von viel Chaos, “Antigone” mit ihnen ein. Der Produzent Ingo Fliess wurde mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet.

Für seinen bewegenden Film „Das Salz der Erde“ erhielt Wim Wenders den One Future Preis. Er porträtiert sensibel den Brasilianischen Fotojournalisten Sebastiao Salgado, der für seine Projekte die Brennpunkte der Welt bereiste, das unvorstellbare Elend in der Sahelzone oder den Genozid in Ruanda dokumentierte, bis er davon krank wurde, sich auf die noch verbliebene Schönheit der Erde konzentrierte und sein „Tribute-to-the-Earth-Project “ Genesis gründete. Auf der Brasilianischen Ranch der Familie wird der zerstörte Regenwald nach un nach wieder aufgeforstet. Film- oder Fußballfieber, keine Frage auf dem Filmfest München 2014 weiterlesen