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Finale beim Filmfest M├╝nchen

und bald f├╝r Deutschland, (bei der EM)?

Spannung erzeugte das Filmfest allemal, die Filme waren es und f├╝r die Filmemacher, die auf den Preisregen hofften.

Ellen Burstyn verzauberte bei den Filmmakers live
Ellen Burstyn verzauberte bei den Filmmakers live

Die wunderbare Ellen Burstyn blieb einige Tage, schw├Ąrmte von Maren Ades Er├Âffnungsfilm „Toni Erdmann“ und „Schildkr├Âten k├Ânnen fliegen“ aus der Retrospektive vom Regisseur Bahman Ghobadi, der eine ganze Fangemeinde zum Filmfest zog. Sie lie├č es sich nicht nehmen, sp├Ąt abends nach dem Screening von „House of Cards“, wo sie┬áRobin Wrights Mutter spielt, f├╝r Fragen auf die B├╝hne zu kommen. Mit ihren 83 Jahren begeisterte sie uns mit ihrem Witz und intelligentem Charme. Ihre Arbeit wurde vom Filmfest mit dem Cine Merit Award gew├╝rdigt.

In „The Salesman“ von Asghar Farhadi findet ein Mann in Teheran Blutspuren im Bad und seine Frau im Krankenhaus wieder, als er nach Hause kommt. Es wird nie ausgesprochen, was passiert ist. Der Ehemann versucht verzweifelt herauszufinden, wer das getan hat, um sich zu r├Ąchen, seine Frau m├Âchte das nicht. Das bewegende Drama wurde mit dem ARRI/Osram Award als bester internationaler Film ausgezeichnet.

Die streng bewachte Liga des 8 Ordens lud in┬┤s gruselig beleuchtete Lenbach, wo von Moderator G├Âtz Otto die Shocking Shorts Awards aus 10 nominierten Kurzfilmen zum Thema Thrill & Crime verliehen wurden. Oskarpreistr├Ąger Florian Henckel von Donnersmark war der erste Gewinner vor 17 Jahren, in diesem Jahr freute sich Korbinian Dufter mit seinen Film „Pistenzauber“ ├╝ber eine Reise nach Hollywood zum Universal Filmmaster Programm. Bei den 13 S├╝nden Hauptgang, der dunklen Macht der Nachspeise, der Wahrheit Wein oder dem Hoffnungstr├Ąger Bier wurde abgefeiert, was das Tanzbein hergab.

 in die H├Ąnde meiner Mutter
Jessica Schwarz und Andreas D├Âhler in die H├Ąnde meiner Mutter

Den F├Ârderpreis Neues Deutsches Kino erhielt der ├╝berraschte Regisseur Florian Eichinger f├╝r sein Drama „Die H├Ąnde meiner Mutter„, der vom Mi├čbrauch einer Mutter an ihrem Sohn handelt, der jahrzehntelang totgeschwiegen wird. Der Hauptdarsteller Andreas D├Âhler wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet und an seinem derzeitigen Aufenthaltort Shanghai per Handy angerufen. Er freute sich und erz├Ąhlte, da├č er gerade nichts als Unterw├Ąsche anhatte.┬áDer Drehbuchpreis ging an Mareille Klein f├╝r „Dinky Sinky„, an die Produzenten Jana Raschke und Igor Dovgal der Preis f├╝r „Haus ohne Dach„.

Interessant, da├č „Unterw├Ąschel├╝gen“ von Klaus Lemke ebenfalls f├╝r den Nachwuchspreis nominiert war. Erfrischend witzig und l├Ąssig inszeniert, mit Klischee-Anmache wie „Ich liebe dich“ und Retourkutschen „na, hoffentlich nicht zu lange“ konnten wir Cineasten uns mal von den ernsten Filmthemen entspannen und herzlich lachen.

Klaus Lemke inmitten seiner Hauptdarstellinnen
Klaus Lemke inmitten seiner Hauptdarstellinnen

Der One Future Preis ging an Regisseur Hans Steinbichler┬┤s „Eine unerh├Ârte Frau„, der wegen der Verfilmung in Bayerischer Mundart erstmal nur in Bayerischen Kinos gezeigt wird. Eine wahre Geschichte um eine Mutter, von Rosalie Thomas grandios gespielt, die letztlich erfolgreich f├╝r ihre kranke Tochter k├Ąmpft, der au├čer ihr keiner glauben will.

Die lobende Erw├Ąhnung erhielten Anca M. Lazarescu f├╝r „Die Reise mit Vater“ und Werner Herzog f├╝r „Lo and Behold, reveries of the connected world“. Selber ohne Smartphone, und seinen Computer ausschlie├člich f├╝r emails oder googlemaps mutzend, interviewt er Wissenschaftler, Technologieinvestoren und Roboterbauer ├╝ber die Vernetzung und wie diese uns zuk├╝nftig┬á beeinflussen oder beherrschen wird. Der Roboterhersteller meinte, 2050 w├╝rden seine Roboter besser Fu├čball spielen als die Menschen, nur wer will das sehen?

Hiba und ihre Band in "ein Lied f├╝r Nour"
Hiba (links) und ihre Band in „ein Lied f├╝r Nour“

Mir gefiel┬á besonders „Ein Lied f├╝r Nour“ wegen der charismatischen Hiba Attalah als „Nour“, die auf der B├╝hne meinte, sie m├Âchte lieber ├ärztin werden als Schauspielerin. Sie bildet mit ihren Freunden als Teenager in Pal├Ąstina eine Band und sie schaffen es, bei Hochzeiten zu spielen. Auf die Frage, ihr seid ja viel zu jung, antwortet die Band, wir kosten daf├╝r weniger. Weil M├Ądchen nicht Musik machen d├╝rfen, zieht sie ihre Baseballkappe in┬┤s Gesicht, um als Junge durchzugehen. Nach einer wahren, tragischen Geschichte kommt ihr Bruder unter widrigen Umst├Ąnden ganz gro├č raus, beheistert Pal├Ąstina und die ganze Welt.

Der Schah, persifliert in "Nur wir drei gemeinsam"
Der Schah, persifliert in „Nur wir drei gemeinsam“

Einer meiner Favouriten war auch „Nur wir drei gemeinsam“ vom Franz├Âsisch-Iranischen Komiker und Regisseur Kheiron, der auch die Hauptrolle spielt. Mit viel Humor erz├Ąhlt er die wahre Geschichte seiner Eltern. Wegen Proteste gegen den Schah und danach Khomeni waren sie jahrelang im Gef├Ąngnis. Der Vater verweigerte im Gef├Ąngnis zur Geburtstagsfeier des Schahs zur Feier des Tages ein Kuchenst├╝ck zu essen, wurde┬á in Einzelhaft genommen und gefoltert. Sp├Ąter konnten sie aus dem Iran fliehen und landeten in der Banlieue von Paris. Hier schafften sie es, ein friedliches Refugium aufzubauen.

Dieser Film und┬á „Auf Augenh├Âhe“ freuten sich ├╝ber den Publikumspreis. Dieses honorierte das Filmfestprogramm mit einem Zuwachs, ├╝ber 79000 Zuschauer wollten die Filme sehen, Filmemacher treffen und bei den Partys feiern.

Mehr auf https://www.filmfest-muenchen.de

 

 

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