San Luis Potosi, nördlich von Mexiko-City, ließ mich im historischen Zentrum durch die Gassen schlendern, im Schneckentempo schlichen wenige Autos an mir vorbei. Was für ein Unterschied zu den von vielen Bloggern gepriesenen San Cristobal de las Casas oder Merida, wo laute Busse, Motorräder und Autos in jeder Gasse für Lärm und Abgase sorgten. 1592 als Silberminenstadt gegründet, bot diese Innenstadt mir wunderbare Kolonialgebäude, Kirchen, Illuminierte Tempel, ein ehemaliges Theater, das 1941 zum Kino umgebaut wurde, jetzt anspruchsvolle Filme wie den Cannes-Gewinner „Titane“ im Programm hatte und sich seinen nolstalgischen Charme bewahrt hat.
Der Mond schaut zu: Tempel of Carmen bei einer Lichtinstallation des Winter-Festival of Lights
1963 war Mismaloya bei Puerto Vallarta Schauplatz von „Die Nacht des Leguans“. Regisseur John Huston hatte extra diesen Ort, damals ein Dschungel mit Skorpionen und Schlangen, nur per Boot erreichbar, ausgesucht. Das mitspielende Skandal-Paar des 20. Jahrhunderts, Liz Taylor und Richard Burton, sorgten für entsprechende Publicity, so dass aus Puerto Vallarta ein Touristenmagnet wurde.
Die Maya Pyramiden von Chichen Itza im Mexikanischen Bundesstaat Yucatan gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Also machte ich mich auf ins nahe Valladolid, benannt nach seiner Spanischen Namensvetterin. Ich hoffte auf einen ruhigen Ort und landete ausgerechnet in der 42nd Street, ohne Musical aus New York, dafür mit sämtlichem Bus- und Autoverkehr, der gefühlt durch mein schönes Zimmer rauschte. Zur Begrüßung fuhren Motorräder und Autos, mit bunten Luftballons dekoriert, hupend und mit Polizeisirenen ausgestattet, 2 Tage lang durch die Straßen, um die heilige Guadelupe zu ehren, Knallfrösche inbegriffen. Durchatmen, sagte ich mir und fand tatsächlich die einzige ruhige Straße, Calzada de los Frailes und Le`Kaat, ein wunderbares Vegetarisches Restaurant.
Ökotourismus ist uncool? Wer einmal beim Schnorcheln statt Fische und Korallen zu bewundern, durch den Müll an der Oberfläche schwamm, vergißt das nie! Bei meiner Indonesien-Reise war die Strömung ungünstig und da durfte ich diese unvergeßliche Erfahrung machen.
Strand bei Labuan Bajo, Flores
Vor der Reise lohnt es sich, zu überlegen, was man außer Stofftüten mitbringen sollte. Einen großen Coffee-to-go Becher kann man mit Tee, Kaffee oder Suppe auffüllen. Die in tropischen Ländern frischgespressten Fruchtsäfte oder Fruchtsalate und das selbstgemachte Müsli schmecken darin besser als in Plastik. Im Flugzeug freut sich die Stewardess über weniger Arbeit, wenn sie Wasser in die mitgebrachte Trinkflasche einfüllt, den Wein kann sie in den Coffee-to go Becher einfüllen.
Alle schwärmten von San Cristobal de las Casas im Hochland Chiapas mit seinen schön renovierten Häuschen im historischen Viertel, den Wandmalereien und kreativ dekorierten Cafés und Restaurants. Gerne wäre ich länger durch die engen, auf den einen halben Meter schmalen Gehsteigen flaniert, nur Abgase von den im Dauerstau stehenden Bussen, SVUs und anderen schicken Autos einatmen gehört nicht zu meinen Lieblingbeschäftigungen. Es erinnert mich an den wunderschönen Ort Sucre in Bolivien.
Von Mexiko-City über Puebla nach Oaxaca, Puerto Escondido, Mazunte in´s geheime Strand-Paradies.
Auf dem Weg von Mexiko-City nach Oaxaca-Stadt liegt Puebla, kein Dorf, sondern eine Großstadt mit schöner historischer Innenstadt, die ich schnell durchlaufen hatte. Wegen der engen Straßen voller Autoverkehr und hyperschmalen Fußwegen, wäre durchzwängen das passendere Wort. Ich nahm den kostenlosen Touristenzug nach Cholula, der Preis war, sich wie überall die Hände zu desinfizieren und unsere Kleidung ebenfalls einsprühen zu lassen, da konnte ich mich nicht wie sonst weigern!
Du kannst nicht genug von unzähligen Krimis kriegen und magst Reality-Shows? Dann lies die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts über Mexiko. Da wird sogar mir als Reiseerfahrene mulmig, wenn ich von zunehmender Gewalt, Überfällen und den gerade stattfindenden Drogenkriegen zweier Kartelle in Yucatan lese! Genau das Richtige für Krimi- und Netflix-Narco-Fans, die die Realität kennenlernen möchten!
Wer könnte zur berühmten Eröffnungs-Gala im Metropolitan Museum of Art in New York zur „Visitors to Versailles“ Ausstellung die innovativsen Dessert-Buffets kreiren? Da kam nur Bestseller-Autor und Besitzer von sechs Restaurants in London, Yotam Ottolenghi in Frage. Die MET-Gala ist der Höhepunkt der New Yorker Ballszene, wer hier eingeladen wird, gehört zur echten High Society.
Regisseurin Laura Gabbert folgt im Film Ottolenghi und die Versuchungen von Versailles dem kulinarischen Künstler zum Schloß Versailles und seinen Gärten. Er möchte dort von der Geschichte inspiriert werden, wie früher opulent unter den Augen des Volkes gefeiert wurde.
Jeder hatte Zugang und konnte den Adeligen und Vermögenden dabei zusehen, wie sie verschwenderisch ihre Dekandenz bei opulenten Festmahlen zur Schau stellten. Das führte zu Ausgrenzung und löste später die Französische Revolution aus. Heutzutage sorgen Instagram und andere, vermeintlich soziale Medien dafür, öffentlich zu machen, wie toll sie sind und von Kooperationspartnern verwöhnt werden. Dafür sorgen viele Follower, ob neidisch oder nicht, an Revolution denken sie eher nicht.
Lieber folge ich unserem leidenschaftlichen Süßspeisen-Guru auf der Suche nach den außergewöhnlichsten Spitzen- Konditoren aus der ganzen Welt. Das ist nie langweilig, da diese Außergewöhnliches vollbringen. Allein davon könnte ich satt werden und am liebsten eines der Restaurants Ottolinghis oder seiner ausgewählten Patissers besuchen!
wackeln schon vor dem Alkohol-Genuss: die Puddinge am Alkohol-Brunnen von Sam Bompas
Monate vor der Gala wird, inspiriert von Versailles und seiner Geschichte, ein süßer, goldener Sonnenkönig, Schwäne mit echten Flügeln und Pralinen-Gärten kreirt, um zwei Tage vor dem Event im für Köche schwierigen Museums-Umfeld vollendet zu werden. Unter den Augen einer Marmor-Skulptur eines Hungrigen mit seinen Kindern wird bei der Eröffnung streng bewacht geschlemmt, als gäbe es kein Morgen! Bewundern darf es das normale Volk auf den „sozialen“ Kanälen…
Ottolenghi und die Versuchungen von Versailles kommt am 21. Oktober 2012 in die Kinos, kalorienarm genießen!
Fast alle Reiseblogger veröffentlichen derartig ellenlange Packlisten, dass der Reisende nur mit Schrankkoffer samt Träger oder Sherpa alles mitnehmen könnte. Darum geht es natürlich nicht, denn zu jedem Gepäckstück gibt es einen Link zu amazon, wo eine Kauf-Provision lockt. Natürlich macht Bloggen viel Arbeit und es ist legitim, daran zu verdienen. Amazon-Chef Bezos ist reich genug und hat an der Corona-Krise, unter der so viel Menschen litten und leiden, seinen Umsatz exhorbitant erhöht, dem muss man nicht zu noch mehr Milliarden verhelfen!
Der gesunde Menschenverstand hilft, nur die notwendigsten Dinge mit zu nehmen, das erleichert das Reisen ungmein!
Lange Schlangen bildeten sich auf der Ludwigsbrücke vor dem Eingang des Isarforums, aber wie lautet einer von Banksys Motti? There is always Hope! In diesen schweren Corona-Zeiten ist das besonders wichtig, seine geniale Ausstellung hilft ein wenig, diese Zeiten auszuhalten. Bereits 2016 initierte die Galerie Kronsbein eine Banksy-Ausstellung.
Kaum in der Ausstellung von The Mystery of Banksy „A genius mind“ angekommen, bin ich gefesselt von seinem außergewöhnllichem Einfallsreichtum, der Kritik an Politik und Gesellschaft mit einer Prise Humor begegnet.