Seit gestern darf sich der Münchner Gourmet wieder freuen: Das Bayerische Genussfestival am Odeonsplatz, organisiert von Culinarium Bavaricum, wurde durch Stadträtin Renate Kürzdörfer, Frankenweinverbands-Präsident Artur Steinmann und der Weinkönigin Carolin Meyer eröffnet. Artur Steinmann freute sich, jedes Jahr von einer anderen Weinkönigin mit Persönlichkeit begleitet zu werden, diese, selber Winzerin, erzählte von ihrer Einladung zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele und wie heiß es im Abendkleid wurde…Sie besucht 400 Verantaltungen in einem Jahr und entspannt sich davon auf ihrem Weinberg. Harald Scholl vom Vinum-Magazin stellte die 100 Genussorte in Bayern in Buchform vor, ein kalorienarmes Schlemmer-Vergnügen mit Reiseführer!
Von soviel Dramatik kann so mancher Filmregisseur nur träumen! Letzten Samstag am Odeonsplatz hatte sich Wettergott Petrus gegen 18:30 etwas beruhigt und ließ den blauen Himmel durchblicken. Plötzlich, wie von Geisterhand, tauchten schwarze Wolken auf, entluden sich prasselnd und ließen den Platz innerhalb kürzester Zeit unter Wasser stehen.
Foto: Marcus Schlaf
Die mit Extra-Zelten überdachten Musiker in der Feldherrenhalle waren nicht mehr so gut zu sehen, aber um 20:30 hatte Petrus etwas verspätet ein Einsehen und Alan Gilbert dirigierte auch das letzte Nieseln davon mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis wundervollen Lyrischen Szenen aus Onegin. Entspannt und fast trocken lauschten dann 8000 Zuschauer dem herrlich cremigen Sopran Reneé Flemings mt George Gershwins „Summertime“ und Leonard Bernstens „Lonely Town“. Wetter-Thriller und leidenschaftliche Klassik am Odeonsplatz weiterlesen →
Über 30 Grad war die perfekte Temperatur, um sich bei tollen Filmen auf dem 37. Filmfest München in den Kinos abzukühlen. Anschließend oder zwischendurch tauchte die Frage auf, welcher Empfang oder welche Party eignet sich am besten zum kommunikativen Austausch? Bei 150 Rahmenveranstaltungen fiel die Wahl schwer. Mein Vorschlag, im nächsten Jahr statt in Schweiß, in der Isar zu baden und die Empfänge dorthin zu verlegen, kam bei den Gästen gut an.
Zu den schönsten gehörte die 100 Jahr-Feier der Bavaria Film. Nach dramaturgisch gesehen eher langwierigen Ansprachen in der neu-getauften Wolfgang Peterson-Halle enspannten sich die Gäste in den Garten-Lounges und genossen leckere Gourmetgenüsse. Am meisten faszinierten mich die Bilder der weltberühmten Schauspieler und Regisseure wie Billie Wilder, Kirk Douglas, , Gregory Peck und Robert Redford, die hier gedreht hatten. Steve McQueen sauste mit dem Motorrad durch´s Gelände, Liza Minelli stand für „Cabaret“ vor der Kamera. Die beste Party zum Abtanzen war natürlich die Something Stupid Party von Christian Becker`s Ratpack Film in den Eisbachstudios.
Corinna Harfouch als Lara und Tom Schilling als ihr Sohn
Kaum ist das wundervolle DOKfest vorbei, schon naht in 2 Wochen das Filmfest München.
Nicht nur der Sommer muß dann spätestens den Regen vertrieben haben, sonst fallen die Open-Air Kinovorstellungen über München in´s Wasser und die Empfänge und Partys sind dann nur halb so schön. Bewegende Filme und ihre Protagonisten werden nicht nur mich in die Kinos locken. Da ist es weder zu heiß noch zu nass!
Stars aus Film und Musik
„Der Englische Patient“ Hauptdarsteller Ralph Fiennes kommt nach München, um seinen CineMerit Award persönlich entgegen zu nehmen. Premiere hat seine dritte Regiearbeit „Nurejew – The White Crow“ am 1. Juli auf dem Filmfest München. Neben dem „Englischen Patienten“ können wir uns auf „A bigger Splash“, „Coriolanus“ und „The Invisible Woman“ mit ihm freuen.
Ralph Fiennes bei den Dreharbeiten zu „Nurejew, the white Crow“
Mit dem zweiten Cine-Merit-Award wird der mit dem Darstellerpreis in Cannes ausgezeichnete Antonio Banderas am 29.6.19 geehrt. Neben dem „Goldene Palme“ Gewinner „Leid und Herrlichkeit“ von Regisseur Pedro Almodovar bringt er vier weitere seiner Filme, wie Evita, wo er mit Madonna singt, mit.
Nachdem ich Malbec auf Deutschen Weinfestivals probieren durfte, stellte ich mir Mendoza in Argentinien romantisch inmitten von Weinbergen vor. So stand für mich fest, das musste ich vor Ort kennenlernen!
Ursprünglich eine Wüstenstadt, wird die Umgebung mit Schmelzwasser aus den Bergen gewässert, um hervorragenden Wein anbauen zu können. Pulsierend, mit entsprechendem Autoverkehr und weit entfernten Bergen, entsprach es natürlich nicht meiner romantischen Vorstellung. Immerhin sind die Straßen von schattenspendenden Bäumen gesäumt.
die Qual der Wahl bei der Weinprobe in Mendoza
An der sehr gut informierten Touristeninformation wurde ich sogleich auf einen Weinrundgang geschickt. Zwei Bodegas luden uns zum Verkosten ein. Die süffigen Rotweine, mit kreativen Etiketten versehen, waren ausschließlich leckere Malbecs, der Probier-Sekt befand sich in einer verdächtig bunten Flasche. Ich ahnte nichts Trockenes und ja, es handelte sich um süßen Sekt, sehr beliebt bei den Süßigkeiten-verliebten Argentiniern.
159 anspruchsvolle Filme über das reale Leben lockten 52400 Zuschauer in die Kinos. Das lag nicht nur am Regenwetter, sondern auch an den ernsten, witzigen, berührenden und musikalischen Filmen sowie der Möglichkeit, mit den Protagonisten nach dem Film zu sprechen. DOKfest-Chef Daniel Sponsel, ich und einige andere Cineasten ließen sich selbstverständlich nicht vom Regen davon abhalten, von Kino zu Kino effektiv zu radeln.
Anastasia mitte, mit ihrer Frau rechts und links die erste Kampfpilotin (früher ein Mann)
Wie immer fiel die Qual der Filmauswahl schwer, hier einige Filmtips: In „ich bin Anastasia“ erzählt die Protagonistin, wie er sich mit 40 Jahren entschied, endlich das zu werden, was er fühlte, nämlich eine Frau. Nicht nur das, sie setzte sich mit natürlicher Autorität als erste Kommandantin eines 800 Mann/Frau starken Bataillons der Deutschen Bundewehr durch. Ein starker Film über diese mutige Frau mit Charisma! Sie und ihre Frau kamen nach dem Film auf die Bühne zum Gespräch.
von Tafi del Valle nach Fiambala im Nordwesten Argentiniens
Von Tafi del Valle, von Weinreben und Bergen umgeben, hatte ich viel Gutes gelesen, warum nicht einen kleinen Schlenker dorthin machen, dachte ich. Es liegt in einem Tal, so wollte ich mir natürlich ein Rad leihen. In meinem Guesthaus standen Mountainräder im Innenhof, aber die würden ausschließlich für geführte Exkusionen benutzt, hieß es. Geschäftstüchtigkeit ist nicht die Stärke der Argentinier, besonders nicht, wenn die Siesta naht. Weder vor, noch nach der Siesta war der einzige, andere Fahrradverleih offen. So lief ich einfach zu Fuß los, um zum 10 Kilometer weitem Angostura-See zu gelangen. Es war heiß und staubig, so trampte ich bis zu den berühmten Hinkelsteinen, dem Park der Menhire, mit Gesichtern und Symbolen versehen. Leider sind sie im Freien vor Korosion ungeschützt.
Ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Argentinien. Mit dem Bus eingetroffen, hatte ich eingecheckt und begab mich auf einen Spaziergang durch den Ort. Mein Magen fing an zu knurren, es war etwa 15 Uhr. Alle Läden waren geschlossen, sogar die Supermärkte!
Nur ein paar Kioske mit Chips und Süßigkeiten hatten auf. Es mußte doch irgendwo eine Bäckerei geben? Leider beschränkte sich das Angebot auch hier nur auf Pappsüßes und Kaffees mit süßen „Croissants“, Medialunas genannt. Was wohl „Mr. Dog“ ist? Essen die Hunde? Nein, damit sind Hotdogs und anderes Fast Food gemeint.
Bei dem exzessiven Fleischkonsum hier samt dem größten Anbaugebiet von Soja wird bald nichts mehr von der grünen Lunge der Welt übrig bleiben und das Weltklima nicht besser. Muß alles gebraten, süß und/oder fett sein? Vegetarische Angebote in Restaurants beschränkten sich auf seltsame „Pizza“, „Pasta“ mit Tomatensauce oder gemüsegefüllte Teigwaren. Es war zum Verzweifeln! Die ersten Tage in Argeninien hatte ich zwangsläufig abgenommen. Yoghurt, Milch und das gute Artesanal-Bier waren teurer als Wein oder in Europa.
Was ist schöner, die Weinregionen Tarifa in Bolivien oder Cafayate in Argentinien? Eins zu null für Argentinien!
Tarija, auf 2000 Metern Höhe gelegen, empfing mich mit dunklen Wolken. Da die Weinverkostungen per Rad nur im dicken Straßenverkehr zu erreichen waren, entschloß ich mich, an einer geführten Tour teilzunehmen. Die Gruppe war auch vor jeglicher Verkostung ganz lustig, kaum am ersten Weingut angekommen, begann es zu regnen. Zuerst probierten wir von einer Art mildem Brand, genannt Singani, gottseidank ich zuerst pur, die anderen durften sich den Geschmack mit süßer, warmer Limo komplett verderben lassen.
der Malbec macht Laune!
Beim Weingut Los Parrales sahen wir bei der Weinpressung zu und probierten vom leckeren Weißwein, Cabernet Sauvignon und süffigem Malbec. Beim Biowein eines anderen Weinguts wurden uns leider nur seltsam anmutende Tropfen angeboten.
Vagabundo hieß das Hostel, in dem ich mich im 3000 Seelen-Ort Samaipata einquartierte und am nächsten Tag gleich ein Upgrade in ein Appartment mit Balkon und Salon inklusive Küche bekam, da das Hostel mit Gruppen voll wurde. Ausgerüstet mit Aktivitäten-Infos von Besitzer Thomas, machte ich mich auf den Weg zum nahen „Hausberg“. Nur ein Pärchen und drei Pferde kreuzten meinen Weg mit tollem Ausblick auf die unliegenden Berge. Herrlich, mal abgasfreie Luft zu schnuppern!
Am nächsten Tag traf ich auf Elena und wir machten uns auf eine 15 Kilometer-Wanderung. Es war heiß, einmal liefen wir zu weit und unsere Wasserflaschen leerten sich, als wir ein Gebäude entdeckten mit einer offenen Tür. Es war ein Laden und die Verkäuferin füllte gratis unsere Flaschen auf. Gerettet, dachten wir auf dem Rückweg, der nicht enden wollte. An jeder Kurve hoffte wir auf einen Blick auf Samaipata, Pustekuchen!
Kühe statt Wasser
Da hörten wir ein Auto hinter uns, eine Ambulanz. Noch brauchten wir keine und wurden hochtot im Gesicht und verschwitzt mitgenommen. Gehörig durchgeschüttelt stellte ich mir vor, wie ein Kranker bei dem Geschaukel leiden müßte.
auf dem Weg nach el Fuente
Lockere 9 Kilometer per pedes die wenig befahrene Straße entlang, inklusive wunderschönen Aussichten, trafen wir auf El Fuente, ein Präkolumbianisches UNESCO Welt Kultur-Erbe, wo Spanier, Incas und Chanés sich wegen der strategisch günstigen Höhenlage bekämpften. Es war nett, den Weg entlang zu laufen und gegenüber die Berge des Amboro Nationalparks zu entdecken, wo sich dunkle Wolken zusammenbrauten. Da ging ich lieber etwas schneller zum Eingang zurück. Gute Idee! Der Regen ließ nicht auf sich warten und wir hatten Glück, ein Jeep brachte uns für einen sehr günstigen Preis zurück nach Samaipata, während der Regen auf das Autodach prasselte.
el Fuente, sieht aus wie ein riesiges, auf-dem-Bauch-liegendes Wesen aus Stein
Seitdem ließen sich die dunklen Wolken in Samaipata nicht mehr vertreiben und ich überlegte am nächsten Tag, ob ich mich einem Ausflug zum Amboro Nationalpark anschließen sollte. Die Straßen waren grottenschlecht, da nützte unserem Fahrer sein 4-Radantrieb-Aufkleber nichts mehr. Der Wagen schlitterte und rutschte gefährlich über die schlammige Straße, bis wir festsaßen und 3mal aussteigen durften, um zu schieben, bis es nicht mehr weiterging.
Das andere Auto mit echtem 4-Radantrieb kam zurück, wer weiter wollte, mußte trotzdem 2 Stunden länger hin- und zurück durch den Schlamm wandern plus 4 Stunden durch den Park. Ich hatte die Nase voll, da ich den Transport zum Park bezahlt hatte und das andere Auto brachte mich und eine Brasilianerin zurück. Erst nach langen Diskussionen mit der Agentur Michael Blindinger bekam ich die Hälfte meiner Zahlung zurück, die Besitzerin behauptete immer wieder, unser Wagen hätte einen Vierradantrieb. Seltsam, daß sich nur die die Hinterräder bewegen konnten…
Samaipata Tours bot eine Wander-Tour von der anderen Seite des Amboro-Parks am nächsten Tag an und diese war fantastisch. Verschwitzt vom Auf- und Abwandern samt atemberaubender Aussicht konnten wir uns dann in den Wasserfällen erfrischen.
am Tag danach…
An meinem letzten Tag feierten wir im La Bohème meinen letzten Abend mit Wein, Bier, Live-Musik und Tanz, so mancher ging gar nicht erst in Bett…
Tipps für Samaipata:
Ausflüge:
Viele Wanderungen kann man auf eigene Faust machen, so zum Beispiel nach el Fuente, hin und zurück sind es etwa 18 Kilometer, das Museum im Ort kann man sich sparen
In den Nationalpark Amboro darf man nur mit einem Guide, wer die Wege nicht kennt, dürfte sich dort verirren, unbedingt Wanderschuhe anziehen!
Zoo el refugio
per kurzem Fußweg von Samaipata zu erreichen ist der el Refugio, dort werden verletzte Tiere aufgepäppelt.
so anschmiegsam kann ein Stachelschwein sein!
Es bringt unheimlich Spaß, heumzulaufen und in den Gehegen die frei herumlaufenden, scheuen, Lianen-schwingenden Kapuzineräffchen, freche Tukans, die Rafael an der Nase pickten, Hasen und Lamas zu beobachen, mit anschmiegsamen Stachelschweinen und Nasenbären zu kuscheln sowie an der schwingenden Strickleiter herunterzuklettern.
blitzschnell ist die Banane weg…
Unterkunft:
Vagabundo ist ideal für Alleinreisende, um Gleichgesinnte kennenzulernen, hat günstige, aber hellhörige Zimmer, mit zum Teil renovierungsbedürftigen Gemeinschafts-Bädern, wer in einer Gruppe reist, sollte versuchen, in dem Appartment mit 3 Zimmern unter zu kommen, gutes Wifi dort im Salon und im Hostel im Frühstücksraum an der Straße
Das Landhaus ist auch schön, allerdings schwierig zu reservieren, da auf emails nicht geantwortet wurde, eher für Familien, Gruppen oder Pärchen geeignet
in Restaurants & Cafés vegetarisch essen:
Café Arte ist wunderschön bemalt, hat leckere Kaffeespezialitäten und auch vegetarische Snacks und Kuchen, das Wifi funktioniert schnell!
La Chacana hat eine gute vegetarische Auswahl, auch für das günstige Menu del Dia, schmeckt besonders gut mit dem süffigen, Bolivianischem Teruno Aranjuez Rotwein
La cocina hat saftigen Falafel und andere schmackhafte, orientalische Spezialitäten, wem es dort wegen des Neonlichts und der Lautstärke zu ungemütlich ist, kann sich sein Essen auch in´s La Bohème bringen lassen, das sich abends in eine nette Bar verwandelt
Hin- und Weiterfahrt:
geht mit einem langsamen, großen oder einem schnelleren Kleinbus, der erst fährt, wenn er voll ist, mit Wartezeit ist zu rechnen, Sonntags fährt er nur vormittags, der große Bus um 14 Uhr