Archiv der Kategorie: Reisen

Chengdu und das Reich der Pandas in Sichuan, ChinaTeil 5

Chengdu ist bekannt fĂŒr scharfe Hot Pots und seine entspannenden, gemĂŒtlichen TeehĂ€user. Stundenlang kann man in bequemen Korbsesseln Tee schlĂŒrfen ohne sich vom sonst ĂŒblichen Neonlicht blenden zu lassen. In der NĂ€he besichtigten wir, Pia aus Holland, frisch aus Indien eingeflogen, Alison, als Englischlehrerin in Japan tĂ€tig, die jede Menge schrĂ€ge Geschichten von Japanern erzĂ€hlte, Nadja aus Muenchen, die monatelang in Shanghai lebte und ich den höchsten Buddha der Welt. Das bedeutet, mit dem Boot nahe vorbei zu fahren und in maximaler LautstĂ€rke per Lautsprecher die Chinesichen ErklĂ€rungen dazu zu hören.

IMG_0446Zur Erholung stĂŒrmten wir ein thailĂ€ndisches Restaurant und besetzten die 1. Etage. Das Ambiente war wunderbar, das Essen ausnahmsweise unkomplizert zu bestellen, der Geschmack fantastisch, die Preise ebenso, nur seltsam, das nichts los war.

Die Sichuan Oper war erstaunlicherweise wenig besucht, dafĂŒr mit fantasievollen KostĂŒmen, natĂŒrlich viel Gesang sowie blitzschnellem Maskenwechsel.

Die Pandas waren das absolute HIghlight in der Provinz Sichuan. Sehr relaxt sind sie den ganzen Tag mit Knabbern beschĂ€ftigt, Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel wie man auf den Fotos sehen kann…

IMG_0412IMG_0408IMG_0440Ein ganz normaler Abend in Chengdu, China, im vegetarischen Tempelrestaurant. Die Bezeichnungen auf der englische Menukarte lassen den Schluß zu, daß es sich um Fleischgerichte handelt, es sieht zum Teil auch so aus, ist aber vegetarisch.

Die Wahl ist wie immer schwierig. Ich entscheide mich fĂŒr crisby fish in sweet and sour sauce, potatos and vegetables. Das letztere wird bald auf dem Tisch landen, die Kartoffeln sind gerieben, aber fast roh. Versteht natĂŒrlich keiner meine Kritik, daher kommt der grosse, gutaussehende junge Chinese der mich schon am Eingang begruesst hat, dazu, versteht auch nichts, schlĂ€gt aber vor, meinen Rough Guide, in dem sich ein Wörterbuch befindet, zu Hilfe zu nehmen. So stecken denn mindestens 5 Kellner inklusive mir die Nasen ins Buch, wĂ€hrend der Rest der Kellner kichernd zuschaut. Es gibt mal wieder mehr von ihnen als GĂ€ste. Es dauert, aber endlich merkt eine Kellnerin, dass sie die Kartoffeln etwas mehr als nur 5 Minuten braten soll. So wird es doch noch ein leckeres Mahl und alle Kellner lĂ€cheln beim vorbeigehen. .

Lijiang & Tiger Leaping Gorge in Yunnan, ChinaTeil 4

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Lijiang, die ehemalige Hochburg des Naxikönigreichs im Norden fasziniert durch seine Altstadt mit seinen verwirrenden, engen Gassen und KanÀlen, wo man sich wie in Venedig herrlich verlaufen kann.

IMG_0294Kublai Khan brachte die Musik der Taoistischen Dong Jin Schriften nach Lijiang und spendete sein halbes Orchester den Naxis, nachdem diese seiner Armee ĂŒber den Yangtze geholfen hatten. Lange Zeit verbannt, durfte nach der Kulturrevolution wieder die antike Musik gespielt werden.

IMG_0290Jetzt kann man ihr in Lijiang lauschen. Aber auch hier gibt es kein Entkommen vor der unvermeidlichen chinesischen Touristenschwemme, SouvenirlÀden inklusive.

IMG_0306ZufĂ€llig lief mir Ester Fu, eine Finanzexpertin aus Beijing, die ich in Dali getroffen hatte, ĂŒber den Weg, so konnten wir gemeinsam die dreitĂ€gige Wanderung in die Tigerssprung-Schlucht, die Tiger Leaping Gorge, am Yangtze-Fluss planen. Sie soll die Tiefste der Welt sein und so schmal werden, das der Legende nach ein Tiger auf der Flucht sich nur mit einem Riesensprung duch die Enge retten konnte.

Anfangs noch harmlos dahinfließend, wird der Yangtze, zunehmend reißender, rechts und links tĂŒrmen sich FelswĂ€nde wĂ€hrend der noch blaue Yangtze sich seinen Weg bahnt und die tiefste Schlucht der Welt uns in ihren Bann zieht. Die Ruhe wird nur selten von wenigen Einheimischen unterbrochen, herrlich!

IMG_0325Das Ă€ndert sich im Guesthaus, das wir abends zwecks Übernachtung ansteuern. Das Restaurant befindet sich neben unserem Zimmer, dessen TĂŒr regelmĂ€ĂŸig vom heulenden Wind aufgerissen wird, daher dĂŒrfen wir die halbe Nacht dem Geschrei der anderen GĂ€ste lauschen, der Rest der Nacht wird krĂ€ftig geschnarcht und gebellt, um uns den Schlaf zu rauben. Die sanitĂ€ren Anlagen sind so eklig, daß ich aufÂŽs Fotografieren verzichte, um Magenverstimmungen bei etwaigen Betrachtern zu vermeiden.

IMG_0314Einen Teil des Wanderweges legt Esther auf einem Esel zurĂŒck, den man hier mieten kann. Die Schlucht wird so schmal, daß wir nur ĂŒber eine megasteile Treppe nach oben gelangen.

IMG_0350Die Sicht auf die umliegende Bergwelt ist atemberaubend!

die Tiger Leaping Gorge
die Tiger Leaping Gorge

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IMG_0359am Ende des Treks angelangt, lassen wir es uns erstmal in einem richtigen Bett und Restaurant gutgehen.

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wunderschönes Dali, Yunnan SW ChinaTeil 3

IMG_0269Dali, nördlich von Kunming dessen alte Mingmauern verdÀchtig gut erhalten aussehen, lÀd  inmitten eines Bergpanoramas zum Relaxen ein.

IMG_0282Die unvermeidlichen Souvenirshops und Chinesische Touristengruppen gibt es zwar auch, aber die reichverzierten HĂ€userfassaden, das klare sonnige Wetter samt Berg- und Seeblick entschĂ€digen fĂŒr alles.

IMG_0272Um auf den nahen Berg zu gelangen, musste ich erstmal Kutschen- und Taxifahrern, sowie den Schleppern vom Cablecar ausweichen und den Weg hinauf finden, dann treffe ich sogar ein Chinesisches PĂ€rchen, das freiwillig wandert! Normalerweise nimmt der Chinese den Schlepplift. Oben, eine zugelaufene Katze auf dem Schoß, können wir das herrliche Panorama genießen.

IMG_0276Zur Entspannung gönne ich mir spÀter eine Chinesische Massage. Eine ziemlich harte Angelegenheit, eher eine Akupressur, die genau an meinen wunden Punkten anlegt . Als Krönung werde ich von der taubstummen Masseurin mit Pfefferminzcreme am Hals eingesalbt, ideal gegen ErkÀltung, alle Verspannungen sind wir weggeblasen!

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Kunming am Steinwald, Yunnan, SW ChinaTeil 2

Auch in der Millionenstadt Kunming samt UniversitÀt spricht kaum jemand Englisch. Der nahegelegene, riesige Steinwald ist jede Strapaze wert.

IMG_0245Wer in die entgegengesetzte Richtung der Chinesichen Reisegrupen geht, kann sich in aller Ruhe durch den Wald klettern.

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Die lĂ€rmenden Touristen haben jeweils verschiedene Hutfarben, damit der FĂŒhrer sie wieder einfangen kann. Manche lassen sich herumfahren und in lĂ€cherlicher Kletterpose fotografieren ohne einen Schritt gegangen zu sein.

IMG_0242Das Thema Toiletten darf natĂŒrlich nicht unterschlagen werden. Die öffentlichen und in Schulen bestehen aus rechteckigen Löchern mit halbhohen oder keinen WĂ€nden, auf TĂŒren und spĂŒlen wird meistens verzichtet. Jeder kann sich ausmalen, daß sie an Ekelhaftigkeit schwer zu ĂŒbertreffen sind.

IMG_0257Das ist natĂŒrlich nicht wahr, denn hier wird noch regelmĂ€ĂŸig gespuckt, im Restaurant, Bus, Flieger, ĂŒberall. Ein GerĂ€usch, als wenn der Chinese sĂ€mtlichen MĂŒll und Umweltschmutz Chinas aus dem Körper saugt, röchelt, als wenn er sich ĂŒbergeben muß und dann alles ausspuckt, lecker!

les salles de bains de luxe beim Eingang desSteinwalds
Die Ausnahme: les salles de bains de luxe beim Eingang des Steinwalds

Reise von Nord-Laos in die Chinesiche Provinz Yunnan, Teil 1

Alle reden von China wegen seiner explosionsartig wachsenden Wirschaft, das war vor einigen Jahren noch nicht so. Travaller erzĂ€hlten von der Unmöglichkeit, sich zu verstĂ€ndigen und daß sie es dort wegen des ekelerregenden Spuckens und der dazugehörigen GerĂ€usche nicht lĂ€nger als 6 Wochen aushielten.

IMG_0189Nun, das wollte ich selber herausfinden, floh vor dem Verkehr und LĂ€rm in Bangkok nach Nordlaos. Muong Noi, ein malerisches Dorf, konnte man nur mit dem Boot erreichen. Hier gab es statt Autos Radler, freilaufende glĂŒckliche HĂŒhner, die noch nie von der Vogelgrippe gehört hatten, Enten, KĂŒhe und Boote.

Laotische Kinder
Laotische Kinder

Es lĂ€ĂŸt sich wunderbar das gemĂ€chliche Dorfleben beobachten.Das Fernsehen hat auch hier in den BambushĂŒtten Einzug gefunden, daher fanden die Kanadierin Julie und ich es besonders dekadent, hier die Oskarverleihung anzuschauen. Fehlanzeige, die Kompressoren wurden erst abends angeworfen, mit der Zeitumstellung wĂ€r die Übertrageung gegen Mittag gewesen.

IMG_0205Beim Kanufahren wurden wir prompt von Laoten zum frisch gefangenen und am offenen Feuer gegrillten Fisch eingeladen, lecker! Das BĂŒffelfleisch dagegen macht nicht so glĂŒcklich, wie diese aussehen, sondern erinnert an die Schuhsohle aus dem Film Goldrausch, mit der Charlie Chaplin seinen Hunger stillte.

IMG_0206Nach strapaziöser Boots/Busfahrt landete ich in Luang Namtha, das nur 100 Kilometer von der Chinesichen Grenze entfernt ist. Zur Einstimmung nahm ich mir ein sauberes Zimmer mit Moskitonetz in einem Chinesischen Hotel, das zwar mĂŒckenfrei, aber ungemĂŒtlich war. Am nĂ€chsten Tag zog ich daher in einen Bungalow mit Moskitonetz und den dazuehörigen MĂŒcken inklusive einer dicken Kakerlake im Bad. Nachdem ich sie in den Abfluß jagte und diesen abdeckte, traute sie sich nicht mehr raus.

Mitfahrer im Bus in Laos
Mitfahrer im Bus in Laos

Mit dem Bus ĂŒberquerte ich die Ă€rmliche Laotische Grenze und erreichte die modern aussehende Chinesische. Nach ein paar Kilometer sah die Gegend wieder sehr lĂ€ndlich aus. In der Stadt Jinghong angekommen, floh ich zu Fuß vor der Schleppern und bildete mir ein, mein Guesthouse selber zu finden, was sich als grobe FehleinschĂ€tzung herausstellte. Taxis wollten nicht anhalten bis mir ein paar nette Chinesen behilflich waren. Mein Guesthouse kannte der Fahrer nicht, nur ein Hotel, auf das ich in meinem Rough Guide to China in Chinesischer Schrift deutete.

Chinesische Grenze
Chinesische Grenze

Es gab nicht anderes als eine Suite mit Riesen-TV, ebensolchem Bett und Klimaanlage fĂŒr 34 € inklusive Chinesischem FrĂŒhstĂŒck und Pool. Ausschließlich Chinesische GĂ€ste, fehlende Englischkenntnisse beim Personal und die Tatsache, noch nie soviel von Moskitos gebissen worden zu sein, da ich die Klimaanlage ausgeschaltet habe, bewogen mich, auf das Plantschen im Pool zu verzichten und stattdessen umzuziehen.

IMG_0227a Die Diskrepanz hĂ€tte kaum grĂ¶ĂŸer sein können, meine BambushĂŒtte mit Veranda in ruhigem Innenhof gefiel mir sofort.

IMG_0228Es muß nicht immer die Luxussuite sein, diese knuffige BambushĂŒtte im Dai Building Inn in Jinghong fĂŒr 4 € hat alles, was der mĂŒde Travaller braucht: Eine palmenberankte Veranda zum Relaxen mit Blick auf einen schönen Innenhof, den man hier mitten in Jinghong gar nicht vermutet und gleich Kontakt zu anderen netten Bewohnern aufnehmen kann. Eine liebevoll dekorierte Einrichtung erfreuen das Auge, das Moskitonetz schĂŒtzt vor lĂ€stigem Getier.

In Jinghong war es jetzt im MĂ€rz angenehm warm, die Straßen mit Kokospalmen und Blumen gesĂ€umt, die Radwege so breit wie unsere Landstraßen. Ich war begeistert, endlich Platz! Pustekuchen! Die anderen Radler lassen sich Zeit und schwanken im Slalom gemĂ€chlich ĂŒber den Radweg, wenn sie auch nicht zeitlupenartig wie die Laoten fast vom Rad fallen vor Langsamkeit.

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links der Radweg, rechts die Straße