Kein Sommer ohne Tollwood

Sein Blaues Wunder kann der Besucher auf dem gerade eröffneten Tollwood Festival im Olympiapark erleben! Ein Riesenwal aus Plastikflaschen begrüßt ihn und soll auf die unfaßbar riesige Plastikverschmutzung der Ozeane aufmerksam machen. Eine begehbare Fischdose läßt einen in´s blaue Meer eintauchen und animiert den Besucher zum #WelleMachen für den Schutz der Ozeane. Das betrifft nicht irgendwelche Ökofuzzis, sondern uns alle! Jeder kann bei sich selbst anfangen, etwas dagegen zu tun!

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Mit Live Musik, Theater, Kunst und Akrobatik ist bis zum  24.07.16 für jeden ist Geschmack etwas dabei. Top Musik Acts wie Anastacia, Melody Gardot oder Jamie Cullum, der 2014 das Zelt zum Kochen brachte, bespielen  die Musikarena.

Im Andechser, der Fassbar und dem Hackbrettl gibt´s täglich Live-Musik bei freiem Eintritt. Meine Lieblinge sind die jungen Bands vom Stadt-Land-Rock-Festival, die ihre eigene Musik in der Tanzbar spielen. Ein Erlebnis ist auch die Silent Disco mit Kopfhören in der Tanzbar.

Nur noch bis morgen ist Maria Rud´s außergewöhnliche Performance aus Live-Musik mit Live-Malerei zu sehen, sie trägt Farbe auf eine Glasplatte auf, die von einer hochempfindlichen Kamera auf eine große Leinwand übertragen wird. Mit der Musik verändert sie ständig ihre Bilder. Die beste Aussicht darauf hat man an der S-Beach im Liegestuhl.

Mit dem Kinderprogramm, Performances, dem Markt der Ideen und der Biogastronomie gibt es viel zu entdecken.

Alle Infos im Programmheft oder der Tollwood-Webseite.

Das Tollwood engagiert sich auch für ein Artgerechtes München. Das bedeutet: nur noch artegerechte Tierhaltung ohne massenhaften Antibiotika-Einsatz in München, würdiges Leben und menschliche Arbeitsbedingungen der Bauern.

Auf der Webseite www.artgerechtes-muenchen.de kann man seine Stimme abgeben.

 

 

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Das Filmfest naht, da ist das Wetter fast egal!

Ob es wohl wie im letzten Jahr tropisch wird, wenn das Filmfest seine Kinos öffnet? Mit grellbuntem Eis am Stiel wirbt es auf den Plakaten, zum Abkühlen oder um sich bei spannenden Thrillern zu beruhigen?

Egal wie das Wetter wird, der Vorverkauf hat begonnen. Nur wie wählt man die interessantesten Filme aus dem überbordenden Programm aus? Die verschiedenen Reihen sind da nicht wirklich hilfreich.  Das Tolle: alle Filme werden in Originalfassung gezeigt und die Möglichkeit, mit Regisseuren und Schauspielern zu diskutieren ist groß.

Mit dem Cannes-Liebling “Toni Erdmann” von Regisseurin Maren Aden wird das Filmfest am 23.6.16, einen Tag früher als bisher eröffnet. In der Reihe “Deutsches Kino” sind 19 Weltpremieren im Programm, bei allen Filmen stehen vermeintlich un-deutsche Themen wie grenzenlose Leidenschaft, Liebe und Hass im Fokus.

Die Reihe der Deutschen Fernsehfilme zeigt unter anderen “Dead man working” über einen Investestmentbanker, der bei der “Siegesfeier” seines Megadeals vom Dach fällt und der Börsenkurs daraufhin in´s Chaos versinkt.

Beim Jugendevent gibt es endlich “Smaragdgrün”, die heiss erwartete Fortsetzung von “Rubinrot” und “Saphirblau”.

Der “CineVision” Wettbewerb möchte junge, internationale Regie-Talente fördern und ihnen ein Forum bieten.

Ellen Burstyn in House of Cards
Ellen Burstyn in House of Cards

Oskarpreisträgerin Ellen Burstyn wird mit dem Cinemerit-Award für ihr exzellentes Schaffen geehrt. Ihre Filme wie “Alice don´t live here any more”, für den sie den Oskar bekam, sowie  zwei Folgen von “House of Cards” werden gezeigt, in dem sie die Schwiegermutter vom Präsidenten Kevin Spacey spielt. Das kann nur spannend werden!

"Alaska" aus der Reihe Spotlight
“Alaska” aus der Reihe Spotlight

Spotlight” zeigt spannende Filme nahmhafter Regisseure wie Pedro Almaodovar mit “Julieta”, in dem es um Tod und Empfängnis geht oder Christopher Walken, der in “One more time” einen Schnuzensänger darstellt. In “Alaska” wird die Beziehung von Fausto und Nadine zwischen Paris, Mailand, Unfällen und Gefängnisaufenthalten auf die Probe gestellt.

In der Retrospektive kann man die außergewöhnlichenFilme vom Iranischen Regisseur Bahman Ghobadi entdecken, in der Christian Petzold-Reihe jene bewegenden Filme sehen, die man bisher verpaßt hat.

Unabhängig von großen Studios produzierte Filme finden bei den “Internationalen Independents” ein Forum. Ob Etalbierte Meisterregisseure bei den “Cinemasters”, Filmleute bei der Arbeit in “Lights! Camera! Action!“, beim Kinderfilmfest oder den Open-Air Skaterfilmen, die Auswahl fällt schwer.

Entspannen kann der Cineast dann bei den zahlreichen Partys.

Alle Informationen gibt es auf der Filmfest-Webseite.

 

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Treffen sich 14 Foodbloggerinnen…zum Kochen!

Heißt es nicht, viele Köche verderben den Brei? Mal sehn…Zuallererst suchten wir auf dem foodblogdaymuc die männerdominierten Großmarkthallen in München auf. Diese staunten nicht schlecht über die Gruppe von Frauen, die das frische Gemüse und Obst eingehend inspizierte und fotografierte.

hier hat der Radi vom Radieschen genascht...
hier hat der Radi vom Radieschen genascht…

Gegen 7:45 Uhr ist hier schon fast alles gelaufen, angeliefert wird mitten in der Nacht vor 3 Uhr früh. Wir durften uns zu dieser für uns nachtschlafenden Zeit mit einem Frühstück stärken, bevor wir nach Neuhausen aufbrachen.

jetzt ganz aktuell, Blumendeko auch zum Essen
jetzt ganz aktuell, Blumendeko auch zum Mit-Essen

Der Wochenmarkt auf dem Rotkreuzplatz in Neuhausen bietet eine tolle Auswahl an frischen Lebensmitteln aus der Region, vieles auch biologisch und ohne Plastik verpackt. Rezeptvorschläge schwirrten duch die Luft. Jetzt hieß es, im Stimmengewirr die Übersicht nicht zu verlieren, um nichts zu vergessen.

der Korb der Genüsse
der Korb der Genüsse

Die Genusswerkstatt lud uns nach Haidhausen ein, um dort unsere Gerichte vorzubereiten.

vor der Zubereitung...
vor der Zubereitung…

Es wurde gelacht und geschnippelt, was das Zeug hielt.

20160602_132048_resizedAm Ende lockte ein buntes Buffet, das zum Vernaschen aussah. Nicht nur das, es war absolut köstlich!

der Gipfel der Genüsse, Rharbarberkompott mit Erdbeeren!
der Gipfel der Genüsse, Rharbarberkompott mit Erdbeeren!

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Italienische Genuß-Momente im Künstlerhaus

Die Italienische Handelskammer Italcam lud wieder zum Gourmet´s Italia nach München, bei dem 80 Winzer und Produzenten exzellenter Lebensmittel ihre Produkte zum Kennenlernen anbieten.

Franciacorta, eine herausragende Weingegend, die das Italienische Pendent zum guten Champagner darstellt, sorgte bei Gourmets für Begeisterung.  1961 begann Guido Berlucchi die Flaschengärung in der Franciacorta herzustellen. Hier durften wir unter anderen den Berlucchi 61 “nature” Franciacorta Millesimato aus 80 % Chardonnay und 20 % Pinot Nero ohne Dosage verkosten, köstlich!.

Berlucci 61 nature von 2009 Foto + Titelfoto: Berlucchi
Berlucci 61 nature von 2009 Foto + Titelfoto: Berlucchi

Da kann mancher bekannte Champagner nicht mithalten. Unverständlich, daß bei Münchner Events, Empfängen und Weinfesten fast ausschließlich Prosecco oder Champagner ausgeschenkt wird.

Eataly, das seit November 2015 in der Schrannenhalle Italienische Köstlichkeiten anbietet, zeigte in der Showküche, wie man Pasta per Hand “fatta in casa”herstellen kann.

20160530_153403_resizedErst wird der Teig geknetet, ausgerollt, mit der Füllung bestrichen und an den Seiten festgedrückt, damit er auch hält. Mit der Rolle zerteilt, muß er nur ein paar Minuten gekocht werden. Mit Pesto in der Pfanne kurz vermischt, schmeckte es hervorragend.

frische Pesto-Pasta
frische Pesto-Pasta

Küchenchef Alex Sallustio von der Eataly-Kochschule zeigte, wie man Mozzarello di Bufala von der Molke bis zum Käse herstellt. Beim “Brotbacken zu Hause” Seminar lernten wir, wie wichtig das richtige Mehl ist.

nicht Thomas Müller, sondern Andrea Menichelli vom Eataly bereitet die leckeren Brotschnitten vor
nicht Thomas Müller, sondern Andrea Menichelli vom Eataly bereitet die leckeren Brotschnitten vor

Jetzt wurde es Zeit für einen Kaffee, natürlich von illy. Wer an einem Seminar der Università del Caffè teilnahm, erfuhr unter anderem die Unterschiede von Robusta und Arabica und daß sich Kaffee nicht länger als eine Woche frisch hält, wenn er mal geöffnet wurde.

Wer noch nicht genug von den hervorragenden Weinen, die alle mit dem Meraner Wine & Culinaria Awards ausgezeichnet wurden, probiert hatte, konnte am Gin-Tasting teilnehmen. Hier stellten wir fest, wie unterschiedlich Gin schmecken kann. Im überdachten Innenhof des Künstlerhauses prasselte der Regen nieder, genau richtig, um sich am Gin zu wärmen!

Zwischendurch lockten Trüffelspezialitäten von Selektia Italia aus der Toskana und diverse Schinkenspezialitäten. Bis 20 Uhr konnten Fach- und private Besucher alles Made in Italy probieren, geöffnet war bis 22 Uhr, gefüllt mit Seminaren wie die Einführung in die feine Pasticceria Italiana, Merano Wine Award Tasting und Blind Tasting mit Gewinnspiel. Für mich ein Tag zum Genießen schlechthin!

 

 

 

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Erholung pur bei jedem Wetter: Im Jagdhof in Tirol

Normalerweise holt Anfang Mai frau ihre Sommerkleider aus dem Schrank, dieses Mal brachte Petrus eisiges Regenwetter in´s Stubaital. Vom Jagdhof Spa-Hotel gibt es sogar einen kostenlosen Shuttle zum Stubaigletscher und Anregungen zu Wanderungen rund um das Tal. Die Regenwolken verschleierten fast vollständig die umliegenden Berge.

Außenpool Foto: Jagdhof
Außenpool
Foto: Jagdhof

Kein Grund zum Trübsal blasen im Jagdhof. Ein 3000 qm großes Spa-Labyrinth entführte mich erst in den In- und Outdoor Pool, dann in diverse Kräuter-, Sole- und Tiroler Schwitzbäder, nicht zu vergessen die Wilderer-Sauna.

SPA-CHALET  Foto: Jagdhof
SPA-CHALET
Foto: Jagdhof

Draußen konnte ich mich auf Liegen oder Hollywoodschaukeln mit Bergblick abkühlen, bevor ich es mir in Relax-Chalets bei Tee und Früchten gemütlich machte.

eigene Schafzucht
die hauseigene Jagdhof Schafzucht

Wie im Fluge verging die Zeit, schon rief das Abendessen. Das täglich wechselnde Dinner ist wie der nachmittägliche Kuchen im Zimmerpreis enthalten, es werden reine, regionale Naturprodukte verwendet, Wild- und Lammspezialitäten stammen aus eigener Zucht beziehungsweise Revier. Heute gab es ein 7-gängiges Gala-Dinner.

hausgebeizter Schottenlachs mit Waldhonig, Pommery-Senfcreme und Frisée
hausgebeizter Schottenlachs mit Waldhonig, Pommery-Senfcreme und Frisée

Bereits der erste Gang mit Schottenlachs war vielversprechend, die folgenden Gänge wie der Rotbarsch mit Kartoffelstrudel lösten das Versprechen ein.

Rotbarsch mit Waldpilzen und Kartoffelstrudel
Rotbarsch mit Waldpilzen und Kartoffelstrudel

Kein Wunder, den Köchen hier wurden zwei Hauben verliehen. Zum Dahin-schmelzen fand ich besonders das Duett von Kirsche und Schokolade, davon hätte ich gerne etwas mehr probiert.

Duett von Kirsch und Schokolade
Duett von Kirsch und Schokolade

Nach der internationalen Käseauswahl war natürlich kein Platz mehr in meinem Magen für Schoko-Leckereien. Die opulente Weinkarte bietet mehr als Tausend Flaschen an, der Weinkeller soll etwa 10- bis 20000 Flaschen enthalten.

Am nächsten Tag bei immer noch trübem Wetter durfte ich das REN Morrocan Rose Ritual im Spa genießen. REN ist ein reines Naturprodukt und stammt aus England. Zuerst brachte mich Masseurin Kathrin mit sanften Worten dazu, abzuschalten. Danach wurde das Moroccan Rose Peeling auf Zuckerbasis auf meinen Körper aufgetragen. Es entfernt überschüssige Hautschüppchen. Bei der Dusche danach fühlte sich die Haut  bereits butterweich an. Das wertvolle Moroccan Rose Ultra Moisture Body Öl verströmte bei der von Asiatischen und Schwedischen Techniken inspirierten Ganzkörpermassage einen herrlich dezenten Rosenduft.  Noch nicht genug, anschließend bekommt mein Körper noch die Moroccan Rose Body Cream einmassiert. Nach dieser  göttlichen Behandlung fühlte ich mich wie neugeboren!

Am nächsten und meinem letzten Tag erbarmte sich der Wettergott, schob ein paar Wolken davon und ließ sogar die Sonne etwas durchblitzen. So konnte ich noch einen Spaziergang machen, um die umliegenden, schneebedeckten Berge zu bewundern. Kein Zweifel, das war nicht mein letzter Besuch im Stubaital!

Hier trainiert die Französische Nationalmannschaft, nur vom schönen Bergpanorama abgelenkt, in rustikalem Tirol-Ambiente inklusive Hirschgeweih- und anderen Trophäen, für die Europameisterschaft 2016.

 

http://www.hotel-jagdhof.at

Titelfoto: Jagdhof

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem Spa-Hotel Jagdhof

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Banksy´s Streetart in der Galerie Kronsbein, ein Muß in München!

Banksy konnte selbst von Wissenschaftern der Londoner Universität mit kriminalistischen Techniken nicht identifiziert werden. Seine Kunst soll für ihn sprechen. Und das tut Sie!

20160414_115223Wenn Kunst Kommunikation mit dem Betrachter ist, hat Banksy das perfektioniert. Jeder, der Kunst-und Kulturinteressierte, die Verantwortlichen für Waffenhandel, Krieg und Kinderarbeit, die Banksy persifliert und diejenigen, die sich normalerweise nicht in  eine Kunstausstellung trauen, weil sie befürchten, sie könnten es nicht “verstehen”, sollten sie sich anschauen.

Statt sich glamourös feiern zu lassen, sind ihm seine sozialkritischen Bilder, mit einer Prise schwarzem Humor versetzt, wichtiger. Er oder sie oder sind sie ein Kollektiv, man weiß es nicht, sprayen weltweit über aktuelle Themen.

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vor der Vernissage…
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während der Vernissage

Letzten Donnerstag war die große Eröffnung von 40 Bildern des Sammlers Dirk Kronsbein. Der Andrang war riesig, obwohl die Bilder unverkäuflich sind. Während Alt-OB Ude in der dichtgedrängten Galerie Kronsbein über Banksy referierte, ließen die üblichen Verdächtigen wie Models, Schauspieler, Schönheitschirurgen und ihre PatienInnen sich vor der Galerie ablichten. Ob Banksy das gefallen hätte? Was er wohl dazu spayen würde? Hatte er sich gar unter die Gäste gemischt?

20160414_203506Bei Live-Soul Musik, untermalt von Viktor Andriichenko´s Geige, wurde weiter diskutiert und gefeiert.

Bis zum 10. September 2016 ist die Ausstellung Banksy, King of Urban Art in der Galerie Kronsbein, Wurzerstr. 12, 80539 München zu sehen.

 

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Wüste, Wein und Relaxen in Lima

Huacachina an der Küste entlang Richtung Norden wird als Wüstenoase angepriesen, also dachte ich, nichts wie hin!

Huacachina
Huacachina

Beim Näherkommen merkte ich, dass es leider mal wieder nur um´s schnelle Geldverdienen geht und lieblos hingebaute Hotels, Restaurants und Hostels die Wüste rund um den nicht mehr sauberen See verschandeln. Statt Wüstentour mit Riesenbuggys wollte ich das Weingebiet kennenlernen und buchte einen Ausflug dorthin. Angekommen, bemerkte ich den stinkenden Rauch, der neben dem Parkplatz aufstieg, vermutlich wurde Plastik verbrannt, das die Luft vergiftet. Das ging ja gut los! Statt zwischen Weinreben zu flanieren, wurden wir in Geschäften mit Piscoschnaps und eher lieblichem  Wein abgefüllt. Die Peruaner ließen sich dazu animieren, in Gewehren dekorierte Weinflaschen zu kaufen.

IMG_1654Viel schöner als eine Buggy-Tour war es, die steilen  Dünen hinauf zu wandern! Mancher versuchten sich im Sandsurfen.

Nichts wie weiter im scheinbar unendlichen Wüstengebiet nach Paracas. Zwischendurch tauchten immer wieder grüne Abschnitte mit Gemüse- und Weinanbau auf. Während der Semana Santa ist das ganze Land auf den Beinen und die Hotelpreise schießen in die Höhe. Der Strand war dicht bevölkert von Einheimischen, sogar Yulio, der Sohn des Soler-Backpacker´s Gasthauses, fand den Strand zu schmutzig.  Er kannte einen “Geheimtip” und brachte Laura, eine Deutsche Studentin und mich dorthin.

secret oasis
secret oasis

Eine Traumoase ohne Häuser, Kiosks oder sonstige Bebauung erwartete uns. Zwar kennen andere Einheimischen diese Oase und gleichzeitig fand ein Motorcrossrennen statt, trotzdem konnten wir entspannt, von Einheimischen als einzige Ausländer ob unserer weißen Haut bestaunt, das klare Wasser und die umliegenden Dünen genießen.

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Seelöwen-Treff auf den Ballestas-Inseln

Beim Ausflug zu auf den nahen Ballestas-Inseln  übertönten die Seelöwen mit ihrem Grunzen die Pazifikwellen, die unser Boot fast auf die Felsen trieben, wenn wir nicht einen erfahreren  Skipper hätten. Eine Tour auf eigene Faust wäre hier unmöglich.

Ich wollte an einen schönen Strand, um  mich endlich mal vom allgegenwärtigen Lärm zu erholen und  versuchte es mit Cerro Azul ein Stückchen weiter nördlich. Montag nach der Semana Santa war alles wie ausgestorben, ich fand ein schönes Zimmer mit Balkon und “Meerblick”. Der Strand sah sauber aus und ich wagte mich in die Wellen. Abends aß ich im einzig offenen Restaurant überteuerte, zähe Ceviche.

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Zimmer mit Aussicht

Morgens ab vier Uhr begannen die Hähne ununterbrochen zu krähen. Nur ein paar Hühner waren mir am Abend aufgefallen, jetzt sah ich, daß nebenan eine verfallen aussehende Hühnerfarm auf dem Dach ihren Platz gefunden hatte. Irgendwie muß der enorme Fleischkonsum ja befriedigt werden.

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an der Steilküste von Miraflores

Also beschloß ich, gleich nach Lima weiter zu ziehen. Unglaublich, aber wahr, Miraflores an der Steilküste, ist endlich die richtige Adresse, um vom lauten Straßenverkehr Ruhe zu finden. An der Steilküste weht ein angenehmer Wind alle stressigen Gedanken beim Radeln von Park zu Park davon. Das Meeresrauschen übertönt den Straßenverkehr.

Parque de Amor, Miraflores
Parque de Amor, Miraflores

Natürlich ist das Wasser nicht besonders sauber, Surfer versuchen trotzdem ihr Glück, die richtige Welle zu erwischen.  Hupen ist verpönt, Sonntags sind viele Straßen gesperrt, um Radlern und Skatern Platz zu machen, unglaublich!

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von Palmen gesäumte Radelalle von Miraflores bis in´s Zentum

Eigentlich wollte ich mich erstmal ausruhen, aber Amerikanische Mexikaner von der Air Force, eine Deutsche und eine Amerikanische Spanischstudentin überredeten mich Dienstags zum Salsa-Tanzen in´s Sargento Pimiento. Da konnte ich nicht widerstehen!

Salsa Live im Sargento Pimiento
Salsa Live im Sargento Pimiento

Die nächste Nacht verbrachten wir beim traditionnellen Peruanischen Pena-Abend im Club Del Carajo im Ausgehviertel Limas, in Barranco. Eine Live-Band spielte Pena-Salsa-Reggaeton, davor gaben Profis eine Tanz-Performance. Dann war das Publikum beim Hüft- und Hinternschwingen gefragt. Männer und Frauen zeigten, was sie drauf haben. Danach konnten wir endlich die Tanzfläche stürmen!

Tips:

für Huacachina: lieber selber zum Weingebiet fahren, duch die Wüste wandern statt immer dasselbe wie andere machen und Buggy-Touren buchen. Die Casa Bamboo ist nett und hat ein gutes Restaurant. Ein Tag reicht dafür.

In Paracas lohnt der eintägige Ausflug zum Nationalpark nicht, lieber mehrer Tage bleiben und am besten ein Fahrzeug leihen. Das symphatische Backpacker´s House Soler hat schöne Zimmer,  gibt gerne Ausfunft zu Transport und was sonst noch eine Besichtigung lohnt.

Lima bietet viel, die historische Altstatt mit ihren wunderschönen Kolonialhäusern und Museen, einen entsetzlichen Verkehr inklusive Dauerhupen- und Alarm. In Miraflores geht es entspannter und teurer zu,  Barranco ist das Ausgehviertel an der Steilküste, das zu einem Lima-Besuch unbedingt dazu gehört.

An- und Abreise geht mit dem Taxi für 20 – 30 Dollar oder dem blauen Bus Nr. 18 für 2 Sol, rechts aus dem Flughafen rausgehen bis zum Ende, dem Weg links weiter folgen, schon ist man an der Avenue Faucet, wo der Bus bis zum Parque Kennedy in Miraflores hin- und zurück fährt.

Das JW-Marriott bietet die tollste Aussicht auf den Pazifik, wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann die Executive Lounge im 24. Stock ausprobieren, wenn er oder sie ein Executive-Zimmer bucht. 24 Stunden geöffent, bietet sie nicht nur einen exzellenten Service, sondern für Frühstück, Lunch, Happy Hour und Dinner die passenden Amuse Gueule.

IMG_1738Von hier aus kann man beobachten, wie der Smog-Nebel als unheimlich graue Wand am Horizont aufsteigt, näher kommt, die oberen Stockwerke in weißen Nebel hüllt und die Aussicht auf null reduziert.

IMG_1741Für Outdoor-Fans ist das vollklimatisierte Marriott weniger geeignet, da nur der Pool im Open-Air-Bereich liegt, alles andere läßt sich indoor genießen.

 

 

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Zu schön, um wahr zu sein: Machu Picchu

Cusco mit seinen weißgetünten Wänden, roten Dachziegeln, verzierten Holzbalkönchen und Eckern, ist der Ausgangspunkt zum Heiligen Inka-Tal mit seinen Ruinen und dem 1450 erbauten Weltkulturerbe Machu Picchu.

20160317_132444Es bringt Spaß, durch die alten Gassen mit zum Teil noch erhaltenen Inkamauern zu flanieren. Faszinierend, sich vorzustellen, wie diese schweren Steine abgeschliffen und ohne moderne Maschinen perfekt zusammen gesetzt wurden. In Sacsayhuaman oberhalb von Cusco passen 130 Tonnen schwere Felsen in absoluter Perfektion zusammen. 20160317_115943So viel Antikes macht hungrig und der Gourmet hat dank der Touristen die Auswahl. “Le Soleil” soll zu den besten Restaurants Südamerikas geghören, leider hatte ich nicht rechtzeitig reserviert. Es gibt eine tolle Auswahl an veganen und vegetarischen Restaurants.  Im Green Point an der Plaza San Francisco kann man sogar draußen im vollbesetzten Innenhof die leckere Speiseauswahl geniessen. Jeden Tag haben die Gäste die Auswahl zwischen zwei leckeren Mittagsmenues inklusive exzellenter Salatauswahl, frischem Saft und Dessert, ganz ohne TV-Berieselung. Abends genoß ich im Ableger in San Blas den cremigen veganen Mousse au Chocolat.

Apfelstückchen getaucht in veganes Mousse au Chocolat mit Mangosauce
Apfelstückchen getaucht in veganes Mousse au Chocolat mit Mangosauce

Im Encuentro faszinierte als Alternative zum Fernsehen ein junges Pärchen mit Violine und Gitarre beim veganen Dinner.

Blieb die Frage, soll man den Machu Picchu-Massentourismus mit seinem Besuch fördern? Wegen meiner Knieverletzung fiel jegliches Bergwandern flach, daher blieb nur Machu Picchu übrig.

Viele Wege führen dorthin, zum Teil zu horrenden Preisen. Ich buchte eine zwei-Tagestour bei einer Agentur. Die Fahrt dorthin führte durch fantastische Landschaften bis zu einem Kraftwerk. Weiter ging es entweder mit der unverschämt teuren Bahn oder per pedes drei Stunden am Gleis entlang.

IMG_1612Wunderbar, endlich in bildschöner Natur im Flußtal und vor allen Dingen in RUHE spazieren gehen zu dürfen. Davor scheinen die Peruaner eine Heidenangst zu haben. In Bussen preisen entweder Merchandiser in Megaphonlautstärke ihre Nahrungsergänzungs- oder Potenzmittel an oder DVDs von Action-Filmen müssen so laut wie möglich abgespielt werden. In fast allen Restaurants laufen Fernseher in Kinolautstärke. Gegen zuviel Ruhe melden sich regelmäßig Auto-Alarmsirenen.
In Pueblo unterhalb Machu Picchus übernachtete ich, um am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe den Bus zum Eingang zu nehmen.

IMG_1605Wolken zogen vorüber, die Sonne ging langsam auf und tauchte die Berge in ein geheimnisvolles Licht. Allein die traumhafte Landschaft lohnt den Ausflug. Faszinierend, wie die Inkas es geschafft haben, eine ganze Stadt mit Agrarterrassen, Wasserversorgung, Astronomischem Observatorium, Wachturm und allem Notwenigen in dieser Höhe zu bauen. Als religiöses, politisches und administratives Zentrum des Inka-States wurde es  in der zweiten Hälfte des 16ten Jahrhunderts verlassen, aber immer wieder von Farmern besiedelt. 1874 wurde erstmals der Name Machu Picchu in einem karthografischen Dokument von Ingenieur Herman Göhring erwähnt. Obwohl Professor Hiram Bingham 1912 mit einem Forscherteam hier recherchierte, gibt Machu Picchu immer noch Rätsel auf.

Samana Santa Umzug am Placa de Armas
Samana Santa Umzug am Placa de Armas

Am meinem letzten Tag in Cusco begann die Semana Santa mit einem bunten Umzug, der den ganzen Tag über die Innenstadt lahmlegte.

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Tips für Cusco:

Die Free Walking Tours sind sehr informativ und natürlich auch touristisch, wenn sich alle mit einem Alpaca oder Lama gegen Trinkgeld abknipsen.

20160322_114343Im Pan Am Café an der Placa Recocija gibt es guten Kaffee, frisches Brot und Croissants wie in Frankreich!

Hotels und Hostels gibt es wie Sand am Meer, ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet das Hostel Royal Frankenstein in der Calle San Juan de Dios. Das vom Franken Ludwig leicht gruselig dekorierte Hostel bietet Küchenbenutzung, Kaffee und Tee gratis und vor allen Dingen kümmert er sich darum, daß alles sauber ist und die Gäste mit sämtlichen Informationen versorgt werden.

Der Party-Affine kann man bei dem Point- oder Wild-Rover Hostel vorbeischauen.

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Atemberaubende Landschaften, schwindelerreregende Abgründe & der versäumte Choquequirao Trail

Von Iquitos nach Lima eingeflogen, erfuhr ich im Taxi, daß heute die Stones im Stadium spielen, laut Taxifahrer für 150 Dollar das Ticket. In Bogotá hatte ich ihr Gratis-Konzert versäumt. Meine Unterkunft, das schöne 1900 Hostel im historischen Viertel, befindet sich in einem renovierten Gebäude. Um das 19te Jahrhundert gebaut, zieht es seinen Charme aus den hohen Wänden mit Stuckdecken und der liebevollen Dekoration.

die Bar-Decke vom 1900
die Bar-Decke vom 1900

Das Stadium ist ganz in der Nähe, aber vom Konzert hört man nichts, im Gegenteil zum Münchner Olympiastadium, wo Anwohner sehr wohl mithören können.

Wanddeko im 1900
Wanddeko im 1900

Ich möchte weiter in Richtung Südwesten zum Wandern und nahm den bequemen Molino-Bus nach Huancayo. Die Landschaft ist sensationell, grüne Berge wechseln sich mit grauen und rötlichen Steinformationen ab.

20160310_110904Auf der einen Seite der reißende Fluß unterhalb des zehn bis zwanzig Meter tiefen Abgrunds, auf der anderen zackige Felsen direkt neben dem Bus, der die ständigen Serpentinen auf der engen Straße bewältigen mußte, da bekam sogar ich Angst!

Aussicht von meinem Busfenster

Leider war kein Ende abzusehen, sondern der Bus hielt plötzlich vor anderen Lastwägen an. Eine Steinlawine versperrte den Weg. Einige Männer waren dabei, die Steine weg zu räumen. Endlich setzten sich die ersten Autos vor uns in Bewegung. Einige Mitfahrer aus unserem Bus waren ausgestiegen. Wir fuhren über die schmale, rutschige Stelle, der Bus schlingerte, ich hielt den Atem an, denn der Abgrund war direkt neben meinem Fenster, dann war die gefährliche Stelle überwunden. Die Ausgestiegenen hatten anscheinend damit gerechnet, daß etwas schiefgeht, und stiegen erst danach wieder ein.

Nach sieben Stunden Schlingern kamen wir endlich in Huancayo an. Viel Interessantes gibt es nicht zu sehen, so buchte ich gleich den nächsten Bus nach Ayacucho. Es gibt sogar zwei vegetarische Restaurants gegenüber des Bahnhofs, das eine bietet riesige Mengen leckerer Speisen zu einem Spottpreis an.

Ayacucho ist ein netter Ort mit 33 Kirchen, eine davon, 1540 gebaut, gehört zu den Ältesten Südamerikas. Sie ist sehr klein und nicht zu besichtigen. Es brachte Spaß, durch die schmalen Gassen zu laufen, die nicht vom Autoverkehr mit Abgasen versorgt werden.

20160311_125440Auf dem Markt gibt es alles, was das Herz begehrt, sogar richtiges Fladenbrot und frischer Käse aller Art von den umliegenden Dörfern.

Auch hier regnet es jeden Nachmittag und wird unangenehm kalt. Mit dem lokalen Bus besuchte ich das Dorf Quinua, wo die Schlacht von 1824 Peru von den Spaniern befreite. Man kann noch das Mini-Museum besichtigen, in dem der Friedensvertrag beschlossen wurde und die traditionellen Dachverzierungen ansehen, die böse Geister fernhalten sollen. Auf dem Weg zurück begann es zu regnen, kaum hatte ich das einzige Motorcar-Taxi angehalten, brach der Himmel auf. Glück gehabt!

IMG_1488Der Choquequirao Trail weiter westlich hatte es mir angetan, der eine gute Kondition erfordert, dafür mit wenig Touristen gesegnet sein soll. Er führt zu einer weiteren verlorenen Inka-Stadt.  Im kleinen Dorf Cachora angekommen, suchte ich nach der vom Footprint-Führer empfohlenen Casa de Salcantay. Erst landete ich beim ähnlich klingenden Guesthouse, stolperte prompt über einen rutschigen Absatz und schlug mir Ellenbogen und Knie auf. Nicht gerade zu empfehlen vor einer anstrengenden Wanderung!  Im Casa de Salcantay die Straße hinunter angekommen, war ich erstmal erleichtert. Die Zimmer sind schön, die Aussicht fantastisch! So ruhig und gut habe ich selten geschlafen.

20160315_175138Jan Willem van Delft und seine Frau Yovana betreiben das Guesthaus seit zehn Jahren. Sie sind bereits mehrmals den Choquequirao-Weg gewandert und gaben mir alle notwendigen Informationen. Sämtliches Equipment wie Zelte, Schlafsäcke und Kocher für die Wanderung sowie Mulis und Führer können sie ebenfalls organisieren. Wer den Trek auf eigene Faust meistern möchte, ist hier an der richtigen Adresse.

das kräftige Frühstück im Casa
das Kraft- Frühstück im Casa de Salcantay

Von hier kann man direkt loswandern, ich spazierte am Nachmittag den Weg entlang. Wenn nur nicht Knie und Ellenbogen so schmerzen würden. Ganz nah davor mußte ich schweren Herzens darauf verzichten. So genoß ich das leckere Frühstück, die Ruhe und die herrliche Aussicht.

Tips:

für Huancayo: Das Hotel Los Balcones hat große Zimmer und liegt zentral, das WiFi ist langsam, man kann aber die Computer benutzen. Für schnelles WiFi sorgt das Café Koqui nebenan, das auch leckeren Käse und Fladenbrot verkauft. Susan´s Restaurant bietet eine herrliche Rundumsicht und gutes Essen.

für Ayacucho: das Hotel El Meson unweit vom Paca de Armas liegt im Innenhof, daher sehr ruhig, toll vom Preis-Leistungsverhältnis mit blitzschnellem WiFi. Es gibt ein preiswertes vegetarisches Restaurant Natural y Vida, das nur bis ca. 2 Uhr auf hat, für Abends empfehle ich das Via Via an der Placa mit sehr angenehmer Atmosphäre, gutem Essen und Service, sowie weder Neonlicht noch TV Berieselung.

für Cachora und den Choquechirao-Trail: In Cachora gibt es kaum gute Unterkünfte, geschweige denn Informationen, da die meisten Wanderer aus Cusco anreisen. Das einzige Restaurant, Criolla, bietet leckere Küche. Das Casa de Salcantay kocht auch Abendessen bei Voranmeldung und bietet alles, was der Individualreisende für den Choquequirao Trek braucht. Sie sprechen Englisch, Deutsch und Holländisch. Weitere informationen auf http://www.salcantay.com/

 

 

Vom Dschungel umschlungen

Mit dem Boot von Leticia, Kolumbien nach Iquitos, Peru

Ganz im Südwesten Kolumbiens liegt Leticia, umgeben vom Amazonas Dschungel. Nur per Flugzeug oder Boot erreichbar, gibt es erstaunlich viel Motorrad- und Autoverkehr, denn sehr weit kommen sie hier nicht, nur ein paar Kilometer nach Brasilien. So herrscht ausgerechnet im größten Urwaldgebiet der Welt schlechte Luft. Ich quartierte mich erstmal im Leticia-Hostel ein. Der Swimmingpool lud  bei 95 % Luftfeuchtigkeit und 35 Grad Celsius zum Abkühlen ein, der Outdoor-Bereich zum Relaxen in Hängematten, während man dem lauten Verkehr lauschen durfte.

Im Vorfeld hatte ich gehört, wie die Insekten im Dschungel einen bei lebendigem Leib fressen, und bei einer Belgierin riesige, ein paar Wochen alte Insektenstiche gesehen. Über den neuen Chikungunya-Virus hörte ich, daß er einen für Monate außer Gefecht setzt und Malaria ist auch noch nicht ausgerottet. Offene Wasserbehälter sollen für diese Mücken besonders attraktiv sein. Seltsam, daß die meisten hier offen stehen.

Die üblich-verdächtigen Dschungel-Touren werden überall angeboten. Zum Beispiel eine Bootfahrt zur Affeninsel, wo man sich mit halbzahmen Affen auf Fotos zum Affen machen lassen kann, von Indigenen Eingeborenen etwas vortanzen läßt und ein Dorf besucht, im dem die Einwohner mit Jungtieren wie Kaimanen, Affen und kleinen Jaguaren zusammenleben. Was mit den Tieren passiert, wenn sie ausgewachsen sind, konnte ich leider nicht herausfinden.

IMG_1311Ich buchte eine Bootsfahrt auf den Amazonas-Nebenarmen, um möglicherweise Tiere zu sehen.  Aufregend, sich mit dem Boot durch den überfluteten Dschungel zu zwängen, Köpfe und Arme müssen im Boot bleiben, damit man nicht von zackigen Pflanzenarmen verletzt wird. Manchmal war der Weg versperrt und wir mußten uns einen anderen Ausweg suchen. Einmal streikte der Motor und es dauerte eine Weile, bis er sich erbarmte und wieder ansprang.

Suchbild mit Delfin
Suchbild mit Delfin

Auf der Wasseroberfläche des Amazonas blinzelten immerhin einige Delphinschnauzen hervor. Einem Faultier im Baum folgte Antonio vom Boot aus kletternd, bis das normalerweise sich in Zeitlupe bewegende Tier plötzlich verschwand.

Aus Filmen lernen wir, daß gefährliche Raubtiere wie Jaguare, Anakondas und Krokodile die Expeditionen im Amazonas-Dschungel bedrohten. Das ist natürlich eine Illusion. Insekten gibt es in nicht unbeträchtlicher Anzahl, dafür zeigten die Guides Antonio und Mario uns beim Dschungelspaziergang Bäume, die als natürliche Medikamente gegen Arthritis, Verletzungen oder gar als Verhütungsmittel helfen sollen.

das angebliche "Verhütungsmittel"
Extrakte aus diesem Gewächs sollen als “Verhütungsmittel” dienen

Sie ließen uns das innere der Kakaobohne kosten, das wie dunkle Schokolade schmeckt.

Kakaobohnen in freier Wildbahn
Kakaobohnen in freier Wildbahn

Um eine Tarantel zu sehen, mußte Antonio in ihrem Baumnest herumstochern, bis endlich eine herauskam.

Antonio in BVB-shorts beim Tarantel-Ärgern
Antonio in BVB-shorts beim Tarantel-Ärgern

Ein gefährlich schönes Tier, daß elegant einen winzigen Ast herauflief.

TarantelNachts gingen wir auf Kaimanjagd.

zum Fürchten, ein kleiner Kaiman!
zum Fürchten, ein kleiner Kaiman!

Die unfaßbaren Adleraugen von Mario entdeckten nach langem Suchen einen Kaiman, den er mit der Hand aus dem Wasser zog. Natürlich mußten die Franzosen aus der Gruppe mit dem Kaiman in der Hand fotografiert werden, um ihre vermeintliche Tollkühnheit zu zeigen, befor er wieder ins Wasser durfte.

Antonio hatte eine kleine Anakonda unter seiner Hütte, mit der sich die ständig fotografierende Katalina aus Chile nicht auf ein Foto traute. Ich zeigte ihr, wie harmlos das Tier ist, solange man den Kopf festhält.

20160226_143236Abends spielten die Franzosen mit der Dorfjugend neben unserer Lodge Fußball, während mich die Mädchen zum Volleyball einluden.  Als ich ihnen meine Spiegelreflexkamera zeigte, wollten alle mal fotografieren. Einige waren erfolgreich. In der Lodge mit doppeltem Moskitonetz hielt sich das Mücken-aufkommen in Grenzen, nur zum Abendessen draußen versammelten sie sich. Ich war vorbereitet mit langen Hosen und langem Hemd aus speziellem Stoff, den ich zusätzlich bespüht hatte und durch den sie nicht durchstechen konnten.  So blieb ich die Einzige, die nicht gestochen wurde.

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Abends vor unserer Lodge
Um dem lauten Straßenverkehr in Leticia zu entfliehen, nahm ich ein Boot nach Puerto Narino, in dem es keine Straßen gibt. In der Paraiso Ayahuasca Lodge fand ich Unterkunft, ein mit wunderschönen, vom Besitzer Armando gemalten Bildern geschmücktes Zimmer samt Hängematte auf dem Balkon. IMG_1418Das hätte mein Lieblingsplatz werden können, wenn nicht der vom Langzeitgast Harry geliebte Fernseher darunter gewesen wäre.

Armando erzählte, wie er zum Schamanen wurde. Nach exzessivem Leben in Bogotà bekam er mit 32 Jahren Krebs. Er entdeckte das pflanzliche Rauschmittel Ayahuasca und nahm jeden Samstag etwas davon. Er änderte seine Lebensweise und Ernährun; da Fleisch toxisch ist, ißt er nur Fisch und frisches Gemüse ohne chemische Zusätze. Der Krebs verschwand. Jetzt bietet er Ayahuasca Zeremonien an. Die Visionen, die er dabei hat, verarbeitet er in seinen surrealen Bildern. Er unterrichtet Kunst und wirkt absolut mit sich im Reinen. Für eine Zeremonie konnte ich mich allerdings nicht so schnell erwärmen.

auf dem Boot nach Iquitos
auf dem Boot nach Iquitos

Ich wollte weiter mit dem „Rapido“ Boot nach Iquitos, Peru, das nur einen statt drei Tage braucht wie das Langsame, unangenehme Sanitäre Anlagen inklusive.

Iquitos
bei dem horrenden Straßebverkehr in Iquitos nützen auch keine schönen Wandmalereien

Hier wurden die Filme „Fitzcarraldo“ und „Aguirre, der Zorn Gottes“ von Werner Herzog mit Klaus Kinski gedreht. Wie es wohl damals zuging? Jetzt kommt man von der 700000-Einwohner-Stadt auf der Straße nicht weiter als 100 Kilometer, dann beginnt der undurchdringliche Dschungel. Trotzdem ist der Motorrad- und Motorcar-Verkehr horrend. Wie die Fahrzeuge wohl hierher befördert wurden? Boot oder Flugzeug sind die Alternativen.
Der einzig erträgliche Ort ist der Fußgänger- Boulevard am Fluß, wo der Langzeit-Radler Matthias, von Manaus mit dem Boot hergeschippert, und ich unser Stammlokal Fitzcarraldo entdeckten. Es gibt sogar Cusquena, ein Weißbier aus Cusco mit Machu Pichu-Aufdruck. Ausflüge zu anderen Restaurants endeten mit Flucht vor den Autoabgasen, beziehungsweise dem unerträglichen Lärm. 20160305_223737[1]Am Wochenende füllt sich das Amphitheater mit Zuschauern am Boulevard, die  sich bei seltsamen Performances amüsieren. Wir gönnten uns noch einen Besuch bei der Pilpintuhuasi Schmetterlingsfarm, bei der wir lernen konnten, wie Schmetterlinge gezüchtet werden.

von der Puppe...
von der Puppe…
entpuupt sich die Raupe

Auch vom Zoll beschlagnahmte Tiere wie ein Jaguar und ein Ozelot, sowie von der Polizei gefangene Affen, die zu Dieben abgerichtet wurden, finden hier eine neue Heimat. So kamen wir doch noch dazu, einen Jaguar, leider hinter Gittern, zu sehen.

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und wird zum Schmetterling

Ich konnte es kaum erwarten, Iquitos zu verlassen und nahm das nächstmögliche Flugzeug nach Lima. Beim Einchecken merkte ich, daß mein Handy weg ist. Wollte mich Iquitos nicht loslassen? Schließlich hatte ich eine Salsa-Bigband dieses Wochendende verpaßt, das Plakat erst jetzt gesehen. Mein Mobiltelefon wird warscheinlich noch in meinem Zimmer aufgeladen. Also raste ich raus und nahm einen Motorcar zurück zum Hotel, während ich mir ausmalte, was ich mache, wenn es nicht auffindbar ist. Der Manager sah mich, machte die Schublade auf und hurra, nahm es heraus! Glück gehabt, jetzt hieß es, das Flugzeug rechtzeitig zu erreichen, auch das klappte, gottseidank!

Tips für Leticia und Iquitos:

Oropax und Mund- beziehungsweise Atemschutz, Mückenabwehr und langärmelige Kleidung mitnehmen!

Ava-Tours gegenüber dem Waira-Hotel in Leticia kann ich für Ausflüge empfehlen, vermieten auch Zimmer und sprechen Englisch und Französisch. Im Waira gibt´s ein tolles Frühstücksbuffet.

Café Mona in Iquitos ist gut und nicht direkt an einer lauten Straße, so das man gemütlich sein Frühstück oder einen Snack einnehmen kann.

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