Insgesamt 12 Preise regneten auf die zukĂŒnftigen Regie-Stars beim Filmschoolfilmfest MĂŒnchen

Unter dem Motto: Mission Film: Possible konnten die Zuschauer des Filmschoolfests MĂŒnchen vom 18.-24. November 46 schrĂ€ge, lustige, erklĂ€rungsbedĂŒrftige, belanglose, spannende und ĂŒberraschende Studentische Kurzfilme im gut besuchten Filmmuseum anschauen.
Am 24. 11. 18 wurde die Preise verliehen und anschließend angemessen in der HFF, der Filmhochschule MĂŒnchens, angemessen gefeiert.

Die Festivaljury und weitere Jurys der Preisstifter konnten aus 30 Spielfilmen, 8 Dokumentar-, 5 Animations- und 3 Experimentalfilmen ihre Sieger kĂŒren, die PreistrĂ€ger*innen freuten sich ĂŒber insgesamt  56.500 €.

Der Hauptpreis VFF Young Talent Award des 38. FILMSCHOOLFEST MUNICH ging an die lakonische Komödie “Excuse Me, I’m Looking for the Ping-Pong Room and My Girlfriend“ von Bernhard Wenger. Er gewann damit 10000 €! Die Jury mit Phillip Gröning, Asja Krsmanivic, Tice Oakfiled, Antonis Papadopoulos and Sinje Köhler sagten: „Wir waren fasziniert von dieser ungewöhnlichen Reise der Selbstfindung eines sehr inaktiven Antihelden.“
Über den ARRI-Preis fĂŒr den Besten Dokumentarfilm (dotiert mit Sachleistungen im Wert von 4.000 Euro), freute sich „Son of Wind“ Regisseur David Noblet. Noblet studiert am National Institute of Performing Arts (INSAS) in Belgien und seine Dokumentation begleitet den kleinen Panpan, der in Peking beim Großvater lebt, wĂ€hrend der Vater im fernen Frankreich Geld verdient.

Der Student Camera Award (2.000 Euro von Film & TV Kameramann) fĂŒr die beste Bildgestaltung ging an DP Cem Demirer fĂŒr den Film „End of Season“ (Regie: Zhannat Alshanova, London Film School). Wie Demirer uns mit Farben, Schattierungen und Kamerabewegungen nicht nur die Melancholie des Herbstes, sondern auch die ZwiespĂ€ltigkeit seiner Hauptfigur spĂŒren lĂ€sst, hat die Jury ĂŒberzeugt.

Der mit insgesamt 2.500 Euro dotierte zweiB-Award fĂŒr die beste Animation geht ebenfalls nach Großbritannien an den Film „Facing it“ von Sam Gainsborough (National Film and Television School Beaconsfield). Sein Protagonist Sean ist aus Knetmasse geformt, einem Material, das sich stĂ€ndig verĂ€ndert und es nie schafft, die ursprĂŒngliche Form anzunehmen, so wie die Hauptfigur stĂ€ndig durch die EinflĂŒsse anderer verĂ€ndert wird.

Der Luggi-Waldleitner-Preis fĂŒr das beste Drehbuch (3.000 Euro) geht an Michal ĎuriĆĄ, der das Drehbuch fĂŒr „A Warm Comedy about Depression, Madness and Unfulfilled Dreams“ zusammen mit Sophia Boyd und Emil Smoliga schrieb und anschließend auch Regie fĂŒhrte (Academy of Performing Arts, Bratislava). „In nur 20 Minuten schaffen es die Autoren, vollkommen abgerundete Charaktere zu erschaffen, die uns subtil von der Zerbrechlichkeit ihres Familienlebens erzĂ€hlen.

Der Panther-Preis fĂŒr die beste Produktion eines Films einer europĂ€ischen Hochschule geht nach Finnland und ist mit 5.000 Euro dotiert. Hannu-Pekka Peltomaa entfĂŒhrt uns in seiner rabenschwarzen Komödie „Rose Garden“ in ein trostloses Altersheim, aus dem drei ungleiche Freunde ausbrechen wollen. Die Jury sagt: „Die Kernbotschaft der TrĂ€ume unserer heroischen Gruppe geht weit ĂŒber eine schlichte Charakterisierung der Ă€lteren Menschen hinaus und kritisiert in aller SchĂ€rfe eine Welt, in der Kriminelle besser behandelt werden als Ă€ltere Menschen.“ Toller Film!

Jury-PrĂ€sident Philip Gröning vergab eine Special Mention of the Jury President an den Film “Landing” von Wong Kam (Hong Kong Academy for Performing Arts) und wĂŒrdigt damit einen Film, der einer Hauptfigur viel Liebe entgegen bringt, die im wirklichen Leben wohl eher gemieden und verachtet wĂŒrde.

ARTE-Zuschauer dĂŒrfen sich auf „Schoolyard Blues“ freuen, der 2018 den ARTE-Kurzfilmpreis gewonnen hat. Es ist der Abschlussfilm der jungen schwedischen Regisseurin Maria Eriksson Hecht und sie erzĂ€hlt darin eine tief berĂŒhrende Geschichte ĂŒber zwei BrĂŒder, in der der Ă€ltere Bruder den JĂŒngeren auf das Schulleben und das Leben an sich vorbereitet. Die ARTE-Jury stellt fest, dass das Thema der Gewalt unter Heranwachsenden leider große AktualitĂ€t hat und dass sich die beiden jungen exzellenten Hauptdarsteller nicht nur in das Herz des Zuschauers spielen, sondern dass dieses kurze StĂŒck Kino sich auch gerne in einen langen Spielfilm verwandeln könnte.

Die Jury, die den mit 3.000 Euro dotierten Wolfgang-LĂ€ngsfeld-Preis vergibt, macht sich regelmĂ€ĂŸig auf die Suche nach dem originellsten Film im internationalen Wettbewerb und hat ihn 2018 in der belgischen Produktion „Simon Cries“ von Sergio Guataquira Sarmiento gefunden.

Der Prix Interculturel (1.500 Euro) geht an „Siren“ von Zara Dwinger (Netherlands Film Academy). Die Jury lobt, dass „Siren“ subtil die IdentitĂ€tssuche eines jungen Menschen portraitiert und dabei seinen Figuren viel Freiraum lĂ€sst. Die Regisseurin behandelt ein gesellschaftlich wichtiges Thema, sie ergreift Partei fĂŒr diejenigen, die auf der Suche nach ihrer Geschlechtszugehörigkeit sind und erzĂ€hlt von der Akzeptanz sich selbst und anderen gegenĂŒber.“

Den ersten Platz bei den Climate Clips Awards (5.000 Euro) gewinnen Veronika Hafner und Rina Zimmering von der HFF MĂŒnchen mit ihrem Film „The Meeting“, der selbstironisch die Green-Production-BemĂŒhungen der Filmindustrie beleuchtet. Den ersten Platz der HofbrĂ€u Trophy (5.000 Euro) fĂŒr die beste Bier-Werbung belegte der Clip „The Beerboard“, in dem uns die drei jungen MĂŒnchner Filmemacher Julius Montgomerie Luger, Clemens Friese und Mike Schneider zeigen, was man mit einer Bierbank auf Rollen machen kann, bevor man sich draufsetzt.

Am besten abgeschnitten in der Gunst des Publikums hat das israelische Drama  „Flood“ von Oshri Zeituni ĂŒber die 17-jĂ€hrige Osher, die zwar ihre Mutter ins Frauenhaus bringen kann, aber selbst zum gewalttĂ€tigen Vater zurĂŒckkehrt, denn da sind ja noch die beiden jĂŒngeren BrĂŒder. Der Publikumspreis wird vom Freundeskreis Filmfest MĂŒnchen e.V. unterstĂŒtzt, der den Publikums-Preis mit 1.500 Euro dotiert.


Was gibt es Neues auf dem Sommer-Filmfest MĂŒnchens?

Cineasten und Filmliebhaber dĂŒrfen aufatmen: nur noch 10 Tage, dann können sie sich auf MĂŒnchens entspanntem Filmfest bei aufregenden Filmen in Originalfassung abkĂŒhlen, die Regisseure mit Fragen löchern und anschließend auf Partys und EmpfĂ€ngen Gleichgesinnte treffen.

Start ist am 27.6. 18 mit F.W. Murnaus Stummfilmklassiker „Faust – eine Deutsche Volkssage“ in der Philharmonie mit Live-Musik des Komponisten Bernd Schultheiss, gespielt von den MĂŒnchner Symphonikern.

Mackie Messer Brechts Dreigroschenfilm mit Tobias Moretti

Offiziell eröffnet wird das Fimfest MĂŒnchen am 28.6. mit „Mackie Messer –  Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim A. Lang mit Tobias Moretti, Hannah Herzsprung und Joachim Krol aus der Reihe Neues Deutsches Kino. Hier werden Klassiker ĂŒber Brechts Rechtsstreit und einem fiktiven Filmprojekt neu interpretiert mit echten Brecht-Zitaten, klingt spannend!

Emma Thomson im neuen Film Kindeswohl

StargĂ€ste sind diesmal die zur „Dame“ gekĂŒrte Oskar-PreistrĂ€gerin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Emma Thomson, die ihren neuen Film „Kindeswohl“ und drei ihrer frĂŒheren Filme vorstellt. Sie spielt in „Kindeswohl“ eine Familienrichterin, die mit dem Fall eines leukĂ€miekranken Jungen der Zeugen Jehovas konfrontiert ist, dessen Eltern aus religiösen GrĂŒnden einer lebensnotwendigen Bluttransfusion nicht zustimmen wollen.

der urkomische Film „Die Ritter der Kokosnuss“

Sie bekommt wie Regisseur Terry Gilliam den Cine Merit Award, dessen Filme „Brazil“, „Die Ritter der Kokosnuss„,  „Der König der Fischer“, „Lost in La Mancha“ und „The man who killed Don Quichote“ gezeigt werden. Die Verfilmung des letztgenannten Films dauerte 20! Jahre. Ich bin gespannt, was er darĂŒber beim FilmgesprĂ€ch am 2.7. um 17 Uhr in der Blackbox zu erzĂ€hlen weiß. Alle Filme unbedingt anschauen!

„Zama“

10 Filme von Meisterregisseuren wie Lucretia  Martel mit „Zama“ ĂŒber den königstreuen Zama, der 1790 auf seinem verlassenen Außenposten Paraguays auf seine Versetzung nach Argentinien wartet,  locken in der Reihe Cinemasters, allesamt von den Programmern des Filmfests wĂ€rmstens empfohlen.

„Border“

In der Reihe Cinevision habe ich mir den „un certain regard“ Gewinner „Border“ aus DĂ€nemark angekreuzt; die beim Zoll arbeitende Tina hat einen ausgezeichneten Geruchssinn und bei einer Begegnung mit einem außergewöhnlich riechendem Mann öffnet sich eine TĂŒr zu einer mythologischen Welt. In „Chuva Ă© cantoria na aldeia dos mortos“ erlebt ein Eingeborener aus dem Brasilianischen Regenwald die Großstadt. Auch er gewann den Jurypreis „un certain regard“. „Diamantino“ erzĂ€hlt eine Geschichte ĂŒber einen Portugiesischen Fußball-Weltstar, der seine Talente verliert und auf der Sinnsuche mit der FlĂŒchtlingskrise, dem Neofaschismus und der Gentechnik konfrontiert wird.

Anon

Im Spotlight zeigt unter vielen anderen wieder Klaus Lemke sein neuestes Werk „Bad girl avenue“ ĂŒber Frauen, die ihre MĂ€nner in Mimosen verwandeln, um sie spĂ€ter auszuwidern, man darf gespannt sein! Brandaktuell der Abschlußfilm „Anon“ von Andrew Niccol ĂŒber die totale Datentransparenz ĂŒber eine Augenimplantation, auf der alles gespeichert wird, ein Horrofilm der nicht mehr so fernen Zukunft! Nicht entgehen lassen.

Nicht nur in diesem Film geht es um die weltweite, permanente Überwachung, der EntfĂŒhrungethriller „Searching“ spielt sich ausschließlich auf Computerbildschirmen ab, „Dragonfly Eyes“ von Bing Xu besteht nur aus Material mit Überwachungskameras.

Filme von Philipp Gröning und Lucretia Martel sind in der Retrospektive zu sehen, die International Independents warten mit 64! spannenden Filmen auf. Das Seriencamp, Kinderfilmfest, die neuen Deutschen Serien und Filme runden das umfangreiche Programm ab. NatĂŒrlich sind alle Filmemacher in der Blackbox live zu erleben. Neben vielen Fachveransstaltungen und Workshops laden öffentliche Partys zum Feiern ein, darunter im BahnwĂ€rter Thiel am 30. Juni.

Alles Infos unter filmfest-muenchen

Fotocredit: Filmfest MĂŒnchen

Titelbildcredit: aus „Lost in La Mancha“ Diego Lopez Calvin

Auf der Jagd nach den besten Filmen beim Dok.Fest MĂŒnchen

So viele Filme und nur 12 Tage Zeit!

Beim Radeln von Kino zu Kino war es nötig, genau zu planen, um einen Bruchteil der Veranstaltungen besuchen zu können, bei 22 Veranstaltungsorten nicht so einfach!

Eröffnet wurde das DOKfest mit „Over the Limit„; hier ertrĂ€gt die russiche Turnerin Rita unzĂ€hlige Beschimpfungen ihrer berĂŒhmten Trainerin stoisch, Familien- und persönliche Anglegenheiten mĂŒssen zurĂŒckstehen. Sie schafft den Olympia-Sieg und befreit sich von dem unnachgiebigen System, tritt zurĂŒck und unterrrichtet jetzt. Bei der Eröffnung wirkte sie selbstbewußt und befreit, wĂ€hrend die Regisseurin und ehemalige Turnerin Marta Prus einen eingeschĂŒchterten Eindruck machte.

Rita in „Over the Limit“
Fotocredit: DOKfest

Mein Filmfavorit war eindeutig „Genesis 2.0“ von Christian Frei und Maxim Arbugaev.   WĂ€hrend auf einer Sibirischen Insel Reste von Mammut-Skeletten- und zĂ€hnen ausgegraben und verkauft werden,  möchte ein Wissenschaftler, falls sich noch eine lebende Zelle finden sollte, diese in eine Elefantenkuh implantieren, um ein Mammutbaby zu erzeugen. Ob er wohl King Kong gesehen hat? In der grĂ¶ĂŸten Gendatenbank der Welt in China wollen die Wissenschaftler Gott spielen, indem sie irgendwann den Designmenschen erschaffen wollen, wĂ€hrend in den USA Haustierklonen ein gutes GeschĂ€ft ist. Auch Barbara Streisand hat sich ihr Haustier kopieren lassen! In der Bostoner UniversitĂ€t der Bioenergetik experimentieren die Studenten mit genetisch verĂ€nderten Produkten, um Krankheiten zu heilen und die Honigbiene zu retten. Vom Zauberlerling haben sie anscheinend noch nichts gehört! Ein brisant-aktueller Film! Kinostart: Herbst 2018.

In „Die Schatten der WĂŒste“ von „Amma und Appa“ Regisseurin Franziska Schönenberger und ihrem Mann Jay Subramanian erfĂ€hrt dieser, daß der Mann seiner Kusine in Dubai Selbstmord begannen haben soll, was sie nicht glaubt. Sie bittet ihn, das zu untersuchen. WĂ€hrend er Freunde und Kollegen befragt, lernt die Witwe, auf eigenen Beinen zu stehen, fĂŒr sich und ihre Kinder zu sorgen, was sonst ihr Mann erledigt hat.


In “The Goddesses of Food“ werden Gourmetköchinnen portraitiert, die in den „normalen“ Medien fast gĂ€nzlich untergehen. Über 90 % der Sterneköche sind mĂ€nnlich. In den Gourmet-Magazinen kommen fast nur berĂŒhmte Sterneköche vor, weil damit mehr Anzeigen verkauft werden. Dabei gab es Anfang des 20sten Jahrhunderts sehr berĂŒhmte Sterneköchinnen. Ein unterhaltsamer, inspirierender Film nicht nur fĂŒr Gourmets!

DOKfest: The Goddesses of Food

In „System Error“  befragt „Speed“ Regisseur Florian Opitz weltweit Ökonomen, die sagen, die Grenzen des Wachstums sind bald erreicht, die Erde und ihre Resourcen sind endlich. IndustrievorstĂ€nde und Finanzjongleure behaupten felsenfest, ohne Wachstum bricht die Wirtschaft zusammen.  Toll wĂ€re es gewesen, wenn diese zusammen diskutiert hĂ€tten, trotzdem ein wichtger Film, der 10.5.18 in die Kinos kommt.

System Error…

Beim Afrika-Tag interessierte mich  „Silas“ , der sich fĂŒr die Umwelt seines Landes Liberia einsetzt und dafĂŒr de App TIMBY nutzt, in der Menschenrechtsverletzungen angezeigt werden können.

„For in my way it lies“ zeigt die Entstehung des neuen Albums von Ausnahme-Musiker Jasper Junk und seine Entwicklung, wie es dazu kam. Er ist sein grĂ¶ĂŸter Kritiker und zweifelt immer wieder an sich, fĂŒr ihn muß alles 100%ig stimmen. Seine Blues-Stimme ist bereits außergewöhnlich, sein Aussehen erinnert an David Bowie!

Jasper Junk
Fotovcredit: DOKfest

Fasziniert hat mich  auch M.I.A.  ĂŒber die Musikerin Matangi Maya, die eigentlich Filmemacherin werden wollte, aber durch Elastica SĂ€ngerin Justine Frischmann zur Musik kommt. Als Teenager mußte sie mit ihrer Familie nach London fliehen, ihr Vater blieb als MitbegrĂŒnder der Tamil Tigers, der Tamilischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung, in Sri Lanka. Schwanger, war sie fĂŒr den Grammy und den Oskar nominiert und wĂ€hrend sie ĂŒber den roten Teppich schritt, brach der BĂŒrgerkrieg in ihrer Heimat aus. Immer wieder kritisiert sie den brutalen Krieg, auch im US-TV, was herausgeschnitten wird, unangenehme Wahrheiten sind hier unerwĂŒnscht.  Ihre außergewöhnlichen Videos thematisieren ebenfalls radikal den Krieg.  Ein toller Film von Steve Loveridge!

M.I.A. Matanga

Das reichhaltige Filmprogramm des 33. DOK.fest offerierte  nicht nur zahlreiche interessante Filme, sondern auch DOK Education mit der Dokumentarfilm-Schule, im DOK-Forum Diskussionen, Open Training- und Kamera-Workshops for Profis und Interessierte.

Amira-Award Gewinner wurde der Horrorfilm Caniba ĂŒber zwei gestörte BrĂŒder; der eine verletzt sich selber, der andere brachte seine Geliebte um und aß sie teilweise. Er bekam nur 2 Jahre in Frankreich und wurde nach Japan abgeschoben. Die Kamera, stĂ€ndig wechselnd zwischen SchĂ€rfe und UnschĂ€rfe, kam den Protagonisten fĂŒr den Zuschauer unertrĂ€glich nahe. Daß die Regisseure das konnten, ist schauerlich genug.

Der VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis, der die Arbeit der Produzent.innen wĂŒrdigt, ging an „Grenzenlos-Geschichten von Freiheit & Freundschaft„, wo junge Syrer, Deutsche, Kolumbianer und Iraner Kurzfilme ĂŒber ein Leben ohne Heimat, Familie oder Freunde in FlĂŒchtlingslagern drehten.

The distant barking of dogs“ von Simon Lereng Wilmont rĂ€umte gleich 2 Preise ab, den SOS-Dokumentarfilmpreis und den Viktor fĂŒr den besten Film. Der Film, im nicht ganz ungefĂ€hrlichen Ukraine-Krieg aufgenommen, wĂ€hrend immer wieder Bomben zu hören sind, handelt von der Liebe von Enkel und Großmutter in diesen gefĂ€hrlichen, traumatisierenden Zeiten.

The distant barking of dogs

Der BR Kino Kino Publikumspreis ging an das Feel-Good Movie  „Tackling Life“ ĂŒber eine schwul-hetero gemischte Rugby Mannschaft, bei der sich alle wie in einer Familie fĂŒhlen.

Über den „Viktor“ DOK Deutsch freute sich Regisseurin Susanne Freund fĂŒr „I am a bad guy“ ĂŒber einen ehemaligen BankrĂ€uber. Sri LankaÂŽs Geschichte in „Demons in Paradise“ ĂŒberzeugte die Jury von DOK horizonte. Der FFF Förderpreis ging an „FrĂŒher oder SpĂ€ter “ ĂŒber Bayerisches Dorfleben mit einer BĂ€uern, die gleichzeitig als Bestatterin tĂ€tig ist und einer „Veganen Kommune“ von Pauline Roenneberg.

frĂŒher oder spĂ€ter

Musik spielt eine wichtige Rolle im Film, so erhielten Damien Scholl und Ulrich Reuter den Dokumentarfilm-Musikpreis fĂŒr „Beuys“ von Andres Veiels.

Das nÀchste DOKfest kommt bestimmt, am 8. Mai 2019 gehtŽs los!

 

Alle Fotocredits: DOKfest

 

 

 

 

 

Welche Insel ist die Schönste in der ThailÀndischen Andamanen-See?

Koh Mook, Koh Kradan, Koh Rok, Koh Lipe, Koh Adang, Koh Lanta oder Koh Jum?

Gibt es ĂŒberhaupt das Paradies? Schon bei Adam und Eva war es nicht ganz perfekt. FĂŒr mich findet das Paradies im Kopf statt, wenn ich fĂŒhle, es passt, ich bin angekommen, fĂŒhle mich unendlich wohl an einem Ort. Absolut paradiesisch waren fĂŒr mich der Aufenthalt im Viceroy auf Bali, allein die Massagen mit BlĂŒtenbad waren traumhaft, ebenso das Tongsai Bay Resort mit eigenem Biogarten und Kino am Strand, weit, aber nicht zu weit weg vom Touristentrubel auf Koh Samui. Bei einer Insel möchte ich einen schönen Strand zum Schwimmern, möglichst auch zum Schnorcheln. Um nicht in der Sonne zu Braten, brauche ich Schatten und einen schönen Bungalow mit Moskitonetz, HĂ€ngematte und Fenstern, die ich nachts offen lassen kann, ein fĂŒr Einheimische unverstĂ€ndlicher Wunsch.

Auf der Suche nach den verlorenen Paradies-Inseln landete ich mit dem Zug in Trang im SĂŒden Thailands. Da der Sleeper ausgebucht war, probierte ich einen Sitzplatz mit Ventilator, eine nicht empfehlenswerte Entscheidung! Von TrangÂŽs Bahnhof konnte ich einfach einen Transfer nach Koh Mook buchen. Angekommen, traf ich diesmal die richtige Entscheidung, das Mook-Garden-Beach-Resort war genau richtig. Es gibt Bungalows fĂŒr jeden Geldbeutel, ĂŒberall im Garten laden HĂ€ngematten zum Relaxen ein, der kleine Pool hat kĂŒhles! Wasser, es ist ruhig, nicht mal MotorradlĂ€rm nervt, von ĂŒberall hat man freie Sicht auf die Bucht und das Restaurant lockt mit leckerem Essen.

Koh MookÂŽs SteilkĂŒste

Von hier lĂ€ĂŸt sich auch der Dschungel auf verschlungenen Pfaden erkunden, Chefin Dada gibt jede Menge Tips. Baden geht nur bei Flut bei nicht besonders klarem Wasser, weit draußen kann man manchmal schnorcheln.

Koh Kradan

So buchte ich einen Schnorchel-Ausflug nach Koh Kradan und Umgebung. Die schlechte Sicht unter Wasser erinnerte mich an Zeiten vor meiner Laser-Op, alles, was weiter als einen Meter weg war,  war verschwommen. Koh Kradan hat einen wunderschönen Sandstrand mit viel Schatten, wenig Bootsverkehr und außer einigen Resorts mit Restaurants ist die Insel fast unbewohnt, zum Erholen und Schwimmen ideal. Am nĂ€chsten Tag auf Koh Rok, nur von Rangern bewohnt und gelegentlich zum Zelten freigeben, war das Wasser klar und wir konnten endlch nach Herzenslust Schnorcheln.

endlich Schnorchelsicht bei Koh Rok

Von Koh Lipe hatte ich bereits viel Gutes gelesen, warum nicht ausprobieren, dachte ich mir. Menschenmassen schĂ€lten sich aus den zahlreichen Booten, beziehungsweise enterten diese. Am Pattayastrand wurde ein- und entladen, am Sunrise-Strand auf der anderen Seite sĂ€umten wartende Longtailboote den Strand, so daß man sich kaum traute, zu Baden. Die StrĂ€nde waren mit betonierten Wegen, gesĂ€umt mit den ĂŒblichen verdĂ€chtigen Restaurants, Massagesalons, Travelagencys ect., zu Fuß erreichbar, trotzdem voller Motorradfahrer.

da fliehen sogar die Möwen am Sunrise Beach, Koh Lipe

Obwohl man theoretisch sogar hier Schnorcheln könnte, buchen die Touristen lieber die angebotenen Schnorcheltouren auf anderen Inseln. Nichts wie weg war mein erster Gedanke und ich nahm am nĂ€chsten Tag ein Longtailboot auf die gegenĂŒberliegende Insel Koh Adang.

Koh Lipe von Koh Adang aus gesehen

Koh Adang ist das Gegenteil von Koh Lipe. Man kann in den angebotenen Zelten, im eigenem Zelt oder schönen Bungalows ĂŒbernachten. Keinerlei Bebauung stört die Natur, zum Essen gibt es ein Restaurant. Endlich konnte ich in den schönen Buchten Schwimmen und Schnorcheln, herrlich enspannend! Am Ende der Bucht am Kliff ging ich den Pfad zum Viewpoint hinauf. Ich war froh, meine Trekkingsandalen dabei zu haben, denn er ist ganz schöne steil und steinig. Von oben sah Koh Lipe wieder ganz unschuldig traumhaft aus! Leider waren die Bungalows nach zwei Tagen ausgebucht, daher konnte ich den Dschungelweg zum Wasserfall oder die anderen Buchten nicht erkunden, vielleicht ein anderes Mal.

ein Strand auf Koh Adang

Die Bootsfahrt nach Koh Lanta mit dem Schnellboot dauerte circa fĂŒnf Stunden und ich war froh, ein Buch dabei zu haben, schlafen konnte ich wie einige andere wegen der ruppigen Wellen nicht. Am Pier von Ban Saladan scharten sich sofort Schlepper und Taxi-Fahrer um die ankommenden Touristen, ich setzte mich erstmal in ein kreativ-dekoriertes CafĂ©

das „Not a Toy“ CafĂ© in Ban Saladan

und fand bald ein schönes Zimmer in der NĂ€he. Am nĂ€chsten Morgen ließ ich mich mit dem Tuk-Tuk, das gĂŒnstigste Verkehrsmittel, wenn man kein eigenes hat, zum Long Beach fahren und siehe da, ich fand meinen Fast-Traumbungalow! Es gibt keine Bungalows mit Meerblick, die sind fĂŒr die Restaurants reserviert. DafĂŒr sind es nur ein paar Schritte zum Meer, in dem ich wunderbar  Schwimmen konnte!

auch abends beleuchtet, der Long Beach auf Koh Lanta

Ich lieh mir ein Rad, um die Insel zu erkunden. So entdeckte ich den Relax-Beach, wanderte ein StĂŒckchen weiter sĂŒdlich, wo eine Bucht ganz fĂŒr mich allein wartete.  Weiter Richtung SĂŒden hinter dem Klong Nin Beach, der direkt an der lauten Straße liegt, wurde es hĂŒgellig, mit meinem Citybike kam ich ganz schön inÂŽs Schwitzen. DafĂŒr wurde ich mit einer schönen, unbebauten Bucht mit wenigen Besuchern hinter dem Diamond Cliff belohnt.

Diamond Cliff, Koh Lanta

Durch Zufall erfuhr ich von der nahen Insel Koh Jum und buchte die FĂ€hre nach Krabi, die dort stoppte, damit ich mit dem Longtailboot zu meinem Resort gelangen konnte. Absolut traumhaft ist es hier! Schöne StrĂ€nde, ein paar Resorts und das Schönste, hier existiert lokales Leben, es gibt 3 Dörfer mit freundlichen muslimischen Einwohnern. Es geht total entspannt und herzlich zu. Mein geliehenes Rad abschließen? Braucht es nicht, hier kennt jeder jeden. Eine Insel zum wiederkommen!

noch unverdorben, ein Strand von Koh Jum

Umwelt-Tipps:

Schönheit allein reicht natĂŒrlich nicht, jeder muss etwas dafĂŒr tun! Zum Beispiel seinen Plastik-Konsum reduzieren, indem er oder sie immer seine Wasserflasche auffĂŒllt, statt neu kauft, geht auf Koh Lanta und Koh Jum mit der Trashhero-Flasche gratis oder mit einer anderen Flasche fĂŒr 5!Baht; auf dem Festland stehen ĂŒberall die großen weißen Osmosefilter herum, wo jeder seine Wasserflaschen fĂŒr 1! Baht pro Liter fĂŒllen kann! Sich weigern, Smoothies aus Plastikbechern zu trinken, eine unsĂ€gliche Mode nicht nur in Thailand,  sondern seinen eigenen Becher mitbringen, in Restaurants essen, die kein Plastikgeschirr verwenden

 

Tipps fĂŒr die Inseln:

Ko Mook: Im Mook Garden Resort weht immer eine Brise und es ist nicht so heiß wie im Dorf, das nur 10 Minuten zu Fuß entfernt ist, die „Smaragd“ Höhle, ein von Felsen eingeschlossener „Hong“, ein Ministrand, vor 9 Uhr morgens oder nach 4 Uhr nachmittags besuchen, sonst darf man an Riesenschlangen von paddelnden Asiaten im GĂ€nsemarsch vorbeischwimmen.

Ko Kradan: toll zum Erholen und Schwimmen ohne Abgase

Ko Rok: ideal zum Schnorcheln, vorher im Nationalpark erkundigen, ob man in Zelten ĂŒbernachten kann

Ko Lipe: wer auf viel Trubel, eine betonierte Insel und AusflĂŒge mit Longtailbooten, ohne am Strand Schwimmen zu können, steht, ist hier an der richtige Adresse

Ko Lanta: hat StrĂ€nde fĂŒr jeden Geschmack, mit vielen Restaurants oder fast einsam, mit Partyszene oder ruhig, aber immer entspannt.  Der Klong Nin Beach ist nur etwas fĂŒr Abgasjunkies. Der Long Beach, wo ich mich in den ruhigen, schönen Blue Sky Bungalows mit Moskitoscreen und -netz inklusive HĂ€ngematte auf der Veranda und nur ein paar Metern zum Strand einquartierte, liegt zentral mit Restaurants und Minimarts in der NĂ€he, mit dem Rad kommt man vom Norden bis vor dem Diamond Cliff im SĂŒden gut voran, weiter sĂŒdlich wird es hĂŒgellig, allerdings sollte man sich vor rasenden Motorradfahrern in Acht nehmen! Toll, unabhĂ€ngig einkaufen zu können, es gibt lokale MĂ€rkte mit FrĂŒchten und GemĂŒse, fast alles, was das Gourmet-Herz begehrt!

Ban Saladan, Koh Lanta

wer zu mĂŒde ist, sich seinen Bungalow samt Strand zu suchen, sollte erstmal zur Entspannung im Lanta Chaolay, ein paar Schritte vom Pier, absteigen, schöne Zimmer, perfekt zum Entspannen, nebenan lockt das „Not a Toy“ CafĂ© mit FrĂŒhstĂŒck

Koh Jum

die schönen Loma Sea View Bungalows liegen am Strand, wo man auch gut Schwimmen kann, um zum Dorf mit Shops, lokalen Restaurants und kleinen Frucht- und GemĂŒsemĂ€rkten zu kommen, muß man einige steile Treppen ĂŒberwinden, dort kann man sich auch ein Rad leihen, fĂŒr große EuropĂ€er leider etwas niedrig gebaut um die Insel schweißtreibend erkunden…

 

 

Vom Feuer-Dunst in Chiang DaoÂŽs Bergen zum Temple & Radl-Paradies Chiang Rai im Norden Thailands

In Nordthailand gibt es jede Menge Berge und Nationalparks, da hatte ich mir Bergwandern eingebildet. Angekommen, erfuhr ich, daß im MĂ€rz und April nicht nur die Temperaturen besonders nach oben steigen, sondern die Bergsicht fast auf Null sinkt. Ob das auch der Fall wĂ€re, wenn die Felder nicht immer noch verbotenerweise abgebrannt wĂŒrden?

Ich nahm trotz allem hoffnungsfroh den Bus von Chiang Mai nach Chiang Dao,  inmitten von Bergen. Ich quartierte mich nicht im Ort, sondern in den netten Chiang Dao Huts ein, die zwischen dem Höhlen- und dem auf dem Berg liegenden Wat Tham Pla Plong liegt. NatĂŒrlich lieh ich mir ein Fahrrad, um die Gegend zu erkunden.

Die ringsumliegenden Berge lagen im Dunst und der Mount Chiang Dao, den man in zwei Tagen besteigen kann, mußte ausfallen, so schaute ich mir den tollen Höhlentempel an.

Rechts vom Tempel geht eine Treppe zu einem Pfad zu einer anderen Höhle laut Maps me. Es war entspannend, endlich mal im schattigen Wald spazieren zu gehen. Nach einer Weile war der Weg derartig von BÀumen versperrt, dass ich umkehren musste.

Macht nichts, ich radelte zu den etwa fĂŒnf schweißtreibende Kilometer entfernten heißen Quellen. Schweigebadet, ließ ich mich erst in voller Montur in den kalten Fluss fallen, dann in den runden Pool der heißen Quellen, herrlich!

Ich traf einen Deutschen, der in dem Bergtempel mit den Mönchen zusammen meditiert, fegt und lebt. So verbrachten wir den Rest des Nachmittags abwechselnd mit abkĂŒhlen, aufwĂ€rmen und erzĂ€hlen. Neben den Chiang Dao Huts liegt die Cave Woman Bar, die einzige weit und breit, mit guter Musik und ich traf jeden Abend nette Leute. Am letzten Tag radelte ich zum Eingang vom Tempel Tham Pla Plong und erklomm die 500 Stufen. Alle paar Stufen sind wundervolle, buddhistische Weisheiten zu lesen, so merkte ich die viele Stufen kaum.

Chiang Rai ganz im Norden war mein nĂ€chstes Ziel. In der Staatlichen Touisteninformation nahm ich StadtplĂ€ne und eine Karte mit Radtouren mit. Zum White Temple Wat rong khun waren es 20 Kilometer, eigentlich nicht weit, aber bei der Hitze mußte ich schattige Nebenstraßen finden und so immer wieder absteigen, um in maps me nachzuschauen, wo ich weiterfahren musste. Der Temple, gebaut von Chalermchai Kositpipat seit 1996, im Jahre 2070 ist die Fertigstellung geplant;  lohnt jede Anstrengung! Er ist ausschließlich von Spenden finanziert, die nicht höher als 250 € sein dĂŒrfen, um unabhĂ€ngig zu bleiben. Da könnten sich Parteien mal eine Scheibe abschneiden!

Um hinein zu kommen, muss man erst an der „Hölle“ mit seinen verzweifelt ausgestreckten Armen und Totenköpfen vorbei, bevor man den beeindruckenden weißen Tempel betreten kann. Ich musste bei dem Anblick an die vielen FĂŒchtlinge und die Armen dieser Welt denken.

Im Tempel tummeln sich Engel, Teufel und jede Menge BerĂŒhmtheiten wie Batmann, Spiderman, Keanu Reeves im Matrix-KostĂŒm, Michael Jackson und Elvis. Hier ließ ich mir Zeit zum Reflektieren und Nachdenken!

Die 53 Kilometer lange Radtour am Fluss entlang auf Straßen mit wenig Verkehr und viel Schatten kann ich nur wĂ€rmstens empfehlen. Rechts und links sind sie von Reisfeldern und  Ananasplantagen gesĂ€umt. NatĂŒrlich war ich die einzige Radfahrerin. Da es etwas hĂŒgelig war, freute ich mich, ein gutes Mountainbike geliehen zu haben. Bei Ban Ruammit wird immer noch Elefantenreiten angeboten, obwohl bekannt ist, daß es schĂ€dlich fĂŒr ihren RĂŒcken ist. Die armen DickhĂ€uter standen angekettet in einem Gehege, schade, daß sie sich das gefallen lassen! Das hielt einen Elefanten nicht davon ab, zumindest mit den RĂŒssel seine Angebete zu knutschen.

Beim Radeln Richtung Norden kam ich auch an einem „Hilltribe-Dorf“ vorbei.

auf dem Weg zum Hilltribe-Dorf…ein sehr selten anzutreffender Radweg nicht nur in Thailand

Eine Tour wĂŒrde ich nicht buchen, aber da ich schon mal da war, zahlte ich Eintritt, um mir das ganze anzuschauen. Das „Dorf“ der Akha, Yao, Lahu, Kyor und Karen war sehr klein, eigentlich zu klein, um dort 5 Hilltribe-Dörfer unterzubringen.  Als die Chinesische Gruppe zu Ende fotografiert hatte, sprach ich ein MĂ€dchen an, die Thanaka-Paste in ihrem Gesicht hatte. Das ist sehr populĂ€r in Myanmar, die Karen kommen auch von dort.

Mit meiner Übersetzer-App konnte ich mich glĂŒcklicherweise ein bißchen unterhalten und erfuhr, daß alle Frauen aus diesem Dorf die Halsringe von klein auf tragen, mit dem Alter werden immer mehr Ringe hinzugefĂŒgt.  Dadurch werden die Schulter hinuntergedrĂŒckt, was den Hals lĂ€nger erscheinen lĂ€ĂŸt.  WĂ€hrend sie im Dorf zum Teil selbst-gewebte Schals, Taschen und andere Souvenirs verkaufen und fĂŒr die Touristen posieren, arbeiten die MĂ€nner außerhalb. Viel mehr konnte ich leider nicht erfahren.

Da Blau meine Lieblingsfarbe ist, durfte ein Besuch des Blauen Tempels nicht fehlen. Und er lohnte sich absolut!

Tips fĂŒr Chiang Dao:

nicht im Ort wohnen, er ist staubig und der Verkehr nicht angenehm, besser in den Chiang Daos Huts mit liebevoll dekoriertem Garten einquartieren, die Zimmer sind sogar noch schöner als die Bungalows,; die Wanderwege und Tempel sind in der NÀhe

 

Tips fĂŒr Chiang Rai:

BenÂŽs Guesthouse kann ich sehr empfehlen, ruhige Lage, gute Zimmer und Pool, leider wie meistens ohne Schatten

ChatÂŽs Guesthouse liegt sehr zentral, aber das Restaurant fand ich ĂŒberteuert, an einem Abend wanderte eine Schnecke im Bad, am anderen eine junge Ratte, warscheinlich durch den Abfluss…

Grace CafĂ© und Bakery beimOverbrook- Hospital hat den besten und gĂŒnstigsten Kaffee und fantastische Schokodesserts…, bis 15 Uhr bietet das Vegetarische Restaurant an der Rattanakeat Rd. leckere, nicht ĂŒberteuerte Thai-Gerichte an, abends ist der Nightmarket empfehlenswert mit Live-Performances und riesiger Auswahl an Thai-Gerichten, die beste Massage gibtÂŽs gegenĂŒber bei Mueng Lanna Massage, nicht teurer, aber besser als die anderen; praktisch wĂ€re die Möglichkeit, das Handy am Lenker zu befestigen, um nicht absteigen zu mĂŒssen, um maps me anzuschauen

 

 

Nachhaltigkeit Thai-Style mit Leidenschaft & Gourmet-GenĂŒssen im Khum Lanna Eco-Resort, Thailand

Phrao liegt nur knapp ein bis zwei Stunden nördlich vom abgasschwangeren Chiang Mai, die ideale Oase ist das Khum Lanna EcoResort. Vor fast zwanzig Jahren fingen die Besitzer Rachet Wapeetha und seine Frau Yaowanith Boonchoosilp an, ein HolzhĂ€uschen mit vierZimmern zu vermieten, jetzt befindet sich unter dem GebĂ€ude die Rice for Life Ausstellung, die Rachet gerne erklĂ€rt. Nicht nur 12 gemĂŒtliche Zimmer sind es mehr geworden, sie haben auch einen beneidenswerten, wild aussehenden Bio-GemĂŒse- und Obstgarten angelegt, in dem zu jeder Saison frische FrĂŒchte, KrĂ€uter und GemĂŒse die KĂŒche erfreuen.

Das Tollste sind die fĂŒr die ThailĂ€ndische KĂŒche notwendigen KrĂ€uter wie zum Beispiel Zitronengras und BergamottblĂ€tter, die bei EuropĂ€ischen Temperaturen gar nicht sprießen.

Frau Yaowanith erklĂ€rt uns die Zutaten fĂŒr die ThailĂ€ndischen Gerichte

Da passte es natĂŒrlich hervorragend, daß Frau Yaowanith ThailĂ€ndische Kochkurse anbietet. Wie es sich als exzellente Köchin gehört, sprach sie sehr zur Freude des Französischen PĂ€rchens im Kochkurs, fließend Französisch. Die KĂŒche ist professionell mit allem ausgerĂŒstet, was das Kochherz begehrt und erklĂ€rt in Bildern, aber auch auf Englisch, Französisch und sogar Deutsch die KrĂ€uter und GemĂŒsearten.

bei der Zubereitung des Currys…

So lernten wir die Zubereitung von FrĂŒhingsrollen, Tom Kha Gai  und Curry mit Reis, selbstverstĂ€ndlich mit Zutaten aus eigenem Garten. Anders als in vielen Thai-GarkĂŒchen und Restaurants werden alle KrĂ€uter kleingeschnitten, so daß man alles mitessen kann. Da lief uns das Wasser im Munde zusammen. Zum Dinner durften wir dann unsere Köstlichkeiten vernaschen!

vegetarisch lecker: FrĂŒhlingsrollen, Tom Kha Gai und Curry Ă  la Kum Lanna

Am Tag vorher radelte mit mir Rachet Wapeetha, ihr Ehemann, zu den umliegenden Tempeln, einer Bio– und einer Pilzfarm,  wo ich sah, wie die Engels- , „Woodear“- und Shitakepilze natĂŒrlich gezĂŒchtet werden.

Weiter auf der Zuckerrohrfarm wurde erst das Zuckerrohr geschĂ€lt, die Schalen gleich zum Befeuern genutzt. Dann wurde das Zuckerrohr zerstoßen und gepresst, die FĂŒssigkeit in den großen Töpfen aufgekocht und der Schaum abgeschöpft. Nach mehrmaligem Aufkochen wird die braune Soße auf ein Brett mit zuckerstĂŒckengroßen Löchern gegossen und geschabt. Nach 10 Minuten sind die StĂŒckchen fest und man schĂŒttelt sie raus, fertig sind die rein natĂŒrlichen Zuckerrohrbonbons, beziehungsweise WĂŒrfel.

Von den Entwicklungsprojekten des verstorbenen Königs Bhumibol inspiriert, engagiert sich das Khum Lanna Resort sehr fĂŒr Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit den Dörfern der Umgebung haben sie BĂ€ume gepflanzt, die Bienenstöcke geschĂŒtzt und eine Aufstellung von benötigtem Saatgut auf ihre Facebookseite gestellt, die sie noch benötigen, um weiter Wald und Wiesen aufzuforsten.

Aktiv-Urlaub wird im Khum Lanna großgeschrieben, so wurden wir um 5 Uhr 30 geweckt, um zum lokalen Markt in der Umgebung zu radeln, der bereits um 7 Uhr morgens schließt. Die Einheimischen kaufen jetzt schon ein, bevor sie zur Arbeit gehen. Darunter sind auch gewöhnungsbedĂŒrftige Ameiseneier inklusive einige noch herumwandernde Ameisen, frischer gehtÂŽs nicht!

Anschließend bereiteten wir das Mittagsessen, bestehend aus Papaya-Salat, ohne Ameisen, vor. Da lief mir beim Anblick der Zutaten; geraspelte grĂŒne Papaya und Karotten, man kann auch Gurken und oder Melonen verwenden, geschĂ€lter Knoblauch, grĂŒne Chillies, grĂŒne Bohnen, Limonen, Anchovissauce, Tomaten, Tamarindensauce, gerösteter ErdnĂŒsse und Palmzucher schon das Wasser im Munde zusammen! Nicht-Vegetarier wie dieThais fĂŒgen noch die fast ĂŒberall prĂ€sente Fischsauce und getrocknete Shrimps hinzu.

Klar, dass ich mir zum Abschluß die Thai-Massage mit heißen KrĂ€utern zur Entspannung gönnte!

Tips fĂŒrÂŽs Khum Lanna Resort:

per Songthaew kommt man fĂŒr 60 Baht oder mit dem Minibus fĂŒr 80 von Chiang MaiÂŽs kleinem Busbahnhof Chang Phuak, nördlich vom historischen Zentrum, in weiniger als 1 1/2 Stunden nach Phrao, von dort wird man auf Wunsch abgeholt, dem Busfahrer unbedingt sagen, daß er einen bei PhraoÂŽs Busbahnhof absetzen soll, sonst landet man wie ich irgendwo auf der Straße.

Gottseidank traf ich auf Pim, die Rached Wapaatha kannte! Der holte mich dann bei ihrem Proud-Coffee(Poomjai-Coffee) Stand ab, wo ich ihren superleckeren Capuccino probierte, absolut empfehlenswert! Leider gab es ihn in Plastikbechern (ich hatte meinen eigenen -Becher dabei!). Der Stand ist gegenĂŒber der Kaisokorn-Bank, gleich um die Ecke vom Busbahnhof

Pim bei der Chai-Latte Zubereitung

Es lohnt sich, ein paar Tage zu bleiben, es gibt genĂŒgend Interessantes zu sehen und zu tun im Khum Lanna Resort und Umgebung! FĂŒrÂŽs Bergwandern und die dazugehörige Aussicht war es Mitte MĂ€rz leider zu neblig und diesig, erst ab Juni wird die Sicht besser.

 

Radeln im Tempel-Park von Sukhothai, Thai-Massage lernen in Chiang Mai

Nach Überquerung der Burmesisch-Thailandischen Grenze bei Mae Sot war es nicht so einfach, den passenden Bus nach Sukhotai zu finden, erst mussten ein Kanadier, der in Chengdu, China, Jazz! unterrrichtet und ich uns ein Taxi teilen, um zum Busbahnhof zu kommen. In Thailand war es eine halbe Stunden frĂŒher, so hĂ€tten wir fast noch unseren Bus verpasst. Ich quartierte mich gleich in der NĂ€he des Busbahnhofs von Neu-Sukhotai im Siri-Guesthaus ein.

Von hier nahm ich am nĂ€chsten Morgen einen Songtheow nach Old-Sukhotai und von dort lieh ich mir ein Rad fĂŒr 30 Baht. Im Park gab es erfeulicherweise viele BĂ€ume und kein Auto- oder Motorradverkehr, so brachte es viel Spaß, die Tempel per Rad zu erkunden.

ÜberflĂŒssigerweise gab es gelegentlich einen vorbeifahrenden Minibus, der die zahlenden Mitfahrer aufgabelte, die unpraktischerweise auf ihn warten mussten.

auch die Schulklasse hatte viel Spaß auf den Tempeln

Am Nachmittag hörte ich bei einem nahen Tempel Musik und sah eine Menschenmenge sich dazu elegant bewegen. Beim NĂ€herkommen wurde ich ebenfalls aufgefordert, mitzutanzen. Die Thais waren begeistert und ein Mann brachte mir eine kalte, sehr sĂŒĂŸe FlĂŒssigkeit, die ich unauffĂ€llig verschwinden lassen mußte. Nach mehreren Tempel-Umrundungen wurde es mir zu heiß und ich begab mich wieder nach Neu-Sukothai per Bus.

Weiter nach Chiang Mai brauchte der bequeme Bus nur ca. zwei Stunden, die ich sehr genoß nach den furchtbaren Straßen und Bussen in Mynamar! Der Verkehr ist unangenehm stauanfallig, aber  die kleinen Seitengassen im Historischen Zentrum sind schattig und fast Auto- und Motorradfrei, ideal zum Radfahren.

ZufĂ€llig war Vollmond und ein Tempel veranstaltete ein Fest, bei dem die Mönche unzĂ€hlige, schwimmende Kerzen anzĂŒndeten.  Ich kaufte wie viele Thais ein Blumenbouquet, mit dem ich dreimal den Tempel umrundete und mir etwas wĂŒnschte. Ob der Wunsch wohl in ErfĂŒllung geht?

Die Altstadt scheint neben einigen schönen Tempeln ausschließlich aus Massagesalons und Travelagencys zu bestehen, die alle das ĂŒbliche wie Elephant-Riding oder -Camp; das letztere ist eher zu empfehlen, da die hin- und herwackelnden Gestelle, auf denen die Touristen sitzen, den RĂŒcken des Elefanten schĂ€digen; Besuchen von WasserfĂ€llen, Höhlen und der Hilltribe-Dörfer, wo die Einwohner wie im Zoo begafft und fotograiert werden und „Flight like a gibbon“, wo man sich im „Dschungel“ an einem elastischen Seil zum Affen schwingen kann.

Ich wollte die Thai-Massage erlernen, so entschied ich  mich fĂŒr die Old Medical Hospital Massageschool, die sich an dem Physiotherapisten Buddhas, dem „Father Doctor“ Jivaka Komarabhacca orientiert.  Die Thai-Massage ist von der Indischen Ayurvedischen Lehre inspiriert und eine Kombination aus Akupressur der Energie-Meridian-Punkte sowie eine dem Yoga-angelehnte Dehnung. Sie ist eher Energie- statt Körper-Arbeit, um den natĂŒrlichen Heilungsprozess zu stimulieren. Das ist sowohl fĂŒr den Kunden als auch fĂŒr den Masseur anstrengend.

Zuerst zeigte uns unser Lehrer 15 Positionen, die wir dann an den anderen Teilnehmern ausprobieren durften. Es war alles andere als einfach, sich das alles zu merken! Jeden Tag kamen neue Massagegriffe hinzu, insgesamt 56 in drei Tagen.

die PrĂŒfung ist geschafft!

Am vierten Tag ĂŒbten wir noch einmal die Praxis, bis wir am fĂŒnften Tag geprĂŒft wurden und statt diesem opulenten Blumenstrauß wie die Thai-Kinder, unser Zertifikat bekamen.

Thai-Kinder bekommen bei bestandenem Examens dieses besondere Geschenk, genau auf die BlĂŒten und die Scheinchen schauen!

Mein absolutes Highlight in Chiang Mai war die exzellente Ausstellung in der Seescape Gallery von „Lucktospestive“ von Luck Maisalee, die leider nur noch bis zum 18.MĂ€rz 2018 lĂ€uft.

 

„the last supper“ von Leonardo da Vinci, neu interpretiert als the last drunker von Luck Maisalee in der Seescape Gallery, Chang Mai

Tips fĂŒr Sukhothai und Chiang Mai:

gleich am Busbahnhof von Neu-Sukhothai kann ich das Siri Siri Guesthouse mit sauberen, gĂŒnstigen Zimmern empfehlen, leicht mit Mapsme zu finden, das Poo-Restaurant nicht weit entfernt an der Hauptstraße hat leckere KĂŒche, mit dem Songtheow kommt man  fĂŒr 30 Baht nach Alt-Sukhothai  und kann dort ein Rad leihen

In Chiang Mai hatte ich ein sehr schönes, sauberes Zimmer mit schnellem Wifi und KĂŒhlschrank in GritÂŽs Guesthaus, wer andere Reisende kennenlernen möchte, ist in JulieÂŽs Guesthaus an der richtigen Adresse, die Zimmer sind allerdings weniger schön, gemĂŒtlich sitzt man ohne zuviel Abgase in KatÂŽs Kitchen und kann die tolle KĂŒche unter bunten Lampions genießen, statt die Abgase am Nightmarket an der starkbefahrenen Ringstraße einzuatmen und dort die gleichen Preise zu zahlen…

Abgase inklusive im Nightmarket an der Ringstraße um das Historische Zentrum, Chang Mai

Keine Lust auf zu viele Touristen? Der Kad Manee Market, 5 Minuten mit dem Rad sĂŒdlich vom historischen Zentrum ist ein netter Food-Nightmarket mit Matten auf dem Boden und kleinen Tischen, wo man sich seinen Hotpot im geborgten Tontopf selber brutzelt.

Im „Art of Paradise“ kann groß und klein surrealistische Fotos ausprobieren, eine schöne AbkĂŒhlung und ein Riesenspaß, besonders, wenn man zu mehreren ist! Unbedingt vorher den Handy-Akku aufladen, da die App einen hohen Verbrauch hat.

 

Luftkur & AbkĂŒhlung im Flussparadies Sukantara Cascade, Thailand

40 Minuten Fahrt von Chiang Mai entfernt liegt diese Oase der Ruhe, nur der Fluss rauscht in Kaskaden den Berg hinunter. Endlich, nach fĂŒnf  Wochen anstrengendem Reisen quer durch Myanmar und ein paar Tagen Sukhotai und Chiang Mai tut es gut, endlich mal frische Luft zu schnappen, um der Hitze, dem Staub und den fast allgegenwĂ€rtigen Abgasen zu entkommen.

Die Sukantara Cascade Anlage besticht durch ihr natĂŒrliches  Design ganz aus Teak-Holz, liebevoll bis inÂŽs Detail dekoriert, mit vielen Elefanten-Skulpturen, die sich scheinbar im Garten aalen und sogar StĂŒhlen im Elefanten-Design.

Besitzer Somporn Suganasil entdeckte diese Skulturen auf Chang MaiÂŽs MĂ€rkten.

mit Besitzer Somporn Suganasil

Natur pur ist hier angesagt. Ich machte ein bißchen Canyoning, das heißt, ich kletterte im Fluss herum und erkundete die umliegenden Waldwege. FĂŒr die lĂ€ngere Wanderung zum großen Wasserfall bekam ich gottseidank einen Guide, sonst hĂ€tte ich mich hoffnungslos verlaufen. Unter dem Wasserfall wehte es und kĂŒhlte merklich ab, daher verzichtete ich auf eine Ganzkörperdusche.

eine Schwalldusche zur AbkĂŒhlung erwartete mich

Abends probierte ich als das leckere Veggie-Curry mit sĂŒffigem, weißen Hauswein aus Thailand.

Dinner im Sukantara Cascades

Jeden Morgen wird hier heftig geturtelt, zumindest unter den Enten und Pfauen…

Also empfehle ich, seine Familie oder Flirt- beziehungsweise Lebenspartner selber mitzubringen…

Tips:

Wie beschrieben wird das Naturerlebnis und die Ruhe groß geschrieben, Entertainment muss man anderswo suchen. Am besten reist man mit eigenem Auto an, dann kann man eigenstĂ€ndig die Gegend erkunden. NatĂŒrlich wird man auf Wunsch auch von Chiang Mai abgeholt.  Abends wird es recht kĂŒhl und da sich das Restaurant draußen befindet, unbedingt ein warme Jacke mitnehmen. Die HĂ€user haben Moskitoscreens an den Fenstern, so kann man diese erfeulicherweise nachts offen lassen, Decken zum WĂ€rmen sind selbstverstĂ€ndlich inklusve!

Herzlichen Dank an das Sukantara Cascade!

25 Stunden im Burma-Bus nach Mrauk U, Rakhine State

Von Bagan nach Mrauk U, zurĂŒck nach Yangoon und ĂŒber Hpa An zur ThailĂ€ndischen Grenze

Erst seit kurzem dĂŒrfen AuslĂ€nder mit dem Bus nach Mrauk U fahren. Es liegt im Rakhine State, dessen Landschaft Rudyard Kipling zum Dschungelbuch inspiriert haben soll. 1430 von König Mong Saw Mon gegrĂŒndet, war die Hauptdstadt 350 Jahre ein Zentrum fĂŒr Kunst, Kultur und Handel mit Portugiesen, HollĂ€ndern und Arabien. Erst 1785 wurde Mrauk U von einem Birmanischen König durch Verrat erobert und nachdem die Briten 1826 ihren Verwaltungssitz nach Sittwe verlegten, damit bedeutungslos.

Ich durfte mich also in Bagan mit anderen Burmesen vier Stunden lang in einen Minibus quetschen. In Magwe mußte ich dann drei Stunden Zeit im Restaurant totschlagen, bis ein großer Bus mich nach Mrauk U mitnahm. Es gab immerhin Decken und als mein Vordermann die RĂŒckenlehne zurĂŒckklappte, mußte ich dies auch tun, um nicht meine Knie zu zerdrĂŒcken. Diese konnte ich sogar etwas ausstrecken, rutschte nach einiger Zeit nach unten, um mich anschließend wieder aufzurichten. So wurde es mir in der Nacht nicht langweilig. Vor lauter MĂŒdigkeit nickte ich trotz ununterbrochenem Geruckel und Serpentinen ohne Ende sogar gelegentlich ein.

Am nĂ€chsten Vormittag schĂ€lte ich mich gerĂ€dert aus dem Sitz, reckte mĂŒde meine verspannten Glieder und nahm ein Taxi zum Guesthouse. Nach einer kalten Dusche fĂŒhlte ich mich erstaunlich fit genug, mir ein Rad zu leihen, um die Umgebung zu erkunden.

Mrauk U ist ein netter Ort, ideal zum Radfahren. Auf wenigen Straßen wird der Radler von hupenden Autos und MotorrĂ€dern belĂ€stigt. Herrlich, sich auf den zum Teil schattigen Wegen zu verirren!

So entdeckte ich diverse Tempel und einen wunderschönen, friedlichen See.

Nur zum Guesthouse zurĂŒck zu finden war schrierig, da die Einheimischen mir keine genauen Angaben machen konnten und ich mich völlig verfahren hatte. Der Sonnenuntergang war etwas vernebelt und diesig, die Zeit fĂŒr schöne SchnappschĂŒsse war gerade ungĂŒnstig, egal, ich traf einen Franzosen und zwei Burmesische Fofografen, die mir vom Yangoon Photo Festival erzĂ€hlten.

ZurĂŒck nach Yangoon braucht der Bus 25 Stunden! Lieber hĂ€tte ich im 25hours Hotel genĂ€chtigt und mich hinbeamen lassen, leider ist das immer noch Zukunftsmusik. So landete ich im bisher schlechtesten Bus in Myanmar. Eng, ohne Platz fĂŒr meine Beine, ohne Decke, stattdessen Staubwirbel, die durchs Fenster eine Staublunge förderten, daher kamen wohl die Husten- und ekligen SpuckanfĂ€lle der Einheimischen; war die Fahrt eine harte PrĂŒfung . Die steinharte Lehne bereitete mir noch tagelang Schmerzen.

Mrauk U, photo by Edgar Mc Tressin, im Mahabandoola Park

Angekommen, weckte mich die tolle Ausstellung im Mahabandoola Park des Yangoon Photo Festivals ĂŒber Cultural Heritage, Burmese Photographers and World Press Photos wieder auf.

Yangoon Photo Festival Ausstellung

Am Abend wurden die besten Myanmar Photo Stories im Institut Francais de Birmanie ausgezeichnet. Ein absolutes Highlight fĂŒr mich waren die bewegenden Geschichten Myanmars und die Ausstellung von Profifotografen ĂŒber Afghanistan, die FrĂŒchtlingswelle nach Europa und die Drogenmorde in den Philippinen.

Idylle an Hpa Ans Fluss

Zeit, weiter nach Hpa An ĂŒber die ThailĂ€ndische Grenze zu kommen. Hier bekam ich einen wunderbaren, bequemen Bus, der nur 6 Stunden brauchte! Ich blieb nur einen Tag, da ich ja schon mal dort war, und radelte in der glĂŒhenden Hitze, leider ohne viel Schatten, bis zu einer mit unzĂ€hligen Buddhas gefĂŒllten Höhle, um mich dann im kĂŒhlen Naturpool mit planschenden Einheimischen abzukĂŒhlen, herrlich!

Höhle bei Hpa An
Sonnenuntergang in Hpa An

Tips fĂŒr Mrauk U:

das Happy Garden hat schöne Bungalows fĂŒr 15000 Kyat und ein nettes Restaurant

das Nice Meal Restaurant ist total ĂŒberteuert und der „Service“ interessiert sich hauptsĂ€chlich fĂŒr Indische Schmalzfilme

die Tempel lassen sich leicht mit dem Rad erkunden, beim Busticketkauf darauf bestehen, einen neuen, guten Bus zu bekommen! Ich kaufte an dem „Bus Station“ Stand gegenĂŒber dem Mrauk U Luxus Hotel mein Ticket, kann ich nicht empfehlen, versuchen, ein Online-Ticket zu kaufen

Tips fĂŒr Hpa an:

einen Ausflug zu den Höhlen und dem „James Bond Felsen“ machen

das Golden Sky Guesthouse hat den schönsten Flussblick von der Terrasse und passable, gĂŒnstige Zimmer mehr ĂŒber Hpa An hier

 

Wegen ihrer Schönheit tÀtowiert, die Chin-Frauen im Norden Myanmars

Von Yangoon ĂŒber Pyay und Bagan in den Chin-Staat

Vom SĂŒden MyanmarÂŽs landete ich mal wieder in Yangoon, um weiter in den Chin-State zu reisen. Die ĂŒblichen SehenswĂŒrdigkeiten hatte ich ja bereits vor 13 und 3 Jahren angeschaut, so fielen mir die extrem baufĂ€llig aussehenden 8 bis 9stöckigen HĂ€user besonders auf.

Sicher sind sie seit hundert Jahren noch nie renoviert worden und fallen wohl nur deswegen nicht zusammen, weil sie sich aneinandergereiht gegenseitig stabil halten. Im krassen Gegensatz dazu werden klimatisierte, elegante Shoppingmalls , die man nur durch eine Sicherheitsschleuse passieren darf, gebaut. Hier wird fĂŒr Rolex-Uhren, Armani und Co. geworben, das ist es, was die Burmesen am dringensten brauchen.

Ich hatte Lust, Unbekanntes zu sehen und buchte einen Radausflug zu den umliegenden Dörfern auf der anderen Flussseite Yangoons. Leider mussten wir eine ganze Weile am Hafen entlang radeln, bis wir endlich mit dem Boot ĂŒbersetzen konnten.

den Hintergrund beachten!

Hier beginnt eine ganz andere, dörfliche Welt. Gerade fand eine Hochzeitsfeier statt und begeistert wurde ich mit der Braut fotografiert.

Es war fast zu heiß, um durch die trockenen Felder ohne Schatten zu radeln.

Überall sah man Plastikabfall, ob am Ufer oder um die HĂŒtten herum. Ein Mönch schenkte uns FrĂŒchte, Kinder winkten uns wie immer zu und umringten uns eisschleckend.

Am nĂ€chsten Tag nahm ich den Bus Richtung Norden nach Pyay. Am grĂ¶ĂŸten Tempel standen die Burmesen am hĂ€ĂŸlichen, riesigen Aufzug Schlange. Touristen dĂŒrfen 3000 Kyat löhnen. Ich wurde von Burmesischen Studentinnen, die sich Yasmine und Iris nannten, angesprochen, um ihr Englisch aufzufrischen. Sie zeigten mir den Markt, wo wir leckere Salate mit Nudeln, Tofu und GemĂŒse verdrĂŒckten. Schön, mal etwas neues Vegetarisches auszuprobieren!

ein schöner Abend mit Iris-su, Yasmine, Alex und jakob

Sie halfen dem Franzosen Alex, den ich im Guesthaus traf, und mir, den Zug nach Bagan zu erwischen. In der neonbeleuchteten „Upper class“ war es unangenehm schmutzig, die Toilette stockdunkel und das Ruckeln förderte nicht unbedingt meinen Schlaf.

Um von Bagan nach Mindat im Chin-State zu kommen, mußte ich erstmal einen Pick-Up nach Pakkoku nehmen.

Beim Rundgang zum Fluss in Pakkoku

Von da gingÂŽs weiter mit dem Bus nach Mindat. Ich hatte mir romantischerweise einen schönen Bergort vorgestellt. Gerade wurde die Straße erweitert, was soviel Staub erzeugte, dass die Anwohner Plastikplanen an ihre Fassaden hĂ€ngen mußten. . Spazierengehen war also gestrichen. Wanderungen sollten auch zum Teil an den Straßen entlang gehen.

Bergpanorama bei Mindat

So buchte ich einen Tagesausflug zu den Chin-Dörfern mit Guide und Motorrad. Die tÀtowierten Chin-Frauen wurden meist sehr jung und oft unfreiwillig im Gesicht tÀtowiert, da sie sehr schön waren und damit verhindert wurde, dass sie vom König zur Frau genommen wurden. Jetzt sind die GesichtstÀtowierungen verboten.

Die obige Dame war schon sehr alt und gekrĂŒmmt, aber zeigte mir ihr schönstes LĂ€cheln

Wunderbar, mit diesen immer noch schönen, wĂŒrdevollen Damen sprechen zu können! Der Guide ĂŒbersetzte uns alles.

mit 70 jahren noch sehr fit, das FeierpÀrchen

Auf dem Weg zurĂŒck wurden wir von einer Familienfeier aufgehalten, die uns zu selbstvergorenem „Wein“ im BĂŒffelhorn und  einem Reisessen einlud. Alle waren sehr gut gelaunt, sie hatten wohl dem frisch schmeckenden GetrĂ€nk gut zugesprochen! Gar nicht so einfach, mit dem Horn in der Hand Fotos zu machen…

mein Highlight im Chin State

 

Umwelttips:

am besten eine Trinkflasche von zu Hause mitbringen, diese kann man fast ĂŒberall, in Tempeln, Restaurants und Hotels kostenlos auffĂŒllen, am besten aus dem Stahltank oder Filter, darauf achten, falls es ein PlastikbehĂ€lter ist, dass dieser nicht in der Sonne stand, sonst können sich Weichmacher lösen. Wenigstens kann man dadurch verhindern, dass noch mehr Plastik in FlĂŒssen landet

am Fluss bei Yangoon…

mehr Unwelttips hier:https://horizonteentdecken.de/nachhaltig-reisen-mit-8-tips-leicht-gemacht/

Im Internet kann man jetzt praktisch und ĂŒbersichtlich seinen Bus selber aussuchen und buchen, einfach Myanmar Bus Ticket in die Suchmaschine eingeben

Tips fĂŒr Yangoon, Bagan, Pakkoku und Mindat:

das nahe der Sule-Pagoda Yangoons  liegende Chan Myaye Guest House hat nette, saubere Zimmer, einen Balkon fĂŒr alle, Englisch-sprechendes Personal und liegt im 4. bzw. teilweise im 8. Stock, gut als Bergwander-Training geeignet!

Der Bus 36 fĂ€hrt fĂŒr 200 Kyat von der Sule Pagode direkt zum Aung Mingalar Busbahnhof und braucht zwischen einer bis eineinhalb Stunden dafĂŒr

Wer mal etwas anderes als Pagoden sehen möchte, sollte die River Gallery nahe dem ebenfalls sehenswerten Strand Hotel besichtigen, zur Zeit stellen sie zeitgenössische, Burmesische KĂŒnstler aus und beteiligen sich an dem Yangoon Photo Festival .

Noch Geld ĂŒbrig vor dem Nachhauseflug und keine Lust, das Geld fĂŒr öde Souvenirs auszugeben? Das Shangli La Hotel bietet fast jeden Abend ein unglaublich tolles Gourmet-Buffet fĂŒr 36 Dollar

In Bagan quartierte ich mich im May Kha Lar Guesthouse im zentralgelgenen Nyaung U ein und bekam ein nettes Zimmer mit Bad fĂŒr 20000 Kyat inklusive sehr gutem FrĂŒhstĂŒck.

Wer in Pakkoku Station machen möchte, kann sich im nahe am Busbahnhof gelegenen Hotel Yoma am Pool erholen, das schöne Zimmer kostete inklusive nettem FrĂŒhstĂŒck, super Service (der Gast wurde mit einem Schirm als Sonnenschutz zum Zimmer begleitet) und Transport zum Busbahnhof 35000 Kyat

In Mindat am besten vorher ein Zimmer reservieren, wir bekamen gerade noch welche im Va Kok (Tel: 09459168374) am Anfang des Ortes. Die sehr nette Mitarbeiterin kĂŒmmert sich rĂŒhrend um ihre GĂ€ste. Ein Geheimtip: der Pastor kann eventuell einen untouristischen Aufenthalt in einer Familie in einem Chin-Dorf vermitteln.

 

 

Geschichten und Geheim-Tips ĂŒber Nachhaltiges Reisen, Hotellerie, Kulinarik & Events