Welche Film-Highlights bietet das Filmfest München?

Kaum ist das wundervolle DOKfest vorbei, schon naht in 2 Wochen das Filmfest München.

Nicht nur der Sommer muß dann spätestens den Regen vertrieben haben, sonst fallen die Open-Air Kinovorstellungen über München in´s Wasser und die Empfänge und Partys sind dann nur halb so schön. Bewegende Filme und ihre Protagonisten werden nicht nur mich in die Kinos locken. Da ist es weder zu heiß noch zu nass!

Stars aus Film und Musik

Der Englische Patient“ Hauptdarsteller Ralph Fiennes kommt nach München, um seinen CineMerit Award persönlich entgegen zu nehmen. Premiere hat seine dritte  Regiearbeit „Nurejew – The White Crow“ am 1. Juli auf dem Filmfest München. Neben dem „Englischen Patienten“ können wir uns auf „A bigger Splash“, „Coriolanus“ und „The Invisible Woman“ mit ihm freuen.

Ralph Fiennes bei den Dreharbeiten zu „Nurejew, the white Crow“

Mit dem zweiten Cine-Merit-Award wird der mit dem Darstellerpreis in Cannes ausgezeichnete Antonio Banderas am 29.6.19 geehrt. Neben dem „Goldene Palme“ Gewinner „Leid und Herrlichkeit“ von Regisseur Pedro Almodovar bringt er vier weitere seiner Filme, wie Evita, wo er mit Madonna singt, mit.

Antonio Banderas und Madonna singen zusammen in Evita

Auch der französische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Louis Garrel stand für seinen neuen Film selbst vor und hinter der Kamera. L’homme fidèle“ erzählt gekonnt lakonisch von Dreiecksbeziehungen, Liebesverwirrungen und gestörter Kommunikation. Garrel wird auf dem FILMFEST MÜNCHEN ebenfalls ausgezeichnet. Er ist der erste Preisträger des neu gestifteten Margot Hielscher Preises.

Prélude

Musik bildet auch 2019 einen Schwerpunkt im Filmfest-Programm. Prélude von Sabrina Sarabi skizziert den Kampf eines jungen Konzertpianisten, der mithilfe einer Freundin darum ringt, nicht am Konkurrenzdruck des Musikkonservatoriums zu zerbrechen. In den Hauptrollen spielen mit Louis Hofmann und Liv Lisa Fries international bekannte Jungstars des deutschen Films.

Der emotionale Spielfilm „Crescendo #makemusicnotwar“ mit Peter Simonischek begleitet junge israelische und palästinensische Musiker bei einem Konzertprojekt in Israel. Eindrucksvoll erzählt Regisseur Dror Zahavi von der grenzüberschreitenden, verbindenden Kraft der Musik.

Yesterday von Danny Boyle

Die Musik ist auch der Mittelpunkt des neuen Films von Starregisseur Danny Boyle, auf den ich besonders gespannt bin: In Yesterday löscht ein Stromausfall von einem Moment auf den anderen alle Songs der Beatles aus dem gesamten Menschheitsgedächnis. Nur der erfolglose Sänger Jack erinnert sich an die Band aus Liverpool – und wird mit ihren Hits in einem der meisterwarteten Filme des Jahres zum Star.

Im Dokumentarfilm „Spider Murphy Gang – Glory Days of Rock ’n‘ Roll“ blicken die ehemaligen und aktuellen Mitglieder der bayerischen Kult-Band auf ihre bewegte Karriere zurück. Zur Weltpremiere werden sie wieder vereint auf dem Roten Teppich stehen.

Ein deutsches Staraufgebot gibt es auch beim Serien-Event „Die Neue Zeit“ von Lars Kraume. Darin wehrt sich August Diehl als Walter Gropius gegen den Vorwurf, die Frauen am Bauhaus unterdrückt zu haben, wie etwa die Künstlerin Dörte Helm (Anna Maria Mühe). Zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ zeigt das Filmfest die sechsteilige Serie als „Binge-Event“ komplett an einem Abend und in Anwesenheit des Teams.

Entdeckungen abseits des Mainstream

An den Anfang des 20. Jahrhunderts blickt auch das historische Drama „Vita & Virginia“. Chanya Buttons Film erzählt von der Liebesbeziehung zwischen der Autorin der Moderne, Virginia Woolf, und der Schriftstellerin Vita Sackville-West. Elizabeth Debicki und Gemma Arterton glänzen als die beiden Frauen, die ihrer Zeit literarisch und gesellschaftlich weit voraus waren.

Vita & Virginia Woolf

Gesellschaftliche Grenzerfahrungen werden in „The Day I Lost My Shadow“ aus Syrien verhandelt. Darin verarbeitet die syrische Regisseurin Soudade Kaadan ihre Erfahrungen im kriegsgebeutelten Land. Der von magischem Realismus geprägte Film zeigt, dass Krieg den Opfern immer einen Teil ihrer selbst nimmt. Wie sollen die Überlebenden damit umgehen?

the Day I lost my Shadow aus Syrien

Weit ab von Stars und großen Produktionen arbeiten Mariano Llinás und das argentinische Künstlerkollektiv „El Pampero Cine“. Gemeinsam schufen sie das 14-stündige Mammut-Filmprojekt „La Flor“, das die konventionelle Art des Filmemachens komplett auf den Kopf stellt und in drei Teilen auf dem FILMFEST MÜNCHEN gezeigt wird. Zusammengesetzt aus sechs völlig unterschiedlichen Genrefilmen ist „La Flor“ Horror-B-Movie, Spionagethriller und Musicalkomödie zugleich – und noch vieles mehr. Seit 2009 arbeitet das Kollektiv an diesem Meilenstein, ganz ohne Förderung oder Hilfe von außen.

100 Jahre Bavaria Film

Anlässlich des 100. Geburtstags der Bavaria Film zeigt das FILMFEST MÜNCHEN außerdem drei restaurierte Klassiker aus dem umfangreichen Katalog des Studios, darunter der erste in Geiselgasteig produzierte Film „Der Ochsenkrieg“ von 1920. Der Stummfilm wurde nun von Hans-Jürgen Buchner alias Haindling, der bei der Uraufführung der neuen Fassung anwesend sein wird, neu vertont. Gezeigt werden zudem die restaurierte Version des Abenteuerfilms „Wasser für Canitoga“ (1939) mit Hans Albers sowie der neue Director’s Cut von Dominik Grafs „Die Sieger“ (1994) in Anwesenheit des Regisseurs und der Schauspieler.

Vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 trifft sich die Deutsche und internationale Filmbranche auf dem 37. FILMFEST MÜNCHEN. Aktuelle Informationen unter filmfest-muenchen.de. Das komplette Programm gibt es ab dem 13. Juni. Tickets sind erhältlich im Filmfest WebShop und bei München Ticket.

 

Von der Wein-Metropole Mendoza nach Uspallata im Gebirgstal

Nachdem ich Malbec auf Deutschen Weinfestivals probieren durfte, stellte ich mir Mendoza in Argentinien romantisch inmitten von Weinbergen vor.  So stand für mich fest, das wollte ich vor Ort kennenlernen!

Ursprünglich eine Wüstenstadt, wird die Umgebung mit Schmelzwasser aus den Bergen gewässert, um hervorragenden Wein anbauen zu können. Pulsierend, mit entsprechendem Autoverkehr und weit entfernten Bergen, entsprach es natürlich nicht meiner romantischen Vorstellung. Immerhin sind die Straßen von schattenspendenden Bäumen gesäumt.

die Qual der Wahl bei der Weinprobe in Mendoza

An der sehr gut informierten Touristeninformation wurde ich sogleich auf einen Weinrundgang geschickt. Zwei Bodegas luden uns zum Verkosten ein. Die süffigen Rotweine, mit kreativen Etiketten versehen, waren ausschließlich leckere Malbecs, der Probier-Sekt befand sich in einer verdächtig bunten Flasche. Ich ahnte nichts Trockenes und ja, es handelte sich um süßen Sekt, sehr beliebt bei den Süßigkeiten-verliebten Argentiniern.

ein Tanz für die Touristen

Die Weinanbaugebiete liegen weit außerhalb, so nahm ich den Zug nach Maipu. Es war schon 16 Uhr, daher verzichtete ich auf´s Rad-Ausleihen und ging zu Fuß zum über 100 Jahre alten Lopez-Weingut. Nach eingehender Betrachtung der historischen Weinherstellungsgerätschaften war die Führung durch die industriellen Anlagen natürlich auf Spanisch. Ein Franzose und ich verstanden nur die Hälfte, umso mehr bei der anschließenden Verkostung. Der Malbec war hervorragend. Als die pink-grüne Sektflasche auf uns zu kam, fragte ich den Ausschenkenden, ob wir nicht stattdessen einen Brut-Sekt probieren dürfen. Der war nicht offen, aber statt nur zwei Weine probieren zu dürfen, wurden uns 5 hervorragende Weißweine kredenzt.

Weinselig wurde es auch in meinem Lao-Hostel, wo süffiger Rotwein abends gratis ausgeschenkt wurde. Den jungen Engländern im Hostel genügte das anscheinend nicht, da sie in einem Geschäft billigen Vodka entdeckten und ausmachten, wo weißes Pulver zu bekommen war. So waren die Abende äußerst lustig und wenn ich in die Falle hüpfte, gingen die jungen Leute Clubbing. Am nächsten Nachmittag erzählten sie mir dann, wie schlecht der nächtliche Ausflug gewesen war. In Argentinischen Clubs geht der Bär nicht vor 3 Uhr morgens ab und in diesem Falle wohl eher nach hinten los.

schade, daß wir Zuschauer beim Konzert in der enoteca unangenehm geblendet wurden

Den Camino de Vino mit Ständen aller nahen Weingüter zum Verkosten gab es leider nur im Internet vom letzten Jahr, dafür klassische Konzerte mit teilweiser Weinbegleitung. Die Konzerte im schon etwas schäbigenTheater und im Centro Thematico del Vino, einem Weinmuseum, waren schön, nur wurde versäumt, das grelle Licht zu dimmen, so war die Atmosphäre gleich null. Da half auch der gute Wein vorher nichts!

die Bovedas in Uspallata

Mich lockten die Berge auf dem Weg nach Chile, so buchte ich ein Busticket nach Uspallata, ein kleines Dorf mit vielen Wandermöglichkeiten. Es war heiß, trotzdem wanderte ich die 2-3 Kilometer zu  den im 16. Jahrhundert errichteten Kuppeln der Bovedas, wo bis in´s 19.Jahrhundert Gold, Eisen und Silber verarbeitet wurde. Jetzt bewunderte ich eine Ausstellung lokaler Künstler.

Am nächsten Tag wanderte ich die ca. 9 Kilometer lange Straße zu den 7farbigen Felsen entlang.  Auf dem Sand entdeckte ich verdächtig frische Spuren, die mich daran erinnerten, daß ich vorhin ein Schild mit einem Puma sah und versäumt hatte, zu lesen, wie man sich bei einer Begegnung verhalten sollte…Leider hatte ich ihn wohl verpasst oder er hatte sich versteckt?

Irgendwann auf dem wunderschönen Weg, erreichte ich die mehrfarbigen  Felsen.

Es sah nach einem Weg zum Hochklettern aus, leider war dieser zu rutschig für meine Trekkingsandalen. Beim Heruntergehen traf ich auf nette Argentinier, die mich mit ihrem Auto mitnahmen, so sparte ich mir den langen Weg zurück. Es hätten mich noch mehr Sehenswürdigkeiten interessiert, aber in meinem Hostel, dem Puri, waren die Wände so papierdünn wie die Gäste entsetzlich laut, so hatte ich nach 2 Nächten genug und machte mich auf Weg nach Santiago de Chile.

Tipps für Mendoza:

Geldwechseln: statt beim Geldautomaten horrende Summen zu zahlen, in´s Casino beim Sheraton gehen und Geld wechseln oder mit Kreditkarte kostenlos! abheben

Unterkunft: für Allenreisende eignet sich das Lao-Hostel perfekt, nicht das dorm an der Straße nehmen! hinten im Garten haben sie schöne Privatzimmer mit Bad, gute Atmosphäre, ideal, um andere Reisende kennenzulernen,  mit hilfsbereitem, Englisch-sprachigem Staff

Essen: Im Café Beirut sitzt es sich schön draußen zwischen bemalten Wänden, freundliches Personal bringt leckeres Essen, auch vegetarisches, das beste vegetarische Buffet gibt es im El Vegetariano in der Alem 74, leider wird alles in Plastik verpackt und in der Mikrowelle angewärmt!, daher eigenen Behälter mitbringen! Das Café und Bäckerei Bröd ist ideal, um im schönen Garten entspannt ein wundervolles Brunch-Frühstück zu genießen

Brunch im Café Bröd

Radfahren:

auch hier gibt es kostenlose Fahrräder ecobici genannt, bei der sehr gut informierten Touristeninfo nachfragen, normalerweise müßte man es in der Municipalidad mit dem  Paß beantragen können, die Räder vorher genau durchchecken, manche sind in schlechtem Zustand!

Weinverkostungen:

nur wenige wie in der Bodega Lopez sind gratis, die Touristeninfo weiß Bescheid, für eine kleine Probe mit Führung zahlt man etwa so viel wie für eine Flasche Wein, lohnen tut es sich für Pärchen oder Gruppen, ein exklusives Menu mit Weinbegleitung zu buchen

Tipps für Uspallata:

Geldautomaten gibt es nur wenige, eventuell kann man hier auch im Casino Geld abheben

Unterkunft:

nicht in´s Puri Hostel am Busbahnhof gehen, da die Wände alle Geräusche durchlassen und die Türen halboffen abgesschlossen werden, das empfehlenswerte Samadi hat sogar einen Garten

Essen:

viel vegetarische Möglichkeiten gibt es nicht, Das Tibet-Restaurant war geschlossen, im Zentrum gegenüber dem Casino gibt es ein nettes Café mit gutem Internet und leckeren Veggiesandwiches

die Touristeninfo ist sehr gut, man kann sogar Fahrräder leihen in Uspallata

 

 

 

 

 

 

 

Zuschaueransturm auf die DOKfest-Kinos!

Die besten Filme auf dem DOKfest München 2019!

159 anspruchsvolle Filme über das reale Leben lockten 52400 Zuschauer in die Kinos. Das lag nicht nur am Regenwetter, sondern auch an den ernsten, witzigen, berührenden und musikalischen Filmen sowie der Möglichkeit, mit den Protagonisten nach dem Film zu sprechen. DOKfest-Chef Daniel Sponsel, ich und einige andere Cineasten  ließen sich selbstverständlich nicht vom Regen davon abhalten, von Kino zu Kino effektiv zu radeln.

Anastasia mitte, mit ihrer Frau rechts und links die erste Kampfpilotin (früher ein Mann)

Wie immer fiel die Qual der Filmauswahl schwer, hier einige Filmtips: In „ich bin Anastasia“ erzählt die Protagonistin, wie er sich mit 40 Jahren entschied, endlich das zu werden, was er fühlte, nämlich eine Frau. Nicht nur das, sie setzte sich mit natürlicher Autorität als erste Kommandantin eines 800 Mann/Frau starken Bataillons der Deutschen Bundewehr durch. Ein starker Film über diese mutige Frau mit Charisma! Sie und ihre Frau kamen nach dem Film auf die Bühne zum Gespräch.

am 23.5.19 kommt der wichtige und spannende Film „Die Rote Linie“ über den jahrelangen Widerstand gegen die komplette Abholzung des Hambacher Forsts in die Kinos. 90 % sind bereits wegen nicht zukunftsträchtigem Tagebau  vernichtet, die Bevölkerung möchte die restlichen 10 % erhalten.

Vor dem Film „Push“ über Gentrifizierung und Immobilienspekulanten bildete sich eine Menschenschlange von der Kasse zum Kinoeingang im City-Kino, so dass nicht erkennbar war, wo man sich anstellen sollte. Der Film beschreibt, wie in den Städten „normale“ Mieter in lebendigen Vierteln hinausgeworfen werden. Die Wohnungen stehen jahrelang leer, weil mit Spekulieren mehr Geld gemacht werden kann. So veröden ganze Stadtviertel wie in London. Er kommt am 6. Juni 2019 in die Deutschen Kinos.

Kahtera aus „A 1000 girls like me“

In „a thousend girls like me“ setzt sich Kathera in Afghanistan nach jahrelangem Kampf endlich vor Gericht durch, so dass ihr Vergewaltiger und Vater verurteilt wird. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihren zwei Kindern, die auch ihre Geschwister sind, in ständiger Angst vor der Familie ihres Vaters und dass er möglicherweise aus dem Gefängnis entlassen wird. Sie schafft es, aus ihrem Land Afghanistan, in dem Frauen systematisch unterdrückt werden, nach Frankreich zu gehen, um dort mit ihren Kindern in ein neues Leben aufzubauen. Ein erschütterder und wichtiger Film!

die tolle Soulstimme aus „Underground Orchestra“

Wunderbar auch „Underground Orchestra“ aus der Retrospetive von Heddy Honigmann über Straßenmusiker, die zum Teil ursprünglich in hervorragenden Orchestern spielten, aus ihren Ländern fliehen mußten und jetzt ihr Dasein in den Straßen von Paris oder in der Metro fristen müssen. Tragisch schön!

„Wenn wir erst tanzen!“

Wunderbar ehrlich erzählen die Tänzer aus „Wenn wir erst tanzen“ über ihre Träume. Hoyerswerda verlor die Hälfte seiner Einwohner, was blieb? Ein Tänzer und ehemaliger Einwohner kam zurück und gründete ein Tanz-Ensemble. Jeder kann mitmachen, wer wollte, für Stravinski´s „Sacre de Printemps“ trainieren und auftreten. Auch am letzten Festivaltag ließen es sich die Protagonisten nicht nehmen, auf die Kinobühne zu kommen, um Zuschauerfragen zu beantworten. Empfehlenswert!

Richard Siegel Draw a line

Richard Siegal ist gerade in München wegen des „Dance“ Festivals, so paßte es hervorragend, den Film “Richard Siegal Draw a Line and the ballet of difference“ über seine Tanzkompanie anzuschauen und ihn auf der Kinobühne zu erleben. Nicht nur für Tanzfans!

„Another Reality“

Mit geschliffenen, nachdenklichen Dialogen brachte uns „Another Reality“ von Noel Dernesch und Olli Waldbauer zum Lachen. Kein Wunder, dass sie den Kino Kino-Publikumspreis abräumten und der Film demnächst in die Kinos kommen wird. In Another Reality fühlen sich die Interviewten als Deutsche mit großem Familienclan aus Migratonshintergrund und doch anders, so bleiben sie eher unter sich in ihrem Berliner Viertel. Ehrlich erzählen sie von ihrer kriminellen Vergangenheit, mit der sie nicht nur ihre Familie gefährdeten und wie sie sich davon befreit haben. Zwei sind erfolgreiche Musiker geworden, der „Mörder“ Soundtrack zeugt davon.

„Stress“

Jana Irmerts Komposition in „Stress“ von Florian Baron läßt dem Zuschauer Raum und schafft es, den permanenten, psychischen Alarmzustand der von Afghanistan-Krieg traumatisierten Veteranen musikalisch fühlen zu lassen. Er bekam den Musikpreis.

Die bauliche Massnahme“ über den Plan der Österreichischen Koalition, einen 4-Meter hohen Maschendrahtzaun zur Grenze Italiens zu errichten, um Flüchtlinge abzuhalten, erhielt den Viktor DOK Deutsch. Regisseur Nikolaus Geyrhalter gelingt es, die Distanz der Wiener Politiker und der vor Ort lebenden Menschen filmisch eindrucksvoll und gewitzt zu veranschaulichen. Ob im Angesicht der aktuell peinlichen Regierungskrise der Bau noch gelingt, dürfte fraglich sein. Abhalten lassen sich Flüchtlinge davon sowieso nicht.

Über den Viktor DOK Horizonte, gespendet von der Petra-Kelly-Stiftung, freute sich Tuki Jencquel mit seinem Film „Está todo bien“, der die horrende medizinische Situation in Venezuela an verzweifelten Ärzten und Apothekern beschreibt, die geblieben sind, um zu helfen.

Im richtigen Film für Entwicklungshelfer und Politiker „Congo Calling“, erzählt Stephan Hilperts vom Dilemma und dem Scheitern europäischer Entwicklungshilfe, was eigentlich nicht wirklich neu ist. Dass dieser filmische Spagat gelingt, ist nicht zuletzt der unaufdringlichen und gleichzeitig präzisen Kamera zu verdanken, die den Zuschauer mitnimmt auf eine Reise in das politisch unruhige Herz Afrikas. Er verdiente den Förderpreis für Nachwuchsregisseure, vom FFF mit 5000 € gesponsert.

Andreas Hoesslli kehrt 40 Jahre nach der Iranischen Revolution 1979 im Iran und den Streiks der Gewerkschaft Solidarność 1980 nach Polen zurück, wo er als Forschungstipendiat von Geheimdienstlern belauscht wurde und diese nun interviewt. Damals lernt er Reporterlegende Ryszard Kapuscinski kennen und erfuhr von den Umbrüchen im Iran. Auch dort befragt er Zeitzeugen. Bruno Ganz führt als Erzähler durch die Parallelgeschichte von DER NACKTE KÖNIG – 18 FRAGMENTE ÜBER REVOLUTION, der den DOK-INTERNATIONAL, dotiert mit 10000 €, gewann.

Lust auf mehr? dokaroundtheclock.de aufrufen und das ganze Jahr über informiert sein, wann und wo ein Dokfilm gezeigt wird. Ab dem 28.5.19 werden Filme von Peter Heller zum Beispiel im Atelier-Kino gezeigt.

Zum Dokfan geworden? Bei dokfans erzählen Regisseure von ihren Projekten, so besteht die Möglichkeit, an dem Entstehungsprozess eines Dokfilmes teilzunehmen und rechtzeitig zu erfahren, wann er in den Kinos zu sehen ist.

Fotocredit: alle Fotos, außer dem Titelfoto, DOKfest

Die gebirgige Schönheit von Tafi del Valle und Fiambala erleben

von Tafi del Valle nach Fiambala im Nordwesten  Argentiniens

Von Tafi del Valle, von Weinreben und Bergen umgeben, hatte ich viel Gutes gelesen, warum nicht einen kleinen Schlenker dorthin machen, dachte ich. Es liegt in einem Tal, so wollte ich mir natürlich ein Rad leihen. In meinem Guesthaus standen Mountainräder im Innenhof, aber die würden ausschließlich für geführte Exkusionen benutzt, hieß es. Geschäftstüchtigkeit ist nicht die Stärke der Argentinier, besonders nicht, wenn die Siesta naht. Weder vor, noch nach der Siesta war der einzige, andere Fahrradverleih offen. So lief ich einfach zu Fuß los, um zum 10 Kilometer weitem Angostura-See zu gelangen. Es war heiß und staubig, so trampte ich bis zu den berühmten Hinkelsteinen, dem Park der Menhire, mit Gesichtern und Symbolen versehen. Leider sind sie im Freien vor Korosion ungeschützt.

Der Parque de Menhire zeigt mit 2000! Jahren die jüngsten Hinkelsteine, die jemals gefunden wurden. Zurück nahm mich nach mehreren Tramp-Versuchen und drohendem Donnergrollen ein Pärchen aus Buenos Aires mit.

Fiambala liegt nicht weit von den schneebedeckten Anden, das wollte ich sehen! Schon im Dorf konnte ich die umliegenden Berge sehen und radelte ein Stück mit dem Mountainbike des Besitzers vom Don Pedro Hostel los. Schon nach ein paar Minuten tat der Sitz weh, also gab ich auf. Unbequeme Leih-Räder gehören zu den Argentinischen Spezialitäten.

Weintrauben satt im Garten mit Aussicht!

Im Hostel-Garten wuchsen die Weinreben, herrlich! Mit Eliza aus Italien, Jimena aus Cordoba, Argentinien und Gustavo aus Brasilien fand ich Mitfahrer für einen Ausflug in die Berge.

Die Landschaft war mal wieder atemberaubend schön!

Pissis, der älteste Vulkankrater der Welt

Bis zur Chilenischen Grenze ging unsere Jeep-Tour durch die Wüste zu den Sechstausendern.

 

Von weitem konnten wir an der Chilenischen Grenze die Sechstausender Incuahasi, San Francisco und den el Muerto erkennen.

Los Seismiles, die Fast-Siebentausender

Tipps für Tafi del Valle:

andere Orte sind schöner und interessanter, für Vegetarier uninteressant!

Unterkünfte kann ich nicht empfehlen, nur nicht in´s kühle und unsaubere Nomade Hostel gehen!

ansonsten kann man einige kleine Wanderungen auf eigene Faust unternehmen und Radfahren, wenn man die Verleiher überreden könnte…

Tipps für Fiambala:

Unterkünfte:

Das Don Perdo Hostel ist nicht besonders sauber, hat einen schönen Garten zum Chillen und ist eigentlich die einzige Möglichkeit, als Alleinreisende Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man die sehr empfehlenswerte Vulkankrater und Berg-Tour bei der neben dem Hostel liegenden Agentur buchen sollte,

in Chile gibt es ähnliche Touren, nur zu horrenden Preisen!

sonst ist in dem Ort NICHTS los, wir haben selber gekocht

in der Umgebung gibt es durchaus mehr zu entdecken, die Magischen oder die Dünen von Tatin sowie 3 verschiedene Thermen, für die man Eintritt bezahlen muß, teilweise mit dem Bus oder per Tour erreichbar, da ziehe ich doch die natürlichen in Thailand vor…

Als Vegetarierin durch Argentinien, Diät inklusive

Ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Argentinien. Mit dem Bus eingetroffen, hatte ich eingecheckt und begab mich auf einen Spaziergang durch den Ort. Mein Magen fing an zu knurren, es war etwa 15 Uhr. Alle Läden waren geschlossen, sogar die Supermärkte!

Nur ein paar Kioske mit Chips und Süßigkeiten hatten auf. Es mußte doch irgendwo eine Bäckerei geben? Leider beschränkte sich das Angebot auch hier nur auf Pappsüßes und Kaffees mit süßen „Croissants“, Medialunas genannt. Was wohl „Mr. Dog“ ist? Essen die Hunde? Nein, damit sind Hotdogs und anderes Fast Food gemeint.

Bei dem exzessiven Fleischkonsum hier samt dem größten Anbaugebiet von Soja wird bald nichts mehr von der grünen Lunge der Welt übrig bleiben und das Weltklima nicht besser. Muß alles gebraten, süß und/oder fett sein? Vegetarische Angebote in Restaurants beschränkten sich auf seltsame „Pizza“, „Pasta“ mit Tomatensauce oder gemüsegefüllte Teigwaren. Es war zum Verzweifeln! Die ersten Tage in Argeninien hatte ich zwangsläufig abgenommen. Yoghurt, Milch und Artesanal-Bier waren teurer als Wein und in Europa.

Abends spazierte ich hungrig in Buenos Aires die Calle Alfonso Alsina nahe der Plaza de Mayo entlang und sah gutgelaunte junge Leute in einer Bar draußen sitzen. Drinnen probierte ich vegetarische Vollkornsandwiches, saftig und megalecker samt Weißbier aus Patagonien zum stolzen Preis! Endlich gab es etwas Anständiges zu Essen!

die Rettung naht im El Toro, Alfonso Alsina, Buenos Aires

Nach einem wundervollen Jazzclub-Besuch mit einem einheimischen Bekannten, meinte er, wir gehen noch Pizza essen und Wein trinken. Das klang gut, dachte ich. Neonlicht blendete mich, als wir die „Pizzeria“ betraten. Am liebsten wäre ich gleich hinausgelaufen, was unhöflich gewesen wäre. Also sah ich zu, wie er, Vegetarier, eine mit kiloweise Käse überbackene Pizza auf dickem Teig verspeiste und dazu süßen Moscato-Wein trank.

In Tilcara, im Norden Argentiniens wurde mein Magen mit frischen Empanandas, gefüllt mit Spinat, Käse und Quinoa im lokalen Markt belohnt.

mit Hummus gefüllte Auberginen und Salat im Vaikuntha, Salta

In Jujui und Salta im Norden Argentiniens gab es immerhin exzellente vegetarische Restaurants, von Einheimischen und Touristen gut besucht.

endlich vegetarisch genießen im Madre Tierra, Jujui

Buntbemalte Wände in Mendoza machten mich neugierig. El Vegetariano, endlich die Rettung! Zweimal war es geschlossen, dann konnte ich das variantenreiche Buffet inspizieren. Leider sollte ich die Speisen, die heiß besser munden, mit der Mikrowelle aufwärmen und alle Speisen zum Mitnehmen wurden, wie alles, in Plastik verpackt.

das wundervolle Salatbuffett im Vegetariano

Schade! Sogar im Café „Green Eat“ wird alles in Plastik verpackt, auch wenn man im Café essen will. Oft waren mir die Menu del Dia, die Tagesmenues, zu reichhaltig, so ließ ich mir Übriggebliebenes in meinen wiederverwendbaren Kaffeebecher einpacken.

Tipps für verzweifelte Vegetarier:

am besten selber kochen! und auf Maps Me probieren, ob es die dort angegebenen Veggie-Restaurants noch gibt

El Toro in Buenos Aires hat gute, saftige Veggieburger, eine Seltenheit!

Casa de las Empanandas in Cafayate bietet frischgemachte, variantenreiche, vegetarische Empanandas

El Vegetariano in der Alem 74, Mendoza hat Öffnungszeiten nach Laune wie in vielen Geschäften, bei meinen Besuchen hatte es ca. von 12-15 Uhr auf

Madre Tierra mit nettem Innenhof in Jujui gehört zu den besten vegetarischen und veganen Restaurants, die ich in Argentinien besucht habe

Vaikuntha in Salta, Leguizamon 450, hat ebenfalls leckere Veggievariantionen

Umwelttipps:

Ich nehme immer meinen wieder verwendbaren Kaffebecher und abgewaschene Plastiktüten mit, um mir zuviel Essen einpacken lassen zu können, um die Plastikverpackung zu vermeiden, von Plastikvermeidung hat hier noch nie jemand gehört, genauso wie im 3. Welt-Land Myanmar...

Wein, Männer-Gesang und atemberaubende Fels-Formationen in Bolivien und Argentinien

Was ist schöner, die Weinregionen Tarifa in Bolivien oder Cafayate in Argentinien? Eins zu null für Argentinien!

Tarija, auf 2000 Metern Höhe gelegen, empfang mich mit dunklen Wolken. Da die Weinverkostungen per Rad nur im dicken Straßenverkehr zu erreichen waren, entschloß ich mich, an einer geführten Tour teilzunehmen. Die Gruppe war auch vor jeglicher Verkostung ganz lustig, kaum am ersten Weingut angekommen, begann es zu regnen. Zuerst probierten wir von einer Art mildem Brand, genannt Singani, gottseidank ich zuerst pur, die anderen durften sich den Geschmack mit süßer, warmer Limo komplett verderben lassen.

der Malbec macht Laune!

Beim Weingut Los Parrales sahen wir bei der Weinpressung zu und probierten vom leckeren Weißwein, Cabernet Sauvignon und süffigem Malbec. Beim Biowein eines anderen Weinguts wurden uns leider nur seltsam anmutende Tropfen angeboten.

Der kühle Dauerregen vertrieb mich dann aus dem leider verkehrsreichenTarija, Spazierengehen bringt mir weder bei Regen, noch beim Abgas-Einatmen Spaß! Da half auch nicht die Skulptur eines verspeigelten Weinglases mit Blick auf die Stadt.

Der direkte Nacht-Bus brachte mich nach Salta in Argentinien, damit es nicht zu langweilig wurde, durften wir bei Nieselregen zwei Stunden an der Grenze warten. Vielleicht hätten wir unsere mitgebrachte Weine auspacken sollen? Noch unangenehmer, als ich vor Müdigkeit vergaß, daß es in Argentinien eine Stunde später ist. So verpaßte ich den Anschlußbus nach Cafayate und mußte totmüde 3! Stunden warten. Die Busfahrt durch die fantastische Landschaft entschädigte mich fast für alles.

In Cafayate angekommen, kannte meine Begeisterung für den sonnenverwöhnten Ort mit Rundumaussicht auf die Berge in allen Farben keine Grenzen.

Dazu kamen die Weinverkostungen an jeder Ecke, wenig Autoverkehr, stattdessen fuhren sogar die Einheimischen Fahrrad! Ausleihen war nicht ganz billig, zwischen 10 und 15 Euro. Leider gab es nur ein Cityrad, dessen Bremsen nicht funktionierten oder gute, aber zumindest für Frauen extrem unbequeme Mountainbikes.

Quaca-Weine, Cafayate, Argentinien

Das Weingut Quaca bot kostenlose Verkostungen und Führungen an, das engagierte Personal führte mich mit halbwegs verständlichem Spanisch herum, der Wein war köstlich, die Preise unglaublich preiswert! Danach lockte mich das empfehlenswerte Weinmuseum, am Eingang wird visuell geschwärmt, wie ideal die Lage in Cafayate mit seinen warmen Tagen und kühlen Nächten ist, anschließend wird die Geschichte des Weinanbaus in Cafayate erzählt, die im 16. Jahrhundert begann.

Die Fahrradverleiherin an der Plaza bot mir an, an ihrer Tagestour in die Quebrada de Conches in Richtung Salta teilzunehmen, dann bekomme das Rad am nächsten Tag zum Superpreis. Die Sonne brannte, so fand ich es eine gute Idee und wir konnten die fanatastischen Felsformationen von Nahem anschauen beziehungsweise erklettern.

Am nächsten Tag bestieg ich dann das Mountainbike, um die staubige Straße in Richtung der Wasserfälle der Rios Colorados zu erklimmen. Mit dem Rad ganz machbar. Am Eingang mußte ich mich registrieren und bekam ein Guide-Angebot, daß ich ablehnte. Der „Weg“ zu den Wasserfällen war nicht immer leicht zu finden, es gab deren mehrere und anscheinend mußte ich immer wieder den kleinen, aber reißenden Fluß überqueren. Irgenwann wußte ich nicht weiter und wurde von einem weiblichen Guide, gefragt, ob ich mich den anderen beiden Argentinierinnen anschließen möchte. Ok, meinte ich, wenn es nicht mehr als 3 Stunden dauert.

So sprangen wir xmal über glitschige Steine zur Flußüberquerung, kletterten senkrechte Felsen hoch und hangelten uns an schwindelerregenden Abhängen entlang. Da gab es kein zurück. Ich klettere gern, aber das war halsbrecherisch.

Nachdem wir noch den Aussichtspunkt erklommen hatten, ging es gottseidank nach 5! Stunden einen einfachen Feldweg zurück. Die Guide-Frau wollte pro Stunde bezahlt werden! Ganz schön unverschämt, ich gab ihr etwas weniger und ärgerte mich trotzdem, da es für eine Weinprobe im nahen Weingut Las Nubes zu spät war.

Vor der Pena-Folklore ist man in ganz Cafayate nicht sicher. Am besten gefiel es mir in meinem Lieblingsrestaurant Casa de Las Empanadas, welches weniger touristisch ist. Hier genoß ich bei frischen, vegetarischen Empanadas mit einer Karaffe Wein dann den Gesang einers Folklore-Sängers mit Gitarre. Angenehm unaufdringlich von der Lautstärke fragte er erst die Gäste, woher sie kommen, dann wurden traditionelle Pena-Lieder vorgetragen.

Tipps für Tarija:

Geld abheben:

die Mercantil Bank verlagt keine Gebühr beim ATM

Unterkunft:

Das Kultur-Berlin Hostel führt eine freundliche Frau, die liebevoll das leckere Frühstücksbuffet mit Fruchtsalaten, gutem Brot und Eiern zubereitet, die Zimmer sind sauber und gut ausgestattet, das Wifi gut, im Innenhof läßt es sich gemütlich entspannen

auch schön zum Anschauen, das günstige, gute Veggie-Restauant in Tarija

Es gibt ein tolles, von Einheimischen gut besuchtes Veggierestaurant in derselben Straße, das natürlich nur zum Mittagessen auf hat

Radfahren dürfte hier keinen Spaß bringen, auf den viel befahrenen Straßen ist kein Platz dafür

Tipps für Cafayate:

günstig Geld umtauschen oder abheben:

in der Pharmacy an der Plaza kann man ohne Wartezeit wie bei der Bank günstig Geld umtauschen, die Banco Nacional verlangt beim ATM die Hälfte von der Macrobank

Ausflüge:

Das Weinmuseum anschauen!

unbedingt ein Rad ausleihen, vorher die Bremsen und alles andere prüfen, den Sitz einstellen und gut befestigen, ich lieh meins bei IPUNA am Plaza aus, die auch Touren veranstalten

die Touristeninformation an der Plaza gibt Karten aus und gute Infos, im Gegensatz zum unsäglichen Lonely Planet, zu den Weinverkostungen und wie man wo hinkommt, zum Beispiel kann man zur Quebrada de Conches im Bus das Rad mitnehmen und auf der alphaltierten Straße zurück radeln, zu den Wasserfällen kann man gut radeln, mit Guides vorher alles ausmachen,  ohne Guide Maps Me benutzen und den gewanderten Weg markieren, dann sollte man auch zurück finden oder einfach am Fluß entlang spazieren, Wanderschuhe sind für beide unabdingbar!

Unterkünfte:

das Backpackers unweit vom Busbahnhof bot ein Zimmer an, bei dem man die Tür nicht schließen konnte, sie blieb einen halben Meter auf, einladend für streunende Hunde, Katzen und was sonst noch herumfleucht, passend dazu sahen die Bettlaken gebraucht aus,

einen Block weiter an der Ecke stieg ich im San Jorge mit neuen, kleinen, sauberen Zimmern günstig ab, das Wifi wurde anscheinend nicht bezahlt und folglich funktionierte es nicht, der Besitzer meinte wie so oft, das ginge in der ganzen Gegend nicht,

Da ich etwas schreiben wollte, zog ich 200 Meter weiter in´s Terra Andina um, mit schönenm Innenhof zum Hinsetzen mit schnellem Wifi. Ein Zimmer ließ sich nicht abschließen, da der vorherige Mieter weg war; so wurde ich in´s andere Zimmer mit Schlüssel verlegt, der auch unnütz war, da das Abschließen nicht funktionierte, im „modernen“ Argentinien nicht ungewöhnlich; die nette Familie paßte gottseidank auf meine Sachen auf

Vegetarisch Essen:

an der Plaza lauern die überteuerten Touristenfallen, daher lieber

leckere Empanadas und einige andere Veggie-Variationen im Casa de las Empanandas verputzen, das größere ist schöner!

Schön sitzt es sich im Innenhof des Restaurants vom biologischen Nanni Weingut, die Kulinarik ist bescheiden, die Weindegustation jedosch zu empfehlen

am Mercado läßt es sich unter Einheimischen draußen sitzen und günstig vegetarische Tamales (Im blatt eingelegtes Gemüse mit Quinoa) oder Pasta probieren

 

 

 

 

 

 

 

 

Samaipata, das entspannte Wanderparadies in Bolivien

Vagabundo hieß das Hostel, in dem ich mich im 3000 Seelen-Ort Samaipata einquartierte und am nächsten Tag gleich ein Upgrade in ein Appartment mit Balkon und Salon inklusive Küche bekam, da das Hostel mit Gruppen voll wurde. Ausgerüstet mit Aktivitäten-Infos von Besitzer Thomas, machte ich mich auf den Weg zum nahen „Hausberg“. Nur ein Pärchen und drei Pferde kreuzten meinen Weg mit tollem Ausblick auf die unliegenden Berge. Herrlich, mal abgasfreie Luft zu schnuppern!

Am nächsten Tag traf ich auf Elena und wir machten uns auf eine 15 Kilometer-Wanderung. Es war heiß, einmal liefen wir zu weit und unsere Wasserflaschen leerten sich, als wir ein Gebäude entdeckten mit einer offenen Tür. Es war ein Laden und die Verkäuferin füllte gratis unsere Flaschen auf. Gerettet, dachten wir auf dem Rückweg, der nicht enden wollte. An jeder Kurve hoffte wir auf einen Blick auf Samaipata, Pustekuchen!

Kühe statt Wasser

Da hörten wir ein Auto hinter uns, eine Ambulanz. Noch brauchten wir keine und wurden hochtot im Gesicht und verschwitzt mitgenommen. Gehörig durchgeschüttelt stellte ich mir vor,  wie ein Kranker bei dem Geschaukel leiden müßte.

auf dem Weg nach el Fuente

Lockere 9 Kilometer per pedes die wenig befahrene Straße entlang, inklusive wunderschönen Aussichten, trafen wir auf El Fuente, ein Präkolumbianisches UNESCO Welt Kultur-Erbe, wo Spanier, Incas und Chanés sich wegen der strategisch günstigen Höhenlage bekämpften. Es war nett, den Weg entlang zu laufen und gegenüber die Berge des Amboro Nationalparks zu entdecken, wo sich dunkle Wolken zusammenbrauten. Da ging ich lieber etwas schneller zum Eingang zurück. Gute Idee! Der Regen ließ nicht auf sich warten und wir hatten Glück, ein Jeep brachte uns für einen sehr günstigen Preis zurück nach Samaipata, während der Regen auf das Autodach prasselte.

el Fuente, sieht aus wie ein riesiges, auf-dem-Bauch-liegendes Wesen aus Stein

Seitdem ließen sich die dunklen Wolken in Samaipata nicht mehr vertreiben und ich überlegte am nächsten Tag, ob ich mich einem Ausflug zum Amboro Nationalpark anschließen sollte. Die Straßen waren grottenschlecht, da nützte unserem Fahrer sein 4-Radantrieb-Aufkleber nichts mehr. Der Wagen schlitterte und rutschte gefährlich über die schlammige Straße, bis wir festsaßen und 3mal aussteigen durften, um zu schieben, bis es nicht mehr weiterging.

Das andere Auto mit echtem 4-Radantrieb kam zurück, wer weiter wollte, mußte trotzdem 2 Stunden länger hin- und zurück durch den Schlamm wandern plus 4 Stunden durch den Park. Ich hatte die Nase voll, da ich den Transport zum Park bezahlt hatte und das andere Auto brachte mich und eine Brasilianerin zurück. Erst nach langen Diskussionen mit der Agentur Michael Blindinger bekam ich die Hälfte meiner Zahlung zurück, die Besitzerin behauptete immer wieder, unser Wagen hätte einen Vierradantrieb. Seltsam, daß sich nur die die Hinterräder bewegen konnten…

Samaipata Tours bot eine Wander-Tour von der anderen Seite des Amboro-Parks am nächsten Tag an und diese war fantastisch. Verschwitzt vom Auf- und Abwandern samt atemberaubender Aussicht konnten wir uns dann in den Wasserfällen erfrischen.

am Tag danach…

An meinem letzten Tag feierten wir im La Bohème meinen letzten Abend mit Wein, Bier, Live-Musik und Tanz, so mancher ging gar nicht erst in Bett…

Tipps für Samaipata:

Ausflüge:

Viele Wanderungen kann man auf eigene Faust machen, so zum Beispiel nach el Fuente,  hin und zurück sind es etwa 18 Kilometer, das Museum im Ort kann man sich sparen

In den Nationalpark Amboro darf man nur mit einem Guide, wer die Wege nicht kennt, dürfte sich dort verirren, unbedingt Wanderschuhe anziehen!

Zoo el refugio

per kurzem Fußweg von Samaipata zu erreichen ist der el Refugio, dort werden verletzte Tiere aufgepäppelt.

so anschmiegsam kann ein Stachelschwein sein!

Es bringt unheimlich Spaß, heumzulaufen und in den Gehegen die frei herumlaufenden, scheuen, Lianen-schwingenden Kapuzineräffchen, freche Tukans, die Rafael an der Nase pickten, Hasen und Lamas zu beobachen, mit anschmiegsamen Stachelschweinen und Nasenbären zu kuscheln sowie an der schwingenden Strickleiter herunterzuklettern.

blitzschnell ist die Banane weg…

Unterkunft:

Vagabundo ist ideal für Alleinreisende, um Gleichgesinnte kennenzulernen, hat günstige, aber hellhörige Zimmer, mit zum Teil renovierungsbedürftigen Gemeinschafts-Bädern, wer in einer Gruppe reist, sollte versuchen, in dem Appartment mit 3 Zimmern unter zu kommen,  gutes Wifi dort im Salon und im Hostel im Frühstücksraum an der Straße

Das Landhaus ist auch schön, allerdings schwierig zu reservieren, da auf emails nicht geantwortet wurde, eher für Familien, Gruppen oder Pärchen geeignet

in Restaurants & Cafés vegetarisch essen:

Café Arte ist wunderschön bemalt, hat leckere Kaffeespezialitäten und auch vegetarische Snacks und Kuchen, das Wifi funktioniert schnell!

La Chacana hat eine gute vegetarische Auswahl, auch für das günstige Menu del Dia, schmeckt besonders gut mit dem süffigen, Bolivianischem Teruno Aranjuez Rotwein

La cocina hat saftigen Falafel und andere schmackhafte, orientalische Spezialitäten, wem es dort wegen des Neonlichts und der Lautstärke zu ungemütlich ist, kann sich sein Essen auch in´s La Bohème bringen lassen, das sich abends in eine nette Bar verwandelt

Hin- und Weiterfahrt:

geht mit einem langsamen, großen oder einem schnelleren Kleinbus, der erst fährt, wenn er voll ist, mit Wartezeit ist zu rechnen, Sonntags fährt er nur vormittags, der große Bus um 14 Uhr

Cochabamba, Dinosaurier-Spuren & Grand Canyon in Tototoro

Saurier haben sich offensichtlich in Bolivien sehr wohl gefühlt, so viele Spuren hinterließen sie hier.

Der Saurierpark in Sucre hatte mich neugierig gemacht, ich wollte mehr sehen und begab mich nach Cochabamba. Von hier geht ein Minibus, wenn sich genug Mitfahrer einfinden, nach Torotoro, wo es mehr Dinosaurerfußspuren geben soll. Als ich gegen 9 Uhr eintraf, dauerte es nur eine halbe Stunde und der Bus war voll. Kaum hatten wir Cochabamba hinter uns gelassen, durften wir uns über die mit Steinen gepflasterte Landstraße schaukeln und rattern lassen. Die Aussicht war schön, nur irgendwie schien die Fahrt keine Ende zu nehmen. Nach gefühlt 5 Stunden waren wir da, ich quartierte mich im Eden Hostel ein und erfuhr, welche Wanderungen auch ohne Guide möglich waren.

Also tigerte ich los und suchte vergeblich nach den Dino-Spuren. So lief ich weiter bis zum Eingang des Nationalparks, bis es anfing, kräftig zu hageln. Ich musste unter einem Baum ausharren, bis der Regen weniger wurde und lief zur Unterkunft zurück.

Das Unwetter verzog sich so schnell, wie es angefangen hatte. Ich zog mich um und brach wieder auf. Maps Me leitete mich wieder an dieselbe Stelle hinter der Brücke kurz nach dem Ortsausgang, die eingezäunt war. Links davon war ein winziger Pfad zu sehen, ich kletterte herunter und siehe da, von unterhalb konnte ich die Dinosaurier-Fußabdrücke im Stein sehen, faszinierend!

Torotoro ist ein nettes, kleines Dorf aus Stein, abends sitzt man auf Steinbrüstungen und schaut, was nicht passiert.

das anscheinend immer geschlossene Dinosaurier-Museum in Torotoro

Vegetarisch essen ist nicht in Mode, als musste ich zwangsläufig auf die einzige „Pizzeria“ ausweichen, in der andere Touristen aßen. Die Pasta war eßbar, hatte mit Italienischer Küche nicht viel zu tun wie so oft in Bolivien.

diese traumhafte Landschaft säumte meinen Weg

Am nächsten Morgen beschloß ich, nicht auf eine Gruppe zu warten, sondern allein los zu marschieren, schließlich hatte ich am Vortag fast die halbe Strecke zur Aussicht auf den Canyon hinter mich gebracht. Da hielt mich eine Frau in tradtioneller Kleidung auf, ich dürfe hier nur mit einem Guide herumlaufen. Warum, konnte sie mir nicht beantworten. Hier wird sogar in der Natur streng kontrolliert!

die Spuren des größten Dinosauriers und Vegetariers der Welt!

Kurze Kletterpartien später wurde ich dann von einem Guide mit 3 Franzosen aufgehalten, der mich überredete, mich ihnen anzuschließen. Der Guide zeigte uns Spuren von dem größten, fast 18 meter langem Dinosaurier.

Die Aussicht auf den schwindelerregenden14 Kilometer langen Canyon erinnerte mich an Bilder vom Grand Canyon in den USA.

nichts für Höhenkranke, hier geht es schwindelig in die Tiefe!

Dann kletterten wir hinunter weiter nach unten, sprangen mehrmals glitschend und springend über den Fluß, das hätte ich alleine nicht geschafft! Gottseidank hatte ich meine Wanderschuhe angezogen. Oben war es heiß, hier unten wurde mir zu kühl, um wie die anderen im Fluss zu plantschen. Die wollten gar nicht aufhören, mich beschlich das Gefühl, es würde  bald von oben duschen…

Wir brachen irgendwann auf, erklommen den Canyon und sahen die fotogenen Regenwolken hinter uns. Wir legten einen Zahn zu, trotz meines Regencapes wurde ich wieder nass. Im Eden Hostel reservierten sie mir einen Platz im Bus, wo es hieß, es wäre nur noch einer frei. Tja, warten mußte ich dann noch mindestens 2 Stunden, da einige Passagiere absagten. Nach schier unendlichen dreieinhalb Stunden errreichten wir Cochabamba.

Im Ort herrschte ein horrender Verkehrsinfarkt, so fand ich das Spazierengehen stressig und sehr unangenehm für meine Atemwege. Rad fahren nur sehr wenige. Ich lieh mir eins, um die außerhalb liegenden zweispurigen Radewege zu erkunden.

so muß ein Radweg aussehen!

Ich genoss es, die praktisch leeren Wege mit Aussicht auf die Stadt am Berg der San Christobal-Statue entlang um den See zu gondeln. Hier sollen schon Radler überfallen worden sein, ich sah nur 3 Fußgänger und 2 Sicherheitsleute. Wer die stark befahrenen Straßen meidet, kommt auch so ganz gut durch Cochabamba per pedes oder Rad.

Am nächsten Tag machte ich eine Radtour etwas außerhalb zu einer Biofarm in Apote. Natürlich verfranzte ich mich, mußte einen furchtbaren Schotterweg entlanggondeln und wurde noch von einem Hund gebissen, bis ich sie fand. Alle Hunde in Bolivien kläffen jeden Vorbeigehenden an, anscheinend, damit es nicht zu ruhig wird. Gottseidank war der Hundebiss nicht weiter schlimm und der Besitzer gab mir Alkohol zum Abtupfen.

Auf der Farm Granja Polen erstand ich Biokäse. Brot, günstiges Natur-Yoghurt, von dem ich nicht genug kriegen kann und eine Zahnbürste aus Bambus statt Plastik. Junge Bolivianer kaufen hier ein. Zufrieden radelte ich zurück, diesmal auf einem einfachen Weg, der gleich auf eine Teerstraße mündete, gottseidank!

Tipps:

Unterkunft: Das Jaguar House hat sehr schöne, saubere Zimmer und Dorms, nettes, hilfsbereites Personal, liegt zentral beim Prado-Boulevard, Wasser läßt sich umweltfreundlich gegen eine geringe Gebühr auffüllen und Alleinreisende können andere kennenlernen!

Vegetarisch Essen: der Markt 25 de Mayo hat eine tolle, preiswerte Auswahl, hier drängeln sich die Einheimischen bis zum frühen Nachmittag,

Vida Sana an der Paza de la Mujer, Ecke Avenida Aniceto Arce gegenüber dem bemalten Barbershop in einer Halle wird leckere, Veggie-Küche serviert zum unschlagbar günstigem Preis!

wer gemütlich entspannen will, ist im wunderschön dekorierten Typica Café in der Calle Espana nahe dem Prado an der richtigen Adresse, guter Kaffee, Weiß-, Winter- und Quinoa-Bier mit kleinen Snacks versüßen die Zeit mit Musik von Elvis, Janis Joplin und mehr…

Café Typica

Sehenswürdigkeiten: Die 34,2 Meter große Christobal de la Concordia-Statue mit 32,8 Meter Armspannweite inklusive Aussicht auf die Stadt läßt sich mit 1399 Stufen erklimmen oder für Faule mit der Seilbahn erreichen, es gibt viele Kirchen und Museen zu besichtigen, leider sind diese oft von 12-15 Uhr und Montags geschlossen wie so viele Geschäfte auch

Eher für Kinder: der eingezäunte Family Park am Fluss, wie es sich gehört, mit wenig Bäumen, dafür mit mehr Attraktionen: Wasserfontainen mit Lichtspielen und Musik zum Nassmachen und Spaß haben

 

Bolivianisch-feuchter Karneval und Dinosaurier bei Sucre

Karneval in Uyuni und Sucre, Dinosaurierspuren in Sucre

Nach der anstrengenden Wüstentour gönnte ich mir 2 Tage Ruhe beim Karneval in Ayuni. In Orosi soll zwar der tollste Karneval stattfinden, aber so kurzfristig konnte ich keine Unterkunft erkunden. In einer Straße versammelten sich die Einheimischen mit Stühlen bewaffnet, von denen immer welche ewig frei blieben. Aber wehe, wir, ein Ungarischer Rumänisch-Deutscher, der in Frankreich lebt und ich wagten es, uns mal auf die leeren Sitzgelegenheiten zu setzen! Da wurde gleich gepetzt und gemeckert, nur die Handtücher haben noch gefehlt.

Dann bewegte sich etwas, Vereine, Clubs, merkwürdig-, aber auch traditionell gekleidete „Compadres“ liefen oder tanzten über die Straße. In den vielen Pausen stärkten wir uns mit Bier. Die kleinsten Kinder waren mit Schaumpistolen bewaffnet und machten davon quietschend Gebrauch.

Puma- und Condor-Traditionskostüm

Abends, wir hatten schon einige Biere intus, ging es endlich weiter in diversen Clubs mit Eintrittspreisen wie in München, zum Teil auch nur privat. Wir schafften es, in die „Compadres“ Party zu gelangen,  wurden ausgiebig betrachtet, anschließend zum  Bier eingeladen und zum Tanzen aufgefordert. Eine passable Live-Band heizte mit Cumbia ein. Die Compadres bestellten gleich kistenweise Bier und irgendwann war der Alkohol-Pegel zu hoch und einige Männer wurden agressiv, das Zeichen, aufzubrechen.

Im weißgetünchten Sucre landete ich am Wochenende, wo fast alles wegen des Karnevals geschlossen war. Wehe, ich begab mich auf die Suche nach etwas Essbarem oder schönen Kolonialhäusern, das wurde sogleich mit einer Dusche bestraft.

Unsere Hostel-Chefin vom Condor lud uns zum mega-leckeren Lunch ein, dann wurden Luftballons mit Wasser gefüllt…

Aus jeder Ecke rauschten ohrenbetäubende Blaßmusikbands an, begleitet von wasserwerfenden und Schaumpistolen-bewaffneten Begleitern. Je später der Abend, je alkoholisierter wurden alle, leere Bier- und Whiskyflaschen säumten die Wege und desto schlechter wurde die „Musik“. Wirklich getanzt wurde nicht, der Fokus lag auf´s Bespritzen.

Nachdem mir jemand Seifenschaum in die Augen gespritzt hatte, verzog ich mich lieber.

Am nächsten Tag freute ich mich über die „Ruhe“ und die geöffneten Geschäfte und Restaurants, leider schwängerten die Abgase der schicken, neuen Autos in den engen Straßen die Luft. Dabei wäre Sucre eine wunderschöne Stadt!

 

Dinosaurierspuren sehen? Nichts wie hin mit dem Dinobus zum Dinosaurierpark!

der größte Dino ist 15 Meter lang und Vegetarier!

Der Guide erzählte uns in gutem Englisch, das die Spuren der Dinos vor Millionen von Jahren entstanden sind und durch die Minenarbeiten gefunden und freigelegt wurden.

so sehen sie jetzt aus, vor 10 Jahren waren sie noch erheblich deutlicher zu sehen

Daher sind sie nicht mehr konserviert, verblassen jetzt und sollen besser geschützt werden. Die Dinosaurier sind als Repliken wieder auferstanden, schön gemacht und sehr interessant!

Beim Schwarzmarkt von Sucre hat sogar der Dino ein Telefon, ob das wohl funktioniert?

Tipps für Uyuni:

Kulinarik:

Streetfood ist günstig und lecker, vegetarisch muss man mit der Lupe suchen, alternativ hielt ich nach Comida Boliviano Ausschau, es handelte sich um das in Südamerika sehr beliebte Fast Food! Da blieben für abends nur noch die überteuerten Touristenrestaurants übrig

Unterkunft:

Das Bunkerhostel hat saubere, gute Zimmer, nette und hilfsbereite Mitarbeiter und eines der besten Frühstücksbuffets mit Fruchtsalaten, Smoothies, gutem Brot, auch Vollkornbrot und Ei-Variantionen

Tipps für Sucre:

beim Schwarzmarkt gibt es alles mögliche, das Beste aber: Reißverschlüsse und Rucksäcke reparieren sie toll und günstig!

Kulinarik:

Im Mercado Central werden frisch vom Erzeuger Brot, Käse, Früchte und Gemüse zu guten Preisen angeboten, eigene Plastik- und Einkaufstüten mitbringen, oben gibt es günstiges Mittagessen

ganz lecker wird im Condor-Café vegetarisch gekocht, es hat einen schönen Innenhof!

Unterkunft:

zum Kennenlernen von anderen Reisenden empfehle ich das Condor-Hostel, saubere Zimmer mit gutem Frühstück im Innenhof, der abends etwas frisch werden kann, seine Wasserflasche kann man natürlich gegen ein Minigebühr auffüllen

wer lieber seine Ruhe hat, ist im wunderschönen Casa Solariega Hostal B&B sehr gut aufgehoben, schön wie in einem 4 Sterne Haus mit sehr schnellem Wifi

Radfahren ist wegen der engen Straßen und dem Verkehr nicht ratsam

 

In 4 Tagen mit dem Jeep durch die Wüste Boliviens

Von Tupiza nach Ayuna

An der Grenze Argentiniens in La Quiaca wanderte ich auf die andere Seite nach Villazon, das mit Rolando nichts zu tun hat, sondern meine Durchgangsstation nach Tupiza in Bolivien war. Im Sammeltaxi saß eine Bolivianerin wie aus dem Bilderbuch mit buntem Rock, weißer Häkeljacke und schwarzem Hut samt goldenem Band neben mir.

In Tupiza traf ich meine Mitfahrer Francesca und Michele aus Italien, Cynthia und Martin aus Argentinien und unseren Fahrer, Guide und Koch Felipe. Der „Jeep“ war etwas eng, die „Klimaanlage“ bescheiden, so schwitzten wir im Auto, während draußen oft ein kühler Wind wehte. Die unterschiedliche Wüstenlandschaft entschädigte für alles!

Felsformationen, die die Fantasie anregen, kilometerweit nur Sandwüste, mit oder ohne Vegetation, die meistens aus grünem Gebüsch bestand. Lamas liefen frei herum, gelegentlich sahen wir auch wilde Vicunas, die ein bisschen wie Reh- und Lamamischlinge aussehen. Wie kann der Mensch weit weg von jeglicher Zivilisation, nur mit ein paar grünen Sträuchern, überleben, fragte ich mich?

 

Am ersten Abend fühlte ich mich gar nicht gut, warscheinlich, weil ich vorher schlecht geschlafen hatte und wir uns auf 4200 Metern befanden. Die Aussicht auf weitere 3 Tage im Jeep, bis auf 5000 Metern durchgeschüttelt zu werden, förderten nicht gerade meine Zuversicht. So kaute ich samt meinen Leidensgenossen Kokablätter, helfen taten sie mir nicht. Ich ging früh schlafen und siehe da, am nächsten Morgen konnte ich schon wieder das Frühstück genießen!

Schwarze, grüne und die rote Lagune Colorada mit rosa Flamingos durften wir besichtigen und in den „Thermalbädern“, den heißen Quellen abhängen, allerdings nicht gratis wie in Thailand oder Nepal. Da die Unterkünfte eher nicht mit heißen Duschen aufwarteten, sehr angenehm!

Am dritten Tag gab es Felsen satt, mit oder ohne See, einer sah wie der Worldcup aus, ein Steinwald, durch den wir kletterten,  erinnerte mich an den in Kunming, Südwest-China.

 

Aufwärmen konnten wir uns auf 4990 Metern bei konstanter, vulkanischer Aktivität, wo die Geysire von Sol de Manana kochten und uns beinahe davonwehten!

Am Abend ratterten alle verfügbaren Jeeps zur Salzlagune nahe Ayuna, um den jeden Tag stattfindenden Sonnenuntergang tot zu fotografieren wie Marlene Dietrich.

Die Nacht verbrachten wir im Hotel del Sal, ganz aus Salzbrocken gebaut. Sogar die Matrazen waren mit Salz gefüllt, was gar nicht so unbequem war, beim Abendessen saßen wir auf Salzbrocken mit Kissen.

Das absolute Highlight war der Sonnenaufgang weg von allen anderen Jeeps und die verrückten Trompe-l`oeil Fotos, die „Regisseur“ Felipe mit uns machte.

 

Wein-Akrobatik

Tipps:

In Tupiza hatte ich die Tour bei La Torre gebucht, die auch passable Unterkünfte anbieten, außer der Enge und Hitze im Jeep, war die Organisation samt Ernährung sehr gut! Felipe schaffte es sogar, leckere, vegetarische Küche zu zaubern!

Wasserdichtes Schuhwerk, gegebenenfalls Medikamente gegen die Höhenkrankheit, T-Shirt und warme Kleidung mitbringen!

 

 

 

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